3. Rumänien (296 Punkte (Jury: 64 Punkte (Platz 13), Televoting: 234 Punkte (Platz 2)),
im Semi: Platz 2, 234 Punkte (Jury: 87 Punkte (Platz 6), Televoting: 147 Punkte (Platz 3)))
Man sagt ja, wenn man geht, dann mit einem Knall. Für den ESC 2026 gilt: Wenn man zurückkommt, dann mit einem Knall. Das gilt auch für die Rumänen, die ihre Abstinenz 2024/5 offensichtlich trefflich genutzt haben. Ich weiß, ich hab den VE-Auftritt nicht allzu gut bewertet, aber das war der VE-Auftritt. Ich hab mir den extra noch mal angeschaut, bevor ich mit diesem Artikel hier begonnen habe, ob ich Alexandra da etwa Unrecht getan habe. Nein, hab ich nicht. Zwischen dem VE-Auftritt und dem, was man in Wien auf der Bühne bestaunen konnte, lagen WELTEN. Beim Semiauftritt, der sogar noch ein bisschen besser war als der Finalauftritt, ist mir einfach nur die Spucke weggeblieben. Da stimmte ALLES. Nicht nur war Alexandras Gesang beide Male absolut perfekt, sondern auch bei der mit sparsamsten Mitteln auskomponierten Inszenierung stimmte jedes Detail, so dass ich Alexandra ihren "Wahnsinn" nicht nur abgenommen habe, sondern auch zum ersten Mal auch verstanden habe, worum es in dem Song eigentlich geht. Die weiße Figur ist in diesem Szenario das "Böse", von dem die Sängerin besessen ist und von dem sie sich befreien will. Das Gegenüber soll also das "Böse" quasi aus ihr rauswürgen, deshalb "Choke me". Am Ende, beim Lichtwechsel, ist sie dann befreit. Apropos Licht: Schaut Euch unbedingt den Auftritt noch mal an und beobachtet, wie viel hier allein mit dem Licht gemacht wird! Es gibt keinen wilden Backdrop, außer den beiden Leuchtkabeln keine großartigen Props, aber das Licht. Das Licht! Und die Kamera! Man kann so unfassbar viel von diesem Beitrag lernen, deshalb, lieber SWR, schaut Euch das an! Eine hochverdiente Bronzemedaille für den düstersten Beitrag im Wettbewerb, die, wäre es nach mir gegangen, gerne eine goldene oder wenigstens eine silberne hätte sein können. Leider haben das die Jurys verhindert. Nein, ich sag es nicht, ich denk es nicht mal.
Nur eins noch: Vor etwa 20 Jahren hab ich eine Prognose gemacht (es war die Zeit von "Let me try" und "Tornero", dass die Rumänen, wenn sie so weitermachen, den ESC in den nächsten 10 Jahren gewinnen werden. Wie wir heute wissen, ist diese Prognose nicht eingetreten, und sie haben nach 2017 auch nicht so weitergemacht, da gings bergab bis zum 23er Totalschaden. Aber: Ich finde, diese Prognose gehört wieder aus der Mottenkiste geholt! Sie haben es weiß Gott noch drauf, und wenn sie so weitermachen, dann wird der ESC spätestens 2036 in Bukarest Rumänien Station machen! Mark my words!
2. Israel (343 Punkte (Jury: 123 Punkte (Platz 8), Televoting: 220 Punkte (Platz 3)),
im Semi: Platz 1, 269 Punkte (Jury: 106 Punkte (Platz 3), Televoting: 163 Punkte (Platz 1)))
So, wie kriegt man denn jetzt diesen Absatz hin, ohne den Elefanten im Raum anzusprechen? Vermutlich: Gar nicht. Deshalb bringen wir es kurz hinter uns. Ich werde mich weder hier noch an anderer Stelle in diesem Blog zur besonderen Situation um Israel äußern, sondern Noam Bettan und seinen Beitrag so behandeln wie alle anderen auch. Und ja, mir ist bewusst, dass ich damit barfuß auf der Rasierklinge tanze, aber da müssen wir jetzt alle durch. Ich bitte, von politischen Statements in die eine oder andere Richtung in den Kommentaren abzusehen, ich werde im Zweifelsfall dann auch von meinem Hausrecht hier Gebrauch machen und solche Kommentare nicht freischalten.
Anyway, to business. Noam fischte im gleichen Pool wie Slimane vor zwei Jahren, und er tat das überaus kompetent. Wozu es diesen riesigen Lotus (oder was auch immer das sein sollte) brauchte, erschließt sich mir allerdings nicht. Es hätte auch genügt, Noam einfach auf die Bühne zu stellen und ihn um sein Leben singen zu lassen, also genau das, was er auch getan hat. Der Lotus war völlig unnötig, genauso wie die fünf Tänzerinnen in diesen erstaunlich unschönen Outfits, bei denen zumindest ich mich frage, ob sie von Merci Kaffee Sahne inspiriert sind. Noam hat das großartig gemacht, da beißt die Maus kein' Faden ab. Die Silbermedaille ist für meinen Geschmack zwar entschieden zu hoch gegriffen, aber das hat die Top 5 auf jeden Fall mehr verdient als der, der Omma Ilse die BU verkaufen wollte. Trotzdem darf Israel gerade im Moment gern auch mal wieder einen Beitrag wie diesen hier schicken. Just sayin'.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen