Montag, 6. April 2026

ESC 2026, Semi 2, Hälfte 1, Hälfte 2

Rumänien: Alexandra Căpitănescu - Choke Me

Soso, Rumänien kommt zurück mit einem Song über Würgesex. Nun ja, wenn's schön macht ... die eine oder andere Person hat sich darüber schon aufgeregt, aber mal ehrlich: Wenn man sich anschaut, wie viele Songs es schon gab, in denen Frauen als Objekte ohne eigenen Willen degradiert wurden, in denen Frauen gestalkt wurden und so weiter und so weiter und sie da nie jemand drüber aufgeregt hat, dann empfinde ich jede Art von Aufregung darüber, dass eine Frau jetzt darüber singt, wie sie gewürgt werden will, schon als reichlich doppelmoralisch. Soll sie doch machen. Aber das Safeword nicht vergessen! Siehe auch hier (ab Minute 11). Wobei sie sich bei der Zeile "Choke me, choke me, ch-ch-ch-choke me" nicht etwa würgen lässt, sondern eher das Büblein auf dem Eis gibt ("Die Alex stampft und hacket mit ihren Stiefelein"). Was gibts sonst? Stiefel hat sie besagtermaßen an, spitze Schultern hat sie, Fingernägel sehen auch wild aus, böse gucken tut se, hohe Töne quetscht se raus - nur die Stimmgewalt, die es bräuchte, um diesen Song perfekt auf die Bühne zu bringen, die bleibt sie uns insbesondere in der ersten Strophe leider schuldig. So wirkt es dann leider nur halbgar.

Finale? Puh. Das seh ich noch nicht sicher.

Bukarest 2027? Most certainly not.

5/10 (Kinder 5 und 5)


Schweiz: Veronica Fusaro - Alice

Ungewohnte Töne aus der Schweiz heuer. Veronica besingt hier ihre offenbar unglückliche Liebe zu einer Alice. Das Video zeigt besagte Alice beim Heiraten, und Hochzeitsgast Vroni ist damit irgendwie so gar nicht happy. Der Bräutigam sieht übrigens ein bisschen so aus wie Didrik Solli-Tangen vor 16 Jahren. Der Song ist einer der für meine Ohren angenehmeren im Feld, es bleibt aber abzuwarten, wie das dann auf die Bühne gebracht wird. Bei einer reinen Rocknummer-Inszenierung geht die Message vermutlich unter.

Finale? Schwierig zu sagen.

Zürich 2027? Nein.

7/10 (Kinder 7 und 6,5)


Tschechien: Daniel Žižka - Crossroads

Von den Beiträgen, die wir bisher angehört haben, eindeutig der beste. Düster, musikalisch sehr spannend und dankenswerterweise mit einem Sänger ausgestattet, der zwar aussieht wie ein Strich in der Landschaft, aber eine gewaltige Stimme hat. Das könnte auf der Bühne für einen Überraschungseffekt sorgen. Wenn er es schafft, diese Stimmgewalt auch auf der Bühne auszupacken und sie die Inszenierung nicht versemmeln, könnte da dieses Jahr einiges gehen für die Tschechen! Allerdings hab ich das letztes Jahr auch schon gesagt, aber da haben sie auch alles falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte. Macht es dieses Mal bitte, bitte besser, es wäre ewig schade, wenn dieser tolle Song das Finale verpassen würde!

Finale? Na hoffentlich!

Prag 2027? Ich denke, dass das viele Jurypunkte einkassieren könnte. Und damit könnte es dann reichen.

8/10 (Kinder 8 und 8)

ESC 2026, Semi 2, Hälfte 1, Hälfte 1

Weiter gehts mit dem zweiten Semi - die Startreihenfolge steht inzwischen fest, aber ich bleib mal bei der Reihenfolge, in der wir es auch gehört haben:


Armenien: Simón - Paloma Rumba

Heijeijei, da sind aber jede Menge Post Its bei draufgegangen, bis dieser Videodreh im Kasten war. Habt Ihr die auch alle ordentlich im Papiermüll entsorgt? Abgesehen davon wünsche ich mir, dass dieser Beitrag genau so auf die Bühne gebracht wird, also Großraumbüro, Post Its und die böse Chefin. Macht das und ihr habt mich. Der Song selbst oszilliert zwischen total dämlich und total cool und tickt auf jeden Fall meine "Geil und laut"-Box. Ich leg mich jetzt schon fest: Das dürfte sich zu meinem Guilty Pleasure in diesem Jahr entwickeln.

Finale? Sollte klappen.

Jerewan 2027? Wird nicht klappen.

6/10 (Kinder 4 und 4)


Aserbaidschan: Jiva - Just Go

Die Azen bringen uns in diesem Jahr eine sehr klassische Trennungsballade. Da bin ich echt gespannt. Wenn ich das richtig sehe, haben wir nicht so viele Balladen dieses Jahr, es könnte also grundsätzlich funktionieren. Vorausgesetzt, man macht die Fehler der Vergangenheit nicht und will wieder viel zu viel bei der Inszenierung. Hier braucht es gar nicht viel: Kleidet die Dame ordentlich ein, spielt ein bisschen mit Pyro und vor allem mit dem Backdrop, dann kann das auch was werden mit dem Finale. Finde übrigens nur ich, dass die Dame in den Szenen im Video, wo sie das weiße Neglige trägt, sehr viel Ähnlichkeit mit Petra Mede hat?

Finale? Vielleicht, aber nur, wenn sie nicht wieder bei der Inszenierung danebenhauen.

Baku 2027? Nein.

6/10 (Kinder 6 und 6)


Bulgarien: Dara - Bangaranga

Wieder mal ein Girlbop, wieder mal STIEFEL, und ansonsten hör ich nur "Im the Bangaranga", was auch immer das sein soll. Ich bin die, die euch einen Banger mitbringt, sehet her und feieret mich? Ach geh doch weg. Mehrere Dancebreaks sind auf jeden Fall besser als einer, aber gefallen mag mir daran irgendwie so gar nichts. Und diese drei Minuten ziiiiiiehen sich ... puh ...

Finale? Sowas funktioniert normalerweise.

Sofia 2027? Ach was.

3/10 (Kinder 4 und 4,5)


Luxemburg: Eva Marija - Mother Nature

Hat es schon mal irgendwann funktioniert, wenn man einen Beitrag im Liegen angefangen hat? Auf dem Boden sitzen hat ja zumindest bei Cornelia Jacobs schon mal gut geklappt, also noch alles offen. Wir hätten dann da noch Jamalas Baum und im späteren Verlauf des Songs auch noch eine Geige, auch alles jetzt nichts, was einem Beitrag wirklich schadet. Dennoch sehe ich das Finale hier wackeln, was schade ist, denn der Song ist echt schön, vor allem diese Pizzicato-Teile am Anfang und in der Mitte (Pizzicato = Saiten eines Streichinstrumentes werden gezupft statt gestrichen). Leider sagt mir persönlich Evas Stimme nicht ganz so zu, sie macht es aber gut.

Finale? Siehe oben - es könnte durchaus eng werden.

Luxemburg 2027? Nein.

7/10 (Kinder 6,5 und 7,5)

Sonntag, 5. April 2026

ESC 2026, Semi 1, fixe Finalisten

Im Semi 1 dürfen folgende Länder abstimmen:


Italien: Sal Da Vinci- Per sempre sì

Kann sich noch jemand an die Italopop-Welle Anfang der 80er erinnern? Wenn man sich nicht auskennt, könnte man diesen Song zumindest von der Musik (den Text hab ich mir noch nicht angeschaut) dort einsortieren, ohne dass er unangenehm auffallen würde. Dazu kommt Sal da Vinci (wenn ich mich nicht irre, der älteste Teilnehmer dieses Jahr), der uns den Song mit seinem Strahlelächeln ziemlich gut verkauft. So ein kleiner Nostalgieflash ist ja dann und wann ganz schön, und ich kann mir da auch gut anhören, aber modern geht nun mal definitiv anders. Irgendwie ist bei Italien nach dem Sieg 2021 so ein bisschen die Luft raus.

Chancen auf die Top Ten? Loidöö, es is Italien, und wenn Lucio letztes Jahr Platz 5 geschafft hat … und der Jahrgang hier ist bis dato schwach.

Rom 2027: Nope.


Deutschland: Sarah Engels - Fire

Eigentlich hab ich hierzu ja schon alles gesagt. Das Beste an diesem Beitrag ist Sarah selbst, alles Andere muss verbessert werden, ich hoffe, das klappt bis Mai. Was mir inzwischen noch aufgefallen ist: Im Refrain steht Sarah fast die ganze Zeit und wird umtanzt. Wenn man die Choreo noch anfasst, dann sollte man auch darauf mal schauen und was dran machen. Wäre besser, wenn Sarah sich da auch noch etwas mehr bewegt. Da ich ansonsten kann, kann ich Euch wenigstens erzählen, womit ich den gestrigen Tag verbracht habe. Nämlich: Auf Joyn das Osterspecial vom großen Promibacken zu gucken. Und nicht nur das von diesem Jahr, sondern auch das von 2023, wo - tadaaa, da haben wir den Bezug zum ESC3 2026! - auch Sarah Engels mitgebacken hat. Wenn Ihr gerne Kuchenbacken schaut und nicht wisst, was Ihr heute Abend oder morgen machen sollt, gibts schlechtere Arten, den Tag zu verbringen. Frohe Ostern zusammen!

Chancen auf die Top Ten? None whatsoever. Top 15 könnte aber, falls die allgemein vorgeschlagenen Verbesserungen noch angegangen werden, noch klappen.

Berlin 2027: Jo, ich nehm mal an, dass der Adlershof schon wieder angemietet ist.

5/10 (Kinder: 5 und 6)

Donnerstag, 2. April 2026

ESC 2026, Semi 1, Hälfte 2, Hälfte 2

Montenegro: Tamara Živković - Nova zora

Der Club der Teufelinnen ist alive und well. Und diese Fingernägel! Florence Griffith-Joyner, Gott hab sie selig, hätte sich vor Neid direkt entleibt. Diesen Nägeln möchte ich lieber nicht im Dunkeln begegnen. Aber schön aufpassen, nicht dass da bis Mai was abbricht! Dann wär direkt die ganze Performance im Ar... äh, Eimer. Was? Ich soll über den Song reden? Okay. Am Anfang wirkt es auf uns irgendwie albanisch, kann aber auch am rot-schwarzen Farbschema liegen. Auf jeden Fall ist es anstrengend ohne Ende, aber irgendwie hat es auch was. Tamara guckt jedenfalls so böse, wie es sich für eine ordentliche Teufelin geziemt, and she means business. Großes Plus: Die natürlich auch hier wieder unvermeidlichen Stiefel haben endlich mal solche Killerabsätze, wie man es für solch einen Beitrag erwartet. So muss das! Wenn schon, denn schon! Alle anderen Gestiefelten: Schaut hin und lernt!

