Sonntag, 14. März 2010

Türkei: maNga – We Could Be the Same


Die Türkei fristete lange Zeit ein Schattendasein in der Eurovision, von den Juries lange Zeit übersehen und mißachtet, so daß selbst geniale Lieder (wie z. B. die von 1987 oder 1989) auf den hinteren Rängen landeten, teils gar mit null Punkten. Im Zeitalter der Telefonabstimmung hingegen ist diese Prügelknabenrolle längst abgelegt, und da sich in allen größeren Städten westlicher Industrienationen Anhäufungen türkisch(stämmig)en Lebens finden, verwundert es nicht, daß die Anatolen selbst eine furzende Kuh auf die Bühne stellen könnten und dennoch Höchstwertungen aus Deutschland oder BeNe ohne Lux (das a) nicht mehr teilnimmmt und b) Portugiesen bevorzugte) bekämen.
Wenigstens kann man ihnen nicht vorwerfen, wie die Griechen immer dasselbe zu entsenden. Von Ethnopop bis Rock, von einer quietschigen Miß Piggy bis zum zappeligen Zirkusdirektor war so einiges an Musik- und Typstilen vertreten. Auch dieses Jahr wagt der verantwortliche Sender Türkiye Radyo ve Televizyon Kurumu (TRT) ein Experiment und entsendet die Kreuzüber-Rockband Manga (oder wie sie sich selbst schreiben: maNga) gen Oslo.
„We Could Be the Same“ (Wir könnten gleich sein) ist dann leider wieder einmal ein Beispiel dafür, wie sehr Künstler dazu neigen, für die Eurovision alles weichzuspülen, um nur ja niemanden zu verschrecken, vor allem im neu angebrochenen Zeitalter der Juries. Das Lied plätschert so vor sich hin, und das zwischendrin eingefügte Gitarrengeschrammel und Vinylplatten-Witschi-Witschi können nicht darüber hinwegtäuschen, daß es sich eigentlich um einen aufgemotzten Schlager handelt. Man nehme besagte Gitarren und Plattenteller weg, und schon hat Andrea Berg einen neuen Hit. Aber das war schon bei Wig Wam und Lordi nicht viel anders, und es hat sie auch nicht vom Erfolge abgehalten, eher im Gegenteil.
Etwas mehr Mut hätte ich mir für diesen Beitrag aber schon gewünscht, und wenn man sich den Text betrachtet, der ja unbedingt englisch sein mußte, weil wichtige Nachricht und Türkisch doof, dann verstärkt dies den Schlager-Eindruck noch: Eine lose Aneinanderreihung von Platitüden aus dem Reimelexikon. Und der Auftritt wirkt doch arg hölzern, daran muß noch dringensdst gearbeitet werden. Aber da es sich um den türkischen Beitrag handelt, ist das alles eh Jacke wie Hose, im Finale ist dieser Beitrag nahezu fix gesetzt, und ein Spitzenplatz dürfte auch drin sein. Aber deswegen muß es mir nun wirklich nicht gefallen…


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