Belgien: Essyla - Dancing on the Ice
Och nööö. Außer dem mehrstimmigen Gesang spricht mich absolut nichts an, und den müssen sie auch erst mal ordentlich hinkriegen. Ziemlich monoton, das alles. Und auch irgendwie schon mal dagewesen. Die Kinder finden es besser als vieles andere. Ich nicht. Schnallt der Guten ein paar Schlittschuhe an und lasst sie wirklich auf einer Eisfläche tanzen. Ansonsten sehe ich hier ziemlich schwarz, zumal Belgien ja so eine Art Patent darauf hat, auch aussichtsreiche Beiträge sang- und klanglos zu versenken. Das hier ist allerdings nicht mal aussichtsreich.
Finale: Mustii hats nicht geschafft, Red Sebastian hats nicht geschafft - merkt Ihr selber, oder?
Brüssel 2027? Ha ha ha.
5/10 (Kinder 5 und 5,5)
Estland: Vanilla Ninja - Too Epic to Be True
Gott, was hab ich "Cool Vibes" geliebt. In so einem saustarken Jahrgang wie 2005 Achte werden muss man auch erstmal schaffen. 2026 macht bis dato jetzt nicht den Anschein, ein saustarker oder auch nur ein einigermaßen starker Jahrgang zu sein. Geht da was für die Esten? Die gute Nachricht: Lenna Kurmaa (auch sie gestiefelt) kann es noch immer. Die schlechte: Die anderen beiden können es leider gar nicht. Was soll eigentlich dieses seltsame Nippelpiercing-Oberteil bei der Gitarristin? Ist das jetzt cool? Ich werde echt alt. Davon ab gefällt mir der Song in melodischer Hinsicht ganz gut, aber es ist die Art von Gefallen, die ich auch bei "Intention" hatte. Mit anderen Worten: Das wird vermutlich eher nix. Die Kinder finden es sowieso meh ("Epic ist daran gar nichts"). Ich will "Cool Vibes" wiederhaben.
Finale? Das wird verdammt eng.
Tallinn 2027? Nein.
7/10 (Kinder: 3,5 und 4)
Israel: Noam Bettan - Michelle
Das Intro zeigt uns direkt, woher dieser Beitrag kommt. Noam fischt gesanglich so ein bisschen im Mon-Amour-Pool, ohne jedoch ranzukommen. Rankommen tut er auch nicht an die Beiträge der letzten beiden Jahre, wiewohl es aber klug ist, in diesem Jahr die Politik auch in Anspielungen völlig außen vor zu lassen. Stattdessen schmachtet er seine angebetete Michelle (ma belle) an und leidet ganz ordentlich dabei. Tanja Hewer gefällt das. Man kann es sich gut anhören, mehr aber auch nicht.
Finale? Dürfte sich wohl ausgehen, wie unsere österreichischen Freunde sagen würden.
Woauchimmer 2027? Nein. Und besser ist das.
6/10 (Kinder: 6 und 5)
Litauen: Lion Ceccah - Sólo quiero más
Die Litauer haben ja ziemlich lange gebraucht, bis sie in eurovisionärer Hinsicht so wirklich aus dem Quark gekommen sind, aber seit 2020 liefern sie zuverlässig Qualität. Dieses Jahr ist da keine Ausnahme. Der Song ist wirklich gut, und Leon singt um sein Leben. Allerdings gibt es ein großes Aber, nämlich die Silberbronze an Kopf und Händen. K1 fühlt sich an einen Glitzer-Voldemort erinnert. Ich weiß nicht, warum man denkt, dass das den Beitrag aufwertet. Andererseits: Lucio Corsi ist ja letztes Jahr mit Mehlschwitze im Gesicht auch Fünfter geworden. Auch hier gibt es wieder spitze breite Schultern, warum auch immer. Was wirklich gut kommt ist der Effekt mit dem zusammenfallenden Umhang. Aber die Mätzchen braucht es eigentlich nicht, der Beitrag ist auch so stark genug.
Finale? Wird knapp, aber wird reichen.
Vilnius 2027? Ich denke, dafür reicht es nicht.
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