Montag, 9. Mai 2016
Island - Bosnien-Herzegowina - Malta
Greta Salóme
Hear Them Calling
Servus Greta, auch wieder im Land?
Dein Lied ist zwar nur halb so gut wie dein letztes, aber es klingt mehr als akzeptabel.
Der Auftritt? Drama, Baby! Ich weiß nicht ob es zielführend ist die halbe Zeit das Gesicht zu verstecken, aber mit dem Hintergrundvideo erscheint das recht effektiv.
Ich gehe doch Recht in der Annahme, dass der Auftritt in Stockholm deckungsgleich mit dem Auftritt in der VE sein wird?!
Live bist du jedenfalls eine Wucht und dabei total souverän. Das Finale ist dir sicher. Ich würde gerne nach Reykjavik kommen. Vielleicht klappt's ja.
Und wenn nicht 2017, dann sicher in den kommenden Jahren. Island ist "heiß".
7/10
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Bosnien-Herzegowina
Dalal & Deen feat. Ana Rucner and Jala
Ljubav Je
Dieses Jahr gibt es gleich mehrere Wiederholungstäter.
ESC-Rückkehrer BiH schickt Deen ins Rennen, dessen 2004-Kracher 'In the Disco' noch immer auf Powerplay in meiner ESC-mp3-Playlist läuft.
2016 geht es gemächlicher zu, eine Balkan-Ballade mit Rockelementen wie man sie schon zu oft gehört hat, das Lied holt mich leider nicht hinter dem Ofen hervor (im Moment ist
es auch bitter kalt). Schade, es ist schließlich Bosnien und eines der wenigen Lieder in einer anderen Sprache als Englisch, da tut es doppelt weh es zu "verstoßen".
Wirklich wohltuend und geradezu "erweckend" kommt da die Rapeinlage daher, eine echte Aufwertung dieser Belanglosigkeit an Chanson. Natürlich wird das gemeine ESC-Fußvolk wieder verschreckt zurückzucken, denn Rap ist beim Liederwettstreit eher verpönt. Ich sehe Bosnien (noch) nicht im Finale, aber ich irre mich oft (und hier sogar gerne).
4/10 (für den Rapteil 7/10)
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Malta
Ira Losco
Walk on Water
Der Tauschsong. Eine weise Entscheidung, das erste Lied war Mist.
'Walk on Water" ist extrem radiotauglich und würde problemlos im Formatradio bestehen. Das ist zwar kein Qualitätsmerkmal, aber zumindest eine Möglichkeit junge Zuseher spontan zum Telefon greifen zu lassen (der letzte Startplatz kann dabei sehr förderlich sein).
Malta sollte, wenn alles mit rechten Dingen zugeht, im Finale einen Platz unter den besten 10 erreichen können und Ira, neben Chiara, in den Olymp des kleinen Inselstaates
aufsteigen.
Für Nachwuchs ist auch gesorgt, das 'kleine' JESC 2015-Stimmwunder wird auch einmal 16 Jahre. Man muss sich um Malta nicht sorgen (außer die Erderwärmung erreicht ungeahnte Ausmaße).
8/10
Dienstag, 2. Juni 2015
Programmhinweis für Radio ŒDE
Freitag, 30. Mai 2014
Finale, Platz 17-15
Oh Gott, Molly, Liebes, was war denn das für eine schauerliche Klamotte? Die war ja noch schlimmer als der komische Pulli aus dem Präsentationsvideo. Und dann die Kette um den Kopf - was bitte wolltest Du denn damit darstellen? Das hast Du wohl das mit den "Children of the Universe" wohl etwas zu wörtlich genommen, es sah nämlich aus wie so ne Weltraumkriegerin auf dem Cover von nem schlechten Science-Fiction-Roman. Kaum zu glauben, dass das beim Barbara Dex Award nicht in die Top Ten gekommen ist, mich hat es erfolgreich von Song und sonstiger Performance abgelenkt, nicht dass da viel war, worauf man hätte achten müssen. Für mich warst Du von Anfang an keine Siegesfavoritin, und damit hab ich aber wohl sowas von recht gehabt. Ha. Und. Ich. Kann. Henna. Tattoos. Auf. Den. Tod. Nicht. Ausstehen!
