Dienstag, 6. Mai 2014

Servus liebe Leser!


Kurz vor Beginn des 1. Semifinales melde auch ich mich zurück aus dem Winterschlaf um den ESC Jahrgang 2014 meine Aufwartung zu machen.

Es ist ja nicht so, dass ich mich der völligen Abstinenz hingegeben habe. Auch ich habe mir viele der Vorentscheide via Livestream 'angetan' und war nicht immer glücklich mit dem Resultat.

Nichtsdestotrotz finde ich, wir haben es seit langem wieder mit einer guten musikalischen Mischung zu tun, es gibt so gut wie keine Ausfälle. Nur einmal fühlte ich mich persönlich beleidigt, dazu etwas später.

Also gleich fröhlich zu Semi 1:


Armenien - Aram MP3 - Not Alone

Das ist also der große Favorit. Den Wettquoten zufolge führen alle Wege nach Yerevan.
Ich habe nichts dagegen. Das Lied ist zwar sehr repetativ, aber durch die enorme Steigerung bis zum Schluss mit dem Dubstep-Rhythmus wirkt es wie aus einem Guss.

Ob Armenien wirklich den ESC gewinnt bleibt abzuwarten. Ich habe da so meine Zweifel.

7/10


Lettland - Aarzemnieki - Cake To Bake

ESC-Fans ist Jörans Geschichte hinlänglich bekannt - und es ist eine schöne.
Das Lied ist kein großer Wurf, macht aber mit zunehmendem Genuss viel Spaß. Das Straßenmusik-Konzept wird in Kopenhagen voll aufgehen und das Publikum hingerissen sein.
Da darf man ruhig auch übersehen bzw. -hören, dass die Truppe keine großen Stimmen in sich birgt.

7/10


Estland - Tanja - Amazing

Schade, schade, auch diesmal kommt aus einem der besten ESC-Länder nur Mittelmaß, zumindest liedtechnisch, denn Tanja kann man nur gratulieren:
Wer während ausgefeiltester Turnübungen so stimmsicher ist, der hat den Finaleinzug redlich verdient. Ich glaube aber, ehrlich gesagt, an ein Semiaus.

3/10


Schweden - Sanna Nielsen - Undo

Eine Veteranin des Melodifergevaltigen tritt an um den Pot nach nur einem Jahr Pause wieder ins Land des Knäckebrotes zu bringen. Wenn man den Wettquoten trauen darf ist das gar nicht unmöglich.
Ich, der dem MF eher kritisch gegenübersteht, finde, dass es heuer wesentlich bessere Titel als 'Undo' im Wettbewerb gab, aber wer fragt mich schon :-(
Sanna singt natürlich gut, das war nicht anders zu erwarten; das Lied selbst gibt textlich nicht viel her und ist musikalisch ein Abklatsch des Aufgusses des Aufgusses vieler schwedischer Popliedchen, Naja, Schweden eben.

4/10


Island - Pollapönk - No Prejudice

Ich geb ja zu: anfangs war ich befremdet. Aber nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte (und die englische Version herauskam) gefiel mir 'No Prejudice' immer besser. Kluger Text, nette Bühnenpräsenz, starkes Outfit ;-)
Wäre nur zu dumm wenn alle so lange mit dem Gefallen des Songs benötigen wie meinereiner. Es gibt nämlich keine zweite Chance für einen ersten Eindruck.

6/10


Albanien - Hersi - One Night's Anger

Es tut mir in der Seele weh, dass ich das Festival i Kenges verpaßt habe, aber es fällt leider immer so ungünstig mit Weihnachten und den unvermeidlichen Feierlichkeiten zusammen.
So kann ich jetzt gar nicht mitreden, ob Hersi wirklich das beste Pferd im Stall Albaniens war. Zufrieden bin ich dennoch mit der klassisch ausgebildeten Sängerin die stimmsicher im Shakira-Stil ihr wirklich schönes Lied rausbellt.
Ich wünsche Hersi natürlich den Finaleinzug, das Lied hat Potential für eine Top 10-Platzierung.

6/10


Russland - Tolmachevy Zwillinge - Shine

Soso, es 'shint' wieder einmal beim Song Contest. Eher kein gutes Zeichen. Diesmal spricht auch nicht viel für das Großreich. Die Komposition ein mittelprächtiger Radiodudel, die politische Situation äußerst ungünstig (inwieweit sich das auf die Wertung auswirken wird erfahren wir spätestens heute Abend). Es wäre eventuell klüger gewesen Russland kühllächelnd auszuladen, natürlich traut sich das aber keiner, lauter feige Seelen in der EBU, wie sich auch in den letzten Jahren immer wieder zeigte.

Am meisten tun die beiden Mädln leid, die dürfen jetzt für den Mist den ihr Chef baut geradestehen. Vermutlich sind sie arme gedrillte Kinder, auf Karriere ausgerichtet, die kein Englisch verstehen (dürfen), damit sie auf kritische Journalistenfragen nicht ohne Hilfe antworten könnten (und was sollten sie auch, mit 17 Jahren, groß rechtfertigen?), dafür reißt Onkel Kirkorow umso weiter seinen Mund auf. Tut mir leid, aber sowas regt mich auf.

Noch einmal zurück zum Wesentlichen, dem Lied. Ich muss gestehen, je öfter ich mir das Stück anhöre umso besser gefällt es mir. Ein echter 'Grower'. Anfangs nur maue 3/10, nun aber

6/10


Aserbaidschan - Dilara Kazimova - Start A Fire

Hach, wie ergreifend, zum Dudukgedudel wird ein Flämmchen entfacht. So originell.
Wieder singt ein hübscher Mensch ein nettes nationalitätsgetränktes Nichts von einem Lied.
Eine Nudel, ein Teig, wie man so schön sagt. Ja, Dilara trällert ausgezeichnet, nichts anderes durfte man erwarten. Und in rotweingeschwängerten Abendstunden fährt der Song richtig rein. Alles andere als ein Top 5-Platz wäre eine Überraschung.

Und auch wenn mein Geschreibsel nicht nach Begeisterung klingt, 'Start A Fire' ist ein großer Wurf.

5/10


Ukraine - Mariya Yaremchuk - Tick-Tock

Hiermit habe ich mich etwas schwergetan, umso besser gefällt mir das Werk jetzt.
Der Inhalt des Liedes ergibt sogar Sinn (nachdem ihn mir Mariya persönlich - und 10000enden anderen - im EurovisionTV-Video erklärt hat).
Diesmal nur sie und ein Tänzer, quasi ein Streit mit anschließender Versöhnung. Ein geschickte Konzept das aufgehen wird. Dazu noch eine Runde Mitleidsbonus für das krisengeschüttelte Land (das noch vor kurzer Zeit Hunde für eine Fußballveranstaltung duch den Häckler jagen ließ).

Natürlich kommt die Ukraine ins Finale, für ganz oben reicht es aber bestimmt nicht.

5/10


Belgien - Axel Hirsoux - Mother

Bei aller Sympathie für das Pummelchen, zuviel Schmalz ist erwiesenermaßen ungesund. Wie konnten die Belgier bei solch einem großartigen VE-Feld ausgerechnet diese Heintje-Gedächtnisnummer nach Kopenhagen schicken? Sind die Volksgruppen wirklich so verfeindet, dass sie sich nur die Pest (= 'Mother') an den Hals wünschen?

Axel singt gut, das steht außer Zweifel, aber das Lied ist eine Beleidigung für die großartige Veranstaltung, derer es nun teil wird.

1/10


Moldau - Cristina Scarlat - Wild Soul

Christinas Sieg bei der moldauischen VE geht total in Ordnung, sehr stark der Auftritt, gut gesungen dazu.
Und genauso stark wird das auch beim ESC zu spüren sein. Der tiefe Beginn und die spätetere Auflösung in den donnernden Dubstep (schon wieder einer) werden ihre Wirkung nicht verfehlen. Vielleicht hört sogar jemand in den Text rein, das hat durchaus was.
Ich hoffe inständigst auf einen Finaleinzug der kleinen Republik. Like!

7/10


San Marino - Valentina Monetta - Maybe (Forse)

SM macht auch nur mehr von Siegels Gnaden beim Grand Prix mit. Nach dem 'Valensina' (danke für's ausborgendürfen dieses Wortspieles) im letzten Jahr völlig zu unrecht vorzeitig heimfahren mußte wird es diesmal, mit einer Ende 70er, Anfang 80er-Gedächtnisnummer aus einer von Ralphs unteren Schubladen, eher schwer.
Ich geb ja zu, mir gefällt das Lied, aber ich habe auch einen Hang zu altbackenem Schlager und bin daher als eher 'unzurechnungsfähig' einzustufen (liebe Grüße ergehen hier an Peter ;-) Insiderjoke, sorry 4 that).

Ich wünsche Valentina und Onkel Ralph wie immer alles Gute, vielleicht kommt das Gespann ja beim dritten Antreten aus purem Mitleid weiter. Anstelle von Schweden - wäre doch schön, oder?!

5/10


Portugal - Suzy - Quero Ser Tua

Suzy?! Das erinnert mich doch an etwas? Wie ging das noch? Johnny komm, Johnny komm und erzähl mir was, aber bitte bitte was von der Liebe. Oh... andere Baustelle!

Egal. Ich kam zu spät (ich hör die Frauen schon rufen: 'Na besser als zu früh') zum portugiesischen Vorentscheid und... habe NICHTS verpaßt. Da pausieren die Fado-Spezialisten ein Jahr und man hofft, sie besännen sich auf glorreichere Zeiten zurück. Nada!
Lambada ist wiedererstanden und soll den Erfolg nach Lissabon bringen. Nein, nein, liebe Portugiesen, bleibt schön bei eurem Fußball, das könnt ihr wesentlich besser.

Obwohl mir kürzlich Eigenartiges widerfuhr, ich schäme mich sogar ein bißchen: Als 'Weh-oh-weh' durch den Äther an mein Ohr drang habe ich mich auf den Rhythmus sogar heimlich gefreut. Seitdem steigt 'Quere Se Tua' bei mir unaufhörlich. Verflixtes Schönhören in der heißen Phase. Von mageren 2/10 auf respektable

4/10


Niederlande - The Common Linnets - Calm After The Storm

Welch Wohltat! Ruhiges Countrygedudel, mit weichen Stimmen vorgetragen. Da lehnt man sich gerne im gemütlich Sessel zurück und läßt die Seele baumeln.
Endlich haben es die 'Holländer' drauf. Und ich meine nicht, dass sie erst jetzt gute Lieder schreiben (die Toppers und Sieneke hätten z.B. die ganze Chose in ihren Auftrittsjahren gewinnen müssen und wurden nur von Musikbanausen ausgebremst), nein, sie haben den Stil, der den ESC-Afficionados genehm ist, erlernt, erarbeitet, erkannt... whatever. Jetzt sollte die Ernte eingefahren werden.
Anouk hat es erfolgreich vorgemacht. Ihr seid dran für die Top 10, Common Linnets. Möge das Kunststück gelingen!

8/10


Montenegro - Sergej Ćetković - Moj Svijet

Es ist aber auch ein Pech. Nach zwei großartigen, aber leider erfolglosen Rapnummern besinnt sich Montenegro wieder seiner Wurzeln - und was machen die Nachbarn: Sie pausieren. Dabei ist 'Moj Svijet' sooo schön (besonders in der Kombination mit dem Video).
Frau Tamara wird sich vermutlich nach der Verkündung der Semi 1-Finalisten die Haare rauffen. Ich sehe Sergej NICHT unter den zehn Glücklichen - natürlich ungerechtfertigt, da unverschuldet. Ich darf mich aber auch gern irren, gell?! ;-)

6/10


Ungarn - András Kállay-Saunder - Running

Und zum Schluß des ersten Halbfinales DER Hammer! Ja, ja, JA!!! Das paßt alles!
Ein hübscher Kerl singt mit hinreißender Livestimme einen Text der sich gewaschen hat. Nix heile Welt, nix Liebe. Hiebe!

Ich wußte beim ungarischen VE-Finale gar nicht wie mir passiert (vor allem weil ich noch kein einziges Lied bis dahin kannte). Da hatte ich für mich schon vorher einen Sieger erkoren als András zu singen begann, so schön leidend am Anfang, so kraftvoll am Ende. Ich konnte mich gar nicht auf den Text konzentrieren. Erst als das klavierspielende Mädchen mit ihrem Teddy in der letzten Sekunde des Auftritts auf ihn zustürzte wurde mir klar worum es in dem Lied ging - und da wurde mir heiß und kalt zugleich.

Es ist so schade, dass Ungarn das VE-Konzept in Kopenhagen nicht umsetzen kann, aber Minderjährige sind, zurecht, auf der ESC-Bühne nicht erlaubt (wenn man an Monaco 1969 und Israel & Frankreich 1989 zurückdenkt muss man für diese Regel dankbar sein).
Nun wird also auf Teufel komm raus im Hintergrund ausdruckgetanzt. Hoffentlich zerstört das nicht den Auftritt.