Finale? Könnte eng werden, könnte aber klappen. Montenegro hat es ja bekanntlich generell schwer.

Podgorica 2027? No way.

7/10 mit Tendenz dazu, später wie ein Stein zu fallen (Kinder 7 und 7)


Polen: Alicja - Pray

So, da darf sie doch noch auf die große ESC-Bühne, die gute Alicja, nachdem es 2020 ja aus bekannten Gründen nicht geklappt hat. Sie singt ja wirklich gut, auch wenn mir ihre Stimme immer noch nicht zusagt. Aber: was bitte ist das für eine Klamotte? Und was bitte ist das für ein LIED?! 

Finale? In einer gerechten Welt nicht, dank Diaspora wohl leider ja.

Warschau 2027? Oh nee, bitte nicht.

2/10 (Kinder 4 und 4,5)


San Marino: Senhit - Superstar

Ach, San Marino. Du putziges kleines Ländchen. Du Auffangbecken für alle, die sonst nirgendwo landen können. Wobei man der Gerechtigkeit halber sagen muss, dass Senhit immer nur in San Marino landen wollte. Sie hat nach wie vor keinen Klamottengeschmack (oder schlechte Berater), dafür aber eine tolle Stimme und eine ebensolche Ausstrahlung.  Mensch, gebt der Frau doch endlich mal ein anständiges Lied und ein ebensolches Outfit! Das kann doch nicht so schwer sein! Und warum Boy George? Den braucht hier echt kein Mensch. Senhit, Mensch, verlass ich doch einfach mal auf Dein eigenes Können! Oh Mann. Wenn die spannendste Frage ist, ob Boy George wirklich in Wien mit auf der Bühne steht, dann ist das einfach sehr, sehr wenig. Superstar, ja sicher. Ich glaub, ich spinne.

Finale? Es ist San Marino, da kann grundsätzlich alles passieren. Wenn alle anrufen, die Boy George noch kennen und mögen, dann klappts. Allerdings sind die meisten davon schon tot.

Serravalle 2027? Ach, im Läbe net!

4/10 (Kinder 4 und 4,5)


Serbien: Lavina - Kraj mene

Vampires are alive, the legends have to survive ... Tanz der Vampire is alive and well. Aber wenn ich mir schon so einen Krallenhandschuh anziehe, würde ich das Thema dann aber auch konsequent zu Ende denken und mir noch so ein Vampirgebiss zwischen die Kiemen schieben. Ansonsten ist das der düsterste Song in diesem Semi, in dem auch sehr viel (sehr viel!) gegrowlt wird, aber der Song holt uns voll ab.

Finale? Ja, sollte klappen.

Belgrad 2027? Eher nicht.

8/10, allerdings bei mir mit fallender Tendenz (Kinder: 8,5 und 8)


Grundgütiger, was eine zähe Angelegenheit. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so ein schlechtes Semi erlebt zu haben. Ich hätte so gern was gehabt, wo ich mitfiebern kann, aber da ist nix. Nix, nix, nix. Gut, ein paar Beiträge sind okay, aber keiner ist so, dass ich meine Penunzen dafür raushauen würde - war ja klar, dass Schland in diesem Semi abstimmen darf. 

So, das war die erste Runde. Wer kommt denn nun weiter? Mal gucken, ist gar nicht so einfach:

Finnland
Griechenland
Kroatien
Moldau
Schweden
Israel
Litauen
Montenegro
Polen (leider!)
Serbien

So, reicht für heute. Ich muss jetzt erst mal entgiften. Morgen oder übermorgen gehts weiter.


ESC 2026, Semi 1, Hälfte 2, Hälfte 1

Belgien: Essyla - Dancing on the Ice

Och nööö. Außer dem mehrstimmigen Gesang spricht mich absolut nichts an, und den müssen sie auch erst mal ordentlich hinkriegen. Ziemlich monoton, das alles. Und auch irgendwie schon mal dagewesen. Die  Kinder finden es besser als vieles andere. Ich nicht. Schnallt der Guten ein paar Schlittschuhe an und lasst sie wirklich auf einer Eisfläche tanzen. Ansonsten sehe ich hier ziemlich schwarz, zumal Belgien ja so eine Art Patent darauf hat, auch aussichtsreiche Beiträge sang- und klanglos zu versenken. Das hier ist allerdings nicht mal aussichtsreich.

Finale: Mustii hats nicht geschafft, Red Sebastian hats nicht geschafft - merkt Ihr selber, oder?

Brüssel 2027? Ha ha ha.

5/10 (Kinder 5 und 5,5)


Estland: Vanilla Ninja - Too Epic to Be True

Gott, was hab ich "Cool Vibes" geliebt. In so einem saustarken Jahrgang wie 2005 Achte werden muss man auch erstmal schaffen. 2026 macht bis dato jetzt nicht den Anschein, ein saustarker oder auch nur ein einigermaßen starker Jahrgang zu sein. Geht da was für die Esten? Die gute Nachricht: Lenna Kurmaa (auch sie gestiefelt) kann es noch immer. Die schlechte: Die anderen beiden können es leider gar nicht. Was soll eigentlich dieses seltsame Nippelpiercing-Oberteil bei der Gitarristin? Ist das jetzt cool? Ich werde echt alt. Davon ab gefällt mir der Song in melodischer Hinsicht ganz gut, aber es ist die Art von Gefallen, die ich auch bei "Intention" hatte. Mit anderen Worten: Das wird vermutlich eher nix. Die Kinder finden es sowieso meh ("Epic ist daran gar nichts"). Ich will "Cool Vibes" wiederhaben.

Finale? Das wird verdammt eng.

Tallinn 2027? Nein.

7/10 (Kinder: 3,5 und 4)


Israel: Noam Bettan - Michelle

Das Intro zeigt uns direkt, woher dieser Beitrag kommt. Noam fischt gesanglich so ein bisschen im Mon-Amour-Pool, ohne jedoch ranzukommen. Rankommen tut er auch nicht an die Beiträge der letzten beiden Jahre, wiewohl es aber klug ist, in diesem Jahr die Politik auch in Anspielungen völlig außen vor zu lassen. Stattdessen schmachtet er seine angebetete Michelle (ma belle) an und leidet ganz ordentlich dabei. Tanja Hewer gefällt das. Man kann es sich gut anhören, mehr aber auch nicht.

Finale? Dürfte sich wohl ausgehen, wie unsere österreichischen Freunde sagen würden.

Woauchimmer 2027? Nein. Und besser ist das.

6/10 (Kinder: 6 und 5)


Litauen: Lion Ceccah - Sólo quiero más

Die Litauer haben ja ziemlich lange gebraucht, bis sie in eurovisionärer Hinsicht so wirklich aus dem Quark gekommen sind, aber seit 2020 liefern sie zuverlässig Qualität. Dieses Jahr ist da keine Ausnahme. Der Song ist wirklich gut, und Leon singt um sein Leben. Allerdings gibt es ein großes Aber, nämlich die Silberbronze an Kopf und Händen. K1 fühlt sich an einen Glitzer-Voldemort erinnert. Ich weiß nicht, warum man denkt, dass das den Beitrag aufwertet. Andererseits: Lucio Corsi ist ja letztes Jahr mit Mehlschwitze im Gesicht auch Fünfter geworden. Auch hier gibt es wieder spitze breite Schultern, warum auch immer. Was wirklich gut kommt ist der Effekt mit dem zusammenfallenden Umhang. Aber die Mätzchen braucht es eigentlich nicht, der Beitrag ist auch so stark genug.

Finale? Wird knapp, aber wird reichen.

Vilnius 2027? Ich denke, dafür reicht es nicht.

8/10 (Kinder: 7,5 und 7)

ESC 2026, Semi 1, Hälfte 1, Hälfte 2

Moldau: Satoshi - Viva, Moldova!

Ach du je. Der Anfang ist bestechend, aber dann setzt leider der ... äh ... Gesang ein. Und was "singen" die denn bitte da? "Soroca, Europa, Palma de Mallorca, Saluti a tutti, Moldova is on duty"? Ernsthaft jetzt? Mallorca, Moldova, Hauptsache ESC, oder wie? Das ist mir alles doch viel zu dünn und zu billig. Zum Glück haben sie Aliona dabei, die reißt dann doch einiges raus. Aber sonst? Ganz ehrlich: Da hätten wir auch die Ragazzki schicken können, so viel schlechter ist das auch nicht. Vorschlag für Wien: Spielt einfach den Backing Track ab, der ist nämlich wirklich schön, lasst das Geschrei weg und blendet nur den Text auf dem Backdrop ein.

Finale? Vielleicht. Das Televoting wirds schon richten.

Chisinau 2027? Nope.

5/10 (Kinder 3 und 4)


Portugal: Bandidos do Cante - Rosa

Die Jugend wurde hier sehr schnell sehr ungnädig: "Ich hol mir gleich mein Kissen", "Ich schlaf gleich ein" oder "Da passiert ja gar nix" waren da noch die netteren Kommentare. So ganz kann ich das nicht teilen. Der Song ist sehr schön und vor allem bestechend gut gesungen, aber man muss sich eben drauf einlassen. Zum mal eben nebenbei weghören taugt das nicht - Portugal macht halt mal wieder Portugal-Sachen. Allerdings sind die drei Minuten hier schon lang, und in Sachen Outfits sollte bis zum ESC auf jeden Fall noch was passieren. 

Finale? Können froh sein, dass die Jurys da sind, sonst wär wohl leider im Semi Endstation. Andererseits: Napa haben es letztes Jahr bei reinem Televoting nicht nur ins Finale geschafft, sondern auch einen der großen Streaminghits des Jahrgangs abgeliefert. Ich weiß, dass ich nichts weiß.

Lissabon 2027? No.

