Der Herr Sixtus hat gesagt, ich möge doch bitte nur Liebes über diesen Beitrag schreiben. Ich probiers. Aber ich versprech nix.
Wir sehen auf der Bühne: Einen Schreihals im Trachtenmini mit Seitenzopf und Stiefeln, drei sich drehende Trachtenröcke in unterschiedlichen Farben, immerhin waren die dazugehörigen Oberteile unerwartet hochgeschlossen, und zwei
Verzeih mir, Sixtus, ich habe kläglich versagt.
13. Schweiz
Über Sebalter was Nettes zu schreiben fällt mir hingegen ausgesprochen leicht. Nachdem es gleich mit einem Knalleffekt losging, hatte er direkt die Halle auf seiner Seite, und nachdem er meiner Meinung nach DER männliche Eye Candy in diesem Jahr (obendrein mit Bart!) war und seinen Charme großzügigst versprühte, hatte er im Semi natürlich leichtes Spiel. Und die Entscheidung, das Intro zu pfeifen und nicht von einem anderen Instrument übernehmen zu lassen, war goldrichtig! Das waren insgesamt sechs Minuten Unterhaltung allerbester Sorte, und ich glaube, es war ganz gut, dass man den von Sebalter selbst verbrochenen Text nur marginal verstand, denn (und das ist das einzige, was ich an diesem Beitrag wirklich auszusetzen hab) der passte so GAR NICHT zur Performance... nachdem ich die Zeile "I am the hunter, you are the prey, tonight I'm gonna eat you up" rausgehört hatte, musste ich den Text dann doch mal nachschauen. Sebalter, Du wirktest nun wirklich nicht wie ein Jäger auf Beutejagd, sondern wie ein netter Kerl, der sich mit seinen Freunden auf der Bühne tolle drei Minuten macht. Toll dagegen der Einsatz der Feuerdusche (und der Kamera!!) bei der Zeile "I press my nose to the glass, it's raining outside, it's raining outside". Man muss lange, lange zurückgehen, bis man einen Schweizer findet, der eine bessere Platzierung hingelegt hat, und man wird erst 1991 (!) fündig. Ja, ich weiß, Annie Cotton und Vanilla Ninja, das waren aber beides keine Schweizer! Alles in allem zwei tolle Performances, die nach unserer einhelligen Meinung gern noch besser hätten abschneiden dürfen!
12. Rumänien
Ich sagte ja bereits im Vorfeld, dass Rumänien irgendwann demnächst nochmal gewinnt, aber dass das wohl nicht dieses Jahr sein wird. Hab ich wohl recht behalten, wundert einen aber auch irgendwie nicht, denn an diesem Beitrag war zuviel Licht-und-Schatten-Gemisch, um wirklich punkten zu können. Auf der Habenseite haben wir zwei durchaus attraktive und auf jeden Fall mal hochtalentierte Sänger - Paula dürfte ohne Zweifel in dieser Disziplin die Jahrgangsbeste sein, und den Rekord für den längsten Ton der Eurovisionsgeschichte hat sie auch einkassiert - und einen superstarken Chor, die zusammen für einen runden, vollen Sound sorgten. Das allein reicht aber nicht, liebe Rumänen (und das solltet Ihr eigentlich auch wissen): Der Gimmick mit der Paula-Projektion war ebenso verzichtbar wie das seltsame runde Keyboard (woher habt Ihr das? Ich brauch dringend ne neue Klobrille, ich will das auch!). Der Song bleibt schlecht, und leider gaben Paula und Ovi dieses Mal auch kein überzeugendes Pärchen ab. Da knisterte nix zwischen den beiden. 2010 haben sie gezeigt, dass sie es besser können. Paula, Ovi, kommt bitte gern nochmal wieder, aber dann mit einem absoluten Knallersong - dann holt Ihr die Kiste auch!