16. Weißrussland
Tja, Ihr Lieben, da dürft Ihr Euch auf den Kopf stellen: Weißrussland ist vollkommen zu Recht ins Finale eingezogen, und Frau Fabian hat Euch das von Anfang an gesagt. Ich hab mal auf die Wettquoten geschaut für Finaleinzüge, gibt leider nicht so wahnsinnig viel, sonst könnte ich mein Wissen wohl endlich mal zu Geld machen. Anyway, der Song ist chillig, aber nix besonderes, vom Text versteht man, wie üblich, nicht allzuviel, was in diesem Falle aber auch gut ist. Die Drossel schweigt zwar inzwischen, aber Google findet den Text auch so. Teo sah aber sehr nett aus (aber was solte die offene Fliege?) und machte seine Sache gut. Stimmlich sicher, Chor ok, Ausstrahlung auch in Ordnung, und die Fußarbeit? Eat your heart out, Kurti Calleja! Und das Bussi und der Tritt am Schluss kamen ausgesprochen gut. Das Ergebis ist natürlich trotzdem schmeichelhaft, aber da haben die Ex-Sowjetstaaten halt alle ein bisschen geholfen... Was solls...
15. Island
Na, da haben wir ja wohl alle danebengelegen :-) Ich hatte ja wie so mancher andere auch für Island eher eine Art "Leto-Svet"-Ergebnis vorausgesehen, zumal die beiden Songs ja durchaus einiges gemeinsam haben und auch die quietschbunten Anzüge ein wenig an die Esten von 2008 erinnern. Man muss Pollaponk aber zugute halten, dass "No Prejudice" natürlich weitaus mehr Substanz hat und vor allem ausgesprochen kompetent vorgetragen wurde! Da störte auch der Mikrofonumschmiss des Herrn in Rot im Semifinale nicht, das war eher lustig. In unserer Runde am Finalabend waren sie einer der Lieblinge (bei mir nicht, aber beim kompletten Rest), daran änderte auch die schiefsitzende Fliege des Leadsängers nicht. Oder waren es, wo das ja absehbar DAS Thema dieses ESCs werden sollte, doch die Bärte? Der 15. Platz ist dennoch überraschend gut - und damit ist Island noch dasjenige der fünf Nordländer, das am schlechtesten (!!!) abgeschnitten hat.
Dienstag, 1. April 2014
ESC 2014 Gesamtbetrachtung Teil 1
1. Armenia: Aram Mp3 – Not alone
Das erste Semi startet gleich knackig mit dem Topfavoriten der Bookies. Bisher hatte ich für armenische Beiträge ja nicht allzu viel übrig, aber das hier ergreift mich tatsächlich von der ersten Sekunde an. Leider weiß ich nicht, wie der Herr live ist, aber wenn er das live stemmt, gehört er wohl tatsächlich zu den Siegesfavoriten. Das ist ganz großes Kino! Und auch der Teil, wo dann das Orchester so richtig loslegt, kommt durch den unterlegten Beat genau richtig und nicht zu übertrieben pathetisch. Leute, das darf gerne gewinnen!
Chancen aufs Finale: Wird Top 3 in diesem Semi.
Jerewan 2015: Das könnten bestenfalls die Jurys verhindern - aber nur aus politischen Gründen. Der Song lässt doch wirklich keine Wünsche offen!
10/10 (das hatten wir auch noch nie ;-) )
2. Lettland: Aarzemnieki – Cake to bake
Und jetzt kommt gleich Spannung auf: Dieser Beitrag wird von jemandem, den ich außerordentlich schätze, aus ganz besonderen Gründen besonderstens unterstützt. Daher muss ich gucken, wie neutral ich hier tatsächlich bin. Nach dem fulminanten Anfang haben es die Letten sehr schwer, und der Kontrast könnte kaum größer sein. Was sehen wir hier? Eine lustige Straßenmusikercombo mit einem rein akustischen Song, der ansteckend fröhlich ist. Sie haben so viel Spaß auf der Bühne, dass man sich davon sofort einfangen lässt. Leider wirkt das ganze zwar sehr charmant, aber insgesamt dann doch zu amateurhaft, was durch die Bühnenklamotten noch unterstrichen wird. Das wird ein Beitrag, den hinterher alle mögen, der aber in Kopenhagen keine Schnitte haben wird.
