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Montag, 9. Mai 2016

Tschechien - Zypern - Österreich

Tschechien
Gabriela Gunčíková
I Stand

Tschechien wünsche ich schon aus Prinzip den Finaleinzug. Es hatte schon weit bessere Lieder als das heurige und schaffte es nicht, aber endlich sind selbst die Wettquoten "in their favour".

Gabriela hat eine famose Livestimme, da sitzt jeder Ton. Sie wird das videotechnisch gut produzierte Lied würdig auf die Bühne zaubern, bitte nur keine übertriebene Verkleidung.
Möglicherweise könnte es knapp werden, denn das Gejaule ist über drei Minuten recht nervig und in den höheren Tonlagen wird ordentlich geschrien.
Kompositorisch kein großer Wurf, aber da der Jahrgang nicht so stark ist sollte es genügen.

6/10

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Zypern
Minus One
Alter Ego

Neue Klänge von der Mittelmeerinsel. Rockt schön.
Es wundert mich nicht, dass Frau Fabian hin- und hergerissen ist ;-)

Live einmal gut (Amsterdam), dann wieder nicht so (Moskau). 
Die Band ist wohl sehr von der Tagesform abhängig.
Die Bühnenshow ist glasklar vorgegeben, alles andere als eine typische Rockband-Performance würde wohl alle erstaunen.

Auch hier gilt (wie für so viele Lieder des Jahrganges 2016): man hat schon stärkere (Rock)Nummern beim ESC gehört, der Refrain ist nicht gerade der Knaller, aber zumindest kann man ihn problemlos mitsingen, vielleicht hilft's.

Ich rechne mit einem knappen Aussscheiden am kommenden Dienstag. Sehr schade. Möge das Wahlvolk mich Lügen strafen.

7/10

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Österreich
Zoë
Loin d'ici

Im zweiten Anlauf hat es endlich geklappt. Wartet, da war doch noch jemand... ich komm' grad nicht auf den Namen... ;-)
Scherz beiseite. Etwas Besseres konnte Österreich gar nicht passieren. Jung, süß, unverbraucht, freundlich, eloquent, stimmlich immer sicher. 
Dieses Mädchen wird meine Heimat bestimmt stolz machen.
Das Publikum in Tel Aviv, Amsterdam und London hat Zoë gefeiert. Sie ist ein beliebter Interviewpartner. In vielen Internetrankings kommt sie gut weg (leider nicht in allen ;-) ).

Aber, wie Zoë bereits dem ORF-Radio Ö3 erklärte, macht sie sich keinen Stress und schraubt ihre Erwartungen etwas zurück um nicht enttäuscht zu werden.
Kein Wunder, die Wettquoten sind im Moment nicht so rosig, aber das kann sich alles in den kommenden Tagen ändern.

Ich rechne ganz fest mit einem Finaleinzug, was danach kommt ist nicht so wichtig. 

9/10

Dienstag, 14. Mai 2013

Zypern - Despina Olympiou - An me thimase

Hierzu gibt es von meiner Seite wenig zu erzählen.
Ich habe dieses Lied genau einmal, am Tag der Veröffentlichung angesehen und dann über Wochen vergessen.
Erst mit Anhören des offiziellen Eurovision Song Contest-Samplers wurde mir An me thimase wieder ins Gedächtnis gerufen.

Hübsche Frau, angenehme Stimme, gefälliges Lied - aber das wird keinen interessieren.


Sonntag, 25. März 2012

Frau Fabian testet die Bundesliga 2012, Teil 2

07 Schweiz

Und gleich der nächste 4-Chord-Song hinterher. UNfassbar, wie einem das auffällt, wenn man mal drauf achtet. Die Strophen erinnern mich viel zu sehr an die von mir leidenschaftlich gehassten U2, und wenn man aus dem Tessin (!) kommt, dann hat man gefälligst italienisch zu singen. Vor allem, wenn man kein englisch kann. Nee, dat is nix Besonderes. Und Schnuckelpunkte gibts auch keine.

Chancen aufs Finale? Die sind nur marginal....
Zürich 2013? No no never
5/10


08 Belgien

Kräftige Stimme hat sie ja, aber dieses "Kippen" in der Stimme sollte sie lieber lassen. Auch ansonsten kommt da für mich gar nix rüber, das wirkt auf mich wie ne Castingshowtusse beim Recall. Auch an Garderobe und der Frisur sollte nochmal gearbeitet werden. Sorry, Belgien, Ihr wisst, ich liebe Eure Beiträge üblicherweise, aber das hier ist nicht muh und nicht mäh. Berührt mich so gar nicht. :-(

Chancen aufs Finale? Keine. Da kommen mit Sicherheit noch bessere Balladen.
Brüssel 2013? Nein
6/10


09 Finnland

Hanna! Lordi! Teräsbetoni? Wo SEIIIID Ihr? Seit Ihr weg seid, ist Finnland irgendwie ins Trudeln geraten bei seinen Eurovisionsbeiträgen. Da reiht sich der dieesjährige nahtlos ein, wüsste ich nicht, dass das Finnland ist und das Schweden üblicherweise lieber Schwedenschlagerscheiße schickt, würde ich das für den schwedischen Beitrag halten. Frau in komischem Kleid (üblicherweise macht man aus solchen Stoffen Schaufensterdeko und kein Kleid!) und mit komischer Frisur singt lahme Ballade im Dreivierteltakt. Lässt mich völ-lig kalt! UNd Finnland: Nächstes Jahr bittschön wieder die Radaufraktion an die Front, haben wir uns verstanden?

Chancen aufs Finale? Mir doch egal. Nein.
Helsinki 2013? Au nich.
5/10


Mann mann mann ist das alles LANGWEILIG! Vielleicht sollte ich einfach mal mehr trinken?



