Wir machen weiter mit zwei absoluten Bubble-Favoriten, die beide hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind:
7. Dänemark (243 Punkte (Jury: 165 Punkte (Platz 3), Televoting: 78 Punkte (Platz 11)),
im Semi: Platz 5, 199 Punkte (Jury: 124 Punkte (Platz 2), Televoting: 75 Punkte (Platz 7)))
Mit diesem Beitrag bin ich ja lange Zeit nicht so recht warm geworden, inzwischen hab ich ihn mir aber schöngehört und lass das Audio ab und zu ganz gern auf meine Ohren. Für das Visual gilt das nicht. Die Inszenierung mit der dampfschwülen Luft im Glaskasten mag noch durchgehen, aber insgesamt war mir das viel zu sinnlich und erinnerte mich stellenweise an "Dizzy", was für mich eindeutig in die Sparte Cringefest gehört. Leider hat man Søren dann zu allem Überfluss auch noch das Finale eröffnen lassen. Dem Beitrag hat das garantiert nicht gerade geholfen, sagt auch Søren selbst. Bezüglich seiner Performance und seiner gesanglichen Leistung muss er sich ganz sicher nichts vorwerfen, das saß beide Male tadellos. Die gute Nachricht ist: In Landessprache können auch die Dänen was reißen. Deshalb: Bitte gerne wieder!
6. Finnland (279 Punkte (Jury: 141 Punkte (Platz 5), Televoting: 138 Punkte (Platz 8)),
im Semi: Platz 3, 227 Punkte (Jury: 127 Punkte (Platz 2), Televoting: 100 Punkte (Platz 5)))
Was war das für ein Hype im Vorfeld. Die Frage schien ja nur zu sein, ob es nach Helsinki, Tampere, Turku oder Rovaniemi gehen würde. In der Bubble und bei den Bookies lag "Linkinheitin" praktisch uneinholbar vorne, wer sollte das gefährden? Dazu noch 20 Jahre nach Lordi und mit der Finalstartnummer 17? Nun, erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Ich selber hab diesen Hype ja nie so richtig verstanden, genausowenig wie der Nachwuchs. Wir hatten zum Finaleschauen auch dieses Jahr wieder eine nicht ESC-affine Freundin der beiden da, der wir nicht erzählt haben, wo das Ding in den Wetten und in der Bubble steht. Wir nach dem Auftritt: "Was denkst du?" Sie so: "Hm, na ja, ganz okay." Ich: "Gewinnt das?" Sie schaut mich konsterniert an und sagt dann im Brustton der Überzeugung: "NÄ!" Natürlich haben Linda und Pete das sehr gut gemacht, aber die Inszenierung hab ich bis heute nicht verstanden. In Anbetracht der Vorschusslorbeeren dürfte der sechste Platz schon sehr schmerzhaft gewesen sein, aber mal ganz ehrlich: In diese Region hätte ich den Beitrag im Vorfeld auf jeden Fall eher eingeordnet denn als Erdrutschsieger. Sorry, Finnland. Kleiner Trost: Wenn Ihr so weiter macht, dann werdet Ihr innerhalb der nächsten zehn Jahre auf jeden Fall Euren zweiten Sieg einfahren. Vielleicht sogar auch den dritten oder vierten. Bis es so weit ist, vergieße ich noch das eine oder andere Tränchen um Antti Paalanen, dessen "Takatukka" mein eindeutiger Jahrgangssieger gewesen wäre, hätte er das Ticket für Wien gelöst.