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Montag, 19. Mai 2014

Das Finale - Platz 26-24

Show must go on, deshalb schauen wir uns jetzt mal an, was sonst noch so im Finale los war. Aus Gründen der Nettigkeit machen wir das rückwärts:

26. Frankreich
Tja, Leute. Knapp daneben ist auch vorbei. Ihr wart schon dicht dran mit Eurer Schnauzbartbesingung, aber das Thema Nummer 1 seit diesem Abend waren Vollbärte. Davon abgesehen waren die beiden Punkte redlich verdient, auch über Nil Poaaah hätte man sich dieses Jahr nicht beschweren dürfen. Die Bühne augenkrebserzeugend bunt mit fliegenden Schnauzbärten. Die Kameras hatten keine Chance, diesen Beitrag einigermaßen angemessen zur Geltung zu bringen. Dazu kam eine mindestens mal seltsam zu nennende Bühnenshow, ein sperriges Lied (wobei es allein für den Ausdruck "Salle de musculation" noch ein paar Pünktlis hätte geben dürfen), hab ich noch was vergessen? Ach ja. Ja. Die Outfits. Die Optik war.... also... also, die war schlimm. Ganz schlimm. Kurze Hosen, weiße Socken, Haartastrophen, wohin man schaut. Beim Barbara Dex Award landete man zwar nur auf Rang 6, aber die Konkurrenz war auch recht hart dieses Jahr. Bevor wir das Zeug noch mal anziehen, gehn wir lieber nackt, dachte man sich anschließend und tauchte nach dem Eurovision Song Contest genau so in einer französischen Fernsehshow auf (ansehen wieder auf eigene Gefahr!)

25. Slowenien
An Tinkaras Robe scheiden sich die Geister. Während die Männer das als total übertriebenen Fummel abtun, bekommen Frauen so wie ich glasige Augen und wünschen sich heimlich oder auch weniger heimlich, auch einmal im Leben als Prinzessin aufzulaufen... und dann auch noch in Royalblau! SCHMACHT! Tinkaras Finaleinzug war für mich eine kleine Überraschung, weil ich den Song zwar für nett, aber nach wie vor nicht besonders stark halte. Ihre schnörkellose Leistung und, seien wir ehrlich, auch die günstige Startnummer im Semi dürfte ihr aber sehr geholfen haben. Im Finale hatte sie zwar mit der legendären 17 die erfolgreichste Startnummer überhaupt, aber wie wir ja nun inzwischen wissen, ist das Startnummernorakel komplett für die Hühner, vor allem, wenn noch ein Haufen Favoriten nach einem kommen. Trotzdem, Schade, da hätte sie aufgrund der guten Performance schon mehr verdient gehabt als den vorletzten Platz. Warum übrigens hat man der einen Chorsängerin nicht wenigstens die abrasierte Stelle wieder zugebürstet?

24. San Marino

San Marino! Im Finale! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Das hab ich immer noch nicht so ganz verpackt. Aber wär ja nicht das einzige außergewöhnliche Ergebnis dieses Jahr, da kann ruhig San Marino auch ins Finale kommen. Und in diesem Jahr hatte man fast alles richtig gemacht: Valentina war auf der Riesenbühne sehr effektvoll in Szene gesetzt wie die schaumgeborene Venus von Botticelli, gesanglich wars einwandfrei, und von dem Herrn am Klavier (was soll eigentlich dieses Hochziehen der rechten Hand da am Anfang? Bringt das irgendwas? Bei mir hat das bisher nie was gebracht) sah man zum Glück nicht sehr viel. Einzig die seltsame Handarbeit störte mich ein bisschen, insbesondere das Absenken der Arme unmittelbar vor dem Sprechgesang erinnerte mich bös an die Choreographie, die Ralle seinerzeit bei "Frieden für die Teddybärn" auf die Bühne gebrach hatte. Ihr habt das hoffentlich alle erfolgreich verdrängt. Und natürlich das nach wie vor sehr mediokre Lied. Entgegen der vorherrschenden Meinung finde ich "Crisalide" weitaus besser.
Übel anzusehen fand ich übrigens, wie Ralle die Valle am Ende des Schnelldurchlauf-Ausschnitts im Schwitzkasten durch die Halle geschleift hat. Valentina, Du musst nicht unbedingt immer alles mitmachen! Aber nachdem Du ja jetzt schon gesagt hast, dass Du möglicherweise nächstes Jahr wiederkommst: Wie wärs denn mal mit nem Jazz-Song?

