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Montag, 9. Mai 2016

Miauuuu...

Servus meine Damen und Herren!

Liebe ESC-Fans!

Pünktlich zur Woche, die uns zugleich Weihnachten, Ostern und Pfingsten ist (ha, diesmal passt das sogar) meldet sich die 'Graue Eminenz' dieses Blogs um seine Meinung zum diesjährigen Liedgut kundzutun. Gefragt oder ungefragt.


Ohne Umschweife gleich zum 1. Semifinale.

Finnland
Sandhja
Sing It Away

Gleich zu Beginn ein Kracher. 
Nach etwas trägem Beginn tut der Refrain das seinige - man beginnt unweigerlich mit den Beinen zu wippen, springt auf und will tanzen. Very funky, very catchy.

Ich verstehe die miserablen Wettquoten nicht, aber eins weiß ich gewiss: selten kommt jemand beim ESC weit wenn ich dessen/deren Lied mag. Traurig, aber wahr.
Live bei der VE top, in Israel fürchterlich (könnte aber auch am Ton gelegen haben).

Für mich persönlich Top 10. 'Sing it away' werde ich auch noch Jahre später gerne hören.

9/10

--

Griechenland
Argo
Utopian Land

Ich kenne viele Fans dieses Liedes, daher ist es besonders schlimm sich hier in die Nesseln zu setzen, und doch tue ich es.
Der Refrain ist wirklich unterirdisch, wie kann man bei dieser langweiligen Stimme und Stimmung 'Fun' bekommen?
Thema klar verfehlt. 
Der Rest ist durchaus gut gemachter Sprechgesang, natürlich die folkloristischen Einlagen und ein gelungener 
Instrumentlteil. Sollte eigentlich locker für das Finale reichen - und doch... NEIN.

Die Wettquoten geben mir Recht - Griechenland sieht die Radieschen diesmal von unten.
Schmeißt die Frau raus und es könnte gerade noch klappen. 

5/10

--

Republik Moldau
Lidia Isac
Falling Stars

Entgegen vieler Meinungen in den sozialen Netzwerken bin ich der Meinung, dass Lidia eine sehr starke Livestimme hat und es nicht an ihr scheitern wird wenn Moldau im Semi hängen bleibt.
Die Komposition ist einfach zu beliebig, vergessen direkt nach dem Auftritt. Unglaublich schade für die bildhübsche Frau.

Aber dabei ist dabei, echte Song Contest Fans haben ein langes Gedächtnis (müssen sie auch bei so vielen Jahren ESC) und werden diesen, wie alle anderen Songs (plus alle VE-Beiträge, die greifbar sind), auch noch in Jahren wiedererkennen.

Ein schwacher Trost für Lidia, aber auch sie wird die ESC-Phase und den plötzlichen Hype um ihre Person immer in guter Erinnerung behalten.

Einen Finaleinzug Moldaus halte ich für ausgeschlossen.

5/10

Dienstag, 2. Juni 2015

Programmhinweis für Radio ŒDE

Nach dem ESC ist nach dem ESC. Radio ŒDE bringt in einer Sondersendung namens Wien, Wien, nur Schmu allein sämtliche Beiträge des diesjährigen Liederbewerbes, exklusiv gibt es auch nur bei uns die landessprachlichen Versionen der Beiträge aus Albanien, Griechenland, Island, Litauen, Mazedonien, Polen und Serbien sowie die türkische Version des Beitrages aus Aserbaidschan, außerdem den Sieger des FiK und ursprünglichen Beitrag Albaniens, Diell. Die Sendung wird schließlich auch noch peu à peu um diverse Vorentscheidstitel ergänzt.

Bojana Stamenov darf außerdem die deutsche Version ihres Beitrages, Die ganze Welt ist mein, in unserer Sendung Man singt deutsch jodeln. 

Selbstverständlich sind auch sämtliche Beiträge Teil unserer regulären Sendung Von Athen bis Wien.

Sendezeiten:

Wien, Wien, nur Schmu allein: Mo 9–10, Di 18–19, Mi 7–8, Fr 19–20, Sa/So 20–21

Man singt deutsch: Mo/Mi 23–24, Fr 0–1

Von Athen bis Wien: Mo 7–8/18–19, Fr 17–19

Dienstag, 12. Mai 2015

Kennt Ihr das - man will flott mit dem bloggen vorankommen, aber es kommt immer im ungünstigsten Augenblick etwas dazwischen?!


Finnland - Pertti Kurikan Nimipäivät - Aina Mun Pitää

Das ist schon etwas ganz Besonderes, Punk hatten wir noch nie beim ESC.
Kurz, knackig, laut, so wie es sein soll, und ich weiß wovon ich rede, die Ramones, Sex Pistols und der frühe NDW-Radau sind mir nicht fremd ;-) [letzterer läuft auch bei Radio Sixtus btw.]

Die eingefleischten Fans hassen das Lied, die Wettquoten lieben es, es bleibt wohl spannend bis zum Schluss.

6/10


Griechenland - Maria Elena Kyriakou - One Last Breath

Schöne Frau in einem schönen Kleid singt schönes Lied vor schönem Hintergrund. So gut, so langweilig.
Ich sag einmal so: der Finaleinzug ist Pflicht, die Ballade ist eingängig und Marias müßte schon ein grober Schnitzer passieren um das zu verhindern.

Im Finale werden die Karten neu gemischt, das Feld ist stärker und OLB schnell vergessen sein (ok, Zypern erinnert sich bestimmt...). Ich rechne mit Platz 18. Das kann dem Pleitegeierland nur Recht sein, denn das Budget für die Ausrichtung eines ESC ist so bröckelig wie die Akropolis.

5/10

Dienstag, 27. Mai 2014

Das Finale, Platz 20-18

20. Griechenland
Come on and reis ab, reis ab, reis ab... hat der deutsche Zuschauer möglicherweise verstanden (merkt Ihr was? Die Phonetik-Else in mir ist grad aufgewacht und beginnt sich zu strecken - nicht dass sie dieses Jahr viel Gelegenheit dazu hat, aber dazu später mehr). Endlich endlich endlich sind die Griechen für Substanzlosigkeit mal so richtig abgestraft worden. Wurde auch langsam mal Zeit! Der Song geht zwar in die Beine, gibt aber ansonsten nicht allzuviel her. Und die Jungs sind zwar alle very pleasing on my eyes und die Idee mit dem Trampolin war auch durchaus nett, aber dann muss der Auftritt auch eins a sitzen! Das tat er hier weder im Semi noch im Finale. An und für sich kann man ja bei einem solchen Song nicht viel falsch machen, aber der Gesang war dermaßen schwach, da konnte auch der ganze Schnickschnack drumherum nix mehr helfen. Dabei hätten die Griechen durchaus mal bei sich selber gucken können, wie man das macht. "Watch my dance" wurde nämlich vor drei Jahren PERFEKT auf die Bühne gebracht. Come on and reis ab. Genau.

19. Montenegro
Ich hasse bei der Eurovision nichts mehr, wenn ich mich in einen Song verliebt habe und der dann auf der Bühne versenkt wird. Mich hat die Rollkunstläuferin zumindest im Semi weniger gestört als befürchtet, gebraucht hätte ich sie dennoch nicht. Das Lied bleibt mein Liebling dieses Jahr, und Sergej hat eine wunderbare Stimme. Aber vielleicht hätte man doch vorher mal bei einem gewissen Zeljko J. nachfragen sollen, wie man sowas auf die Bühne bringt. Der Startplatz nach den im Semi alle überraschenden Niederländern und der im Finale nach Armenien war sicher jeweils mindestens kein Vorteil. Während der Semi-Auftritt noch sehr gelungen war, hat er es im Finale leider völlig versenkt. Da war nix mehr von dem klarem, souveränen Gesang zu hören, den es braucht, um so eine Nummer gut auf die Bühne zu bringen. Trotzdem, sehr schade. Ich hätte das natürlich gern weiter oben gesehen.