10/10


In diesem Sinne wünsche Euch und mir einen wunderschönen ersten von drei 'Heiligen Abenden'!
Prost und viel Spaß!

Montag, 21. April 2014

Hörtest 2014

Auch in diesem Jahr hab ich wieder den Hörtest gemacht, das heißt, ich habe verglichen, wie gut mir die einzelnen Songs ins Ohr gehen. Seit ich das mache, hat es noch nie einen Sieger gegeben, der nicht spätestens beim dritten Hören den Weg in mein Ohr gefunden hat. Mal schauen, wie es dieses Jahr wird:

Nach dem ersten Hören im Ohr:

Lettland

Nach dem zweiten Hören im Ohr:

Österreich
Deutschland
Dänemark
Spanien
Ungarn
Montenegro
Norwegen
Ukraine

Nach dem dritten Hören im Ohr:

Albanien
Belgien
Schweiz
Großbritannien
Irland
Island
Litauen
Moldawien
Malta
Niederlande
Portugal
Rumänien
Schweden

That leaves:

Armenien
Aserbaidschan
Weißrussland
Estland
Finnland
Frankreich
Georgien
Griechenland
Israel
Italien
Mazedonien
Polen
Russland
Slowenien
San Marino

Wie Ihr sehen könnt, ist die Eingängigkeitsquote in diesem Jahr extrem hoch, was ein weiteres Indiz für die vergleichsweise hohe Qualität des Jahrgangs ist. Spannend finde ich, dass es der zur Zeit die Wettquoten anführende Beitrag aus Armenien bisher nicht geschafft hat, sich in meine Ohren zu bohren. Wir werden dann in drei Wochen wissen, ob es nächstes Jahr trotzdem nach Eriwan geht...

Dienstag, 1. April 2014

ESC 2014 Gesamtbetrachtung Teil 7 und Fazit

Und nun noch die Finalteilnehmer

Deutschland: Elaiza – Is it right?

Zu Elaiza hab ich ja bereits alles in den Postings zum Clubkonzert und zur deutschen Vorentscheidung gesagt. Ich find den Beitrag nach wie vor toll, und jetzt, da ich den Vergleich zu den anderen habe, kann ich sagen: Von den Folkssongs ist das derjenige, der bei weitem am professionellsten rüberkommt, und das schadet sicherlich nicht. Ich denke, wir haben mit der Wahl dieses Songs alles richtig gemacht, blamieren tun wir uns mit denen nämlich nicht. Die Mädels haben in Kopenhagen absolut nichts zu verlieren und alles zu gewinnen! Is it right? Oh yes, as a matter of fact, it is! In diesem Sinne: Alles Gute für den 10. Mai, Mädels! Go for it!
Chancen auf die Top Ten: Sie könnten dran kratzen.
Berlin 2015: Das glaub ich nicht, ich halte aber ein Roman-Lob-Ergebnis durchaus für möglich - allerdings, wenns schlecht läuft, auch ein Cascada-Ergebnis.
9/10 (waren initial 8/10)


Frankreich: Twin Twin – Moustache

Der Song fällt in eine Nische, die Frankreich in den Jahren 2007 und 2008 schon erfolglos bediente. Auch wenn es eine als Spaßbeitrag getarnte Gesellschaftskritik ist, fürchte ich doch, dass Europa das mal wieder nicht kapieren wird. Und das wäre schade. Denn auch wenn ich das Video endsnervig finde: Da kann man glaub ich noch was draus machen!
Chancen auf die Top Ten: Keine. Können froh sein, wenn sie in die Top Twenty kommen.
Paris 2015: Paris ist immer schön, ja.
6/10


Großbritannien: Molly Smitten-Downes – Children of the Universe

Wie man sieht, fand die Präsentation in einer Kirche statt, und genau da gehört der Song auch hin. Man hat sich wohl an "Love shine a light" orientiert, allerdings ziemlich danebengegriffen. Mir ist das alles viel zu sehr over the top. Schickt sie zum nächsten Kirchentag, da gehört der Song hin. Ich frage mich, wie man das mit gerade mal sechs zur Verfügung stehenden Männekens auf die ESC-Bühne bringen will. Molly, den Pulli tauschen wir bitte noch aus, ja? Und der Lippenstift bzw. die Verwendung desselben - buah! Bitte sofort den Visagisten wechseln!
Chancen auf die Top Ten: Hymnen gehen immer.
London 2015: Es gibt ja Leute, die das glauben. Ich nicht. Aber sie wird wohl das beste UK-Ergebnis seit Jade Ewen einfahren.
6/10


Italien: Emma Marrone – La mia città

Emma hat so gar nix von italienischer Eleganz, erinnert mich vom Typ her am ehesten noch an Gianna Nannini. Sie darf gerne noch ein wenig mehr Stimmvolumen entwickeln, ansonsten passt der Song natürlich sehr gut in mein musikalisches Beuteschema. Wenn der zwischen zwei Balladen kommt, na dann gute Nacht. Für die Balladen.
Chancen auf die Top Ten: Das könnte eng werden. Denn das, was die Frau Fabian zuhause hört, mag der europäische Zuschauer in der Regel nicht so.
Rom 2015: Hm. Nee.
9/10


Spanien: Ruth Lorenzo – Dancing in the rain

Puh, wer hat denn die Ruth geschminkt? War das ein Spachtelmeister? Ansonsten singt sie eine Mixtur aus "Quedate conmigo" (was ich liebe) und "In evighet" (was ich auf den Tod nicht ausstehen kann), und da hat man alles reingepackt, was noch an Drama von den anderen übrig war. Ruth beweist uns, dass sie über eine Bruststimme verfügt, die extrem laut und extrem hoch singen kann. Leider kann sie nicht unangestrengt singen. Nä, Mädle, Du schreist mir dann doch ein bisschen zuviel.
Chancen auf die Top Ten: Die spanische Durststrecke ist noch lange lange LANGE nicht beendet...
Madrid 2015: Hs?!
6/10


23. Dänemark: Basim – Cliché Love Song

Cliché Love Song zaubert mir schon mal ein Grinsen ins Gesicht. Da denk ich immer an das geniale "How to write a love song" von der Axis of Awesome. Und es ist gut, dass der Song von Basim so betitelt ist wie er betitelt ist, er spielt nämlich völlig schamlos mit diesen Klischees. Wärs ernst gemeint, müsste ich mich leider in hohem Bogen übergeben. Aber als Persiflage ist es großartig und macht Riesenspaß. Endlich mal wieder was halbwegs Gescheites aus Dänemark!
Chancen auf die Top Ten: Mit dem Heimvorteil und der Startnummer aber allemal.
Odense 2015: Ich weiß nicht - ich halte einen Überraschungssieg durchaus für möglich!
8/10


Und nu bin ich durch. Jetzt wollen wir mal sehen, wer den Pott dieses Jahr holt. Ich sehe dafür die folgenden Kandidaten:

Armenien
Schweden
Belgien
Norwegen
Dänemark

und stelle fest, dass die Bookies da nicht allzuweit weg von mir sind. Bis auf Belgien könnte ich mit allen bestens leben. Aber bestimmt kommts ganz anders, und dann gewinnt Georgien (und ja, immer NUR Skandinavien tut dem Wettbewerb auch nicht gut!!!)

Alles in allem muss ich sagen, dass das ein durchaus ansprechender Jahrgang ist! Da hatten wir in der Vergangenheit weitaus Schlimmeres. Oder werde ich bloß langsam altersmilde?

Und bevor ich es vergesse, an dieser Stelle noch ein riesengroßes DANKESCHÖN an zwei meiner Lieblings-Eurovisionsseiten, auf denen ich fein säuberlich aufgelistet die ganzen Videos gefunden hab, nämlich aufrechtgehn.de und den Prinz-Blog, die beide unbedingst und immer und zu jeder Tages- und Nachtzeit Euren Besuch wert sind, für die ich hier aber leider keine Schleichwerbung machen kann. Tut mir Leid.


Allen Sixtus-Lesern wünsche ich eine pläsierliche ESC-Saison 2014!

ESC 2014 Gesamtbetrachtung Teil 6


Und der Rest vom 2. Semi

11. Mazedonien: Tijana Dapčević -To the sky

Hu hu hu - und gleich zu Anfang prallt man erstmal zurück. Wie hat sich die Ina Müller denn verkleidet? Das ist leider mal wieder Billigpop vom allerschlimmsten, dargeboten von einer Blondine in heftig hohen High Heels und schwarzem Anzug, die erschreckend an eine Domina erinnert und durch ihre tiefe Stimme in den Strophen verstörend androgyn wirkt. Meine erste Reaktion war jedenfalls: "Was ist das denn?" Und da der Song auch keine Offenbarung ist, möchte ich das hier nicht haben!
Chancen aufs Finale: Pöh. Wird wohl gehen. Muss mir ja nicht gefallen.
Skopje 2015: Ach, vergesst es doch.
2/10


12. Schweiz: Sebalter - Hunter of stars

Ich bin ein lustiger Musikant und pfeif mir eins, hat sich der Sebalter wohl gedacht. Und sein Song kommt auch genauso rüber: Frisch, pfiffig, unkompliziert. Und nett aussehen tut er auch. Das macht einfach Spaß! Ich hoffe, er kann es auch live stemmen, hab hier nur wieder das offizielle Video. Ich hoffe, sie setzen es auch ein bissi fröhlich um auf der Bühne. Wir haben bisher allzu viele anstrengende Songs, da kommt das hier sehr gut.
Chancen aufs Finale: Sollte nach der anstrengenden Mazedonierin eigentlich drin sein
Zürich 2015: Nein, dazu ist es zu schlicht
9/10


13. Griechenland: Freaky Fortune feat. Riskykidd – Rise up

Es geht los mit einem Trompetenintro, das auch in keinem Film über die alten Griechen fehl am Platz wäre, und dann fängt ein Rapper mit einer Physiognomie zum Reinschlagen an zu singen. Ich kann mit Rap nix anfangen, und das hier ist keine Ausnahme. Wenn sie nicht rappen, dann singen sie "Rise up" "Rise up" "Rise up". Der Bumsbeat macht Remmidemmi, aber irgendwie ist es immer nur dasselbe. Und nicht wirklich schön. Wird aber in den Eurodiscos die Tanzflächen zum Kochen bringen. Der wohl ungriechischste Beitrag aller Zeiten, und das ist leider kein Kompliment...
Chancen aufs Finale: Griechenland schafft es immer
Athen 2015: Nicht mit diesem Song. Athen 2014 wär eigentlich gerecht gewesen!
3/10


14. Slowenien: Tinkara Kovač – Round and round

Irgendwie haben die Flöten von Emmelie doch einen gewissen Eindruck hinterlassen, auch Slowenien beginnt mit einem Flötenintro. Die Slowenen zweisprachig am Start, schau an. Der Song stammt aus der Feder von Hannah Mancini und ist so an sich nix Besonderes, ich kanns mir aber einigermaßen anhören. Allerdings so alles in allem nicht so der Oberburner. Immerhin ist die Sängerin gut. Wann zum Henker lernen es die Slowenen endlich?
Chancen aufs Finale: Könnte eng werden.
Ljubljana 2015: Nö
5/10


15. Rumänien: Paula Seling & Ovi – Miracle
Du lieberHimmel, was sind das denn für Sprünge im Refrain? Das irritiert mehr, als dass es irgendwas bringt. Pauli und Ovi können natürlich immer noch singen, Paula sieht immer noch klasse aus, aber bitte, was ist das denn für ein Song? Die Strophen sind langweilig, dafür hört sich der Refrain an, als ob da irgendwie die CD einen Sprung hätte. Sowas kann ich nicht haben, weil unsere CD-Player auch immer Zicken machen. Paula & Ovi, das ist kein Miracle! Das könnt Ihr besser!
Chancen aufs Finale: Ja, das schon.
Bukarest 2015: Ich habe anno 2005 prophezeiht, dass die Rumänen den ESC innerhalb der nächsten zehn Jahre (also 2006-2015) gewinnen werden. Nun ja. Bleibt ja noch ein Jahr.
4/10


So, und auch hier wieder eine Zusammenfassung: Im Gegensatz zum ersten Semi, das man wohl als absolutes Killersemi bezeichnen muss, ist die Lage hier nicht ganz so eindeutig. Von den Songs her find ich es insgesamt etwas schwächer, es gibt aber auch hier wieder einiges, das herausragt. Schauen wir mal, wer ins Finale kommt: Da nur fünf dieses Mal rausfliegen, versuch ich mal, diese fünf zu finden.

