Sonntag, 13. Juni 2021

ESC 2021 - Nachlese: Plätze 23-26

 Ich habe lange überlegt, wie ich die Nachlese in diesem Jahr aufziehen soll. Es fällt mir nicht ganz so leicht wie sonst, weil es so unendlich viele Geschichten gibt und weil man denen gar nicht wirklich Rechnung tragen kann, wenn man die Beiträge einzeln betrachtet. Ich versuch es trotzdem.

Die Überschrift dieser Geschichte hier lautet: Televoter sind Wichser.


26. Vereinigtes Königreich - 0 Punkte

Jury: 0 Punkte (Platz 26)
Televoting: 0 Punkte (Platz 23 geteilt)

Ich gestehe, mir geht es wie Graham Norton. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Der Song ist ein ordentliches Stück Britpop, von dem sehr sympathischen Knuddelbär James kompetent vorgetragen. Okay, der Beitrag war jetzt nicht so, dass man sagen konnte, alles hat gestimmt. Far from it. Das Outfit war suboptimal, die Riesentröten hätte es nicht gebraucht, und auch die Schnelldurchlaufstelle hätte man etwas sorgfältiger wählen können - das gilt übrigens für alle vier Televoting-Nuller. Aber, verdammich, das rechtfertigt nicht die völlige Punktefreiheit in diesem Falle, so heftig war das doch nun wirklich nicht! James hat ordentlich abgeliefert, da gibt es wenig zu meckern! Und wisst Ihr was: Ich hoffe, dass er aus dieser WC-Hygiene jetzt mindestens genauso viel macht wie weiland Jahn Teigen (bei dem ich die Null im Gegensatz zu James absolut verstehen konnte!)!

Eins noch: Könnte mir bitte irgendjemand in leicht verständlichen Worten erklären, warum James aus Polen keine Jurypunkte bekommen hat? Hier ist die Tabelle mit den aufgedröselten Jurypunkten. Der Durchschnittsrang für James ist klar besser als der für die Russin, die einen Punkt bekommen hat. Please explain.


25. Deutschland - 3 Punkte

Jury: 3 Punkte (Platz 25)
Televoting: 0 Punkte (Platz 23 geteilt).

I just feel sorry.

Hier war ich überrascht über die Jurypunkte, ich hab eigentlich fest mit einer brettharten Null gerechnet. Denn mal ehrlich: Das hier war Dorfverein in der Champions League. Eddie Edwards bei den Olympischen Spielen in Calgary. Hauptsache dabei gewesen. Nur: Bei Olympia mag das noch angehen, beim ESC nicht. Aber das ist eine andere Geschichte und soll in einem anderen Beitrag erzählt werden. Zum Auftritt nur dies: Man wusste aus den Proben, dass das eine enge Kiste wird. Es war nicht ganz so schlecht wie erwartet, aber läääängst nicht auf dem Niveau wie die Mitbewerber. Jendrik war bereits vor der ersten Strophe aus der Puste. Der Mittelfinger bzw die Dame darin (Sophia, glaub ich), wird sich einst fragen lassen müssen, welcher Teufel sie geritten hat, um sich freiwillig in dieses Ding schießen zu lassen. Und ja, da kann sie noch so oft den Arm ausstrecken, das war ein Mittelfinger! Immerhin bewies Jendrik, dass er Ukulelenweitwurf einwandfrei drauf hat. Ukulele. Ein Instrument, das ich nie wieder beim ESC sehen möchte, egal, ob mit Strass oder ohne. Aber wenn man ihnen das jetzt sagt, kommen sie nächstes Jahr alle mit Tenorhörnern um die Ecke. Lieber nicht. Der Background ging übrigens auch überhaupt nicht. Wer hat den zu verantworten? Ganz am Ende ein dickes "HATE", das zwar kaputtging, aber außer Stinkefinger und Beleidigungen nix gewesen. I don't feel hate. I just feel embarrassed.


24. Spanien - 6 Punkte

Jury: 6 Punkte (Platz 24)
Televoting: 0 Punkte (Platz 23 geteilt)

Uff. Bei Blas kann ich die Null im Televoting noch am ehesten nachvollziehen. Er war eigentlich derjenige, den ich auf dem letzten Platz erwartet habe. Hier stimmte leider so einiges nicht. Schlechteste Stelle im Schnelldurchlauf (wieder mal), Falsettgesänge, das Lied ist zwar schön, aber sehr langweilig, und wenn man nicht weiß, worum es geht (wovon ich bei 95% der Abstimmenden ausgehe), dann geht es links rein, rechts raus. Und wenn man weiß, worum es geht, wundert man sich, warum der Cantó ein Liebeslied für seine Oma singt, dass eigentlich eher einer Geliebten zu Gehör gebracht werden sollte. Anyway, DIESE Null kann ich einigermaßen unterschreiben. Riesige Monde als Props auf der Bühne gab es jetzt meiner Erinnerung nach zweimal: Bei Nathan Trent 2017 und hier bei Blas. In Summe haben die beiden null Punkte im Televoting kassiert. Wir lernen daraus: Keine Monde. Keine Ukulelen. Keine Riesentröten. Und, wie wir gleich sehen werden, keine Wörter, die ganz Europa zu Verhörern einladen.


23. Niederlande - 11 Punkte

Jury: 11 Punkte (Platz 23)
Televoting: 0 Punkte (Platz 23 geteilt)

Kommen wir nun zum letzten und meiner Meinung nach unglücklichsten der Televotingnuller. Auch hier natürlich wieder die Frage, woran es gelegen haben könnte. Bin noch unschlüssig. Der Song ist echt toll. Und es geht hier auch um etwas Größeres als eine Eurovisionsteilnahme. Der sanfte Revoluzzer hat denn auch ein paar Worte auf dem in Suriname gesprochenen Sranantongo in seinem Song gehabt. Leider ist das europäische Publikum zu blöd, sich die Worte "Yu no man broko mi" adäquat zu übersetzen und denkt dabei an was ganz Anderes. Leider half auch der Tänzer im roten Gewand nicht viel, und die Stelle im Schnelldurchlauf war auch falsch gewählt. Die choreographischen Mätzchen hatte der Song eigentlich nicht nötig, und vermutlich haben sie sich damit auch keinen Gefallen getan. Aber dennoch: Ein krass unverdientes Ergebnis für einen der besten Heimbeiträge der letzten Jahre!


Leider spricht die Statistik auch gegen unsere vier Jungs. Nix mit "immer knapp Elfter geworden" und so. Die Durchschnittsrankings beim Televoting sehen folgendermaßen aus:

Deutschland: 17,42; 33x in der TOP 20 (immerhin!)

Spanien: 22,95; fünfmal in der TOP 20

Niederlande: 23,21; viermal in der TOP 20

UK: 23,42; fünfmal in der TOP 20.

Bei einer anderen Zählweise hätte Jendrik noch am ehesten Punkte bekommen, aber bei den anderen war nichts drin. Insbesondere der arme Jeangu hatte keine Chance, sein bester (!) Rankingplatz war 18. Die Televoter wussten die Beiträge einfach so gar nicht zu schätzen.

Ich hab es schon gesagt, und ich sag es auch nochmal: Televoter sind Wichser. Okay, Jurys auch, aber Televoter in diesem Jahr eindeutig schlimmer. So eine Situation gab es noch nie. Wir haben hier gesessen und den Mund nicht mehr zugekriegt. Ich kann mich nicht erinnern, jemals beim ESC so schockiert gewesen zu sein, zumal ich von den Nullen auch nur eine ansatzweise nachvollziehen kann. 

Was ich ganz, ganz schlimm fand: Jeder der vier wurde groß eingeblendet und musste gute Miene zum bösen Spiel machen. Zum Glück gab es das Publikum in der Halle, dass alle unterstützt hat, sei es durch Applaus bei James Newman oder Unmutkundtuung bei Jeangu Macroy. Und diese Unterstützung haben alle verdient! Unsere vier Jungs, insbesondere der bedauernswerte James Newman, haben gerade die größte Demütigung kassiert, die man in der Unterhaltungsbranche kriegen kann. Vermutlich wird außer Gabriela Guncikova, Nathan Trent und den Sisters niemand nachvollziehen können, wie sie sich damit fühlen, aber die wurden allesamt wenigstens nicht eingeblendet. Bei James, Jendrik, Blas und Jeangu dagegen hielt die Kamera drauf. Kein Wunder, dass die beiden Erstgenannten blau wie die Haubitzen waren, bei den anderen beiden konnte ich das nicht erkennen. Ich habe in allen vier Fällen größten Respekt davor, mit wie viel Würde und Grandezza sie das Ergebnis angenommen haben. 

Und an alle, die jetzt wieder sagen, man möchte doch bitte in so einer Situation angemessen niedergeschlagen sein: Was sollen sie denn machen? Losheulen? Nein! Aufrechtgehn (pun intended) und sich dem ganzen trotzig entgegenstemmen, egal wie heftig man in die Fresse bekommt! Und deshalb: Ihr vier seid toll! Und Televoter sind Wichser! So! 

James, Jendrik, Blas und Jeangu: Ihr seid alle tolle Jungs, und ich hoffe und wünsche Euch, dass Ihr das gut verpackt!

Donnerstag, 10. Juni 2021

ESC 2021: Zwei Gimmicks, um das Warten aufs Finale zu verkürzen

 Sodele, das waren die Semis! 

Da ich in den nächsten Tagen viel zu tun habe und noch nicht weiß, wie schnell ich zur Besprechung der Finalisten komme, hab ich hier noch zwei nette Sachen für Euch.

Das eine - nun, die Performance kennt Ihr ALLE. Aber guckt trotzdem mal rein, ich fand es sehr lustig. Here you go!

Und das zweite, noch interessanter, ist der Podcast von Thomas Mohr und Marcel Stober auf eurovision.de. Falls Ihr den noch nicht gehört habt, hört insbesondere mal in die Folge vom 29.5. rein. Dort haben sie nämlich Consi zu Gast und unterhalten sich mit ihm über seine Jurorentätigkeit, und endlich, endlich, endlich bekommen wir von ihm auch die zumindest von mir so schmerzlich vermissten Einschätzungen zu allen Finalisten!

Here you go!

ESC 2021 - Nachlese: Die Ausscheider des zweiten Semis

17. Lettland - 14 Punkte


Televoting: 10 Punkte (Platz 16)
Jury: 4 Punkte (Platz 16)

"Ist das ein Scheibenwischer?" kam es direkt am Anfang von der weniger wohlmeinenden meiner Töchter. Nun ja, der "Scheibenwischer" erwies sich dann im Laufe der nächsten Sekunden als das kleinste Problem, denn dann betrat Ihro Majestät die Königin der Nacht die Bühne. Samanta hatte sich vorher das Video vom ersten Semi 2019 reingezogen und besonders bei San Marino genau hingeschaut. "So mach ich das auch!", hat sie gedacht. Gedacht, getan. Sie stellte sich auf die Bühne, gab alles und versuchte, ihren Song in einer anderen Tonart zu singen als das Backing Tape vorgab. Bei Serhat hatte das ja auch geklappt! Krassimir Avramov dürfte nach dieser Performance den Champagner geköpft haben., sein Beitrag ist nicht mehr der härteste Carcrash der ESC-Geschichte. Das waren drei Minuten blanke Pein, die vom Publikum auch kaum beklatscht wurde und mit 14 Punkten noch gut bedient war. Eigentlich hätte das die erste Gesamtnull werden müssen. 


16. Georgien - 16 Punkte

Televoting: 15 Punkte (Platz 14)
Jury: 1 Punkt (Platz 17)

Och, das hat er schon nett gemacht, der Tornike. Aber das ist eben genau das Problem: Alles hier war nur nett. Und das vom schlimmsten Bad Boy des Jahrgangs, das muss man sich mal vorstellen. Er hat halt einfach nur keinen Bad-Boy-Song mitgebracht, sondern was Langsames, Leises, das man entweder von vornherein mag (so wie ich) oder bei dem man nie eine Chance entwickelt, es mehr als nett zu finden. Angerufen hätte ich für ihn dennoch nicht. Georgien, normalerweise habt Ihr ja immer die Reihenfolge "Ein Löffel für Georgien, ein Löffel für den ESC". Nach mehreren Löffeln für Georgien hintereinander wäre jetzt dann doch mal wieder der ESC dran. Oder hat irgendjemand ernsthaft damit gerechnet, dass das hier nur den Hauch einer Finalchance hatte? Eine Frage zum Schluss: An einer Stelle saß Tornike auf dem Hocker und bekam Schrift auf sich draufprojiziert. Sollte das so? Sah seltsam aus. Seltsam ist leider nicht gut genug.


15. Tschechien - 23 Punkte

Televoting: 0 Punkte (Platz 17)
Jury: 23 Punkte (Platz 13)

Benny ist ja wirklich ein Süßer, und in der Studioversion ist der Song gut anzuhören. Die Liveperformance war allerdings gar nichts. Ich kann meinen Finger nicht drauf legen, woran das eigentlich lag, er hat ja schon die Töne alle getroffen, aber mit Sparflammenstimme. Und dann natürlich diese scheußliche gelborange Lurexjacke (aus Andorra?)! Sowieso hatte der gute Benny ein Klamottenproblem. Oder war das so geplante Choreographie, dass Herr Cristo sich ständig und permanent die Hosenbeine hochgezogen hat? Kerl, wenn die Hose zu lang ist, dann schneid VOR DEM AUFTRITT die Beine ab! Oder zieh gleich Hotpants an! Das war noch schlimmer als die Hosenträger von Jahn Teigen, Gott hab ihn selig. And that is sayin' something. Speziell im Vergleich zu Lettland finde ich die Null im Televoting zwar hart, aber letztlich leider nachvollziehbar.