Chancen aufs Finale: Siehe oben. Ich hoffe, dass sie wenigstens nicht Letzte werden.
Riga 2015: Ich kenn jemanden, der würde ausflippen. Aber: Nein.
8/10
3. Estland: Tanja – Amazing
Hui, wie kann die denn bei diesen Hebefiguren noch so singen? Erster Eindruck: Euphoria meets das georgische Shine. Sie singt super, auch wenn mir ihre Stimmfarbe nicht zusagt. Aber der Song ist einfach nur bäh. Und die Choreo ist einfach much too much. And too much of one thing is good for nothing. Nein, Tanja, das ist nicht amazing. Das ist crap.
Chancen aufs Finale: Sie könnte es knapp schaffen.
Tallinn 2015: pöh.
4/10
4. Schweden: Sanna Nielsen – Undo
Schweden ist ja in meinem Eurovisionsfreundeskreis alle Jahre wieder ein Konfliktthema. Die einen verteidigen die Beiträge immer bis aufs Messer, während so mancher andere sie genau deshalb konsequent ablehnt. Ich seh mich (wie wohl auch die anderen Blogger auf diesem Blog) irgendwo dazwischen mit deutlicher Tendenz zur letztgenannten Gruppe, weshalb ich hier auch mit einer gewissen Reserviertheit drangegangen bin. Aber Sannas Song gefällt mir tatsächlich gut, und sie macht das toll. Das könnte richtig, RICHTIG reindonnern. Der Anfang ist sehr reduziert mit diesem kleinen Klaviermotiv, und dann wirds richtig wuchtig. Die Rückung hätte ich jetzt nicht zwingend gebraucht, aber ansonsten passt das, wackelt und hat Luft!
Chancen aufs Finale: Sie ist bombensicher drin!
Göteborg 2015: Ich weiß, die Bookies haben sie weit oben, aber ich sehe hier eher eine Geheimfavoritin. Könnte aber durchaus klappen.
8/10 (*verwundert Augen reib*)
5. Island: Pollaponk – Enga fordoma
So, und nun kommt endlich was, wo ich mir den Alkohol herwünsche. Island gehörte in den letzten 8 Jahren mit einer Ausnahme jedes Mal zu meinen Topfavoriten, aber irgendwann ist auch die schönste Serie mal zu Ende. Komische Männer in komischen Trainingsanzügen brüllen einen komischen Song, der auch noch eingeenglischt werden wird, was ihn das letzte bisschen Charme kostet. Und jetzt tanzen sie auch noch synchron. Boah, näääääää!
Chancen aufs Finale: Ich hoffe doch sehr, dass Jurys und Televoter ein Einsehen haben werden!
Reykjavik 2015: Leute. Das hat die letzten Jahre nicht geklappt. Dann bitte auch nicht dieses Jahr!
2/10
6. Albanien: Hersi – One night’s anger
Hier habe ich mir die doch schon deutlich geänderte englische Version angetan und dafür auf die Live-Version verzichtet. Das scheint mir ein typischer "Den-muss-ich-mir-erst-noch-schönhören"-Song zu sein. Mäandert ziemlich heftig durch die Tonarten und ist ansonsten leider verhältnismäßig unspannend. Das Gitarrensolo in der Mitte pläsiert natürlich, und jetzt kommt der Sound auch ein bisschen näher an mein Beuteschema. Ich weiß jetzt leider nicht, wie Hersi live singt, ihre Stimmfarbe ist ok, aber warum bitte die Änderung auf die englische Sprache? Ich bin alles in allem noch ein bisschen unentschlossen, was ich davon halten soll.
Chancen aufs Finale: Das wird eng.
Tirana 2015: Nope
6/10, wird aber, wie ich mich kenne, im Laufe der Zeit noch steigen.