6/10 (Kinder 5 und 5)


Schweden: Felicia - My System

Felicia, Schätzchen (ich weigere mich, die Versalien zu benutzen!), hat Dir eigentlich schon mal jemand gesagt, dass die Pandemie vorbei ist? Ja? Wieso trittst Du dann mit Mundschutz auf? Meinst Du, das finden wir gut? Also, ich nicht. Das hier ist ein Girlbop wie aus dem Lehrbuch, sie kann ihn nicht aus ihrem System kriegen, trägt dabei die in diesem Jahr offensichtlich angesagten klobigen Overknees und geht mir mit ihrem doch sehr durchschnittlichen Song ziemlich auf den Keks. 

Finale: Herrschaften, es ist Schweden!

Stockholm 2027? In Anbetracht der Tatsache, dass der beste schwedische Beitrag seit Menschengedenken letztes Jahr nur Vierter wurde, würde ich das als persönliche Beleidigung empfinden. Abgesehen davon, auch wenn es damit nichts zu tun hat: Wer sich auf diese Weise für die WM qualifiziert, der muss nicht auch noch den ESC gewinnen.

5/10 (Kinder: 6,5 und 6,5)


Wird das noch besser, oder bleibt das jetzt so?

ESC 2026, Semi 1, Hälfte 1, Hälfte 1

Los gehts dann gleich mal mit dem Top-Favoriten der Bookies:


Finnland: Linda Lampenius & Pete Parkkonen - Linkieheitin

Ja, Top-Favorit der Bookies. Da frag ich mich nur: Wenn DAS der Top-Favorit ist, was kommt denn dann bitte noch? Und muss ich da jetzt wirklich durch? Okay, das ist zwar nicht direkt eingängig, aber schon schon gut gemacht, ER sitzt auf einer Bank vor einem Fenster und klagt über irgendwas, während SIE sich hinter dem Fenster in silberglänzender wehender Gewandung und überaus merkwürdigem Schuhwerk einen Wolf fiedelt. Gut, Geige geht erfahrungsgemäß immer, aber sooo irre viel bleibt nicht übrig, wenn man sich die Geige wegdenkt. Dann fängt das Fenster an zu brennen (haben sie das von Isaak geklaut?), die Geigerin kommt näher an den Kasten ran, die Windmaschine geht an, und man bangt, dass die Haare anfangen zu brennen. Wäre zwar ein so noch nie dagewesener Effekt, würde allerdings nur einmal funktionieren. Die Symbolik des Ganzen erschließt sich uns nicht so recht. Aber gut, wenn es allen so gut gefällt, sind wohl wir mal wieder die Geschmacksgeisterfahrerinnen. Dazu nur so viel: Kind 1 hat mich gedrängelt, doch bitte das zweitplatzierte Takatukka anzugucken. Hab ich gemacht und muss ein bisschen weinen. Das wäre unser Preis gewesen.

Finale? Joa. Wenn es so vielen Leuten gefällt, wird das wohl ins Finale kommen. 

Helsinki 2027? Wäre grundsätzlich cool, vor allem, weil es auf Finnisch gesungen ist. Allerdings hatten die Finnen in der Vergangenheit doch so einige Beiträge, wo ein Sieg weitaus mehr verdient gewesen wäre.

5/10 (Kinder 5 und 6)


Georgien: Bzikebi - On Replay

Erstmal wow - die sind tatsächlich seit 18 Jahren unverändert in dieser Besetzung zusammen! Aber wie hoch ist wohl die Fallhöhe, wenn man schon mal im eurovisionären Kontext was gewonnen hat - und zwar mit einem der abgefahrensten Beiträge ever, ever, ever? Kann man das noch toppen? Will man das noch toppen, schließlich ist man ja jetzt erwachsen und seriös und so? Nun ja. Der Song ist nicht ganz so abgefahren wie Bzzz, aber immerhin ist die Tanzchoreo ziemlich spannend. Da dürfen die Wienfahrer schon mal die Tänze einüben, das könnte im Eurocolub der Renner werden. Ansonsten has Joost Klein a lot to answer for, was die Schulterpolster angeht. Der Song? Och ... ich war zu abgelenkt vom Video. Dann kanns nix Dolles gewesen sein.

Finale? Könnte schwierig werden.

Tbilisi 2027? Vielleicht. JESC können sie ja ganz gut. Ach, Ihr meint die Veranstaltung im Mai? NÖ!

4/10 (Kinder 3 und 2)


Griechenland: Akylas - Ferto

Was bitte hab ich da gesehen und vor allem gehört? Ein Mensch in grellorangefarbenen Fellmoonboots (!)  und einem großen ebenfalls orangefarbenen Plexiglasherz um den Hals singt /rappt sich durch eine seltsame Mischung aus "Cha Cha Cha", "Gangnam Style", Geräuschen aus einem Computerspiel und Geräuschen, die ein einarmiger Bandit macht, wenn man gewonnen hat. Merkwürdiges Schuhwerk scheint in diesem Jahr auch so ein Trend zu sein. Glücklicherweise nimmt Akylas sich selbst nicht allzu ernst. Und in der Bridge, die einen maximalen Bruch zum Rest bildet, merkt man, dass er richtig gut singen kann. Warum nicht überall so? Die Bridge behalte ich, den Rest brauch ich nicht.

Finale? Ja sichi.

Athen 2027? Ich kann und will es mir nicht vorstellen, aber könnte durchaus passieren. Uff.

4/10 und die nur für die Bridge (Kinder: 3 und 3)


Kroatien: Lelek - Andromeda

Bei der ersten Einblendung der Künstlerinnen fühlte ich mich an Tautumeitas erinnert. Der Song und die Optik von Lelek sind ebenfalls sehr mystisch, aber das hier hat nicht das Elfenhafte von "Bur ma laimi", sondern ist viel düsterer. Was aber nicht heißt, dass es schlecht ist, au contraire. Das holt uns direkt ab. Allerdings muss es pitch perfect auf die Bühne gebracht werden, dann könnte da einiges für Kroatien gehen. Freuen würds uns!

Finale? Wahrscheinlich schon, ja

Zagreb 2027? Nein

8/10 (Kinder. 8 und 7)


Aufi gohts!

Kaum das deutsche Finale hier betrachtet, muss darf ich schon wieder ran, isses denn zu fassen? Wir haben (dieses Mal wieder in der bewährten Dreierrunde) letzte Woche den Eurovisionsjahrgang 2026 unter die Lupe genommen, und was dabei rausgekommen ist, das will ich Euch hier natürlich nicht vorenthalten. Kleine Besonderheit dieses Mal: Zwei Drittel unserer Guckrunde sind noch sehr jung und sehr ungeduldig, so dass dass dritte Drittel lediglich die Punkte notieren und ganz eventuell kurze Notizen machen durfte ("Die Artikel kannst du auch später noch schreiben, Mama!"). Deshalb und weil ich alles schon wieder vergessen habe, schau ich mir während der Artikeltipperei alle Beiträge noch mal an. Ihr bekommt also dieses Mal quasi nicht den Erst-, sondern den Zweiteindruck. An den Punkten vom ersten Hören verändere ich aber nichts, obwohl sich das erfahrungsgemäß im Laufe der Schönhörphase noch verschiebt. Bei manchen Beiträgen ist das gern auch mal eine Hässlichhörphase, aber ich schweife ab.

Zu kompliziert? Egal. Los gehts!

Mittwoch, 18. März 2026

Das deutsche Finale 2026 - Nachlese zum Nachlesen, Teil 2: Das Drumherum und Fazit

Mit Spannung haben wir erwartet, was der SWR in seiner ersten Vorentscheidung so veranstaltet, Grund genug, das mal ausführlich nachzubetrachten. Hamses denn gut gemacht? Hamses besser gemacht als ... öh ... Sender, die das früher auch schon mal gemacht haben?

Allein in der Anfangssequenz steckte schon mehr Eurovision als in den VEs der letzten Jahre zusammengenommen. Damit meine ich nicht nur das Medley, sondern ist Euch beispielsweise auch aufgefallen, dass die Vorstellung der Acts mit der Musik von "Building Bridges" vom ESC 2015 in Wien hinterlegt war?

Auch die Idee, den ESC ein bisschen Revue passieren zu lassen, fand ich gut - als Hardcore-Fan lernste da natürlich nix Neues, aber man muss den normalen Zuschauer da abholen, wo er ist, insofern: Grundsätzlich mal Daumen hoch. Ich hätte mir gewünscht, dass da noch Songs wie Arcade oder Zitti e buoni auftauchen, um zu zeigen, dass der ESC auch heute noch große Hits produzieren kann. Na ja, nächstes Mal.

Was mir nicht gefallen hat, war die Präsentation der besten deutschen Beiträge, das war arg lieblos. Wenn man es schon nicht live singt, warum zeigt man dann nicht wenigstens Einspieler? Und wenn man Abor & Tynna schon in der Halle hat, warum dürfen sie ihren Song nicht live singen? Stattdessen ... lassen wir das.

Das internationale Medley war ebenfalls ein guter Ansatz, aber da hätte gern noch mehr kommen können. Wenn man schon Alex Panayi, Margaret Berger und Vaidotas Valiukevicius da sitzen hat, warum werden die nicht am Medley beteiligt? Hätte der Sache überdies gut getan, das von Luca Hänni (kann auch Schlafzimmerblick, und "Hold me now" stand ihm überraschend gut), Destiny (viel besser als das Original; wenn Loreen diesen Auftritt gesehen hat, hat sie sich vermutlich erstmal drei Tage weinend in ihr Zimmer eingeschlossen), Ruslana (armes Waterloo, Dir bleibt nix erspart. Hat Ruslana eigentlich verstanden, was sie da gesungen hat?) und Carla (nix gegen Dich, Liebes, aber an dem Song kann man sich nur verheben) vorgetragene Medley konnte mich nur während der ersten Hälfte überzeugen. 

Natürlich gab es dann auch die üblichen Rückblicke zum Thema "Skurrile Auftritte" und "Skurrile Outfits", aber geschenkt - dafür lieben wir ja diese Veranstaltung. Eine Verunstaltung war einmal mehr das Outfit von Babsi, die aber genug Selbstironie besaß, sich darüber zu amüsieren. Ich wüsste ja wirklich, wirklich, WIRKLICH gern mal, wer sie immer stylt.

