Montag, 9. Mai 2016

Tschechien - Zypern - Österreich

Tschechien
Gabriela Gunčíková
I Stand

Tschechien wünsche ich schon aus Prinzip den Finaleinzug. Es hatte schon weit bessere Lieder als das heurige und schaffte es nicht, aber endlich sind selbst die Wettquoten "in their favour".

Gabriela hat eine famose Livestimme, da sitzt jeder Ton. Sie wird das videotechnisch gut produzierte Lied würdig auf die Bühne zaubern, bitte nur keine übertriebene Verkleidung.
Möglicherweise könnte es knapp werden, denn das Gejaule ist über drei Minuten recht nervig und in den höheren Tonlagen wird ordentlich geschrien.
Kompositorisch kein großer Wurf, aber da der Jahrgang nicht so stark ist sollte es genügen.

6/10

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Zypern
Minus One
Alter Ego

Neue Klänge von der Mittelmeerinsel. Rockt schön.
Es wundert mich nicht, dass Frau Fabian hin- und hergerissen ist ;-)

Live einmal gut (Amsterdam), dann wieder nicht so (Moskau). 
Die Band ist wohl sehr von der Tagesform abhängig.
Die Bühnenshow ist glasklar vorgegeben, alles andere als eine typische Rockband-Performance würde wohl alle erstaunen.

Auch hier gilt (wie für so viele Lieder des Jahrganges 2016): man hat schon stärkere (Rock)Nummern beim ESC gehört, der Refrain ist nicht gerade der Knaller, aber zumindest kann man ihn problemlos mitsingen, vielleicht hilft's.

Ich rechne mit einem knappen Aussscheiden am kommenden Dienstag. Sehr schade. Möge das Wahlvolk mich Lügen strafen.

7/10

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Österreich
Zoë
Loin d'ici

Im zweiten Anlauf hat es endlich geklappt. Wartet, da war doch noch jemand... ich komm' grad nicht auf den Namen... ;-)
Scherz beiseite. Etwas Besseres konnte Österreich gar nicht passieren. Jung, süß, unverbraucht, freundlich, eloquent, stimmlich immer sicher. 
Dieses Mädchen wird meine Heimat bestimmt stolz machen.
Das Publikum in Tel Aviv, Amsterdam und London hat Zoë gefeiert. Sie ist ein beliebter Interviewpartner. In vielen Internetrankings kommt sie gut weg (leider nicht in allen ;-) ).

Aber, wie Zoë bereits dem ORF-Radio Ö3 erklärte, macht sie sich keinen Stress und schraubt ihre Erwartungen etwas zurück um nicht enttäuscht zu werden.
Kein Wunder, die Wettquoten sind im Moment nicht so rosig, aber das kann sich alles in den kommenden Tagen ändern.

Ich rechne ganz fest mit einem Finaleinzug, was danach kommt ist nicht so wichtig. 

9/10

Armenien - San Marino - Russland

Armenien
Iveta Muckuchyan
LoveWave

Außergewöhnlich, alles andere als radiotauglich. So mag ich das :-)
Iveta singt kraftvoll und bringt viel Ausstrahlung in die Live-Performance mit. Das sollte doch locker für den Finaleinzug reichen.

Aber man kennt den ESC-Pöbel. Zu viel ist ungesund. Nur keine Experimente.
Und, wie ich bereits vorhin erwähnte: Was mir gefällt kommt bei den meisten anderen nicht sonderlich gut an.
Wird auch Iveta Opfer des oberflächlichen Musikgeschmacks des gemeinen Televoters? Oder neigen sogar die Juries dazu Experimente eher zu dissen als pushen?

Thumbs up for Armenia. Ein typischer Fall von ESC-Lied für die ewige Playlist.

9/10

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San Marino
Serhat
I Didn't Know

Was tut man mit solch einem Oeuvre?
Das ist, wie schon viele schrieben, Leonard Cohen auf Disco.

Beim ersten Hören war ich schockiert und hielt es für einen Scherz von Ralph Siegel.
Ich habe natürlich zuerst die 'normale' Version gehört, und eigentlich ausschließlich jene, weil sie so auf meiner mp3-Playlist vorlag. 
Je öfter man auf 'I didn't know' stößt, desto mehr brennen sich Stimme und Melodie ins Gehirn ein.
Als dann noch die Disco-Version herauskam war ich sicher: ein Song für die ESC-Ewigkeit.

Nicht falsch verstehen: Es ist kein großer Wurf, aber aufgrund des Alleinstellungsmerkmals kann man nicht umhin das Lied zu mögen.
Anfangs Flop, nun top.

8/10

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Russland
Sergej Lazarev
You Are The Only One

Angeblich der Favorit. Gott schütze uns vor dem Sieg dieses überbewerteten Durchschnittsschlagers. Das gab's doch schon hunderte Male beim großen Sangesstreit, drei Minuten gepflegte Langeweile, natürlich gut produziert und choreographiert, aber das darf man von Russland durchaus erwarten.

Wer soll dafür anrufen? Wohl wieder nur die osteuropäischen Freunde bzw. der Club der Freunde des muskulösen Oberarmes. 
Ich denke, wir sehen hier den großen Fanfave-Absturz.

Außerdem: wer will ernstlich nach Russland wo Menschenrechte mit Füßen getreten werden?!
(und nein, ich betone gerne immer wieder, dass ich Russland nicht hasse und schon viele Lieder aus diesem Land mochte, ich sage nur Tolmatschow-Zwillinge)

5/10

Ungarn - Kroatien - Niederlande

Ungarn
Freddie
Pioneer

Definitiv ein 'Grower'. Beim ersten Anhören habe ich notiert:"Klassischer ESC-Song, kein großer Wurf, klingt kopiert".
Ich glaube zwar noch immer nicht an die Top 10 im Finale, aber es wird ein guter Platz für Ungarn. Freddies Stimme hat einen hohen Wiedererkennungswert und ist live kraftvoll (wer's nicht glaubt darf sich den Auftritt in Israel zu Gemüte führen, nebenbei spielt er mit dem Publikum, das kann nie schaden). 

Den Finaleinzug darf man voraussetzen, die Power des Liedes und das gute Aussehen des Sängers werden das ihre zum Erfolg beisteuern.