Sonntag, 25. März 2012
Frau Fabian testet die Bundesliga 2012, Teil 1
01 Montenegro
Oh Gott, das hälste ja im Koppe nich aus. Man versteht nix, hässlicher Mann versucht zu rappen, dazu macht irgendwas im Hintergrund Geräusche. Montenegro hat schon ne komische Art, seine Beiträge zu finden. Nachdem sie beim letzten Mal gesiegelt worden sind (erfolglos), haben sie dieses Mal einfach das Tor der Irrenanstalt aufgemacht und den ersten auf die Bühne geschickt, der rausgekommen ist. Mach das weg!!!
Chancen aufs Finale? Montenegro eröffnet zum dritten Mal hintereinander das Semi und fliegt zum vierten Mal hintereinander raus!
Podgorica 2013? Hau BLOSS ab!
0/10
02 Island
Düster, mystisch, magisch! Eine Augen- und Ohrenweide! Leider machen sie es ja dann in Baku auf englisch, trotzdem wird die Nummer dadurch nicht leiden, das wage ich jetzt mal zu behaupten. Ganz toll!
Chancen aufs Finale? Nach dem bekloppten Montenegriner haben die die beste Startposition, die möglich war. Wird natürlich durchmarschieren! Da könnten sie auch "Alle meine Entchen" singen.
Reykjavik 2013? Das wär mal toll!! Und möglich ist es dieses Jahr allemal! Ich halte jedenfalls jetzt schon mal die Daumen!
9/10
03 Griechenland
Im Südosten nix Neues. Griechenland ist so pleite, da reichts noch nicht mal für Innovation bei Eurovisionsbeiträgen. Wahrscheinlich haben sie das innovative Potenzial letztes Jahr restlos aufgebraucht. Das ist Helena Paparizou in ganz ganz billig (also so etwa Kaloderma-Niveau, allerdings sieht die hier besser aus und hat eine nicht ganz so unerträgliche Stimme). Immerhin kann das Mädel singen. Aber ansonsten.... *seufz*
Chancen aufs Finale? 100%. Die bewährte griechische Mischung wirds schon machen
Athen 2013? Gott bewahre...
4/10
04 Lettland
Dieser Text ist ja unfassbar - die Letten sind ja mal was dreist. Das Mädle kann durchaus singen, reißt die AUgen auf, als hätte sie Dima Bilans jährliche Koksration auf einmal eingeschmissen, und wird bis Baku hoffentlich noch was an ihrem Outfit tun - das ist nämlich scheußlich. OK, jetzt kommen alle Kleidertricks aus der Mottenkiste, wenn man halt sonst nix hat, was helfen kann. Nee nee nee, beautiful geht anders. Das ist einfach nur Durchschnittsware, zumindest die Musi. Der Text, wie gesagt, ist nett.
Chancen aufs Finale? Wackelkandidatin, würde ich sagen. Kommt drauf an, was noch so nach ihr kommt.
Riga 2013? Ach wo.
5/10
05 Albanien
Ach du Heimatland, was ist das denn für ne Frisur? Wo kriegt man sowas her? UNd warum tut ihr das Singen so weh? Die brüllt ja wie am Spieß, aber sie kanns auch. Ich bin hin- und hergerissen. Musikalisch ist das extrem spannend, allein, es stört die Sängerin. Warum müssen diese Schmerzensschreiballaden immer so anstrengend für die Ohren sein? Und die Phonetik-Else in meinem Inneren räkelt und streckt sich grad - aus jetzt! Die hohen Töne klingen auch nicht alle so ganz astrein - lasst doch die Sängerin zuhause und schickt nur die Musi! Bittebitte! Ich will die Karaoke-Version und ich will sie sofort!
Chancen aufs Finale? Ebenfalls Wackelkandidatin, vor allem weiß man ja heute noch nicht, wie sehr das ganze wieder ver-remixt wird.... Ma gucken, wie das am Ende aussieht.
Tirana 2013? Niemals nicht.
6/10 (und die allein für die Musi OHNE Stimme!)