10 Israel

Hab ich eben geschrieben, dass mir langweilig ist? Jetzt ist mir nicht mehr langweilig. Ich grinse grad und habs lustig. Das hier ist wunderbar schräg und durchgeknallt und genau das, was man nach der Schweiz, Belgien und Finnland braucht. Könnte an der Jury scheitern, aber wehe, wehe, wenn!! Leider weiß ic hauch nicht, wie sie live singen, aber wenn sie nicht total daneben hauen, ist das eigentlich ziemlich egal!

Chancen aufs Finale? Siehe oben - wenn es sowas wie Gerechtigkeit gibt, sind sie weiter! Die Startnummer ist jedenfalls super!
Jerusalem 2013? Nein, dafür ist es zu schräg
8/10


11 San Marino

SChau mal an, Ralphie hat die Synthesizer-Funktionen entdeckt. Wie immer bis zur Unkenntlichkeit auf Hip getrimmt und so jenseits von gut und böse, dass es sich nicht mal lohnt, kübelweise Häme darüber auszugießen. Wenn ich mir diese Scheiße anschaue und dann an das großartige Debüt dieses Landes denke.... Mi DISPIACE!

Chancen aufs Finale? Eigentlich nicht, uneigentlich... Mann, das wär mal ein Schocker.
Seravalle 2013? Sod the fuck off!
1/10 (weil ich beim Anblick von dem Mädel nicht ausmachen muss. Alles andere ist indiskutabel!)


12 Zypern

War San Marino billig und schlecht, so ist das hier ebenfalls billig, aber gut billig. Das Liedje ist einfach gestrickt, aber super-eingängig und hat Sommerhitpotenzial. Ivi sieht gut aus, kann einigermaßen singen (zumindest in dem Video, das ich gesehen hab) und verkauft den Song gut. Natürlich ist das nix für zuhause, aber ich hab heute abend schon Schlimmeres gehört.

Chancen aufs Finale? Das hängt entscheidend von ihrer Liveperformance ab. Wenn sie gut singt, ist sie drin.
Nikosia 2013? Natürlich nicht.
6/10

Sonntag, 26. Juni 2011

Frau Fabians ESC-Nachlese, Teil 3

Zypern

Das vielleicht schockierendste Ergebnis des gesamten Eurovisionsjahrgangs ist für mich die Art und Weise, wie die Zyprer rausgeflogen sind. Manche Dinge kann man nicht erklären, ich versuch es trotzdem. Der Song, eindeutig die beste Ballade des Jahrgangs, war es schon mal nicht. Der Gesang ebenfalls nicht, der war tadellos, und der gute Christos fällt auf jeden Fall mal klar in die Kategorie "Schnuckel". Dann kann es eigentlich nur die Choreographie gewesen sein. Okay, diese Fußdinger da im Boden hätten nicht sein müssen, und die Hammerwerferin hat auch gestört, aber in dem Falle hätte ich bestenfalls mit einem knappen Scheitern leben können. Mit dem vorletzten Platz in diesem Semi aber nicht. Schämt Euch, Jurys! Und schämt Euch, Televoter!!!

Deutschland

Mei, HAT dieses Mädel das toll gemacht! Am Anfang ein paar kleine Wackler, aber alles in allem toll gesungen, toll ausgesehn, toll rübergebracht, toll toll toll! Und dieses Lächeln a Schluss war ja sowas von hinreißend!!! Platz 10 ist für dieses riskante Unterfangen ein toller Erfolg, der Song ist ja nun doch sehr speziell, wie wir wissen. Ich bin auch froh, dass so gut wie alle deutschen Medien das genauso sehen und nicht anfingen a la "nur Zehnter? Wieso hat uns keiner lieb?". Wenn man sich mal überlegt, was Lena in der Woche davor so an Medienstress hatte und dass sie im Grunde bei der ganzen Geschichte nichts zu gewinnen hatte, kann man vor ihrer Leistung an diesem Abend nur den Hut ziehen. Lena, danke, danke, danke für zwei absolut fantastische Eurovisionsjahre!!!!!

Dänemark

Wenn man überhaupt irgendwas Positives über diesen Beitrag sagen kann, dann ist es die Tatsache, dass er nach drei Minuten vorbei ist. Selten war ich so dankbar für diese Regel. Auf der Schleimspur, die die Herrschaften da hinterlassen haben, rutscht man ja noch aus, wenn man sich festhält! WI-DER-LICH! Und war der Semiauftritt wenigstens noch einigermaßen in Ordnung, so war der Finalauftritt recht schwach. Der fünfte Platz für dieses unterirdische Geseier ist eine Frechheit. Wo sind die Kerle, damit ich ihnen mal zünftig in die Fresse schlagen kann??? Und wo sind die, die dafür angerufen und dafür Punkte gegeben haben, damit ich mit ihnen das gleiche tun kann?

Estland

Ich kann nach wie vor nicht vestehen, warum das Ding nun einer der ganz großen Fan-Faves gewesen ist. Hier stimmte nichts, vor allem Getters Gesangsleistung war sowohl im Semi als auch im nur dank der offensichtlich tauben Jurys erreichten Finale eine absolute Zumutung. Das Lied ist und bleibt ein müder Abklatsch von "We didn't start the fire", und Getter ist zwar süß, hat aber null Geschmack, was ihre Garderobe angeht. Der vorletzte Platz im Finale für diesen Kindergartenringelpiez war für mich ein Ausbund an Gerechtigkeit, eigentlich hätte es der letzte sein müssen.