7/10 (ursprünglich nur 5/10, hatte wohl zu wenig getankt ;-) )

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Kroatien
Nina Kraljić
Lighthouse

Fanfave? Really? Dieses Gejaule? 
Ganz ehrlich, es gibt kaum ein Lied 2016 das mir so auf die Nerven geht. Die Rückung stört ungemein.
Nebenbei ist Nina alles andere als ein Live-Wunder. 

Ich möchte jede Wette eingehen, dass sie spätestens nach ihrem (völlig unverdienten) Finaleinzug ihr blaues Wunder erlebt.
Ich freue mich ehrlich und aufrichtig, dass Kroatien wieder dabei ist, aber auch hier gilt: keine Bevorzugung und Hofierung um diese 'verlorenen Staaten' zu halten.
Nur die Qualität des Beitrags sollte entscheiden und auch kein Land beleidigt sein, wenn es sich im Tableau am Ende ganz hinten wieder findet (ich schreibe das nur rein zufällig bei Kroatien, es kam mir eben in den Sinn).

4/10

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Niederlande
Douwe Bob
Slow Down

Keine Frage: eine Rampensau. Und Country kam erst kürzlich beim ESC hervorragend an. 
Andererseits steht die musikalische Verbindung Klavier, Bass, Gitarre unter keinem guten Stern - schau nach bei Österreich 2015 (und da war das Lied um Längen besser).

In den Niederlanden war 'Slow Down' kein Hit. Wenn ich da an Sienekes Brachial-Schlager denke... Hui!
Nein, ehrlich: Douwe Bob kann es live, das Lied ist eingängig, mich stört aber etwas am Refrain.
Ich kann es nicht genau erklären, aber er ist zu kurz und endet 'falsch'. Das macht das Lied irgendwie kaputt.

Ich habe keine Ahnung ob DB mit der Nummer in den Sonnenuntergang reiten wird, aber ich wünsche ihm viel Glück.
Gute Stimme, Charisma... but still no banana.

6/10

Miauuuu...

Servus meine Damen und Herren!

Liebe ESC-Fans!

Pünktlich zur Woche, die uns zugleich Weihnachten, Ostern und Pfingsten ist (ha, diesmal passt das sogar) meldet sich die 'Graue Eminenz' dieses Blogs um seine Meinung zum diesjährigen Liedgut kundzutun. Gefragt oder ungefragt.


Ohne Umschweife gleich zum 1. Semifinale.

Finnland
Sandhja
Sing It Away

Gleich zu Beginn ein Kracher. 
Nach etwas trägem Beginn tut der Refrain das seinige - man beginnt unweigerlich mit den Beinen zu wippen, springt auf und will tanzen. Very funky, very catchy.

Ich verstehe die miserablen Wettquoten nicht, aber eins weiß ich gewiss: selten kommt jemand beim ESC weit wenn ich dessen/deren Lied mag. Traurig, aber wahr.
Live bei der VE top, in Israel fürchterlich (könnte aber auch am Ton gelegen haben).

Für mich persönlich Top 10. 'Sing it away' werde ich auch noch Jahre später gerne hören.

9/10

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Griechenland
Argo
Utopian Land

Ich kenne viele Fans dieses Liedes, daher ist es besonders schlimm sich hier in die Nesseln zu setzen, und doch tue ich es.
Der Refrain ist wirklich unterirdisch, wie kann man bei dieser langweiligen Stimme und Stimmung 'Fun' bekommen?
Thema klar verfehlt. 
Der Rest ist durchaus gut gemachter Sprechgesang, natürlich die folkloristischen Einlagen und ein gelungener 
Instrumentlteil. Sollte eigentlich locker für das Finale reichen - und doch... NEIN.

Die Wettquoten geben mir Recht - Griechenland sieht die Radieschen diesmal von unten.
Schmeißt die Frau raus und es könnte gerade noch klappen. 

5/10

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Republik Moldau
Lidia Isac
Falling Stars

Entgegen vieler Meinungen in den sozialen Netzwerken bin ich der Meinung, dass Lidia eine sehr starke Livestimme hat und es nicht an ihr scheitern wird wenn Moldau im Semi hängen bleibt.
Die Komposition ist einfach zu beliebig, vergessen direkt nach dem Auftritt. Unglaublich schade für die bildhübsche Frau.

Aber dabei ist dabei, echte Song Contest Fans haben ein langes Gedächtnis (müssen sie auch bei so vielen Jahren ESC) und werden diesen, wie alle anderen Songs (plus alle VE-Beiträge, die greifbar sind), auch noch in Jahren wiedererkennen.

Ein schwacher Trost für Lidia, aber auch sie wird die ESC-Phase und den plötzlichen Hype um ihre Person immer in guter Erinnerung behalten.

Einen Finaleinzug Moldaus halte ich für ausgeschlossen.

5/10

Sonntag, 1. Mai 2016

Hörtest 2016

So, inzwischen hab ich alles mindestens dreimal auf die Ohren bekommen. Und hier kommt der endgültige, unanfechtbare Eingängigkeitstest! Bisher hat der Test, seit ich ihn mache, noch nie versagt. Der spätere Sieger war mir bisher immer ohne Ausnahme nach dem dritten Hören im (musikalisch durchaus durchtrainierten) Ohr. Also, schauen wir mal, wie es dieses Jahr so ist.

Nach dem ersten Hören im Ohr:

Gar niemand. Was für einen Jahrgang, wo so auf Nummer Sicher gegangen wird, nicht so wirklich gut ist.


Nach dem zweiten Hören im Ohr:

Frankreich
Griechenland
Mazedonien
Polen (der Anfang des Refrains ist fast eine 1:1-Kopie von "Naj bogovi slisio")

Die Tatsache, dass das bis auf Polen alles Beiträge sind, die von mir eine 10/10 bekommen haben, ist hier ohne Belang. Ob ein Beitrag mir gefällt und ob er im Ohr hängen bleibt, sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.


Nach dem dritten Hören im Ohr:

Österreich
Australien
Belgien
Weißrussland
Dänemark
Spanien
Kroatien
Ungarn
Island
Litauen
Malta
Niederlande
Norwegen
Russland (Spiel also noch komplett offen)
Schweden
Slowenien
Ukraine


That leaves:

Albanien
Armenien
Aserbaidschan
Bosnien-Herzegowina
Bulgarien
Schweiz
Zypern
Tschechien
Deutschland
Estland
Finnland
Großbritannien
Georgien
Irland
Israel
Lettland
Moldawien
Montenegro
(Rumänien - nur der Vollständigkeit halber)
Serbien
San Marino

Da hat aber ein ganz schöner Haufen Komponisten seine Hausaufgaben nicht gemacht!