06 Rumänien
Und hier haben wir den ersten echten 4-Chord-Song (die Lettin hat geschummelt und sich grad noch drumherumgedrückt). Und zwar einen, der zwar ein wenig zu drumlastig ist, aber verdammt gute Laune macht. Und nach der kreischenden Albanerin kommt das gleich dreimal so gut. Sie können singen, es knallt rein auf der Bühne, ist zwar nicht der Niveaukracher, macht aber Spaß. Was will man mehr.
Chancen aufs Finale? Rumänien kommt immer ins Finale - und dieses Mal völlig zu Recht!
Bukarest 2013? Das reicht nicht.
8/10
Mittwoch, 29. Juni 2011
Frau Fabians ESC-Nachlese, Teil 6
Irland
Die sechs Minuten Jedward waren ohne jede Frage die unterhaltsamsten aller Teilnehmer des Jahrgangs 2011. Gut, ok, singen konnten sie wirklich nicht, aber du meine Güte, hat DAS einen Spaß gemacht!!! Im Finale neben Lena der Hallenbörner schlechthin, und ich hätte die beiden viel, viel lieber in der Top 5 gehabt als Aserbaidschan, Schweden, Ukraine und Dänemark. Ich hatte sie eigentlich auch fest als Sieger des zweiten Semis auf der Rechnung, und auch das hätten sie viel eher verdient gehabt als Schweden. So kann man sich leider täuschen... wobei die Finalplatzierung wohl auch auf das Konto der Startnummer geht, die schlechter kaum hätte sein können. Dennoch, ein gutes Zeichen, wenn Irland endlich in der Jetztzeit angekommen ist und damit die beste Platzierung seit 2000 eingefahren hat. Macht bitte weiter so!
Israel
Es ist immer irgendwie tragisch, wenn frühere Sieger nochmal als Abglanz ihrer selbst auf die Bühne treten. Aber in diesem Falle ist es nachgerade schockierend. Der Song: Dudeldudeldumplingpling. Die Stimme: Wie eh und je, keine Überraschungen, insbesonere keine positiven. Das Kleid: Dana, da hat Dich der Schohpohl aber nach Strich und Faden aufs Kreuz gelegt. Der optische Eindruck: Verlebt. Halt ein Schatten ihrer selbst. Viva la Diva? Wohl eher: Minn hinsti dans. Völlig zu Recht nicht im Finale dabei.
Island
Hach, Kinnersch, wisst Ihr was: Ich liebe diesen Beitrag. Wenn Ihr das bisher noch nicht tut, dann tut Buße und Abbitte und was weiß ich. Im Semi außerordentlich überzeugend, was der knuddelige Matthias und seine fünf Kumpane da machten, und ich war ja vor der Bekanntgabe der Umschläge zu 100% überzeugt, dass wir sie im Finale wiedersehen, nach Malta, San Marino und Kroatien hätten sie schon sehr sehr schlecht sein müssen, wenn das hätte schiefgehen sollen. Und dann ist da nur noch ein Umschlag, und Türkei, Armenien und Norwegen alle drei noch im Topf.....ich hab auf youtube ein Video gefunden mit dem Öffnen der Umschläge, untermalt von der isländischen Kommentatorin – mei, hat die in dem Moment einen Brüll losgelassen! Und zu Recht! Leider verlor das ganze im Finale dramatisch, keine Ahnung warum. Mit Platz 20 leider trotzdem hoffnungslos zu schlecht bewertet.
Wer sich den erwähnten Brüll mal anschauen will:
http://www.youtube.com/watch?v=P3hODOEYg00
(bei 8:30 kommts!)
Italien
Ich bekenne mich schuldig: Auch ich gehörte zur Fraktion derer, die vor der Veranstaltung keine Gelegenheit ausließen, gegen den italienischen Beitrag zu stänkern, die Forderung nach der Arschbombe stammt sogar originär von mir. Aber dann, am 14. Mai abends um kurz nach zehn in der Düsseldorfer Esprit-Arena, da wurde ich von der Saula zur Paula. Ich kann halt doch meine Wurzeln nicht verleugnen, da kam dann nämlich die Musikerin in mir und trat der Trash-Else einmal gepflegt in den Allerwertesten. Raphael Gualazzi hat mehr kompositorische Brillanz und Musikalität in sich als der gesamte Rest der Teilnehmer dieser seiner im Grunde unwürdigen Veranstaltung zusammengenommen. Und was er da auf der Klaviatur veranstaltet hat - WOOOOOOW! DOPPEL-WOOOOOW! Auch wenn es "nur" zum (an und für sich höchst erfreulichen) Platz zwei reichte: Italiens Rückkehr geriet zur Demütigung für den Rest des Teilnehmerfeldes. Raphael, ich verneige mich vor Dir. In Ehrfurcht.