Dienstag, 31. Mai 2011

Der ESC 2011 im Nachtritt. Teil 3: Die Verlierer des zweiten Semifinales

Mittlerweile schon einen festen Platz unter den Nichtqualifikanten haben die Niederlande, die es auch heuer mit den drei Jotten (vulgo: 3Js) nicht schafften mit ihrem zwar dudelfunkkompatiblen, aber sterbenslangweilig dargebotenen Beitrag. Besonders peinlich: Bei einer Veranstaltung, die von einem Haarkosmetik-Hersteller finanziell unterstützt wird, mit einer Frisur aufzutauchen, als ließe man sie sich im benachbarten Belgien in der Frittenbude einfetten wie der Sänger der drei Jotte Jan Dulles, sollte allein schon Anlaß genug sein, vor Scham im Boden zu versinken. Doch dafür sorgten dann im Verein Zuschauer und Juries: Letzter Platz für die Fettfrisur.


Auch Nachbar Belgien schlug dieses Jahr wieder gewohnte Pfade ein und qualifizierte sich wie schon 2005 bis 2009 nicht, das aber denkbar knapp mit einem undankbaren elften Platz und nur einem Punkt Rückstand zum zehntplazierten Moldawien. Das war vor allem den Juries geschuldet, die Belgien gerne im Finale gesehen hätten, weniger den Zuschauern, die Belgien aber auch nicht auf dem letzten Platz sahen, was schon mal ein Riesensprung für einen wallonischen Beitrag ist, wenn man die Beiträge von 2007 (14 Punkte, davon 12 aus Georgien) oder 2009 (2 Punkte, alle aus Armenien) zum Vergleich heranzieht. Stimmlich gibt es am Auftritt von Witloof Bay nichts auszusetzen und daß man bei einer Acapellanummer nicht atemraubend umeinanderhüpfen soll, kann und darf, ist auch geschenkt. Aber, liebe Belgier: Die Drei-Minuten-Regel besagt nicht, daß ein Lied drei Minuten lang sein muß, sondern sein darf. Denn leider fing diese Nummer schon nach der Hälfte der Zeit gewaltig zu nerven an.


Wenn ein findiger Kaffeemühlenhersteller oder auch eine Bügelbrettfirma eine passende Musikuntermalung für die mit bzw. an ihren Produkten ausgeführten Tätigkeiten braucht, so sollte das betreffende Unternehmen zum heurigen ESC-Beitrag der Slowakei greifen: Drei Minuten stetig wiederholte Perkussions- und Melodiemotive, deren Umfang im Refrain wirklich nicht mehr als drei Töne überstieg, zu einer Choreographie, die man sich bei den schon für uns äußerst erfolglosen No Angels abgeschaut hat, gesungen von zwei Damen, die schon 2008 für Tschechien im Hintergrundchor mitwirkten und da auch nichts zu reißen wußten. Das Semi-Aus überrascht hier weniger als der Umstand, daß die Juries diese gesungenen Baldriantropfen gerne im Finale gesehen hätten.


Mittlerweile schon tragisch zu nennen ist das Schicksal Zyperns beim eurovisionären Liederbewerbe: Jahr um Jahr schickt die geteilte Mittelmeerinsel den besseren griechischen Beitrag und darf doch damit nicht ins Finale, derweil die Festlandgriechen selbst mit unerträglichem Gejaule und Gewinsel aus den oberen Zehn gar nicht mehr wegzukriegen sind. Was also lief falsch bei Christos Mylordos? War es der verstörende Auftritt mit der singenden Hammerwerferin, der die Zuschauer vergrätzte? War es die nicht-anglophone, nicht-dudelfunkkompatible Komposition, die die Juries erschauern ließ? Man weiß es nicht, aber der vorletzte Platz Zyperns ist wieder ein Beispiel dafür, wie man eigentlich alles richtig macht, aber hinterher ein grundfalsches Ergebnis dafür erhält.


Noch ein Dauerabonnent auf einen Platz außerhalb des Finales ist Bulgarien, das eigentlich auch alles richtig gemacht hat, aber dennoch auf keinen grünen Zweig zu kommen imstande ist. Poli Genova sang stimmgewaltig und fehlerfrei einen leidlich eingängigen Rockpopfetzen, verzichtete auf überflüssige Kinkerlitzchen, und doch fehlten am Ende ein halbes Dutzend Punkte für den Finaleinzug.


Seit der Trennung der Semis hat es auch Mazedonien kein einziges Mal mehr geschafft, ins Finale einzuziehen. Der heurige Beitrag von Vlatko Ilievski bildet da keine Ausnahme, wobei er auch mehr Angriffsfläche bot als die vorhergehenden Beiträge mit der markant-rotzigen Stimme des Sängers und der ganz auf Trinklied hinkomponierten Melodie. Es war ein Risikobeitrag, der voll einschlagen oder aber auf ganzer Linie fehlgehen konnte. Letzteres war der Fall.


Endlich wieder ein Beitrag, der sein Ausscheiden voll und ganz verdient hat, nämlich der aus Israel. Dana International ist nicht nur die Siegerin von 1998, auch sonst scheint sie ganz in dieser Zeit stehengeblieben zu sein, sich sogar musikalisch vollkommen zurückentwickelt zu haben. Ein Lied, wie es schon vor 15 Jahren belächelt worden wäre, dargeboten von einer hüftsteifen Schminkpuppe in einem greulichen Fummel im Flechtkörbchendesign von einem sogenannten Spitzencouturier (was Frauen dazu bewegt, so viel Geld auszugeben, nur um rundum scheiße auszusehen, ist wohl etwas, was man als modisch gänzlich unbewegter Mann nie wird verstehen können). Immerhin sang Dana nicht so schief, wie man es sonst von ihr gewohnt ist, und auch das Laufen scheint sie im Laufe des vergangenen Jahrzehnts gelernt zu haben; jedenfalls gelang ihr der Gang zur Satellitenbühne und retour ohne Zwischen- oder gar Hinfälle. Jedenfalls konnten wir auch hier einmal mehr einen Sieger sehen, der sich selbst demontierte und sich damit nahtlos in eine Reihe mit Charlotte Botoxxon oder Niamh „Guinness“ Kavanagh stellen kann.


