Montag, 1. April 2013

ESC 2013 - Teil 1

Los gehts mit dem ersten Semi:

01 - Österreich - Natália Kelly - Shine

Sehr hübsche Frau, Stimme schön, aber dieses "ohoh" da am Anfang... *schauder* Irgendwie kann sich das dritte "Shine" der ESC-Geschichte nicht so richtig entscheiden, was er sein will. Will er eine Ballade sein? Oder ein Rocksong? Für ersteres machts zu viel Krach, für zweiteres ist es entschieden zu lahmarschig. Aber die Stimme ist WIRKLICH toll. Eigentlich hätte ich am Anfang einen Kracher erwartet, aber unter "Kracher" läuft das hier nicht gerade. Allerdings ein richtig, richtig, RICHTIG geiler Tonartwechsel. DAS ist der Ausschnitt für den Schnelldurchlauf, Leute!

Chancen aufs Finale: Nun ja. Die Startnummer ist zwar eher doof, aber lieber am Anfang als irgendwo mittendrin. Das hübsche Äußere der Sängerin und die tolle Stimme sollten das Finale nicht unmöglich machen.
Wien 2014: Nein.
6/10



02 - Estland - Birgit Õigemeel - Et uus saaks alguse

Oh guck mal, Schneewittchen. Das Klavierintro ist schön, Estnisch klingt toll, aber irgendwie... also, ich weiß nicht... da hatte der österreichische Beitrag aber mehr Pfeffer. So eine Ballade würde ich eher aus Dänemark erwarten. Die Melodie ist schön, Frau Eumel / Ölgemälde / Sägemehl ist schön, singt schön, und es soll wohl ergreifend wirken, aber dennoch ist das ganze zum Kieferausrenken langweilig. Blumentopf gibts dafür keinen.

Chancen aufs Finale: Das dürfte dieses Jahr sehr schwierig werden.
Tallinn 2014: Nein.
6/10



Na, Christer, wat meinste, sind die ersten schon eingeschlafen?



03 Slowenien - Hannah Mancini - Straight into Love

Ich dachte gerade, meine Soundkarte ist im Eimer, aber das soll wohl tatsächlich so klingen. Na schön. Mit ihren beiden Vorgängerinnen kann die gute Hannah aber optisch nicht mithalten. Die Strophen sind erträglich, aber diesen Refrain, wo der Beat damit erzeugt wird, einen Rasierer gegen den Strich über Kontrabasssaiten sausen zu lassen, halt ich nicht aus. Das ganze ist künstlich bis zum Gehtnichtmehr. Schön geht anders. Slowenien ist in der Vergangenheit schon mit schlechteren Beiträgen gescheitert.

Chancen aufs Finale: Wenn das stimmt, dass sooo viele Balladen im Rennen sind, dann sind die Chancen wohl gar nicht so schlecht.
Ljubljana 2014: No no never
2/10



04 Kroatien - Klapa s Mora - Mižerja

Das sind aber viele Leute auf der Bühne. Sollen die alle mit nach Malmö? Und der erste Sänger, ist das nicht der Graf von Unheilig? Aber der singt tiefer. Die trauen sich was, die Kroaten. Das hier ist sehr traditionell, sehr breitwandschlonzig und irgendwie überhaupt nicht einzuordnen. Auf jeden Fall hat es nichts mit dem zu tun, was man so jeden Tag in den einschlägigen Radiohitparaden hört. Und ist leider ebenfalls sterbenslangweilig.

Chancen aufs Finale: Niente. Das wird vollkommen untergehen.
Zagreb 2014: Nein.
5/10 (für den Mut)



Wann kommt denn mal einer und flasht mich?



05 Dänemark - Emmelie de Forest - Only Teardrops

Heißt die wirklich "de Forest"? Anyway, hier haben wir es mit dem derzeitigen Top-Favoriten der Bookies zu tun. Ein hübsches Flötenintro, Emmelie hockt auf dem Boden und geht bitte vor dem ESC nochmal zum Frisör. Danke. Und ich hab ja schon gewartet, wann der erste 4-Chord-Song kommt, da isser. Hallo, erster 4-Chord-Song. Erklärt das den Top-Favoriten-Status? Oder ist der Rest noch schlechter? OK, schlecht ist das nicht, aber mir schwant schlimmes für den weiteren Verlauf des Abends. Das ist doch (bis auf das Flötenintro und das Getrommel im Refrain) beliebig bis zum Gehtnichtmehr!

Chancen aufs Finale: Es ist relativ flott und kommt nach einer absolut chancenlosen Nummer. Also ja.
Kopenhagen 2014: Nein. Die Bookies wissen auch nicht alles.
5/10


Grad war ich im Kinderzimmer, neue CD reinmachen. Die hören jetzt Karius und Baktus, gelesen von Dirk Bach. Ich bin neidisch.

ESC 2013 - Die volle Dröhnung!

Hallo liebe Sixtus-Leser,

gestern abend war es wieder soweit! Schon wieder ein Jahr rum, time flies when you're having fun. Es war leider ein Tag später als geplant, aber mir ist am Samstag noch was dazwischen gekommen, was ich nicht aufschieben konnte. Gestern abend also hab ich mir die diesjährigen ESC-Kandidaten reingedreht, als Hilfsmittel wieder nur Äppelwein, Schokoladen-Ostereier und (hoffentlich) genügend Energie zum Durchhalten. Außer dem deutschen Beitrag, dessen ersten Eindruck ich ja hier bereits geschildert habe, kannte ich keinen der Beiträge. Wollen wir mal gucken, was bei meiner Session rauskam? Ja? Dann lest hier mein Protokoll von gestern abend. Viel Spaß!

Mittwoch, 13. Februar 2013

USFM, letztes Drittel und Fazit

9. Nica & Joe - Elevated

Mein erster Gedanke beim Hören und Ansehen des Videos: "Singen die für Malta?". Das ganze hat irgendwie was von einem maltesischen Breitwandschlonz, fragt mich nicht, wie ich auf diese Assoziation komme. Andererseits haben auch die Dänen schon so ähnlichen Schmonz in letzter Zeit gebracht. Man sollte ihn möglichst wenig alleine singen lassen, ich mag dieses Geknödel nicht. Dennoch: Leider sehr gefährlich. UND gute Startnummer. UND brutal eingängig.

Chancen auf das Ticket nach Malmö: Definitiv, leider.
Chancen auf die Top Ten in Malmö: Ebenso definitiv. Da hängt alles von der Inszenierung ab.
Siegchancen international: Hm. Nee.
4/10


10. Mia Diekow - Lieblingslied


Sie fischt im gleichen Teich wie Betty Dittrich und hat obendrein das bessere Lied. Allerdings fehlt ihr Bettys Instant-Appeal und obwohl Mia weiß Gott nicht hässlich ist, fehlt ihr dieses Zauberhafte, was einem bei Betty sofort ins Auge fällt. Der Song ist mir persönlich zu drumlastig und zu wenig melodiös, um wirklich was zu reißen. Was eigentlich schade ist, denn der Text ist richtig klasse.

Chancen auf das Ticket nach Malmö: Keine.
Chancen auf die Top Ten in Malmö: Keine.
Siegchancen international: Keine.
6/10


11. Söhne Mannheims - One Love

Ich hab mich mit dem Werk der Söhne bisher nicht auseinandergesetzt, und ich bezweifle, dass ich das nach dem Hören dieses Songs tun werde. Lahme Grütze, das. Verstehen tut man nix, will man eigentlich auch nicht. Melodien sind ja auch irgendwie Glückssache. Bleibt bloß in Mannheim, Söhne.

Chancen auf das Ticket nach Malmö: Die Fanbase wird es hoffentlich nicht richten. Es wär ein Grund, sich direkt zu entleiben.
Chancen auf die Top Ten in Malmö: Auf Platz Ten plus Ten plus Five oder so.
Siegchancen international: BLARGH!
2/10


12. Cascada - Glorious

Das hier dürften wohl die großen Favoriten morgen abend sein - und durchaus zu Recht. Der Song hat zwar von Struktur und Rhythmus her viel Ähnlichkeit mit "Euphoria", ist aber viel melodischer und vor allem versteht man, was Natalie da singt. Stimmlich ist das auch absolut ok. Ich kannte bisher noch gar nix von Cascada, insofern kann ich nicht beurteilen, ob das hier im Vergleich zu dem, was sie sonst so gemacht haben, gut oder weniger gut ist. Aber machen wir uns nix vor: Wenn sie nicht die Inszenierung vollkommen danebenhauen, dann ist DAS der Song, der morgen abend geschlagen werden muss!

Chancen auf das Ticket nach Malmö: Wird sich mit Betty Dittrich um den Sieg kloppen
Chancen auf die Top Ten in Malmö: Ja, definitiv, wenn man bedenkt, dass sie eine große internationale Fanbase haben
Siegchancen international: Ich weiß es nicht, offengesagt. Ich glaube, es ist "Euphoria" dafür zu ähnlich.
8/10


FAZIT

Nun, ich denke, das Ticket für Malmö wird morgen um die Zeit entweder bei Betty Dittrich, Cascada, Nica & Joe oder (LEIDER!!!!!) den Söhnen Mannheims landen. Der Rest dürfte einigermaßen chancenlos sein. Die beiden erstgenannten wären meine Wunschkandidaten, die beiden letztgenannten gehen als Kelch hoffentlich irgendwie an uns vorüber....Und ja, natürlich ist das alles wieder Kaffeesatzleserei, mangels verfügbarer Live-Auftritte (MoMa zählt aufgrund geänderter Instrumentierung hier nicht!) musste ich mich an die offiziellen Videos halten. Wer nun morgen wie auftritt und wie gut bei Stimme ist, wissen wir natürlich nicht. Deshalb warten wirs ab, and may the best one win!
(and may dat niemand sein, den ich nicht mag ;-) )

USFM, zweites Drittel


5. Betty Dittrich - Lalala

Mei, die sieht ja HINREISSEND aus! Die strahlt auf den ersten Blick so viel erfrischenden Charme aus, dass ihr die Leute sofort reihenweise verfallen werden. Der Text ihres fröhlichen Retro-Knallers wird allen Leuten ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern, und ich denke, von allen bisherigen Beiträgen wird das derjenige sein, den es zu schlagen gilt. Ich kann zwar eigentlich mit solchen Retro-Nummern nichts anfangen, aber das hier ist dermaßen süß und charmant und vor allem mit dieser unglaublichen Interpretin gesegnet (der entzückende schwedische Akzent ist der Sache keineswegs abträglich), mit einem Wort: Mit derart viel Instant-Appeal behaftet, dass die Leitungen glühen werden, zumal ihr der Kontrast zum Beitrag vor ihr sehr helfen dürfte. Und ich glaub auch nicht, dass die Jurys sich dem ganzen verschließen werden!