Dienstag, 7. Juni 2011
Der ESC 2011 im Nachtritt. Teil 5: Das Finale von hinten
Die Schweiz einmal mehr in Gefilden, wo sie sich gut auskennt: Im tiefen Tal der hintersten Plazierungen. Aber man sollte auch das Gute daran sehen: Anna Rossinelli wurde Letzte im Finale! Wann war zuletzt ein echtes Schweizer Produkt dort aufzufinden? Da muß man wirklich bis ins Jahr 2002 zurückgehen, als Francine Jordis Seelengärtchen das hintere Feld aufmischte. (Die estnischen Legionärinnen von 2005 sowie das eine Sechstel Schweiz dieses elenden Kunstprodukts von 2006 zählen wir mal nicht mit.) Und nach Jahren des Scheiterns eröffnete Anna damit immerhin eine neue Perspektive für ihr Land. Ach so, ein Lied gab es ja auch noch: Aus dem unfertigen Entwurf wurde im Laufe der Monate immerhin etwas Halbgares, und der unaufgeregte Auftritt im Semi war zwischen den Krawallnummern aus Rußland und Georgien gar nicht einmal so ungeschickt plaziert, aber im Finale mußte es zwischen Italien und dem Vereinigten Königreich abschmieren.
Ob es in der Rockefeller Street auch Gesangsschulen gibt? Estlands Vertreterin Getter Jaani hätte einen Besuch derselben bitter nötig gehabt. Oder zumindest ein paar Ausdauerübungen. Mit ihrer Kurzatmigkeit hätte sie ihr Land um ein Haar ein weiteres Mal ins Semi-Aus katapultiert, und nur den Juries verdankte sie ihr Weiterkommen, wofür dann Weißrußland gekippt wurde. Im Finale nützte ihr das aber alles nichts, und als Letzter im Pulk von vier schnelleren Nummern stach Getter nur durch ihre Bauklötzchen und ihre bereits erwähnte Kurzatmigkeit auf – beides nichts, wofür man anruft.
Was sich die Estin durch übermäßige Zappelei verdarb, wußte sich Kati Wolf aus Ungarn durch ihre Statik zu vermasseln. Es ist aber durchaus schon eine Leistung, ganze drei Minuten zu einer Disconummer steif wie ein Brett herumzustehen und dann auch noch falsche Töne einzubauen (wobei es in der Halle vor allem im Semifinale bei weitem nicht so schlimm klang wie im Fernseher). Ansonsten fiel auf, daß die Ungarn immer noch sparen müssen, und so wurde kurzerhand ein Vorhang aus Katis Wohnzimmer zu ihrem Kleid umfunktioniert, teilweise gehalten von einem farblich passenden Riesenplastikklunkerring aus dem Kaugummiautomaten. Als erster Starter des Viererblocks aus schnellen Nummern geriet der umhangbewehrte Besenstiel natürlich rasch in Vergessenheit.
Nach dieser Plazierung (aber immerhin im Finale) dürfte das besungene schlaue Peterchen aus Finnland wieder viel Zeit haben, um die Welt zu retten. Es ist aber auch gemein, wie arg der Paradies-
Wie Island zu seinem heurigen ESC-Beitrage kam, ist schon eine (für den Vorentscheid nicht sonderlich rühmliche) Geschichte für sich, aber dann auch noch ganz Europa mit dieser Gefühlsduselei zu belästigen und damit einem anderen Land einen Finalplatz wegzuschnappen, nur um anschließend noch tiefer zu landen als Hera Björk – das hätte wirklich nicht sein müssen. Das war einfach nur ein übler, auf unerträgliche Fröhlichkeit getrimmter Dänenschlager der 90er, der aber offenbar heute noch seine Freunde findet (außer in Dänemark).