Ganz verzweifelt scheint man mittlerweile in Weißrußland zu sein: Nachdem die albernen Butterfliegen nur ins Finale kamen, um vom Vereinigten Königreiche vor dem letzten Platz gerettet zu werden, wollte uns Anastasia Vinnikova von der Schönheit ihres Landes kundtun, der Sage nach mit dem Segen des letzten verbliebenen Tyrannosaurus Europas. Aber schon von Anfang an lief alles schief: Der ursprünglich vorgesehene Beitrag „Born in B(y)elarussia“ wurde schon Monate vor dem Stichtag öffentlich dargeboten, und nachdem der Komponist einsehen mußte, daß es nicht genügt, in diesem Falle einfach den Text zu ändern („I Am Belarussian“), wurde halt flugs am Rechner etwas Neues komponiert, und heraus kam „I Love Belarus“. Die Zuschauer konnten mit diesem masochistischen Liebesbeweis offenbar mehr anfangen als die Juries, die letztlich dafür sorgten, daß an Anastasias Stelle Estland ins Finale einziehen durfte. So läuft es eben, wenn die ekelerregende Demokratie von der Oligarchie übertrumpft wird…


Wäre es nach die Juries gegangen, Lettland hätte heuer seinen dritten letzten Platz im Semi hintereinander kassiert, und wer diesen rundum mißlungenen Auftritt der lettischen Ausgabe von Dick & Doof gesehen hat, weiß auch, warum: Tönetreffen scheint für Musiqq ein Glücksspiel zu sein, und aus lauter Verzweiflung heraus verfielen sie dann auf dieselbe schlechte Idee wie schon zwei Tage zuvor Magdalena Tul aus Polen: Einfach mal ein paar falsche, aber laute Töne hinausquaken, damit keiner merkt, daß man sich von der Melodie schon längst verabschiedet hat. Wie sagt das Sprichwort: Si tacuisses, musicus mansisses.


Donnerstag, 5. Mai 2011

Zypern - Christos Mylordos - San Angelos S'agapisa

Wenn man so will hat Zypern die diesjährige Song Contest-Saison eröffnet.
Es wurde im September zwar noch kein Lied ausgewählt, wohl aber ein(e) SängerIn gesucht und schließlich Christos gefunden.
Die Show war gesangstechnisch ein einziges Fiasko und gerade Christos dermaßen schlecht, nie hätte ich auch nur einen Cent auf ihn gesetzt.

Heute sehe ich das anders. Schon bei der Videopräsentation hatte ich ein gutes Gefühl. San Angelos S'agapisa ist ein hervorragendes Stück Musik an das man sich (hoffentlich) auch noch in Jahren erinnern wird, sehr atmosphärisch und abwechslungsreich.

Nun kann man ja auch die Proben in Düsseldorf zur Bewertung heranziehen (ich weiß, dass ist unfair gegenüber den früher bepunkteten Liedern, aber der Schein trügt) und bin mit der stimmlichen Leistung Christos' sehr zufrieden. Alles klingt harmonisch. Und endlich benützt ein Land die Satellitenbühne! Die 'jodelnde Hammerwerferin' ist unglaublich, genau so etwas braucht der ESC (sie fließt aber nicht in Bewertung des Liedes ein, sonst gäbe es einen Zusatzpunkt).

Sonntag, 20. März 2011

2011 im Test - Teil 5

8 Schweden - Eric Saade - Popular

Auch Schweden ist nach einer vierjährigen Durststrecke auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Der Junge ist lecker, der Song modern und kickt ohne Ende. Mein Fall ist beides trotzdem nicht zu 110%, sondern nur zu, sagen wir, 70%, aber ich kann verstehen, dass sich alle überschlagen, und es wird abräumen ohne Ende, auch wenn in Düsseldorf keine Scheiben zu Bruch gehen sollten - die Nummer ist auch so stark genug.
Chancen aufs Finale: Wird wahrscheinlich dieses Semi gewinnen.
Stockholm 2012: Spielt ganz oben mit, ja.
7/10


9 Zypern - Christos Mylordos - San aggelos s'agapisa

Alle bisherigen Balladen mit Ausnahme von Finnland haben mich ja nach Kräften gelangweilt bzw. gar abgeschreckt, aber das hier ist ganz anders. VOm Aufbau her erinnert es etwas an Slowenien 2005, ist aber noch ein wenig mehr gegen den Strich gebürstet, somit alles andere als langweilig und wird hoffentlich auch belohnt werden! Leider weiß ich nicht, ob Mylord Christos auch live singen kann. Aber das werden wir ja dann sehen.
Chancen aufs Finale: Wird knapp, aber ich hoffe, er schafft es.
Nikosia 2012: Nein
8/10


10 Bulgarien - Poli Genova - Na inat

Mit der Choreographie am Anfang ist doch die tolle Michelle Courtens auch schon gescheitert. Das ist wieder mal soooo typisch für Bulgarien (sollte sich mal umtaufen in Buh-garien): Gekreische und Gejaule, ein nicht so besonderer Song gesungen von ner Frau mit scheußlicher Frisur und ebensolchem Make-Up, der auf der Eurovisionsbühne dann endgültig beerdigt wird. Also alles wie immer. Herrje, was SCHREIT denn die Frau da so? Soll das so?
Chancen aufs Finale: Null
SOfia 2012: Sofia ist in Deutschland immer noch ein beliebter VOrname, allerdings nur mit "ph" geschrieben.
1/10


11 Mazedonien - Vlatko Ilievski - Rusinka

Musika! Musika! Musika! Ja, ist das denn zu fassen? Ein lustiger, guter Song aus Mazedonien? Das ist wunderbar charmant-schräg, sicherlich nicht jedermanns Sache, vor allem nicht, wenn man nüchtern ist, aber es macht wirklich riesig Spaß! Und da der ESC nun mal eine Unterhaltungssendung ist, möchte ich dort auch gefälligst unterhalten werden!
Chancen aufs Finale: Hmmmmmm...es müsste eigentlich langen.
Skopje 2012: Nein.
9/10