18. Deutschland
Nach dem 18. Platz von Elaiza passierte das, was in solchen Fällen immer passiert: Auf den einschlägigen Seiten tauchten mal wieder diejenigen auf, die sonst nie irgendwo auftauchen, und belehrten den NDR darüber, wie scheiße das alles ist, was er alles falsch macht und dass sie das ja schon immer gewusst hätten. BULLSHIT! Mal ehrlich: Drei so unerfahrene Mädels mit DIESER Startnummer in DIESES Feld (möglicherweise das stärkste Finale aller Zeiten!) zu schicken und dann mit Platz 18 VOR Griechenland, Aserbaidschan, Malta und Italien wieder rauszukommen, das ist wirklich aller Ehren wert. Elaiza haben bei ihrem Auftritt kaum was falsch gemacht - Elas Stimme war am Ende der Bridge ein wenig neben der Spur, und das Tütü hätte sie bessr auch daheim gelassen, aber ansonsten war das ein toller Auftritt, mit dem die drei Damen uns ganz sicher nicht blamiert haben! Und bei so vielen tollen Beiträgen können nicht alle erster werden. Deutschland hat Elaiza gewählt, und das war auch gut so. Ich bezweifle, dass es mit irgendeinem der anderen (ja, auch Unheilig!) weiter nach vorn gegangen wäre. Und die drei Mädels haben sehr viel Spaß auf der Bühne und in Kopenhagen die Zeit ihres Lebens gehabt - was will man mehr? Ich wünsche den dreien und mir selbst, dass man noch viel von ihnen hören wird! Alles Gute für Euch, Mädels!

Dienstag, 1. April 2014

ESC 2014 Gesamtbetrachtung Teil 6


Und der Rest vom 2. Semi

11. Mazedonien: Tijana Dapčević -To the sky

Hu hu hu - und gleich zu Anfang prallt man erstmal zurück. Wie hat sich die Ina Müller denn verkleidet? Das ist leider mal wieder Billigpop vom allerschlimmsten, dargeboten von einer Blondine in heftig hohen High Heels und schwarzem Anzug, die erschreckend an eine Domina erinnert und durch ihre tiefe Stimme in den Strophen verstörend androgyn wirkt. Meine erste Reaktion war jedenfalls: "Was ist das denn?" Und da der Song auch keine Offenbarung ist, möchte ich das hier nicht haben!
Chancen aufs Finale: Pöh. Wird wohl gehen. Muss mir ja nicht gefallen.
Skopje 2015: Ach, vergesst es doch.
2/10


12. Schweiz: Sebalter - Hunter of stars

Ich bin ein lustiger Musikant und pfeif mir eins, hat sich der Sebalter wohl gedacht. Und sein Song kommt auch genauso rüber: Frisch, pfiffig, unkompliziert. Und nett aussehen tut er auch. Das macht einfach Spaß! Ich hoffe, er kann es auch live stemmen, hab hier nur wieder das offizielle Video. Ich hoffe, sie setzen es auch ein bissi fröhlich um auf der Bühne. Wir haben bisher allzu viele anstrengende Songs, da kommt das hier sehr gut.
Chancen aufs Finale: Sollte nach der anstrengenden Mazedonierin eigentlich drin sein
Zürich 2015: Nein, dazu ist es zu schlicht
9/10


13. Griechenland: Freaky Fortune feat. Riskykidd – Rise up

Es geht los mit einem Trompetenintro, das auch in keinem Film über die alten Griechen fehl am Platz wäre, und dann fängt ein Rapper mit einer Physiognomie zum Reinschlagen an zu singen. Ich kann mit Rap nix anfangen, und das hier ist keine Ausnahme. Wenn sie nicht rappen, dann singen sie "Rise up" "Rise up" "Rise up". Der Bumsbeat macht Remmidemmi, aber irgendwie ist es immer nur dasselbe. Und nicht wirklich schön. Wird aber in den Eurodiscos die Tanzflächen zum Kochen bringen. Der wohl ungriechischste Beitrag aller Zeiten, und das ist leider kein Kompliment...
Chancen aufs Finale: Griechenland schafft es immer
Athen 2015: Nicht mit diesem Song. Athen 2014 wär eigentlich gerecht gewesen!
3/10


14. Slowenien: Tinkara Kovač – Round and round

Irgendwie haben die Flöten von Emmelie doch einen gewissen Eindruck hinterlassen, auch Slowenien beginnt mit einem Flötenintro. Die Slowenen zweisprachig am Start, schau an. Der Song stammt aus der Feder von Hannah Mancini und ist so an sich nix Besonderes, ich kanns mir aber einigermaßen anhören. Allerdings so alles in allem nicht so der Oberburner. Immerhin ist die Sängerin gut. Wann zum Henker lernen es die Slowenen endlich?
Chancen aufs Finale: Könnte eng werden.
Ljubljana 2015: Nö
5/10


15. Rumänien: Paula Seling & Ovi – Miracle
Du lieberHimmel, was sind das denn für Sprünge im Refrain? Das irritiert mehr, als dass es irgendwas bringt. Pauli und Ovi können natürlich immer noch singen, Paula sieht immer noch klasse aus, aber bitte, was ist das denn für ein Song? Die Strophen sind langweilig, dafür hört sich der Refrain an, als ob da irgendwie die CD einen Sprung hätte. Sowas kann ich nicht haben, weil unsere CD-Player auch immer Zicken machen. Paula & Ovi, das ist kein Miracle! Das könnt Ihr besser!
Chancen aufs Finale: Ja, das schon.
Bukarest 2015: Ich habe anno 2005 prophezeiht, dass die Rumänen den ESC innerhalb der nächsten zehn Jahre (also 2006-2015) gewinnen werden. Nun ja. Bleibt ja noch ein Jahr.
4/10


So, und auch hier wieder eine Zusammenfassung: Im Gegensatz zum ersten Semi, das man wohl als absolutes Killersemi bezeichnen muss, ist die Lage hier nicht ganz so eindeutig. Von den Songs her find ich es insgesamt etwas schwächer, es gibt aber auch hier wieder einiges, das herausragt. Schauen wir mal, wer ins Finale kommt: Da nur fünf dieses Mal rausfliegen, versuch ich mal, diese fünf zu finden.

Raus ist auf jeden Fall

Litauen (Slowenien 2013 reloaded)

Bei allen anderen bin ich mir unsicher. Drin sind auf alle Fälle

Israel
Norwegen
Griechenland
Rumänien

Enge Kiste:

Malta
Irland
Slowenien


Sollten es eigentlich schaffen:

Polen
Österreich
Weißrussland

Kann ich gar nix zu sagen:

Georgien

Schaffen es wohl, aber nicht bombensicher:

Finnland
Mazedonien
Schweiz


OK, dann nochmal die Liste, aber nie war ich mir so unsicher wie hier. Im Finale sehen wir:

Israel
Norwegen
Polen
Österreich
Finnland
Weißrussland
Mazedonien
Schweiz
Griechenland
Rumänien.

Wenigstens kann man hier nur fünf Fehler haben.

Sonntag, 25. März 2012

Frau Fabian testet die Bundesliga 2012, Teil 1

Semi 1

01 Montenegro

Oh Gott, das hälste ja im Koppe nich aus. Man versteht nix, hässlicher Mann versucht zu rappen, dazu macht irgendwas im Hintergrund Geräusche. Montenegro hat schon ne komische Art, seine Beiträge zu finden. Nachdem sie beim letzten Mal gesiegelt worden sind (erfolglos), haben sie dieses Mal einfach das Tor der Irrenanstalt aufgemacht und den ersten auf die Bühne geschickt, der rausgekommen ist. Mach das weg!!!