Und falls sich jemand fragen sollte, warum ich so viel Wert auf das dritte Hören lege: Ein Auftritt, zwei Schnelldurchläufe. Mehr Chancen hat der Song nicht, um sich ins Gedächtnis zu fräsen. Is leider so. Alles, was beim dritten Mal nicht in irgendeiner Weise hängengeblieben ist, hat es sehr schwer.

Und noch was zur Klärung: Hängenbleiben heißt natürlich nicht, dass ich das ganze Lied singen kann. Das wäre bei der geballten Ladung auch absurd. Es heißt, dass ich auf die Frage "Wie geht denn das Lied?" den Song ansummen kann. Es geht halt einfach darum, dass man sich an das ganze irgendwie erinnert. Wie gehts Euch so mit der Eingängigkeit?

Freitag, 22. April 2016

Fassungslos!

Ihr habt den Schocker des Tages bestimmt schon mitbekommen: Die EBU schließt Rumänien wegen nicht bezahlter Rechnungen vom Contest aus. Und nicht nur vom Contest: Auch die all anderen EBU-Services sind für TVR nicht mehr verfügbar (und die Übertragungsrechte für die Fußball-EM bekommen sie auch nicht).

Die nicht bezahlten Rechnungen bewegen sich im niedrigen achtstelligen Bereich und sind seit 2007 (!!!) aufgelaufen. Nachdem die EBU seit 2010 mit den Rumänen verhandelt und alle Versuche, eine Lösung zu finden, nicht fruchteten und von der rumänischen Regierung bzw. dem dortigen Finanzministerium nicht mal eine Antwort auf die Anfragen der EBU kam und auch das für gestern gesetzte Ultimatum verstrich, musste die EBU heute die Reißleine ziehen.

Natürlich geht jetzt allgemein die Riesendiskussion los, ob das nicht noch bis nach dem ESC hätte warten können. Klare und harte Antwort: Nein, hätte es nicht. Wie schon oben geschrieben, es geht dabei ja nicht nur um den Ausschluss aus dem ESC, sondern auch von allen anderen EBU-Diensten. Demnächst ist die EM - soll man dann wieder warten, bis die rum ist? 

Ich denke, dass die EBU diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen hat, und wenn es nicht mehr ging, dann gings einfach nicht mehr. Die Schuld in diesem Falle liegt aus meiner Sicht ganz klar bei TVR bzw. bei der rumänischen Regierung. Ich hacke ja selber oft und gern auf der EBU rum, aber in diesem Falle hieße das, den Bock zum Gärtner zu machen.

Es tut mir unendlich Leid für die rumänischen Fans und vor allem für den armen Ovidiu Anton. Dessen Machwerk ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber darum geht es hier nicht. Wenn ein Künstler sich mit allem Herzblut und allen seinen Fähigkeiten auf so einen Wettbewerb vorbereitet, als Vertreter ausgewählt wird und ihm dann gesagt wird: "Ätschbätsch, nee, darfste nicht, weil deine Regierung / dein Sender die nötige Kohle nicht zahlt" - das ist so unfassbar hart. Ich würde mir wünschen, dass er trotzdem nach Stockholm fahren und vielleicht in irgendeiner Form außer Konkurrenz auftreten darf. Christer, brauchst Du nicht noch einen Pausenact fürs zweite Semi?

Mittwoch, 13. April 2016

Fazit am Morgen danach

Oh gute Güte, man soll kein Fazit posten, wenn man eigentlich Streichhölzer braucht, um die Augen offen zu halten... deshalb jetzt nochmal ordentlich. Das Posting von heute nacht habe ich gelöscht, weil ich hier nochmal auf alle Punkte eingehe.

- die größte Enttäuschung gestern war eindeutig der Knallbrausenschmunzelhase. Ja, es war Knallbrause drin, aber nicht viel. Das hat eine gewisse Firma ganz hier in der Nähe seinerzeit viel besser hinbekommen (aber da wars kein Hase).

- von den beiden Apfelweinflaschen sind noch anderthalb übrig. Um neun habe ich angefangen zu bloggen. Um halb eins hab ich mir das erste Mal was zu trinken geholt. Das ist immer ein schlechtes Zeichen, denn so ein Jahrgang muss einen fordern. Der muss Körper und Geist was abverlangen! Das war in diesem Jahr leider (?) nicht der Fall, denn:

- irgendwie gibt es nichts, was mir so überhaupt nicht gefällt und wo ich mich dran abarbeiten kann. Einiges gefällt mir richtig gut, das meiste geht mir irgendwo vorbei, aber so richtig bäh? Fehlanzeige. Wobei der Totalflash à la Anouk / Paolo / Texas Lightning usw. gestern ausgeblieben ist, aber manches hat mir richtig gut gefallen.

- offensichtlich werde ich auch altersmilde. Denn fünf Mal die 10/10 hatte ich überhaupt noch nie, das bisherige Maximum waren glaub ich drei in den Jahren 2006, 2012 und 2014. Dafür gab es dieses Jahr keine 0 und nur eine 1. Und beim Durchlesen meiner Besprechungen muss ich ganz ehrlich sagen, dass das ganze früher irgendwie lustiger war.... ich bitte das zu entschuldigen.

- offenbar liegt es nicht nur an mir. Matthias Breitinger vom Prinz-Blog schrieb vor ein paar Tagen einen sehr lesenswerten Kommentar zum Thema mit dem Titel "Song Contest der Angsthasen", in dem er darauf eingeht, dass beim ESC in diesem Jahr nur sehr wenig riskiert wird und das ganze recht abwechslungsarm daherkommt. Und da kann ich ihm uneingeschränkt zustimmen; ich würde mir von den Teilnehmern mal wieder etwas mehr Risiko, eigene Identität und weniger Schielen auf eine Topplatzierung wünschen. Vor allem aber wünsche ich mir, dass dieses Jahr irgendwer gewinnt, der total aus dem Rahmen fällt, damit sich nächstes Jahr alle ein Beispiel daran nehmen.