Und damit sind wir bei der Moderation. Ich gebe zu, ich bin nicht der größte Hazel-Fan, und die Kombi Barbara + Hazel hätte böse in die Hose gehen können. Ist sie glücklicherweise nicht. Die beiden haben einander nicht eliminiert, sondern sich wirklich gut ergänzt. Gut, Barbara hat halt Barbara-Sachen gemacht, und man wünscht sich als Fan wirklich, dass sie sich endlich mal für das interessiert, was sie da tut. Hazel gehört seit letzten Jahr eindeutig zur ESC-Familie, und die ist jetzt schon tiefer in der Materie drin, als Barbara es jemals sein wird. Ein absoluter Gewinn für die Show, und da haben wir von den Spontan-Interaktionen mit dem Publikum noch gar nicht gesprochen.

Thorsten Schorn hat seine Sache ordentlich gemacht, aber: Warum war er überhaupt als Kommentator da? Wieso braucht es das? Ich hätte ihn nicht gebraucht. Aber ich schau ja auch den ESC im Mai seit vielen Jahren ohne Kommentar. 

Das Sofa war wohl leider unvermeidlich, und auch die Zusammensetzung war nicht geglückt. Hätte ich mir das aussuchen können, hätte ich lediglich Paola behalten (jaaa, Herrgott, von mir aus auch Michael Schulte, auch wenn der nicht viel gesagt hat). Der Herr Bergdoktor war zwar gut für jede Menge zweitklassige Witze über anwesende Ärzte und hat a bissl was über Wien erzählt, aber nichts, was man nicht auch anderweitig hätte lösen können. Was Frau Kebekus, die ich ansonsten sehr mag, auf der Couch zu suchen hatte, erschließt sich mir nicht, zumal man ja über ihren tatsächlichen ESC-Bezug nicht sprechen darf, sonst gibts vermutlich Post vom Anwalt. Diebisch gefreut hab ich mich, dass ihr billiger Witz "Barbara, Hazel und Caro bilden eine Band, haben komische Sachen an und nackte Tänzer mit auf der Bühne" so erbärmlich verpufft ist (außerdem darf man eh nicht nackt auf die Bühne). Statt den drei letztgenannten hätte ich VIEL lieber Abor & Tynna auf dem Sofa gehabt, die ja obendrein auch noch Österreicher sind. 

Dazu kam, dass da wirklich viel zu viel zu VIEL zu viel Gelaber vom Sofa war. Da hätte ich noch lieber mehr Interaktion mit der Jury gehabt, die wurden ja nicht mal alle vorgestellt. Die Jury an sich fand ich gut, auch die Entscheidung der Jury war goldrichtig. Ja, ich weiß, alles wehrt sich dagegen, dass da eine Jury vorgeschaltet wurde, aber mal ehrlich: Wir haben in der Vergangenheit auch und gerade vom deutschen Publikum wirklich genug Fehlentscheidungen erlebt. Wer weiß, ob das Publikum auch die Top 3 auf die ersten drei Plätze gehievt hätte ... Im Grunde war das in diesem Jahr ein No-Brainer, aber wir hatten das auch schon anders. Von daher bin ich nicht so sehr gegen dieses Konzept wie viele andere.

Grundsätzlich kann man sagen, dass da schon viele gute Ansätze drin waren, aber an vielen Stellen muss man nachjustieren. Weniger Gelaber, mehr Fokus auf die Acts (wenn auch bitte nicht mehr in Form von Greenroom-Interviews nach dem Ausscheiden), und vor allem nicht alles so in die Länge ziehen. Außerdem: Bessere Kameraführung und vor allem bessere Tonqualität.

Jetzt hoffe ich mal, dass der SWR nicht glaubt, dass "Fire" in dieser Form fertig und wettbewerbsfähig ist, sondern willens und bereit ist, die notwendigen Verbesserungen vorzunehmen. Was die VE angeht: Gute Sachen behalten, an anderer Stelle nachjustieren. Es war ein Anfang, aber es geht noch besser.

Das deutsche Finale 2026 - Nachlese zum Nachlesen, Teil 1b: Die Superfinalist*innen

Gott, wieso ist denn schon wieder so viel Zeit vergangen? Irgendwie vergeht die Zeit schneller als ich schreiben kann. Anyway, jetzt kommen wir zu was Erfreulicherem. Die drei, die da ins Superfinale gekommen sind, sind dort allesamt absolut zu Recht gelandet, und ganz ehrlich: Dafür hätten wir vermutlich keine Jury gebraucht. Falls die Jurypunkte irgendwann mal öffentlich gemacht werden sollten, wovon ich allerdings nicht ausgehe, würde ich jede Wette eingehen, dass zwischen den Plätzen 3 und 4 eine gewaltige Lücke klafft. Dennoch, die breite Kritik am Verfahren kann ich so nicht teilen, aber dazu später mehr.


7. wavvyboi - Black Glitter

Ein "Oooooh" an alle, die traurig sind, weil sie jetzt alle blöden "Black Smoke meets Blood and Glitter"-Witze nicht machen können. Und ja, ich hätte den natürlich auch gemacht. Blöde Witze hin oder her, das hier war unser absoluter Top-Favorit, das hat alle Boxen getickt, das war einfach toll, geil, super. Wir hätten es soooo gerne gesehen, dass wavvyboi nach Wien fährt. Hat nicht sollen sein. Dem Kind ging es danach wie meiner Wenigkeit vor zwei Jahren. Zugegeben, wavvyboi hat noch stärkere Songs im Repertoire, und nicht jeder Ton saß perfekt (bei beiden Auftritten nicht, aber: Das war hier total egal. wavvyboi ist eine Rampensau vor dem Herrn, hat sich völlig verausgabt und das Publikum im Adlershof und vermutlich auch vor den Bildschirmen mitgerissen. Sieger der Herzen nennt man das wohl. Bitte komm gerne noch mal wieder! Gern auch für Liechtenstein!


9. Molly Sue - Optimist (Ha ha ha)

Da war aber jemand am Anfang ganz schön aufgeregt, aber sie hat sich schnell gefangen und die Aufregung sehr gut überspielt. Erst ganz am Schluss kam das wieder durch. Dazwischen: Ein toller Song, fast während der gesamten Zeit großartig gesungen. In den Strophen klang sie allerdings stellenweise wie Ann-Sophie. Die Tänzerin hätte ich persönlich gar nicht gebraucht, Molly Sue hätte das auch ohne super auf die Bühne gebracht.  Von allen Songs hätte ich diesem im Vorfeld für Wien die besten Chancen ausgerechnet, allerdings dürfte so viel Aufregung im Mai nicht passieren. Und natürlich: Erst Mikro aus, dann weinen, nicht umgekehrt. Egal, das hätte man bis Mai vermutlich noch in den Griff bekommen. Liebe Molly Sue, Du darfst gern noch mal wiederkommen!


8. Sarah Engels - Fire

Nun wirds also die Engels, und das durchaus mit einer gewissen Berechtigung. Sie sieht klasse aus, kann singen, kann sich bewegen, ist eine Rampensau und weiß, wie sie mit der Kamera spielen muss. So weit, so gut. Auf der Sollseite hat das an einigen Stellen noch geknirscht. So war zum Beispiel die Bein-/Fußbekleidung aller Beteiligten äußerst unglücklich gewählt, das wirkte doch sehr plump. Unglücklich auch das Outfit der Tänzerinnen, besonders im Schambereich sah das aus, als hätte man Tante Erna das Miederhöschen weggenommen. Wenn schon sexy, dann richtig. Das da war noch gewollt und nicht gekonnt. Ebenfalls sehr halbherzig: Der Dancebreak, wenn man ihn denn so nennen will. Das haben wir so schon hundertmal gesehen, und besser. Auch hier gilt: Wenn man sowas macht, dann richtig. Hier ist noch Arbeit nötig. Die gesamte Inszenierung sollte bis Mai aufgepimpt werden. Am Song kannste halt leider nix machen. Das sind die schlechten Nachrichten. Die gute Nachricht: Sarah will das unbedingt, sie brennt für den ESC, und: Sie scheint alles andere als beratungsresistent. Das hatten wir in früheren Jahren schon anders. Falls Du das lesen solltest, liebe Sarah: Noch ist Dein Beitrag Work in Progress. Mach was draus! Viel Glück!

Freitag, 6. März 2026

Das deutsche Finale 2026 - Nachlese zum Nachlesen, Teil 1a: Die Songs - Ausscheider vor dem Superfinale

So, das deutsche Finale ist rum, habemus Siegerin, allerhöchste Zeit, das Ganze mal Püree rasieren zu lassen, wie unser Flaverl hier leider schon lange nicht mehr gesagt hat. Fangen wir zunächst mit denjenigen an, die es (allesamt berechtigterweise) nicht ins Superfinale geschafft haben, als da wären (in order of appearance):


1. Bela - Herz

Okay, dass Bela ein unbeschriebenes Blatt ist, wussten wir vorher. Aber dass das sein erster (!) Auftritt auf der großen Bühne war?! Puh. Dafür hat er es super gemacht. Und ja, das kann man so machen, eine gewisse Lena M.-L. hatte in der ersten USFO-Sendung 2010 ebenfalls ihren allerersten großen Bühnenauftritt. Allerdings hat die uns alle von Anfang an weggefegt, und dass Stefan Raab nach der VE mit ihr jeden Auftritt mitgenommen hat, der irgendwie möglich war, hat ihr die nötige Bühnenreife für die große ESC-Bühne gebracht. Ob die SWR-Granden das mit Bela im Falle eines Sieges ebenso gemacht hätten, darf an dieser Stelle getrost bezweifelt werden, zumal er auch nicht mal ansatzweise Star-Appeal hatte.

Die Inszenierung mit der Bushaltestelle kann man so machen, eine Magdi Rusza wird indes nicht daraus. Ich hoffe, er bleibt dran, es war sicher eine tolle Erfahrung für ihn. Lieber Bela, sammle einfach noch eine Menge Erfahrung, und dann komm vielleicht in vier, fünf Jahren mal wieder - und dann bitte auch mit einem für den ESC etwas geeigneteren Song!


2. Dreamboys the Band - Jeanie

Da machen die doch beim Einspieler tatsächlich als Hintergrundmusik "Little Talks", ein Song, der besser ist als alle neun Teilnehmersongs zusammen. ARGH!