Chancen aufs Finale? Montenegro eröffnet zum dritten Mal hintereinander das Semi und fliegt zum vierten Mal hintereinander raus!
Podgorica 2013? Hau BLOSS ab!
0/10



02 Island

Düster, mystisch, magisch! Eine Augen- und Ohrenweide! Leider machen sie es ja dann in Baku auf englisch, trotzdem wird die Nummer dadurch nicht leiden, das wage ich jetzt mal zu behaupten. Ganz toll!

Chancen aufs Finale? Nach dem bekloppten Montenegriner haben die die beste Startposition, die möglich war. Wird natürlich durchmarschieren! Da könnten sie auch "Alle meine Entchen" singen.
Reykjavik 2013? Das wär mal toll!! Und möglich ist es dieses Jahr allemal! Ich halte jedenfalls jetzt schon mal die Daumen!
9/10


03 Griechenland

Im Südosten nix Neues. Griechenland ist so pleite, da reichts noch nicht mal für Innovation bei Eurovisionsbeiträgen. Wahrscheinlich haben sie das innovative Potenzial letztes Jahr restlos aufgebraucht. Das ist Helena Paparizou in ganz ganz billig (also so etwa Kaloderma-Niveau, allerdings sieht die hier besser aus und hat eine nicht ganz so unerträgliche Stimme). Immerhin kann das Mädel singen. Aber ansonsten.... *seufz*

Chancen aufs Finale? 100%. Die bewährte griechische Mischung wirds schon machen
Athen 2013? Gott bewahre...
4/10



04 Lettland

Dieser Text ist ja unfassbar - die Letten sind ja mal was dreist. Das Mädle kann durchaus singen, reißt die AUgen auf, als hätte sie Dima Bilans jährliche Koksration auf einmal eingeschmissen, und wird bis Baku hoffentlich noch was an ihrem Outfit tun - das ist nämlich scheußlich. OK, jetzt kommen alle Kleidertricks aus der Mottenkiste, wenn man halt sonst nix hat, was helfen kann. Nee nee nee, beautiful geht anders. Das ist einfach nur Durchschnittsware, zumindest die Musi. Der Text, wie gesagt, ist nett.

Chancen aufs Finale? Wackelkandidatin, würde ich sagen. Kommt drauf an, was noch so nach ihr kommt.
Riga 2013? Ach wo.
5/10



05 Albanien

Ach du Heimatland, was ist das denn für ne Frisur? Wo kriegt man sowas her? UNd warum tut ihr das Singen so weh? Die brüllt ja wie am Spieß, aber sie kanns auch. Ich bin hin- und hergerissen. Musikalisch ist das extrem spannend, allein, es stört die Sängerin. Warum müssen diese Schmerzensschreiballaden immer so anstrengend für die Ohren sein? Und die Phonetik-Else in meinem Inneren räkelt und streckt sich grad - aus jetzt! Die hohen Töne klingen auch nicht alle so ganz astrein - lasst doch die Sängerin zuhause und schickt nur die Musi! Bittebitte! Ich will die Karaoke-Version und ich will sie sofort!

Chancen aufs Finale? Ebenfalls Wackelkandidatin, vor allem weiß man ja heute noch nicht, wie sehr das ganze wieder ver-remixt wird.... Ma gucken, wie das am Ende aussieht.
Tirana 2013? Niemals nicht.
6/10 (und die allein für die Musi OHNE Stimme!)




06 Rumänien

Und hier haben wir den ersten echten 4-Chord-Song (die Lettin hat geschummelt und sich grad noch drumherumgedrückt). Und zwar einen, der zwar ein wenig zu drumlastig ist, aber verdammt gute Laune macht. Und nach der kreischenden Albanerin kommt das gleich dreimal so gut. Sie können singen, es knallt rein auf der Bühne, ist zwar nicht der Niveaukracher, macht aber Spaß. Was will man mehr.

Chancen aufs Finale? Rumänien kommt immer ins Finale - und dieses Mal völlig zu Recht!
Bukarest 2013? Das reicht nicht.
8/10

Dienstag, 28. Juni 2011

Frau Fabians ESC-Nachlese, Teil 5

Georgien

Au weia, insgesamt sechs Minuten Ohrenfolter für mich. Aber geiles Bühnenbild, die Kirchenfenster auf der LED-Wand kamen schon richtig toll... (in der Halle übrigens noch besser!). Und performerisch haben sie wohl alles rausgeholt was ging, auch wenn die Begleiter der sehr hübschen Sopho wohl gerne mal ein bisschen seltsam aussehen..... Klamottentechnisch übrigens auch, alles rausgeholt, meine ich. Herzlichen Glückwunsch zum Barbara-Dex-Award, den ich übrigens NICHT für verdient halte.

Griechenland

Die Griechen haben im Moment einfach den Bogen raus, das muss man mal neidlos anerkennen. Das war jetzt die achte Top-Ten-Platzierung in Folge, und sie war hochverdient. Der Song ist sperrig, zugegeben, und man denkt zuerst, den blöden Rapper braucht doch kein Mensch. Aber wenn der es dann zum Refrain wechselt und der wunderschöne Loukas Giorkas singt, als ginge es um sein Leben, dann merkt man, dass das ganze genau so dosiert werden muss, um richtig zu wirken. Das fantastische Bühnenbild tat ein Übriges. Völlig verdienter Sieger des ersten Semis!

Kroatien

Liebe Daria, mal ehrlich: Du machst weiß Gott keinen unsympathischen Eindruck, aber musst Du Dich denn für jeden Scheiß hergeben? Wenn ein Lied schon "Celebrate" heißt, sollten seit 2004 bei jedem Eurovisionista die Alarmglocken zu bimmeln anfangen. Wenn das Lied dazu noch mit einem dermaßen hirnlosen Bumsbeat unterlegt ist, ist es zwar nur konsequent, wenn man eine Choreographie dazu aufführt, die in die Dorfdisco gehört und nicht auf die ESC-Bühne, aber man darf sich keine Illusionen darüber machen, dass man damit ins Finale kommt. Da hilft dann auch weder der Zauberer noch der doppelte Kleidertrick, und apropos: Wieso hast Du diesen Heinz mit dem Glitzerfransentisch nicht einfach daheimgelassen?

Ungarn

Es scheint eine Spezialität der Ungarn zu sein, Songs zum ESC zu schicken, die so gut sind, dass man damit einfach nicht im Semi hängen bleibt, egal was man anstellt. Und Kati stellte eine Menge an. Gesanglich wars nicht so schlimm wie überall beschrieben, es saßen zwar einige Töne etwas quer, aber da bot das erste Semi weiß Gott übleres. Dafür war es optisch eine Katastrophe der Extraklasse. Das fing bei dem schlimmen blauen frisch aus Andorra importierten Fummel an, in dem Kati, Typ "dünne Frauen verkratzen die Möbel", aussah wie ein Storch, dazu die sorgfältig ondulierte Mähne – zum Grausen. Kein Wunder, dass sie sich nicht bewegte zu ihrem Knaller, bei dem jedem normalen Menschen eigentlich die Beine durchgehen müssten. Aber die Häärlein hätten ja verrutschen können, außerdem hätte das auf diesen Storchenstelzen auch zu staksig ausgesehen, am Ende hätte sie sich noch was gebrochen. Sie hat sich dann doch ins Finale gerettet, dort die Halle zum Kochen gebracht, obwohl der Auftritt mieser als ganz mies war, ist aber dann ganz hinten verendet. Die Topfavoritin auf den Gesamtsieg, als die sie im Vorfeld gegolten hatte, war sie zu dem Zeitpunkt aber ohnehin schon längst nicht mehr. Es ärgert mich einfach kolossal, dass man aus diesem starken Song nicht alles rausgeholt hat was ging.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Der ESC 2011 im Nachtritt. Teil 6: Das Finale von vorne

Nach Jahren des Scheiterns gelang Slowenien dank der stimmstarken Maja Keuc zum erst zweiten Mal überhaupt der Einzug ins Finale. Doch so richtig im Gedächtnis blieb außer Majas guter Stimme und noch besserem Aussehen wenig – wie ging noch mal gleich die Melodie?