Chancen auf das Ticket nach Malmö: Sehr gute! Betty sollte schon mal zuhause in Malmö anrufen und denen dort einschärfen, dass ihr Zimmer nicht für die Eurovisionswoche vermietet wird.
Chancen auf die Top Ten in Malmö: Uff... jetzt habt ihr mich. Das kommt darauf an, ob man mehr auf den Song oder mehr auf Betty achtet. Bei ersterem wirds eher nicht klappen, bei letzterem auf jeden Fall.
Siegchancen international: Siehe oben. Ein weiteres Lena-Moment mag ich mir (noch) nicht vorstellen, obwohl es viele Ähnlichkeiten gibt.8/10


6. Ben Ivory - The Righteous Ones

Oh weia, schon wieder so ein elektrischer Beat. Und ein sehr seltsames Wesen, was da singt. Ist der im Hauptberuf Eiskunstläufer? Und wenn ja, läuft er mit, bei den Herren oder bei den Damen? Aber schöne Stimme. Die Strophen sind ja ganz ok, aber den Refrain halt ich im Koppe nicht aus. Was mir ebenfalls jetzt gerade an mir selber auffällt ist, dass ich trotz durchaus guter Englischkenntnisse nicht auf den Text achte, und ich fürchte, das wird die Mehrheit der Europäer ebenfalls nicht tun. Mann, wann ist das hier denn endlich zu Ende???

Chancen auf das Ticket nach Malmö: Dabei ist alles. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das mehrheitsfähig ist.
Chancen auf die Top Ten in Malmö: Keine.
Siegchancen international: No no never.
1/10


7. Saint Lu - Craving

Autsch, was macht die denn da beim "Singen"? Soll das so? Es klingt.... wie beschreib ich das jetzt? Als ob sie sich beim Singen den Hals selber zusammendrückt. Und bis man sich davon erholt hat, ist der mäßige Song schon beim 2. Refrain angekommen. Der Song könnte hübsch sein, aber diese STIMME! *GRUSEL* Komm, Mädchen, geh mal Deinen Gesangslehrer verklagen.

Chancen auf das Ticket nach Malmö: Aber sowas von GAR KEINE! Das hält doch kein Mensch aus!
Chancen auf die Top Ten in Malmö: Dito
Siegchancen international: Muhahahahahahaha
2/10


8. LaBrassBanda - Nackert

Der Song braucht leider eine Weile, bis er aus dem Quark kommt, aber dann geht zwischenzeitlich mal richtig die Post ab. Schade, dass das nicht den ganzen Song über so ist. Ein äußerst ungewöhnliches, spannendes, witziges Paketchen haben die da gepackt, und es stört auch nicht, dass man, so man nicht aus Bayern kommt, kein Wort versteht. Ach Menno, der Song müsste einfach noch mehr abgehen! Ich weiß genau, dass mich das richtig flashen könnte, wenn da von Anfang bis Ende richtig Dampf gemacht würde, aber so langt mir das irgendwie nicht. Schade, das hätte ein richtiger Knaller werden können :-(

Chancen auf das Ticket nach Malmö: Wird sicher nicht letzter. Aber um richtig zu flashen... siehe oben.
Chancen auf die Top Ten in Malmö: Ich sag nur Global.Kryner. Und die hatten den weitaus besseren Song.
Siegchancen international: Eher wird Herr Ratzinger nochmal Papst.
7/10 (blutenden Herzens - da wär mehr dringewesen!)

USFM, erstes Drittel

1. Die Priester ft. Mojca Erdmann - Ave Maris Stella / Meerstern, sei gegrüßt

Ui, mittelalterliche Gesänge, dargeboten von ernst und finster dreinblickenden Herren in Mönchskutte. Der Anfang ist hübsch mystisch. Dann kommt eine schöne Frau mit Opernstimme dazu, kann man machen, muss man aber nicht. Aber dann setzt ein (gestrichener!) Beat ein, und das ganze klingt, als habe jemand versucht, Filmmusik von Howard Shore nachzuschreiben. Wäre nicht fern in einem Film à la Herr der Ringe (bzw. hier wohl eher: Der Name der Rose), aber wie das ganze auf der ESC-Bühne oder überhaupt auf irgendeiner Bühne zur Wirkung kommen soll, erschließt sich mir nicht. Der Text ist lateinisch, eine Sprache, die ich nicht beherrsche und wo mir schon prompt wieder ein phonetischer Quertreiber in ebenjene Quere kam. Alles sehr groß, sehr pathetisch, und ich bin solcher Musik ja durchaus zugeneigt, aber bittschön: Was hat das um Himmelswillen beim ESC zu suchen?

Chancen auf das Ticket nach Malmö: Nada
Chancen auf die Top Ten in Malmö: Nada (mangels stimmiger Umsetzungsmöglichkeiten)
Siegchancen international: Nääääa!
5/10


2. Finn Martin - Change   

Oh Gott, ist das etwa der kleine Bruder von diesem Sänger von diesen fürchterlichen Friends in London? An der Frisur könnten wir aber noch was machen, mein Herr. Aber er hat eine schöne Stimme. Der Song ist nicht schlecht, ein fröhlich-fluffiger Popsong, und ich würde bestimmt das Radio nicht ausmachen, wenn das mal käme. Leider ist es eben nur "hübsch und nett", will sagen, man hört sich das drei Minuten an, findet es hübsch, freut sich, dass es nicht stört, aber beim nächsten Lied ist schon wieder alles vergessen. Schade, eigentlich.

Chancen auf das Ticket nach Malmö: Gar keine
Chancen auf die Top Ten in Malmö: Wäre wohl eher so 15-20
Siegchancen international: Nope...
7/10


3. Mobilée - Little Sister

Interessante Stimmfarbere der Sängerin, der Akzent erinnert mich stellenweise an eine gewisse Frau Meyer-Landrut, was ja grundsätzlich nix schlechtes sein muss. Auch dieser Song fällt unter die Kategorie "recht hübsch, aber kein Überflieger" Macht durchaus Spaß, hat Pep, alles sehr sympathisch. Und sofort wieder vergessen. Schade drum.

Chancen auf das Ticket nach Malmö: Seh ich nicht
Chancen auf die Top Ten in Malmö: Wäre auch eher so ein Platz-15-Kandidat
Siegchancen international: Niente
6/10




4. Blitzkids mvt. - Heart on the Line

Huch! Das ist so eine Sorte Musik, mit der die Schreiberin dieser Zeilen ja so GAR NIX anfangen kann. Alles extrem extravagant, für sowas wurde der Begriff "Gesamtkunstwerk" erfunden. Wenn man sich allerdings mal die ganzen Effekte wegdenkt, bleibt nicht allzu viel übrig. Ich könnte mir schon vorstellen, dass sowas eine Menge Liebhaber findet. Mich nicht.

Chancen auf das Ticket nach Malmö: Gering. Ich kann da weder Publikum noch Jury einschätzen.
Chancen auf die Top Ten in Malmö: Könnte dran kratzen, weil man nur FÜR was anrufen kann und nicht GEGEN was.
Siegchancen international: Nein, dazu ist es zu ausgefallen.
3/10

Unser Song für Malmö

Ja, ich weiß. Das hier wird mir jetzt jede Menge Häme und Belustigung einbringen, aber Konsequenz ist doch was für Kleingeister! Ich werde also jetzt mit der liebgewonnenen Tradition brechen, keine Vorentscheidungen anzuschauen. Aber dass da keine Missverständnisse aufkommen: Ich mach das jetzt nur dieses eine Mal! Bleibt mir bloß vom Hals mit Melodifergevaltigen und ähnlichem.

Aber wo der NDR dieses Mal offensichtlich doch ein sehr vielversprechendes Teilnehmerfeld aufgestellt und auch sonst keine Mühen gescheut hat (ich sag nur ANKE!!!), eine ansprechende Show auf die Beine zu stellen, wird sogar so eine Hardcore-VE-Abstinenzlerin wie ich weich. Da ich mal davon ausgehe, dass die Wahl- und sonstigen Modalitäten allgemein bekannt sind, folgt hier nun meine Spontaneinschätzung aller 12 Beiträge, von denen ich bisher keinen einzigen gesehen oder gehört habe. Maßgebend ist die für morgen abend ausgeloste Reihenfolge.

Los gehts!

Donnerstag, 10. Januar 2013

ESC 2013 - Was bisher geschah

Nachdem nun die Prophezeihung, am 21.12. 2012 werde eine neue Zeitrechnung beginnen, nun wider Erwarten doch nicht mit dem Weltuntergang einherging, werden wir uns hier mal langsam aus dem Winterschlaf begeben, d.h. ich werde das tun. (Der geschätzte Hausherr ist in diesen Tagen gerne geistig abwesend und wird voraussichtlich ab Freitagabend wie festgetackert vorm Fernseher kleben und ex-berühmten Leuten beim Verspeisen von Maden und Kängurufamilienjuwelen zugucken. Soll er, solange ich nicht mitschauen muss!) Und da gibt es einiges nachzuholen, denn die Saison hat längst begonnen!

Da man das alles en detail auf den einschlägigen Eurovisionsseiten nachlesen kann, gibt es von uns nur eine kurze Zusammenfassung à la "was bisher geschah" - reicht ja bei jeder normalen Seifenoper auch aus:

- Erstmal ein paar Worte zum Gastgeber. Schweden polarisiert ja die Eurovisionsfans immer mal gerne. Für einen guten Teil der Fans ist Schweden sowas wie das Eurovisionseldorado, wir hier dagegen stehen allem, was blau-gelbe Flaggen hat, eher mit skeptischer Distanz gegenüber (ok, Bosnien-Herzegowina mal deutlich ausgenommen, aber die haben ja auch noch weiße Sterne drin). Allerdings blieb selbst den hartgesottensten Schwedenanbetern in der ersten Novemberwoche der/die/das Köttbullar im Hals stecken, als die EBU bekannt gab, dass die Startreihenfolge in Zukunft nicht mehr ausgelost wird, sondern der den ESC 2013 produzierende Sender, in diesem Falle SVT, das ganze künftig nach eigenem Dramaturgiegeschmack und in Absprache mit der EBU festlegen darf. Daraufhin brach (natürlich) aus allen Fan-Ecken ein Shitstorm über die davon völlig überraschte EBU herein, nach heutigem Stand wollen die Wirbelsäulenträger aber dennoch daran festhalten. Was nun daraus wird und wie es sich auswirkt, wenns denn kommt, werden wir sehen.