Raus ist auf jeden Fall

Litauen (Slowenien 2013 reloaded)

Bei allen anderen bin ich mir unsicher. Drin sind auf alle Fälle

Israel
Norwegen
Griechenland
Rumänien

Enge Kiste:

Malta
Irland
Slowenien


Sollten es eigentlich schaffen:

Polen
Österreich
Weißrussland

Kann ich gar nix zu sagen:

Georgien

Schaffen es wohl, aber nicht bombensicher:

Finnland
Mazedonien
Schweiz


OK, dann nochmal die Liste, aber nie war ich mir so unsicher wie hier. Im Finale sehen wir:

Israel
Norwegen
Polen
Österreich
Finnland
Weißrussland
Mazedonien
Schweiz
Griechenland
Rumänien.

Wenigstens kann man hier nur fünf Fehler haben.

ESC 2014 Gesamtbetrachtung Teil 5

Immer noch das zweite Semi;

6. Österreich: Conchita Wurst – Rise like a Phoenix

So, Dana International, guck mal: SO geht das! Ich bin ja beim besten Willen keine Freundin von diesen Transenshows, aber Conchita macht das super! Der Song könnte noch ein bisschen mehr reindonnern, aber ansonsten müssen sie das genau so in Kopenhagen auf die Bühne bringen. Ah, jetzt kommt das Reindonnern. Sehr sehr gut. Conchita hat eine tolle Stimme, die auch live funktioniert, und schafft es, die Bühne durch ihre Präsenz komplett zu füllen, da brauchts gar nix weiteres. Go for it, Österreich!
Chancen aufs Finale: Na, ich hoffe doch sehr! Und wer abgespacete dicke Strumpfhosentransen mit nem Stern auf dem Kopf auf Platz 2 hievt, kann das auch mit ner bärtigen Frau! So!
Wien 2015: Das ist mir dann doch zu gewagt als Prognose
9/10


7. Litauen: Vilija Matačiūnaitė - Attention

A Tännschen, A Tännschen, hach, ich liebe ja schlechtes englisch. Und haken die sich am Anfang ein?! Puah. Eigentlich müsste man mal mitzählen, aus wie vielen Songs das zusammengeschustert ist. Und was machen die da auf der Bühne? Und warum hängt der Frau der Hosenschritt in den Knien? Ich hatte eigentlich gehofft, dass das inzwischen out ist. Vilija, Du siehst zwar ganz nett aus, aber Du schreist, hast doofe Klamotten an und einen furchtbaren Song, mit dem Du von mir ganz bestimmt KEINE A Tännschen kriegst!
Chancen aufs Finale: Oh bitte schmeißt das raus!
Vilnius 2015: Bäh.
0/10


8. Finnland: Softengine – Something better

Finnland schickt in diesem Jahr ein paar Jüngelchen mit einem Song, der leider eine Weile braucht, bis er aus dem Quark kommt. Der Refrain ist dann so, wie ich mir das vorstelle. Aber für das Land von Lordi, Hanna Pakarinen oder Teräsbetoni ist mir das immer noch entschieden zu soft. Irgendwie nicht muh und nicht mäh, ich hätte mir gewünscht, dass sie wenigstens etwas mehr in die Anonymous-Ecke gehen. Aber so fehlt mir was am Song, leider.
Chancen aufs Finale: Bei 15 Teilnehmern sollte das reichen.
Helsinki 2015: *augenroll*
7/10


9. Irland: Can-linn feat. Kasey Smith – Heartbeat


Mädel, geh mal Deinen Visagisten verklagen. Das ist doch ein bisschen arg much. Der Song ist auch mal wieder nicht muh und nicht mäh, auch wenn im Hintergrund eine Fiedel am Werke ist und zwei Tänzer etwas tanzen, was teilweise verdächtig nach Riverdance aussieht und dem Song nicht hilft. Au wei. Das suppt irgendwie zähflüssig vor sich hin. Oh Irland, Irland, was ist mit Deinen Songschreibern passiert? Irgendwie wollen sie in den letzten Jahren nur noch und können nicht mehr, warum um alles in der Welt? Würd ich echt gern mal wissen.
Chancen aufs Finale: Auch bei 5 Rauszuwerfenden wird das sehr sehr eng!
Dublin 2015: Sieben Siege sind erstmal genug.
3/10


10. Weißrussland: TEO - Cheesecake

Cheesecake? Irgendwie alles recht kuchenlastig dieses Jahr, vielleicht sollte ich das mit der Fastenzeit beim nächsten Mal doch wieder lassen. Oder Ostern vorverlegen. Dass der Song Cheesecake heißt, erkenne ich übrigens nur daran, dass es hier steht, denn man versteht wie üblich mal wieder kein Wort. Der Teo ist durchaus ein hübscher, und für seine Fußarbeit hat er Kurti Calleja engagiert, damit der ihm mal ein bisschen was beibringt. Der Song würde - leise gespielt - bestens in eine schummrige Bar passen, nachdem man schon den einen oder anderen Cocktail intus hat. Oder in eine Konditorei, wo ältere Damen Käsekuchen...? Nee, das dann wohl nicht. Oder in irgend eine Location, wo wahnsinnig coole, wahnsinnig erfolgreiche Leute After-Work-Partys machen. Und was halten die Backings eigentlich dafür Schilder hoch?
Chancen aufs Finale: Sollte reichen.
Minsk 2015: Der Kelch wird auch dieses Jahr wieder an uns vorübergehen.
5/10

ESC 2014 Gesamtbetrachtung Teil 4

Und gleich noch ein Semi hinterher:

1. Malta: Firelight - Coming home

Also erstmal: Es gibt nur EIN coming home! Und das stand vor drei Jahren in Düsseldorf auf der Bühne und wurde daselbst unter Wert geschlagen! Das wollen wir hier mal festhalten! Na, das geht ja gut los, Gitarrengeschrammel und Schweinesexten. Bisschen Klavier, bisschen Mundharmonika. Ich liebe ja handgemachte Musik, hab selber in meiner wilden Jugend auch das eine oder andere Mal schon Straßenmusi gemacht, aber: Beim ESC? Mal ganz abgesehen davon, dass mir der lettische Beitrag da deutlich besser gefällt. Das Liedje ist ja ganz nett, aber halt eben nur nett. Anhand des Videos sieht man, dass es ein Lied für Kriegsheimkehrer ist. Ach ja. So hehr die Absicht, das wahre Coming Home geht dennoch "I can't wait for tomorrow to say the things I wanna say, your smile will always lead my way..." *RIESENSEUFZER*
Chancen aufs Finale: Das hängt vom Rest ab, es wird jedenfalls recht eng.
Valletta 2015: Wieder kein Freiluft-ESC nächstes Jahr.
6/10

2. Israel: Mei Feingold - Same heart
Hier hab ich mal wieder das offizielle Video. Mei stolziert sich da in seltsamer Kleidung durchs Video, der Song kracht von Anfang an ganz gut rein. Die Lady verfügt über eine Hammerstimme, hoffentlich auch live. Sie hat was leicht dreckiges in der Stimme, gefällt mir sehr gut. Und nachher muss ich mir unbedingt den Text anschauen, man versteht mal wieder nicht viel, aber das bisschen, was ich verstehe: Huiuiui. Oder sind das wieder die üblichen Fabianschen Verhörer? Egal, das hier hat was und tritt am Samstag nochmal an. Aber Mei: Der Badeanzug bleibt bitte zuhause! Mit so einer Klamotte ist schon Magdalena Tul auf die Nase gefallen. OK, nicht nur mit der Klamotte, aber trotzdem.
Chancen aufs Finale: Drin.
Jerusalem 2015: Nein.
8/10


3. Norwegen: Carl Espen - Silent storm

Letztes Jahr haben mich die Norweger ja bekanntlich aus dem Sekundenschlaf wieder aufgeweckt mit ihrem Kracher, dafür schicken sie in diesem Jahr eine Ballade. Aber was für eine! Ich ziehe unwillkürlich den Vergleich zum Belgier und frage mich, warum mich ersterer so kalt lässt, während mich das hier wirklich berührt. Muss wohl daran liegen, dass Carl Espen mehr daran gelegen ist, seine Botschaft rüberzubringen als seine Stimme zu zeigen. Außerdem ist seine Stimme nicht ganz so perfekt, was aber dem Song noch mehr Eindringlichkeit verleiht. Ich kann das ganze jetzt nur aufgrund des Lyric-Videos beurteilen, da aber hat es mich gepackt! Wunderschön!
Chancen aufs Finale: Aber hoffentlich doch wohl!
Oslo 2015: Könnte eventuell ein Überraschungssieger werden.
10/10


4. Georgien: Mariko Ebralidze & The Shin - Three minutes to earth

Ich möchte ja den Komponisten dieses Beitrags gerne mal befragen, welche Drogen er genommen hat, als er diesen Beitrag geschrieben hat. Immer dann, wenn man denkt, jetzt ist der Beitrag im Fluss, vergreift Gitarrist sich im Akkord und die Sänger singen synchron dazu verkehrt, so dass es wieder passt. Das wäre mal was für ne Abschlussarbeit in Gehörbildung, die Harmonien von diesem Song in der richtigen Reihenfolge sauber aufzuschreiben. Da setz ich mich einmal daheim auf die Klaviertastatur, dann krieg ich das auch. Allerdings wirkt das ganze längst nicht so daneben, wie man nach dieser Beschreibung glauben sollte. Jedenfalls hab ich allen Respekt davor, dass die sich die ganzen Tonfolgen merken können, ohne zu straucheln. Könnt ich nicht. Ich möchte das gerne mal bekifft hören.
Chancen aufs Finale: Uuuh...ööh... weiß nicht. Frag mich nochmal, wenn ich was eingeworfen hab.
Tblissi 2015: Oh nee oh nee...
5/10


5. Polen: Donatan and Cleo – My slowianie

Puh, polnisch klingt ja wirklich heftig... Und da es sonst nix gibt, muss ich mir wieder das bei youtube extrem beliebte Offizielle Video anschauen. Gehört der Alphornschrei auch dazu? Und singen die live auch so schief? Das ist alles laut, schrill, vulgär und im wesentlichen Geschrei von einer Frau im Mini, während drumherum die Dorfmädels in Trachten stehen und klatschen. Die Trachten zeigen übrigens ziemlich viel von den Reizen ihrer Trägerinnen, und ich frage mich, ob sie das in Kopenhagen wohl auch so auf die Bühne bringen wollen. Ich finds grauenhaft, aber es wird sicher seine Fans haben.
Chancen aufs Finale: Wahrscheinlich schon, ja.
Warschau 2015: Bitte nicht!
1/10

ESC 2014 Gesamtbetrachtung Teil 3

Und der Rest von diesem Semi samt Prognose:

12. San Marino: Valentina Monetta- Maybe
So, da haben wir also LaMonetta und IlRalphie zum dritten. Oh nein, Valentina, warum zum Henker singst Du denn englisch? Der Song ist sozusagen the essence of Siegel, im Vergleich zum letzten Jahr hat er nicht soooo wahnsinnig viel geändert, nur dass die Schwächen des Songs in diesem Jahr noch augenfälliger sind. Es wirkt halt einfach aus der Zeit gefallen und Valentinas Gesang tut nix, um das ganze aufzupeppen, im Gegenteil. Sie ist sicherlich eine großartige Sängerin, aber nu gebt ihr doch auch endlich mal einen gescheiten Song!!! Versteht mich nicht falsch, der Song ist schön, aber Chancen hat sie damit keine. Maybe ist eben doch nur: Maybe.
Chancen aufs Finale: Keine. Kloppt sich eher um den letzten Platz in diesem Semi
Serravalle 2015: 2115 vielleicht.
7/10


13. Portugal: Suzy – Quero ser tua

Die Portugiesen beglücken uns ja nach einjähriger Abwesenheit, aber wenn man sich das anschaut, dann hätten sie ruhig noch ein Jahr wegbleiben können. Boah, ist das billig! Leute, Ihr seid jetzt so viele Jahre dabei, und Ihr habt immer noch nicht kapiert, wie ESC geht? Das ist Lucia Perez in ganz ganz schlecht. Wie viel Alkohol muss man eigentlich intus haben, um sich dafür zu begeistern? Diese Trommeln kennen wir doch aus Bulgarien, wollen sich die Portugiesen nun ein Beispiel an deren Ergebnissen nehmen? Puah.
Chancen aufs Finale: Wenn es sowas wie Gerechtigkeit gibt, schaffen sie es nicht.
Lissabon 2015: 2215 vielleicht.
1/10

14. Niederlande: The Common Linnets - Calm after the storm

Calm after the Storm heißt der Song, und calm ist er auch. Very calm. Zu calm. Das ist was, was man gut beim Autofahren hören kann, vorausgesetzt, man ist nicht zu übernächtigt. Kein schlechter Song, hört sich nett an, aber halt leider so gar nix für die ESC-Bühne. Schade, liebe Nesserlänz, Ihr werdet wohl am Samstag vom Fernseher aus zuschauen müssen.
Chancen aufs Finale: Wer schläft, kann nicht anrufen.
Amsterdam 2015: Die machen bestimmt wieder dieses tolle Kozert im Vorfeld. ESC machen sie ja keinen.
6/10 (weil mir der Song durchaus gefällt)