Auch beim zweiten Anlauf gelang den Krawalleros aus Moldawien, Zdob și Zdub, der Einzug ins Finale, wenn auch nur knapp mit einem Punkt Vorsprung vor den elftplazierten Belgiern. Und die Konkurrenz ist in den sechs Jahren, die seit dem Debüt 2005 vergangen sind, ist härter geworden. Zipfelmützen statt Trommeln, Schneewittchen auf dem Einrad statt Omi auf dem Schaukelstuhl, und viel Krach statt Witz. Für Abwechslung im Finale ganz nett, aber mehr auch nicht.


Georgien steht für Abwechslung bei ESC-Beiträgen, immerhin. Wo die kaukasischen Nachbarn so lange dasselbe Rezept wieder aufköcheln, bis sie entweder scheitern (Armenien) oder gewinnen (Aserbaidschan), probieren die Georgier immer etwas Neues aus. Das heißt, wirklich neu ist der Musikstil Eldrines auch nicht, höchstens für ESC-Verhältnisse, wo alles ein paar Jahr(zehnt)e später auftaucht oder auch nicht. Was man den Georgiern ebenfalls nicht vorwerfen kann, ist, daß sie gesangliche Schwachmaten ins Rennen schicken, denn im Gegensatz zu Armenien, das blind auf seine Diaspora vertraut, muß sich Georgien seinen Finalplatz hart erkämpfen. Und der war wohlverdient, wenngleich die Finalplazierung auch ein wenig höher hätte ausfallen dürfen.


Irland auf ungewohnten Pfaden: Erstmals seit 1969 erdreisteten sich die Bewohner der buttergrünen Feeninsel, einmal etwas Zeitgemäßes zu entsenden, und nicht nur erreichten sie damit das Finale, nein, sogar die beste Plazierung seit mehr als zehn Jahren wurde damit erreicht. Gesanglich ist das Zwillingspärchen Jedward natürlich vollkommen indiskutabel, aber die Bühnenshow war äußerst unterhaltsam, und in der Studioversion hört man diese Schwächen schließlich nicht, so daß auch einem Verkaufserfolg nichts im Wege stehen dürfte.


Griechenland macht derzeit schwere Zeiten durch, und entsprechend ist auch der heurige ESC-Beitrag geartet: Erst der Brabbelteil von Stereo Mikros, dann hochpathetisch-langtoniges von Lukas Giorkas, der trotz seines stimmbändlichen Danebenbenehmens das erste Semifinale gewonnen hatte. Zumindest bei den Plazierungen in der Eurovision ist von einer Krise der Griechen nichts zu spüren.


Ein simpelst gestrickter Schunkelschlager, angereichert mit Krankengymnastik, vorgetragen von einem vor allem im Semifinale hochgradig nervösen Dino Merlin – haben Bosnien & Herzegowina ernstlich geglaubt, damit den Pott nach Sarajewo zu holen? Wenn es nach den Juries gegangen wäre, hätten wir diese gehüpfte Midlife-Crisis nicht einmal im Finale wiedergesehen, so konnte Dino wenigstens noch die Punkte der Ex-Jugo-Nachbarn abgreifen.


Nun stoßen wir in Gefilde vor, deren Phänomene nur aus dem Reiche des Übernatürlichen entstammen können; angefangen mit Dänemark. Einmal mehr eine eklig-schleimige Mitklatschnummer, vorgetragen von einem Sänger, der uns dank Judith Rakers auch noch seinen offenliegenden Arschritzenschweiß-Zulauf in Großaufnahme zeigen durfte. Hätten A Friend in London doch bloß diesen besucht und uns mit diesem gesungenen Rotz zufrieden gelassen!


Nun ein Beispiel dafür, daß man auch ganz oben landen kann, wenn man es nur schafft, von seinem dümmlichen Lied und seiner scheußlichen Garderobe abzulenken. Nicht Mika Newton hat für die seit jeher chronisch überbewertete Ukraine den vierten Platz eingefahren, sondern die Sandmalerin Xenia Simonova. Vielleicht sollte die eingebildete Newton (sinngemäß: „Wenn ich Millionen hätte, wäre für mich die Eurovision doch uninteressant“) zu ihrer Single eine Handvoll Sand zum Selbermalen dreingeben. Oder gleich nur den Sand verkaufen. Musikalisch läuft es eh auf dasselbe hinaus.


Schweden nun lieferte einmal mehr das beste Pro-Argument für alle Spötter des ESC: Musikalische Minimalgrütze mit dümmlichem Holzhammerrefrain, dargeboten von einem minderjährig wirkenden, hyperaktiven Quakfrosch namens Eric Saade, unterstützt von irgendeinem überflüssigen Schnickschnack auf der Bühne, damit die Leute dran denken, wenn Melodei und Land schon längst im Orkus des Vergessens gelandet sind. Funktioniert hat es ja, aber ob dieses Lied sich als Sieger wesentlich besser verkauft hätte als z. B. ein Dirna Billig, der es in Deutschland mit Ach und Krach und trotz Dauerrotation auf VIVA nicht einmal unter die ersten Fünfzig geschafft hat, ist mehr als fraglich (gut, der Marquis de Saade schaffte immerhin Platz 48). Aber nun haben die Rückblicker der nächsten fünfzig Jahre wieder etwas Neckisches, worauf sie zurückblicken können, eine Nadine Beiler gibt da zu wenig Albernes ab.


In einem Jahr, wo sich Wettbüros, Anrufer und Juries nicht eins sind, wer jetzt Erster werden soll, schafft es wohl derjenige, der am wenigsten aneckt. Das war dieses Jahr Aserbaidschan, der kleine, unsympathische Bruder der Türkei, der sich im Dauerclinch mit einem gewissen Nachbarlande befindet, das aus daher leicht einsehbaren Gründen nächstes Jahr freiwillig auf eine Teilnahme verzichten wird und uns somit wenigstens ein garantierter Scheißbeitrag erspart bleibt. Was machte Ell & Niki oder Alder und Nigga, wie die beiden vermutlich in echt heißen, also so besonders? Ihre gesanglichen Unzulänglichkeiten? Sein Welpenstatus? Die an diverse US-Kompositionen angelehnte, aber aus Schweden importierte Musik, die gleich jedermann als ursprünglich aserbaidschanisch erkennt? Wie dem auch sei, gewonnen hat also ein Land, bei dem die meisten nicht einmal wüßten, wo auf der Landkarte sie es suchen sollen mit einem Lied, das man wohl gleich vergeblich in den Hitlisten suchen wird. Nächstes Jahr also auf nach Baku im [hier bitte den Namen des noch zu errichtenden Gebäudes eintragen]!

Sonntag, 8. Mai 2011

Ojeeeeeeeeee................

Meine Lieben!