Litauen konnte sich überraschenderweise auch einmal über einen Finaleinzug freuen, warum auch immer. In der zweiten Strophe wildes Gestikulieren der Sängerin Evelina Sašenko in Gebärdensprache, warum auch immer. Im Finale dann ein tiefer Fall speziell in der Gunst der Juries, warum auch immer. Irgendwie braucht der Grand Prix wohl immer eine zur Langeweile neigende, mit großer Gestik und Stimme dargebotene Ballade im Finale, warum auch immer.
Österreich gab sich heuer alle Mühe mit seinem Vorentscheid, und was hat es gebracht: Große Namen im Vorentscheid, die jedoch zum Teil von der ORF-Jury hinausgekegelt wurden, dennoch mindestens drei großartige Nummern im Finale, und dann das: Nadine Beilers unerträgliche Schnulze gewinnt haushoch. Wenn man sich das Ergebnis ansieht, kann der ORF allerdings recht zufrieden sein, denn sogar nach dem alleinigen Wunsche der Zuschauer wäre die Beilerin im Finale gelandet, und die Inszenierung des Spatzes von Inzing am Inn bei Innsbruck war auch mehr als gelungen. Nächstes Jahr darf Österreich dann auch bitte ein Lied, das als solches zu erkennen ist, zum Interpreten wählen.
Noch so ein Dänenschlager, dieses Mal allerdings von einem Briten für Rumänien vorgetragen, der dermaßen schleimig in die Kamera grinste, daß man hinterher vor dem Fernseher putzen mußte. Ansonsten ein langweiliges Radiodudellied, das auf einem ebenso uninteressanten Platz gelandet ist.
Da erhält Rußland endlich einmal die langverdiente Klatsche, bekommt nicht einmal von Weißrußland zwölf Punkte (wenn da mal jemand nicht das Gas abgedreht bekommt), wird Letzter in der Jury-Wertung – und plötzlich fragt man sich, warum eigentlich? Man bedenke, vor drei Jahren gewannen die Russen mit demselben Rezept den ganzen Rotz, nur daß Aleksej Vorbobjov (oder Alex Sparrow, wie er sich für den Bewerb nennen mußte) wirklich singen und tanzen kann und dabei nicht wie Dirna Billig ständig aussieht wie zugedröhnt. Daß der Komponist seines Liedes auch für Lady GaGa arbeitet, dürfte wohl bei keinem Kommentator unerwähnt gelassen worden sein, aber vielleicht war gerade das das Todesurteil für Alex, denn das Lied wirkte wie aus drei, wenn nicht gar vier Liedern mühsam zusammengetackert, beginnend mit dem überhaupt nicht passenden Acapella-Intro auf Russisch, gefolgt von der völlig melodiefreien Strophe, der wiederum die Bridge mit Ansätzen zur Melodie folgte und schließlich in den an Italodisco erinnernden Mitgrölrefrain mündete. Aber da war es wohl schon zu spät. Und ob es so gut ankam beim Publikum, daß Alex nach seinem Auftritt gar nicht mehr von der Bühne herunterwollte, als probte er schon mal für seinen Siegerauftritt, sei auch dahingestellt. Vielleicht hätte der Russe auch Glas zerdeppern sollen.
Serbien war dieses Jahr das einzige Land, das komplett in Landessprache sang und damit auch das Semifinale überstanden hat. Ansonsten bleibt halt nur das Prilblumenmuster und die Tapeten unserer Eltern Kinderzimmer vom Auftritt in Erinnerung. Stimmlich war Nina ganz auf der Höhe, und die niedliche Choreographie dürfte wohl ihr Übriges dazu beigetragen haben, Sympathien für den serbischen Beitrag zu sammeln. Für eine Plazierung weiter oben war das aber nicht genug.
Montag, 4. April 2011
Island - Sjonni's Friends - Coming Home
Die Sendung 2011 wurde leider vom jähen Tod Sigurjón 'Sjonni' Brinks überschattet. Glücklicherweise wurde sein Lied, dass er im 3.Semifinale singen hätte sollen, nicht aus dem Bewerb genommen - nein, es wurde sogar durch die spontane Zusammenfindung namhafter isländischer Künstler als "Sjonni's Friends" geadelt.