Die erkennbar aufgeregten vier Damen machten das ganz okay und würden auf jedem Abiturientenball damit sicher bejubelt werden. Damit dieser Song aber wirkt, muss er wirklich pitch perfect vorgetragen werden. Das hat leider nicht geklappt. Dazu kam das Staging. Tonstudio? Ernsthaft? Das wirkte doch irgendwie sehr lieblos und "in letzter Minute eine Idee gehabt". Viel zu statisch das alles. Das Ganze war zwar von Anfang an auf verlorenem Posten, aber ein bisschen mehr Mühe bei der Inszenierung hätte man sich geben können. Auch hier gilt: Mehr Erfahrung sammeln, später noch mal wiederkommen!


3. Myle - A OK

Nach Babsis Krankenkassenwitz hätte man ja echt die Uhr stellen können. Aber gut - darauf kams jetzt auch nicht an, denn Myle hat seine Chancen eigentlich schon im Einspieler komplett ruiniert. Der ganze Einspieler sendete zwischen den Zeilen nämlich nur eine Botschaft: "Boah, ich seh so geil aus, ich kann nicht fassen, wie geil ich aussehe, findet ihr nicht auch, wie absolut fantastisch ich aussehe?" Vielleicht war das nicht beabsichtigt, aber genau das kam bei mir an. Das passt nach meinem Dafürhalten irgendwie nicht ganz zu einem Song, der eine warme Umarmung sein soll. Es hat dazu geführt, dass ich Myle das einfach nicht abgenommen habe, was er da gesungen hat. Die ihn in wilden Zuckungen umtanzende Tänzerin hat den Auftritt dann endgültig versenkt. Wer immer sich das ausgedacht hat: FEUERN!


4. Ragazzki - Ciao Ragazzki

Nicht feuern, aber zumindest mal dringend Nachhilfe nötig ist auch in Sachen Kameraführung. Da liegt Marti auf dem Tisch und wird später von den Tänzern auf Händen getragen. Und was sehen wir? Es wird von VORNE gefilmt, nicht von oben. Warum?!? Nun, war letzten Endes auch egal, denn auch dieser Auftritt war an der Stelle schon versenkt. Marti und insbesondere David haben mir da einfach zu viel geschrien. Mag sein, dass das ein Partysong ist, mag sein, dass das Volk den mitgrölen soll, aber um bei der größten Musikshow der Welt bestehen zu können, musst du den perfekt auf die Bühne bringen. Das hat hier eher nicht geklappt, auch die Inszenierung an sich fand ich schon sehr, sehr günstig, um es mal vorsichtig auszudrücken. Von allen Auftritten war das hier derjenige, der mich am allermeisten enttäuscht hat.


5. Laura Nahr - Wonderland

Na endlich bewegt sich mal was im Backdrop! Bei den vier Auftritten davor habe ich auf der LED-Wand keinerlei Veränderungen wahrgenommen, was die Auftritte sehr statisch gemacht hat. Bei Laura hat man endlich mal mit dem Licht gespielt. Leider hat die Gute ihren Auftritt ziemlich versemmelt, da saßen doch einige Töne nicht so, wie sie sollten. Dazu kam die völlig unpassende Mimik; wenn ich darüber singe, wie lost ich bin, dann kann ich doch nicht grinsen wie ein Honigkuchenpferd. Selbst wenn das vermutlich der Aufregung geschuldet war: Einfach nur nein. Geht nicht. Was ich übrigens bei Laura ziemlich krass fand, war der Gegensatz Singstimme vs. Sprechstimme. Die Singstimme hörte sich recht kleinmädchenhaft an, während die Sprechstimme eindeutig "erwachsene Frau" signalisierte.


6. Malou Lovis - When I'm With You

Zitat aus dem Einspieler: "Man muss nicht so 'ne riesen Performerin sein, um zum ESC zu fahren, ich glaube, ich kann auch mit meiner Persönlichkeit überzeugen und mit meiner Stimme." Malou, Schätzchen, ich hab Neuigkeiten für Dich: Persönlichkeit und Stimme haben die anderen beim ESC ebenfalls! Da kannste noch so wahnsinnisch audendisch sein, wenn Du nicht performen kannst, gehörst Du nicht auf die Bühne bei der größten Musikshow der Welt! Die Inszenierung mit den Tänzerinnen war ganz okay, das mit der Treppe und den Gardinen sah eigentlich auch ganz gut aus, Malou hat sehr gut gesungen, aber das Lied ist für den ESC immer noch zum Schreien ungeeignet, da machste mit der besten Inszenierung nix. Aus einem Fiat Panda kannste keinen Ferrari machen, und das hier war leider in ESC-Hinsicht maximal ein Bobbycar.

Dienstag, 24. Februar 2026

Das deutsche Finale - Fazit

Der SWR hat bekanntlich die deutsche ESC-Verantwortung vom NDR übernommen und ist seit dieser Saison federführend. Das hat zu einigen Hoffnungen geführt im Sinne von "neue Besen kehren gut". Diesem Besen hier würde ich aber eher ein "gebraucht, akzeptabel" attestieren, also maximal drei minus. Jetzt ist jeder Anfang schwer, und sicherlich muss sich da der SWR erst noch eingrooven, aber ich fürchte, die eine oder andere strukturelle Schwerfälligkeit der ARD hat auch hier schon voll durchgeschlagen. Die Idee mit den Snippets und die Tatsache, dass nicht alle Songs gleichzeitig in voller Länge erschienen sind, würde ich zumindest so im nächsten Jahr nicht beibehalten.

Was die Auswahl an sich angeht, habe ich Fragen, insbesondere was "Jeanie" und noch mehr "When I'm with you" angeht. Das sind hübsche Songs und kompetente Sängerinnen, keine Frage, aber: Was haben diese Beiträge in einem Vorentscheid für den ESC zu suchen? Wie um alles in der Welt soll das denn später potenziell mal auf der ESC-Bühne in Szene gesetzt werden? Wenn ich neun Beiträge für einen Vorentscheid auswähle, muss ich bei JEDEM Beitrag grundsätzlich damit rechnen, dass er auch das Ticket für Wien löst (wie schief so was gehen kann, haben wir ja 2019 gesehen). Das heißt, JEDER Beitrag, der da ins Rennen geschickt wird, muss grundsätzlich wettbewerbsfähig sein. Das sehe ich besonders in den beiden genannten Fällen nicht, aber auch bei einigen anderen sind die Songs eher nicht geeignet.

Und dann ist da noch die Sache mit der Jury, die aus neun drei machen soll, also quasi die Wurzel ziehen. Das wurde auch schon viel diskutiert und geschmäht, aber ich bin mir noch gar nicht so sicher, dass das so schmähenswert ist. Stand jetzt sehe ich nämlich genau drei Beiträge mit gewissen Chancen auf eine gute Platzierung (auch wenn ich mir bei einem davon besagtermaßen einen stärkeren Song gewünscht hätte), und zwar "Optimist", "Black Glitter" und "Fire". Wenn die Jury diese drei ins Superfinale wählt, kann das Publikum nicht mehr allzu viel falsch machen. 

Der Punkt, der mir allerdings gerade die allermeisten Bauchschmerzen macht, und das gilt für alle neune, ist die Inszenierung. Wie wir alle wissen, ist das nicht gerade etwas, wo Deutschland sich bisher sonderlich hervorgetan hat, und wie wir alle wissen, ist das etwas, was in den letzten Jahren immer wichtiger geworden ist. Wenn man einen richtig, richtig, richtig guten Song hat, dann kann man auch die Inszenierung versemmeln und kommt trotzdem mindestens mal ins Finale (hallo Gabry Ponte!), aber wir haben leider keinen richtig, richtig, richtig guten Song. Wir haben Songs, die völlig ungeeignet sind, wir haben solide Songs, wir haben auch ganz gute Songs, aber wir haben keinen Überflieger. Deshalb muss die Inszenierung bei allen perfekt sitzen. Und vor allem beim Siegersong muss das bis Mai perfektioniert sein! Let's hope for the best.

Also, dann warten wir mal ab, was da am Samstag passiert. Wir drücken allen die Daumen - may da best one win!

Das deutsche Finale Teil 3

Ragazzki - Ciao Ragazzki

So, jetzt muss ich ein bisschen aufpassen, was ich schreibe, sonst kriege ich Haue vom Nachwuchs. Das Kind hat das hier nämlich als Guilty Pleasure. Und wie geht es mir damit? Nun, stellen wir uns vor, wir sind auf eine Hochzeit eingeladen. Alles ist nobel rausgeputzt, so dass man sich vor der Trauung schon aufs Essen freut, weil man gehört hat, dass ein Meisterkoch in der Küche zugange ist und dass dem Gaumen da allerlei erlesene Genüsse serviert werden. Und dann ist es endlich halb acht, das Essen kommt, und es gibt: Pommes mit Ketchup. Gut, die Pommes sind handgeschreddert und schmecken hervorragend, der Ketchup ist ebenfalls mit viel Liebe und Finesse von Meisterhand bereitet, und auf der Karte steht auch nicht "Pommes mit Ketchup", sondern "Stäbchen von der Kartoffel an Tomatenjus", aber jeder schmeckt Pommes mit Ketchup raus. Die mag man. Jeder mag die. Aber auf einer Hochzeit?!

Mit anderen Worten: Auch für mich ist es ein Guilty Pleasure, aber für den ESC ist mir das zu wenig. Ich war nach dem Snippet total geflasht (Marti Fischer! Beim ESC! Wie geil ist das denn bitte?!), nach der 30-Sekunden-Version hab ich auf die Vollversion gehofft - aber von der bin ich leider enttäuscht, die bringt nämlich gegenüber den 30 Sekunden nix Neues. Der begnadete Musiker Marti bleibt hier völlig unter seinen Möglichkeiten. Das "Ciao ciao ciao Ragazzki" im Refrain kommt schon sehr oft. Sehr sehr sehr sehr SEHR oft. Der Text ist flach wie eine Flasche leer, hat viel Italienbezug, aber vom angekündigten Polenbezug hört man nur sehr wenig raus. Das ist mir einfach viel zu lieblos. Schade, da wäre mehr dringewesen. Und dass wir uns im Jahr eins nach "Espresso Macchiato" befinden und das Ganze in den Strophen viel zu sehr nach "Woki mit deim Popo" klingt, ist mal mindestens kein Vorteil. Allerdings: Es ist leider geil (ich bin nach wie vor relativ leicht zu bespaßen), geht ins Ohr, wenn ich es einmal gehört hab, muss ich es auch noch fünfundelfzig weitere Male hören (Stand jetzt). Und mit der absoluten Knallerinszenierung geht da auf jeden Fall was. Das letzte "Ragazzki ciao ciao ciao" würde ich aber rausnehmen und direkt davor aufhören. Das braucht es gar nicht.