Ich bin völlig im Verzug. Ich habe keine Ahnung wie mir das passieren konnte, aber es ist nun einmal geschehen.
Natürlich interessieren Euch nach dem Song Contest kaum mehr meine Einschätzungen, also greife ich zu einem drastischen Mittel: ich werte ohne zu kommentieren. Die Wertungen standen ja schon Aeonen vorher fest, nur fehlten mir Muße uns Texte. Ich äußere mich selbstverständlich noch nach dem Event ausführlich.

Griechenland - Loukas Giorkas feat. Stereo Mike - Watch My Dance

Ich sah die VE und war alles andere als begeistert. Nun, bei den Proben, wirkt das Lied viel besser. Aber wir wissen, Griechenland kommt immer weiter, LEIDER!



Armenien - Emmy - Boom Boom

Das war eine schwere Geburt bei dieser relativ schwachen 'Vier-Lieder-Auswahl'. Ich hatte gleich das Gefühl, dass Bumm Bumm Tschakka Tschakka international die größten Chancen haben würde (und das armenische Publikum folgte meiner Auffassung netterweise).



Kroatien - Daria Kinzer - Celebrate

Wozu solch eine lange Vorentscheidung wenn dabei ohnehin nichts rauskommt? Na egal, Daria kann singen, das bewies sie in den Proben. Leider ist die Inszenierung ein 'Hauch von Nichts' (so wie auch das Lied), darum wird Kroatien das Finale diesmal von außen sehen.


Portugal - Homens da Luta - A Luta é Alegria

Leider leider leider hat Portugal völlig falsch entschieden und eine Comedytruppe mit politischem Anspruch entsandt, wo es doch wunderbare Lieder in der internen Konkurrenz zu bestaunen gab.
 Aber was rede ich, wir Österreicher sind vor 'Protestvotings' auch nicht gefeit und Alf brachte uns den 6.Platz. so what?!

Sonntag, 20. März 2011

2011 im Test - Teil 3

15 Ungarn - Kati Wolf - What About My Dreams

Rein akustisch hat der Song alle Ingredienzien für einen Sieger. Starke Stimme, interessante Melodie, und das Ding geht ab wie Schmitzkatze. Allerdings höre ich hier gerade die ungarische Version, ich weiß nicht, wie es auf Englisch kommt. Und: Ich weiß nicht, ob Kati live singen kann. Aber wenn sie live das hält, was sie studiomäßig verspricht, ist das hier der erste heiße Siegeskandidat! Eindeutig das beste, was ich bisher hier gehört hab.
Chancen aufs Finale: 1000% drin. Der Song ist so gut, dass ihn auch stimmliche Patzer nicht kaputtkriegen - und ich hoffe mal, dass man bei der Choreographie keine groben Fehler macht.
Budapest 2012: Ich nehme an, bei MTV (nicht zu verwechseln mit Emm-Ti-Vi) haben sie schon die Sparschweine hingestellt.
10/10



16 Portugal - Homens da Luta - Luta é alegria

Der-die-das, wer-wie-was, wieso-weshalb-warum, wer nicht fragt bleibt dumm! Ich lach mich kaputt. Was sind denn das für Figuren? Was machen die da? Wer hat denn diese Kreuzung aus Village People und Sesamstraße auf die Bühne gelassen? Das ist so grottig, dass es schon wieder zum schreien komisch ist. Unfassbar! Der größtmögliche Kontrast zu der tollen Ungarin davor. Wer hat denn diese Grütze bloß gewählt?
Chancen aufs Finale: Mmmmmmmprrrrrrrrrrrrrrrrruuuuuuust, wegen sowas müsste man eigentlich für einige Jahre vom Semi ausgeschlossen werden.
Lissabon 2012: Muhahahahaha, aufhörn, ich kann nicht mehr! Mein armes Zwerchfell!
4/10 (weils wirklich zum Brüllen komisch ist)


17 Litauen - Evelina Sašenko - C‘est ma vie

"Sorrow reimt sich auf tomorrow, jeder machts, weiß nicht warum...." Die Gute hätte ja nach den dilettantischen Portugiesen alle Chancen, aber sorry, das Geschrei ist im höchsten Maße unerträglich. Die sieht aus, singt und benimmt sich wie direkt aus dem Musical eingeflogen. Sowas ist beim ESC bisher noch immer schiefgegangen. Und der Zuschauer wirds wohl auch dieses Mal nicht goutieren. Mag ja sein, dass sie gut singen kann, aber es ist trotzdem: UN-ER-TRÄG-LICH!
Chancen aufs Finale: Keine.
Vilnius 2012: Auch keine Chance.
2/10


18 Aserbaidschan - Ell & Nikki - Running Scared

Aserbaidschan ist ja mein persönliches Eurovisions-Hassland Nummer 1, und ich will nix mögen, was von da kommt. Aber ich bin den Azeris echt dankbar für diese noch nicht mal besonders herausragende Nummer, hilft sie doch, die unerträgliche Litauerin aus den Ohren zu kriegen. Der Typ singt ein bisschen hoch, und ich weiß natürlich auch mal wieder nicht, wie das wohl live auf der Bühne kommt und ob sie singen können, die Nummer ist auch nicht sooooooo herausragend, aber es gibt ansonsten wenig, was man dagegen sagen kann.
Chancen aufs Finale: Sicher weiter.
Baku 2012: Dafür wird es eher nicht reichen.
7/10


19 Griechenland - Loukas Giorkas feat. Stereo Mike - Watch My Dance

Die erfolgreichste Westnation der abgelaufenen Dekade erfindet sich dieses Mal total neu. Das ist so ganz anders als alles, was die Griechen bisher geschickt haben, und andererseits dennoch unverkennbar griechisch. Mir gefällts jetzt nicht so, ist mir nämlich alles in allem zu zäh, wird aber sicherlich seine Freunde finden.
Chancen aufs Finale: 100% - es ist Griechenland!
Athen 2012: Ein Siegersong ist das m.E. nicht.
5/10


So, das war jetzt das erste Semi - hat doch gar nicht wehgetan. Wenig Totalschrott, aber auch wenig total Gutes. Schauen wir mal, wer es meiner Einschätzung nach packen wird:
Im Finale sehe ich nach dem ersten Durchhören:

Polen
Norwegen
Armenien
Türkei
Russland
Finnland
Ungarn
Aserbaidschan
Griechenland

Da fehlt jetzt noch einer.... wünschen tät ich mir natürlich Island, aber es wird wohl entweder auf Georgien (würg), Kroatien oder Serbien rauslaufen.

Freitag, 5. November 2010

ESC-Nachlese, achte Runde

07. Belgien
Wenn es einen Teilnehmer gab, der nicht nur in, sondern auch durch das Finale getragen wurde, dann war das sicherlich Tom Dice. Im Gegensatz zum Semi war er im Finale völlig entspannt, gestattete sich gar in der Instrumentalpause nach dem ersten Refrain einen kleinen Jörgen-Olsen-Lacher und faszinierte das Publikum in der Halle genauso wie das vor den Bildschirmen, und das, obwohl er doch so ganz allein auf der Bühne stand und so völlig normal rüberkam. Halt der nette Junge von nebenan. Möglicherweise war genau das das Faszinierende. Für mich war es jedenfalls wieder ein Gänsehautmoment, und das gute Abschneiden des belgischen Beitrags war eine der schönsten Überraschungen des diesjährigen Contests.

08. Serbien
Manche Beiträge verlieren in der Wiederholung, dieser hier gewann, fragt mich bitte nicht warum. Milans Frisur bleibt indiskutabel (obwohl er sie sich im Vorfilmchen doch soooo schön gerichtet hat), das Lied bleibt ein Abklatsch von Disco Partizani, aber aus irgendeinem Grund kams im Finale deutlich besser rüber als im Semi.

