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Dienstag, 27. Mai 2014

Das Finale, Platz 20-18

20. Griechenland
Come on and reis ab, reis ab, reis ab... hat der deutsche Zuschauer möglicherweise verstanden (merkt Ihr was? Die Phonetik-Else in mir ist grad aufgewacht und beginnt sich zu strecken - nicht dass sie dieses Jahr viel Gelegenheit dazu hat, aber dazu später mehr). Endlich endlich endlich sind die Griechen für Substanzlosigkeit mal so richtig abgestraft worden. Wurde auch langsam mal Zeit! Der Song geht zwar in die Beine, gibt aber ansonsten nicht allzuviel her. Und die Jungs sind zwar alle very pleasing on my eyes und die Idee mit dem Trampolin war auch durchaus nett, aber dann muss der Auftritt auch eins a sitzen! Das tat er hier weder im Semi noch im Finale. An und für sich kann man ja bei einem solchen Song nicht viel falsch machen, aber der Gesang war dermaßen schwach, da konnte auch der ganze Schnickschnack drumherum nix mehr helfen. Dabei hätten die Griechen durchaus mal bei sich selber gucken können, wie man das macht. "Watch my dance" wurde nämlich vor drei Jahren PERFEKT auf die Bühne gebracht. Come on and reis ab. Genau.

19. Montenegro
Ich hasse bei der Eurovision nichts mehr, wenn ich mich in einen Song verliebt habe und der dann auf der Bühne versenkt wird. Mich hat die Rollkunstläuferin zumindest im Semi weniger gestört als befürchtet, gebraucht hätte ich sie dennoch nicht. Das Lied bleibt mein Liebling dieses Jahr, und Sergej hat eine wunderbare Stimme. Aber vielleicht hätte man doch vorher mal bei einem gewissen Zeljko J. nachfragen sollen, wie man sowas auf die Bühne bringt. Der Startplatz nach den im Semi alle überraschenden Niederländern und der im Finale nach Armenien war sicher jeweils mindestens kein Vorteil. Während der Semi-Auftritt noch sehr gelungen war, hat er es im Finale leider völlig versenkt. Da war nix mehr von dem klarem, souveränen Gesang zu hören, den es braucht, um so eine Nummer gut auf die Bühne zu bringen. Trotzdem, sehr schade. Ich hätte das natürlich gern weiter oben gesehen.

18. Deutschland
Nach dem 18. Platz von Elaiza passierte das, was in solchen Fällen immer passiert: Auf den einschlägigen Seiten tauchten mal wieder diejenigen auf, die sonst nie irgendwo auftauchen, und belehrten den NDR darüber, wie scheiße das alles ist, was er alles falsch macht und dass sie das ja schon immer gewusst hätten. BULLSHIT! Mal ehrlich: Drei so unerfahrene Mädels mit DIESER Startnummer in DIESES Feld (möglicherweise das stärkste Finale aller Zeiten!) zu schicken und dann mit Platz 18 VOR Griechenland, Aserbaidschan, Malta und Italien wieder rauszukommen, das ist wirklich aller Ehren wert. Elaiza haben bei ihrem Auftritt kaum was falsch gemacht - Elas Stimme war am Ende der Bridge ein wenig neben der Spur, und das Tütü hätte sie bessr auch daheim gelassen, aber ansonsten war das ein toller Auftritt, mit dem die drei Damen uns ganz sicher nicht blamiert haben! Und bei so vielen tollen Beiträgen können nicht alle erster werden. Deutschland hat Elaiza gewählt, und das war auch gut so. Ich bezweifle, dass es mit irgendeinem der anderen (ja, auch Unheilig!) weiter nach vorn gegangen wäre. Und die drei Mädels haben sehr viel Spaß auf der Bühne und in Kopenhagen die Zeit ihres Lebens gehabt - was will man mehr? Ich wünsche den dreien und mir selbst, dass man noch viel von ihnen hören wird! Alles Gute für Euch, Mädels!

Dienstag, 1. April 2014

ESC 2014 Gesamtbetrachtung Teil 6


Und der Rest vom 2. Semi

11. Mazedonien: Tijana Dapčević -To the sky

Hu hu hu - und gleich zu Anfang prallt man erstmal zurück. Wie hat sich die Ina Müller denn verkleidet? Das ist leider mal wieder Billigpop vom allerschlimmsten, dargeboten von einer Blondine in heftig hohen High Heels und schwarzem Anzug, die erschreckend an eine Domina erinnert und durch ihre tiefe Stimme in den Strophen verstörend androgyn wirkt. Meine erste Reaktion war jedenfalls: "Was ist das denn?" Und da der Song auch keine Offenbarung ist, möchte ich das hier nicht haben!
Chancen aufs Finale: Pöh. Wird wohl gehen. Muss mir ja nicht gefallen.
Skopje 2015: Ach, vergesst es doch.
2/10


