So, liebe Freunde, Freundinnen und nichtbinäre Freunde und Freundinnen, es geht weiter! Sorry for the long delay, aber bei der Hitze wirste ja bekloppt. Und an den Tagen, wo keine Hitze war, musste ich mich von den Hitzetagen erholen. Mein Gehirn fühlt sich im Moment an wie Grütze, aber auf vielfachen Wunsch insbesondere eines Einzelnen (Grüße gehen raus) geht es jetzt weiter!
Wir entern jetzt die Top Ten:
10. Griechenland (220 Punkte (Jury: 73 Punkte (Platz 12), Televoting: 147 Punkte (Platz 7)),
im Semi: Platz 7, 159 Punkte (Jury: 88 Punkte (Platz 4), Televoting: 71 Punkte (Platz 7(!))))
Hm. Nun kann man natürlich sagen, Platz 10 ist doch ein sehr achtbares Ergebnis, aber eigentlich ist doch die Frage, was zur Hölle hier denn schiefgegangen ist. Denn Akylas stand nicht nur bis kurz vorm ersten Semi auf Platz 2 der Wetten, sondern arbeitete sich in der Siegeswahrscheinlichkeit kontinuierlich nach oben bis auf 21% - das war vor Beginn der ersten Generalprobe. Und Favorit auf den Televoting-Sieg im ersten Semi war er auch. Danach folgte die Talfahrt. Das Erstaunliche ist, dass diese Talfahrt schon während der ersten Generalprobe begann, nicht, wie sonst erst, während der Liveshow. Aber warum? Es ist überhaupt nicht mein Song, zugegeben, aber Akylas war in beiden Performances toll, und das war top inszeniert, inklusive Reminiszenz an Helena Paparizous Siegerperformance. War die Geschichte bzw die Botschaft dann doch zu unverständlich? Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, denn spätestens, wo der langsame Teil kommt und im Backdrop der englische Text erscheint, müsste eigentlich jeder kapieren, was Akylas uns sagen will. Und dann gibts ja noch die Kommentator*innen, die sowas auch gerne mal erzählen. War es die Startnummer (hier schwillt der Chronistin Stirnader)? War es zu drüber? Zu viel? Auf einer Metaebene hätte das ja dann auch wieder gepasst. Ich weiß es nicht, echt nicht, und für die Griechen im allgemeinen und Akylas im besonderen tut es mir echt leid, das hätte eigentlich weiter nach oben gehört.
9. Ukraine (221 Punkte (Jury: 54 Punkte (Platz 15), Televoting: 167 Punkte (Platz 5)),
im Semi: Platz 6, 174 Punkte (Jury: 75 Punkte (Platz 8), Televoting: 99 Punkte (Platz 4)))
Es gibt offensichtlich Länder im Eurovisionszirkus, die machen können, was sie wollen, es funktioniert immer irgendwie. Dabei hatte ich Leléka nach dem Semiauftritt schon mit einer Pobacke auf dem Schleudersitz gesehen. Der hohe Ton, eigentlich das Glanzstück der Performance, ist ihr nämlich bekanntlich weggekippt, und zu allem Überfluss hatten sie dann auch noch genau diese Stelle im Schnelldurchlauf (im Finale haben sie diesen Fehler nicht mehr gemacht). Aber auch sonst haben die Eurovisions-Inszenierungskönige dieses Mal nicht ihre beste Arbeit abgeliefert, das war alles sehr schlicht und auf Leléka zugeschnitten. Ich hab weder ihr Outfit (im VE viel besser, wenn schon, denn schon!) noch die schwarzen Handschuhe (?) noch den schwarzen Strich am linken Auge verstanden. Die Stoffgardinen könnten immerhin Wasserfälle symbolisiert haben. Der Song allerdings ist nach wie vor toll, und im Finale war auch die Performance perfekt. Das hat dann wohl bei allen eingeschlagen.
8. Moldau (226 Punkte (Jury: 43 Punkte (Platz 17), Televoting: 183 Punkte (Platz 4)),
im Semi: Platz 4, 208 Punkte (Jury: 62 Punkte (Platz 8), Televoting: 146 Punkte (Platz 2)))
Dieser Jahrgang hat uns ja nun doch einiges an Überraschungen präsentiert, und auch hier haben wir eine. Moldau war mit Platz 8 der Schwächste (!!) der drei Rückkehrer, wobei "schwach" hier natürlich das völlig falsche Wort ist. Das war bärenstark. Und das alles mit dermaßen einfachen Mitteln! Schaut mal genau hin, außer einem Bandsetting, der Reminiszenz an Aliona Moons Auftritt in Malmö und einem süßen lustigen Background gab es da nur eins: Jede Menge Spaß. Und der hat sich auf alle übertragen, nicht umsonst war das einer der großen Hallenfavoriten. Man hat das Satoshi und seinen Mitstreiter*innen in jeder Sekunde angemerkt, wie sehr sie ihren Auftritt genossen haben. Vielleicht sollten sich drei der Big Five mal beim ärmsten Land Europas abschauen, was einen guten ESC-Beitrag ausmacht. Spoiler: Fette Props und Reißbrettware sind es nicht.
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