09. Weißrussland
Ja sage mal, warum war denn der ersten Sänger so aufgeregt? Hatte der einen Anruf von Herrn Lukaschenko bekommen, doch bitte entweder nur MIT dem Pott (bzw. dem Glitzermikro) oder gar nicht mehr nach Hause zu kommen? Ansonsten war der Effekt sattsam bekannt: Ein solches Kitschfest, dazu noch mit bereits gesehenem Gimmick, kann in der Wiederholung nur verlieren, und so wars auch hier. Dazu kam, dass Serbien als unmittelbar davor startendes Land dann doch weitaus erträglicher war als die mazedonische Nuttencombo im Semi.

10. Irland
Oh-oh-oh. Niamh muss ihr Semi-Auftritt ja schwer verunsichert haben, denn sie sang hier mit hörbar angezogener Handbremse - und dennoch leider nicht gut, insbesondere der letzte Refrain mit dem verfluchten letzten Ton kam nicht wirklich gut. Und abgesehen davon: In einem Eurovisionsfinale hat man gefälligst voll aufzudrehen, als frühere Siegerin aber schon dreimal! Und noch zwei Anmerkungen: Beim letzten Refrain hätte ich persönlich die Windmaschine, wenn ich sie schon anmache, ein bisschen mehr pusten lassen - und im Vorspann hätte ich genau wie im Semi gezeigt, dass Niamh auf einem Podest steht. Wenn man das nicht weiß, dass sie auf einem Podest steht, wirken ihre Proportionen nämlich ziemlich merkwürdig. So gesehen leider eine verdiente Platzierung, auch wenn es um den Song und die an sich tolle Sängerin echt schade ist. Toll übrigens auch deshalb, weil sie sich hinterher als gute Verliererin zeigte, was mehr ist, als man von so manch anderem sagen kann.

11. Griechenland
Tja, das kam nach Irland richtig, richtig gut, auch wenn ich den Song leidenschaftlich hasse. Und die Pyros aus den Trommeln waren natürlich sagenhaft. War für mich dennoch nie ein Siegeskandidat, denn dazu ist es doch zu sehr "My number one" reloaded. Aber was weiß ich schon?

12. Großbritannien
In allen Umfragen vorher DER Top-Favorit auf den letzten Platz, und wenn man den Auftritt gesehen hat, dann weiß man auch warum. Josh sah aus, als wäre er immer noch in der ersten Runde vom Casting, jeder Eimer Wasser hätte sich besser bewegt und mehr Bühnenpräsenz gehabt. Die Idee mit den beleuchteten Schränkchen ist geklaut, und bei Ani Lorak kam das viel, viel besser. Josh war zu leise, so kam der nervige Chor noch viel besser raus. Und schlussendlich. Der Song ist und bleibt gequirlte Sch.... äh, also der Song iste nitte gutt. Ich weiß, dass ich den Witz schon siebenundelfzig mal gemacht hab, aber dann ist es eben jetzt das achtundelfzigste Mal: That sounds SO NOT good to me!

Freitag, 15. Oktober 2010

ESC-2010-Nachlese, dritte Runde

12. Albanien
Julianas Stimme ist nach wie vor nicht mein Fall, und auch optisch war das jetzt nicht... also das war verbesserungsfähig. Dennoch hatte ich Albanien von Anfang an als klaren Top5-Kandidaten gesehen. Der Auftritt im Semi hat mich allerdings enttäuscht, das kickte einfach nicht, keine Ahnung warum. Vielleicht hätte sie es auf albanisch singen müssen. Der Finaleinzug ging natürlich trotzdem absolut in Ordnung.

13. Griechenland
Ich mag das ja immer noch nicht, und ich bin auch froh, dass es nicht gewonnen hat - als Sieger hab ich es von Anfang an nicht gesehen. Außerdem hasse ich Tattoos. Aber es war gut gemacht, und Giorgios hat aus der Nummer alles rausgeholt. Griechische Patentformel eben.

14. Portugal
Das Lied ist immer noch dröge, und das Fräulein hat immer noch so gar keine Ausstrahlung. Nun gut, sie ist ja ganz hübsch, aber nicht hübscher als beispielsweise die Finninnen, die Slowakin oder die Malteserin (jawohl!). Also kann es doch nur das Kleid gewesen sein, oder? Und dann noch nicht mal knapp reingerutscht, sondern ziemlich oben auf Platz 4 - irgendwas ist da völlig an mir vorbeigelaufen.

15. FYROM
Auch das Lied aus Mazedonien hab ich mir in den Wochen vor dem ESC schöngehört, so kam der optische Schock beim Semi völlig überraschend. Nein, damit ist nicht der zweifelsohne schon etwas in die Jahre gekommene Gjoko gemeint, mit sowas schockiert man mich nicht. Dafür aber umso mehr mit diesen Tanzhuschen (jawoll, ein braves Mädchen macht immer schön die Beinchen breit!!) direkt vom Bahnhofsstrich aus Skopje. Und dann steht tatsächlich FSK 0 auf der DVD, man sollte es echt nicht für möglich halten.

16. Weißrussland
Alles, was uns von den mazedonischen Pornoschlampen wegbringt, ist prinzipiell schon mal gut. Dachte der Zuschauer und wählte Belarus (Belarus!) ins Finale. Wie gehabt: Der erste Sänger etwas monoton, aber hübsch, die Damen liebreizend, der Knödelix, der die zweite Strophe sang, dafür mit vollem Einsatz. Geht schon ok, das Finale.

17. Island
Ja, ich weiß. Wir wollten das alle nicht mögen im Vorfeld, aber allein schon der Videoclip hätte uns stutzig werden lassen müssen. So viel Selbstironie beweist sonst kaum jemand. Und jetzt das: Hera, rothaarig und in rot gewandet (!) singt den Rest des Feldes mit links an die Wand, hat die Halle fest im Griff und schafft obendrein noch während der Pressekonferenz den Spagat, sehr selbstbewusst, aber nicht arrogant rüberzukommen. Na klar weiß man, wenn man gut war, und ich war hinterher eigentlich eher überrascht, dass sie das Semi nicht gewonnen hat. Mit der Performance ist übrigens auch bewiesen, dass korpulente Frauen sehr wohl Uptempo-Songs performen können! Kann man Hera bei all dem immer noch nicht mögen? Eigentlich nicht, oder?

Donnerstag, 19. August 2010

Aus der Reihe: Was uns vorenthalten wurde

Nachdem schon dreimal die Esten Inhalt vorentscheidlicher Rückblicke waren, geht jetzt der Blick in Richtung Süden, und zwar nach Griechenland. Nach einer ganzen Reihe von kleinen und kleinsten Vorentscheide mit bestenfalls drei verschiedenen Künstlern, die jeweils dasselbe Lied unter anderem Namen verkauften, erlaubte sich ERT 2010 ein etwas weiteres Teilnehmerfeld mit neun Künstlern, wovon jedoch nur sieben übrigblieben, da ERT äußerst strenge Regeln anwandte. Das erste Opfer dieser Regel, daß kein Lied vor der Woche des Vorentscheids bekanntwerden dürfte, war die in Belgien lebende Katerine Avgoustaki, von deren Song plötzlich ein Remix im Netz auftauchte.
Opfer Nummer zwei dieser Regel und mithin Inhalt dieser Liedvorstellung war die Gewinnerin einer griechischen Castingshow, Eleftheria Eleftheriu geheißen. Ihr Lied tauchte ebenfalls vor der Frist im Netz auf, ob durch eigenes Verschulden oder nicht, und wurde daher disqualifiziert. Als nach und nach klar wurde, daß auch der Rest der Lieder eher früher als später vermittels des Internets durchsickern würden, griff ERT dem vor und veröffentlichte schließlich selbst alle Beiträge vor der selbstgesetzten Frist. Katerina und Eleftheria hat das nichts mehr geholfen, aber das hat letztere nicht davon abgehalten, noch ein schickes Video zu der griechischen Version ihres Beinahe-Vorentscheidungsbeitrages zu drehen – Eleftheria Eleftheriu mit „Κέντρο του κόσμου“ (Kentro tu kosmu, „Mittelpunkt der Welt“):


Mittwoch, 9. Juni 2010

Der ESC 2010 im Nachtritt. Teil 5

Griechenland: Holla, da ging ja ordentlich die Post ab! Und Alki-Schorsch samt Mannen sang nahezu schieftonfrei – da gönnt man den Griechen doch gleich viel eher den Finaleinzug samt bester landessprachlicher Plazierung im selben. Ansonsten tat ich meine (positive) Meinung über diesen Beitrag schon zur Genüge hier und hier kund.