14. Polen - 35 Punkte

Televoting: 17 Punkte (Platz 12)
Jury: 18 Punkte (Platz 14)

Spaßeshalber habe ich gerade mal auf die Ergebnisseite von eurovision.tv geschaut. Polen ist im zweiten Semi erwartungsgemäß letzter in Griechenland geworden. Kein Wunder. Rafał zeigte fast die ganze Zeit über eine Geste, die vermutlich ganz Griechenland als Moutza interpretiert hat. Immer schön mit den ausgestreckten Handflächen direkt rein in die Kamera - wer bitte war der Meinung, dass das eine gute Idee ist? Sogar ich fand das unangenehm, und ich hab keinen Tropfen griechisches Blut in mir. Dazu war hier auch alles mäßig, was vorher schon mäßig war. Rafał, auch hier wieder als möchtegerncooler Oppa verkleidet, wird in diesem Leben kein Sympathievoting mehr gewinnen, der Song kann nix, die Tänzer haben mit ihren blöden Taschenlampen genervt (hatte Rafał deshalb die Sonnenbrille an?), mal gabs Pyros, mal gabs Trockeneis und das alles ohne Sinn und Zusammenhang. Und zur Krönung vergaß der Herr dann auch noch vor lauter Publikumsanimation (Du! Sollst! Das! Publikum! Nicht! Animieren!) das Singen. Nee, nee, nee, das war nix für meine Töchter ihre Mutter!


13. Estland - 58 Punkte

Televoting: 29 Punkte (Platz 12)
Jury: 29 Punkte (Platz 12)

Apropos Sympathiewettbewerb, Uku wird auch keinen mehr gewinnen. Er sieht aber besser aus als der Pole, vor allem diese kristallblauen Augen sind schon sehr schick, auch wenn er nicht mein Typ ist. Leider weiß er das auch, also, dass er gut aussieht, und feuert das aus jeder Pore. Hier auch wieder. Er machte das solide, aber mein Gott, Versicherungsvertreter sind auch solide. Und diese offene Fliege ummen Hals ist doch so 2014! Es war von Anfang an klar, dass das nix werden würde. Wurde ja auch nix. Kann ich bestens mit leben!


12. Österreich - 66 Punkte

Televoting: 13 Punkte (Platz 15)
Jury: 53 Punkte (Platz 11)

Nicht so richtig gut leben kann ich hingegen mit dem Ausscheiden von Vincent. Ich hätte es ihm sehr, sehr gegönnt, wenn er ins Finale gekommen wäre, und es gibt mindestens einen Finalisten, der das Weiterkommen weniger verdient gehabt hat als er, dazu später mehr. Aber ich müsste lügen, wenn ich schreibe, dass ich komplett überrascht war. Irgendwas hat gefehlt. Er sah super aus und hat großartig gesungen, aber an manchen Stellen insbesondere am Anfang hatte ich den Eindruck, dass er den Song nicht so richtig fühlt und dass er sich darauf konzentriert, alles richtig zu machen. Aber allein für den Schluss hätte er weiterkommen müssen! Da HAT er den Song gefühlt, und da kams auch entsprechend rüber. Echt schade.



11. Dänemark - 89 Punkte

Televoting: 80 Punkte (Platz 8)
Jury: 9 Punkte (Platz 15)

Der Trauerfall des zweiten Semis. Ja, ich gebs ja zu, ich hab es bei sämtlichen Tipps auch nicht im Finale gesehen - aber gewünscht hab ich mirs! Es ist eins der größten Guilty Pleasures der ESC-Geschichte, und man muss nicht in den 80ern aufgewachsen sein, um damit Mordsspaß zu haben. Die Performance war genauso überdreht und lustig und gelungen wie in der VE. Warum hätte man auch was ändern sollen? Das hat gepasst! Ihr hättet mal sehen sollen, was in den drei Minuten hier los war! Dass der Sessel, auf dem wir zu dritt gehockt, pardon, gewippt sind, nicht umgekippt ist, war alles! Drei Minuten Hardcore-Spaß, die ich genau wie die Televoter gern im Finale gehabt hätte. Allein: Jurys sind? Ihr wisst schon. Obwohl, kann man nach so langer Zeit auch mal wieder ausschreiben: Jurys sind Wichser! Das wird wohl leider das letzte Mal für die nächsten 24 Jahre gewesen sein, dass die Dänen sich in Landessprache in den ESC trauen. Menno!
PS: Bevor jemand fragt: Ja, ich hab es mir inzwischen schon ein paarmal in Endlosschleife gegeben. 



Die weiteren Platzierungen:
10. Albanien - 112 Punkte (TV: 38 (11), J: 74 (8) )
9. San Marino - 118 Punkte  (TV: 42 (10), J: 76 (7) )
8. Serbien - 124 Punkte  (TV: 68 (9), J: 56 (10) )
7. Moldau - 179 Punkte  (TV: 123 (4), J: 56 (9) )
6. Griechenland - 184 Punkte  (TV: 80 (7), J: 104 (5) )
5. Finnland - 234 Punkte  (TV: 150 (1), J: 84 (6) )
4. Portugal - 239 Punkte  (TV: 111 (5), J: 128 (4) )
3. Bulgarien - 250 Punkte  (TV: 101 (6), J: 149 (2) )
2. Island - 288 Punkte  (TV: 148 (2), J: 140 (3) )
1. Schweiz - 291 Punkte  (TV: 135 (3), J: 156 (1) )


Mittwoch, 9. Juni 2021

ESC 2021 - Nachlese: Die Ausscheider des ersten Semis

 Los geht's mit den Ausscheidern des ersten Semis:

16. Irland - 20 Punkte

Televoting: 4 Punkte (Platz 15)
Jury: 16 Punkte (Platz 15)

Ach, Lesley. Ach, Lesley! Da haben die einen wirklich tollen Song, einer meiner absoluten Lieblingssong in diesem Jahr, sowie eine sympathische Interpretin und ein wirklich niedliches Staging, das es so noch nie gab und das unter normalen Umständen hätte einschlagen können wie eine Bombe. Da hat man sich bei RTÉ wirklich Gedanken gemacht. Diese Papier-Miniaturwelt war wirklich allerliebst. Leider war Lesley mit der ganzen Sache hoffnungslos überfordert und vergeigte ihren Auftritt TOTAL. Das wirkte viel zu angestrengt und ich-probier-es-jetzt-mit-der-Brechstange-ig. Bereits vorher in den Proben hatte sie wohl schon erkennbar Probleme gehabt, ich habe aber bis zuletzt gehofft, dass sie es hinbekommt. Allein, wir wussten direkt, dass das nichts werden kann. Lesley hat es auch gemerkt, die fing schon beim letzten Ton an zu weinen, und zwar, wie ich vermute, nicht aus Überwältigung, sondern wohl tatsächlich aus Trauer um die vergeigte Performance. Ach, Lesley. Komm. Aufstehen, Krönchen richten!


15. Nordmazedonien - 23 Punkte

Televoting: 11 Punkte (Platz 13)
Jury: 12 Punkte (Platz 16)

Man musste ja allein schon aufgrund der Vorgeschichte mit den ganzen Anfeindungen Team Vasil sein, aber ich muss zugeben, so recht wollte mir das nicht gelingen. Dazu ist der Song einfach zu uneingängig. Ich glaube, den hätte ich nicht mal im Hirn, wenn ich ihn selbst einsingen würde. Aber er ist nicht nur nicht eingängig, sondern hat auch, Leben hin, lassen her, auf dieser Bühne beim besten Willen nichts zu suchen und wurde ja auch nicht honoriert. Der Effekt mit Vasil als lebender Discokugel war zwar nett, ist aber für den eingeweihten Mellofan bekanntlich keine Neuigkeit mehr. Immerhin, Vasil sang makellos, wenn auch mit deutlichem Hang zum Überperformen. Na ja, passt ja auch zum Song. Haldor Laegrid hat sich im Angesicht dieser Performance vermutlich vor Neid entleibt.


14. Australien - 28 Punkte

Televoting: 2 Punkte (Platz 16)
Jury: 26 Punkte (Platz 14)

Ich hab ja im letzten Posting davon geschrieben, dass es in diesem Jahr unglaublich viele Geschichten gab. Hier ist auch eine, wenn auch keine schöne. Ich bin ja nun weiß Gott kein Fan von Montaigne, aber bittschön: Das muss sowas von hart gewesen sein. Alle anderen sind in Rotterdam und machen Party, und sie durfte nicht, weil sie aus Coronarisikogründen in Australien geblieben ist. Es gibt ein Instagram-Video von ihr, wo sie darüber berichtet, wie es ihr damit geht: Überhaupt nicht gut. Nun gut, glücklicherweise gab es die Regelung, dass es im Falle eines coronären Ausfalls ein vorher aufgenommenes Backup-Tape eingespielt wird. Und nein, es lag nicht am Zeigen desselben, dass Australien es erstmals nicht ins Finale geschafft hat. Die Backup-Performance war bis auf zwei, drei überangestrengte Töne sehr gut, aber der Song ist halt einfach too much of everything, und Montaigne wirkt leider auf mich nach wie vor sehr anstrengend und nicht wie jemand, mit dessen Person und Werk ich mich in irgendeiner Weise auseinandersetzen will. Und nochmals die Frage: Trägt Frau ihr Achselhaar jetzt wirklich wieder lang?


13. Slowenien - 44 Punkte

Televoting: 8 Punkte (Platz 14)
Jury: 36 Punkte (Platz 13)

Keine Geschichte dagegen in diesem Falle. Wir haben auf der Habenseite eine attraktive Blondine mit einer wirklich tollen Stimme. Und das wars. Das reicht nicht, zumal mit Startnummer 2. Liebe Ana, ich möchte Dich wirklich nochmal gern auf der ESC-Bühne sehen, aber bitte bring dann auch einen Song mit, der nicht einfach nur tödlich langweilt. Bitte im Titel keine religiösen Bezüge, es gibt keinen ESC-Gott, (na ja, obwohl: Halleluja? Hard Rock Hallelujah? Molitva? Ach, egal!) und bitte keine, keine, keine Publikumsanimation. Es ist ein Fernsehcontest! Wenn Du das alles beherzigst, darfst Du gern nochmal wiederkommen. Sonz nich.



12. Rumänien - 85 Punkte

Televoting: 27 Punkte (Platz 12)
Jury: 58 Punkte (Platz 9)

Roxen, meine Süße, es gibt eine Sache, die Du wirklich ganz ganz GANZ dringend brauchst, und das ist ein ordentlicher Stylist. Ich weiß nicht, wer Dich immer so zurechtmacht, wie Du zurechtgemacht wirst, aber die Person solltest Du ganz dringend feuern! Dieses Mädel ist so unfassbar hübsch, aber sie / ihr Stylist / ein andorranischer Schneider tut alles dafür, um das zu verbergen. So gesehen war der hüfthohe Trockeneisnebel am Anfang des Auftritts durchaus eine gute Idee, so konnte man wenigstens das furchtbare Kleid nicht sehen. Der Hoodie aus den Proben wäre entschieden besser gewesen. Apropos: Die Probenberichte ließen Schlimmstes befürchten. Es war dann besser als befürchtet, aber noch lange nicht gut. Und habt Ihr mal den Gesichtsausdruck von dem etwas größeren Tänzer mit dem Bart und den langen Haaren gesehen? Dem will ich aber nicht allein im Dunkeln begegnen. Im Brotberuf ist der bestimmt Vampir. Is ja auch Rumänien. Anyway, schade um meinen persönliches Dark-Horse-Tipp, aber leider nicht unverdient ausgeschieden.



11. Kroatien - 110 Punkte

Televoting: 53 Punkte (Platz 9)
Jury: 57 Punkte (Platz 10)

Das eherne Eurovisionsgesetz, dass jedes Semi mindestens einen Trauerfall hervorbringt, is alive and well. Hier ist der für dieses Semi. Und es war so knapp! Nur fünf Punkte hinter dem direkt vor ihr startenden TIX, in beiden Rankings in der Top Ten, und dann hat es in der Summe doch nicht gereicht. So bitter. Dabei wäre das Weiterkommen absolut verdient gewesen, sie hat bis auf den hohen Ton am Ende der ersten Strophe toll gesungen, das war mitreißend und mit Sicherheit (zumindest im Refrain) einer der besseren Dancesongs in diesem Jahr. Allerdings gab es da etwas, was mich extrem abgelenkt hat, und je mehr ich draufgeguckt hab, desto mehr hat es mich abgelenkt. Liebe Kroaten, könnte es ganz eventuell sein, dass Ihr vor dem ESC irgendwo in den Pyrenäen shoppen wart? Just asking? Wer hat insbesondere die Tänzer in diese Klamotten geschossen? Dritte beim Barbara-Dex-Award hinter TIX und Roxen. Tja. Schade auch.



Die weiteren Platzierungen:
10. Norwegen - 115 Punkte (TV: 77 (8), J: 38 (12) )
9. Belgien - 117 Punkte  (TV: 47 (11), J: 70 (7) )
8. Aserbaidschan - 138 Punkte  (TV: 91 (6), J: 47 (11) )
7. Schweden - 142 Punkte  (TV: 51 (10), J: 91 (6) )
6. Zypern - 170 Punkte  (TV: 78 (7), J: 92 (5) )
5. Israel - 192 Punkte  (TV: 93 (5), J: 99 (4) )
4. Litauen - 203 Punkte  (TV: 137 (3), J: 66 (8) )
3. Russland - 225 Punkte  (TV: 108 (4), J: 117 (2) )
2. Ukraine - 267 Punkte  (TV: 164 (1), J: 103 (3) )
1. Malta - 325 Punkte  (TV: 151 (2), J: 174 (1) )


Dienstag, 8. Juni 2021

ESC 2021 - Nachlese: Ein bisschen Vorgeplänkel

Tja, Ihr lieben Menschen da draußen, jetzt ist der ESC 2021 schon wieder seit zweieinhalb Wochen Geschichte. Ich bin diesbezüglich immer noch ziemlich voll mit Eindrücken und Emotionen, aber so langsam wird es Zeit, das Ganze mal in Ruhe Püree rasieren zu lassen, wie unser Flaverl jetzt sagen würde. 

Hach, war DAS nicht toll? Endlich wieder einen ESC haben? Endlich wieder mitfiebern? Endlich wieder rein in die Blase und mal ein paar Tage (okay, in meinem Falle wohl eher ein paar Wochen) mal an GAR NIX denken außer an das eine? Die Veranstaltung in diesem Jahr war ja aus verschiedenen Gründen nicht so ganz unumstritten, einige Entscheidungen hätte man sicherlich anders treffen können und müssen, und so ganz wollte ein gewisser Mulm auch bis zum Schluss nicht weichen aber: War das toll oder war das toll?