12 Israel - Dana International - Ding Dong

Hm, wie nähert man sich denn DIESEM Beitrag? Sagen wir mal so: Es gibt verschiedene Arten von Mut. Manche stürzen sich mit nem Seil von ner Brücke oder machen Wildwasserschwimmen. Andere retten Leute aus brennenden Häusern. Wieder andere trauen sich Dinge zu sagen, die sich sonst keiner zu sagen traut. Aber es ist schon eine spezielle Art von Mut, als Siegerin nicht nur irgendeines, sondern eines historisch besonders bedeutsamen Eurovision Song Contests mit einem dermaßen beliebigen Liedchen zur Titelverteidigung (hahaha, as if!) anzutreten. Man könnte auch sagen: Mut ist nur dann gut, wenn die Klugheit mit am Steuer sitzt.
Chancen aufs Finale: Tja, liebe Dana-Fans, Ihr müsst jetzt sehr stark sein: Es wird ENG für Eure Liebste! Sehr sehr SEHR eng!
Jerusalem 2012: Noch stärker sein! Das wird nix!
4/10


13 Slowenien - Maja Keuc - No One

Das ist mal wieder slowenische Düsternis pur, aber die ganz dunkelschwarze Sorte. Und keine wirklich schöne Sorte. Die Dame is pleasing on the eye, aber ihre Klamotten nicht so wirklcih. Dazu führen zwei Tänzer eine Tanzroutine auf, die eigentlich zu einem ganz anderen Stück gehört. Das Lied hat interessante Passagen, ist mir persönlich aber alles in allem zu anstrengend. Und Mädle, ist ja schön, dass man deine Stelzen sieht, wenn die Windmaschine angeht, aber zieh dir in Düsseldorf um Gottes Willen einen Schlüpper an! Und nicht nachlassen, am Schluss ging nämlich auch die Tontreffquote dramatisch nach unten..... Ts...
Chancen aufs Finale: Damit? Nie im Leben.
Ljubljana 2012: Schon wieder nicht.
3/10


14 Rumänien - Hotel FM - Change

Wieder so eine Seltsamkeit, aber keine, die ich jetzt grottenübel finde. Das liegt vor allem am Klavierpart. Beim Rest frage ich mich, wann das denn wohl mal modern war? Das Outfit des Sängers mit Fliege und Hosenträgern tut ein übriges, mich zu verwirren, wie übrigens auch die beiden Backgroundhanseln mit den Trompeten. Und ich überlege immer noch, wo außer bei der Eurovision man diese Art Musik denn wohl sonst noch hört. Mir fällts aber nicht ein. Zweckdienliche Hinweise bitte an mich.
Chancen fürs Finale: Puh... schwierig zu sagen. Die Rumänen hat es bisher noch nie geschrägt, aber es gibt keinen zwingenden Grund, für die Nummer anzurufen. Es gibt aber auch keinen dagegen.
Bukarest 2012: Nein.
6/10

Freitag, 5. November 2010

ESC-Nachlese, siebte Runde

Schaun wir nun auch noch aufs Finale:

01. Aserbaidschan
Ich schreib das ja weiß Gott nicht gerne, aber das war tatsächlich der stärkste Opener seit "Neka mi ne svane". Ja, Safura bleibt unsympathisch, das ist alles sehr gewollt, aber das Lied bleibt auch gut, und ihre Performance war weitaus besser als im Semi. Diesmal nahm man ihr ihren Herzschmerz tatsächlich ab, auch konnte man endlich mal die Leuchten im Kleid richtig gut sehen. Wie heißt es so schön: Leider gut. Daran änderte auch das Gestaksrenne (wie bitte soll man das sonst bezeichnen) über den kleinen Catwalk nix. Ich würde ja jetzt gerne noch eine Runde Hasstiraden gegen Aserbaidschan im allgemeinen und Frollein Alizade im besonderen schreiben, aber was Recht ist, muss Recht bleiben: Es gab in diesem Jahr Beiträge in der Top 5, die dort weniger zu suchen hatten als die Azeris (allerdings gabs auch welche, die dort DEUTLICH mehr zu suchen hatten!!!). Trotzdem bin ich natürlich gottfroh, dass sie nicht gewonnen haben.

02. Spanien
Wenn mir dieses ARSCHLOCH (pardon my french) Jimmy Jump mal irgendwann über den Weg laufen sollte, dann werde ich ihm wohl jedes Haar einzeln ausreißen. Schön langsam und genüsslich. Bis zu dem Zeitpunkt, wo der auf die Bühne kam, war das ein nahezu perfekter Auftritt (ok, bis auf den ersten Ton), Daniel strahlte und wirkte so, als hätte er noch nie in seinem Leben so viel Spaß gehabt. Und ehrlich: Wenn man seinen Blick gesehen hat, als Jump da plötzlich mittanzte, kann man nur in tiefer Bewunderung den Hut dafür ziehen, dass er seinen Auftritt so zuende gebracht hat, aber das Strahlen in den Augen war weg, und den letzten Ton hat er leider auch versemmelt. Unendlich schade um meinen Lieblingsbeitrag dieses Jahr, von dem ich im Vorfeld sagte, dass ich ihn gerne zweimal hören wollte - aber doch nicht so!!! Zumal auch hier wieder galt: You never get a second chance to make a first impression. Daniel war beim zweiten Mal deutlich nervöser als beim ersten Mal, und im zweiten Refrain blickte er auch mal kurz nach rechts, als ob er sichergehen wollte, dass da auch wirklich niemand mehr auf die Bühne kommt.