Irland: Und wieder eine Siegesgöttin ihrer Aura beraubt. Um es mal so flapsig wie orthographisch bedenklich auszudrücken: Nief sang schief. Da gibt es nichts zu deuteln, die Sangeskunst ist dem allabendlichen Vollaufenlassen zum Opfer gefallen. Daß sie im Semi nicht einmal mehr Lust hatte, den Schlußton zu singen, sondern lieber ihr „Ätsch-ich-hab-schon-mal-gewonnen“-Lächeln einsetzte, hätte sie eigentlich den Finaleinzug kosten sollen, aber im zweiten Semifinale wurden offenbar nur gesangliche Querschläger weitergewählt, solange sie bloß Balladen sangen. Im Finale dann mit Fug und Recht abgestraft und jotwehdeh gelandet. Hier wurde ruckzuck nicht die Titanic, sondern die Lusitania versenkt.

Island: Wer hätte gedacht, daß ich dem isländischen Beitrag noch etwas hätte abgewinnen können? Aber spätestens mit dem witzigen Video mußte ich wenigstens mein Urteil revidieren, Hera sei unsympathisch. Lustig war auch der kleine Tischvulkan, den die isländische Delegation sich im Wartesaal zum Punkteglück aufgestellt hatten. So etwas hätte Hera als Kopfschmuck gut gestanden, und bei jedem „Oh-ho“ ein kleiner Ausbruch – das wäre es gewesen. Nun denn, leider änderte das nichts an der Dürftigkeit des Liedes selbst, aber angesichts der Stimmgewalt und Bühnenpräsenz hätte Hera gut und gerne die Plazierung mit der größenwahnsinnigen Busbahnhofsazubine tauschen können.

Samstag, 17. April 2010

Griechenland 2010 – das Video

Mit ein wenig Verspätung, aber doch noch zeitig hat der griechische Vertreter in Oslo, Giorgos Alkaios, von seinen Freunden „Alki-Schorsch“ gerufen, sein Video für seinen Beitrag fertigstellen können. Und er beweist damit in beeidruckender Weise meine These, daß es in Griechenland nur zwei Sorten Männer gibt, die zum ESC reisen dürfen/wollen/können/müssen: Tanz-Tucken und Trampel.
Zur ersteren Sorte gehörte z. B. Sarbel, der seiner Maria Gesundheit wünschte und ihr dazu passend im mausgrauen Trainingsanzug wies, wie sie sich mit Gymnastik selbige erhalten könne. Zur zweiteren Sorte gehörte u. a. Michalis Rakintzis, der seine Trampeligkeit dadurch zu kaschieren versuchte, daß er sich solch schwere Gewänder anlegte, daß er sich ohnehin nicht mehr gescheit hätte rühren können. Eine gelungene Synthese beider Arten war Sakis Ruvas’ zweiter Auftritt im vergangenen Jahr: Reste vorhandener körperlicher Gewandtheit wurden von der Storch-sucht-Frosch-Choreographie vernichtet.
Auch dieses Jahr setzt Griechenland auf eine Mischung; jedoch wird diese nicht vom Alki-Schorsch allein verkörpert, er ist allein für den Typ Trampel zuständig, derweil seine Hupfdohlen die Tanz-Tucken spielen. Leider fällt durch diese munter umeinanderspringenden Junggriechen Schorscherls Unbeweglichkeit und Hüftsteife um so mehr auf.
Um das zu verbergen, dachte sich der Regisseur nach einer verfilmten Denkpause (die erste Minute des Videos) einen ganz besonders geschickten Trick aus: Er verpaßte dem Schorschi und seinen Freunden „Tarnkleidung“ – so müssen sie jetzt schwarz gewandet im düsteren Studio tanzen (bzw. ein bißchen herumfuchteln) und umgekehrt in schneehasenweißen Leibchen den nächstgelegenen ebenso heißen wie weißen Strand mit ihren Tanz- bzw. Trampelschritten unsicher machen. Zwischendurch noch ein wenig auf der Leier gefiedelt (dieses Mal ohne Hosenträger) – fertig ist das Griechen-Video. Kost’ nix, macht nix, bringt nix. Aber Hauptsache, man sieht den weißen Strand. Und das ist immerhin mehr, als uns Deutschland, Georgien und Lettland bieten. Zur Anschauung bitte den Video-Startknopf drücken!


Freitag, 2. April 2010

1. Semifinale, Teil 3

13. Griechenland - OPA - George Alkaios & Friends
Au backe. AU BACKE. Nä, dat is fies für meine Ohren. Natürlich gibts wieder wilde Choreographien (wenn auch dieses Mal ohne Hilfsmittel, dafür sehr viel Hu hu hu und Opa-Gebrülle. Das ganze dann auch noch auf Griechisch, und im Turbofolk, allerdings mit ner ganz üblen Basslinie unterlegt. Das hältste im Koppe nich aus. Ich jedenfalls nicht. Alle anderen wahrscheinlich schon.
Chancen aufs Finale: Wir reden hier von Griechenland, die Frage dürfte rein rhetorisch sein.
Athen 2011: Bitte bitte nicht!
1/10


14. Portugal - Há dias assim - Filipa Azevedo
Ein Fräulein mit typisch lusitanischer Spröde singt eine portugisische Ballade. Das ist wieder so ein Song, wie Portugal ihn schon viele Male dabei hatte, sprich, hört sich ganz nett an, ist aber zu unauffällig, um punkten zu können, und landet deshalb ganz weit hinten. Dazu kommt, dass die junge Dame Ausstrahlung und Bühnenpräsenz von einem Knäckebrot hat. Also gar keine. Ich hoffe, dass das Leiern nur am Video liegt.
Chancen aufs Finale: Da es so wenige Teilnehmer sind, könnte sie es als Televoting- und Jury-Zehnte gerade noch so schaffen.
Lissabon 2011: Ei nääää!
5/10


15. Mazedonien - Jas ja imam silata - Gjoko Taneski
Oh, das ist aber ein nichthübscher Sänger. Die Mucke erinnert mich an irgendwas, was schon etwas älter ist, aber was? Wenn ich mir überlege, was Mazedonien teilweise schon für einen Müll am Start hatte, ist dies hier gar nicht mal so schlecht. Ok, bis der Rap kommt, dann wirds aber gleich ganz schlecht. Herrje, wo bleibt denn die Originalität? Muss es denn bei diesem Wettbewerb immer nur Versatzstücke geben? Mazedonien hat zwar eigentlich jetzt genug gebüßt für die Sünden der letzten Jahre, aber erstens sind die hohen Töne... äh... ungerade, und zweitens reißt einen das hier jetzt so in seiner Gesamtheit nu auch wieder nicht vom Hocker...
Chancen aufs Finale: Nun ja, so viel Balkan in einem Semi, was soll da schiefgehen...
Skopje 2011: No no never
4/10

Kinnersch, ich brauch mehr Äppelwein, entschuldigt mich bitte einen Moment.