Die Moderatoren haben mich allesamt überzeugt, die haben das großartig gemacht, Edsilia und Nikki noch ein bisschen mehr als Chantal und Jan. Ob es jetzt immer vier Moderatoren sein müssen, da kann man drüber streiten, aber sei es drum, sie waren alle klasse.

Und ansonsten: Eine tolle Bühne, trotz der Begleitumstände originelle und witzige Postkarten, ein supertolles, sehr ESC-betontes Pausenprogramm  ohne unnötigen Schnickschnack von außen, genau das Richtige für den in den letzten zwei Jahren komplett ausgehungerten Fan. 

Und Geschichten. Geschichten, Geschichten, Geschichten. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich dieses Jahr besonders intensiv in der Bubble rumgehangen habe, aber mir ist, als hätte es noch nie so viel über den ESC zu erzählen gegeben wie in diesem Jahr. Ich versuche, hier auch ein paar der Geschichten aufzugreifen, erhebe aber selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 

Bevor ich gleich mit den Ausscheidern des ersten Semis einsteige, möchte ich an dieser Stelle allen Bloggern und Kommentatoren von esckompakt ein aus tiefstem Herzen kommendes Danke aussprechen. Ihr wart in den vier Wochen vor und während dem ESC sowas wie mein Dreh- und Angelpunkt und der Garant dafür, im echten Leben den Kopf über Wasser zu behalten. Tausend, tausend Dank dafür!

And now: To business!

Sonntag, 23. Mai 2021

 Congratulazioni Italia!

Das war überfällig, Ihr hättet seit Eurer Rückkehr schon mindestens dreimal gewinnen müssen! Super!

Und nächstes Jahr haben wir dann Rock am Ring!

Freitag, 21. Mai 2021

Startnummernanalyse und Wettquotenstand

Meine Damen, meine Herren und meine diejenigen, die sich nicht festlegen wollen: Es gibt eine Startreihenfolge! Die gucken wir uns jetzt mal an und lassen Frau Anna Lühse sprechen. Dazu gibt es den aktuellen Wettquotenstand (21.05., 8:30 Uhr), damit wir hinterher wieder sagen können, dass die Bookies keine Ahnung haben, und, nur so aus Jux, den Wettquotenstand vor Probenbeginn (07.05., 10:35).

Alle Quoten sind von eurovisionworld.com, Die Reihenfolge bei Oddschecker.com weicht möglicherweise ein bisschen ab, weil beim einen oder anderen die Quoten so gleich sind, dass da nach unterschiedlichen Kriterien sortiert wird. Anyway: Es geht hier jeweils um die Siegerwette. Wenn jemand auf Platz 9 der Wettquoten liegt, heißt das nicht, dass er Neunter wird, sondern das acht andere Länder bessere Siegchancen haben. Einen Hinweis auf das spätere Abschneiden sollte man deshalb daraus nicht ableiten - kann man aber trotzdem. 

Ein Wort vorab: Ich bilde mir eigentlich ein, nach so vielen Jahren Fantum eine Startreihenfolge ziemlich gut lesen zu können, insbesondere, was den Sieger angeht, aber in diesem Jahr bin ich absolut ratlos.

Schauen wir trotzdem mal drauf.


1. Zypern

Das ist doch mal ein solider Opener. Neben Serbien und Griechenland eine der drei Optionen auf das Eröffnen der Show. Man muss ja immer mit einer flotten Nummer eröffnen, und die hier stimmt schon mal ein auf die zig ähnlich gelagerten Nummern  an diesem Abend. Liegt bei den Bookies derzeit auf Platz 11 mit absteigender Tendenz (vor Probenbeginn: Platz 9), ich denke, sie wird sich aber eher um Platz 15 rum einordnen.


2. Albanien

Schon wieder Albanien auf Platz 2? Warum? Hat man sich nicht getraut, einen der Big 5 da hinzupacken, weil man das ja eigentlich immer macht? Anxhela kann es egal sein, sie hat im Grunde nicht viel zu verlieren und wird das gut machen. Albanien wird ja grundsätzlich unterschätzt, und auch in diesem Falle mal wieder zu Unrecht. Liegt auf Platz 24, wird aber besser abschneiden (vor Probenbeginn: Platz 39) .


3. Israel

Diese Nummer hat Israel doch vor sechs Jahren schon mal ein ziemlich gutes Ergebnis beschert. Überhaupt, auffällig viele Startnummern, die in den letzten Jahren für das jeweilige Land schon mal vergeben wurden. Ich denke aber, dass es dieses Jahr eher ein Nachteil ist, denn vermutlich wird Israel von Belgien überstrahlt werden. Derzeit auf Platz 19 (vor Probenbeginn: Platz 17), und etwa da wird es sich auch einsortieren.


4. Belgien

... sofern man bei einem derart düsteren Beitrag von "überstrahlen" reden kann. Das wird zumindest für die Jurys der erste Höhepunkt werden. Für die Televoter leider eher nicht. War vermutlich ziemlich schwierig, diesen Beitrag adäquat unterzubringen. Liegt derzeit auf Platz 20 (vor Probenbeginn: Platz 19), dürfte aber aufgrund der Klasse und des Jury-Appeals einen Tick besser abschneiden.


5. Russland

Das mit dem schwer unterbringen gilt auch für Manizha. Fürs Televoting auf jeden Fall mal der erste richtige Kracher und ein großartiger Kontrast zu Belgien. Stand vor Probenbeginn und steht auch jetzt auf Platz 15, könnte aber etwas besser abschneiden und sogar an der Top Ten kratzen - wobei, die wird in diesem Jahr für den einen oder anderen echt schwer zu knacken sein.


6. Malta

Destiny stand ja vor Probenbeginn auf Platz 1, inzwischen ist sie auf Platz 3 abgerutscht. Wenn man der Startreihenfolge glauben darf, zu Recht. Sie dürfte sich inzwischen aus dem Kreis der engsten Siegesfavoriten verabschiedet haben, sonst hätte sie eine andere Nummer bekommen. Und ganz ehrlich: Sie ist die einzige von der derzeitigen Bookie-Top-6, mit deren Sieg ich nicht leben könnte. Wird natürlich trotzdem super abschneiden, aber eben nicht gewinnen.


7. Portugal

Wenn mir jemand vor einem Monat gesagt hätte, dass Portugal heute bei den Bookies auf Platz 8 steht, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Vor zwei Wochen war es Platz 24. Ich denke, die Portugiesen werden der Ryan O'Shaughnessy dieses Jahrgangs und werden auch in etwa so abschneiden, dh um Platz 16 rum. Wenn es anders kommt, wäre es natürlich schon sehr, sehr cool. Die Startnummer zwischen den beiden Krachdingern ist jedenfalls nicht schlecht.


8. Serbien

Hurricane tragen die Startnummer von Bojana Stamenov auf und machen nach den Portugiesen wieder richtig Dampf, was beiden nicht schadet. Das wird eine solide Performance, die an der linken Tableauhälfte kratzen könnte. Die Bookies sehen sie mit Platz 18 klar auf der rechten Seite (vor Probenbeginn: Platz 23), aber es ist auch schwierig, bei den ganzen ähnlich gelagerten Beiträgen eine vernünftige Einschätzung hinzukriegen.


9. Großbritannien

Jetzt hat Großbritannien seinen besten Beitrag seit Ewigkeiten und wird dann eingezwängt zwischen zweimal Radau. Unfair, sowas. Da wär ja fast die 2 noch besser gewesen. Trotzdem wünsche ich mir, dass James der Bottom 5 entgeht, verdient wäre es, wird aber schwer. Liegt derzeit hauchdünn außerhalb der Bottom 5 mit Platz 21 (vor Probenbeginn: 22).


10. Griechenland

Uff. Ob das jetzt wirklich so eine gute Startnummer für die Griechen ist? Stefania wird zwar das UK überstrahlen, dafür aber von den beiden nachfolgenden Startnummern pulverisiert werden. Könnte eng werden mit der Top Ten, und wenn man ehrlich ist, gäbe es die auch nur für die Sängerin und die Inszenierung, nicht für den Song. Liegt genau wie vor zwei Wochen auf Platz 14.


11. Schweiz

An Gjon ist ja ziemlich viel rumgemeckert worden in den letzten Tagen, blödes Oberteil, unpassende Bewegungen, bla bla bla. Dabei wird gerne vergessen, dass der Junge einen SONG dabei hat. Und eine STIMME! Natürlich hat er im Semi auch von dem Carcrash vor ihm profitiert, aber den hätte es nicht gebraucht. Möglicherweise der Sieger im zweiten Semi. Lag vor Probenbeginn auf Platz 3, liegt jetzt auf Platz 4 der Quoten und ist beim Rennen um den Sieg noch lange nicht rausgeflogen!


12. Island

Entweder Gjon hat das Semi gewonnen oder die Isländer. Ich hab ja zu den Umständen bereits alles gesagt. die Startnummer deutet darauf hin, dass sie gestern sehr gut abgeschnitten haben. Vor Probenbeginn auf Platz 5, jetzt auf Platz 6, aber die Möglichkeit eines isländischen Sieges ist hiermit nach wie vor noch nicht vom Tisch! Falls Island gewinnen sollte, startet in der Nacht von Samstag auf Sonntag das Crowdfunding für meine Kneipentouren nächstes Jahr in Reykjavik 😄😄😄


13. Spanien

Ach, Blas. Ach, Blas. Das ist jetzt blöd für Dich. Nach Island und der Schweiz hast Du keine Schnitte und kannst froh sein, wenn Du nicht letzter wirst. Auch die Bookies haben ihn ganz hinten, vor Probenbeginn war es Platz 35. Also chancenlos von Anfang an.


14. Moldawien

Was dieses Ding im Finale macht, begreife ich immer noch nicht. Die Organisatoren vermutlich auch nicht, deshalb hat es auch den schlechtestmöglichen Startplatz bekommen. Liegt jetzt auf Platz 23 (vor Probenbeginn: Platz 20) und wird HOFFENTLICH auch so abschneiden.


15. Deutschland

Umso besser für Jendrik. Ich hab ihm ja im Vorfeld eine Startnummer zwischen 14 und 17 prophezeiht, aber nach Moldawien ist für ihn nicht so schlecht, das wäre schlimmer gegangen. Nach dem moldawischen Kunstprodukt kommt er möglicherweise umso erfrischender und authentischer rüber. Aber: Dafür muss der Auftritt zu 100% sitzen! Nutze Deine Chance, Junge, Du hast eigentlich keine! Vor Probenbeginn auf Rang 28, jetzt auf 25. Ich fürchte, allzu viel mehr ist leider in diesem Feld auch nicht drin.


16. Finnland

YAY sie haben es getan! Mittelfinger und Mittelfinger Rücken an Rücken! Wie geil! Warum die Finnen derzeit auf Rang 7 liegen, verstehe ich allerdings nicht, ich fand sie gestern keineswegs überzeugend und sehe sie auch deutlich außerhalb der Top Ten. Vor Probenbeginn waren sie 11., wenn es das wird, wären sie schon gut bedient.


17. Bulgarien

Victoria hat sich aus dem Rennen um den Sieg auch noch nicht so ganz verabschiedet, allerdings ist diese Startnummer nicht wirklich gut für sie. Die Top Ten wird es aber allemal, vielleicht sogar mehr. Allerdings helfen ihr die beiden nachfolgenden Starter nicht. Lag vor Probenbeginn auf Platz 6, jetzt auf Platz 10. Wird dann wohl Platz 8.


18. Litauen

So, und hier bin ich jetzt ratlos. Warum liegen The Roop bei den Bookies dermaßen unter dem Radar? Sie lagen vor Probenbeginn auf Platz 7, was ich schon ein bisschen weit unten fand, jetzt auf Platz 12?! Was erlauben Bookies? Für einen Sieg ist die Startnummer einen Tacken zu ungünstig, aber doch bitte solide Top 5, oder? Oder seh ich hier was, was sonst keiner sieht?!


19. Ukraine

Alle Jahre wieder gibt es einen Beitrag, mit dem vor Probenbeginn keiner rechnet, der aber dann auf einmal den Turbo zündet. Hier haben wir den diesjährigen - erfreulicherweise. Vor Probenbeginn noch auf Platz 16, jetzt auf 5, und ich würd mir ein Loch in die Mütze freuen, wenn es tatsächlich auch so wird. Dieser Beitrag ist so einzigartig, dass es fast egal ist, wo man ihn hinplatziert. Top 5 sehe ich hier allemal.


20. Frankreich

Hier auch, aber da rechnet ja eigentlich auch jeder mit. Es wird auf jeden Fall Frankreichs bestes Ergebnis seit ... seit ... uff. Damals wie jetzt auf Platz 2, und wenn es der wird, wäre es fantastisch. Wenn es der Sieger wird, wäre es noch fantastischer. Verdient hätten sie es allemal, der Song ist toll, und wie entzückend ist eigentlich Barbara Pravi?! 


21. Aserbaidschan

Helfen wird Barbara auch Aserbaidschan nach ihr, damit sieht man nämlich, wie hochklassig der französische Beitrag in diesem Jahr ist. Ich glaube, nach so vielen ähnlich gelagerten Beiträgen werden die Leute sagen "Oh Gott, nicht schon wieder SOWAS" und Aserbaidschan wird abstürzen. Ich kenne eine Menge Leute, die das diebisch freuen wird. Lag vor Probenbeginn auf Rang 18, jetzt auf 17, und viel mehr ist auch nicht drin.


22. Norwegen

Norwegen vor Jeangu starten zu lassen finde ich nicht ganz so geglückt, aber gut - sie spielen beide im Titelrennen keine Rolle. TIX hat den Vorteil, dass er nach Aserbaidschan vermutlich gut und authentisch wirken wird, und wenn er wieder genauso performt wie am Dienstag, ist die linke Hälfte auf jeden Fall in Reichweite. Vor Probenbeginn wars Platz 10, jetzt 16, ich sag, er wird 13.


