Gott, wieso ist denn schon wieder so viel Zeit vergangen? Irgendwie vergeht die Zeit schneller als ich schreiben kann. Anyway, jetzt kommen wir zu was Erfreulicherem. Die drei, die da ins Superfinale gekommen sind, sind dort allesamt absolut zu Recht gelandet, und ganz ehrlich: Dafür hätten wir vermutlich keine Jury gebraucht. Falls die Jurypunkte irgendwann mal öffentlich gemacht werden sollten, wovon ich allerdings nicht ausgehe, würde ich jede Wette eingehen, dass zwischen den Plätzen 3 und 4 eine gewaltige Lücke klafft. Dennoch, die breite Kritik am Verfahren kann ich so nicht teilen, aber dazu später mehr.
7. wavvyboi - Black Glitter
Ein "Oooooh" an alle, die traurig sind, weil sie jetzt alle blöden "Black Smoke meets Blood and Glitter"-Witze nicht machen können. Und ja, ich hätte den natürlich auch gemacht. Blöde Witze hin oder her, das hier war unser absoluter Top-Favorit, das hat alle Boxen getickt, das war einfach toll, geil, super. Wir hätten es soooo gerne gesehen, dass wavvyboi nach Wien fährt. Hat nicht sollen sein. Dem Kind ging es danach wie meiner Wenigkeit vor zwei Jahren. Zugegeben, wavvyboi hat noch stärkere Songs im Repertoire, und nicht jeder Ton saß perfekt (bei beiden Auftritten nicht, aber: Das war hier total egal. wavvyboi ist eine Rampensau vor dem Herrn, hat sich völlig verausgabt und das Publikum im Adlershof und vermutlich auch vor den Bildschirmen mitgerissen. Sieger der Herzen nennt man das wohl. Bitte komm gerne noch mal wieder! Gern auch für Liechtenstein!
9. Molly Sue - Optimist (Ha ha ha)
Da war aber jemand am Anfang ganz schön aufgeregt, aber sie hat sich schnell gefangen und die Aufregung sehr gut überspielt. Erst ganz am Schluss kam das wieder durch. Dazwischen: Ein toller Song, fast während der gesamten Zeit großartig gesungen. In den Strophen klang sie allerdings stellenweise wie Ann-Sophie. Die Tänzerin hätte ich persönlich gar nicht gebraucht, Molly Sue hätte das auch ohne super auf die Bühne gebracht. Von allen Songs hätte ich diesem im Vorfeld für Wien die besten Chancen ausgerechnet, allerdings dürfte so viel Aufregung im Mai nicht passieren. Und natürlich: Erst Mikro aus, dann weinen, nicht umgekehrt. Egal, das hätte man bis Mai vermutlich noch in den Griff bekommen. Liebe Molly Sue, Du darfst gern noch mal wiederkommen!
8. Sarah Engels - Fire
Nun wirds also die Engels, und das durchaus mit einer gewissen Berechtigung. Sie sieht klasse aus, kann singen, kann sich bewegen, ist eine Rampensau und weiß, wie sie mit der Kamera spielen muss. So weit, so gut. Auf der Sollseite hat das an einigen Stellen noch geknirscht. So war zum Beispiel die Bein-/Fußbekleidung aller Beteiligten äußerst unglücklich gewählt, das wirkte doch sehr plump. Unglücklich auch das Outfit der Tänzerinnen, besonders im Schambereich sah das aus, als hätte man Tante Erna das Miederhöschen weggenommen. Wenn schon sexy, dann richtig. Das da war noch gewollt und nicht gekonnt. Ebenfalls sehr halbherzig: Der Dancebreak, wenn man ihn denn so nennen will. Das haben wir so schon hundertmal gesehen, und besser. Auch hier gilt: Wenn man sowas macht, dann richtig. Hier ist noch Arbeit nötig. Die gesamte Inszenierung sollte bis Mai aufgepimpt werden. Am Song kannste halt leider nix machen. Das sind die schlechten Nachrichten. Die gute Nachricht: Sarah will das unbedingt, sie brennt für den ESC, und: Sie scheint alles andere als beratungsresistent. Das hatten wir in früheren Jahren schon anders. Falls Du das lesen solltest, liebe Sarah: Noch ist Dein Beitrag Work in Progress. Mach was draus! Viel Glück!
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