Chancen aufs Superfinale: Wohl bei keinem Beitrag so schwer vorherzusagen wie bei diesem. Könnte zum Schock einiger rausfliegen. Aber: 

Chancen aufs Ticket: Wenn es ins Superfinale kommt, löst es vermutlich auch das Ticket.

Würde in Wien abschneiden wie? Windows95man (Finnland 2024)

PS: Ich gehe davon aus, dass das, egal wie es abschneidet, in Deutschland ein Riesenhit werden wird. Und im übrigen sei an dieser Stelle gesagt, dass ein schlechtes Abschneiden beim ESC für die Karriere mal grad gar nix bedeutet. Habt Ihr die Schlussfeier vorgestern gesehen? Wo unter anderem auch Gabry Ponte und Achille Lauro aufgetreten sind? Seht Ihr?


Sarah Engels - Liar Fire

So, bevor hier jemand wegen der Überschrift meckert: Ich hab, als ich diese Postings vorbereitet hab, aus dem Kopf Interpret und Titel aufgeschrieben. Da hab ich mich in diesem Falle wohl vertan. Aber es liegt auch ziemlich nahe, denn die Ähnlichkeiten zu "Liar" von Silia Kapsis sind schon mehr als augenfällig. Was haben wir denn sonst so? Sarah hat Bühnenpräsenz, kann super singen, kann tanzen, kann sich bewegen und wird die Leute mit ihrer Ausstrahlung schon in ihren Bann ziehen. Was sie nicht hat: Einen guten Song. "Fire" ist leider so was wie die songgewordene Nummer Sicher, inklusive (hoffentlich!) Hupfdohlenchoreo und Dancebreak. Funktionieren tut das, keine Frage, aber ist halt so originell wie Pommes mit Ketchup. Dennoch, es ist der Beitrag, der nächsten Samstag geschlagen werden muss. Blamieren würden wir uns sicher nicht, wenn sie nach Wien fährt. Man hätte so einer tollen Künstlerin trotzdem einen besseren Song gewünscht.

Chancen aufs Superfinale: Wäre schon eine Negativsensation, wenn das nicht reinkäme.

Chancen aufs Ticket: Wenn es ins Superfinale kommt, löst es vermutlich auch das Ticket.

Würde in Wien abschneiden wie? Puh, da ist von Fuego (Zypern 2018) bis Zorra (Spanien 2024) eigentlich alles drin. Ich würd mal sagen, linke Seite ganz unten.


wavvyboi - Black Glitter

Zum Schluss kommt noch mal was richtig Gutes. wavvyboi, nichtbinäre Person aus Liechtenstein (!!!), dürfte auf jeden Fall der Act mit dem größten Glamourfaktor im gesamten Feld sein, mögliche Ausnahme lediglich Sarah Engels. Das ist sicher kein Fehler, wenn man Glamour mitbringt. Dazu kommt ein Song, der sich, wenn ich den Text richtig verstehe, um die eigene Identität, aber auch darum, anderen Mut zu machen, zu sich zu stehen. Die Musik tickt genau meine Boxen, Queen-Gedächtnis-Gitarrenriffs inklusive. Go for it! Wenn Optimist nicht gewinnt, dann soll Black Glitter gewinnen! Und vor allem hätten wir dann endlich, endlich Liechtenstein beim ESC!

Chancen aufs Superfinale: Sehen wir drin.

Chancen aufs Ticket: Wir drücken die Daumen, es wird aber vermutlich schwer.

Würde in Wien abschneiden wie? Silvester Belt (Litauen 2024)

Das deutsche Finale Teil 2

Malou Lovis - When I'm With You

Manchen Beiträgen nähert man sich am besten, indem man über was ganz anderes redet. Mach ich jetzt und hier auch, ich sag jetzt einfach mal eine Zahl und zwar ... und zwar ... Elf komma acht zwei. 11,82. Das eine oder andere Lesy hier kriegt bei der Zahl sofort Puls, Bluthochdruck, Wutpipi inne Augen und Pickelkrätze. Aus Gründen. (Bei wem das nicht so ist oder wer gar mit dieser Zahl nix anfangen kann: Schätz Dich glücklich!) Und, um den Bogen jetzt mal zu Malou Lovis' Song zu schlagen: So ähnlich fühle ich mich auch gerade. Wenn das hier einer der neun Beiträge war, die nach Ansicht der Verantwortlichen am besten für den ESC geeignet sind - wie ungeeignet bitte waren dann die Plätze zehn bis ultimo? Der Song plätschert halt so vor sich hin und stört nicht, im Sinne von: Ich muss ihn nicht ausmachen, wenn er läuft. Ich sehe ja ein, dass es nach Würdigung schreit, wenn hier jemand seine persönliche Geschichte erzählt, und die Stimme ist auch ganz schön, und natürlich hat der Song auch seine Daseinsberechtigung, aber sorry: Das ist sterbenslangweilig, und da kannste auch mit der Inszenierung nichts mehr retten! Wer hat gedacht, dass das es eine gute Idee ist, das potenziell auf die ESC-Bühne zu schicken?

Chancen aufs Superfinale: Gar keine.

Chancen aufs Ticket: Ach, geh doch weg!

Würde in Wien abschneiden wie? PÆNDA (Österreich 2019). Ach so, nee, wir müssen ja nicht durchs Semi. Das Televotingergebnis gäbs trotzdem. Und die gleiche Punktzahl dann noch mal von den Jurys.


Molly Sue - Optimist (Ha Ha Ha)

Bis dato mit Abstand das Beste. Molly Sue hat eine wunderbare Stimmfarbe, der Song ist super abwechslungsreich, so dass sie ihre Stimmgewalt auch voll ausreizen kann. Dazu kommt das Thema des Songs, Umgang mit sichtbaren und unsichtbaren Krankheiten. Wenn das super inszeniert ist und sie es schafft zu berühren und ihre Botschaft rüberzubringen, ohne dass der Holzhammer zum Einsatz kommt, ist das ein gutes Packerl und bisher im Feld auf jeden Fall das chancenreichste. Go for it! Wir finden es gut! Nur eine Bitte haben wir: Macht auf jeden Fall das Ha Ha Ha in der Klammer weg! Das kommt im Song nicht vor, und sowas im Titel wertet den tollen Song eigentlich eher ab. Weg damit! Außerdem erinnert das die Bubble immer an einen gewissen Beitrag einer gewissen San-Marinesin, und wie der war, haben wir alle verdrängt. In dieser Liga spielt der Optimist nicht, und dorthin sollte er sich auch nicht herabbegeben. Also: Weg mit der Klammer!

Chancen aufs Superfinale: So gut wie sicher kommt das ins Superfinale!

Chancen aufs Ticket: Ja, klar.

Würde in Wien abschneiden wie? Wir hatten beim Hören schon Alika-Vibes (Estland 2023), und wenn alles richtig gemacht wird, könnte es tatsächlich auch am Ende in der Gegend landen.


Myle - A OK

Jetzt kommt ein Geständnis: Ich hab einen Soft Spot für diesen Song. Irgendwie ist da ganz viel drin, was wir mögen. Ist wieder einer der leiseren Songs, soll Mut machen und Hoffnung geben. Auch wenn man die Geschichte dahinter nicht kennt, fühle zumindest ich mich beim Hören besser. Vor allem der Teil am Ende, wo die Chorstimmen dazukommen, der ist wirklich toll. Myle ist charismatisch, sieht auch gut aus und hat eine schöne Stimme. ABER: Ob der ESC wirklich die richtige Bühne für diesen Song ist? Da haben wir leider große Zweifel ...

Chancen aufs Superfinale: Eher weniger.

Chancen aufs Ticket: Eher noch weniger.

Würde in Wien abschneiden wie? Joker Out (Slowenien 2023).


Das deutsche Finale Teil 1

Bela - Herz

Oh, das ist speziell. Das Lied können wir uns gut anhören im Sinne von "wir müssen das Radio nicht ausmachen", aber wie es geht, hab ich schon wieder vergessen, bevor es zu Ende ist. Obwohl es nur 2:12 Minuten lang ist, zieht sich das Ganze. Da hilft auch die Landessprache nichts, die ja an sich inzwischen immer ein Pluspunkt ist. Letztendlich hängt in diesem Falle alles von der Inszenierung ab. Wie sollte die aussehen? Keine Ahnung. Das reichlich seltsame Musikvideo gibt dazu nichts preis. Ich hoffe, man hat sich dazu schon einige Gedanken gemacht.

Chancen aufs Superfinale: Minimal bis nicht vorhanden.

Chancen aufs Ticket: Eigentlich keine.

Würde in Wien abschneiden wie? Karmen Stavec (Slowenien 2003). Ihr erinnert Euch nicht? Eben. Wir auch nicht.


Dreamboys the Band - Jeanie

Warum ist das denn alles so kurz heuer? Auch dieser Song ist nicht mal zweieinhalb Minuten lang. Die Band besteht aus vier Mädels, deshalb heißen die auch "Dreamboys the Band". Warum? Mer waaß es net, mer vermuts nur. Lustige Narreteien im Jahr 2026. Sie singen zumindest in der Studioversion sehr schön harmonisch, und irgendwie ist der Song mit seinen mittelschweren 80er-Vibes auch angenehm anzuhören. Allerdings ist der Song insgesamt viel zu schwachbrüstig und für den ESC auch nur dann geeignet, wenn man eine Bombeninszenierung auf die Beine stellt, die von allem anderen ablenkt. Vor allem bleibt die Frage, ob die vier das dann auch live so hinkriegen wie in der Studioversion. Das Carcrash-Potenzial ist hier nämlich enorm. Wenn sie es live genau so bestechend hinbekommen wie in der Studioversion, ist vielleicht noch nicht alles verloren, wenn nicht ... uffffff.  

Chancen aufs Superfinale: None whatsoever.

Chancen aufs Ticket: None whatsoever.

Würde in Wien abschneiden wie? Televotingpunkte von Remember Monday (UK 2025), Jurypunkte - da ist von Remember Monday bis Malik Harris (Deutschland 2022) alles drin.