- In der realen Welt tobt derzeit bekanntlich immer noch die Finanzkrise, und deren Auswirkungen bekommt in diesem Jahr auch der ESC besonders zu spüren. Gleich fünf Nationen, mit denen man eigentlich gerechnet hatte, sind nicht dabei in Malmö, nämlich die Slowakei (was offengesagt kein Verlust ist), Polen (die haben zwar keine Fußball-EM mehr, kommen aber trotzdem nicht), Portugal (schade, oder?), Bosnien-Herzegowina (da blutet mir wirklich das Herz, das zu schreiben, denen wünsch ich - Finanzen hin oder her - wirklich bald mal einen Sieg! Verdient hätten sie es schon längst, und das Eurovisionsmenü wird ärmer sein, wenn sie nicht dabei sind!) und (jetzt kommt der Knaller) die TÜRKEI. Letztgenannte begründet ihr Fernbleiben allerdings nicht mit Finanzproblemen, sondern mit Unzufriedenheit über einige Regularien, darunter auch die Big-5-Regelung. In Malmö werden nach heutigem Stand 39 Länder dabei sein, darunter auch die besonders finanzgebeutelten Griechen und Zyprer.

- Der Probenplan wird in diesem Jahr deutlich verändert. Das betrifft nicht die Proben selbst, sondern die Anwesenheit von Akkreditierten (und damit auch die Berichterstattung im Netz, die der aufrechte Fan ab der ersten Probe aufsaugt wie ein Schwamm): Künftig werden die Akkreditierten zu den ersten Proben nicht mehr in die Halle gelassen, sondern dürfen nur noch per Leinwandübertragung im Euroclub schauen. Damit soll verhindert werden, dass die ersten Probendurchläufe direkt ins Netz gestellt werden. Es wird auch nach den ersten Proben keine Pressekonferenz mehr geben.

- Es wird ein neues Eurovisionslogo geben. Haben wir so dringend gebraucht wie eine dritte Schulter.

- Natürlich gibt es, wie in den letzten Jahren immer üblicher geworden, auch schon einige Beiträge, die die Schreiberin dieser Zeilen selbstverständlich alle noch nicht kennt, nämlich aus Albanien, Belgien, Weißrussland, Litauen, der Ukraine und der Schweiz,wobei letztgenannter Beitrag schon jetzt für mächtig Zündstoff sorgt. Die Schweiz wird nämlich durch die Heilsarmee vertreten, und eine offen homophobe Gruppe zur Schwulen-Olympiade zu schicken, ist mal mindestens bizarr. Das ist aber nicht alles: Die EBU ordnete an, dass die Heilsarmee zwar ihren Song behalten, aber nicht unter diesem Namen und in diesen Uniformen auftreten darf. Da das aber der ganze Witz des Auftrittes war, ist im Moment noch unklar, ob man sich der EBU-Anordnung beugen oder zurücktreten wird und somit der Zweitplatzierte nachrückt.

- Aber bereits vor dem Sieg der Heilsarmee brachte die Schweiz mächtig Bewegung in die Eurovisionsgemeinde. Leider blieb uns im Finale ein Song vorenthalten, der nichtsdestotrotz mit der Zeile "Hello, how is the flow?" eine neue Universalbegrüßung für die Eurovisionsfans lieferte. Gesungen wurde "All In Your Head" von New Jack, vier knackigen Berner Rappern, und - Lys Assia. Dreimal dürft Ihr raten, aus wessen Feder das ganze stammt. Da haben sich wohl wirklich zwei gesucht und gefunden. Ich gehe davon aus, dass die beiden uns jetzt so lange mit Beiträgen beglücken, bis einer von ihnen den Löffel abgibt. Also noch ziemlich lange, Sturheit hält ja schließlich jung. Ralph Siegel entblödete sich nicht mal, nach dem Ausscheiden eine Sonderregelung für Lys Assia zu fordern, auch habe er vor Monaten schon mit dem verantwortlichen Sender darüber gesprochen, "aber es scheint niemand genügend Feingefühl und Verständnis für die Situation zu haben". Pöhse Schweizer.... wer die ganze Story nachlesen will, klicke bitte hier - und schaut Euch auf jeden Fall das Video an!

- Und nun noch ein Bonbon, was mit dem derzeitigen Jahrgang so gar nix zu tun hat: Unsere einzige Siegerin - pardon, ja, ich weiß, aber eine gute alte Gewohnheit legt man nach 28 Jahren halt nicht so schnell ab, zumal sie sich ja gerne und immer wieder als eben das geriert - unsere einzige Siegerin nämlich. Also, et Nicollsche will auf (Kirchen-)Tournee gehen. Und irgendwie muss wohl irgendwer Angst bekommen haben, dass diese Tournee eventuell etwas übersichtlich besucht werden könnte, so dass man pünktlich zum Fest der Liebe (am 26.12. nämlich) eine lustige kleine PR-Aktion startete und ein wenig gegen die Dame stänkerte, die daran schuld ist, dass die "knapp 50-jährige" (Zitat Prinz-Blog, ich hab auf dem Boden gelegen, als ich das gelesen habe!) nun nicht mehr unsere einzige Siegerin ist. Soviel zum Thema "Ein bisschen Frieden". Das Interview im "Pfälzischen Merkur" hab ich online leider nicht gefunden, aber ich darf hier einfach mal den Wortlaut reinkopieren, der auf sämtlichen (!) Seiten zu lesen war, die sich mit dieser Nachricht befassten:
"Schlagersängerin Nicole lässt kein gutes Haar an ihrer Nachfolgerin Lena, die 2010 den European [sic!] Song Contest gewann.
Deren Grand-Prix-Hit 'Satellite' sei halt nur ein Popsong gewesen, der schnell wieder in Vergessenheit geraten sei: 'Weil er keine Botschaft, keine Tiefe besitzt.' Nicoles eigener Sieger-Titel, 'Ein bisschen Frieden' von 1982, habe hingegen damals die ganze Welt berührt, sagte sie dem 'Pfälzischen Merkur' (Donnerstag) im Vorfeld ihrer kommenden Deutschland-Tournee.
Die 48-Jährige will an ihrem deutschsprachigen Konzept festhalten.' Zu meinen Konzerten kommen Menschen, die Inhalte wollen und jemanden, der sie versteht. Das ist meine Aufgabe, dafür bin ich da.' "
Es mag sich jeder seine eigene Meinung hierüber bilden...

- Apropos frühere Sieger: Soeben las ich im Prinz-Blog, dass Anne-Marie David ihren Hut für Frankreich in den Ring werfen will!

- Und zu guter Letzt: Das, was man bisher aus Deutschland und Österreich mitbekommt, hört sich doch durchaus alles sehr ordentlich an! Schauen wir mal, was daraus wird!

In diesem Sinne wünsche ich uns und Euch eine tolle Saison 2013! Leeeeeeet the shoooooooooooow begiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!

(OK, das war jetzt eine lange Zusammenfassung. Kurz fassen kann ich mich halt einfach nicht. Was willste machen...)


weiter lesen: http://web.de/magazine/unterhaltung/esc/16920196-nicole-giftet-nachfolgerin-lena-tiefe.html#.A1000145

weiter lesen: http://web.de/magazine/unterhaltung/esc/16920196-nicole-giftet-nachfolgerin-lena-tiefe.html#.A1000145

Dienstag, 4. September 2012

Nachlese ESC 2012, Teil 11

Und nun, nachdem ich alle Auftritte durchgenudelt hab, die Generalmanöverkritik:

Moderation
Nun gut, es war reichlich hölzern und nicht wirklich originell, kein Vergleich zu den herausragenden Moderationen in Oslo oder Düsseldorf. Allerdings auch kein Vergleich zu, sagen wir, den Semis in Moskau. Eldar sah aus wie ein Konfirmand, Leyla wirkte wie ein Teil Annely Peebo und zwei Teile Maria Efrosinina (und ja, das schlimmste aus beiden Teilen!), Nargis war sehr distanziert, professionell, aber nicht besonders sympathisch. Das geht besser. Es geht aber auch viel schlimmer.

Bühne
Es dürfte kein Zufall sein, dass vor allem diejenigen Beiträge vorne gelandet sind, bei denen der Bühnenhintergrund nicht zu sehen war. Mag ja sein, dass dieses asymmetrische Bühnendesign der letzte Schrei ist, aber insbesondere bei der Wertung hab ich mich sehr schwer getan. Die Linienführung war unglaublich anstrengend fürs Auge, und ich konnte das Design visuell nicht aufnehmen. Schwierig auszudrücken, jedenfalls war es in der Regel (FRANKREICH!!) ein großer Nachteil, wenn das Bühnendesign zu sehen war. Einzige Ausnahme: Bosnien-Herzegowina, aber nur, weil da auf dem Bühnenhintergrund kein Muster war.

Postkarten:
Welcome back to the planet of wir-zeigen-was-für-ein-tolles-Land-wir-haben. Mag ja sein, mag auch sein, dass diese Postkarten teilweise sensibel passend zum angekündigten Land ausgesucht wurden. Man denke nur an die unsägliche-Karabach-Postkarte vor dem Heimbeitrag, die, wie inzwischen an verschiedenen Stellen nachzulesen ist, sogar entschärft wurde. Wenn man, wie ich üblicherweise, keinen Audio-Kommentar dabei hat, ist es einfach nur zum GÄÄÄÄÄHNEN langweilig. Ich hatte eigentlich gehofft, dass die Zeiten vorbei wären, aber offensichtlich hab ich mich getäuscht. Die immer wieder neu gezeigten Flammentürme und anderen Neubauten in Baku nervten spätestens nach der fünften Einblendung. Hat die Stadt nix anderes zu bieten? Die Superpostcard am Ende jeder Veranstaltung hätte ich auch nicht gebraucht. Das hat man sich wie so vieles andere auch aus Düsseldorf abgeschaut, dort war es charmant. In Baku wars nur peinlich. Schön war allerdings das Illuminieren der Crystal Hall in den Landesfarben des angekündigten Landes. Ich hoffe, die Schweden sind nächstes Jahr bei den Postkarten etwas innovativer.

Deutscher Kommentar
Ich liebe und verehre urbanfreie Livestreams und DVDs! Immer wenn ich die Übertragung der Finals im Ersten schaue, wird mir diese Tatsache wieder bewusst.