23. Niederlande

Eigentlich ist die 23 eine gute Nummer, aber nicht in diesem Jahr. Zwischen Norwegen und Italien wird Jeangu leider gnadenlos untergehen. Ich hoffe sehr, dass ich mich da irre! Vor Probenbeginn Rang 30, jetzt Rang 22, viel besser wird es leider auch nicht werden. Sehr schade.


24. Italien

Okay, ich glaube, ich weiß DOCH, wer gewinnt. Diese ganze Startreihenfolge ist schon sehr auf die Italiener zugeschnitten, und auch, wenn sie in der Vergangenheit mit viel besseren Beiträgen (zum Beispiel alles von 2017 bis 2019) nicht gewonnen haben, wird es in diesem engen Feld aller Voraussicht nach klappen. Vor Probenbeginn auf Platz 3 der Wettquoten, jetzt auf der Pole Position. 


25. Schweden

Wer hätte das gedacht, dass Schweden mal als Puffer zwischen zwei Top-Favoriten herhalten muss? Ausgerechnet Schweden, das ja per se schon immer einen Bonus vor sich herschleppt. Aber Tusse war im ersten Semi ein Wackelkandidat fürs Weiterkommen, und irgendwo musste man ihn ja unterbringen. Lag vor Probenbeginn auf Platz 8 und jetzt auf Platz 13, und ich denke, dort wird er sich auch einsortieren.


26. San Marino

Apropos Top-Favoriten: Wer hätte jemals gedacht, dass man sowas mal von San Marino sagen würde? Mit dem Sieg wird sie nichts zu tun haben, mit der Top Ten aber sehr wohl, und dafür hätte sie Flo Rida nicht mal gebraucht. Das wird San Marinos mit Abstand bestes Ergebnis. Vor Beginn der Proben auf Rang 12, jetzt auf Rang 9, und etwa dort wird sie auch landen.


Eine große offene Frage bleibt: Wer hat eigentlich das erste Semi gewonnen? Die Startreihenfolge gibt absolut keinen Aufschluss darüber.

Lieber Jendrik: Viel Glück und Erfolg für heute und morgen Abend! Rock die Hütte! Zeig ihnen, dass sie Unrecht haben mit ihrem Geunke! Neben Deutschland liegt mein Augenmerk in diesem Finale besonders auf Litauen (bisheriger Siegertipp), Italien (aktueller Siegertipp), der Ukraine (der eine Lieblingsbeitrag) und natürlich Island.

Ich wünsche Euch und uns allen morgen ein höggschd pläsierliches Finale mit dem richtigen Sieger und keinen weiteren Ausfällen!

Donnerstag, 20. Mai 2021

Blitznachlese Semi 2

 So, nachdem die letzten beiden Tage voller unguter Nachrichten waren (wer es noch nicht mitbekommen hat: Auch Duncan wurde positiv getestet und kann am Samstag nicht auftreten), bin ich mit dem Verlauf des zweiten Semis doch sehr happy. Lediglich zwei Trauerfälle und einen Qualifikanten den ich nicht gebraucht hätte - aber der Reihe nach.

San Marino - ja, Bombe, ne? Das war schon weiter, bevor Flo Rida kam. Danach aber dann erst recht. Startet am Samstag in Hälfte 2 (und wird San Marinos bestes Ergebnis einfahren).

Uku sang echt richtig gut, das muss ich ihm lassen, auch wenn ich ihn sonst nicht sonderlich sympathisch finde. Er hatte aber eh keine Chance aufs Weiterkommen.

Tschechien ist leider ebenfalls zu Recht raus. War recht okay, aber das reichte hier nicht. Und warum hat Benny die ganze Zeit an seiner Hose rumgezuppelt?

Der an sich nicht so starke griechische Song war super in Szene gesetzt mit den Green Screens, da merkt man mal wieder, dass es EuroVISION heißt. Stefania war aber auch echt gut. Startet in Hälfte 1.

Österreich ist einer meiner beiden Trauerfälle. Ich vermute mal, dass er nur knapp raus ist, ich fand ihn aber auch heute tatsächlich nicht soooo gut.

Polen - wie lang können eigentlich drei Minuten sein? Poah, war das ZÄH!

Warum Moldawien weitergekommen ist? Keine Eistüten auf der Bühne, zum hundertsten Mal das GeBANGe von Maruv, schiefer Gesang - Kirkorovs Kröten? Oder was? Hätte ich nicht haben müssen. Da hätte ich lieber einen meiner beiden Trauerfälle gehabt! Startet in Hälfte 2, auch das noch.

Island. Ik hou van jou. Til hamingju! Es war so unfassbar gut, die Halle hätte es getragen, wenn es live gewesen wäre, und ganz vielleicht hat es ja sogar das Semi gewonnen...? Die Geschichte geht auf jeden Fall weiter und kann immer noch ein tolles Ende nehmen. Startet in Hälfte 1, leider.

Die Serbinnen haben es einfach drauf. Runder Auftritt, da passte alles. Zu Recht weiter, startet in Hälfte 1.

Tornike war jetzt nicht so schlecht, ich vermute, dass er nicht Letzter geworden ist. Hat natürlich trotzdem nicht gereicht.

Bei Albanien hingegen war uns sofort nach dem ersten Takt klar, dass sie weiterkommt. Mein Gott, hat die toll gesungen! Startet in Hälfte 1.

Und dann die größte Sensation: Ich hätte vor Probenbeginn keinen Pfifferling auf Portugal gewettet. Aber sie hatten eine der stimmigsten Inszenierungen, da passte ebenfalls alles. Startet in Hälfte 1.

Victoria war genauso gut, wie es im Vorfeld erwartet wurde. Ich hatte nach ihrem Auftritt ein bisschen Wasser in den Augen, so sehr hat mich das angefasst. Startet in Hälfte 2.

Und dann das volle Kontrastprogramm. Ich gebe zu, ich war ja nicht so ganz sicher, wer das letzte Ticket bekommt, aber dass die Finnen es bekommen, ist absolut in Ordnung, auch wenn sie mich nicht hundertprozentig überzeugen konnten. Starten in Hälfte 2.

Dass die Lettin es nicht bekommt, war sofort klar. Erstens ist der Song scheußlich, zweitens: Sollte das so schief klingen? Prognose: Letzte in diesem Semi.

Erster in diesem Semi ist möglicherweise dann doch die Schweiz geworden. Das war schon bestechend gut. Die Tanzbewegungen fand ich jetzt nicht soo schlimm, es passt irgendwie. Nee, Leute, Gjon ist nach wie vor im Rennen! Startet aber leider in Hälfte 1.

Und dann: Trauerfall Nummer 2. Wir sind hier abgegangen wie eine Zäpfchenhorde, Das war wohl leider kein Juryfutter. Trotzdem, schade drum.

Jetzt wünsche ich Euch und uns allen ein pläsierliches Finale hoffentlich ohne weitere Coronafälle! Bleibt gesund, schlaft gut, bis morgen (!) - Startnummernannalühse folgt!


Mittwoch, 19. Mai 2021

Dem Tod seine Serviette, Semi 2

Eine Bemerkung vorab: Ich bin gerade sehr traurig. Ihr habt bestimmt schon mitbekommen, dass die Isländer aufgrund eines positiven Corona-Tests eines der Bandmitglieder weder morgen noch bei einem Finaleinzug (wovon ich ausgehe) am Samstag auftreten dürfen. Das hat die EBU heute Nachmittag so bekannt gegeben. Ich bin beim dem Beitrag ja eh schon parteiisch, aber jetzt noch mehr: GO ICELAND! Holt Euch das Mikrofon, das gläserne! Jetzt erst recht!

Anyway, to business. Auch für Semi 2 gibts von mir natürlich wieder eine Prognose.

Sicher weiter: 

Auf jeden Fall mal die Schweiz, der Junge kann einfach was und steht nicht umsonst so weit oben in den Quoten.

Gleiches gilt für Bulgarien.

Und ja, natürlich kommen auch die Isländer im Finale, Backup hin, Backup her. Ich habe sie jetzt noch viel lieber als eh schon, und liebe Österreicher und Schweizer: Ruft bitte dafür an! Ich mache sowas sonst nicht, aber bitte bitte unterstützt diese tolle Truppe und diesen tollen Beitrag. Sie haben es echt verdient - wie viel Pech kann ein einzelner Act eigentlich haben?!

Außerdem kommt Griechenland weiter, das Staging passt, wackelt und hat Luft.

Und auch Senhit wird das beste Ergebnis für San Marino ever abliefern.

Und Finnland kommt auch noch weiter. Diese sechs werden auch die TOP 6 in diesem Semi, Reihenfolge weiß ich nicht. Is aber auch egal.

Sicher raus: 

Der schöne Uku aus Estland. Dabei find ich den gar nicht sooo schön. Und der Song kann leider genauso wenig wie der vom letzten Jahr.

Ebenfalls raus: Polen und Georgien. Da muss man nicht lange drüber reden, das wird in beiden Fällen nix. 

Bleiben wieder acht über, nämlich Tschechien, Österreich, Moldawien, Serbien, Albanien, Portugal, Lettland, Dänemark

Alle tückisch, obwohl ... einige weniger als andere. 

Serbien wird weiterkommen.

Albanien wird weiterkommen.

Österreich wird weiterkommen.

Portugal wird weiterkommen.

Tschechien wird weiterkommen.

Dänemark wird weiterkomm... was? Das sind schon dreizehn? Ach geh doch weg.

Lettland wird rausfliegen. Dieses Öh-öh- öh-öh und dazu Samantas Geschrei, das wird nix. Die Letten haben irgendwo in den letzten Jahren den Anschluss verloren. In den Nullern sind sie oft genug mit Beiträgen weitergekommen, die das nicht verdient hatten, in den Zehnern wars umgekehrt. Und in den Zwanzigern schicken sie was, was nicht für meine Mutter ihre Tochter is, und können das Finale am Samstag im Fernsehn angucken. So.

Jetzt noch die anderen sieben. Sackzement, ist das übel.

Ich glaube, dass sowohl Albanien (wird ja grundsätzlich unterschätzt) als auch Serbien ins Finale kommen. Das sitzt einfach beides.

Moldawien - uff. Ich denke, das wird nichts. Dazu hätte sie dann schon die tanzenden Eistüten mitbringen müssen.

Jetzt noch zwei aus Österreich, Portugal, Tschechien und Dänemark. 

Ich denke, die vier machen die Plätze neun bis zwölf unter sich aus, wenn nicht noch eine große Überraschung passiert. Hmmmmmmm .... *nägelkau* ...

Tschechien wird es allein schon aufgrund der Startnummer schwer haben. Ich glaube, er schafft es nicht, war wohl eben auch nicht sooo überzeugend.

Österreich ist recht früh dran, aber ich hab bei dieser Nummer nach wie vor Weiterkommer-Vibes. Muss im Juryfinale auch ziemlich toll gewesen sein.

Jetzt noch Portugal und Dänemark. Auf dem Papier eigentlich eine klare Sache, da sind sie beide raus. Andererseits aber spricht für Dänemark die Startnummer und für Portugal, dass sie sich seit Probenbeginn stetig nach oben gearbeitet haben. Es wird .... ene mene miste, es rappelt in der Kiste, ene mene meck und Dänemark ist weg. Der zehnte Finalist wird Portugal.

That makes folgende Weiterkommer in order of appearance:

San Marino

Griechenland

Österreich

Island

Serbien

Albanien

Portugal

Bulgarien

Finnland

Schweiz

Und wie immer erzähle ich euch nach dem Semi, warum es anders gekommen ist. 

Blitznachlese 1. Semi

Ist das nicht ein gigantischtolles Gefühl, endlich wieder eine Eurovisionsveranstaltung sehen zu dürfen? Ich bin so froh und dankbar dafür! Und die Niederländer haben das toll gemacht! Es lief nicht immer alles glatt, zum Beispiel hat man in diesem Jahr deutlich mehr Zeit für die Umbauten gebraucht, was aber vermutlich auch wieder an Corona liegt. Dennoch, mein Kompliment. Hier wurde sich sehr viel Mühe gegeben und versucht, eine ansprechende Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Das ist größtenteils auch gut gelungen.

Ich will jetzt gar nicht so viel übers Drumherum schreiben, sondern direkt zum Punkt kommen. Das war ein durchaus gutes Semi, allerdings im Ergebnis doch recht überraschungsarm:

Litauen war ein grandioser Opener, die Halle ist abgegangen wie Schmitzkatze (und wir hier auch). Kam NATÜRLICH weiter (ich tippe auf Top 3 in diesem Semi) und startet am Samstag in Hälfte 2.

Slowenien gab nach wie vor keine Antwort auf die Frage, warum eine so gute Sängerin einen so schlechten Song bekommt. Das Semiaus war nur folgerichtig. Leider.

Russland - was für eine Frau! Was für eine Performance! Startet in Hälfte 1.

Schwedens Weiterkommen war eine kleine Überraschung, und arg deutlich kann es nicht gewesen sein. Es kann ihm egal sein, er startet am Samstag in Hälfte 2.

Ich hab hier schon kundgetan, dass ich weder Montaigne noch ihren Song mag, aber mein Gott, die hat mir so, so leid getan. Das hier alles mitzukriegen und selbst zuhause bleiben zu müssen ist echt hart. So gesehen tut es mir leid, dass sie es nicht geschafft hat, das war nicht schlecht!

Vasil, heuer als Discokugel verkleidet (kennen wir das nicht irgendwoher?), sang sich die Seele aus dem Leib und machte das auch ziemlich gut. Er hätte halt einen Song mitbringen sollen.

Ach, Irland. Vor allem: Ach, Lesley. Auf dem Papier ein sicherer Weiterkommer, aber diese drei Minuten waren für alle Fans des Songs extrem schmerzhaft mit anzugucken. Ich würde mich nicht wundern, wenn sie Letzte geworden ist.

Zyperns Weiterkommen war natürlich eine klare Sache, ich fand es aber nicht so überzeugend, wie es mir die Bookies in den letzten Tagen verkaufen wollten. Das kann Top Ten werden (muss aber nicht), ist aber mit Sicherheit nicht der Sieger am Samstag. Startet in Hälfte 1.