- die Rückung, oder wie es in gehobenen Fankreisen heißt, der Key Change kommt schleichend zurück. Den gemeinen Fan wirds erfreuen, ich bin gespannt, ob es was bringt. Seit 2002 hat außer Marija Serifovic niemand mehr gewonnen, der eine Rückung im Song hatte (und sie hätte auch ohne gewonnen, da bin ich hundertpro sicher!)

- ebenfalls wieder auf dem Vormarsch sind 4-Chord-Songs. Ich hab gestern abend nicht alle aufgeführt, aber wenn Euch viele Songs bekannt vorkommen: Das hat Gründe. Ich hab ja schon den Vergleich gelesen, der dänische Song hätte Ähnlichkeit mit "Atemlos" von der Freundin vom Silbereisen. Stimmt. Liegt daran, dass beides 4-Chord-Songs sind, die an der gleichen Stelle anfangen. Der Trend könnte sich von mir aus direkt wieder verflüchtigen, ist er für mich doch ein klares Indiz dafür, dass nichts riskiert wird und auf Gefälligkeit und Eingängigkeit abgezielt wird. Dafür, dass sie alle so eingängig sein wollten, hab ich gerade nur noch Rauschen im Ohr (und werde mir aufgrund meiner Müdigkeit gleich nicht Kate Bush, sondern die Pogues auf die Anlage schmeißen)

- ein anderer Trend, der mich in seit 2014 absolut fertigmacht und der auch DRINGEND wieder umgekehrt werden sollte: Die Songs in Landessprache muss man inzwischen mit dem Mikroskop suchen. Sogar die Spanier sind inzwischen umgekippt. Wieder ein Schritt hin zu mehr Gleichförmigkeit. Wieder ein Schritt weg von phonetischen Verballhornungen. Wieso kauf ich mir überhaupt noch die Karaokeversionen?! Was ich mal richtig rotzcool fände: Wenn die Briten nächstes Jahr einen Schotten oder eine Waliserin schicken würden und dieser Song dann auf Gälisch oder Walisisch gesungen würde!

Spannend wird jetzt sein, wer in der nächsten Zeit in meiner Gunst steigen wird (da sehe ich Lettland als heißen Kandidaten) und wer fällt wie ein Stein. Letztlich ist das hier ja alles Kaffeesatzleserei, denn grau is alle Theorie - maßgebend is aufn Platz!

Ein herzliches Dankeschön geht wie immer an meine beiden Lieblingseurovisionsseiten, nämlich den Prinz-Blog und aufrechtgehn.de, bei denen ich zuverlässig die jeweiligen VE-Beiträge bzw. offiziellen Videos abgreifen konnte.

Ich bin gespannt, was der Jahrgang bringt und wie ich das in einem Monat sehe - may the best one win (and may that jemand sein, den ich mag!)

ESC 2016 - Aller guten Dinge sind dreizehn!

So, Endspurt, Finale, ich bin müde!

9. Schweden: Frans – If I were sorry

Schweden schickt in diesem Jahr ein Büblein. Na ja, wenns schön macht. Es fängt leise an, nur mit Klavier, aber man wartet die ganze Zeit, wann denn der Wums losgeht. Es dauert ein bisschen, bis das passiert, aber dann ist es sogar durchaus dezent. Der Song ist keine Offenbarung, aber, meine Güte, man weiß ja, woher es kommt. Den Titel werden sie damit ganz sicher nicht verteidigen, auch wenn die Bookies den Kleinen sehr weit oben sehen.

Chancen auf die Top Ten? Schweden muss man immer auf der Rechnung haben.
Uppsala 2017? nope
6/10



Frankreich: Amir Haddad – J’ai cherché

Man schaut, hört und reibt sich verwundert Augen und Ohren. Frankreich kommt dieses Jahr zweisprachig mit einem absolut hinreißenden Sänger und einem Song, der nun wirklich durch alles besticht und besser ist als die Songs der letzten fünf Jahre zusammen. Frankreich steht derzeit auf Platz 2 bei den Bookies. Das darf gern noch einen Platz höher klettern und am Ende bitte dann auch genau so kommen. Das beste, was sie seit langer, langer Zeit geschickt haben!

Chancen auf die Top Ten? Ist der Papst katholisch?
Paris 2017? Ja. Bitte. Gerne.
10/10



Großbritannien: Joe & Jake – You’re not alone

Das Mutterland der Popmusik schickt in diesem Jahr zwei Milchbubis, denen zumindest ich sofort die Kindergartenflasche umhängen möchte. Der eine sieht aus wie der kleine Bruder von Eric Saade (allerdings ein wenig frisurverunfallt). Alles irgendwie süß, ein bissl singen können sie auch aber wenn man sich überlegt, wen und was diese grandiose Nation hervorgebracht hat, da schießen einem die Tränen waagerecht aus den Augen. Nur niedlich ist ein bisschen wenig... Und wenn man eigentlich keinen Bock hat, dann pausiert man doch lieber!

Chancen auf die Top Ten? Ach komm, hör auf.
London 2017? Hö?!
4/10



Spanien 2016: Barei – Say yay!

So, und jetzt kriege ich einen Kulturschock. Das letzte bisher immer und jederzeit bretthart in Landessprache singende Land singt ENGLISCH?! Hat das Sorgenkind der Big Five nicht schon genug am Hals ESC-bezüglich? Die Lady hat eine ordentliche Röhre und tätowierte Finger und erinnert rein von der Physiognomie ein wenig an Ann Sophie, allerdings ohne deren streberhafte Ausstrahlung, und kreischt sich mit heiserer Stimme um Kopf und Kragen. Ich glaube nicht, dass das beim ESC was reißt (trotz der von Kurti Calleja geklauten Fußarbeit), aber: Es wird in diesem Sommer ein Superhit am Mittelmeer werden! Mark my Words!

Chancen auf die Top Ten? Können auch in diesem Jahr mal wieder froh sein, wenns Top 20 wird.
Madrid 2017? Real Madrid? Oder was war gemeint?
6/10



Italien: Francesca Michielin – No degree of separation

Das Land, wo die Zitronen blühn ist auch das Land, das gern mal eurovisionäres Chaos zelebriert. Und bei all dem eine unangestrengte Klasse beweist, die kaum ein anderes Land an den Tag legt. Franesca ist eine Süße, und ich bin verzückt, dass sie auf italienisch singt. Die schönste Sprache der Welt ist da doch schon die halbe Miete. Und der Song ist auch nicht schlecht. Ich gehe davon aus, dass sie den mal wieder ganz italienisch lässig-dezent auf die Bühne bringen. Und damit abräumen.