Pausenacts
Im 1. Semi wars Fire of Azerbaijan (von wegen come on baby, light your fire und so), ganz ok, aber ich würde dafür keinen Eintritt zahlen.
Im 2. Semi dann der sensationellste und die-Kopfschüttelfrequenz-höchsttreibende Pausenact EVER. Die letzten fünf Eurovisionssieger brachten nochmal ihre Beiträge, unterstützt von traditionellen aserbaidschanischen Instrumenten, und sie taten das mit völlig unterschiedlichen Schwerpunkten: Dima hatte vorher Kolumbien leergekauft, Marija sah zwar zum Fürchten aus, sang aber den Rest locker an die Wand, Alex war süß wie immer, aber eigentlich ist man ja Violinist, und Lena kam als ihre eigene Gouvernante verkleidet, hatte aber immerhin viel Spaß auf der Bühne. Die Vorjahressieger kamen sicherheitshalber erst zum gemeinsamen Ermorden von "Waterloo". Abba haben wahrscheinlich angesichts dessen, was ihrem Lied da angetan wurde, in den Fernseher gebissen. Eine Sache wurde jedenfalls in diesen Minuten ein für alle Mal klargestellt: Man muss nicht singen können, um bei der Eurovision zu gewinnen! Elle und Nikkei versuchten sich mit dünnen Stimmchen an der ersten Strophe, wobei sie noch nicht mal in der Lage war, sich die paar Textbrocken zu merken. Dima war da eh längst in anderen Sphären, Alex beschränkte sich aufs Fiedeln, Lena hatte zwar besagtermaßen Spaß, aber war mal wieder eher eine singende Schauspielerin. Die einzige, bei der man verstehen konnte, warum sie die Chose mal gewonnen hatte, war erwähntermaßen Marija. UN-FASS-BAR, das ganze. Man hätte das aber noch krönen können, wenn man statt der letzten fünf Eurovisionssieger die letzten SECHS eingeladen hätte...
Der Finalpausenact musste ja was ganz besonderes sein, wenn man dafür die letzten fünf Eurovisionssieger ins zweite Semi verbannt hatte. Es war Verwandtschaft vom Präsidenten, na, die kann man ja dann auch mal ein bisschen herausheben. Und es wurde ja auch viel Brimborium drumherum aufgefahren. Wie beschreibe ich jetzt den Auftritt mit zartfühlenden Worten? Nun, stellen wir uns vor, es ist WM-Finale, und die Heimmannschaft kriegt beim Stand von 0:0 in der 90. Minute einen Elfmeter zugesprochen. Das Publikum tobt, steht auf den Stühlen, man versteht sein eigenes Wort nicht mehr. Der Superstar der Mannschaft tritt an, Riesenanlauf, das Stadion explodiert und..... er trifft den Ball nicht richtig, der Ball kullert mit ca. 0,2 Stundenkilometern am Tor vorbei. So ungefähr kam mir der so gigantisch angepriesene Finalpausenact vor.

Umschläge und Punktevergabe
:
Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass das mit der Random Order, in der die Finalisten aufgerufen werden, absoluter Mumpitz ist, so wurde er spätestens im 2. Semi erbracht, als ausgerechnet die Türkei im letzten Umschlag, dem extra auf die Bühne gebrachten "Golden Ticket", steckte. Wenn das Zufall war, bin ich Ralph Siegel. Random Order, my arse.
Kaum besondere Peinlichkeiten bei der Punktevergabe dieses Mal dabei, zumal die neue Regelung, dass die Hosts offensichtlich während der Punktevergabe die Klappe zu halten haben, jede Spontaneität im Keim erstickte. Drei der Spokespersons muss man aber herausheben: Erstens Sarah Dawn Finer aus Schweden, die mit ihrer völlig überdrehten Ansage ("Azer... Ascher.... Bakuuuuuuuuu!") die übertriebene Begeisterung, die die Spokespersons üblicherweise an den Tag legen, trefflich karikierte, zweitens Mr. Lordi, bei dem mich nicht nur das Rascheln seines Kostüms fasziniert hat, sondern auch die ständig wechselnden Hintergründe mit finnischen Landschaften (eine großartige Antwort auf die selbstbeweihräuchernden Postkarten vor den Auftritten), und schließlich natürlich Anke. Man kann ihr Statement peinlich finden, aber die meisten fanden es großartig - und zu denen zähl ich mich auch. Ich bin allerdings nicht sicher, ob sie sich mit ihrem Schlusssatz "Europe is watching you" nicht getäuscht hat, denn der ESC-Zirkus ist ja nun weitergezogen und Aserbaidschan nicht mehr im Fokus. Ansonsten schreib ich demnächst ans slowenische Fernsehen; ich möchte unbedingst Peter Poles wiederhaben!

Ergebnis und Sieger
Die Finalisten gingen im wesentlichen in Ordnung. Dass sich mir der Siegerbeitrag bis zum heutigen Tage nicht erschlossen hat, schrieb ich ja bereits. Andererseits ist bis auf Island alles, was ich im Vorfeld mit 9 oder 10 von 10 bewertet hab, in der Top Ten gelandet, was schon mal sehr erfreulich ist. Noch erfreulicher ist, dass der Sieger, so wenig ich ihn mag, in Europa so abräumt. Das kann der Veranstaltung nur guttun - wann war denn mal ein nicht-deutscher ESC-Sieger Nummer 1 in Deutschland?! Und nicht nur den Sieger hört man regelmäßig, auch Romans Beitrag kommt immer wieder im Radio. Und wenn schon das langweilige "Would you?" aus Stuttgarter Boutiquen ertönt und ich auch sonst im Moment neuerdings immer wieder alte und neue ESC-Mucke an Stellen höre, wo ich gar nicht damit rechne (neulich erst wieder "My Impossible Dream" im Einkaufsradio im Kaufland), dann heißt das für mich, dass der ESC sich im Moment in die richtige Richtung bewegt!
Eins noch zu Loreen: So wenig ich ihren Song mag, so sympathisch und angenehm empfand ich sie in der Sieger-PK. Da hat sie bei mir jede Menge Punkte gut gemacht!

Gastgeber und Veranstaltung in ihrer Ansichichkeit
Dass es schwierig werden würde, war klar, es war nur noch nicht klar WIE schwierig. In einem solchen Land einen Contest auszutragen, der völlig frei von Politik ist, war von vornherein zum Scheitern verurteilt und hat ja letztlich auch nicht geklappt. Die Einstellung der EBU "Hauptsache wir haben einen schönen Contest, alles andere ist doch uns egal", die ja traurigerweise auch von vielen Fans geteilt wird, stinkt zum Himmel! Vielleicht wärs ganz gut, wenn sich die Mannen und Madln um Jon Ola Sand mal VORHER überlegen, was alles passieren kann, wenn ein als möglicher Gastgeber derart umstrittenes Land gewinnt, und wie man damit besser umgeht. Es ist klar, dass es schwierig ist, eine Grenze zu ziehen im Sinne von "Aserbaidschan darf das ausrichten, Weißrussland aber nicht", aber so zu tun, als sei das Leben ein Ponyhof und alles andere ginge einen nichts an, ist sicher auch nicht die richtige Lösung. Die EBU hat sich bei allem, was passiert ist, mal wieder als der Haufen rückgratloser Wirbelsäulenträger gezeigt, der sie nun mal ist. Und  obwohl ich keine Freundin von Was-wäre-wenn-Spielchen bin, muss ich dieses Mal doch die Frage stellen, was wohl gewesen wäre, wäre Armenien dabei gewesen? Wäre die Sicherheit der armenischen Delegation wirklich garantiert worden? Die Nachrichten, die gerade in den letzten Tagen so hochkommen, lassen das Gegenteil befürchten. Und was hätten die Wirbellosen aus der EBU dann gemacht?
Ich will hier nicht mehr weiter ins Detail gehen, es ist ja auf den verschiedenen Eurovisions- und auch anderen Seiten zur Genüge über all die Geschehnisse berichtet und diskutiert worden. Aber offen gesagt, ich bin gottfroh, dass es rum ist. Ich starte hiermit die Initiative "Vote for Belarus!" Und dann bin ich mal SEHR gespannt, wie sich die Weicheier, die im Wissen, dass Weißrussland in den nächsten 2000 Jahren nicht gewinnen wird, diesbezüglich große Töne spucken, aus der Affäre ziehen. Thomas Schreiber z.B. sagte, dass Deutschland bei einem ESC in Weißrussland aus politischen Gründen nicht dabei sein würde. It sucks. Da messen wir dann nicht nur mit zweierlei Maß, sondern wir geben indirekt auch zu, dass das ganze eben doch politisch ist. Ein wenig mehr Konsequenz an dieser Stelle würde nicht schaden, aber so lange Herz und Rückgrat der EBU in der Geldbörse sitzen, wird das wohl nix. Deshalb haben wir jetzt alle schön zwei Wochen unseren Spaß gehabt, ziehen weiter, und was das ganze für den größten Teil der aserbaidschanischen Bevölkerung bedeutet oder eben nicht bedeutet, geht uns doch am Arsch vorbei. Es bleibt zumindest bei mir ein ganz schlechtes Gefühl.
Als Schlusswort bleibt mir nur zu sagen: Liebe Azeris, Ihr könnt von mir aus in den nächsten 100 Jahren so viele Top-Ten-Platzierungen einfahren wie ihr wollt. Nur bitte bitte gewinnt um Gottes Willen nicht wieder!

So, liebe Kinder, das wars von mir für dieses Jahr. Wir lesen uns wieder im nächsten Jahr im März - spätestens!

Sonntag, 2. September 2012

Nachlese ESC 2012, Teil 10

20. Deutschland
Ich bleibe dabei: Standing still ist nach wie vor ein sturzlangweiliger Song, allerdings hat Roman das ganz, ganz großartig gemacht. Er war auf den Punkt da, plierte zum Herzerweichen in die Kamera und schaffte es, trotz seiner merklichen Freude an diesem Auftritt, den dem Lied innewohnenden Schmerz rüberzubringen. Stimmlich wars perfekt. Ich bin kein großer Roman-Fan, aber vor diesem Auftritt kann man wirklich nur den Hut ziehen. Umso schöner, dass es dann auf dem Scoreboard auch belohnt wurde!

21. Malta
Im Gegensatz zu seinem neuen Busenfreund Can merkte man Kurti die Ausschweifungen nach dem Finaleinzug nicht an. Aber er hatte auch nichts zu verlieren, mit ihm hatte in diesem Finale eh kein Mensch gerechnet. Deshalb konnte er völlig locker auftreten. Die Malteser hatten daher auch mächtig Spaß auf der Bühne, machten kleine Witzchen und brachten ansonsten die bereits bewährte Mischung aus süßem Sänger mit sicherer Stimme und lustiger Fußarbeit. Es war zwar nicht Kurtis night, aber dabei is ja schließlich alles, wie es so schön heißt.