Norwegen war toll, hätte ich nie vorher gedacht. TIX sang super und sich die Seele aus dem Leib. Auf der PK wandelte er irgendwo auf dem schmalen Grat zwischen adorabel und komplett verpeilt, ich hab immer noch keine Ahnung, auf welcher Seite er runtergefallen ist. Der ist einfach eine Marke für sich. Startet in Hälfte 2.

Um Kroatien hat es mir ein bisschen leid getan, ich vermute, dass sie knapp Elfte geworden ist. Der Auftritt war bis auf ein, zwei versemmelte Töne gut, aber da noch drei andere im gleichen Gewässer gefischt haben, hatte sie das Nachsehen.

Mit Belgien fischt keiner im gleichen Gewässer. Bekannter Name, makelloser, super inszenierter Auftritt - manchmal braucht man einfach nur Klasse und keinen Schnickschnack drumherum. Super! Startet in Hälfte 1.

Die Israelin war die einzige, die ich bei meinem Weiterkommertipp nicht auf der Rechnung hatte, aber wenn man sich das nochmal durchliest, habe ich sie ja erst in letzter Minute und mit wackeligem Gefühl im Bauch rausgeschmissen. War also keine Überraschung. Sie startet in Hälfte 1.

Dass es Rumänien schrägen würde, war in den letzten Tagen leider abzusehen gewesen. Das war zwar besser als erwartet, aber längst nicht gut genug, um hier mitzuhalten.

Die aserbaidschanische Patentmixtur hat auch dieses Mal wieder bestens funktioniert. Die wissen einfach, wie es geht, da kann der Song noch so vom letzten Jahr kopiert sein. Startet in Hälfte 2.

Und dann, meine Damen und Herren: Für uns der eindeutige Höhepunkt des Abends! War das großartig! Die Ukraine schraubt sich in den Quoten immer weiter nach oben, was zwar nix heißt, aber anscheinend fanden das nicht nur wir super. Startet in Hälfte 2.

Destiny hat natürlich gesanglich alles weggefegt und wird in diesem Semi auch die Top 3 geknackt haben, aber ob das wirklich der Sieger am Samstag ist - ich weiß nicht. Startet in Hälfte 1.

Ha! 9 von 10, und den Zehnten hätte es genauso gut treffen können! Ich bin doch nicht vollkommen ahnungsfrei, und vor allem hab ich mehr Treffer als meine beiden Lieblingssteirer (Sigi hat 7, Sixtus, der alles erst einmal gehört hat, 8). Mal gucken, wie es am Donnerstag wird.

Jetzt erholt Euch erstmal alle gut, wir lesen uns spätestens morgen früh wieder in diesem Theater!


PS: Ich hab dem Teufel meine Seele verkauft. Ich hab vorgestern öffentlich auf ESC kompakt in einem Kommentar verkündet, dass ich "I don't feel hate" einsinge, sollte Jendrik am Samstag die Top Ten erreichen.  


Montag, 17. Mai 2021

Dem Tod seine Serviette, Semi 1

Prognose-Time! Herrgott, wie hab ich das vermisst! Das Semi ist gar nicht so einfach, schauen wir mal, wer es ins Finale schafft:

Sicher ist wie immer nix, aber man hat ja mindestens vier Richtige dieses Mal. 

Gucken wir mal auf die, die sicher weiter sind:

Litauen ist nicht nur sicher weiter, sondern wird sich auch um den Sieg in diesem Semi (und um den am Samstag kloppen). Nach derzeitigem Stand mein Top-Favorit für Samstag.

Russland kommt trotz Todesslot sicher ins Finale. Allein die Geschichte drumherum sollte die Leute in Scharen zum Anrufen und die Jurys zum Bepunkten animieren, aber egal, was man vom Song hält: Das ist einfach saugut.

Die Ukraine kommt natürlich weiter, nicht nur wegen der 20 SMSe, die ich darauf verballern werde.

Zypern hat ja in der Bubble inzwischen einen gewaltigen Hype ausgelöst, aber natürlich kommt auch das weiter. Das Rezept funktioniert ja immer noch ganz gut.

Malta? Klare Sache. Ich sehe sie zwar nicht als Sieganwärterin, aber das Finale sollte kein Problem sein.

Und, Recycling hin oder her, auch Aserbaidschan kommt weiter. Das Gesamtpaket ist leider geil, und die meisten werden nicht wissen, dass der Song fast genau so letztes Jahr schon mal am Start war.

Sicher raus:

Slowenien. Nur gute Stimme allein reicht nicht. Eine Schande, eine so gute Sängerin an so schwaches Songmaterial zu verschwenden!

Genauso raus ist Nordmazedonien. Dabei war der Beitrag letztes Jahr so gut, aber den dieses Jahr kann ich mir immer noch nicht merken. Pathetisches Musicalgeschwurbel, sorry. Dat wird nix.

So, und da verließen sie sie. Jetzt muss ich mir noch vier raussuchen aus Schweden, Australien, Irland, Norwegen, Kroatien, Belgien, Israel und Rumänien.

Hm. Schwierich.

Kroatien ist von den obigen meines Erachtens noch der sicherste Weiterkommer. Das Einzige, was ihr das Genick brechen kann, sind die vielen ähnlich gelagerten Beiträge. Angeblich können die gar nicht alle weiterkommen. Doch. Ich denke, sie wird es schaffen, das hier ist solide und dürfte nach Norwegen ziemlich gut kommen.

Australien ist meines Erachtens raus. Diese Art von Songpuzzelei ist immer problematisch. Dazu kommt, dass die Dame zumindest mir zum Schreien unsympathisch ist. Leider ist sie bekanntlich auch nicht vor Ort - auch kein Vorteil. Wenn es weiterkommt, dann nur, weil es Australien ist.

Irland. Uff. Schwierig. Eigentlich auf dem Papier ein sicherer Weiterkommer, aber man hat ihr eine Choreo aufgedrückt, die leicht in die Hose gehen kann. Auch war sie in den Proben stimmlich nicht gut drauf, und nach allem, was ich weiß, muss sie es im Juryfinale wohl ziemlich versemmelt haben. Das wird nichts. Leider.

Belgien ist schwierig. Hooverphonic ist eine Hausnummer mit einer gewissen Fanbase, die wissen genau, wie man sowas machen muss. Sie müssen im Juryfinale brilliant gewesen sein. Das greife ich dann mal auf und sage: Kommt durch.

Rumänien hatte die gesamte Woche über dermaßen große Probleme, dass ich glaube, es das wird nix. Im Juryfinale durfte sie wegen technischer Probleme zweimal ran. Der erste Durchgang war gar nix, der zweite auch nicht ohne Probleme. Ist leider raus, dabei habe ich mir davon so viel versprochen ...

Jetzt muss ich noch einen von Norwegen, Schweden oder Israel raussschmeißen. Poah, das ist sackschwer. Auf dem Papier wäre es Norwegen, aber sowohl Schweden als auch Israel haben stimmlich im Juryfinale nicht optimal abgeliefert, was bei beiden immens wichtig ist, zumal Schweden bei den Televotern zunehmend in Ungnade fällt. Dazu kommt, dass Tix seine Sonnenbrille abgesetzt hat, was vielleicht doch für einen ungeplanten Überraschungseffekt sorgen könnte. Alle drei haben jemanden vor sich, von dem sie überstrahlt werden, aber keinen nach sich.  Ich entscheide mich dann mal rein aus dem Bauch raus für die beiden Skandinavier.


That makes the following qualifiers (in order of appearance on stage):

Litauen
Russland
Schweden
Zypern
Norwegen
Kroatien
Belgien
Aserbaidschan
Ukraine
Malta

Und übermorgen früh erzähle ich Euch dann, warum alles ganz anders gekommen ist.

Samstag, 15. Mai 2021

Startnummernvergabe alt, neu und überhaupt

Könnt Ihr Euch noch an den 7. November 2012 erinnern? Was es da für einen Aufschrei gab, weil Björkman und Co. beschlossen, dass künftig nicht mehr das Los entscheidet, wer von wo startet, sondern der ausrichtende Sender - mit der kleinen Modifikation, dass zumindest die Hälften noch ausgelost werden?

Heute Morgen haben die Big 5 plus Niederlande ihre zweite Probe absolviert und im Anschluss daran bei der PK (oder wars ein Meet & Greet? Egal) ihre Hälften gezogen. Allerorten las man: "Hoffentlich zieht XY (hier bitte den jeweiligen Lieblingsbeitrag einsetzen) zweite Hälfte!"

Ist das berechtigt? 

Ich hab mir gedacht, da heute keine Proben mehr sind, morgen lediglich die Veranstaltung auf dem türkisfarbenen Teppich stattfindet (aufgrund eines positiven Coronatests ohne die polnische Delegation - Daumen sind gedrückt, dass alle PCR-Tests negativ ausfallen, dass es allen gut geht und dass RAFAŁ am Donnerstag performen kann!), füll ich Euch den Abend mal mit ein bisschen Lesestoff zum Thema Startnummern. Angestoßen wurde das durch ein Tubenvideo, wo jemand die Startnummern 2013-2018 analysiert und ihre Durchschnittsplatzierung ausgerechnet hat. Ich hab das mal aufgegriffen und ein bisschen erweitert.

Ist also die handgeklöppelte Startnummernvergabe jetzt besser oder schlechter oder gleich gut wie die geloste? Schauen wir doch mal rein, ohne Euch indes mit Zahlen zu überfordern:

Zunächst die Semis. 

Ich habe mal die Durchschnittsplatzierungen der Semis 2008-2012 einerseits und 2013-2019 andererseits angeschaut. Die Jahre 2004-2007 habe ich aufgrund mangelnder Vergleichbarkeit weggelassen - es ist ein großer Unterschied, ob ich zehn Gewinner aus 19 oder aus 28 Beiträgen raussuche.

Schauen wir mal rein. Hier ist eine kleine Grafik mit den entsprechenden Weiterkommerquoten:


Wie man sieht, wirkt die rechte Spalte der Grafik wesentlich "ruhiger" und ausgeglichener als die linke, auch liegen die Zahlen näher beieinander. Die 100% auf der rechten Seite bei der Startnummer 19 ist allein Eleni Foureira geschuldet, niemand sonst hatte in 2013-2019 eine Startnummer 19.

Ein Vorteil ist in jedem Falle nach wie vor die letzte Startnummer, bis auf Triana Park 2017 (die dann aber auch gleich Letzte wurden), ist bis dato jeder von dieser Nummer ins Finale gekommen. Am anderen Ende liegen erwartungsgemäß die Nummern 2 und 3, allerdings sind die Unterschiede zwischen den Nummern längst nicht mehr so krass wie 2008 bis 2012. 

In einer weiteren Grafik zeige ich Euch die durchschnittliche Platzierung: 


Auch hier wirkt die rechte Seite bis auf den Foureira-Ausreißer ganz unten wieder wesentlich ausgeglichener, man sieht es auch an den Zahlen. Die handgeklöppelte Startreihenfolge wirkt sich meiner Meinung nach hier durchaus positiv aus, die "Gleichberechtigung" der Startnummern ist deutlich gestiegen.

Bitte beachten: Bei der Semi-Auswertung habe ich in den Jahren 2008 und 2009 die drei, die von der Jury gerettet wurden, nicht gesondert behandelt, ich bin nur nach der Platzierung gegangen!


Schauen wir mal aufs Finale. Hier nehmen wir jetzt einerseits die Jahre 1998-2012, also alles, wo es Televoting gab, und die Jahre 2013-2019 getrennt. Auch hier schauen wir wieder auf die Durchschnittsplatzierung nach alt und neu:


Und hier wird es jetzt richtig interessant. Es ist so zu lesen: Je blauer, desto besser. Je röter, desto weniger gut. Wir sehen auf der linken Seite einen eindeutigen Vorteil bei den Nummern ganz hinten. Vorne sieht es eher mau aus. Das heißt, wer beim Losverfahren eine niedrige Startnummer gezogen hat, war bedenklich im Nachteil, und es hat in Jahren, wo es eng war, vermutlich mehr als einen guten Beitrag den Sieg gekostet. Ich bin immer noch überzeugt, dass der Sieger 2011 bei anderer Startnummernvergabe nicht Aserbaidschan geheißen hätte (und der 2001 nicht Estland!).

Auf der rechten Seite sehen wir, dass es zum Ende der Hälften hin, also Startnummern 9-13 und alles ab 22 immer blauer wird. Die Hälften haben sich einander angeglichen, es spielt also für das Abschneiden kaum noch eine Rolle, ob man erste oder zweite Hälfte zieht. Das zeigt sich auch in den letzten beiden Zeilen: Gab es zwischen 1998 und 2012 noch einen deutlichen Unterschied zwischen den beiden Hälften (zweite Hälfte schnitt durchschnittlich mehr als zwei Plätze besser ab!), so hat sich dieser Unterschied seit 2013 komplett marginalisiert. Und das ist auf jeden Fall erfreulich. Es gibt also keinen Grund zur Panik, wenn der eigene Favorit für das Finale die erste Hälfte zieht.

Wie kommt es nun, dass seit Festlegen der handgeklöppelten Startreihenfolge die späten Startnummern der jeweiligen Hälften so signifikant besser sind? Haben diejenigen, die spät in ihrer Hälfte starten, nicht einen ungerechtfertigten Vorteil?

Natürlich haben sie den. Aber nicht wegen der Startnummer, sondern sie bekommen die Startnummer wegen ihres Vorteils, dh wegen ihres Semi-Ergebnisses bzw ihrer Wettquoten. Beim Festlegen der Finalstartreihenfolge sollen ja möglichst alle Acts im besten Licht präsentiert werden, und das heißt dann auch, dass ein potenzieller Siegersong nicht die Startnummer 2 zugeschustert bekommt, die sich nun endgültig als Todesslot etabliert hat.