15. Montenegro: Sergej Ćetković - Moj svijet

Nachdem von meiner Seite in diesem Jahr Serbien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina schmerzlich vermisst werden, haben die Montenegriner gedacht, dass jetzt mal jemand anders ran muss, um die große Balkanballade zu schreiben. Oder war das doch Zeljko? Mir ist das egal, diese Art von Song zündet bei mir IMMER. Das hat alles, was ich von einer großen Balkanballade erwarte und sollte den Montenegrinern in diesem Jahr endlich den Finaleinzug bescheren, um den sie im letzten Jahr betrogen wurden! Ich lieben!
Chancen aufs Finale: Wenn sie nicht reinkommen, dann werd ich aber SAUER!
Podgorica 2015: Das ist dann glaub ich doch zu gewagt. Aber freuen würde es mich riesig!
10/10


16. Ungarn: Andras Kallay Saunders – Running

Die Ungarn wagen sich in diesem Jahr in ihrem ESC-Beitrag an das Thema Kindesmissbrauch heran. Der Song ist düster, beklemmend eindringlich und an und für sich außerordentlich gelungen. Resprekt, wie sie sich diesem schwierigen Thema genähert haben. Leider sagt mir der Sänger so gar nicht zu, und zwar weder optisch noch stimmlich. Schwierige Themen hatten wir ja schon öfter, ich erinnere da nur an den finnischen und den russischen Beitrag 2005. Leider hatten diese Nummern beim ESC bisher nie eine Schnitte, ich hoffe, dass das dieses Mal anders wird. Von András wünsche ich mir noch, dass er sich mal ein bisschen zurücknimmt und einfach nur den Song wirken lässt. der hat all das Drumherum nämlich eigentlich gar nicht nötig!
Chancen aufs Finale: Yep.
Budapest 2015: Nein, glaube ich nicht.
8/10


So, Zeit für eine erste Zwischenbilanz! Das scheint ein durchaus guter Jahrgang zu sein; wenn ich mir mal so meine Wertungen anschaue, dann gibt es vergleichsweise wenig Mittelfeld, was immer ein gutes Zeichen ist. Wenn das zweite Semi auch so wird, dann freu ich mich! Ich hätte jetzt aber gerne noch so einen richtigen Radausong, mal gucken, ob da noch was kommt in der Richtung.

Und wer kommt aus diesem Semi ins Finale? Ma kucken:

Armenien
Estland
Schweden
Russland
Aserbaidschan
Ukraine
Belgien
Moldawien
Montenegro
Ungarn

(das war jetzt relativ einfach!)

ESC 2014 Gesamtbetrachtung Teil 2

Weiter im 1. Semi:

7. Russland: Tomalchevy Twins  -Shine

Der wohl schwierigste Beitrag im gesamten Umfeld, und ich muss mich ebenfalls zwingen, die Politik außen vor zu lassen. Der Text ist aber arg doppeldeutig, die Musi hat was von Julia Savicheva. Grundsätzlich geschickter Schachzug von den Russen, zwei süße Sechzehnjährige zu schicken. Der Song ist leider strunzlangweiliger Radiopop, aber da wird in diesem Jahr ja eh kein Mensch drauf achten. Ganz ehrlich: Ich möchte nicht in der Haut der beiden stecken, wenns in Kopenhagen auf die Bühne geht. Und darf man überhaupt dafür anrufen? Ich würde sagen: Das muss jeder mit seinem eigenen Gewissen ausmachen!
Chancen aufs Finale: Natürlich kommen die ins Finale, Krim hin, schlechter Song her
Moskau 2015: Das mögen bitte alle, die es in der Hand haben, verhindern! Aber wird auch in diesem Jahr nicht passieren.
5/10


8. Aserbaidschan: Dilara Kazimova – Start a fire

Es gibt ja Länder, wo man sich jedes Jahr wünscht, sie würden endlich mal was Gescheites schicken. Und dann gibts Länder wie dieses hier, bei denen man sich jedes Jahr wünscht, sie würden mal Mist schicken. Und beides passiert nicht. Aserbaidschan schickt mal wieder eine wunderschöne Frau mit großartiger Stimme (kann sie das auch live?), die mit einer Ballade aus schwedischer Hand antritt. Der Song ist auch wieder das ganz große Tennis, trotzdem kömmt er irgendwie überhaupt nicht aus dem Quark, und sowas wie Struktur kann ich auch nicht erkennen. Das pathetisiert da irgendwie vor sich hin und ist bestimmt alles unheimlich wichtig, wenn die Interpretin aus dem Land of Fire ein ebensolches starten will, aber es geht komplett an mir vorbei, da können die Instrumente noch so schön sein.
Chancen aufs Finale: Azedaze kommt immer ins Finale.
Baku 2015: Bitte in den nächsten 1000000 Jahren nicht wieder.
6/10


9. Ukraine: Maria Yaremchuk – Tick Tock

Da haben die Dänen aber ne knackige Startreihenfolge hingelegt. Russland - Aserbaidschan - Ukraine zeugt schon von einem merkwürdigen Humor. Die Ukraine schickt mal wieder eine atemberaubend attraktive Lady mit einem absoluten Sch****-Song. Singen kann se ja, aber das können die ja irgendwie alle. Aber das ist schon deutlich jenseits von meiner Schmerzgrenze. Mal sehen, wie sie das wieder aufpimpen. Da wird alles drin sein, was ukrainische Beiträge in der Vergangenheit erfolgreich gemacht hat. Trotzdem hoffe ich, dass die Mitleidspunkte (für eine Janukowitsch-Befürworterin!!!!!!) nicht ausreichen werden, um das ins Finale zu hieven. Nää nää nää!
Chancen aufs Finale: Die Ukraine kommt immer ins Finale. Voter Europas, habt ein Einsehen!
Kiew 2015: No no never
1/10


10. Belgien: Axel Hirsoux - Mother

Ein korpulenter Mann auf so einer Bühne ist ja auch eher eine Seltenheit, und der hier hat eine grandiose Stimme - wenn man sowas mag. Mir ist das alles ein bisschen zuviel und die Stimme extrem zu hoch, ich hab lieber Bässe. Bei den Schwenks ins Publikum sieht man, wie der Lebensgefährte des Sängers Rotz und Wasser plärrt und nicht nur er. Die besungene Mutter steht da wie die Salzsäule. Autsch, jetzt tuts aber in den Ohren weh. So ganz sauber ist das nicht. Ich schau das hier gerade auf aufrechtgehn.de, und unter dem Video steht: "Rührt zu Tränen oder zum Kübeln - aber er rührt". Nun ja. Es ist nicht ganz so zum Fremdschämen, wie ich dachte, weil man vor lauter Stimmen-Show-Off vom Text überhaupt nix versteht. Aber ich glaub, das ist auch ganz gut so. Mich rührt das weder zu Tränen noch zum Kübeln, mich lässt das schlicht und einfach: KALT!
Chancen aufs Finale: Da er alle Leute polarisiert außer mir, wird er am Samstag auch nochmal auftreten.
Brüssel 2015: Ja. Nein. Weiß nicht. Mir ist dieser Beitrag soooo egal! Allerdings: Wenn er gewinnen würde, wärs die erste offene Schwuppe, die den ESC gewinnt. Das wärs fast wert, aber nur fast.
4/10


11. Moldawien: Cristina Scarlat- Wild soul

Bei Moldawien muss ich leider wieder aufs offizielle Video zugreifen. Dieses Jahr gibts das Kontrastprogramm zur elfenhaften Aliona Moon. Hui, ist der Song düster. Die Sängerin hat eine schöne Stimmfarbe in den Tiefen, gefällt mir sehr gut. Ich mag ja sehr gerne tiefe Stimmen. Das ist alles schon ziemlich spannend musikalisch gesehen, zum Text kann ich nix sagen, alldieweil man mal wieder kein Wort versteht. Dürfte aber insgesamt zu sperrig sein, um im Finale groß mitmischen zu können - wenn es das Finale überhaupt von innen sieht, was nur mit einer absolut fulminanten Performance möglich ist. Wünschen würd ich das mir!
Chancen aufs Finale: Siehe oben. An der Grenze, würde ich sagen.
Chisinau 2015: Nein
7/10

ESC 2014 Gesamtbetrachtung Teil 1

Wir fangen an, wie sich das gehört, nämlich mit dem ersten Semi:


1. Armenia: Aram Mp3 – Not alone

Das erste Semi startet gleich knackig mit dem Topfavoriten der Bookies. Bisher hatte ich für armenische Beiträge ja nicht allzu viel übrig, aber das hier ergreift mich tatsächlich von der ersten Sekunde an. Leider weiß ich nicht, wie der Herr live ist, aber wenn er das live stemmt, gehört er wohl tatsächlich zu den Siegesfavoriten. Das ist ganz großes Kino! Und auch der Teil, wo dann das Orchester so richtig loslegt, kommt durch den unterlegten Beat genau richtig und nicht zu übertrieben pathetisch. Leute, das darf gerne gewinnen!
Chancen aufs Finale: Wird Top 3 in diesem Semi.
Jerewan 2015: Das könnten bestenfalls die Jurys verhindern - aber nur aus politischen Gründen. Der Song lässt doch wirklich keine Wünsche offen!
10/10 (das hatten wir auch noch nie ;-) )


2. Lettland: Aarzemnieki – Cake to bake


Und jetzt kommt gleich Spannung auf: Dieser Beitrag wird von jemandem, den ich außerordentlich schätze, aus ganz besonderen Gründen besonderstens unterstützt. Daher muss ich gucken, wie neutral ich hier tatsächlich bin. Nach dem fulminanten Anfang haben es die Letten sehr schwer, und der Kontrast könnte kaum größer sein. Was sehen wir hier? Eine lustige Straßenmusikercombo mit einem rein akustischen Song, der ansteckend fröhlich ist. Sie haben so viel Spaß auf der Bühne, dass man sich davon sofort einfangen lässt. Leider wirkt das ganze zwar sehr charmant, aber insgesamt dann doch zu amateurhaft, was durch die Bühnenklamotten noch unterstrichen wird. Das wird ein Beitrag, den hinterher alle mögen, der aber in Kopenhagen keine Schnitte haben wird.
Chancen aufs Finale: Siehe oben. Ich hoffe, dass sie wenigstens nicht Letzte werden.
Riga 2015: Ich kenn jemanden, der würde ausflippen. Aber: Nein.
8/10


3. Estland: Tanja – Amazing

Hui, wie kann die denn bei diesen Hebefiguren noch so singen? Erster Eindruck: Euphoria meets das georgische Shine. Sie singt super, auch wenn mir ihre Stimmfarbe nicht zusagt. Aber der Song ist einfach nur bäh. Und die Choreo ist einfach much too much. And too much of one thing is good for nothing. Nein, Tanja, das ist nicht amazing. Das ist crap.
Chancen aufs Finale: Sie könnte es knapp schaffen.
Tallinn 2015: pöh.
4/10


4. Schweden: Sanna Nielsen – Undo

Schweden ist ja in meinem Eurovisionsfreundeskreis alle Jahre wieder ein Konfliktthema. Die einen verteidigen die Beiträge immer bis aufs Messer, während so mancher andere sie genau deshalb konsequent ablehnt. Ich seh mich (wie wohl auch die anderen Blogger auf diesem Blog) irgendwo dazwischen mit deutlicher Tendenz zur letztgenannten Gruppe, weshalb ich hier auch mit einer gewissen Reserviertheit drangegangen bin. Aber Sannas Song gefällt mir tatsächlich gut, und sie macht das toll. Das könnte richtig, RICHTIG reindonnern. Der Anfang ist sehr reduziert mit diesem kleinen Klaviermotiv, und dann wirds richtig wuchtig. Die Rückung hätte ich jetzt nicht zwingend gebraucht, aber ansonsten passt das, wackelt und hat Luft!
Chancen aufs Finale: Sie ist bombensicher drin!
Göteborg 2015: Ich weiß, die Bookies haben sie weit oben, aber ich sehe hier eher eine Geheimfavoritin. Könnte aber durchaus klappen.
8/10 (*verwundert Augen reib*)


5. Island: Pollaponk – Enga fordoma


So, und nun kommt endlich was, wo ich mir den Alkohol herwünsche. Island gehörte in den letzten 8 Jahren mit einer Ausnahme jedes Mal zu meinen Topfavoriten, aber irgendwann ist auch die schönste Serie mal zu Ende. Komische Männer in komischen Trainingsanzügen brüllen einen komischen Song, der auch noch eingeenglischt werden wird, was ihn das letzte bisschen Charme kostet. Und jetzt tanzen sie auch noch synchron. Boah, näääääää!
Chancen aufs Finale: Ich hoffe doch sehr, dass Jurys und Televoter ein Einsehen haben werden!
Reykjavik 2015: Leute. Das hat die letzten Jahre nicht geklappt. Dann bitte auch nicht dieses Jahr!
2/10


6. Albanien: Hersi – One night’s anger

Hier habe ich mir die doch schon deutlich geänderte englische Version angetan und dafür auf die Live-Version verzichtet. Das scheint mir ein typischer "Den-muss-ich-mir-erst-noch-schönhören"-Song zu sein. Mäandert ziemlich heftig durch die Tonarten und ist ansonsten leider verhältnismäßig unspannend. Das Gitarrensolo in der Mitte pläsiert natürlich, und jetzt kommt der Sound auch ein bisschen näher an mein Beuteschema. Ich weiß jetzt leider nicht, wie Hersi live singt, ihre Stimmfarbe ist ok, aber warum bitte die Änderung auf die englische Sprache? Ich bin alles in allem noch ein bisschen unentschlossen, was ich davon halten soll.
Chancen aufs Finale: Das wird eng.
Tirana 2015: Nope
6/10, wird aber, wie ich mich kenne, im Laufe der Zeit noch steigen.