12. Schweiz: Sebalter - Hunter of stars

Ich bin ein lustiger Musikant und pfeif mir eins, hat sich der Sebalter wohl gedacht. Und sein Song kommt auch genauso rüber: Frisch, pfiffig, unkompliziert. Und nett aussehen tut er auch. Das macht einfach Spaß! Ich hoffe, er kann es auch live stemmen, hab hier nur wieder das offizielle Video. Ich hoffe, sie setzen es auch ein bissi fröhlich um auf der Bühne. Wir haben bisher allzu viele anstrengende Songs, da kommt das hier sehr gut.
Chancen aufs Finale: Sollte nach der anstrengenden Mazedonierin eigentlich drin sein
Zürich 2015: Nein, dazu ist es zu schlicht
9/10


13. Griechenland: Freaky Fortune feat. Riskykidd – Rise up

Es geht los mit einem Trompetenintro, das auch in keinem Film über die alten Griechen fehl am Platz wäre, und dann fängt ein Rapper mit einer Physiognomie zum Reinschlagen an zu singen. Ich kann mit Rap nix anfangen, und das hier ist keine Ausnahme. Wenn sie nicht rappen, dann singen sie "Rise up" "Rise up" "Rise up". Der Bumsbeat macht Remmidemmi, aber irgendwie ist es immer nur dasselbe. Und nicht wirklich schön. Wird aber in den Eurodiscos die Tanzflächen zum Kochen bringen. Der wohl ungriechischste Beitrag aller Zeiten, und das ist leider kein Kompliment...
Chancen aufs Finale: Griechenland schafft es immer
Athen 2015: Nicht mit diesem Song. Athen 2014 wär eigentlich gerecht gewesen!
3/10


14. Slowenien: Tinkara Kovač – Round and round

Irgendwie haben die Flöten von Emmelie doch einen gewissen Eindruck hinterlassen, auch Slowenien beginnt mit einem Flötenintro. Die Slowenen zweisprachig am Start, schau an. Der Song stammt aus der Feder von Hannah Mancini und ist so an sich nix Besonderes, ich kanns mir aber einigermaßen anhören. Allerdings so alles in allem nicht so der Oberburner. Immerhin ist die Sängerin gut. Wann zum Henker lernen es die Slowenen endlich?
Chancen aufs Finale: Könnte eng werden.
Ljubljana 2015: Nö
5/10


15. Rumänien: Paula Seling & Ovi – Miracle
Du lieberHimmel, was sind das denn für Sprünge im Refrain? Das irritiert mehr, als dass es irgendwas bringt. Pauli und Ovi können natürlich immer noch singen, Paula sieht immer noch klasse aus, aber bitte, was ist das denn für ein Song? Die Strophen sind langweilig, dafür hört sich der Refrain an, als ob da irgendwie die CD einen Sprung hätte. Sowas kann ich nicht haben, weil unsere CD-Player auch immer Zicken machen. Paula & Ovi, das ist kein Miracle! Das könnt Ihr besser!
Chancen aufs Finale: Ja, das schon.
Bukarest 2015: Ich habe anno 2005 prophezeiht, dass die Rumänen den ESC innerhalb der nächsten zehn Jahre (also 2006-2015) gewinnen werden. Nun ja. Bleibt ja noch ein Jahr.
4/10


So, und auch hier wieder eine Zusammenfassung: Im Gegensatz zum ersten Semi, das man wohl als absolutes Killersemi bezeichnen muss, ist die Lage hier nicht ganz so eindeutig. Von den Songs her find ich es insgesamt etwas schwächer, es gibt aber auch hier wieder einiges, das herausragt. Schauen wir mal, wer ins Finale kommt: Da nur fünf dieses Mal rausfliegen, versuch ich mal, diese fünf zu finden.

Raus ist auf jeden Fall

Litauen (Slowenien 2013 reloaded)

Bei allen anderen bin ich mir unsicher. Drin sind auf alle Fälle

Israel
Norwegen
Griechenland
Rumänien

Enge Kiste:

Malta
Irland
Slowenien


Sollten es eigentlich schaffen:

Polen
Österreich
Weißrussland

Kann ich gar nix zu sagen:

Georgien

Schaffen es wohl, aber nicht bombensicher:

Finnland
Mazedonien
Schweiz


OK, dann nochmal die Liste, aber nie war ich mir so unsicher wie hier. Im Finale sehen wir:

Israel
Norwegen
Polen
Österreich
Finnland
Weißrussland
Mazedonien
Schweiz
Griechenland
Rumänien.

Wenigstens kann man hier nur fünf Fehler haben.