Chancen auf die Top Ten? Leute, es ist Italien. Seit ihrer Rückkehr waren sie von fünf Mal vier Mal in der Top Ten und zweimal in der Top three. Top three wirds dieses Mal nicht, aber Top Ten.
San Remo 2017? Nein. Das wird nicht reichen.
9/10


Deutschland: Jamie-Lee – Ghost

Ändert um Gottes Willen bloß nix an dem Manga-Style von Jamie-Lee! Als Erscheinung fällt sie auf jeden Fall mal aus dem Rahmen, und sie ist ja auch wirklich eine sehr charmante Person mit einer tollen Stimme. Ghost als Song ist nicht schlecht, aber in diesem Feld insgesamt etwas schwach auf der Brust. Das Lied ist sicher nicht verkehrt, leidet aber etwas an mangelnder Eingängigkeit (beim FabianschenHörtest glatt durchgefallen, soviel darf ich schon mal sagen). Ich habe ehrlich gesagt kein Gefühl, wie es werden wird.

Chancen auf die Top Ten? Ich denke, das wird schwer. Top 15 sollte aber möglich sein.
Stuttgart 2017? Ja, ich hatte vor, auch weiter dort zu wohnen.
8/10





ESC 2016, die zwölfte mit Fazit zum zweiten Semi

16. Norwegen: Agnete – Icebreaker

Och Agnete. Gleich die ersten Töne zu versemmeln ist aber nicht so wirklich gut. Ihre Klamotte ist Debra Scarlett (Oberteil) meets Margaret Berger (Rest und Farbe), und die Frisur ist Charlotte Perrelli mit Glätteisen. Und die Komposition ist Ärgert-die-Frau-Fabian. Nachdem Norwegen jetzt seit Ewigkeiten tolle Beiträge hatte (die letzten drei Jahre waren absolut fantastisch) wurde es höchste Zeit, dass sie mal wieder so richtig ins Klo greifen. Voilà. Da ist so ungefähr alles gewollt und nicht gekonnt.

Chancen aufs Finale? Sie werden knapp durchkommen...
Oslo 2017?... um dann im Finale unangefochten letzter zu werden.
1/10



17. Georgien: Nika Kocharov & Young Georgian Lolitaz – Midnight Gold

Au Backe, das ist ja nichts für jeden, das hör ich schon beim ersten Ton. Aber für mich ist das was. Ich mag solche Art von Musik bekanntlich sehr. Und den Georgiern kann man ja ne Menge vorwerfen, aber ganz bestimmt nicht, dass sie langweilig sind. Der Rest der Eurovisionsgemeinde wird das hassen wie die Pest, sperriger Indie-Rock ist sicher für die meisten so GAR NIX, aber Leuts, seid doch froh. Abwechslung erfreut. Noch nicht mal ne Sopho haben sie dabei!

Chancen aufs Finale? Absolut chancenlos, wird sich mit der Schweiz um die Rote Laterne in diesem Semi kloppen - aber sie hätten es nicht verdient.
Tblissi 2017? Irgendwann wird es kommen. Wenn keiner damit rechnet. Aber nicht 2017.
9/10


18. Albanien 2016: Eneda Tarifa – Fairytale

Sagt mal, liebe Albaner, was versprecht Ihr Euch eigentlich jedes Mal davon, Eure Beiträge einzuenglischen? Bei Eneda ist es ja wenigstens so, dass man ihr Englisch versteht, aber eigentlich hat die Landesprache doch viel mehr Charme. Ansonsten ist das ein albanischer Beitrag wie so ungefähr alle anderen auch: Sperrig, uneingängig und von einer hoch kreischenden Schönheit gesungen. Not my cup of tea.

Chancen aufs Finale? Borderline
Tirana 2017? Nein
3/10


19. Belgien 2016: Laura Tesoro – What’s the pressure?

Another one bites the dust?! Schön wärs gewesen. Danach kommt ein Sound, den man so schon 1000x gehört hat. Laura ist ne Süße, allerdings für meinen Geschmack arg hohe Stimme, und die Zeile "What's the pressure" versteht man kaum. Spannender waren da schon die Tänzerinnen im Hintergrund. Belgien möchte sich anscheinend ein Monopol auf seltsame Tanzchoreographien sichern. Na macht mal, dem Bob Prettypink hats ja auch nicht geschadet. Ich seh ja ein, dass es im Jahr eins nach dem tollen Loic Nottet schwierig ist, was Gescheites auf die Bühne zu bringen, aber, liebe Flamen: Gebt Euch doch mal MÜHE!

Chancen aufs Finale? Marginal
Brüssel 2017? Nein.
4/10


Und jetzt muss ich zehn suchen, die es schaffen, right? Okay. Im Finale sehen wir wieder:

Lettland
Israel
Serbien (oder doch Albanien?)
Mazedonien
Litauen
Australien
Rumänien
Bulgarien
Ukraine
Norwegen

ESC 2016, die elfte

13. Bulgarien: Poli Genova – If Love was a crime

Der sechste und letzte der Rückkehrer ist sogar ein doppelter: Nicht nur die supersympathische Poli Genova kehrt zum ESC zurück, sondern auch ihr Land selbst. Bulgarien ist ja eigentlich DAS Eurovisionsktastrophenland schlechthin (San Marino arbeitet gerade daran, ihnen diesen Titel abzujagen, aber die haben noch viel zu üben), aber ausgerechnet für Poli gilt das nicht, deren Auftritt in Düsseldorf war nämlich rundum toll und hätte sie eigentlich ins Finale bringen müssen. Vielleicht klappt es ja in 2016. Ihr Song ist nicht unspannend und frei von jedweden Peinlichkeiten, mit denen sich bulgarische Beiträge ja so gern schmücken. Leider verstehe ich im Refrain kein Wort. Und mit den Haaren machen wir bitte noch was, ja?