16. Weißrussland - Butterflies - 3+2
Also, mal abgesehen davon, dass wirs hier wieder mit einem Sänger des Kalibers "Ich singe dir meinen Beipackzettel vor" zu tun haben (der zweite Sänger ist dann besser), ist das hier ein sehr, sehr schönes Liedle, der erste weißrussische Beitrag (neben Work your Magic), der mir tatsächlich gefällt. Ich bin für so einen Schmonzes einfach empfänglich, vor allem, wenn die Beiträge vorher eher nicht so prickelnd waren. Natürlich ist das retro, und natürlich gibts schon genügend Balladen, aber diese hier bietet das volle Programm. Wenn sie nicht patzen, könnte das überraschend gut abschneiden.
Chancen aufs Finale: Wir werden diesen Beitrag definitv zweimal hören.
Minsk 2011: Dafür wird es dann nicht reichen.
8/10 (!)


17. Island - Je ne sais quoi - Hera Björk
Das klingt auch wieder wie alles nur geklaut, und die sich durch ihr Lied brüllende Hera Björk ist jetzt auch nicht das, was man unbedingt eine Sympathieträgerin nennen kann... Ich hab letztes Jahr schon nicht verstanden, was alle an der gefunden haben. Allerdings hat sie natürlich eine super Startnummer und hebt sich von den vorher startenden Weißrussen maximal möglich ab. Da stören auch die schräg gekreischten hohen Töne nicht. Trotzdem will ich das nicht mögen mögen!
Chancen aufs Finale: Sie wird wohl weiterkommen.
Reykjavik 2011: Seufz - aber ich hoffs nicht.
3/10

Samstag, 20. März 2010

Griechenland: Γιώργος Αλκαίος (Giorgos Alkaios) – Ώπα! (Opa!)


Griechenland stieß im legendären ABBA-Jahr 1974 zur Eurovision mit einem harmlosen Schlagerchen, der von Wein, Weib und Gesang aus weiblicher Sicht handelte. Weniger harmlos war hingegen damals das Verhältnis zur Türkei, deren Erscheinen die Griechen gleich im Jahr darauf aussetzen und wiederum ein Jahr später mit einem hochpolitischen Lied (das in der englischen Version auch noch höchst eindeutig „Der Tod Zyperns“ benannt wurde) wiederkehren ließ, das wiederum die Türken aus dem Bewerb trieb.
Heutzutage ist das Verhältnis zwischen beiden Ländern weitaus entspannter, und dennoch treiben die Griechen mit ihren Beiträgen gerne mal jemanden hinaus. Zwar nicht andere Länder aus dem Wettbewerb, aber doch Zuschauer aus dem Raum, weil sie in der Regel gar so grauslig singen. Schaltet man aber den Ton ab, ist es ganz unterhaltsam zuzusehen, wie sich der Grieche nicht nur musikalisch, sondern vor allem körperlich verrenkt um des Erfolges willen.
Zumindest das fällt heuer weg: Der gerade mal 38jährige Giorgos Alkaios gebärdet sich auf der Bühne so quirlig wie ein Jørgen Olsen ohne Gitarre. Daß auch er nicht singen kann, fällt nicht weiter ins Gewicht, denn das sind wir schließlich von den Griechen gewohnt. Ungewohnt ist jedoch, daß er es dieses Mal auf Griechisch tut, wovon die Hellenen schon seit 2002 abließen. Und gerade der Text läßt mich einmal mehr fordern, daß alle Fernsehsender Übersetzungen des gerade Gesungenen einblenden (oder zumindest via Videotext anbieten) müßten, wie es auch Finnen und Esten tun. Angenehmer Nebeneffekt: Man sähe auch gleich, was für einen Stuß heuer die meisten Ex-Sowjets und die Polen in ihren Liedern mit dem Bauklötzchen-Englisch verzapfen.
Alkaios ist übrigens auch für einen großen Hit der Gruppe Antique (wir erinnern uns: Griechenland beim ESC 2001) verantwortlich, der da „Ώπα Ώπα“ (Opa, Opa) hieß, und was wäre angesichts der aktuellen finanziellen Situation seines Landes passender, als eine Sparversion mit nur noch einem „Ώπα!“ (Heißa! Juchhe! Oder in LML-Diktion: Verdammte Scheiße!) zu erstellen? Die genau so klingt, wie so ziemlich alle griechischen Beiträge seit 2004, weil man dann kostengünstiger komponieren kann? Und dazu dann die „Choreographie“ von Michalis Rakintzis zu stampfen, weil die schon damals so billig war? (Nur halt ohne diese Roboterkostüme, denn die sind zu teuer.) Und dabei dann zu singen, daß man das Alte hinter sich lassen wolle, das Gestern vergessen, nachdem man sich schließlich seiner Schulden entledigt habe? Und nach all den Demütigungen einfach wieder nur zu singen, zu springen (na gut, der Alki-Schorsch weniger) und heißa/juchhe/verdammte Scheiße zu juchzen?
Der heurige griechische Beitrag ist in all seiner gewohnten Klischeehaftigkeit dann doch wieder so anders als die vorangegangenen, gerade weil er alle diese Klischees absichtlich nutzt und sich darüber belustigt (was schon mal ein Riesenschritt für die Griechen ist, wenn man bedenkt, wie ernsthaft sie letztes Jahr sogar diesen selbstverliebten, storchengleich-staksenden Sakis auf der Abschußrampe gemeint haben). Endlich mal wieder Kunst statt Künstlichkeit aus dem Lande, das für sich reklamiert, Wiege von Demokratie und Arschfick zu sein.
Daß dieser Beitrag im Finale landen wird, darüber besteht kein Zweifel. Ob allerdings der Rest Europas diese Selbstironie versteht, mag bezweifelt werden. Aber eh wurscht: Endlich mal ein griechischer Beitrag (der erste übrigens seit 1993), den ich gutheißen kann. Daher:


GR - Giorgos Alkaios & Friends - Opa

Ich bin jetzt schon gespannt wie Griechenland heuer auf das erste schlechte Ergebnis seit 6 Jahren reagieren wird. Was in der Ausscheidungssendung geboten wurde war unter aller Sau bescheiden.

Hat die Wirtschaftskrise und der Beschiss bei der Euroeinführung die Griechen so mitgenommen, dass sie auf jegliche Siegchance von vornherein verzichten? Wäre denn eine Nicht-Teilnahme für alle Beteiligten eine Wohltat bessere Wahl gewesen?

Sunny Baltzi & Second Skin: eine gesangliche Zumutung.
Émigré: werden wir nicht von den Schweden schon genug gequält, muss dieser 'Sound' jetzt auch aus Griechenland kommen (und wenn schon, dann so gekonnt wie Call Me von Feminnem, bitte)?
Den Witz beim Auftritt von Melisses (so es denn einer war) haben wohl nur die Griechen selbst verstanden.
Erträglich gestalteten sich die Darbietungen von Giorgos Karadimos und Christos Hatzinasios, leider sind diese Lieder zu einfach gestrickt um Europa einen Anruf abzuringen.

Und OPA? Tja, was blieb dem Zuseher übrig als sich für eine pseudo-folkloristische Darbietung mit Tanz (also einmal wie immer) zu entscheiden. Gesanglich ist das zwar auch nichts, aber man erkennt wenigstens wo das Lied herkommt. Als wenn das noch was nützen würde.

Griechenland täte eine Seminiederlage mehr als gut, vielleicht besinnt es sich dann auf seine echten Qualitäten. Das Land könnte gut sein wenn es nur wollte.