22. Mazedonien
Die neben Nina Zilli klare Favoritin unserer Runde hätte eigentlich von Rechts wegen Mazedoniens deutlich bestes Ergebnis einfahren müssen. Sie packte im Finale nochmal eine Schippe drauf und hatte einen Auftritt, der der Top 5 würdig gewesen wäre. Dass es dazu nicht gekommen ist, war neben Italiens Abschneiden die große Enttäuschung dieses Abends. Trotzdem: Die fabelhafte Kalliopi kann stolz auf sich sein! Nächstes Jahr bitte wieder sowas Tolles, liebe Mazedonier!

23. Irland
Liebe Jeddies, was bitte waren denn DAS für Frisuren? Hattet Ihr nicht noch in der Pressekonferenz nach dem ersten Semi kundgetan, dass Ihr im Finale wieder mit den Hochfrisuren auftreten wolltet? Das war der erste Fehler, der zweite war, die Gesangsdarbietung gegenüber dem Semi nochmals zu verschlechtern. Ich hoffe, sie machen ihre Drohung wirklich nicht wahr, ab jetzt jedes Jahr antreten zu wollen, so lange, bis sie gewinnen. Vorschlag zur Güte: Sie singen nicht mehr, sondern bestreiten ab sofort die Pressekonferenzen. Alle Pressekonferenzen. Für alle Länder. Und stellen die Fragen auch noch selber. DA können sie dann nämlich wirklich brillieren!

24. Serbien
Das große Problem von Kaliopi startete möglicherweise zwei Startnummern nach ihr. Vermutlich wäre sie in jedem anderen Jahr deutlich weiter nach vorn gekommen, aber in diesem Jahr war bekanntlich der Meister selbst am Start. Und der zeigte auch im Finale wieder, warum er auf dem Balkan ein Superstar ist. Nach den schief singenden Jeddies kam das natürlich gleich doppelt so gut. Völlig verdiente Bronzemedaille, die, wenn es nach mir gegangen wäre, auch gerne eine goldene hätte sein dürfen!

25. Ukraine
Das Grauen in Tüten war genauso schlimm wie im Semi, und auch bei der Ukraine hat es mich gefreut, dass sie endlich mal abgesoffen sind. Dafür musste ich dieses scheußliche Werk gleich beim ersten EM-Spiel ertragen, das ich mir angeschaut hab. (Immerhin hat Holland gegen Dänemark verloren, wenigstens etwas.)

26. Moldawien
Pasha hatte sich und den Rest vons ganze ja schon im Halbfinale nicht besonders ernst genommen, und im Fínale änderte sich daran nix. Fischte mit Roman im selben Pool, was die Schnuckelpunkte angeht, aber das schadete beiden nicht. Ansonsten war das alles genauso herrlich bekloppt wie im Semi. Dass man auf dem Kontinent der Spaßbremsen damit keinen Blumentopf holt, ist klar, aber wenigstens ein solider Mittelfeldplatz.

Samstag, 1. September 2012

Nachlese ESC 2012, Teil 9

Und noch ein bisschen Finale, weils so schön ist:

14. Rumänien
Ich schrieb schon vor Jahren, dass die Rumänen innerhalb dieser Dekade irgendwann mal reif sind für die Krone, und von der Papierform her hätte es dieses Jahr durchaus klappen können. Leider fehlte es dem Beitrag auf der Bühne so ungefähr an allem, das wirkte doch sehr verloren und hatte überhaupt keine Ausstrahlung. Da konnte Elena in ihrem typischen Ostschlampen-Outfit noch so hübsch aussehen, und da sie diesmal ihren Stöpsel nicht verlor, sang sie auch gut. Auch die Backings hatten durchaus Spaß auf der Bühne, aber es kam absolut NICHTS rüber, keine Ahnung warum...

15. Dänemark
Oh my God, war DAS vielleicht langweilig! Die Begleitband wirkte zwar immer noch wie auf Drogen, aber dieses Mal hatten sie bis auf die Schlagzeugerin wohl eher gekifft als gekokst. Gut, dass es nur drei Minuten sein dürfen, sonst hätte ich mich womöglich noch tot gelangweilt.

16. Griechenland
Diese Postkarten machen aus mir noch einen bösen Menschen. Auch wenn ich das alles sehr hübsch ausgewählt finde, nerven doch die ständigen Wiederholungen der Bausünden von Baku. Aber das nur nebenbei. Auch der griechische Beitrag langweilte wieder nach Kräften, Ele lächelte hübsch in die Kamera,  sang zum Milchsauerwerden schief und hopste auf ihren High Heels durch die Gegend. Alles wie gehabt. Das schöne war, dass es dieses Mal ins untere Mittelfeld durchgereicht wurde, wo dieser Beitrag auch mindestens mal hingehörte!

17. Schweden
Neulich hatte ich einen schönen Traum. In der Zeitung mit den großen Buchstaben stand über die gesamte obere Hälfte der ersten Seite die Schlagzeile: "Grand-Prix-Sieg ungültig! SCHWEDEN-VAMP GEDOPT!" Nun, die Schlagzeile wirds nicht geben, aber es muss nach wie vor erlaubt sein zu fragen, was an diesem Beitrag so dolle gewesen sein soll. Zottelzombie mit seltsamen Bewegungen nuschelt sich zu komischer Musik und Epilepsie erzeugender Beleuchtung einen ab, und dann räumt das so ab? Was bitte hab ich verpasst? Spitzenplatz ok, Sieg von mir aus auch, aber mit DIESER Punktzahl? Mit ACHTZEHN Höchstwertungen? Mille grazie all'Italia dafür, dass sie wenigstens verhindert haben, dass das ein Omnipointer wird. Und übrigens, wo wir grad dabei sind: FINGER WEG von dem Zuckerjungen, der die italienischen Punkte vorgelesen hat! Den krieg ich! Ich hab ihn zuerst gesehen!!

18. Türkei
Im Gegensatz zu den Georgiern im Semi kriegten die Türken den Schnee natürlich ordentlich weggeräumt, man weiß ja schließlich, was sich den lieben Nachbarn gegenüber gehört. Can hatte mächtig viel Spaß auf der Bühne, allerdings muss er zusammen mit Kurti wohl zwei Nächte lang durchgezecht haben ob des geglückten Finaleinzugs, er wirkte ein wenig... wie soll ich sagen... restalkoholisch. Und nein, ich meine nicht nur die teilweise undeutliche Aussprache. Aber egal, das war witzig, skurril und hat gut abgeschnitten. Was will man mehr!

19. Spanien
Es ist ja in Spanien inzwischen ein beliebter Sport, bei der Startnummernauslosung immer die Wildcard zu ziehen und sich dann die Startnummer des Vorjahressiegers auszusuchen. Dabei hatten sie das dieses Jahr gar nicht nötig. Ihre stimmgewaltige Diva, die dieses Mal im Gegensatz zu den Proben sogar halbwegs anständige Klamotten trug, überzeugte auf der ganzen Linie und sang sich völlig verdient in die Top Ten. Für den am heftigsten Verkannten der Big Five war das sicher mal Balsam auf die Eurovisionswunden, aber andererseits: Wenn sie schon beim Fußball alles abräumen, brauchen sie jetzt nicht noch den ESC zu gewinnen, wo kämen wir denn da hin?!

Freitag, 31. August 2012

Nachlese ESC 2012, Teil 8

Wir sind im Finale! Mittendrin!

8. Zypern
Ivi auch im Finale wieder mit einem Lippenstiftbudget, mit dem man ihr Land ohne Probleme hätte sanieren können. Ansonsten hatte sie genausoviel Spaß wie im Semi und landete, wie bei solchen Beiträgen nicht anders zu erwarten, im Mittelfeld. Leider sah man ihr hübsches Sternchen-Tattoo am Handgelenk nur in der Einblendung vorm Auftritt.

9. Frankreich
Wenn man mir vorher gesagt hätte, dass einer der Finalisten 0 Punkte im Televoting bekommt, hätte ich auf so einiges getippt, aber bestimmt nicht auf Frankreich. Die hatten ja doch einiges aufgefahren, um den Zuschauer und die Zuschauerin zu erfreuen, die halbnackten Tänzer gefielen dem Auge ebenso wie Angguns Schleierfetzen (Sertab Erener, anyone?). Leider, und so erklärt sich aus meiner Sicht die Null, sah man nicht viel davon. Die Franzosen hatten die schlimmste Kameraführung seit vielen Jahren erwischt, die den Auftritt gänzlich im Nichts verpuffen ließ. Ich frage mich, ob sie den Verantwortlichen für die Kameraführung geköpft haben. Verdient gewesen wärs.

10. Italien
DIE Diva des Jahrgangs schlechthin (und meine persönliche Top-Favoritin) zeige hier dem Rest, wie man mit Leichtigkeit und Grandezza einen tollen Auftritt hinlegt. Mit Platz 9 ist sie MINDESTENS 5, wahrscheinlich eher 8 Plätze zu schlecht bewertet. Allerdings gabs da ein Riesenproblem, und das war der Bühnenhintergrund, von dem später noch zu reden sein wird. Und: Die Halle zum Mittun auffordern ist ein absolutes No-Go. Aber sonst? Ich kanns mir nicht erklären. Vielleicht war das ganze doch zu retro... Egal, ich bin jedenfalls SAUER!

11. Estland
Ott sah wieder genauso zum Anbeißen aus und sang auch genauso gut wie im Semi. Leider jodelte er unnötigerweise wieder, störte aber keinen. Dass dieser tolle Song es bis auf Platz 6 geschafft hat, macht mich sehr glücklich!

12. Norwegen
Die Norweger zogen mal wieder aus, das zu tun, was sie am besten können. Nachdem man zuletzt anno 2004 Letzter geworden war, dachte man sich im Land der Trolle, dass es jetzt mal wieder Zeit wird, nicht das Europa noch denkt, man könnte das nicht mehr. Nur verstehen kann ich das nicht so ganz. Natürlich wars im Finale gesanglich eine absolute Katastrophe, aber das war der fünfundzwanzigletzte auch. Und ein gewisses Nachbarland wurde letztes Jahr mit ähnlich gelagertem Song (und Sänger) Dritter. Was sagt uns das???

13. Aserbaidschan
In der Haut von Sabina wollt ich an dem Abend wirklich nicht stecken. Der Druck auf sie muss absolut unmenschlich gewesen sein - dafür hat sie das ganz hervorragend gemacht. Ich find den 4. Platz zwar viel zu hoch, aber stimmlich und optisch gabs absolut nix auszusetzen, auch wenn ich an diesem Beitrag eigentlich kein gutes Haar lassen will, das liegt aber nicht an Sabina oder ihrem Song.

Donnerstag, 30. August 2012

Nachlese ESC 2012, Teil 7

FINALE, OHO, FINALE, OHOHOHO!