Laura Nahr - Wonderland

Hm. Hm hm hm. Schwierig. Es ist auf jeden Fall schon mal interessanter als die beiden davor zusammen. Es beginnt im Dreiertakt, und gerade wenn man denkt, dass das doch so weitergehen könnte, kommt der erste Refrain und mit diesem Wonderwonderwonderla-hand ein krasser Bruch. Haben diese krassen Brüche eigentlich schon jemals beim ESC wirklich funktioniert? Ich finde eigentlich alles an dem Lied ganz gut bis auf eben dieses Wonderwonderwonderla-hand. Ja, ich weiß, das gibt dem Song eine ordentliche Kante, aber ich stoß mich leider dran, was ja nix Schlechtes heißen muss. Hier kann und sollte man irre viel mit der Inszenierung machen, der Song gibt da sehr viel her.

Chancen aufs Superfinale: 50-50

Chancen aufs Ticket: Außenseiterchancen, hängt davon ab, wer mit ihr im Superfinale ist.

Würde in Wien abschneiden wie? Bei einer guten Inszenierung wie Baller (Deutschland 2025). Bei einer schlechten - reden wir nicht davon.



We're back!

Hallo liebe Gemeinde,

es war jetzt ziemlich lange ruhig hier, da das Jahr 2025 für uns hier ohne Wenn und Aber von vorn bis hinten ein absolut fürchterliches war. Und damit meine ich nicht die Weltpolitik. Danke an alle, die in der Zeit an uns gedacht haben! 💖

Aber zumindest unsere kleine Welt hier ist inzwischen wieder einigermaßen in Ordnung, wenn es schon die große nicht ist. Da kann man dann ja auch mal die Fühler wieder rausstrecken und gucken, was draußen los ist und was sich bei der schönsten Nebensache der Welt so getan hat. Kind 1 und ich haben das deutsche VE-Angebot unter die Lupe genommen und wollen Euch natürlich an unseren Gedanken teilhaben lassen (falls sich jemand fragen sollte, wo Kind 2 ist: Das hat jetzt ein Abitur, studiert far away from home und muss gerade für die eine oder andere Prüfung lernen).

Wir wünschen pläsierliche Lektüre!


Sonntag, 18. Mai 2025

🇦🇹🇦🇹🇦🇹🇦🇹🇦🇹🇦🇹🇦🇹🇦🇹

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH JJ!! HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ÖSTERREICH!!!

Sixtus wird narrisch ... ich auch.

Samstag, 17. Mai 2025

Einen hau ich noch raus...

 ...bevor es zur Party nach Maribor geht.
Ich spür schon wieder den Schalk im Nacken, einmal sollte ich mich wirklich zurücknehmen, aber dann bricht es wieder aus mir heraus.

Es könnte ein besonderes Jahr werden, wäre da nicht Finnland II.
Den Finnen würde ich den Sieg sehr vergönnen, Erika und Kaj, ABER eben den Schweden - diesen ESC-Gierpfoten - NICHT.

Wer hat eigentlich Christer B. wieder zum ESC-Zerstören eingeladen? Ach, was soll's...

Freunde, Weggefährten, lieber Schwestern, Brüder, Diverse im Geiste:


VIEL SPASS HEUTE ABEND UND TRINKEN NICHT VERGESSEN!
(man verdurstet ja so leicht)

Wetten soll ich auch noch? Obwohl ich bei den Semis so schlecht war?

Na gut:

1. Österreich
2. Schweden
3. Israel
4, Frankreich
5. Finnland

also keine echten Überraschungen

Schlusslichter:

24. Norwegen
25. Portugal
26. Vereinigtes Königreich

Wir:

8.Schweiz
12. Deutschland (Österreich II)

SEE YOU NEXT YEAR IN AUSTRIA!
GRAZ 2026

Freitag, 16. Mai 2025

Blitznachlese 2. Semi

Na, war das nicht ein pläsierliches Semi? Obwohl meine Trefferquote ziemlich mau war (aber die von Herrn Sixtus auch), hatten wir hier einen überaus vergnüglichen Abend mit einem alles in allem erfreulichen Ausgang. Einzig Hazels Kleid war ein wenig gewöhnungsbedürftig, und vom Corona-Jahrgang hätte man gern auch Leute einladen können, die dann tatsächlich nie auf die Bühne durften - ich denke da an Ulrikke Brandstorp, Little Big (obwohl, das hätte vermutlich Ärger gegeben), Ben Dolic, die Mamas oder Arilena Ara. Aber gut, es war ein schöner Pausenact, und auch sonst war die Show wieder sehr ansprechend. Gefällt mir gut, wie die Schweizer das machen!

Sieben von zehn Weiterkommern richtig, so schlecht war ich lange nicht. Aber ich bereue nichts! Im übrigen habe ich festgestellt, dass von meiner Gesamt-Top 15 nur zwei nicht im Finale sind - entwickle ich etwa noch Massengeschmack? Das wäre ja furchtbar!

Egal. Schauen wir mal auf die Auftritte:

Das Ausscheiden des Australiers hat mich direkt mal überrascht, und vermutlich nicht nur mich. Ich kann mir auch nicht so recht erklären, woran das lag. Obwohl ich den Song nicht ausstehen kann, hab ich das klar weiter gesehen.

Montenegros Ausscheiden dagegen war im Grunde von vornherein klar, komische Klamotte, nicht optimal gesungen - das reicht nun mal nicht.

Auch bei Irlands Emmy kam nix rüber. Viel zu statisch, dazu diese Stimme und dieses Sujet - klares und vorhersehbares Aus.

Die Lettinnen haben mich Nerven gekostet, mein lieber Herr Gesangsverein. Stimmlich wars perfekt, aber Kostüme und Inszenierung haben mich weniger überzeugt als in der Supernova. Aber dann hat es doch geklappt, und wir waren hier superhappy! Sie werden vom Producer platziert.

Geklappt hat es auch für Armenien. Hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber die Inszenierung hat funktioniert, und der Gesang war bedeutend besser als in der Studioversion. Von daher ist das Weiterkommen vertretbar. Startet am Samstag in Hälfte 2.

Und dann: Österreich. Ein Wort: MEGA. Eine absolut fantastische Inszenierung und ein ebensolcher Auftritt. Ich mag bekanntlich keine Kastratengesänge, aber ich erkenne einen potenziellen Siegerauftritt, wenn ich ihn sehe! Chapeau! Daran ändert auch nichts, dass er am Samstag in Hälfte 1 ran muss.

Griechenland ist ebenfalls völlig zu recht weiter. Das war makellos gesungen, und die Bühnenshow war viel besser als noch bei der Vorentscheidung. Wird vom Producer platziert.

Zu unserer großen Freude sind auch die Litauer weiter. Einfach ihr Ding gemacht, nix drauf gegeben, was man angeblich alles so machen muss - und alles richtig gemacht! Werden vom Producer platziert.

Malta wäre auch mein Platz 37, wenn nur 36 Länder diese Jahr teilnehmen. Im Gegensatz zu Australien fand ich den Auftritt alles Andere als optimal, aber gut, da müssen wir dann am Samstag nochmal durch. Wird vom Producer platziert.

Georgien war von Anfang an aussichtslos. Sie hat gut gesungen, aber damit war von vornherein nichts zu holen.

Gleiches hätte ich auch von Dänemark gedacht, aber Sissel ist so toll, und mit Auftritt und Inszenierung wurde hier wirklich alles rausgeholt, so dass sie am Samstag in der zweiten Hälfte nochmal ran darf.

Auf dem Papier hätte ich niemals gedacht, dass Adonxs es tatsächlich nicht schafft. Aber hier lief alles schief, was schieflaufen konnte, und die Quoten gingen direkt nach dem Auftritt in den Keller, so dass das Aus keine Überraschung war.

Siehste, ich hab es doch GESAGT! Luxemburg funktioniert, das ist ein runder Auftritt, und genau das war es auch. Völlig zu Recht im Finale, und dort startet sie am Samstag in der ersten Hälfte.

Zum Glück blieb es im Gegensatz zur Nachmittagsprobe bei Israels Auftritt einigermaßen ruhig, oder es wurde was eingespielt, damit man keine Störgeräusche hört. Gut gesungen, aber keine Gewinnervibes hier. Wird am Samstag vom Producer platziert (und vermutlich versenkt).

Bei Serbien war dann wohl die Inszenierung das KO-Kriterium. Wer ist auf die hirnverbrannte Idee gekommen, Princ über den Boden zu schleifen? Das war vermutlich zu viel für die Leute. Echt schade, aber das Aus ist vertretbar.

Erika war Queen of the Night im besten Sinne! Das war von vorn bis hinten perfekt und dürfte wohl das Semi gewonnen haben. Leider muss sie am Samstag in Hälfte 1 ran, aber heißen tut das erstmal noch gar nix - in den letzten 10 Ausgaben gab es mehr Erst- als Zweithälftensieger. Ich würds ja normalerweise nie sagen, aber hier passt es: GO GURRRRL! SLAY QUEEEEN! (Wer die Zitate nicht erkennt, kann sich glücklich schätzen).

Schauen wir noch kurz auf die drei fixen Finalisten:

Die Britinnen hatten erkennbar Spaß, aber die Inszenierung wirkte schon leicht wirr, und die Dame in Rosa hat nicht ganz so gut gesungen wie die beiden anderen. Ich hoffe, das wird nicht wieder die rote Laterne, es würde mich bekümmern, da ich den Song sehr mag.

Fankreichs Louane sang sich die Seele aus dem Leib und spielte im Sand. Das ist gut, keine Frage, und das wird auch gut angekommen, aber ich bleibe dabei: Gewinnen wird es nicht. Zumal sich mir diese Inszenierung auch beim besten Willen nicht erschließen will.

Und dann, endlich, Abor & Tynna für Deutschland, oder, wie der Herr Sixtus sagen würde, Österreich II. Tynnas Stimme ist erkennbar wieder voll da, die Inszenierung war absolut überzeugend - da geht was! Ich würde mal sagen, die Top Ten ist hier durchaus drin! Ich drück Euch alle Daumen!

Alles in allem ein tolles Semi, und jetzt freu ich mich wie Bolle aufs Finale! Schlaft alle schön, wir lesen uns morgen wieder!