Chancen aufs Finale? Dieses Jahr sollte es reichen!
Sofia 2017? Nein
7/10


14. Dänemark: Lighthouse X – Soldiers of love

Ein Wort vorab: Ich liebe Dänemark. Wirklich. Von ganzem Herzen. Alles an Dänemark. Bis auf ihre Eurovisionsbeiträge, die können mir von Herzen gestohlen bleiben. Eine Boygroup mit der Ausstrahlung von drei weißen Klecksen auf einer weiß gestrichenen Wand singt von Soldiers of Love (leider gehts nicht weiter "vuur liefde af, geen kogeln meer, de wapen neer). Es ist nicht so schlimm wie manch anderer dänischer Beitrag, aber deshalb noch lange nicht gut. Und das Lied? Öh..... Four Chords. Drop. Dead. Boring. Tut nicht weh, braucht aber auch kein Mensch.

Chancen aufs Finale? Wird eng. Ich glaubs eher nicht.
Kopenhagen 2017? Normalerweise gewinnt ja Dänemark im Jahr nach Schweden. Dieses Jahr nicht.
4/10


15. Ukraine: Jamala – 1944

Ukraine is back! Zieht Euch warm an, Leute, die haben nix verlernt! Ich schrieb ja hier schon verschiedentlich, dass sie es wie keine andere Nation raus haben, eurovisionstechnisch aus Scheiße Gold zu machen, aber dieses Mal fangen sie gleich mit dem Gold an. Die Ukraine haben einen exzessiv politischen, sehr düsteren Song im Angebot dieses Jahr, und Jamala trägt das äußerst kompetent vor. Sie zappelt für meine Begriffe ein bisschen viel, aber bei diesem Song ist eigentlich vollkommen egal, was sie macht. Nein, das ist keine leichte Kost, das ist düster und schwer verdaulich bis zum Gehtnichtmehr. Wie gesagt, zieht Euch warm an.

Chancen aufs Finale? Ukraine? Ist die Frage ernst gemeint? Natürlich kommt sie ins Finale!
Kiew 2017? Nein, ich glaube, dazu ist das ganze zu schwer verdaulich.
7/10

ESC 2016, die zehnte

10. Australien: Dami Im – Sound of Silence

Nach dem fulminanten Vorjahresdebüt, fraglos der beste Beitrag 2015, müssen die Australier dieses Jahr durchs Halbfinale. Und leider haben sie sich in dem einen Jahr schon so weit an die Eurovision angepasst, dass sie eine attraktive, ein wenig fernöstlich anmutende Lady mit starker Stimme, halbnacktem Tänzer und einer Powerballade antreten lassen, die so auch aus jedem anderen Land kommen könnte. Die Ballade, nicht die Dame. Gehört zu den Top-Favoriten, aber was davon ist Länderbonus und was ist Liedbonus? Ich finds ein wenig langweilig.

Chancen aufs Finale? Ja klar.
Woauchimmer 2017? Wenn der Russe patzt... vielleicht...
6/10


11. Slowenien: ManuElla – Blue And Red

Auch aus Slowenien kommt ein 4-Chord-Song, der mich immerhin durch das eingesetzte Banjo verzückt. Auch die Strophen sind ganz ok. Der Anfang vom Refrain verstört mich, aber dann wirds besser. Ich find den Song und die Stimme gar nicht so schlecht, aber an Optik und Auftritt ist noch eine Menge Arbeit nötig, fürchte ich. Das ist so die Sorte Song, die niemand mag außer mir, deshalb wirds auch rausfliegen. Und dann noch ne Rückung und ein Ausziehtrick, sorry, aber too much is not enough. Und der Schwarzweißfilter vor der Kamera gehört doch eigentlich zu Estland. Nur weil sie gegen die fantastische Nusa Derenda in der VE gewonnen hat, heißt das noch nicht, dass das auch den ESC gewinnen wird!

Chancen aufs Finale? Das wär schon eine sehr große Überraschung.
Ljubljana 2017? Kann Peter Poles nicht auch moderieren, wenn Australien gewinnt? Oder wenigstens Klemen Slakonja? 
6/10


12. Rumänien: Ovidiu Anton – Moment of silence

Jede Menge Trockneies, ein Block von Menschen, der nach vorne schreitet und eine Männerstimme wie frisch aus dem Musical eingeflogen. Und kommt der erste Close-Up. Verstörend wär geprahlt. Immerhin ist das hier eine Rockballade vom Feinsten, und das entschuldigt so ungefähr alles. Und da gibts ne Menge zu entschuldigen. Ich fühle mich in dem einen oder anderen Aspekt fatal an Cezar vor drei Jahren in Malmö erinnert. Aber wenn es eine Nation gibt, die damit durchkommt, dann sind es die Rumänen. Was soll ich sagen: Leider geil. 

Chancen aufs Finale? Es ist Rumänien. Es ist ungewöhnlich. Es ist mutig. Was soll da schiefgehen.
Bukarest 2017? Nein. 
7/10 (der Song allein hätte 9 bekommen, aber irgendwie muss man ja dem Rest auch Rechnung tragen)

Dienstag, 12. April 2016

ESC 2016, die neunte

7. Irland 2016: Nicky Byrne – Sunlight

Nicky Byrne, irischer Punkteverkünder der letzten drei Jahre, besticht durch seine Optik, stimmlich schafft er die Klasse so gerade eben. Und der Song? Das ist so die Machart, auf der heutzutage auf 70. Geburtstagen gefoxt wird. Von 70jährigen. Von mir aus auch von 60jährigen. Sorry, Nicky, aber das ist musikalisch möglicherweise ein ganz ganz GANZ kleines bisschen angestaubt. Geht gut ins Ohr, aber mit einem deutschen Text könnte das auch Helene Fischer singen. Und das ist kein Kompliment. Gebt dem Mann einen ordentlichen Song!

Chancen aufs Finale? Oh geh fort.
Dublin 2017? Da kann er dann wieder Punkte verkünden.
5/10


8. Mazedonien: Kaliopi – Dona

Wer erinnert sich nicht an die großartigen Auftritte von Kaliopi in Baku? Nach ihrem Semi-Auftritt war ich ihr bereits völlig verfallen, und im Finale folgte der Rest unserer Runde. So, Ihr jungen Hühner, schaut mal an, so geht das. Mme Bukle singt eine wie immer von ihrem Ex-Gemahl Romeo Grill geschriebene Powerballade, die ihre gigantische Stimme vortrefflich zur Geltung bringt. Sie wird in Stockholm die Arena zum Wackeln bringen, und ich freue mich jetzt schon auf ihren Auftritt!