1. UK
Das nennt man wohl amtlich die Arschkarte gezogen. Engelbert hatte nämlich zunächst mal das gleiche Problem wie Paradise Oscar letztes Jahr - als Starter war das schlichtweg ungeeignet, mittendrin wärs richtig gut gekommen. Obendrein wurde ihm noch sein Alleinstellungsmerkmal als nicht mehr ganz junger Sänger von den russischen Omas geklaut. Sein Vortrag im Jury-Finale muss ziemlich übel gewesen sein, der im Grand Final war ok, aber nichts Besonderes. Und auf die Tänzer hätte er verzichten sollen. Ungerecht bleibt der vorletzte Platz trotzdem.

2. Ungarn
Ich habe keine Ahnung, welcher Teufel die Losfee bei der Auslosung geritten hat. Jedenfalls war das hier eine der Ziehungen, wo ich ins Sofa hätte beißen können. Warum kriegt die zwei nicht jemand, den ich nicht mag, der dafür aber gut im Rennen liegt? Schweden zum Beispiel? Für die ohnehin nicht besonders hoch gehandelten Ungarn war das ein zusätzliches Handicap, und leider schlug das auch dann bei den Punkten voll durch. Dabei war der Auftritt nicht schlecht, vielleicht nicht ganz so zwingend wie im Semi, aber gut und schnörkellos vorgetragen. Schade.

3. Albanien
Das muss man sich mal vorstellen: Da kommt eine Frau in sehr gewöhnungsbedürftigem Outfit, ebensolcher Frisur, besonders schön isse auch nicht, singt von ungünstiger Startnummer aus ein sehr anspruchsvolles und polarisierendes Lied, das ganze allerdings mit einer Stimmgewalt, die in diesem an guten Sängern nicht gerade armen Wettbewerb ihresgleichen sucht (auch wenn sie, wie ich der Fairness halber gern festhalten möchte, die hohen Noten im Finale ziemlich versiebt hat). Wo kann sowas schon landen? Dass es in der Endabrechnung auf Platz 5 stand, gibt mir irgendwie den Glauben an Europa und an diese Veranstaltung wieder zurück!

4. Litauen
Dass das mit dem guten Sänger nicht immer funktioniert, bewies der nachfolgend startende Donny Montell, obwohl die Strass-Augenbinde mindestens so bekloppt war wie Ronas gesamtes Outfit. ALLEN Scheiß lässt sich Europa dann doch nicht andrehen, da kann der Sänger noch so hübsch sein und noch so gut singen können. Übrigens: Seh eigentlich nur ich eine entfernte Ähnlichkeit zwischen Donny und Daniel Radcliffe (Betonung auf "entfernt"!)?

5. Bosnien-Herzegowina
Der bosnische Auftritt hatte sich gegenüber dem Halbfinale kaum verändert, und dass sie es schwer haben würde, war von Anfang an klar, genau wie die Tatsache, dass hier wohl leider keine gute Platzierung zu erwarten war. Dass direkt danach die russischen Omas starteten, kam erschwerend hinzu. Schade. Immerhin war das der einzige Beitrag, bei dem man das gesamte Bühnenbild sehen konnte, ohne dass es sich negativ auswirkte. Darüber wird später noch zu reden sein.

6. Russland

Neben der Türkei und natürlich Gastgeber Aserbaidschan waren es die Russinnen, die in der Halle den meisten Applaus bekamen. Sonnenklar, dass man es hier mit einem der Favoriten auf den Sieg zu tun hatte - und das trotz der schlimmsten Gesangsleistung des gesamten Jahrgangs, die aber letztlich überhaupt nicht ins Gewicht fiel, da sich alles über die schunkelnden und (unnötigerweise) Kekse backenden Omis amüsierte - die kleinste Omi wollte wohl halb Europa klauen. Auch wenn ich den Beitrag nach der x-ten Wiederholung immer noch sehr spaßig finde, bin ich trotzdem ganz froh, dass sie nicht gewonnen haben.

7. Island
Die Isländer haben vermutlich die schlechteste Startnummer erwischt, die überhaupt in diesem Finale möglich war, da Europa gedanklich immer noch mit den Omis beschäftigt war. Dass der Beitrag der Isländer doch arg unterkühlt rüberkam, half ebensowenig wie das Einschalten der Windmaschine zur Unzeit, die Gretas merkwürdige Drunter-lang-Drübber-nicht-ganz-so-lang -Frisur auffliegen ließ. Wenn ich schon Extensions habe, darf ich sowas nicht machen!

Mittwoch, 29. August 2012

Nachlese ESC 2012, Teil 6

So, noch der Rest vom 2. Semifinale:

13. Türkei
Can hatte wohl die einfachsten Begleitumstände aller Teilnehmer, Quasi-Heimspiel, aber ohne den Druck. Erst in dem Moment, als er auftrat, merkte man, wie viele Leute eigentlich an dem Abend in der Halle waren. Dieter Bohlen hätte Can wahrscheinlich immer noch vor dem Recall rausgeschmissen, und er zappelte auch wieder zu viel (also Can, nicht Dieter), aber der Beitrag machte trotzdem Spaß. Das Bühnenbild war sehr hübsch, die Idee mit dem Schiff ebenfalls, und ich mag halt einfach auch den Song.

14. Estland
Ott jodelte sich ähnlich wie Kurt um Kopf und Kragen, war aber nicht schlimm, denn erstens beherrschte er das, und zweitens ist seine Ballade so ergreifend schön, dass ihr alles Gejodel nichts anhaben kann. Ansonsten ein sehr reduzierter, zurückgenommener Auftritt. Und dass Ott durchaus pleasing on the eye ist, schadete jetzt auch nicht so wirklich...

15. Slowakei
Oh. My. God. Wer mich ein bisschen kennt, weiß, dass ich ja an und für sich für diese Art Musik außerordentlich empfänglich bin, aber jeden Mist lass ich mir dann auch nicht aufschwatzen. Herr Smajda, mag ja sein, dass Du da bei einer Schwuppenveranstaltung aufgetreten bist, aber Du hältst Dich doch im Grunde Deines Herzens immer noch für einen Rocker. Da darfs gerne mal etwas männlicher sein und nicht so androgyn. Fassen wir zusammen: Du siehst scheiße aus, hast eine fiese Stimme und dann auch noch übel gesungen. Ich hasse Dich. Geh weg. Und mach um Gottes Willen Deine Lederjacke wieder zu und zieh Dir vor allem Deine HOSE wieder hoch!!! Jungs, nochmal zum Mitschreiben, weils anscheinend wichtig ist: Wenn man schon meint, unbedingt seine nackte Hühnerbrust in die Kamera halten zu müssen, dann bitte nur mit einem hübschen Gesicht (liest Du mit, Dima?) und ein bisschen was im Oberstübchen schadet auch nicht (liest Du mit, Sakis?). Für alle anderen heißt es: Wir müssen leider zugeknöpft bleiben!

16. Norwegen
Nee, singen kann er nicht, der Prinz von Persien. Aber er is hüüüüübsch! Und tanzen kann er auch. Wer letztes Jahr "Popular" goutiert hat, muss eigentlich auch das mögen. Zumal Eric Quakfrosch auch nicht singen konnte. Ist ja zum Glück knapp ins Finale gerutscht und hatte es auch mehr verdient als die Bulgarin.

17. Bosnien-Herzegowina
Ja ja ja, ich weiß. Die allermeisten Leute finden den bosnischen Beitrag stinklangweilig. Ich gehöre zur Fraktion derer, die ihn zauberhaft finden. Schwarz ist allerdings nicht Mayas Farbe, das Outfit hatte so ein bisschen was von ner Hexe, die auf ne Beerdigung will. Aber egal, sie hat wunderbar gesungen, und ich freue mich riesig, dass dieses Kleinod ins Finale gekommen ist.

18. Litauen
Irgendwie war dann doch ziemlich schnell klar, dass für Litauen an diesem Abend eine Menge gehen würde, da tat auch die unbeschreibliche Strass-Augenbinde und der entsetzliche Song nichts gegen. Donny ist halt einfach ein toller Sänger und sieht obendrein schnuggelig aus, da sieht man dann schon mal über einiges andere weg. Dazu noch eine günstige Startnummer und das Versagen einiger anderer als sichere Finalisten gedachter Beiträge, und schon ist der Finaleinzug fertig. Muss mir ja nicht gefallen. Gebt dem Mann ein anständiges Lied! Übrigens, war das bei der Einblendung nach der Bekanntgabe des Finaleinzugs etwa dieser grenzdebile Glatzkopf von LT United?


Dienstag, 28. August 2012

Nachlese ESC 2012, Teil 5

Wir sind im 2. Semifinale:

7. Ukraine
Juries sind Wichser! Wichser! WICHSER! Das darf doch echt nicht wahr sein: Ein Land, dass mit jeder x-beliebigen Scheiße ins Finale und dort in die Top Ten kommt, überspannt den Bogen diesmal völlig und wird vom Televoter abgestraft. Und wer hievt den Mist ins Finale? Na? ARGH! Das einzig gute an diesem Beitrag waren die LED-Wände, über den Rest möchte ich hier kein Wort verlieren. Man kann ja gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte!

8. Bulgarien
Das gabs auch noch nie: Punktgleich mit einem Finalisten und trotzdem ausgeschieden. Leider haben sich das die Bulgaren selber zuzuschreiben, nicht nur, dass Sofi den Anfang total versemmelte, sondern vor allem die Tatsache, dass sie da allein auf der Bühne war, befremdete. Wie kann ich denn einen solchen Song auf die Bühne bringen und dann keine Tänzer dazustellen? Ich bin ja normalerweise keine Freundin on diesem übertriebenen Schnickschnack, aber hier fehlte wirklich was. Über Sofis entsetzliches Outfit haben wir noch gar nicht geredet, aber hey, es ist Bulgarien. Irgendwie wärs doch seltsam, wenn es nicht wenigstens einen Aspekt gäbe, wo sie volle Granate danebenhauen....

9. Slowenien

Wohl kaum jemand hatte Slowenien vor diesem Abend als Semi-Ausscheider getippt. Der Beitrag hatte ja auch alles, um nach vorne kommen zu können: Einen starken Song, einen Chor, der die dusseligen Schleier daheim gelassen hat und eine bildhübsche zarte junge Elfe als Leadsängerin. Aber eben genau die war das Problem. Teilweise sang sie, als wäre das das erste Mal, dass sie ihren Beitrag singt. Evchen, das ist kein Erkältungsrezept, das Du da vorsingst - so einen Beitrag muss man LEBEN! Da muss Leidenschaft rein! Und wenn Du vor lauter Hingabe von der Bühne plumpst, ist das genau das, was wir sehen wollen! Da musst Du Dein Leben hingeben, wenn Du das singst!