03. Norwegen
Oh mein Gott, was ein Kitschfest. Vorhänge, runde Lämpchen und dann dieser Song. Ich kann ja grundsätzlich mit norwegischen Heimbeiträgen nix anfangen, das galt für Ketil den schrecklichen genauso wie für Bettan und jetzt Didrik. Im Vorfeld sah ich den als Siegesaspiranten, aber der Auftritt war leider (oder in diesem Falle: Glücklicherweise) suboptimal. Das Publikum sah das wohl übrigens auch so, ich hab schon Hallen bei Heimbeiträgen deutlich mehr austicken hören (Finnland! Griechenland! Lettland! Estland! Türkei!). Und man sage mir jetzt nicht, dass das was mit unterschiedlichem Temperament zu tun hat, der Applaus war vorher für meinen Geschmack lauter als hinterher. Man merkte dem Guten den Druck doch deutlich an, man denke da nur an die schauerliche letzte Note. Immerhin: Es war was fürs Auge, und das ist ja mehr, als man von anderen Beiträgen sagen kann.

04. Moldawien
Das unterschied sich jetzt nicht großartig vom Semi, Liedle soweit ok, stimmlich nicht ganz so präsent und auch mit ein paar schiefen Tönen, die Optik nach wie vor zum Weglaufen. Wo zum Henker bekommt man türkisfarbene Glitzerstrapse??? Tja, wie man sieht, sind dafür schwache Semis da: Damit die, die noch gerade so durchkommen, die hinteren Ränge auffüllen. Hat ja auch geklappt.

05. Zypern
Tja, wie mach ich mir von Anfang an alle Chancen zunichte? Ich schreib mir "I HERZ YOU MUM" auf den Schmerbauch und lupfe vorm Auftritt nochmal schnell mein Oberteil. Falls irgendeine Dame noch dachte "hach, jetzt kommt ja der Schnuckel aus dem zweiten Semi", bekam sie so signalisiert "Alles Schlampen außer Mutti". Eine Schlampe möchte nun aber niemand sein, deshalb riefen die Damen geschlossen für andere Beiträge an. Fairerweise muss man sagen, dass beim Finalauftritt im Gegensatz zum Semi absolut nichts rüberkam. Jon hätte so entspannt sein können, aber irgendwie wollte er wohl zuviel. Sowas geht nie gut.

06. Bosnien und Herzegowina
Auch hier kaum ein Unterschied zum Semi, Vukasin holte wieder alles raus was ging und schien sich mit der Kamera in einer Art dreiminütiger Kopulation zu befinden. Es war natürlich von Anfang an klar, dass mit diesem Beitrag kein Blumentopf zu holen war, aber dafür haben sie sich ja nun wirklich wacker geschlagen. Was so ein telegener Sänger und ein neues Arrangement doch alles ausmachen können...

Montag, 18. Oktober 2010

ESC-2010-Nachlese, sechste Runde

12. Irland
Ich hatte Niamh ja einen Durchmarsch ins Finale mit dieser Startposition prophezeiht, und es sagt einiges über die Leistung der Slowenen und über ihre eigene aus, dass dem dann doch nicht so war. Ich vermute aber auch, dass sich kein Kommentator den Hinweis verkniffen hat, dass sie die Chose ja schon mal gewonnen hat, so dass die Erwartungen an ihre stimmliche Leistung beim Televoter wohl höher war als für andere Teilnehmer. Die wohl schönste Stimme im zweiten Semi konnte diese Erwartungen aber leider nicht erfüllen, nach der Modulation hat sie einige Male danebengelegen, und auch der abgewürgte letzte Ton half dem ganzen NICHT. Jetzt muss man den Jurys grad nochmal dankbar sein (ich mag dieses Lied sehr), ts....

13. Bulgarien
Ach wie hübsch, asynchrone Tänzer (die dazu noch in irgendwas gebadet haben, was ich lieber gar nicht kennen will und was mein ästhetisches Empfinden hochgradig beleidigt), das hatten wir auch noch nicht so oft. Normalerweise sinds ja eher asynchrone Töne. Aber das war hier nicht der Fall, das beste an diesem Auftritt war eindeutig Miro selber. Aber warum zur Hölle hat er das meiste auf englisch gesungen? Auf bulgarisch kam das deutlich besser. Optisch wars katastrophal, da war dann leider nix zu holen. Typisch bulgarisch halt.

14. Zypern
Oooooh was war der schnuggelich! Nun ja, nachdem Harel ja dermaßen danebengehauen hat, war der Platz des "Schnuckels des Abends" wieder frei, und Jon machte das gut. Er plierte ansprechend in die Kamera, und, obwohl nicht gerade mit großer Stimmgewalt (und obendrein mit einem hässlichen Chor) gesegnet, sang er sehr ordentlich, was deutlich mehr ist, als man von einigen seiner Mitbewerber sagen kann. Der Finaleinzug war dennoch etwas glücklich.

15. Kroatien
Das war im Vorfeld einer meiner Top-Favoriten auf den Gesamtsieg, und dann kommen die noch nicht mal ins Finale? Ja, ich gebe zu, stimmlich war es teilweise etwas wackelig (das wars aber bei anderen Finalisten auch, und nicht zu knapp!), auch Choreographie und Outfits waren sicherlich nicht in jeder Hinsicht optimal. Wenn man so viel Bein zeigt, dann muss man Stilettos tragen und nicht barfuß gehen (allerdings waren die Ohrringe von allen dreien GEIL, die möchte ich!). Aber der Song! Der Song war doch so stark, dass das eigentlich trotzdem dicke hätte reichen müssen! Möglicherweise ist das aber auch schon direkt beim Einspieler danebengegangen. Zwei Femminems im Hintergrund winken und lachen, die dritte macht mit der Hand ein Herz, schaut dabei aber zum Weglaufen. Vielleicht haben da die Televoter schon beschlossen, dass sie dafür nicht anrufen. Schande über Euch, Televoter. Und Schande über Euch, Jurys!