Chancen aufs Finale? Wehe, hunderttausendmal WEHE, Ihr lasst sie im Semi verhungern!!!!
Skopje 2017? Das wohl nicht, aber ich hoffe, dass es Mazedoniens bestes Ergebnis wird.
10/10



9. Litauen: Donny Montell – I’ve been waiting for this night

Und gleich darauf Wiederkehrer Nummer fünf, ebenfalls vor vier Jahren in Baku schon am Start. Mit einem 4-Chords-Song, ich dachte, das wäre langsam mal durch, dafür aber ohne Strass-Augenbinde. Leider hat er sein Äußeres inzwischen von Charming Boy zu Schniegelfatzke geändert, schade drum. Der Song ist irgendwas x-Beliebiges aus schwedischer Produktion, aber Donny zieht bestimmt auch dieses Jahr wieder alle Register und wird den Song ins Finale hieven. 

Chancen aufs Finale? Ja. Aber nur dank starker Performance.
Vilnius 2017? nein
5/10

ESC 2016, die achte

4. Israel: Hovi Star – Made of Stars

Israel kam letztes Jahr bekanntlich nach einer längeren Durststrecke fulminant zurück. Und da machen sie in diesem Jahr nahtlos weiter. Wobei Hovis Song nicht ganz so stark ist wie der von Nadav, und ihm fehlt auch ein wenig dessen unbedarfter Charme. Der Song braucht länger, bis er aus dem Quark kommt, aber dann, ab der zweiten Strophe, lässt sich sicherlich eine Menge machen. Und wenn Hovi nicht zu dem gehört, was man so gemeinhin "die Familie" nennt, dann fress ich nen Besen!

Chancen aufs Finale? Nach dem schwachen Schweizer Beitrag? Ja sicher! Zumal das ein Burner in der Halle werden wird!
Jerusalem 2017? Nein.
5/10



5. Weißrussland 2016: Ivan – Help you fly

Ob Ihr das glaubt oder nicht: Ivan hatte felsenfest vor, nackt unter Wölfen aufzutreten. Das ist in diesem Falle wörtlich zu nehmen. Er wollte völlig textilfrei und in Begleitung zweier Wölfe auf die Bühne, was ihm die EBU aber vermutlich nicht erlauben wird. Und den will ich auch nicht nackt auf der Bühne. Den will ich in diesem Zustand eigentlich überhaupt nirgendwo. Wobei, wenn die Wölfe plötzlich auf strategisch wichtigen Stellen rumkauen würden, wärs ganz lustig.... Können die Wölfe nicht alleine auftreten? Auf das Büblein mit der langen blonden Mähne ums Milchgesicht kann ich nämlich verzichten. Singen tut er nicht berauschend, und der Song ist wie so ungefähr alles, was Weißrussland bisher geschickt hat. Nee, das brauch ich nicht. Mach den Kopp zu, Junge, und geh weg!

Chancen aufs Finale? Gering bis nicht vorhanden.
Minsk 2017? Die schaffen das auch bis 2117 nicht.
2/10



6. Serbien: Sanja Vučić – Goodbye (Shelter)

Oh my GAAAAWD! Was soll das denn? Sanja hat sich als kleine Schwester von Amy Winehouse verkleidet und zappelt vor dem Mikrofon rum wie weiland der Dirigent des türkischen Beitrags von 1989 (schaut Euch das unbedingt mal auf der Tube an, es ist unfassbar). Nun war der damalige türkische Beirag ziemlich energiegeladen, was man von Sanjas Ballade nicht sagen kann, weshalb dieses Gezappel auch mehr als seltsam wirkt. Leute, zeigt ihr bitte ein Video von ihrem Auftritt! Rein Audio gefällt mir das durchaus gut, aber der visuelle Eindruck ist so verstörend, dass ich mich auf den Song selbst kaum konzentrieren kann.

Chancen aufs Finale? Mit diesem Gezappel ein klarer Fall für die Donnerstagsheimreise!
Belgrad 2017? Nein.
4/10 (fürs Gesamtbild, der Song alleine ist besser)

ESC 2016, die siebte

1. Lettland: Justs – Heartbeat

Das Lied stammt von Aminata Savadogo und demzufolge ist das ganze elektronisch aufgeladen bis zum Gehtnichtmehr. Just ist was fürs Auge und singt auch sehr ansprechend. Aber ich tu mich mit dieser Art von Musik grundsätzlich schwer. Es wird sicherlich bis zum ESC noch werden. Bei dem Refrain wiederum fühle ich mich durchaus abgeholt, aber der Rest ist jetzt nicht so meins... wie gesagt, das wird noch werden.

Chancen aufs Finale? Sicher durch.
Riga 2017? Ein Fall für die Final-Top-Ten, mehr lässt sich jetzt noch nicht sagen...
3/10 (ich sagte ja, das muss ich mir erst schönhören!)



2. Polen: Michał Szpak – Color of your life

In Polen muss es bei der VE ziemlich rundgegangen sein: Die beiden Topfavoriten Margaret einerseits und Edyta Gorniak (!!!!!) andererseits eliminierten sich gegenseitig, und übrig bieb ein Mann mit langen Haaren (sehr langen Haaren), Bart, guter Stimme und einer seltsamen Ballade. Rosa Elektrofiedeln sehen aber nicht schön aus. Und der rote Frack auch nicht. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wer hierfür anrufen soll. Ich werde es jedenfalls nicht tun - keine Ahnung, ob ich es darf, aber ich werds nicht tun!

Chancen aufs Finale? Nein. Geschieht ihm recht.
Warschau 2017? Ach was.
4/10



3. Schweiz: Rykka – The last of our kind

Es gibt in der Schweiz richtig tolle Sachen: Berge. Schokolade. Tolle Uhren. Saftige grüne Wiesen. Rauschende Tannen. Simon Ammann. Paolo Meneguzzi. Merkt Ihr, dass da was in der Aufzählung fehlt? Vielleicht bin ich ja nicht nett, aber könnte man nicht den kompletten Act samt Song samt Frisör einfach austauschen? Wäre für alle beteiligten am besten.... schade, liebe Schweizer, wenn Ihr gut seid, seid Ihr eigentlich immer RICHTIG, RICHTIG gut. Dafür seid Ihr, wenn Ihr schlecht seid, auch immer... Ihr wisst schon.