10. Kroatien

Die kroatischen Chancen hingegen waren von Anfang an nicht besonders hoch. Das Lied ist zwar schön, aber nicht besonders eingängig, und Nina muss wohl vorher drei Nächte durchgefeiert haben. Oder sie hatte ihre Stimme zuhause vergessen. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass das so klingen sollte. Das eigentliche Problem aber waren die Outfits. Spätestens in dem Moment, als man Ninas Kleid zum ersten Mal in seiner ganzen Abscheulichkeit sehen konnte, war, wie es so schön auf Thomas-D-deutsch heißt, der Drops gelutscht. Aber auch die Backings haben ihre Outfits in Andorra gekauft. Tja, Nina, der Verzicht auf Sex bis zum ESC war wohl doch nicht so eine gute Idee...

11. Schweden
Na, und da war er nu, der haushohe Favorit. Ich sagte ja schon verschiedentlich, dass ich dem ganzen so überhaupt nix abgewinnen kann, aber das sah Resteuropa wohl anders, schließlich bekam sie im Semi aus allen Ländern Punkte. Für Rumgezappel, Bumsbeat und Genuschel. Die ESC-Welt ist nicht meine...

12. Georgien
Guck mal, den Schnee von der Loreen haben sie ja gar nicht weggeräumt! Das ist ja dreist! Und dabei gabs noch eine Werbepause zwischendrin. Aber ich wollte ja was zu Georgien schreiben. Wie nennt man einen Witz, über den keiner lachen kann? Rohrkrepierer, sehr richtig. Und das war halt einfach viel zu dick aufgetragen, ein Holzhammer wäre dezenter gewesen. Und spätestens in dem Moment, wo die Else mit dem roten Zopf und dem seltsamen schwarzen Spitzen-Etwas (ohne weitere Unterwäsche?!) auftrat, konnte man sich auf den Rest der "Darbietung" nicht mehr so richtig konzentrieren...

Sonntag, 26. August 2012

Nachlese ESC 2012, Teil 4

Weiter gehts mit dem 2. Semifinale:

1. Serbien
Ein perfekter, sehr schön zurückgenommener Auftritt für ein wunderschönes Lied. Es hatte wohl keiner ernsthaft Zweifel daran, dass das nicht ins Finale kommt. Man merkt Zeljko und seinem Orchester die Erfahrung halt einfach an. Auch sehr weise von Zeljko, in Schwarz zu kommen und nicht in weiß. Ich hab bisher jedes Lied von ihm geliebt, und das hier reiht sich nahtlos ein.

2. Mazedonien
War Albanien die Sensation des ersten Semis, so war Mazedonien für mich (und wohl nicht nur für mich) die des zweiten. Anfangs konnte ich dem Beitrag bekanntlich nicht viel abgewinnen, aber dieser geballten Power war sich nur schwer zu entziehen, zumal sich Kaliopi in der Pressekonferenz nach der Veranstaltung als ausgesprochen charmant und witzig entpuppte: "Now I have a question for you. (pausepausepause) Where? Is? My? Ex-Husband????" Ganz groß und endlich mal ein mazedonischer Beitrag, der völlig zu Recht ins Finale einzog.

3. Niederlande
Auf einer mir besonders lieben Webseite las ich als Kommentar zu Joans Abschneiden "Indianagate". So schön das Wortspiel ist, so unberechtigt ist die Implikation. Denn Joan sah nicht nur übel aus - nein, nein, nein, es ist und bleibt Kinderfasching mit dem Kopfputz, und dieses blaue Kleid ging gar nicht. Zu allem Überfluss traf sie kaum einen Ton, so dass der Rauswurf nur folgerichtig war. Das Liedle rührt mich nach wie vor zu Tränen, aber ich bin trotzdem froh, dass sie nicht weitergekommen ist, wenn ich mir überlege, dass ich das Finale mit einem Haufen sehr zynischer Lästerer geschaut hab. Und ich dann heulend mittendrin bei dem Beitrag - nee, das will ich mir lieber gar nicht so genau ausmalen!

4. Malta
In dem Chat, in dem ich mich bei den Semifinals nebenbei üblicherweise auszulassen pflege, schrieb ich zu Malta: "Kurtchen, Du hast keine Chance, nutze sie!" Und zur allgemeinen Überraschung hat der Kurt genau das gemacht! Das Lied taugt gar nix, aber der Jung is hübsch, kann singen und hatte eine originelle Choreo mit Wiedererkennungswert. Die Hey-hey-hey-Stelle mit der Fußgymnastik gibts inzwischen als Zehn-Stunden-Video (nein, kein Tippfehler!!) auf Youtube. Sicherlich der überraschendste aller Finalisten, aber nicht unverdient, auch wenn er noch so sehr rummoduliert hat!

5. Weißrussland
Ich will ja nicht böse sein (ok, will ich doch), aber wenn das so in dieser Form für Griechenland oder die Ukraine aufgetreten wäre, wäre es mit 100% Sicherheit im Finale gelandet. Auf der Habenseite stehen ein Haufen sehr hübscher Menschen mit einem zwar nicht vom Hocker reißenden, aber dennoch durchaus ansprechenden Song, auf der Sollseite eine überschaubare Gesangsleistung und vor allem... ahem... diese OUTFITS!

6. Portugal
Der portugiesische Beitrag wirkte im Vergleich zum Rest völlig aus der Zeit gefallen. Sie machten das ja durchaus nett, aber das ganze war so hoffnungslos altmodisch und langweilig, dass irgendwie einleuchtete, dass das keiner im Finale haben wollte. Sowas kann man auf ner Kaffeefahrt über den Tejo hören, aber doch nicht beim ESC!

Samstag, 25. August 2012

Nachlese ESC 2012, Teil 3

Und nun noch der Rest vom 1. Semi:

13. Dänemark
Wieso saß die eine "Dame" da BREITBEINIG auf dem Sessel? Die trauen sich ja was, die Dänen! Und welche Drogen hat eigentlich die Schlagzeugerin genommen? Das lenkte alles ein bisschen von dem ansonsten doch recht langweiligen Auftritt ab, wenn auch nicht positiv. Vielleicht wär Soluna besser allein aufgetreten. Andererseits... vielleicht auch nicht. WIE uninteressant das ganze tatsächlich ist, wurde bei der nach diesem Semi folgenden Pressekonferenz deutlich, als statt der erlaubten zwei Fragen nur eine an Soluna gestellt wurde und sie danach etwas kariert da saß - die Situation konnte allerdings auf sehr ungewöhnliche Weise gerettet werden, wir werden gleich sehen, wie das zuging.

14. Russland
Was soll man zu einem Beitrag sagen, bei dem im Vorfeld bereits sonnenklar war, dass er erstens dieses Semi gewinnen wird und zweitens nicht mit normalen Maßstäben zu messen ist? Denn die Gesangsleistung war bei weitem die schlechteste der gesamten Veranstaltung, da das ganze aber irgendwie so liebenswert witzig war und Riesenspaß gemacht hat, war das vollkommen egal. Und ja - vielleicht ist das was für einfache Gemüter, aber dann bin ich halt ein solches. Verklagt mich doch.

15. Ungarn
Normalerweise ist eine Pause vor dem eigenen Auftritt nicht wirklich förderlich für den Finaleinzug, aber für die Ungarn war es sicher ein Glück, zwischen die russischen Omas und sich selbst so viel Zeit und Action wie möglich zu legen. Aber auch ihr Auftritt hatte sich im Vergleich zur VE um 200 % verbessert, das ganze wirkte jetzt nicht mehr so düster und distanziert. Vom sicheren Ausscheider immerhin mal zum Wackelkandidaten, und sie haben es ja dann tatsächlich geschafft. Für mich überraschend, aber nicht unverdient.

16. Österreich
So, und das ist nun ein Ergebnis, das ich überhaupt nicht verstehen kann. Dass es die Österreicher schwer haben würden, war klar, aber letzter? Noch hinter San Marino? Hinter Montenegro? Sachtma, gehts noch? Ok, der Song lebt sehr vom Text und der größte Teil von Europa hat vermutlich nicht verstanden, was das ganze sollte. Auch war die Kameraführung nicht die beste, und die Verdunklung, die bei Schweden und Aserbaidschan kein Problem war, wurde den Österreichern verwehrt, womit ein Großteil der Wirkung dieses Beitrags über die Wupper ging. Aber letzter? LETZTER? Hoffentlich pausieren sie nicht wieder.....

17. Moldawien
Das war von vorne bis hinten einfach wunderbar bekloppt, allein die unfassbaren Klamotten der übrigens hervorragend singenden Backings waren ja schon zum Brüllen. Dazwischen der außerordentlich süße Pasha, Typ "Ich nehm nix ernst, und mich selber schon mal gar nicht" - ach, härrlisch! Wie hätte das denn nicht mit dem Finale klappen sollen? Ich sagte es bereits: Neben "Boonika Bate Toba" eindeutig der beste Beitrag der Klein-Rumänen bisher!

18. Irland
Bis auf die diesmal fehlenden und schmerzlich vermissten Hochfrisuren war alles wie gehabt: Klamotten frisch aus Starlight Express geklaut, gesanglich unter aller Sau, aber dafür Gezappel bis zum Abwinken. Der Gesang wurde dieses Mal auch nicht durch die Backings gerettet, dafür find ich persönlich Waterline als Song 1000x besser als Lipstick. Leider hatte sich bis auf den Wasserkasten und die fehlende Hochfrisur nicht allzu viel getan. Wie schon der alte Cäsar sagte: Repetitia non placent. Was mir hingegen sehr gefiel, war ihr Verhalten auf der Pressekonferenz nach diesem Semi, als sie der für eine zweite Frage nicht mehr interessant genug seienden Soluna Samay aus der Patsche halfen, ebendiese zweite Frage kurzerhand selbst übernahmen und so den ganzen Unsinn dieser Pressekonferenzen trefflich vorführten. Chapeau dafür.

Sonntag, 19. August 2012

Nachlese ESC 2012, Teil 2

Wir sind immer noch im 1. Semi:


7. Schweiz
Die Schweiz wurde ja von Anfang an als Wackelkandidat gehandelt, aber wenn man mal davon absieht, dass es wieder hieß " Swim egänse strimm, following your wowldest drimm, your wowldest drimm" war das ein durchaus ansprechender Auftritt. Obwohl ich den Song nicht mag, hätte ich den Finaleinzug hier viel verdienter gefunden als, sagen wir mal, bei Griechenland. Die magersüchtige Bassistin hätten sie allerdings zuhause lassen können.