Alle Jahre wieder...

Schon wieder ein Jahr rum? Schon wieder ein Jahr rum! Dieses Jahr ist fast alles anders, statt einer Soiree mit lecker Schoki und ausreichend Alkohol musste ich in diesem Jahr eine Matinee machen, alldieweil ich im Moment keinen eigenen Rechner habe. Da der Prinzgemahle gestern morgen ausgeflogen war und keine anderweitigen Termine anstanden, hab ich die Gunst der Stunde genutzt! Statt Alkohol und Schoki hatte ich Joghurt und japanisches Knabberzeug, immerhin, Wirkung in Fachkreisen noch umstritten. Die Lebensmittelversorgung, die Übernächtigung aufgrund Sommerzeitumstellung und der Tabellenplatz des VfB Stuttgart sorgte jedenfalls dafür, dass ich gestern morgen so eine richtig tolle Laune hatte, bestens geeignet, um den Jahrgang so richtig schön in die Pfanne zu kloppen. Ob es dazu gekommen ist? In den folgenden Posts steht's zu lesen! Viel Spaß dabei!

Freitag, 14. März 2014

Was beim Deutschen Vorentscheid geschah...

Nachdem ich gestern abend nicht gleichzeitig schauen, chatten UND druckreif bloggen konnte, musste eins von den dreien hintenüber fallen. Ratet mal welches ;-)

Aber Notizen hab ich mir gemacht, und meine Notizen von gestern abend gibts hier als Direkteindrücke nochmal zum Nachlesen, lediglich hier nochmal der deutschen Rechtschreibung angepasst,´quasi statt eines Rolling Blogs. Irgendwann kriegen wir sowas auch noch hin!

So here we go:

Frau Schöneberger hat leider ihre tollen Ohrringe heute nicht an. Schande. Ansonsten moderiert sie genauso, wie man das erwartet hat.

1. Runde:

DAS GEZEICHNETE ICH  - Weil du da bist

4 Chords und schiefer Livegesang, na das geht ja TOLL los. Schade. Dabei war das Vorstellungsvideo durchaus sympathisch. Aber so alles in allem ist das reichlich gruselig. Das ganze eine Quarte tiefer und ohne den schiefen Gesang, und der Käs wär gegessen gewesen. Aber so? Der Applaus in der Halle ist extrem.... öh.... wie soll man dazu sagen? Höflich. Nomen est omen, nach diesem Auftritt ist er wirklich ein gezeichnetes Ich.
1 Gnadenpunkt


OCEANA - Thank you

Oceana, Darling, deine Klamöttchen gehen aber nicht, da denk ich persönlich schon fast an Damen käuflicher Zuneigung. Der Song ist so lala, nicht meins, plätschert weitgehend höhepunktfrei dahin. Wer soll dafür anrufen? Ich glaub nicht, dass damit was zu holen ist. Aber die Frage wird sich sowieso nicht stellen, ob damit was zu holen ist. Da hat eine gute Performerin ihr Talent an einen Mickersong verschwendet.
3/10 und die auch NUR für die Performerin!


SANTIANO - The fiddler on the deck

Ich hatte mir ja vorher vorgenommen, das zu hassen wie die Pest. Und dann ist es verdammt nochmal GANZ GENAU MEIN MUSIKALISCHES BEUTESCHEMA!!!! What has da world come to?! Das sind alte männer, die singen fiesen Schlager normalerweise, aber jetzt rocken sie the irish way. Frau Fabian ist gerade tot umgefallen. Da kann das hundertmal ein komisches Schiff mit seltsamen alten Männern sein, ist doch mir egal, dieser Song ist TODGEIL!
12/10 (Herrgott, was kann ich denn für meinen Geschmack?!)


MARIEMARIE - Cotton candy hurricane

ARGH, diese FRISUR! Entweder mag man das oder man mag es nicht. Und ich mag es nicht. Aber die harfe mag ich sehr. Sie singt sehr sicher und sehr gut. Das Outfit geht mal wieder gar nicht. Der Song ist leider nix besonderes, zumindest glaub ich nicht, dass man damit irgendwas werden kann. Aber sehr gute Bridge. Aber ansonsten kommt mir persönlich da insgesamt zuwenig rüber.
5/10


THE BASEBALLS - Mo hotta mo betta

In den ersten Versen gleich fire auf desire gereimt, man weiß ja, wo man hin will, da muss man sich textlich schon ein bisschen anpassen. Ansonsten ist das blitzsauberes 50s Handwerk. Wenn man sowas mag, ist es sicher gut, aber ich bin nicht gerade ein Fan von dieser Musikrichtung. Lässt mich klirrend kalt, ich muss aber auch nicht den Ton ausmachen. Und: Hat dieser Retrokram beim ESC jemals eine Schnitte gehabt? Und jetzt fackeln sie das Klavier ab. Dafür hasse ich es. Klaviere abfackeln, wenn ich zugucke, ist eine tödliche Beleidigung!
5/10


ELAIZA - Is it right

Ich hab mich ja über den Song vor zwei Wochen schon ausgelassen, und jetzt, wo es noch mehr gilt, kommen die drei so wunderbar locker flockig rüber, dass sie auf jeden Fall mal in runde 2 gehören. Ich bleib bei meiner Wertung und würde es den Mädels - Santiano-Song hin, Santiano-Song her - von Herzen gönnen, nach Kopenhagen zu fahren.
8/10


UNHEILIG - Als wärs das erste Mal

Ich tu mich mit diesem Song schwer. Das Hauptplus für den Grafen sind seine Texte, damit kann er aber im internationalen Wettbewerb nicht punkten. Der Song ist klasse, wenn auch die Titelzeile ein wenig oft wiederholt wird, aber was blebt vor einem internationalen Publikum davon hängen? Mir war die Performance einerseits zu unruhig, andererseits kam zu wenig rüber. Der Flash, den ich mir erwartet habe, ist definitiv ausgeblieben. Da muss der Graf noch eine Schippe drauflegen. Was in Deutschland funzt, funzt international noch lange nicht....
8/10


MADELINE JUNO - Like lovers do

Die ist ja wie Lena! Und warum singt sie nicht "Error"? Ob das klug war? Leider war sie am Anfang extrem von der Beleuchtung angestrahlt, so dass man sie kaum sah. Sie singt sehr wie Emmelie und erinnert ansonsten sehr ans Lenerl. Von ihr hatte ich mir nach den ganzen Vorschusslorbeeren mehr erhofft, das überzeugt mich nicht. Wirkt alles künstlich und irgendwie zusammengeschustert, und sie ist noch nicht in dem Stadium, wo soviel Kopie schon wieder Original ist. Und der song ist besser als der von Oceana oder Mariemarie, aber deswegen noch lange nicht gut. Sie wird aber trotzdem runde 2 erreichen.
6/10




Im Halbfinale:

Santiano
Mariemarie
Elaiza
Unheilig

Na,da hat sich Frau Juno aber ganz schön ins Knie geschossen (und ich mich getäuscht). Mit "Error" wäre sie wohl sicher im Finale gewesen. Und sie hat doch allen Ernstes im Greenroom gesagt, dass es mit "Error" zu einfach gewesen wäre?! Hat die den Knall nicht gehört? Wie kann man denn dermaßen doof sein?!

So, nächste Runde:



SANTIANO - Wir werden niemals untergehn

OK, so ganz geschmacksverirrt bin ich ja doch noch nicht. Das hat gegen ihren anderen Song keine Schnitte. Ist nett für den Shantyabend im Kursaal von Wyk auf Föhr, aber nix für die ESC-Bühne. Aber das Flötensolo befriedigt wieder mal Frau Fabians niederste musikalische Triebe. Alles in allem war der erste Song aber natürlich wesentlich besser.
6/10


MARIEMARIE - Candy Jar

Dieser Song und vor allem das Outfit gefallen mir wesentlich besser als ihr erster Song, aber geflasht bin ich dennoch nicht. Aber das kommt viel dynamischer und druckvoller rüber als der andere Song. Überzeugt mich schon eher, mal sehen ob es für das Superfinale reicht.
7/10


ELAIZA - Fight against myself

Der Song ist weitaus sperriger als "Is it right", gefällt mir aber dennoch sehr gut. Leider zieht es sich ein wenig in die Länge. Man merkt den Mädels aber an, wie happy sie sind. Die Gelassenheit von jetzt mit dem Lied von vorhin, und das passt wackelt und hat Luft!
7/10


UNHEILIG - Wir sind alle wie eins

Wieder viel Handarbeit und ein grandioser Text. Oh wei, bleib bloß hinter deinem Mikroständer, das ist keine gute Idee, durch die Gegend zu tänzeln. Ich hab den Grafen vorher noch nie performen sehen, sondern kenne ihn nur aus Videos, und sein Rumgetänzel passt so gar nicht zu dem, was er da singt. Schade. Dennoch, toller Song
7/10


Im Superfinale:

Elaiza - Is it right
Unheilig - Wir sind alle wie eins

Ich erhöhe nach diesem Auftritt bei Elaiza auf 9/10. Die müssen es einfach packen!

Und ich bleibe auch dabei, dass mir der Song des Grafen sehr gut gefällt. Aber im Vergleich zu Elaiza nicht für den ESC geeignet ist und das Gehampel passt auch nicht. Aber es bleibt bei einer soliden 7/10

Und jetzt muss Elaiza das Ticket lösen! Zu diesem Zeitpunkt würde wohl auch in und außerhalb der Halle nix anderes mehr akzeptiert, die Kölner tragen Elaiza durch den Abend. Die Buhrufe für den Grafen find ich allerdings unter aller Sau, liebe Kölner, das geht ja gar nicht!

Und.....ELAIZA MACHEN ES!!!!!!!!!!!! HURRA!





Freitag, 28. Februar 2014

Deutsches Wildcard-Konzert, Teil 2

Valentina - Love is gone
Wooow, die ist aber süß und sieht mindestens 5 jahre jünger aus als die 26, die sie ist. Das ist mindestens mal kein Nachteil, auch in diesem extrem jugendlichen Feld nicht. Ihre wunderschöne Stimme, mit der sie diese Eigenkomposition vorträgt, tut ein übriges. Am Outfit muss auch sie noch arbeiten, aber einen schönen Menschen entstellt nichts. Eindeutig die beste Stimme bisher. Leider merkt man ihr ihre Unerfahrenheit schon an, und ihre Bühnenpräsenz kommt auch bei weitem nicht an die von zB Elaiza oder Simon Glöde heran, aber es wirkt trotzdem sehr schön. Aber, Valentina: Lass bittschön Deinen Bauch in Ruhe. Oder bist Du schwanger?
7/10

Caroline Rose - Amber Sky
Die Deutsch-Französin hat eine hammergeile Stimme: Rauchig, kratzig und total out of mainstream. Gut aussehen tutse auch (über das Zungenpiercing breiten wir mal den Mantel des Schweigens), und vor allem hat sie eine großartige Bühnenpräsenz. Das Gesamtpaket wirkt sexy ohne Ende. Sie ist zwar durch ihre Gitarre in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, macht das aber durch ihre Mimik mehr als wett. Einzig der Song ist ausbaufähig. Aber ansonsten: Kommt, hört auf, schickt dat Carolinsche nach Kölle. Macht Ihr nix falsch mit.
9/10

Max Krumm - Home
Nun kommt einer, der aussieht wie Mario Götze. Wenn meine Kinder mal im heiratsfähigen Alter sind und den als Schwiegersohn anschleppen, würde ich ihn nicht vor die Tür setzen. Nach Frau Rose aufzutreten ist heute bestimmt kein Vorteil. Der Song fängt aber schön an. Zum Performer kann man nur sagen: Schätzken, Du hast keine Chance, nutze sie! Optisch überhaupt nicht mein Fall, die Stimme ist so lala.
5/10