16. Georgien
Die hatte ich ja im Vorfeld nu gar nicht auf der Rechnung, aber wer bei SO einer Choreographie absolut makellos singt, der hat der Finaleinzug mehr als nur verdient, sei die Dame noch so unsympathisch und die Tänzer noch so sehr augen-bemake-upt, das war schätzungsweise mehr als bei Glam und Martin Stenmarck zusammen. Ich wäre nicht allzu überrascht gewesen, wenn sie das Semi gewonnen hätte. Hat sie bei den Jurys ja auch.

17. Türkei
Wenn es einen Beitrag gibt, der bei mir in der Zeit bis zum ESC kontinuierlich gestiegen ist, dann ist es der türkische. Und auch wenn die Performance nicht unbedingt mein Fall und das ganze sicherlich nix für Epileptiker ist: Der Song ist einfach großartig und mit Sicherheit das modernste, was dieser Abend zu bieten hatte. Von daher kann ich mit dem Sieg der Türken in diesem Semi bestens leben!

Donnerstag, 17. Juni 2010

Der ESC 2010 im Nachtritt. Der Tragödie letzter Teil

Vereinigtes Königreich: Eines muß man den Briten lassen: Sie haben eine gewisse Konstanz, was ihre Plazierungen angeht. War es vor ein paar Jahr(zehnt)en noch der zweite Platz, den sie abonniert hatten, ist es heute der letzte. Schon der dritte innerhalb von acht Jahren, Respekt! Da werden selbst die Tschechen und Litauer neidisch. Aber sympathisch, daß Josh trotz alledem nicht bereut, am ESC teilgenommen zu haben. Erwarten wir also mit Spannung, welche großartigen Komponisten aus den Achtzigern oder gar Siebzigern (sowohl Jahrzehnt als auch Lebensalter) die BBC fürs kommende Jahr ausgräbt!

Weißrußland: Wenn der Casu marzu kein traditionelles sardisches Lebensvergiftungsmittel wäre, sondern ein „Lied“ – er hätte im heurigen weißrussischen Beitrage seine Verkörperung oder vielmehr Verklanglichung gefunden. Dieses zu allem Übel auch noch zu Beginn haarsträubend schief gesungene Etwas hatte im Finale weißgott nichts verloren, was die meisten Länder auch so sahen – man fragt sich, was die Georgier geritten hat, ausgerechnet diesem Rotz auch noch die zwölf Punkte in den Hintern zu schieben. Und nichts genützt hat es, daß der Komponist aus Rußland war (null Punkte von dort) und man auch noch einen Pianisten aus Schweden auf die Bühne zerrte (null Punkte von dort – paßte ja auch bestens zu einem Song, der zum Großteil aus gestrichener Instrumentierung bestand). Den „Höhepunkt“ dieses Auftrittes, nämlich wenn die Schmetterlingsflügel der Damen hochklappen – aber nicht etwa sanft und anmutig, sondern einfach flapp! klapp! –, werden wir wohl fortan in jeder ESC-Erinnerungssendung uns antun müssen. Hoffentlich hat Belarus damit endlich sein Ziel erreicht und belästigt uns fortan nicht mehr mit seiner Anwesenheit beim ESC – zum Junior-ESC in Minsk können sich schließlich auch nur noch eine Handvoll Teilnehmer aufraffen…

Zypern: Nun hat es also die kleine Schwester Griechenlands mal endlich ins Finale geschafft, mit einem Lied, dessen Hauptattribut die kleine Schwester von Scheiße ist, aber das ist durchaus eine Leistung, wenn man bedenkt, daß die sicheren zwölf Punkte aus Hellas fehlten und der Titel in Irland gar nicht und im Vereinigten Königreich nur bescheiden punktete. Aber das Wunder von Oslo wandelte sich am Finalabend dann rasch zum Debakel: Nur noch Platz 21, aber natürlich mit zwölf Punkten der Festlandhellenen. Und damit sind die Zyprioten auch ganz gut bedient.

Freitag, 2. April 2010

2. Semifinale, Teil 3

13. Bulgarien - Angel si ti - Miro
Bulgarien, seines Zeichens Eurovisionskatastrophenland Nummer 1, liefert das neue "Angel si ti" (Mazedonien 2004, Gott hab ihn selig, den Tose). Wir sehen: Eine Windmaschine, weißgekleidete Tänzer, die Handstand auf dem Klavier machen, Damen in weißen Kleidern und einen debil grinsenden Grinseheinz mit schwarzer Hose, eng anliegendem Top und Flatterhemd. Das Lied plätschert so dahin und macht umz umz umz, immerhin singt er Bulgarisch, damit hatten die Bulgaren ja schon mal Glück. Außerdem trifft er die Töne. Sollte etwa Bulgarien zum zweiten Mal ins Finale kommen?
Chancen aufs Finale: Ja!
Sofia 2011: Nicht gleich übertreiben!
5/10


14. Zypern - Life looks better in spring - Jon Lilygreen & The Islanders
Der ist ja süß! Dem würd ich sofort einen Kakao kochen. Könnte wahrscheinlich mein Sohn sein, ach, man wird alt. Soweit ich weiß, ist der Herr aus Irland, aber so wie es sich anhört, nicht nur er, sondern der ganze Act - mittels Zeitmaschine frisch aus den 80ern eingeflogen. Der Anfang ist vielversprechend, aber leider lässt das Liedle sehr schnell sehr stark nach. Und was um Himmels Willen hat er da mit seiner Katarre gemacht? Das Liedle ist ja ganz schön, aber irgendwie schon langelangeLANGE nicht mehr modern. Gut, beim ESC erwartet das natürlich auch keiner, aber ein bisschen Mühe könnt man sich ja schon mal geben... Am Schluss sieht er ja ziemlich fertig aus, so als könne er sich kaum noch auf den Beinen halten - warum eigentlich???
Chancen aufs Finale: Ohne Schützenhilfe aus Grieß wirds auch dieses Jahr wieder nix.
Nikosia 2011: Ochi.
6/10