Dienstag, 1. April 2014

ESC 2014 Gesamtbetrachtung Teil 6


Und der Rest vom 2. Semi

11. Mazedonien: Tijana Dapčević -To the sky

Hu hu hu - und gleich zu Anfang prallt man erstmal zurück. Wie hat sich die Ina Müller denn verkleidet? Das ist leider mal wieder Billigpop vom allerschlimmsten, dargeboten von einer Blondine in heftig hohen High Heels und schwarzem Anzug, die erschreckend an eine Domina erinnert und durch ihre tiefe Stimme in den Strophen verstörend androgyn wirkt. Meine erste Reaktion war jedenfalls: "Was ist das denn?" Und da der Song auch keine Offenbarung ist, möchte ich das hier nicht haben!
Chancen aufs Finale: Pöh. Wird wohl gehen. Muss mir ja nicht gefallen.
Skopje 2015: Ach, vergesst es doch.
2/10


12. Schweiz: Sebalter - Hunter of stars

Ich bin ein lustiger Musikant und pfeif mir eins, hat sich der Sebalter wohl gedacht. Und sein Song kommt auch genauso rüber: Frisch, pfiffig, unkompliziert. Und nett aussehen tut er auch. Das macht einfach Spaß! Ich hoffe, er kann es auch live stemmen, hab hier nur wieder das offizielle Video. Ich hoffe, sie setzen es auch ein bissi fröhlich um auf der Bühne. Wir haben bisher allzu viele anstrengende Songs, da kommt das hier sehr gut.
Chancen aufs Finale: Sollte nach der anstrengenden Mazedonierin eigentlich drin sein
Zürich 2015: Nein, dazu ist es zu schlicht
9/10


13. Griechenland: Freaky Fortune feat. Riskykidd – Rise up

Es geht los mit einem Trompetenintro, das auch in keinem Film über die alten Griechen fehl am Platz wäre, und dann fängt ein Rapper mit einer Physiognomie zum Reinschlagen an zu singen. Ich kann mit Rap nix anfangen, und das hier ist keine Ausnahme. Wenn sie nicht rappen, dann singen sie "Rise up" "Rise up" "Rise up". Der Bumsbeat macht Remmidemmi, aber irgendwie ist es immer nur dasselbe. Und nicht wirklich schön. Wird aber in den Eurodiscos die Tanzflächen zum Kochen bringen. Der wohl ungriechischste Beitrag aller Zeiten, und das ist leider kein Kompliment...
Chancen aufs Finale: Griechenland schafft es immer
Athen 2015: Nicht mit diesem Song. Athen 2014 wär eigentlich gerecht gewesen!
3/10


14. Slowenien: Tinkara Kovač – Round and round

Irgendwie haben die Flöten von Emmelie doch einen gewissen Eindruck hinterlassen, auch Slowenien beginnt mit einem Flötenintro. Die Slowenen zweisprachig am Start, schau an. Der Song stammt aus der Feder von Hannah Mancini und ist so an sich nix Besonderes, ich kanns mir aber einigermaßen anhören. Allerdings so alles in allem nicht so der Oberburner. Immerhin ist die Sängerin gut. Wann zum Henker lernen es die Slowenen endlich?
Chancen aufs Finale: Könnte eng werden.
Ljubljana 2015: Nö
5/10


15. Rumänien: Paula Seling & Ovi – Miracle
Du lieberHimmel, was sind das denn für Sprünge im Refrain? Das irritiert mehr, als dass es irgendwas bringt. Pauli und Ovi können natürlich immer noch singen, Paula sieht immer noch klasse aus, aber bitte, was ist das denn für ein Song? Die Strophen sind langweilig, dafür hört sich der Refrain an, als ob da irgendwie die CD einen Sprung hätte. Sowas kann ich nicht haben, weil unsere CD-Player auch immer Zicken machen. Paula & Ovi, das ist kein Miracle! Das könnt Ihr besser!
Chancen aufs Finale: Ja, das schon.
Bukarest 2015: Ich habe anno 2005 prophezeiht, dass die Rumänen den ESC innerhalb der nächsten zehn Jahre (also 2006-2015) gewinnen werden. Nun ja. Bleibt ja noch ein Jahr.
4/10


So, und auch hier wieder eine Zusammenfassung: Im Gegensatz zum ersten Semi, das man wohl als absolutes Killersemi bezeichnen muss, ist die Lage hier nicht ganz so eindeutig. Von den Songs her find ich es insgesamt etwas schwächer, es gibt aber auch hier wieder einiges, das herausragt. Schauen wir mal, wer ins Finale kommt: Da nur fünf dieses Mal rausfliegen, versuch ich mal, diese fünf zu finden.

Raus ist auf jeden Fall

Litauen (Slowenien 2013 reloaded)

Bei allen anderen bin ich mir unsicher. Drin sind auf alle Fälle

Israel
Norwegen
Griechenland
Rumänien

Enge Kiste:

Malta
Irland
Slowenien


Sollten es eigentlich schaffen:

Polen
Österreich
Weißrussland

Kann ich gar nix zu sagen:

Georgien

Schaffen es wohl, aber nicht bombensicher:

Finnland
Mazedonien
Schweiz


OK, dann nochmal die Liste, aber nie war ich mir so unsicher wie hier. Im Finale sehen wir:

Israel
Norwegen
Polen
Österreich
Finnland
Weißrussland
Mazedonien
Schweiz
Griechenland
Rumänien.

Wenigstens kann man hier nur fünf Fehler haben.