Ambre Vallet - Siehst Du mich?
Wieder so ein süßes Küken, das mich optisch frappant an irgendwen erinnert, aber auch da komm ich wieder nicht drauf... Im Vorspann singt sie zuerst englisch, was reichlich beliebig wirkt, aber als sie dann plötzlich deutsch singt, kommt auf einmal eine ganz andere Facette von ihr zum Vorschein. Gute Idee, eine deutsche Eigenkomposition zu singen! Leider ist der Song absolut nix Besonderes. Man kann sich das ganze zwar gut anhören, aber ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wen das eigentlich flashen soll. Mir ist niemand eingefallen. Der deutsche Text hat zwar ein gewisses Überraschungsmoment, aber das nutzt sich in den drei Minuten komplett ab. Vollkommen ESC-untauglich, das ganze. Ich hab aber auch keine Ahnung, wofür das sonst tauglich sein sollte. Die Chance hat sie gerade leider vollkommen verschenkt. Schade.
4/10

Bartosz
Hui, da sind aber ein paar lecker Bürschkens dabei, und der Song beginnt auch sehr nett. Das allerdings nur, bis der Sänger anfängt zu singen. Den sollte man sofort austauschen. NDR, bittschön, das ist ein Notfall. Die Stimme ist hoch, fiepsig und unangenehm, der Bart und der Nasenring des Sängers are ebenfalls not pleasing on my eye (ich hätt dann gerne den schnuckeligen Pianisten). Gegen Ende läuft der Sänger allmählich zu Normalform auf, aber die Stimme bleibt hoch und unangenehm, und gegen Ende ist halt einfach auch zu spät.
5/10 (drei Abzug für den Sänger)


Alles in allem: Eine nette Auswahl. (Ja, genau, nett ist die kleine Schwester von ?) Wenn das die Creme de la creme der Videos war, dann will ich nicht wissen, wie der Rest war. Versteht mich nicht falsch, das war alles nicht schlecht (teilweilse sogar sehr gut), aber halt einfach sehr gleichförmig und langweilig. Der Sound ALLER Beiträge passte bestens zu diesem Konzert - aber auf der ESC-Bühne kann ich mir das alles nicht so richtig vorstellen. Ich kann nur allen, die sich über die 10 verschiedenen Beigetöne beschwert haben, vonHerzen beipflichten.

Und das hier ist das vorläufige amtliche Endergebnis:

Platz 1 Elaiza 23,6%
Platz 2 Caroline Rose 17,2 % (der deutliche Abstand überrascht dann doch etwas!)
Platz 3 Bartosz 9,8%
Platz 4 Max Krumm 8,6%
Platz 5 Nicole Milik 8,2%
Platz 6 Simon Glöde 7,5%
Platz 7 Valentina 7,3 %
Platz 8 Cassie Greene 6,6%
Platz 9 Ambre Vallet 6,3%
Platz 10 Melanie Schlüter 4,9%

Das Ergebnis geht so in Ordnung, auch wenn ich persönlich eher mit Caroline Rose als Siegerin gerechnet habe. Aber ich bin mit Elaiza natürlich super zufrieden, und ich drück ihnen alle Daumen für den 13.
GO FOR IT, ELAIZA!

Ich glaub, es geht schon wieder los....

Herrje, wo ist die Zeit geblieben? Die Saison hat schon längst angefangen, und obwohl ich mich internationalen Vorentscheidungen nach wie vor verweigere, habe ich das im letzten Jahr schon bei den nationalen Vorentscheidungen nicht durchgehalten. Nun, dieses Jahr auch nicht.

Aber heute (pardon, inzwischen: gestern) war eh bloß die deutsche Vor-Vorentscheidung. Der NDR möchte nämlich ein Achterfeld haben, hatte aber bis vorhin erst sieben. Um das Feld zu komplettieren, lobte man eine Wildcard für einen Nachwuchskünstler aus, für die sich satte 2240 Einsendungen ansammelten. 2230 Einsendungen konnten leider nicht berücksichtigt werden, die restlichen 10 gaben heute abend ein Konzert im Hamburger Edelfettwerk. Dieses Konzert wurde im NDR-Fernsehen und per Livestream übertragen, auf dass die Zuschauer unter diesen 10 denjenigen Act wählen, der die deutsche VE am trefflichsten komplettieren sollte. Moderiert wurde das ganze kongenial von Barbara Schöneberger, die sich nicht nur schon mal für die deutsche Vorentscheidung am 13. März warmlaufen konnte, sondern auch vermutlich zum aktuellen Zeitpunkt aufgrund überstrapazierter Stimme hübsch mit Salbeitee gurgeln wird. Ingvild Bryn beim ESC 1996 war nix dagegen. Aber ich schweife ab.

Denn die Fragen der Fragen heute abend lauten:
Wer war da?
Wie wars denn?
Und wer hat gewonnen?

Gucken wir mal rein:

1. Elaiza - Is it right?
Gleich zu Anfang eine Eigenkomposition, ein sehr ungewöhnlicher Sound, macht Spaß, da zuzuhören. Drei Mädels, eine spielt Akkordeon, eine Kontrabass und eine singt. Die Band im Hintergrund unterstützt es großartig. 4 Chords hätten nicht sein müssen. aber gut, machen ja inzwischen nun wirklich alle, da wollen wir mal nicht meckern. Die Truppe hat sichtlich Spaß auf der Bühne. Sängerin Ela ist fürwahr eine Rampensau. Egal ob die gewinnen oder nicht, von denen möchte man mehr sehen. Die Backgroundsängerinnen sind hübscher als die Leadsängerin, die das aber durch ihr Charisma locker wieder ausgleicht.
Ich geb mal 8/10

Nicole Milik - I see fire
Nicole ist süß, blond und mit Gitarre. Erster Gedanke: Die Stimme kenn ich! Aber wer ist es? Wer ist es? Ich komm noch drauf! An irgendwen erinnert sie mich stimmlich, und zwar nicht nur ein bisschen, sondern ganz frappierend. Sie singt eine Coverversion und setzt das Lied, das sie sich zu eigen gemacht hat, gut um, trotzdem flasht sie mich leider so gar nicht. Und eine Nicole mit ner Gitarre ist jetzt so als Idee auch irgendwie nicht neu...
6/10

Simon Glöde - Blame it on the Boogie
Guck an. Simon ist ne coole Sau, der ganz genau weiß, was er da auf der Bühne tun muss. Stimmlich kann er sicher mehr als das, was er hier zeigt. Sexy ohne Ende, aber am Outfit arbeiten wir nochmal, das geht ja gar nicht. Der Song?! Na ja.... ich würde das Radio nicht anmachen, aber auch nicht ausmachen. Alles very "so la la". Dafür, dass er wohl im Vorfeld als einer der Mitfavoriten galt, ist das hier reichlich enttäuschend. Sieht das Edelfettwerk wohl auch so.
6/10

Melanie Schlüter - Run
Argh, was ist denn das für ein Kleid? Haben die denn da keinen Modeberater? Und schon wieder jemand, der sich mit der Songauswahl keinen Gefallen getan hat. Das ist jetzt der dritte 4-Chord-Song beim 4. Versuch. Sie singt bestimmt toll, und irgendwann möchte ich das auch mal sehen. Aber hier und heute seh ich nix davon. Die Haare sind immerhin toll. Aber ansonsten: 100% Deutschland sucht die Supersau, Recall (und das wäre es auch ohne Leona-Lewis-Cover gewesen). Jeder Wassereimer hat mehr Bühnenpräsenz.
3/10 (muss ja noch Luft nach unten bleiben)

Cassie Green - Not this time
Und schon wieder ein 4-Chord-Song. Ich muss darauf bestehen, dass das nächstes Jahr ein Wettbewerb für Songwriter wird, ich brauch bloß noch einen Doofen, der meinen Song singen will! Gibts ja nicht!!! Nichtsdestotrotz ist das bis auf den Synthesizer am Anfang (der geht allerdings gar nicht!) ein richtig netter Song, gefällt mir ganz gut, auch wenn ich mich nicht nur wegen ihrer Stimme ein wenig an die Strophen von "Little Talks" von Of Monsters And Men erinnert fühle. Sie hat mehr Bühnenpräsenz als Nicole und Melanie, aber in Summe noch bei weitem nicht genug, um im Finale in Köln irgendwem gefährlich werden zu können.
 6/10

Sonntag, 20. Oktober 2013

Nachlese 2013 - Die Finalisten (6)

Ukraine
Liebe Ukrainer, jetzt sagt doch bitte mal: WAS GENAU sollte dieser Mist mit dem hochgewachsenen Herrn da am Anfang? Der hat Eurem Beitrag nicht geholfen, ganz im Gegenteil, er hat ihn entwertet. Außerdem sind wir hier nicht auf dem Jahrmarkt. Hättet Ihr doch nur Euer umwerfend schönes Mädel mit seiner fantastischen Stimme einfach mal wirken lassen. Aber "einfach mal wirken lassen" ist wohl leider was, was man in der Ukraine weder beherrscht noch beherrschen will... Anyway: Könnte irgendjemand der Zlata nochmal ein Lied schreiben? Dieses Mal ohne die bereits beschriebenen Schwächen? Dann noch ein Auftritt ohne Riesenmann, und dann wird sie die Kiste schaukeln, daran hab ich keinen Zweifel! Go for it, Zlata!

Italien
Die Rückkehr Italiens ist für den Eurovision Song Contest nach wie vor ein absoluter Glücksfall, und Jahr für Jahr zeigen die Italiener dem Rest, was lässige Grandezza bedeutet. So auch dieses Jahr. Man stelle sich vor, da steht ein Männlein allein und verloren im rauchblauen Anzug auf der Bühne, und man fragt sich bang, was mit dem Männlein dort wohl passieren wird. Dann fängt die Musik an, und das Männlein fängt an zu singen. Und wie! Spannenderweise schert Marco sich weder um Publikum noch um Kamera, er steht einfach da und singt und singt und singt. Erst am Schluss begibt er sich auf den Catwalk, flirtet aber auch da nicht mit dem Publikum, sondern singt einfach weiter. Und hat das Publikum und uns alle im Griff, fragt mich bitte nicht, wie er das gemacht hat. Es ist schon faszinierend, welche Klasse die Italiener jedes Mal auf die Bühne bringen! Da sind sie allen anderen meilenweit voraus, allenfalls die Franzosen können da noch ansatzweise mithalten, allerdings haben die im Gegensatz zu den Italienern inzwischen ein sehr ernsthaftes Ergebnisproblem. In einem sehr lesenswerten Blogpost des Prinzblogs stand vor einiger Zeit zu lesen, was Italien noch fehlt, um wieder zu gewinnen. Stimmt alles, was drin steht, die Frage ist nur: WOLLEN die Italiener wirklich gewinnen? Und berauben sie sich nicht eines ihrer Alleinstellungsmerkmale, wenn sie jetzt mit wilden Choreos anfangen? Italien hat sich auch dieses Jahr diesem Zwang zum Aufpimpen von Beiträgen nicht unterworfen - und ist bisher sehr, sehr gut damit gefahren!

Norwegen
Als im Finale der norwegische Beitrag lief, brachte das sogar meinen Mann dazu, von seinem Buch aufzuschauen: "Die kommt bestimmt ganz weit nach vorne!" My thoughts exactly. Im zweiten Semi hatte Norwegen für mich eindeutig das stärkste Gesamtpaket, hübsche Sängerin, Stimme so na ja, aber der einzige Song, der auch außerhalb des ESC vorkommen könnte. Die Auftritte waren beide kühl, aber nicht zu kalt, der Song aber insgesamt wohl doch zu düster, um wirklich die Krone nach Norwegen zu holen. Schade, ihr Sieg wäre ein gutes Signal gewesen!   

Georgien
Was hätte es mich gefreut, wenn dieses ranzige Versatzstück (Celine Dion meets Nica & Joe, und das alles in 4 chords) im Semi klebengeblieben wäre. Und die Voraussetzungen waren gut: Die beiden konnten zwar gut singen, aber Chemie war überhaupt keine da. Da waren ja Elch und Nikolaus noch überzeugender. Das ganze wirkte wie "Wir haben hier eine Choreographie einstudiert, und die zeigen wir jetzt mal". Obendrein setzte die Golddusche nach der Rückung zu spät ein, und nicht etwa aus Versehen, sondern im Finale kam es genau an derselben Stelle. Mit Platz 10 im Semi und Platz 15 im Finale durchaus schmeichelhaft bewertet, gut, dass das nix mit dem Sieg zu tun hatte. Liebe Georgier, Ihr probiert ja eurovisionstechnisch alles aus. Breitwandschlonz ist jetzt durch, ok?

Irland
Manchmal bringt dieser Wettbewerb wirklich erstaunliche Dinge hervor. Nein, ich meine nicht Ryan selber, das ist halt so ein Casting-Heinz, wie man ihn dutzendfach in den Vorentscheidungen findet. Aber seine Finalplatzierung verstehe ich nicht. Vom letzten Startplatz aus Letzter werden, das muss man auch erstmal schaffen. Aber warum denn eigentlich? So schlecht, wie es das Punktetableau suggeriert, war das ganze nämlich weiß Gott nicht! Gut, der Anfang war von "Popular" abgekupfert (und das ausgerechnet in Schweden!), und Ryans Stimme klang in den Höhen schon sehr angestrengt und quäkig. Aber das hat andere auch nicht davon abgehalten, Punkte abzuräumen. Die halbnackten Tänzer hätte es auch nicht gebraucht, aber die haben bei anderen Auftritten auch nicht gestört. Was also war es? Hat er sich mit dem im gleichen Pool fischenden Belgier zu sehr um die Schnuckelpunkte gestritten? Da liegt doch wohl der Vorteil eindeutig auf irischer Seite. Ach, mer waaßes net, mer vermuts nur....