Schauen wir mal die Nummern der Top-5-Absolvierer in den einzelnen Jahren an:

2013: 18 - 20 - 22 - 24 - 10

2014: 11 - 24 - 13 - 7 - 21

2015: 10 - 25 - 27 - 13 - 12

2016: 21 - 10 - 18 - 8 - 9

2017:  11 - 25 - 7 - 23 - 34

2018: 22 - 25 - 5 - 11 - 26

2019: 12 - 22 - 5 - 24 - 9

Wie man sieht, tummelt sich das bis auf ganz wenige Ausnahmen immer in der hinteren Hälfte seiner Hälfte.

Insgesamt finde ich das neue Verfahren durchaus gut, auch wenn damit ein kleines bisschen Spannung wegfällt. Man kann an der Finalstartreihenfolge immer schon ganz gut ablesen, wem der Gesamtsieg zugetraut wird. Ich wusste 2019 nach dem Anschauen der Finalstartreihenfolge sofort, dass Duncan das gewinnen wird. 2013 ist die große Ausnahme in diesem Reigen, denn Emmelie war in ihrer Hälfte mit der 18 sehr früh dran. Zwei Punkte sind hier aber bedenkenswert: Sie hat sich im Finale gegenüber dem Semi so enorm gesteigert, dass der Sieg zwingend war, und außerdem war es das erste Jahr, wo man mit der Reihenfolge rumgespielt hat. Inzwischen hat man schon mehr Routine, so dass ich auch in diesem Jahr hoffe, dass man eine Reihenfolge zusammenbaut, die jeden Act strahlen lässt! 

Annalühse gibts dann wie inzwischen schon gewohnt wieder hier!

Bis dahin: Viel Spaß mit den restlichen Proben, Servietten des Todes nicht vergessen!

Freitag, 7. Mai 2021

Um kurz vor Probenbeginn die Langeweile zu vertreiben ...

... könnt Ihr jetzt über die besten ESC-Beiträge aller Zeiten abstimmen (Stand 2019, der 2021er ist noch nicht drin, kennen wir ja noch nicht, 2020 war nie auf der ESC-Bühne zu sehen). 

Ich verlinke Euch hier die Abstimmung und hier den entsprechenden Artikel auf eurovision.de, wo Ihr noch ein bisschen was zum Prozedere erfahrt. Hurtig, hurtig, am Samstag beginnen die Proben, da sind wir alle anderweitig busy. Die Abstimmung läuft aber dennoch bis zum 14. Mai. Man darf zwischen drei und 15 Songs zu seinen All-Time-Favoriten küren. Fünfzehn ist natürlich viel zu wenig für den Hardcore-Eurovisionista, aber wir müssen alle Opfer bringen.

Anyway, macht mit, es macht superviel Spaß und man kann sich auch dort alle Songs nochmal anhören. Ich versacke dort gerade, hab aber meine TOP 15 natürlich längst abgeschickt. 

Was?

Was is los?

Was meine Top 15 ist?

Ach kommt, das wollt Ihr gar nicht wissen. Ich erzähls Euch trotzdem. 15 sind übrigens viel! zu! wenig! Oder schrob ich dat schon?


Wer sich schon immer bestätigt wissen wollte, dass die Frau Fabian eh keinen Musikgeschmack hat, darf jetzt über meinen Olymp lästern (ich geb Euch auch gleich alle, nicht nur die Top 15):

1. Ermal Meta & Fabrizio Moro – Non mi avete fatto niente (Italien 2018) 
2. Eugent Bushpepa – Mall (Albanien 2018) 
3. Paolo Meneguzzi – Era stupendo (Schweiz 2008) 
4. Wig Wam – In my dreams (Norwegen 2005) 
5. Texas Lightning – No no never (Deutschland 2006) 
6. Anabel Conde – Vuelve conmigo (Spanien 1995) 
7. Sandrine Francois – Il faut du temps (Frankreich 2002) 
8. Umberto Tozzi & Raf – Gente di Mare (Italien 1987) 
9. Johnny Logan – Hold me now (Irland 1987) 
10. Katrina and the Waves – Love shine a light (UK 1997) 
11. Maribelle – Ik hou van jou (Niederlande 1984) 
12. Hoffmann & Hoffmann – Rücksicht (Deutschland 1983) 
13. Hanna Pakarinen – Leave me alone (Finnland 2007) 
14. Ryan O’Shaughnessy – Together (Irland 2018) 
15. Eythor Ingi Gunnlaugsson – Eg a lif (Island 2013) 

und noch die aus dem Olymp, für die es leider nicht gereicht hat (so lächerlich! 15 ist zu wenig!):

Sjonni’s Friends – Coming Home (Island 2011) 
Anouk – Birds (Niederlande 2013) 
Anonymous – Salvem el Mon (Andorra 2007) 
Nusa Derenda – Energy (Slowenien 2001) 
Michelle – Out on my own (Niederlande 2001) 
Saskia & Serge – Tijd (Niederlande 1971) 
Anna Oxa & Fausto Leali – Avrei voluto (Italien 1989) 
Anna Maria Jopek – Ale jestem (Polen 1997) 
Edsilia – Hemel en Aarde (Niederlande 1998) 
Cleopatra – Olou tou kosmou i elpida (Griechenland 1992) 
Maggie McNeal – Amsterdam (Niederlande 1980)

Danke an den ESCkompakt-Leser robba für den Hinweis. ESCkompakt being neben aufrechtgehn.de bestes Eurovisionsseite von allen, wenn Ihr noch nicht da wart, hingehen, gucken, toll finden und nie wieder weggehen!

Donnerstag, 22. April 2021

Der Hörtest ist zurück!

Ladies and Gentlemen, I proudly present the Hörtest 2021!

Da der letzte schon eine Weile her ist und überdies ein Desaster war (von der Top 3 2017 hat keiner den Hörtest bestanden, womit mal wieder bewiesen ist, dass Frau Fabian keine Ahnung von nix hat - aber dafür war der Jahrgang dann am Ende auch kommerziell ein absoluter Griff in die Keramik), hab ich ein paar Jährchen gebraucht, bis ich mich wieder berappelt hatte. Aber jetzt!

Da rules are as follows:

Da es ja bekanntlich in den Veranstaltungen immer einen Auftritt und zwei Schnelldurchläufe gibt, habe ich die Theorie, dass ein Song, der gewinnen will, spätestens beim dritten Hören im Gehörgang sein muss. Das heißt, man muss ihn in irgendeiner Weise ansingen können. Bei allen Siegern von 2010 bis 2016 war das bei mir so. 2017 bekanntlich nicht, wobei da der Überflieger der Saison ja bekanntlich recht unsanft auf der Nase gelandet ist und auch keinen Hit platzieren konnte. Schauen wir mal, wie es 2021 ist, das Rennen ist ja in diesem Jahr recht offen.

Hat die Komponistenklasse 2021 also ihre Hausaufgaben gemacht? Wommer ma kucken?


Nach einmaligem Hören im Ohr:

Deutschland (HA! Doch was richtig gemacht, Herr Sigwart! Lass die Leute reden, das tun sie doch sowieso! Du wirst das schon machen, und Du wirst das gut machen!)


Nach zweimaligem Hören im Ohr:

Österreich
Schweiz
Kroatien
Niederlande
Slowenien
Lettland (Ihr seht, mögen hat wirklich nix mit ins-Ohr-kriegen zu tun!)
Russland
Schweden
Frankreich
Irland
Portugal


Nach dreimaligem Hören im Ohr:

Dänemark
Ukraine
Finnland
Litauen
Zypern
Albanien (der Anfang vom Refrain ist 1:1 von Bosnien 2016 geklaut)
Spanien
Aserbaidschan
San Marino
Tschechien
Serbien
Australien


Nach dreimaligem Hören NICHT im Ohr:

Bulgarien
Rumänien
Norwegen
Großbritannien
Nordmazedonien
Moldawien
Estland
Griechenland
Israel
Malta (Nein, der Sprechgesang "je me casse" zählt nicht!)
Belgien
Italien
Polen
Georgien


Unbewertbar:

Island

Zum allerersten Mal muss tatsächlich ein Beitrag in die Kategorie "Unbewertbar" einsortiert werden, allerdings aus überaus erfreulichen Gründen. Ich habe ja bei der Songbesprechung schon gesagt, dass ich eine von den ca. 1000 Leuten bin, die nach ca. 2 Minuten im Chor des isländischen Songs mitsingt (die Stelle, die wie ein Kinderchor klingt und wo im Video auch der Kinderchor zu sehen ist). Das Ganze lief damals so ab: Daði hat am 4. Januar einen Aufruf gestartet, dass er Unterstützung braucht. Wer wollte, konnte sich den entsprechenden Schnipsel runter laden und eine oder mehrere der sieben Spuren einsingen, die an der Stelle übereinandergelegt werden. Ich hab mich zum Beispiel für die Spuren drei und sieben entschieden, sie getrennt voneinander eingesungen und sie am 11. Januar zwei Stunden vor Abgabeschluss an Daði geschickt. Zu diesem Zeitpunkt kannten wir aber alle nur diesen 15-Sekunden-Snippet. Der Song kam erst später. Wenn man aber vorher schon zwei Stunden (soviel war es bei mir) daran rumgedoktort und versucht hat, das Zeug einzusingen, dann hat man natürlich im Ohr, was da kommt. In diese Situation wird der Feldwaldwiesenzuschauer aber nicht kommen. Daher ist es mir nicht möglich, Island 2021 bezüglich Hörtest zu bewerten. Aber Ihr habt das bestimmt alle nach dem ersten Hören im Ohr, oder? ODER???


Wow. Respekt. Selbst wenn ich Island unter "nach dem dritten Hören nicht im Ohr" einsortieren würde, was ich nicht tu, wäre das immer noch das beste Hörtestergebnis, das ich jemals hatte. Die Komponisten dieses Jahr haben also tatsächlich mal gewusst, was sie zu tun haben.

In den Jahren 2010 bis 2016 hat jeder der ESC-Gewinner den Hörtest bestanden, nur 2017 fiel damals aus dem Rahmen. Ein gewisser Indikator ist es natürlich trotzdem.

Jetzt ist natürlich die Frage, wer gewinnt, ich glaub, wir hatten schon lange nicht mehr so ein offenes Rennen. Derzeit (22.4.) wird ja ein Dreikampf zwischen Malta, Frankreich und der Schweiz erwartet, wobei Malta im Hörtest komplett durchgerauscht ist, die anderen beiden aber überzeugt haben. Ich persönlich sehe diesen Dreikampf nicht. Da mischen auch noch andere mit, allen voran die Litauer, die für mich persönlich aktuell der heißeste Siegertipp im gesamten Feld sind. Auch Island hätte ich natürlich gerne ganz vorne, aber da hab ich derzeit die rosa Brille auf. An Italien glaub ich nicht, die werden sich mit den Finnen kannibalisieren. Wen haben wir noch? Bulgarien? Rumänien? San Marino gar?

Wir werden sehen. Ich wünsche Euch und uns allen einen superpläsierlichen Contest, der egal in welcher Form hoffentlich reibungslos über die Bühne gehen kann - it is so good to be back in da bubble!

Montag, 12. April 2021

Die Eurovisionsklasse 2021, Teil 10

Deutschland: Jendrik – I don’t feel hate

Wir machen jetzt alle mal die Augen zu und stellen uns einen Weihnachtsbaum vor. Ja, ich weiß, es passt nicht zur Jahreszeit, aber wir machen das jetzt trotzdem. An dem Baum hängen viele schöne bunte Kugeln in allen Farben, die der Pantone-Katalog hergibt. Und Lametta! Lametta darf nicht fehlen! Irisierendes Lametta natürlich. Viel irisierendes Lametta. Strooohsterne! Von führenden Kindergartenkindern gebastelt. Alle Baumfiguren, die auf den Weihnachtsmärkten der zehn größten deutschen Städte zu finden waren. Aus Holz, Plastik, Glas, was weiß ich noch. Girlanden brauchen wir auch noch, genau wie künstlichen Schnee. Aber halt, der Baum leuchtet ja noch gar nicht! Da machen wir ein paar schöne Wachskerzen drauf. Und LED-Ketten in bunt. Und in weiß. Und in rosa. Und Wunderkerzen!

Falls sich irgendjemand fragen sollte, was diese Assoziation mit dem deutschen Beitrag zu tun hat: Schau Dir doch bitte mal das Video an, und dann stell die Frage nochmal. Ich gehe davon aus, dass diejenigen, die das Video gesehen haben, die Frage nicht stellen.

Ja, es ist too much of everything, alles so schön bunt hier. Aber wisst Ihr was: Scheißegal. Wer diesen Blog aufmerksam verfolgt, wird von mir schon öfter die Forderung an den NDR gelesen haben, sich doch bitte mal was zu trauen und lieber mit Grandezza auf die Fresse zu fliegen als mit Langeweile.

Und anscheinend liest der NDR hier mit, denn zu meiner großen Freude schickt Deutschland diesem Jahr ein Beitrag, bei dem das Polarimeter durch die Decke geht. Entweder man fährt darauf ab wie ein Zäpfchen, oder man hält keine zwanzig Sekunden durch. Dazwischen gibt es relativ wenig.

Ich gebe ganz ehrlich zu, ich gehöre zur keine-zwanzig-Sekunden-Fraktion. Es ist einfach zu viel von allem, zu bunt, zu hibbelig, zu – alles. Vielleicht bin ich inzwischen auch einfach zu alt für sowas. Aber das spielt alles keine Rolle. Jendrik ist ein supersympathischer Flummi, der was ganz Eigenes hat, was kann, dieses Können auch zeigen will und obendrein noch ein Eurovisionista ist. Dazu kommt das Thema seines Songs: »I don‹t feel hate, I just feel sorry« – leider immer noch relevant und immer relevanter werdend, wenn auch der Text stellenweise genauso überdreht ist wie der Sänger selbst. Die Botschaft bleibt dennoch eine wichtige. Dass das Ganze in musikalisch eine nicht zwingend geglückte Symbiose aus den Songs von Aarzemnieki, Gianluca Bezzina und Alf Poier ist – geschenkt. Es wird auffallen, und das ist das, was wir in den letzten Jahren nicht geschafft haben!