8. Belgien
Zzzzzzzzzz...stört mich nicht beim Schlafen! Ich bleib bei meiner ursprünglichen Einschätzung: Castingshowtusse im Recall singt Liedle, bei dem man rumjodeln muss. Sie hat ja durchaus nett gesungen, aber jede leere Kekspackung hat mehr Ausstrahlung. Dass das allen Ernstes von einigen als möglicher Finalkandidat gehandelt wurde, lässt mich am Sachverstand meiner Mitmenschen zweifeln. Bizarrerweise schallte mir ausgerechnet dieses Lied neulich bei einem Stadtbummel aus irgendeinem Laden entgegen - nein, es war nicht in Brüssel, sondern bei mir zuhause! 

9. Finnland
Was an dem finnischen Beitrag nun so wahnsinnig zauberhaft sein soll, krieg ich bis zum heutigen Tag nicht in mein Hirn. Ich find das nach wie vor todlangweilig, und Pernillas grauseliges Kleid und ihre leider immer noch auf dem Kopf weilende Haartönung "Feuerwehrauto" taten auch nix, um mich für sie und ihren Beitrag einzunehmen. Gut, dass das nicht weitergekommen ist.

10. Israel
Schade, schade, das waren drei Minuten Spaß am Stück. Allerdings ein ziemlich schräger Spaß, ist halt nicht für jeden, so ein Beitrag. Außerdem ist der Leadsänger nicht nur ein arrogantes Arschloch, sondern auch... wie sag ich das jetzt nett.... unterbehübscht. Aber mein Gott, das ist Rambo Amadeus ja auch alles, und es gab tatsächlich Leute, die den gut fanden. Ach, egal, die hatten Riesenspaß, und ich auch! Die Knutscherei von den Backings am Schluss war übrigens witzig.

11. San Marino
Sehr nette Postkarte - immerhin war (!) Valentina ja mal eine Jazzsängerin. Ansonsten war an diesem Auftritt alles genauso entsetzlich, wie ich das im Vorfeld erwartet hab, und es trug in jedem Detail eindeutig die Handschrift des weder ersten noch einzigen deutschen Eurovisionssiegers*. Es bleibt nach wie vor die Frage, was eine 37-jährige gestandene Frau dazu bringt, sich für so eine Scheiße herzugeben. Sensationell übrigens das Green-Room-Interview; als Valentina nach Ralph Siegel gefragt wurde, verdrehte sie die Augen, seufzte tiiiiief und sagte "Between Ralph Siegel and me, there is a lot of filling". Ich nehm jetzt mal an (und hoffe für sie!), dass sie "feeling" meinte, was die Sache aber nicht wirklich besser macht und immer noch reichlich Interpretationsspielraum lässt. Ein Schuft, wer Arges dabei denkt!

12. Zypern
Das gleiche Bild wie zehn Startnummern zuvor: Wenn man nach einem absoluten Scheißbeitrag startet, ist das normalerweise ein Freiflugschein ins Finale, und das war hier nicht anders. Ivis Make-up bestand aus Lippenstift, Lippenstift und Lippenstift, dagegen war Pernilla ja blässlich. Seit ich das gesehen habe, wird mir die Statistik, dass jede Frau im Laufe ihres Lebens im Schnitt 3 kg Lippenstift futtert, plötzlich sehr einleuchtend (für mit der Thematik unvertraute Herren: Das was bei mir so im Schrank steht, hat im Schnitt so um die vier bis fünf Gramm pro Stück, und ich hab trotz beinahe täglichen Gebrauchs durchaus lange Freude dran!). Und ja, sie ist ein Trampel - aber einer, der mir beim Zugucken durchaus Spaß gemacht hat. Und den hatte sie offensichtlich auch. Wie haben die eigentlich dieses Büchertor abgestützt? Das Kleid hatte übrigens riesiges Katastrophenpotenzial, glücklicherweise ist ja nix passiert. Und was meint sie eigentlich mit: "Nothing to fääär when you are nääääär"?


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*Jawohl, das muss jetzt an dieser Stelle endlich mal richtig gestellt werden: Gerade wenn man die Eurovision als Komponistenwettbewerb sieht (wer außer dem Herrn aus München-Solln tut das aber?), ist ebenjener Herr weder der erste noch der einzige deutsche Eurovisionssieger. Bei "Après toi" hat meines Wissens nämlich ein gewisser Klaus Munro mitkomponiert. Ralphie, schau doch mal in die Wikipedia, wo der herkommen tut...

Samstag, 18. August 2012

Nachlese ESC 2012, Teil 1

Uiuiui, Mitte August. Allerhöchste Zeit, hier endlich mal die Nachlese zu starten, nicht dass die Außenwelt denkt, wir würden nix mehr bzw. nur noch Radiosendungen machen.... (wenns doch bloß so wär mit den Nachlese-Radiosendungen!) Na, egal, ich mach jetzt einfach mal den Anfang. Und wie immer gilt: Wer eine andere Meinung hat, darf sie gerne behalten!

Wir steigen ein mit dem 1. Semifinale:

1. Montenegro
Der Schocker kam gleich am Anfang; ich habs ja beim ersten Hören bereits nicht so wirklich goutiert, und der Auftritt tat nichts, um mich vom Gegenteil zu überzeugen. Es blieb aus einem Guss grässlich, da konnte Mr. Fettmähne mit dem Nasenfahrrad noch so intelligent und ironisch in den Pressekonferenzen auftreten, half alles nix. Ich hab ja sogar gewettet, dass das ein glasklarer Nullpointer wird. Bekanntlich hab ich die Wette verloren, und seit ich meine Wettstrafe gesehen hab, hasse ich den Beitrag noch mehr. Welche Drogen nimmt man eigentlich in San Marino und Albanien, um dafür ernsthaft Punkte abzuliefern?! Und dann auch noch so hohe? Bei Albanien kann ich mir den Zwölfer nur dadurch erklären, dass der gesamte Balkan-Rest im zweiten Semi weilte. Die San Marinesen wollten durch ihre acht Punkte wohl ihre zunehmende geistige Umnachtung untermauern. Aber wenn sich ein Land schon Herrn R.S. aus M. an Land zieht....

2. Island
Nach dem grausigen Anfang aus Montenegro hatten die Isländer natürlich leichtes Spiel. Jonsi war wie immer very pleasing on the eye, Greta hat eine Promotion im Fach "Zähnefletschen" abgeliefert. Oder war das als Lächeln gedacht? Egal, sie sangen gut, es war zwar nicht wirklich überzeugend, aber gut genug, um ins Finale zu kommen. Und schön ist der Song ja allemal.

3. Griechenland
Puh, die spielen ja sogar in den Postkarten 4-Chord-Songs... Isch krisch Pickelkrätze! Ele wie immer eine Augenweide und das ganze gesanglich eine absolute Katastrophe. Zusammen mit dem schwachen Lied wär der Rauswurf dieses Mal mehr als gerechtfertigt gewesen, aber es ist halt Griechenland. So viel Kopie ist schon wieder Original.... Nein, Ele, du bist nicht die neue Helena, die kann nämlich im Gegensatz zu dir singen! Pluspunkte gibts allerdings für das Gehopse auf diesen Absätzen, wie um Gottes Willen machen die das bloß? Wie lange muss man üben, um das zu können? Und warum wird nur Gehopse auf Absätzen geübt und kein Gesang? Egal, mal wieder der Beweis dafür, dass bei Weibern halt nur Bein- und Haarlänge stimmen müssen (nebst Herkunft) um ins Finale zu kommen. ARGH!

4. Lettland
OhmyGAAAWD wer hat denn die Damen in diese Kleider geschossen? Die Rocklänge ging ja nu gar nicht, und der durchsichtige Seitenstreifen bei der Annemarie war, milde gesagt, befremdlich. Das ganze Ensemble machte sie um Jahre älter, sie sah aus, als wäre sie in dem Jahr geboren, wo der ESC zum ersten Mal ausgetragen wurde. Gesanglich war es so lala, nicht wirklich dolle, aber ok. Aber diese grässlichen Klamotten und die saudoofe Choreo lenkten von allem anderen ab. Völlig berechtigter Rausschmiss.

5. Albanien
Nach diesen drei Minuten müssten sich eigentlich alle anderen Teilnehmer im Greenroom gefragt haben, wie sie es jemals wagen konnten, sich singenderweise auf eine Bühne zu stellen. Zu diesem Auftritt fällt mir nur das Wort "sensationell" ein. Sie sang alles, alles, alles andere an die Wand, was beim bei weitem anspruchsvollsten Lied des gesamten Jahrgangs keine Kleinigkeit ist. Die Optik wurde mit dem Barbara-Dex-Award belohnt, aber offengesagt, angesichts DIESER Darbietung war das doch vollkommen egal. Und das sahen wohl alle so, denn Albanien kassierte als einziges Land in diesem Semi von allen Punkte. Chapeau Albanie!

6. Rumänien
Niemand dürfte wohl angesichts seines Finaleinzugs froher gewesen sein als die Rumänen. Elena ereilte nämlich der absolute Alptraum, sie hatte ab dem ersten Refrain große Probleme mit ihrem nicht mehr sitzenden Ohrenstöpsel. Wenn man mal drauf achtet, sieht man, dass sie sich ab da immer mal wieder am rechten Ohr rumfummelt. Sie war danach auch oft nicht mehr ganz synchron mit der Musik, aber immer noch einigermaßen tonrein. Andere fahren unter solchen Bedingungen ein Null-Punkte-Ergebnis ein - Mandinga wurden 3. in diesem Semi. Und das durchaus nicht unberechtigt. Meinen Respekt!

Dienstag, 22. Mai 2012

Bleiben noch die irren Iren

Jedward, John und Edward, bereits erfolgreich beim Song Contest in Düsseldorf angetreten und internationale Stars, wollen es erneut wissen.
Diesmal mir mehr Melodie und weniger Gehüpfe, dafür mir einem Springbrunnen auf der Bühne.

Die 'vokalistischen' Verbesserungen sind klar erkennbar, die gleiche Verrücktheit gegenüber der Presse und dem Publikum. Und, was besonders wichtig ist: Volksnähe.

Eine Nichtberücksichtigung der Brüder wäre ein Affront, sie gehören ins Finale und dort ganz hoch angesiedelt.
Hoffentlich erkennen Europa und die paar asiatischen Staaten welch Potential hier, inzwischen gar nicht mehr verborgen, liegt. GO JEDWARD GO - Top 10 ist Pflicht!


Trompetenecho

Die Republik Moldau versucht es über eine bereits beim Song Contest erfolgreiche Schiene: Trompeten.
Mit einer hinreissenden Melodie und einer gut durchdachten, wenn auch nicht ganz schlüsigen Choreografie, wird Pasha, der völlig zurecht die moldauische VE gewann, das Finale am Samstag erreichen und dort gut abschneiden.

Man kann nicht anders als mitwippen und sich an der Show erfreuen. GO Moldau GO all the way!