Samstag, 12. Oktober 2013

Nachlese 2013 - Die Finalisten (5)


Dänemark
Dass ich allgemein nicht gerade die größte Freundin dänischer Beiträge bin, dürfte aufmerksamen Lesern dieses Blogs inzwischen hinlänglich bekannt sein. Und dennoch - im Semi war Emmelies Auftritt bis zu diesem Zeitpunkt eindeutig das beste. Dass die Halle gesteckt voll mit Dänen war, war sicherlich kein Nachteil, aber im Semi war der Auftritt für mich noch kein Gesamtsieger. Daher war der Einsatz des Goldflitters, der ja eigentlich erst dem Finalsieger bei der Reprise gebührt, auch etwas verfrüht. Im Finale dagegen war es so herausragend und zwingend, dass ich mich nach dem Auftritt zum Prinzgemahl umdrehte und nur sagte "Ich glaub, das wars." Und nach der Reaktion in der Halle wusste auch dort offensichtlich jeder, dass man soeben die Siegerin gesehen hatte. Das war aber allein dem Auftritt geschuldet, nicht aber dem doch sehr mäßigen Song.

Island
Es gibt ja nun so viele Balladen in diesem Jahr, von denen mich fast alle kalt lassen. Eine Ausnahme ist da der isländische Beitrag. Ich weiß nicht, was dieses Lied hat, was die anderen nicht haben, aber ich finde es nach wie vor herzzerreißend schön. Und Eythor trägt das ausgesprochen kompetent vor. Glücklicherweise hat er auf den weißen Anzug verzichtet und schwarz angezogen, so ist das ganze eine runde Sache geworden. Der wunderschöne Hintergrund tat ein übriges. Das diesjährige "Kuula", leider im Gegensatz dazu grotesk unterplatziert. Mir fällt gerade zu meinem Schrecken auf, dass ich in diesem Wettbewerb zunehmend die Kerle mit Bart sexy finde - erst Loukas Giorkas, letztes Jahr der italienische Punkteansager, dieses Jahr Andrius und Eythor... und Herr Leppilampi hatte zwischendrin ja auch mal Gesichtsbehaarung.... HILFE! Oder liegt es bei Eythor nur daran, dass er mit 23 bereits einen NEUNjährigen Sohn hat? Könnte das mal bitte jemand verifizieren? Was bittschön MACHEN die da oben auf ihrer Insel???

Aserbaidschan
Irgendwie tu ich mich mit diesem Land von Jahr zu Jahr schwerer. Eigentlich will ich inzwischen GAR NIX MEHR gut finden, was von da kommt, aber wenn dieser Auftritt in dieser Form für, sagen wir mal, Finnland angetreten wäre, wäre ich wahrscheinlich restlos begeistert gewesen. OK, der gute Farid sieht reichlich unfinnisch aus, ich persönlich find ihn jetzt nicht so hübsch, stehe aber mit dieser Meinung wohl vollkommen alleine da (zumal es jetzt ja auch Bilder von seinem durchaus beachtlichen Sixpack gibt, und damit ist kein Bier gemeint). Singen kann er einigermaßen, auch wenn das Anhören der Karaokeversion beweist, dass da noch ein Ghostsänger im Hintergrund mithilft, und die Choreo mit dem Double im Glaskasten und der Dame in Rot mit der Schleppe, die noch auf der Bühne weilte (also die Schleppe), als die Dame schon im Greenroom angekommen war, gab es so auch noch nicht. Jetzt haben sie in fünf Jahren hintereinander die Plätze von 1 bis 5 alle mal durch, jetzt könnte doch endlich mal Ruhe im Karton sein, oder?

Griechenland
Hier kommt er, der Frau-Fabian-hat-so-richtig-Spaß-Beitrag 2013! Und er wird immer besser, je öfter man sich das anhört bzw. anschaut. Muss wohl die Wirkung vom Alkohol sein. Nach dem Ausscheiden des gesamten Balkans in den Semis hatte ich die Griechen im Finale eigentlich als möglichen Sieger, zumimdest aber als definitiven Top-5-Knacker auf der Rechnung. Dass es dann nur Platz 6 geworden ist, war schon eine Enttäuschung. Irgendwie schneiden die wirklich guten griechischen Beiträge immer zu schlecht ab, und die miesen zumindest in letzter Zeit zu gut. Und das hier ist meines Dafürhaltens der beste seit dem unerreichten "Olou tou kosmou i elpida". Übrigens hatten auch meine Kinder Spaß an dem Beitrag; als vor einiger Zeit mal der Sampler im Auto lief, musste ich den griechischen Beitrag gleich ein paarmal laufen lassen, was mich froh und dankbar sein lässt, dass sie vom Text noch nix verstehen. Zum Saufen ist es mit sechs Jahren definitiv zu früh! Jedenfalls war der Beitrag ein Experiment, das sich unbedingst gelohnt hat, und ich wünsche mir, dass die Griechen auch nächstes Jahr wieder ihre ausgetretenen Pfade verlassen. Wann immer sie das in der letzten Zeit taten, kam was richtig Tolles raus!

Freitag, 11. Oktober 2013

Nachlese 2013 - Die Finalisten (4)


Rumänien
Es ist kaum zu glauben, aber, meine Damen und Herren: Rumänien hat im zweiten Semi tatsächlich das Televoting gewonnen! Wie um Himmels Willen konnte das passieren? Ganz einfach: In diesem Meer der Langeweile musste wohl wirklich mal einer wie Cezar kommen, bei dessen Auftritt man zwischen brüllendem Gelächter und absolutem Unglauben schwankt. Der Ausdruck "over the top" hat eine komplett neue Bedeutung bekommen. Egal was man davon hält: Es polarisiert, bleibt im Gedächtnis und ist wohl niemandem wirklich egal, sondern man findet es entweder total geil, oder man kann sich wenigstens so wie ich daran abarbeiten. Dem Cezar ist das alles ernst, sehr ernst, und er hat eine halbe Stunde lang geweint, nachdem er ins Finale gekommen ist. Glaub ich sofort. Unmittelbar nach seinem Finalauftritt sahen die Äugelchen auch schon wieder verdächtig rötlich aus. Ich werde hier nicht versuchen, die beiden Auftritte auch nur ansatzweise zu beschreiben, das muss man einfach selber gesehen haben. Gleiches gilt übrigens auch für das  offizielle Video, und vergleicht bitte unbedingst mal die dort zu sehende Brustbehaarung mit der beim Auftritt! Grandios übrigens an dieser Stelle Petra Mede nach dem Semi: "He made me think of this old famous saying: Every successful man has a woman under his skirt" . Übrigens hat auch mein Mann schlagartig von seinem Buch aufgeblickt und für drei Minuten wie festgetackert auf den Bildschirm gestarrt, als Cezar anfing zu, äh, singen. Und das will wirklich was heißen.
     
Großbritannien
Falls sich jemand beim Lesen dieser Postingreihe fragen sollte, welcher Eintrag mir am schwersten fällt: Dieser hier. Ich schreib das hier mit blutendem Herzen. Das war die vielleicht schlimmste Selbst-Demontage der gesamten Eurovisionsgeschichte, da kommt sogar die von Dana International in Düsseldof nicht ran. Ich schrieb in der Vorbetrachtung, dass Bonnie es noch könne und alles an die Wand singen würde. Glücklicherweise hab ich darauf keine Wette abgeschlossen, sonst könnte ich wohl meine sämtlichen Habseligkeiten jetzt im Pfandhaus abliefern. Nein, sie kann es nicht mehr. Zumindest konnte sie es in den drei Minuten nicht mehr, als es darauf ankam. Einer gut gekleideten, gut konservierten (ja, leider sah man DAS auch, und nein, das war NICHT vorteilhaft) Dame mit großer Vergangenheit und bestenfalls nettem Gegenwartssong, den irgendeine gütige Seele auch noch einen Ganzton tiefer gelegt hatte, beim hoffnungslosen Kampf um jeden einzelnen Ton zuzuschauen, macht nicht schadenfroh, sondern einfach nur tieftraurig. Bitte tut sowas nicht nochmal, "liebe" Briten.

Schweden
Derjenige, der für die schwedischen Kostüme zuständig war, wollte wohl unbedingt vermeiden, dass Schweden auch 2014 Gastgeber wird. Anders sind Robins Oberteil und vor allem seine entsetzliche Hose nicht zu erklären, wenn ich mich recht erinnere, hat das ja auch beim Barbara-Dex-Award ziemlich abgeräumt. Die schwedischen Chancen auf eine akzeptable Platzierung stufte ich nach der Lektüre der Probenberichte als eher gering ein, aber das Hamsterbäckchen konnte liefern, als es drauf ankam. Und wie! Der Gute sang, als ginge es um sein Leben und söhnte mich mit diesem Auftritt beinahe mit dem Heimbeitrag aus. Aber nur beinahe, wir wollen ja nicht übertreiben.

Ungarn
Das ist so ein Beitrag, den hinterher jeder mag. Wunderbar versponnen, minimalistisch und mit einem Hintergrund zum Niederknien (wenn man mal die englische Schrift außen vor lässt). Ich bin immer wieder begeistert, wenn Leute beim ESC auftreten, die diesem ganzen aufgepimpten Zirkus nix abgewinnen können und auf der Bühne einfach ihr Ding machen. Das ganze war so liebenswert, dass man der sympathischen Truppe auch gerne verzeiht, dass Alex im Refrain nicht besonders tonsicher war. 

Freitag, 27. September 2013

Nachlese 2013 - Die Finalisten (3)


Russland
Och nööööö. Die Großnichte von Fräulein Rottenmeier im Bettjäckchen ihrer Oma und einem Kleid, das kein 15jähriges pickeliges Mauerblümchen als Abschlussballkleid auch nur in Erwägung ziehen würde, singt mit guter Stimme und Chiara-Mimik und -Bewegungen einen brechreizerregenden "Piep-piep-piep-habt-Euch-alle-lieb"-Breitwandschlonz, leider auch nicht von Startnummer 2 aus. Und das nun ausgerechnet aus Russland. Wird beim zweiten Hören nicht besser, und man fragt sich, ob Dina die Sülze eigentlich selber glaubt, die sie da singt. Der Gimmick mit den geworfenen Lampen war nett (und da alle Witze über den Ausverkauf in der Lampenabteilung von IKEA bereits gemacht wurden, mach ich jetzt keinen), und das mit den Leuchtarmbändern sah zugegebenermaßen toll aus. Aber bittschön: Platz 5?!? Das ganze bleibt nach wie vor maßlos überschätzt. Und ich wage mal zu behaupten, dass dieser Beitrag, wäre er in exakt der gleichen Form für, sagen wir mal, Andorra gestartet, nicht über das Semi hinausgekommen wäre.

Deutschland
Mit dem Kürzen von Eurovisionssongs ist das ja so eine Sache. Bei manchen klappt es, bei manchen nicht so richtig, und nach "Diwanit bugale" haben wir jetzt den zweiten Eurovisionssong, der durch die Kürzung nicht verschlechtert, sondern regelrecht massakriert wurde. Eigentlich war Deutschland ja mein Siegertipp, aber nach der ersten Strophe war klar, dass das nichts werden konnte. Die haben ja sämtliche Struktur aus dem Song rausgenommen! Das hörte sich an, als ob irgendwer einfach mal irgendwo ohne Rücksicht auf Verluste die Schere angesetzt hätte, egal ob da was Gescheites rauskommt oder nicht. Das Schlimme ist, dass auf dem Eurovisionssampler ebenfalls eine gekürzte Version drauf ist, die aber im Gegensatz zur performten Version stimmig und gut strukturiert ist. Warum hat man diese Version nicht für den Abend der Abende genommen?!? Leider war Natalie nicht cool genug, um statt "Glorious" "What have they done to my song, Ma" zu singen, was textlich auf jeden Fall angemessener gewesen wäre. Aber nicht nur die Kürzung war katastrophal, sondern auch die Choreographie. Was bitte war an der blöden Treppe so toll, dass Natalie fast das ganze Lied über da oben bleiben musste? Das hat den letzten Rest dann auch noch kaputt gemacht, da half auch ihr Strahlen nichts mehr. Zum Schluss lief sie dann über den Catwalk, um mit dem Hallenpublikum auf Tuchfühlung zu gehen, das heißt, es blieb nix Gescheites mehr für den Schnelldurchlauf übrig. Und in ebenjenem wirkte der deutsche Ausschnitt dann leider auch sehr unglücklich. Das war mal richtig, richtig schade und traurig, insbesondere auch deshalb, weil ich Natalie und ihre offene, sympathische Art inzwischen wirklich ins Herz geschlossen habe.
Ich weiß übrigens jetzt, warum ich "Glorious" so mag, obwohl das ansonsten ja so gar nicht meine Art Musi ist. Ich hör da nämlich nicht nur eine Ähnlichkeit zu "Juckpulvria", sondern vor allem auch zu "Ritmo de la Noche", was zwar an sich ein Scheißsong ist, mit dem ich aber ein paar mir sehr lieb und teuer gewordene Erinnerungen verbinde. Ist doch komisch, wie die Geschmacksnerven so ticken, n'est-ce pas?