Und deshalb, liebe Freunde, beglückwünsche ich den NDR ausdrücklich zu dieser Entscheidung, rolle für unseren supersympathischen Jendrik den roten Teppich aus, drücke ihm alle Daumen und hoffe, dass er viel, viel besser abschneidet, als die Bubble das derzeit glaubt. Auf jeden Fall wünsche ich ihm in Rotterdam eine supergeile Zeit, egal wie das Ganze ausgeht!

Chancen auf die Top Ten: Mach eine solide Top 15 daraus, und wir können drüber reden. Da man nur für und nicht gegen einen Beitrag anrufen kann, wird es besser abschneiden, als alle denken, zumal das ein Beitrag ist, den man inszeniert sehen muss. Bottom 5 wirds auf keinen Fall, und wenn doch: Egal!

Stuttgart 2022: Dort wird dann auch wieder von meinereinen die Eurovisionsklasse getestet. Schleyer-Halle und Porsche-Arena können allerdings weiterhin für andere Dinge gebucht werden.

6/10


Die Eurovisionsklasse 2021, Teil 9

 Nun noch die gesetzten Finalisten (bis auf einen, der kriegt eine Sonderbehandlung, die hat er sich redlich verdient):


Spanien: Blas Cantó – Voy a quedarme

Uku, tut mir leid, du bist wohl doch nur der zweitschönste Mann in diesem Jahrgang. Blas hat immer noch den schärfsten Schlafzimmerblick des Jahrgangs. So scharf, dass ich ihn gerne mal den finnischen Beitrag singen lassen möchte. Aber natürlich hat der Herr, wie sich das gehört, eine Ballade am Start, die sich schön anhört und mir zum linken Ohr rein und zum rechten wieder raus geht. Man soll ja Leute nicht auf ihre Optik reduzieren, aber manchmal bleibt einem nichts anderes übrig.

Chancen auf die Top Ten: Er kann froh sein, wenn er die Top 20 knackt.

Madrid 2022: Nein.

6/10


Frankreich: Barbara Pravi – Voilà

Oooooh eine Chanson francaise! Je suis enchantée! Das ist so eine Sorte Lied, wie sie nur aus Frankreich stammen kann. Die Bubble ist offensichtlich auch entzückt, und die Bookies führen Frankreich derzeit auf Platz 2 bei der Wette für den Sieg! Das erscheint mir dann allerdings doch zu gewagt, bedenkt man, dass die großartige Patricia Kaas mit dem möglicherweise besten Auftritt der Eurovisionsgeschichte auf einem indiskutablen achten Platz verhungerte. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Barbara hat jedenfalls genügend Stimme und Charisma, um das Ganze zu stemmen –  ich bin schon sehr gespannt auf den Auftritt!

Chancen auf die Top Ten: Na, ich hoffe doch!

Paris 2022: Auch wenn die Quote dafür derzeit recht gut steht: So recht mag ich das nicht glauben.

7/10


Italien: Måneskin – Zitti e buoni

Radau aus Italien! Geiler Radau! Womit hab ich so viel Gutes an einem Abend verdient? Das fischt im gleichen Gewässer wie die Finnen, kommt aber fast noch besser: Erstens ist es etwas melodischer, und zweitens hört Italienisch sich einfach geil an. Den optischen Eindruck mag ich jetzt nicht ganz so, aber gut – den von Wig Wam damals mochte ich auch nicht, das hat meiner Liebe zu dem Beitrag keinen Abbruch getan. Also alles cool.

Chancen auf die Top Ten: Es ist Italien. Allerdings werden sie es dieses Jahr schwerer haben als sonst.

Rom 2022: Nein.

8/10


Großbritannien: James Newman – Embers

Hm. So ganz schlüssig bin ich mir noch nicht, was ich davon halten soll. Man hat sich ja in den letzten Jahren angewöhnt, von den Briten beim ESC grundsätzlich nur noch Kandidaten für den letzten Platz zu erwarten, aber so schlecht finde ich das jetzt gar nicht. Ich mag James’s Ausstrahlung und seine etwas rauhe Stimme, er hat schon irgendwie was Eigenes. Der Song ist kein großer Wurf, tut aber auch nicht weh und macht aber gute Laune. Ich hab doch auch keine Ahnung. Es wäre sicher nicht verkehrt, wenn die positive Stimmung aus dem Video mit den Tänzern und den Musikern auch auf die Bühne transportiert werden würde.

Chancen auf die Top Ten: Keine, sorry. Aber vielleicht werden sie ja dieses Mal nicht letzter.

London 2022: No way.

6/10


Niederlande: Jeangu Macrooy – Birth of a new Age

Und nun, meine Damen und Herren: Unsere Gastgeber. »Grow« war ja neben »Solovey« im letzten Jahr mein absoluter Lieblingsbeitrag. Die selbstgelegte Latte für Jeangu Macrooy lag also hoch. »Birth of a new Age« kommt nicht ganz ran, gefällt mir aber auch sehr, sehr gut. Genau wie »Grow« ist auch das ein typischer Heimbeitrag, sprich, hier wird einfach was riskiert, und die Chancen im Wettbewerb sind vollkommen egal, denn man hat ja gerade erst gewonnen. Der Song ist wieder sehr gospellastig und soll Mut machen, hier finden sich Textzeilen wie »your rhythm is rebellion« und »you no man broko mi« (du brichst mich nicht). Und mal ehrlich: Mutmachlieder können wir im Moment alle gut gebrauchen, oder? Nicht nur deshalb mag ich das.

Chancen auf die Top Ten: In den letzten drei Jahren war es für die Heimbeiträge eher schwierig damit. Wird es leider auch für diesen.

Utrecht 2022: Nee.

7/10

Die Eurovisionsklasse 2021, Teil 8

 13. Bulgarien: VICTORIA – Growing Up Is Getting Old

Irgendwie passiert es in letzter Zeit regelmäßig, dass immer ein Beitrag dabei ist, wo es mich beim Hören plötzlich völlig unerwartet verreißt. Hier ist der diesjährige. (Und es bleibt dann bitte auch bei dem einen, ja? Danke!). Ich habe keine Ahnung, warum das hier mir dermaßen ans Herz geht. Vielleicht, weil Älterwerden einfach eine Bitch ist. Ach, ich weiß es doch auch nicht. Jedenfalls ist das hier supergut, Stimme und Ausstrahlung Hammer, darf gerne weit nach vorne.

Chancen aufs Finale: Ja sicher.

Sofia 2022: Möglicherweise.

9/10


14. Finnland: Blind Channel – Dark Side

Dreizehn Jahre lang hab ich gebittelt und gebettelt, dass die Finnen endlich mal wieder qualifizierten Radau schicken, und ENDLICH hats geklappt! Die Startposition hinter Bulgarien könnte besser nicht sein, das kommt supergut und geht ab wie ein Zäpfchen. Auch textlich passt es wie Faust auf Auge: Singt Victoria davon, dass erwachsen werden alt werden bedeutet, singen Blind Channel davon, dass sie nicht erwachsen werden wollen, ausgestreckte Mittelfinger und Verherrlichung des Club27 inklusive. Also, wir halten fest: Älterwerden ist Mist. Der Song an sich hätte gern in den Strophen noch ein wenig melodischer sein dürfen, aber ansonsten passt das!

Chancen aufs Finale: Ja sicher!

Helsinki 2022: Dazu müssten sie an Maske und Outfit noch was machen.

8/10


15. Lettland: Samanta Tīna – The Moon Is Rising

»Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar ...« Schulligung. Aber wenn ich die Wahl hätte zwischen diesem Lied und dem, was ich hier und jetzt gerade rezensieren muss, wüsste ich aber, wofür ich mich entscheide. Ich fand den lettischen Beitrag im letzten Jahr schon gruselig, aber dieses Jahr ist es noch schlimmer. Da gibt es dieses »öh-öh-öh-öh« im Hintergrund, das macht mich wahnsinnig. Auch sonst ist es einfach nur scheußlich. »The Queeeeen of the night is cooooming.« Tja. Der Hölle Rache kocht in ihrem Herzen, sonst würde sie uns ja diese Ohrenfolter nicht zumuten. Kann ich auch was Positives sagen? Hm. Nö.

Chancen aufs Finale: In einer gerechten Welt nicht, aber was ist schon gerecht?

Riga 2022: Nein!

0/10


16. Schweiz: Gjon’s Tears – Tout l’univers

Wenn es irgendjemanden in diesem Wettbewerbsfeld gibt, der den Schmerz schon im Namen trägt und daher auch für schmerzhafte Lieder prädestiniert ist, ist es sicherlich Gjon. Und auch in diesem Jahr trägt er wieder die Last der ganzen Welt auf seinen Schultern, zumindest scheint es so. Vom Text verstehe ich leider nicht allzu viel, mein Französisch ist ziemlich eingerostet. Wenn das irgendjemand glaubhaft transportieren kann, dann er. Dazu kommt dann noch diese fantastische Stimme. Zum dritten Mal in Folge ein Siegeskandidat aus der Schweiz – was will man mehr?

Chancen aufs Finale: Gegenfrage: Gewinnt er das Semi?

Zürich 2022: Möglicherweise.

8/10


17. Dänemark: Fyr & Flamme – Øve os på hinanden

Zum Schluss hat es mich dann tatsächlich noch ein zweites Mal zerlegt, dieses Mal aber vor Lachen. Nachdem die Dänen in den letzten drei Jahren akzeptable bis gute Beiträge geschickt haben bzw schicken wollten, haben sie für dieses Jahr beschlossen, endlich mal wieder so richtig ins Klo zu greifen. Hier wurde ein gezielter Angriff auf Europas Geschmacksnerven gestartet und ganz bewusst alles falsch gemacht, was nur geht. Der Song war zu einer Zeit modern, da waren die meisten von uns noch nicht mal geboren. Die Sänger halten sich für Misters Obercool, sind aber nur peinlich, vor allem der ohne die Gitarre. Und dann fängt der auch noch an zu tanzen! This is fucking hilarious und ein krönender Abschluss des zweiten Semis.

Chancen aufs Finale: Natürlich keine!

Kopenhagen 2022: Was?!

5/10 (this has Guilty Pleasure written all over und ich weiß jetzt schon, dass es Zeiten geben wird, wo ich das in Endlosschleife hören werde)


Dann schauen wir doch mal, wer in diesem Semi ins Finale kommt:


San Marino

Griechenland

Österreich

Moldawien

Island

Serbien

Albanien

Bulgarien

Finnland

Schweiz


Hier fand ich es schwerer, zehn zu finden. Serbien und Albanien sind als Wackelkandidaten gerade noch mit reingerutscht. So eine ungleiche Semiverteilung hatten wir doch schon mal in 2018.

Nun gut. Kommt eh alles ganz anders. 

Die Eurovisionsklasse 2021, Teil 7

9. Serbien: Hurricane – Loco Loco

Verglichen mit dem Vorjahresbeitrag kommt das hier nicht ganz so billig daher, aber immer noch trashiger als alles, was jemals vorher aus Serbien kam (ja, die beiden Barbara-Dex-Award-Preisträger ausdrücklich eingeschlossen!). Und man merkt, dass immer noch Corona ist. Kinder, Dauerwellenflüssigkeit selber auf Haare auftragen kann ganz ganz böse ausgehen, dat sarrich euch! Also lieber den Fachmann machen lassen! Auch sonst ist das Ganze ein visueller Overkill. Der Song nimmt sich nicht viel mit dem Vorjahresbeitrag, sprich, man kann ihn sich anhören, aber wenn man an die Qualität so ziemlich aller anderen serbischen Beiträge denkt, muss man leider ziemlich weinen.

Chancen aufs Finale: Wird möglicherweise Platz 11 im Semi. Alles lassen sich die Leute auch nicht bieten.

Belgrad 2022: Dort wird dann hoffentlich wieder Qualität ausgewählt. Ihr könnt es doch!

2/10


10. Georgien: Tornike Kipiani – You

Alle Jubeljahre wieder kriegt die Wundertüte vom Kaukasus ihre speziellen drei Minuten. Dann haut sie was raus, wo du denkst: »Boah, ist das toll. Aber was macht das beim Contest?« Dieses Jahr ist es nach 2014, 2016 und 2018 mal wieder so weit. Das hier dürfte der Song in diesem Jahr sein, der am allerwenigsten ins Wettbewerbsumfeld passt. Der Anfang klingt ein bisschen wie etwas, was von Henk Hofstede geschrieben worden sein könnte, und das ist ja mindestens mal ein Qualitätsmerkmal. Gegen Ende wird es dann etwas bombastischer, aber es bleibt spannend. Auch rhythmisch ist es ein wenig ungewohnt, es folgt nicht so ganz unseren Hörgewohnheiten. Nicht nur deshalb werden es die Zuschauer abstrafen. Und das ist eine Schande.

Chancen aufs Finale: Keine. Wird nach hinten durchgereicht werden.

Tbilisi 2022: Nein. Aber ich hoffe, dass sie nicht aufhören, weiterhin mutige Sachen zu schicken!

8/10


11. Albanien: Anxhela Peristeri – Karma

Fangen wir mal mit dem Positiven an: Sie singt in Landessprache. Und nach derzeitigem Stand wird das auch so bleiben. Ansonsten same procedure as almost every year, will sagen, schöne stimmgewaltige Frau singt sich durch sperrigen Song. Und dieser ist noch sperriger als »Ktheju tokes«. Sehr viel Balkan-Sound, sehr viel Aufwand nötig, um sich das schönzuhören. So weit bin ich noch nicht. Gebt mir bitte meinen Eugent Bushpepa wieder! Bitte bitte bitte!

Chancen aufs Finale: Grenzwertig, aber könnte klappen.

Tirana 2022: Nein.

3/10


12. Portugal: The Black Mamba – Love Is on My Side

»Love is on my side but maybe not tonight.« Ich krieg ja immer ein bisschen Fremdschamattacken, wenn ich solch selbstreferentielle Textzeilen anhören muss. Herrgott nochmal, Portugal, seid Ihr eigentlich noch bei Trost? Wenn Ihr zum ersten Mal in Eurer Geschichte einen Song komplett auf Englisch schickt, schickt Ihr SOWAS? Aus welchem Jahrhundert stammt das bitte? Warum klingt der Sänger wie ein Frosch mit verklebten Nasenlöchern? Wer hat dem das Singen beigebracht? Mit welcher Gesangstechnik? Wann verklagt der seinen Gesangslehrer? Warum grimassiert der so? Love is definitiv not on your side tonight. Beliff mi. Boah, das macht mich grad voll aggro!