Chancen aufs Finale? Kann froh sein, wenn sie nicht letzte wird, zumal von dieser Startnummer.
Zürich 2017? Was soll da dann sein?
2/10

ESC 2016, die sechste mit Fazit zum ersten Semi

16. Island: Greta Salóme – Hear Them Calling

Die Greta! Die mich in Baku durch ihr Zähnefletschgrinsen und ihre ungünstig hochfliegend Extensions bezauberte. Aber damals hatte sie einen tollen Song, und der diesjährige gefällt mir auch. Nach einem Jahr Schrott sind die Isländer wieder da. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob sie sich mit dieser Art der Inszenierung einen Gefallen tut, weil man ihr Gesicht die meiste Zeit nicht sieht. Obwohl, Loreen ist ja damit auch durchgekommen - die kam allerdings aus Schweden und hatte ein anderes Kaliber von Song im Gepäck. Trotzdem, ich bin bereit, den Isländern dieses Jahr wieder mein Wohlwollen zu schenken!

Chancen aufs Finale? Ja. Allein der Name müsste eigentlich ziehen - obwohl, bei Dana International 2011 hat das auch nix genützt...
Reykjavik 2017? Nein
8/10


17. Bosnien und Herzegowina: Deen & Dalal feat. Ana Rucner & Jala – Ljubav je

Und gleich der nächste Wiederkehrer, aber bittschön - was ist denn mit Deens Haaren passiert? Aber egal, die Zeit macht ja vor keinem von uns halt... Und sein diesjähriger Beitrag hat so absolut nix mit seinem 2004er (aka die schwulste Show der ESC-Gschichte) zu tun, auch wenn seine Bewegungen unverkennbar Deen sind. Ein leicht angerocktes Stück Balkanpop, das so ungefähr alles auffährt, was ich an dieser Musikrichtung so schätze - einschließlich der Landessprache. Allerdings sieht das Cello - nun ja, ein wenig skelettiert aus. Und der Rap in der Mitte kommt hier hoffentlich auch noch weg. Aber ansonsten passt das. Die Bosnier beweisen mal wieder, dass sie den von mir verliehenen Titel "Balkan-Wundertüte" vollkommen zu Recht tragen. Und ich freu mich wie eine Schneekönigin, dass sie wieder dabei sind.

Chancen aufs Finale? Bosnien schaffts immer. Und auch wenn die Prognosen für dieses Jahr ungünstig sind: Ja, ich denke, Finale.
Sarajevo 2017? Nein.
7/10


18. Malta 2016: Ira Losco – Walk on water

Und die dritte Wiederkehrerin in Folge. Ira Losco, die 2002 bis dato Maltas bestes Ergebnis geholt hat. Dass La Losco gewinnt, sobald sie antritt, war klar, dass sie aber dann ihren Song austauscht, hat ihr in Fankreisen nicht nur Lob eingebracht. Immerhin, stimmlich, optisch und musikalisch präsentiert sie sich hier deutlich gereift und hat nix mehr mit dem niedlichen Piepsemädchen mit der Gardine von 2002 zu tun. Natürlich sieht sie immer noch klasse aus, aber mit ihrem Jungmädchencharme von damals wird sie nicht mehr durchkommen. Muss sie aber auch nicht. Der neue Song ist eine wilde, dramatische Angelegenheit, mit dem sie als 20jährige auch niemals auf die Bühne gegangen wäre. Wir werden schauen, was jetzt passiert. Die Final-Top Ten sollte damit sicher sein.

Chancen aufs Finale? Sicher durch.
Valletta 2017? Eventuell.
7/10


Okay, dann hier mal die erste Prognose. Ins Finale schaffen es die folgenden Herr- und Frauschaften:

Griechenland
Ungarn
Kroatien
Armenien
Russland
Österreich
Aserbaidschan
Island
Bosnien-Herzegowina
Malta

(und das stimmt bestimmt hinten und vorne nicht - aber mindestens zwei werde ich richtig haben!)

ESC 2016 die fünfte

13. Estland: Jüri Pootsmann – Play

Eigentlich sollte ich hier direkt mal derb Punkte abziehen, denn das Video vom Auftritt gibts nicht mehr, zumindest nicht in Deutschland. Deshalb muss ich das offizielle nehmen. Jury sieht aus wie Schwiegermuttis Liebling und überrascht mit einer für so ein Büblein erstaunlich tiefen und vollen Stimme. Der Song stammt unverkennbar von Stig Rästa, auch wenn er bei weitem nicht an den starken Vorjahresbeitrag der Esten ranreicht. Es ist ein netter Song, aber er erreicht mich überhaupt nicht.

Chancen aufs Finale? Kommt knapp durch.
Tallinn 2017? Nein.
6/10


14. Aserbaidschan: Səmra Rəhimli – Miracle

Was ist das denn für ein merkwürdiges Instrument am Anfang? Ansonsten machen die Aserbaidschaner dasselbe wie immer: Sie schicken eine schöne Frau, die ganz gut singen kann und einen Song im Gepäck hat, der mit Aserbaidschan so überhaupt nix zu tun hat. Vermutlich wieder irgendwo in Schweden produziert. Sorry, aber da ist doch ein Song wie der andere. Ich kann mir das ja gut anhören, aber wann kommt denn endlich mal jemand für Aserbaidschan, der NICHT in Schweden produzieren und schreiben lässt? Sorry, but that leaves me stone cold.

Chancen aufs Finale? Aserbaidschan. Muss ich mehr sagen?
Baku 2017? Nein.
6/10



15. Montenegro: Highway – Real Thing

Nach zwei Jahren mit Balkanballaden und Finaleinzug geht Montenegro zurück zur Schiene der Jahre 2012 und 2013. Nicht was den Sound angeht, dazu komme ich gleich. Aber was die Risikobereitschaft angeht. Ich finde es grundsätzlich ziemlich klasse, wenn bei Eurovisionssongs gegen den Strich gebürstet wird, und das ist hier der Fall - in einem nie für möglich gehaltenen Übermaß. Der Prinz-Blog gab dem Beitrag auf einer Skala von 1-10 einen Durchschnittswert von 1,0. Das muss man auch erstmal schaffen. Ich find den Beitrag auch von vorne bis hinten seltsam, aber das krachige Gitarrengebratze ist ws, womit ich durchaus was anfangen kann. Bei mir fällt er NICHT durch!

Chancen aufs Finale? Keine, wie auch?
Podgorica 2017? Dieses Jahr nicht, nächstes Jahr nicht...
7/10