Armenien
Bizarr: In der Postkarte hatte der Leadsänger der Dorians (dessen Namen ich vergessen hab und der mir auch jetzt und hier nicht wichtig genug ist, um ihn nachzuschauen, der sich aber selber auf jeden Fall für die armenische Inkarnation von Johnny Depp hält) noch eine Augenbraue, beim Auftritt warens auf einmal zwei. Ansonsten bleibt die Reiseführerwerbung ein lahmarschiges, mit unangenehmer Stimme vorgetragenes Stück Musik, zu dem das Rumgehampel des Leadsängers nicht im allermindesten passte. Was das im Finale zu suchen hatte, werde ich wohl nie verstehen. Aber das versteh ich ja bei armenischen Beiträgen eh nur sehr selten... Offensichtlich war ich aber dieses Mal nicht alleine, denn die Halle in Malmö hat bei der Finalistenverkündung an dieser Stelle sehr laut und deutlich gebuht. Völlig zu Recht!

Niederlande
Und dann steht für drei Minuten die Zeit still. Da sitzt man dann da mit Gänsepickeln vom Nacken bis zum Steiß und ja, durchaus auch ein bisschen Wasser in den Augen, und es ist mucksmäuschenstill, weil man keine Millisekunde dieses wunderbaren Songs verpassen will. Und Anouk steht einfach nur da und singt und lässt den Song wirken, und es ist wunderschön. Fast noch schöner ist dann der Moment, wenn dann bei der Finalistenverkündung nur noch ein Umschlag übrig ist und die Halle tobt "Ne-ther-lands! Ne-ther-lands!" und man es sowieso niemandem so sehr gönnt wie den Holländern, weil sie so oft zu Unrecht ausgeschieden sind und kein anderes Land so lange auf eine Finalteilnahme gewartet hat und dann wird der Umschlag aufgemacht und NETHERLANDS ist drin.... Und dann noch Top Ten im Finale... Anouk, Du warst wunderbar!

Donnerstag, 26. September 2013

Nachlese 2013 - Die Finalisten (2)


Belgien
Das muss man sich mal vorstellen: Da tritt als vorletztes im ersten Semifinale ein Land an, das in bisher 8 Semifinals erst ein einziges Mal ins Finale gekommen ist (da allerdings als Sieger) und bei den übrigen sieben Teilnahmen oft richtig tolle Beiträge dabei hatte, davon einer sogar als potenzieller Sieger gewettet, aber trotzdem immer kleben geblieben. Das Land wird in sämtlichen Vorhersagen als klarer Semi-Ausscheider gesehen. In meinem Last-Minute-Tippspiel in dem Forum, das ich üblicherweise frequentiere, hat NICHT EIN EINZIGER der Mitspieler Belgien im Finale gesehen. Und das waren mindestens 12, 13 Leute, die da mitgemacht haben. Nun ja, jedenfalls, dieses Land schickt ein frisurtechnisch herausgefordertes Bürschken mit zugegebenermaßen schönen Augen. Dem Bürschken steht ein Chor zur Seite, der zwar eifrig singt, aber nicht alle dasselbe Lied in derselben Tonlage, zumindest im Semi, im Finale wars dann ok. Ferner werden Textzeilen zu Gehör gebracht wie "And she fell so deep like she had never fell so deep before" (liebe Texter, was hat die englische Sprache Euch eigentlich getan???). Und schließlich und wichtigstens gibt es da noch zwei Tänzerinnen. Diese beiden Tänzerinnen tanzen mit verzerrten Gesichtern und Bewegungen ein Tänzchen, das mit dem Liebeskillerlied nicht das Allergeringste zu tun hat und das vermutlich ab sofort in sämtlichen "Eurovision-at-its-most-embarrassing"-Zusammenschnitten einen Ehrenplatz bekommt . ABER: Das Liedje ist flotter als der Durchschnitt, und das Jüngelchen am Mikrofon singt wirklich blitzsauber. Trotzdem hätte da keiner einen Pfifferling drauf gegeben, aber dann kam die größte Semi-Sensation seit 2005. Und damit nicht genug: Im Finale landete das allen Ernstes in der linken Hälfte und kratzte an der Top Ten. What has da world come to? Hachja. Wie schön ist doch die Unberechenbarkeit dieses Wettbewerbs.

Estland
Das estnische Schneewittchen erschien im kleidsamen ärmellosen Schwangerschaftshängerchen, wobei "HängerCHEN" trifft es nicht, das war schon ein ausgewachsener Hänger. Und der sah mindestens merkwürdig aus (hat es aber beim Barbara-Dex-Award dank harter Konkurrenz nicht in die Top Ten geschafft), half aber dem Beitrag auch andererseits wieder, im Gedächtnis zu bleiben. Ebenfalls hilfreich auch der nette Schwarz-weiß-im-ersten-Refrain-bunt-mach-Effekt, und der erwies sich angesichts der frühen Startnummer auch als bitternötig. Birgit sang sehr souverän und routiniert, das Lied bleibt schon irgendwie schön, aber: Es berührt mich. Nach wie vor. NICHT.

Weißrussland
Im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen in ihrem Semi hat die Weißrussin den Finaleinzug aber mal sowas von gar nicht verdient: Ein schlecht gesungener und verkrampft vorgetragener Strandschlager ohne Substanz und ohne jedweden Spaß an der Sache, dafür aber mit einem gruseligen Outfit. Zudem muss es in Malmö doch kälter gewesen sein als erwartet, anders ist Alyonas eingefrorene Miene nicht zu erklären. Da hat wohl einer versucht, die griechischen Erfolgsrezepte der letzten zehn Jahre zu kopieren und ist damit amtlich auf die Fresse geflogen. Leider schlug sich das nicht in der Semi-Platzierung nieder, der Finaleinzug ist eine Frechheit gegenüber KroatienMontenegroÖsterreichZypern. Leider hat man ihr ja nicht die Startnummer 2 gegeben, auf die so ein Schrott eigentlich ab sofort per Eurovisionsgesetz hinplatziert werden müsste. Und die Finalplatzierung? Das da soll besser gewesen sein als unser Nattymädchen? Haut bloß ab.

Malta
Guck ma, der liebe Onkel Doktor Bezzina hat sich mit ein paar Freunden zusammengetan und singt ein Liedchen. Dabei wandelt er auf einem schmalen Grat; mancher mag ihn schon als debile Grinsebacke wahrgenommen haben, ich finde, er, seine gesamte Truppe und sein Lied sind einfach so süß und sympathisch und obendrein im besten Sinne so wunderbar uncool und nahbar, dass man nicht anders kann, als das Gesamtpaket ins Herz zu schließen. Der achte Platz im Finale war für mich eine höchsterfreuliche Überraschung, damit hätte ich nicht gerechnet. Und vermutlich dürfte der Zungerausstrecker beim Rückweg vom Catwalk auf die Bühne einiges damit zu tun haben. Günstigerweise wurde das dann auch noch im Schnelldurchlauf gezeigt. Diese kleine Frechheit bewahrte Gianluca nämlich davor, als unerträglich nett wahrgenommen zu werden. Das war mal ein richtig, richtig, RICHTIG toller maltesischer Beitrag!

Mittwoch, 25. September 2013

Nachlese 2013 - Die Finalisten (1)


Frankreich
Irgendwer muss wohl massiv was gegen die arme Französin gehabt haben. Denn jemanden mit diesem schwierigen Beitrag den Abend eröffnen zu lassen ist schon eine ganz schöne Frechheit. Sogar mein unfreiwillig mit halbem Auge und Ohr mitguckender bzw –hörender Prinzgemahl fiel darauf rein, denn er meinte nach dem Beitrag: "Die gewinnt schon mal nicht." OK, das war mir auch schon vorher klar, aber Amandine war grandios! Verrucht und sexy sah sie aus und rotzte ihren Beitrag auf eine Weise ins Publikum (und in die Kamera), dass mir wohl Angst und Bange geworden wäre¸ wäre ich der Kerl gewesen, den sie in die Hölle schicken bzw. ihm selbige heiß machen wollte. Leider werden solche gegen den Strich gebürsteten Beiträge weder von den Juroren noch vom Volk goutiert, so dass sich Amandine vollkommen zu Unrecht ganz unten im Punktetableau wiederfand.

Litauen
Here's looking at you, kid! Ich hätte am Dienstagabend eine Menge Geld machen können, man sollte echt öfter wetten. Denn außer mir hat wohl nur eine relativ überschaubare Anzahl von Leuten auf einen Finaleinzug von Andrius gesetzt. Aber ich bleibe dabei, der Song ist ok, sehr ok sogar trotz der brunzdämlichen Textzeilen "because of the shoes I'm wearing today: One is called love, the other is pain." Andrius ist sehr süß und ausgesprochen sexy, so dass man ihm auch das zu kurze T-Shirt nachsieht, und die Performance? Nun, wer so gekonnt auf dem schmalen Grad zwischen Faszination und Wahnsinn balancierend die Televoter einfängt, der kriegt auch, was er will. Der hypnotischste Auftritt aller Zeiten - und vermutlich sogar ganz ohne Drogen hinbekommen! OK, das mit den Drogen gilt wohl nur fürs Semi, im Finale schien es mir schon, als hätte er irgendwas eingeworfen. Der Finalauftritt war leider signifikant schlechter und schleppender als der Semi-Auftritt, so dass Andrius das Scoreboard dann auch von unten begucken durfte. Dass sie ihm im Finale obendrein die Startnummer 2 gegeben haben, war natürlich nicht so nett. Irgendwen musste es ja leider erwischen, aber ich hätte dort lieber andere gesehen (siehe dann dort).

Moldawien
Aliona, Liebes, Du solltest den Salat nicht nur angucken, sondern auch ab und zu mal essen. Und die Frisur vom Auftritt stand Dir weitaus besser als die aus der Postkarte. Davon abgesehen: Hut ab. Im Semi hast Du einen der besten Auftritte des Abends abgeliefert. Diese Gesangsleistung war absolut grandios, das muss man einfach mal neidlos anerkennen. Und der Gimmick mit dem Kleid kam ebenfalls super. Einziger Wermutstropfen: Sexy Pasha Parfeny hätte gerne sowohl im Semi als auch im Finale mal öfter im Bild sein dürfen, aber das tat dem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch. Von daher: Verdienter Finaleinzug. Und durch den ebenfalls ausgesprochen überzeugenden Auftritt im Finale verdientes Kratzen an der Top Ten in der Endabrechnung, und ich hätte ihr den Einzug in ebenjene Top Ten von Herzen gegönnt.

Finnland
Im Semi dürfte das zu diesem Zeitpunkt wohl der eindeutige Hallenliebling gewesen sein - und völlig zu Recht. Ein wunderbar unernster Trashbeitrag aus Finnland, der drei Minuten lang einfach nur Spaß gemacht hat. Und was das Küsschen mit der Dame am Schluss angeht: JAU! Richtig so! Insbesondere im Hinblick auf das eine oder andere Gesetz in der letzten Zeit (auch darüber später mehr) find ich das richtig, richtig gut! Schade dass dann Jurys und Televoter im Finale dermaßen feige waren.

Spanien
Raquel, ich hab eine gute und eine schlechte Nachricht für Dich. Zuerst die gute: Du kannst besser singen als Andrea Nahles. Nun die schlechte: Du kannst nicht allzu viel besser singen als Andrea Nahles! Ich find den Beitrag wirklich nach wie vor wunderschön, aber so, wie das auf die Bühne gebracht wurde, war es leider zum Fremdschämen. Wer auf der Eurovisionsbühne singt, sollte mit den Tönen auf du und du stehen und nicht nur von ferne mal guten Tag winken! Bei solchen Auftritten könnte ich immer vor Zorn aus der Haut fahren. Es tut wirklich weh, wenn man einen Song sehr mag und der dann auf der Bühne dermaßen versenkt wird. Noch weher tuts, wenn der Song von Anfang an chancenlos war. Also, bitte alle noch mal lesen, mitschreiben und verinnerlichen: Wenn ich einen Song habe, der von vornherein keine Chance hat, dann muss die Performance absolut makellos sein! Nur so kann man auf der Punktetafel noch ein bisschen was bewirken!