Chancen aufs Finale: KEINE!

Lissabon 2022: Egal was, aber bitte wieder portugiesisch.

2/10

Die Eurovisionsklasse 2021, Teil 6

5. Österreich: Vincent Bueno – Amen

Von den beiden Amens in diesem Jahrgang ohne Frage das weitaus bessere, allerdings bin ich etwas unschlüssig, was die Chancen angeht. Es geht um eine gescheiterte Beziehung und (zumindest im Video) die Befreiung aus den Fesseln derselben, wobei sich sehr ruhige und sehr dramatische Passagen abwechseln. Ich finde diesen Song ja absolut großartig, aber das ist sicher nicht ganz einfach auf die Bühne zu bringen. Der Fokus muss hier voll auf Vincent liegen, und er muss einhundertfünfzig Prozent geben. Die Emotionen hier transportieren, ohne zu übertreiben, das ist nicht ganz einfach. Aber ich traue es ihm zu.

Chancen aufs Finale: Chancen ja, aber sicher durch sehe ich ihn noch nicht.

Wien 2022: Nein.

8/10


6. Polen: RAFAŁ – The Ride

Ach. Du. SCHEI**E! Was ist DAS denn? Wir sehen einen in die Jahre gekommenen (ich darf das schreiben, ich bin älter als der!) Typen mit Sonnenbrille, der gerne mal auf cool machen will, aber nur peinlich ist und obendrein zehnmal unsympathischer rüberkommt als Uku Suviste. Was ist das hier bitte? Der feuchte Traum eines Hipsters von vor 20 Jahren? Das ist nix. Das ist GAR nix. Da helfen weder die anderen Tänzer, die du um dich rumzappeln lässt, noch die Neonreklame noch die jungen Frauen mit langen Pferdeschwänzen. Das ist einfach nur meeeeh. Und obendrein riecht das für mich nach Car Crash in der Live Version – worauf ich hoffe, dann hätte es wenigstens noch was Lustiges.

Chancen aufs Finale: Kann froh sein, wenn er nicht letzter wird.

Warschau 2022: Hau ab.

1/10


7. Moldau: Natalia Gordienko – Sugar

Och nee! »Replay« war ein Abklatsch von »Fuego«, und »Sugar« ist seinerseits wiederum ein blasser Abklatsch von »Replay«. Wenn man sich überlegt, dass die Dame bei ihrer letzten Teilnahme drei verschiedene Outfits anhatte, die zusammen angezogen immer noch weniger waren als das, was die meisten anderen Damen üblicherweise auf der ESC-Bühne anziehen, ist es wohl nicht vermessen zu vermuten, dass hier beim Auftritt wohl auch wieder die Sex-Karte gespielt werden wird. Und damit meine ich nicht nur die Outfits, sondern auch das Lippenlecken beim Singen, das wohl lasziv wirken soll, mich persönlich aber in Lichtgeschwindigkeit in die Pipipause treibt. Mach das weg!

Chancen aufs Finale: Ich hasse es. Also kommts weiter.

Chisinau 2022: Bloß nicht!

0/10


8. Island: Daði og Gagnamagnið – 10 Years

Es fällt mir aus zwei Gründen extrem schwer, eine Bewertung für diesen Song abzugeben – nein, eigentlich kann ich es nicht. Aber ich versuch mich trotzdem. Natürlich zieht hier jeder, der beide Songs kennt, den Vergleich zur Vorjahressensation »Think about things«, und allgemein wird behauptet, dass »10 Years« im Vergleich deutlich schwächer sei. Kann ich jetzt so nicht unterschreiben. Ich finde, Daði  hat auch in diesem Jahr wieder glänzend abgeliefert und wird sicher ganz vorne mit dabei sein. Dabei ist er seinem Stil und auch den Outfits treu geblieben, so dass böse Zungen sagen, das wär ja nur ein Abklatsch. Aber: Nicht jeder hat das letztes Jahr gesehen, und da man nur für und nicht gegen einen Song anrufen kann, wird das sehr gut abschneiden.

Wenn Ihr es Euch mit mir nicht verderben wollt, dann SOLLTET Ihr auch für den Song anrufen. Denn durch die Tatsache, dass in diesem Jahr ausnahmsweise Background-Gesang vom Band möglich ist, hat Daði die Eurovisionsgemeinde dazu aufgerufen, in seinem Song mitzuwirken und eine kurze Stelle im Background mitzusingen. Im Video ist das die Stelle, wo scheinbar der Kinderchor singt, in Wahrheit sind es aber 1135 Eurovisionsfans aus aller Welt (er hat sie alle genommen, hat er gesagt!), darunter übrigens auch Jendrik Sigwart. Und eben auch meine Wenigkeit.

Chancen aufs Finale: Na, aber hallo!

Reykjavik 2022: Oh Gott, das wär so genial!

10/10

Sonntag, 11. April 2021

Die Eurovisionsklasse 2021, Teil 5

Weiter geht’s mit dem zweiten Semi:


1. San Marino: Senhit – Adrenalina

Und auch das zweite Semi beginnt mit einem Kracher, und zwar mit einem, mit dem wohl kein Mensch ernsthaft gerechnet hätte. San Marino stand ja bisher für Trash irgendwo zwischen Fremdscham und Guilty Pleasure. Allein schon Senhits Vorjahresbeitrag: Cringe vom Feinsten. Und dann das: Hätte ich nicht gewusst, woher dieser Beitrag kommt, hätte ich ihn sofort in Richtung Aserbaidschan verortet. Senhit war wohl ihr Vorjahresdings selbst zu peinlich, so dass sie in diesem Jahr zeigen musste, was sie wirklich drauf hat. Mal sehen, wie sie das umgesetzt kriegen. Das Video war immer noch recht bunt, aber professioneller als alles, was ich bisher aus San Marino gesehen habe. Wenn die so weiter machen, müssen wir wirklich noch Andorra zurückholen!

Chancen aufs Finale: Es wird nicht nur ins Finale kommen, sondern vielleicht sogar die beste san marinesische Platzierung ever werden.

Seravalle 2022: Das wär mir dann jetzt doch ein bisschen zu mutig.

6/10


2. Estland: Uku Suviste – The Lucky One

»Komm, mach aus, das wird nicht besser.« Das waren die weisen Worte von Doktor Irving Wolther zu Beginn des letztjährigen Estland-Reaktions-Videos. Und es ist auch dieses Jahr nicht besser geworden. Obwohl die Esten die Wahl hatten, wählten sie wieder diesen unsympathischen Schönling mit einem erneut strunzlangweiligen Lied. Ja, man kann es sich anhören, aber das ist kein Qualitätskriterium. Und Uku, noch zwei Sachen: Erstens: Wenn man bei der Eurovision gewinnen will und in seinem Video um Wasser rum treibt, ziehe man sich bitte aus, sonst funktioniert das nicht. Zweitens: Nur weil du denkst, dass du jetzt, wo Tom Leeb nicht antritt, der Schönste in der Klasse bist, macht dich das auch nicht sympathischer.

Chancen aufs Finale: Nein. Und zwar völlig zu Recht nicht.

Tallinn 2022: Bitte dann mal wieder einen gescheiten Eesti Laul. Ihr wart einst die Coolsten von allen!

4/10


3. Tschechien: Benny Cristo – Omaga

So, da hat der arme Benny Cristo also den Todesslot erwischt. Dabei macht der Song wirklich gute Laune, und Bennys positive Ausstrahlung tut ein Übriges. Dennoch, es wird sehr schwer werden für die Tschechen. Das Bemerkenswerteste is noch das Wortspiel »Omaga«, was der Aussprache nach zu urteilen wohl »Oh my God« heißen soll. Es wird hier viel davon abhängen, wie sie es auf die Bühne bringen. Die Startnummer nach Estland ist nicht unbedingt ein Nachteil, aber sie müssen schon sehr reinkrachen, um am Ende nicht vergessen zu werden. Ich sehe sie leider eher draußen.

Chancen aufs Finale: Siehe oben. Meiner Meinung nach eher nicht.

Prag 2022: Ich hab zum Geburtstag eine Reise dorthin geschenkt bekommen. Hoffentlich können wir die dann nächstes Jahr machen.

6/10


4. Griechenland: Stefania – Last Dance

Beim Video wurde auch in diesem Jahr wieder alles aufgefahren, was die Fantasie hergibt. Leider lenkt das alles sehr von dem Song ab. Eine Dance-Nummer, die zum einen Ohr rein und zum anderen wieder rausgeht, viel, viel glattgebügelter als »Supergirl« letztes Jahr. Es ist der letzte Tanz, soll aber doch nicht der letzte Tanz sein. Geht wohl wieder um Corona. Hier wird alles darauf ankommen, wie das auf die Bühne gebracht wird. Der Song allein wird es nicht reißen.

Chancen aufs Finale: Griechenland und solche Nummern – das wird wohl funktionieren.

Athen 2022: Nein.

5/10

Die Eurovisionsklasse 2021, Teil 4

 13. Rumänien: ROXEN – Amnesia

So, Freunde. Auch wenn ich mit dieser Meinung auch wieder allein auf weiter Flur stehen sollte: Dark-Horse-Alarm! Das hier ist zurückhaltend geschätzt ungefähr hunderttausendmal besser als der letztjährige Beitrag der Rumänen, da viel, viel glaubwürdiger. Dass Roxen sich vom Leben und von den Umständen herumgeschubst fühlt und die Kontrolle verloren hat, nehme ich ihr viel eher ab als die Tatsache, dass sie in besoffenem Zustand ihren Liebsten anruft. Das verstörende Video tut da noch ein Übriges. Roxen als Künstlerin hat ja sowieso was Einzigartiges, das gilt auch und vor allem für ihre Stimme. Aber, liebe Rumänen: Das unsägliche Kleid aus dem letztjährigen Vorentscheid bleibt bitte in der Altkleidersammlung! Oder noch besser: Verbrennt es, wenn Ihr nicht schon habt!

Chancen aufs Finale: Nach zwei Pleiten geht es für die Rumänen wieder ins Finale. Und zwar nicht knapp, sondern sehr, sehr, deutlich.

Bukarest 2022: Wie gesagt: Dark-Horse-Alarm.

8/10


14. Aserbaidschan: Efendi – Mata Hari

Man kann ja über Aserbaidschan sagen, was man will, aber wie Eurovision geht, wissen sie. Kurz und knackig: Hier wurde alles richtig gemacht. Sie wussten, dass sie letztes Jahr ein sehr starkes Gesamtpaket hatten, deshalb haben sie den diesjährigen Song nicht nur mehr als marginal an den letztjährigen angelehnt, sondern sogar eine raffinierte Referenz eingebaut: »Just like Cleopatrrra the army of lovers ...« Und auch der Refrain ist wieder catchy bis zum Gehtnichtmehr. Am besten gefallen mir zwei Sachen: Erstens hab ich noch nie gehört, wie jemand »desire« auf »liar« gereimt hat, und zweitens kriegen sie mich natürlich spätestens bei dem Teil, wo der Beat auf einmal doppelt so schnell wird. Sie hatten mich aber schon vorher. Mit anderen Worten: Leider geil.

Chancen aufs Finale: Ja sischer dat!

Baku 2022: Es kommt sehr weit nach vorne, aber ich weiß nicht, ob es gewinnen kann.

8/10


15. Ukraine: Go_A – SHUM

Bevor ich zum ersten Mal den letztjährigen Beitrag »Solovey« von Go_A gehört habe, hätte ich nie gedacht, dass ich jemals Gefallen an weißem Gesang finden könnte. Aber Go_A schaffen sogar das. Und mehr noch: »Solovey« war unterm Strich schon mein Lieblingsbeitrag im letzten Jahr, aber »SHUM« finde ich fast noch stärker. Treibende Elektrobeats. Flöten. Landessprache. Ein Lied, um mit Lärm und Tanz den Frühling herbeizusingen. Ich liebe alles daran! 

Chancen aufs Finale: Jaaaaaaaaaaaaaaaaa!

Kiew 2022: In einer gerechten Welt, ja. In dieser leider nicht.

10/10


16. Malta: Destiny – Je me casse

Diese Frau ist allen Ernstes erst 18?! Die hätte ich ihr niemals gegeben. Bekanntlich fand ich ihren Vorjahresbeitrag nicht so wirklich prickelnd, ich hätte sie im Gegensatz zu allen anderen nicht mal im Finale gesehen. In diesem Jahr nun singt sie eine Female Empowerment Hymne mit einer französischen Titelzeile und eingestreuten Saxophonsprengseln. Die ist sehr, sehr deutlich an »Toy« angelehnt, hat aber auch thematische Anleihen an »Proud«. Es geht darum, als Frau selbstbewusst und unabhängig zu sein. Destiny hat eine absolute Wahnsinnsstimme, das wird sicherlich Punkte ohne Ende bringen. Darüberhinaus? Man wird sehen. Mich holt es nicht ganz so ab wie alle anderen.

Chancen aufs Finale: Natürlich. Allein schon der Startnummer wegen.

Valletta 2022: Sagen die Bookies. Sag ich nicht. Obwohl ... »I’m not your Toy« versus »I’m not your Baby«? Hm. Weiß nicht.

6/10


Das war es schon mit der ersten Runde! Dann wollen wir doch mal sehen, wer von denen es schaffen könnte.

Ins Finale kommen:


Litauen

Russland

Schweden

Irland

Zypern

Norwegen

Israel

Rumänien

Aserbaidschan

Ukraine

Malta


Ups, das sind 11. Dann muss ich einen streichen. Hmmmmm.... Norwegen oder Israel. Oder doch Russland? Aber mit Aserbaidschan, Litauen und der Ukraine und der Geschichte dahinter müsste Russland es eigentlich schaffen. Nee, ich streiche Israel. Das riecht ja jetzt schon wieder nach Metzelsemi. Mal sehen, ob das zweite einfacher ist.