15. Kroatien - Lako je sve - Feminnem
Die drei singenden Damenbinden sind uns ja noch vom ESC 2005 bekannt, wo sie einen besinnungslos dämlichen... äh.... Schwedenschlager "sangen", aber das hat beim besten Willen nichts mehr mit dem zu tun, was sie hier machen. Denn hier ist sie, die große Balkanballade! An den Drums muss noch etwas gearbeitet werden, das ist nicht so meins, ansonsten der eindeutig beste Beitrag in diesem Semi!
Chancen aufs Finale: Ist der Papst katholisch?
Zagreb 2011: Wird sich mit um den Sieg prügeln!
9/10


16. Georgien - Shine - Sofie
Shiiiiine, people let your light shine, let the darkness fade away... so geht das Liedle leider nicht. Die gute Sofia trägt die Standardfrisur der Damen dieses Jahr: Haare seitengescheitelt, auf der Scheitelseite nach hinten, auf der anderen Seite nach vorne über die Schulter fallend. Das ganze wirkt leider unglaublich angestrengt und als ob sie gegen irgendwen kämpfen müsste. Mit scheinen und strahlen hat das eher wenig zu tun. Nun gut, sie ist ne hübsche, aber das sind andere auch. Och komm, Mädel, nu hör ma auf zu quaken. Danke.
Chancen aufs Finale: Wackelig.
Tblissi 2011: Nein!
3/10


17. Türkei - We could be the same - maNga
Die Türkei dieses Jahr mit Düsterrock und leichtem Ethnoflavor, das ganze sperrig bis zum Gehtnichtmehr. Und der Text trieft nur so vor Klischees. Bäh, ganz übel. Allerdings hat die Türkei mit einem englischsprachigen Beitrag noch nie schlechter als Platz 4 abgeschnitten...
Chancen aufs Finale: Türkei? Latürnich!
Ankara 2011: Wie gesagt: Mit englisch noch nie schlechter als Platz 4.....
2/10

Freitag, 26. Februar 2010

Zypern: Jon Lilygreen & The Islanders – Life Looks Better in Spring


Zypern, diese asiatische Mittelmeerinsel, die es zur Hälfte in die EU geschafft hat, schafft leider beim eurovisionären Wettstreite keinerlei nennenswerte Erfolge: Platz fünf war bislang das höchste der Gefühle für die Billigausgabe Griechenlands (wenn es noch billiger überhaupt geht). Seit 2006 darbt das Land mit der geteilten Hauptstadt im Semifinale vor sich hin, obgleich die Beiträge gar nicht mal so uninteressant waren: eine dickbusige Jodelschnepfe aus den USA auf Heimaturlaub, eine zweifache Ex-Teilnehmerin, die mal eben ihr bisheriges Ergebnis versauen wollte; eine verruchte Bardame, die ausnahmsweise mal in Landessprache sang sowie ein zittriger, kieksender Backfisch, der seine Punkte wohl eher aufgrund seiner Niedlichkeit heischte denn durch seine nicht vorhandenen Sangeskünste.
Aufgrund der mageren Ergebnisse verwundert es nicht, daß das Niveau der heurigen Vorentscheidung einmal mehr allenfalls unterdurchschnittlich war, entsprechend geriet der Sieger: Jon Lilygreen & The Islanders singen passend zur Jahreszeit, in der das Eurovisionsspektakel stattfindet „Life Looks Better in Spring“ (Das Leben sieht im Frühjahr besser aus). Wie der Name vermuten läßt, stammt der Herr Liliengrün nicht aus Zypern, sondern von einer anderen Insel, genauer gesagt der größeren der beiden britischen, noch genauer: aus Wales.
Und so wie sein Name klingt auch das ganze Lied nach allem Möglichen, nur nicht nach Zypern. Eigentlich eher nach Irland in den frühen Neunzigern. Nun gut, das war damals eine gute Zeit – zumindest für Irland –, aber die ist lange verronnen, und Irland fährt mittlerweile Ergebnisse ein, daß selbst die Finnen neidisch werden könnten.
Dargeboten wird das Lied eigentlich recht solide, soll heißen: sterbenslangweilig. Jon steht da mit Klampfe am Mikroständer, schrammelt und betet seinen Song artig herunter, aber auf irgendeine Weise mitreißend wirkt es nicht. Und somit wage ich einmal die Prognose, daß für Zypern einmal mehr der Frühling mit dem Semifinale endet.



Donnerstag, 25. Februar 2010

CY - Jon Lilygreen & The Islanders - Life Looks Better In Spring

Zur Auswahl in Zypern braucht man nicht groß Worte zu verlieren. Wie üblich war der Vorentscheid schwach besetzt, kein Wunder bei dem biederen Ambiente. Und wer traut sich nach Frl. Metaxas überhaupt noch auf die Bühne?

Mit Jon Lilygreen & The Islanders wird der wählbarste Kandidat nach Oslo entsandt, das Lied hat sogar Charme und steigt von Anhören zu Anhören. Ich halte, einen soliden Auftritt ohne gröbere Patzer vorausgesetzt, ein Erreichen des ESC-Finales für denkbar.

Unter den neun Konkurrenten um das Ticket war Andreas Economides eindeutig der stärkste Gegner, auch er hätte sein Land würdig vertreten. Gesanglich 'in Ordnung' erachtete ich noch Nicole Paparistodemou, die leider unbedingt mit einer Whitney-Houston-Mariah-Carey-Gedächtnisballade antreten musste und sich damit selbst den Weg nach Oslo verbaute.

Als einen - für Zypern - nicht ganz uninteressanten Novelty-Act könnte man noch Constantinos Kontozis & Soul Throw durchgehen lassen, er brachte etwas Stimmung in den verschnarchten Abend, ohne aber qualitiv dem späteren Sieger das Wasser reichen zu können.