Donnerstag, 15. Mai 2025

Gemmas an...

War das nicht ein spannendes erstes Semifinale mit unerwartetem Ausgang?
Hätte ich nicht mit den Wettquoten im Hinterkopf getippt, ich wäre gar nicht so schlecht gelegen.
Denn ich wollte Portugal unbedingt weiter und Belgien raus. Auch Island hatte drin. Dann wiederum auch Zypern. Tja... neuer Versuch, neues Glück!

SEMI 2

AustralienGo-JoMilkshake Man

Ich mag Milch-Shakes, wirklich. Schon laaange bevor es Smoothie-Makers gab. Die hießen damals nur anders und waren nicht so hip wie heutzutage.
Und ich mag Go-Jo. Das Lied ist das reinste Chaos, aber der Refrain bleibt hängen - und das ist gut so.
Eröffnungslied als Hindernis? Kein Problem. Das funktioniert genauso gut wie Island im Semi 1.
Kein Sieganwärter, trotzdem wohlfeile 8/10

MontenegroNina ŽižićDobrodošli

Erster Eindruck (damals nach der VE)? Oioioi...
Nach dem Relaunch als Video. Gar nicht so schlimm!
Ich bin ja ein Fan von 'Who See', einem der besten Acts beim ESC ever. Wie sagt man heutzutage? Totally robbed!
Nina singt hervorragend und trotzdem fehlt dem Lied der letzte Kick. 
Aber aufgeben tut man bekanntlich nur einen Brief. Also bitte: Komm weiter und zerstöre die Träume vieler Unberufener. 7/10

IrlandEmmyLaika Party

Emmy kann nichts dafür. Vielleicht ein wenig, sollte sie an der Komposition beteiligt gewesen sein.
Dieses Thema traumatisiert mich als Tierliebhaber und ich kann nicht darüber hinwegsehen.
Ein 'Glück', dass der Song ohnehin kein Banger ist und die Stimme... ich will niemanden zum Rauchen animieren, aber da wären ein paar Zigarrenzüge aus der Lunge wirklich angebracht. Danke für den Shitstorm! Mir wuascht! 2/10

LettlandTautumeitasBur man laimi

Die Feen! Ich mag die Inszenierung, ich mag die Damen, die sich so bemühen.
Man benötigt ein wenig Einfühlungsvermögen um das Lied vollständig zu erfassen, aber ist man einmal im Flow klingt alles wunderbar.
Eigentlich sollte ein Finaleinzug Formsache sein, leider konterkarieren die Quoten den Eindruck.
Lassen wir also den Auftritt für sich sprechen. 
Portugal kam schließlich auch weiter. Und womit? Sprecht es gelassen aus.
Mädls, make my day mit 8/10 

ArmenienPargSurvivor

Hatte ich eigentlich schon abgeschrieben, aber die Energie, die Parg ausstrahlt, ist mitreissend. Er will es, er soll  auch belohnt werden. Wenig Worte, dafür 7/10 (vor einer Woche noch 5/10)

ÖsterreichJJWasted Love

Dieses Lied kenne ich schon zu gut, es läuft jeden Tag in dieser oder jener Form, als Short, Als YT-Video, bei Insta, X... whatever.
Wann stand man als österreichischer Fan SO hinter einem Lied?
Ich: die letzten paar Jahre! 😂 Wir sind einfach die Besten, das müssen die anderen Länder endlich auch begreifen. Nur kein Neid!
Conchi kam vor Freude zum 'Plärrn' nach dem Dress-Rehearsal und ich hab spontan gleich mitgeweint.
Wird das unser Jahr oder gewinnt doch 'Finnland' oder Finnland?
9/10  - weil es das perfekte Lied heuer nicht gibt

GriechenlandKlavdiaAsteromata

Schwer, schwer. Das ist natürlich wieder ein Klassiker der griechischen ESC-Kunst.
Man mag das oder man hält es aus.
Klavdia ist per se äußerst sympathisch (und kein Wort über Brillen, spätestens im Alter seid ihr froh wenn ihr eure Schuhbänder, die Erbsen im Reis und den Schniedel beim Pinkeln seht (Mädls, keine Sorge, ihr verpasst nix [gilt ab 50 Jahre aufwärts]).  
Das Video gefällt, aber der Auftritt auf diesem Pseudo-Felsen? Wirklich? Mit den Bildern der Proben werde ich nicht warm. Zu viel weite Shots, da passiert nix. 
Abwarten. Wer bin ich schon, das zu richtig einzuschätzen? 6/10

LitauenKatarsisTavo akys

Das ist so schwer. Ich oute mich als Fan progressiver Musik, besonders der 70er Oeuvres.
Leider erreicht mich das Lied nicht wirklich und das Outfit hilft auch wenig.
Da hat sich zwischen litauischer VE und Baselbühne recht wenig entwickelt.
Es liegt ganz in der Hand der eingefleischten Fans, ob Katarsis ins Finale kommen, denn neue Zuseher wird das kaum generieren. Oder es wird wird ein Portugal-Moment.
Ich habe fast täglich eine andere Meinung darüber, finde es ein wenig langweilig und sperrig: 6/10

MaltaMiriana ConteServing

Und dann kam sie.
Freundliches Wesen, herzlichste Interaktion mit anderen Delegationen, besonders im Internet. Lehrt uns Musik und körperliche Ertüchtigung (auf Gymnastikbällen).  Was soll man sagen: She' serving GESANG! Good for her.
Finale sicher, dort vermutlich gut platziert. 9/10

GeorgienMariam ShengeliaFreedom

Edle Erscheinung, extrem guter Gesang. In den Strophen mittelmäßig, aber Refrain (gibt es den?) äußerst angenehm. Wie war  das, politische Botschaft?
Bei der VÖ des Videos hatte sie mich ab Sekunde Eins. Das wird durchstarten - keine Frage.
Und dann die Ernüchterung? Letzter Platz in den Wettquoten. Zu sperrig? Das ist halt Georgiens Schicksal.
Ich bin bekennender GEO-Fan (Circus Mircus, The Shin, Eldrine, Nodi Tatishvili & Spohie Gelovani) und finde auch den heurigen Beitrag gut, also 8/10
DänemarkSissalHallucination

Sissal ist vermutlich die liebenswerteste Person des Jahrgangs. Allein für die Tatsache, dass sie Videos mit den anderen SängerInnen initiiert gelobe ich ihr Dank.
Jetzt zum Lied. Sorry, es bricht mir das Herz, aber das gibt mir überhaupt nix, zusammen mit dem Outfit. Und jetzt noch das wirklich schwache Bühnenbild bei den Proben?!  Plus Stimmproblemen (wenn es stimmt). Gehab Dich wohl, Dänemark! 5/10

TschechienAdonxsKiss Kiss Goodbye

Das Lied mochte ich gleich und mir war sofort klar: JJ, this the song to beat!
Sehr energetisch, gut intoniert, ein guter Tänzer. Alles richtig gemacht.
Alles? Live sieht das (angeblich) ein wenig anders aus Es soll an manchen Stellen zu statisch sein.
Die Ausschnitte, die ich sah, waren aber alles andere als das. Gerne gebe ich 8/10 
LuxemburgLaura ThornLa Poupée Monte Le Son

Das ist einer der wenigen Vorentscheide, den ich sah. Laura war nicht meine Favoritin, aber ich war auch nicht unangenehm berührt. 'Passt scho', würde man hierzulande sagen.
Sehr eingängiges Lied, ein wenig zu kindlich, aber das ist vermutlich beabsichtigt wegen der Reminiszenz an France Gall.
Laura ist nicht die sicherste Sängerin und ob jede/r die Botschaft hinter Lied versteht sei dahingestellt (aber das ist eh zweitrangig).
Ich bin inzwischen überzeugt, dass sie vor dem Finale die Koffer packen muss. Sorry. 6/10

IsraelYuval RaphaelNew Day Will Rise

Eine Favoritin um die Krone des ESC 2025. Vermutlich zurecht.
'New Day Will Rise' ist tatsächlich eines der wenigen Lieder, die mich nie zu interessieren wussten.
Gehört, Lied und Video für gut befunden. Vergessen.
Wenn es ums Anklicken von Interviews, Snippets, Probenvideos, Auftritten bei Festen aller Arten ging - immer waren andere interessanter.
Umso mehr bin ich gespannt, was uns heute Abend erwartet, Die Bilder und das Review-Video verheißen nur das Beste und gesanglich ist Yuval voll auf der Höhe. 
Für mein 'Egal'-Lied 6/10

SerbienPrincMila

Was haben Princ und ich gemeinsam? Wir sind langzotterte Lötter.
Nur kann er singen und ich bestenfalls irgendeine nettere Stufe unter 'jaulen' (sprich: für Karaoke reicht's). Das ist also DIE Balkanballade des Abends. Wenigstens eine (wenn man Nina nicht mitrechnet).
Erster Horch: gefällt nicht.
Dann lange nix.
Wieder angehört: Was hatte ich an den Ohren? Das klingt doch vielversprechend.
Und so blieb es bis jetzt. Bei einem gelungenen Auftritt sehre ich Serbien durchaus im Finale und dort gut aufgestellt. 7/10 sind jedenfalls drin.

FinnlandErika VikmanIch komme

Die Göttin!
Leider bin ich vollkommen voreingenommen. Der Anfang des Liedes gefällt mir heute noch nicht, aber DANN geht es los und spätestens ab der Live-Show bei der VE war alles sonnenklar.
Wären Kaj und JJ nicht nachgerückt, ich hätte Haus und Hof auf Erika verwettet.
Dass ihr nun vom eigenen Land so übel mitgespielt wird finde ich äußerst verwerflich.
Ich hoffe, sie weiß sich musikalisch zu rächen. Ich würde ja 'Last Minute' Käärijä mit auf die Bühne holen. Und wenn sie nur wild rammeln. Das wir der Auftritt des Abends 9/10

Jetzt noch das Ranking und dann viel Spaß beim heutigen Semifinale.
Käseigel, Frizzante und Hugo kalt? Salzstangerl und Chips in der Schüssel? Antipasti? Gerne!

Weiter werden kommen - und Gott ist mein Zeuge, Leo der XIV. (vielleicht) auch: 

Australien
Armenien
Österreich
Griechenland
Litauen
Malta
Tschechien
Israel
Serbien
Finnland

So oder anders kommt es! Gehabt Euch wohl!