Natürlich könnte man dem isländischen Rundfunk bzw. den Machern der Sendung vorwerfen den Tod Sjonnis als Gelegenheit zur Quotensteigerung genützt zu haben und wohl auch, dass man die Mitbewerber jeglicher Chancen beraubt habe indem man das Lied zur VE 'zuließ'.
Doch rein musikalisch betrachtet konnte Island nichts Besseres passieren, als dass sich diese Gruppe Sigurjóns Lied annahm, eine solch großartige Komposition mit einem herzerweichenden Text ist geradezu dazu prädestiniert beim Song Contest hoch zu punkten. Die Herren verbreiten eine ansteckend gute Stimmung, der Dixie-Sound verleitet zum mitwippen.
Merkt man, dass ich dieses Lied mag obwohl es ins Englische übersetzt wurde?
Sonntag, 20. März 2011
2011 im Test - Teil 2
Auaaaaaaaaaaaaaa! Das schreit von der ersten bis zur letzten Sekunde "Ich möchte gern so sein wie ein Lena-Klon". Das Liedle plätschert lustig vor sich hin und ist sofort wieder vergessen. Immerhin: Besser singen als das Lenerl kann sie ja, hübsch ist sie auch, trotzdem ist das ganze faaaaaaaaade bis zum Gehtnichtmehr. Letztes Jahr wär das ja vielleicht noch lustig gewesen. Aber so....?
Chancen aufs Finale: Natürlich keine.
Zürich 2012: Nooooo way.
5/10
9 - Georgien - Eldrine - One More Day
Oh oh oh, das ist wieder aus der Abteilung anstrengend aber anstrengend. Sie quakt jedenfalls ganz gut rum, und der Song ist Mazedonien 2010 in ganz ganz schlimm. Bäääääh! Und schon wieder reimt sich Feier auf Geseier, erfindet gefälligst man neue Reime!
Chancen aufs Finale: Wenn man sich so ansieht, wer sonst noch in diesem Semi ist, ist sie leider weiter. Aber unverdient.
Tblissi 2012: Nein danke, mir ist jetzt schon schlecht.
0/10
10 - Finnland - Paradise Oskar - Da Da Dam
Genau wie im letzten Jahr kommt auch dieses Jahr wieder Tom Dice im ersten Semi an der Startnummer 10. Sorry, aber den konnt ich mir jetzt grad nicht verkneifen. Aber es ist wirklich alles ähnlich. Das ist ein JÜngelchen mit Gitarre zum Liebhaben und Kakaokochen (ok, das war Tom nicht). Und genau wie Tom hat er einen scheußlichen Beitrag vor sich, der ihm alle Chancen offenlässt. Ich mag den Jungen, ich mag den Song, aber das Original mag ich ehrlich gesagt noch lieber.
Chancen aufs Finale: Das hängt entscheidend von der europäischen Wahrnehmung und den davor performenden Georgiern ab. Aber ich sage jetzt mal, er kommt weiter.
Helsinki 2012: Nein. Aber er könnte durchaus gut abschneiden.
8/10
11 - Malta - Glen Vella - One Life
"1 life living together in 1 life, let us be free...." so geht der Song leider nicht, aber fast. Nicht zu fassen, wie da schon wieder in der Mottenkiste gewühlt worden ist. Sogar das Lachen sieht aus wie das von Xandee. Aber die hatte den viel, viel, VIEL besseren Song. Trotzdem: Für maltesische Verhältnisse ist das fast schon erträglich. UNd übrigens, was haben denn die Tänzer da auf / am Kopf? Gehört das so? Und die vorschriftsmäßige Rückung hat er acuh drin, wenn ich mich nicht verzählt hab, die erste heute abend. Es hat sich wohl rumgesprochen, dass damit außer Frau Serivovic seit 10 Jahren keiner mehr einen Blumentopf gewonnen hat.
Chancen aufs Finale: Nein. Und da hilft es auch nicht, wenn er vorm Auftritt noch mehr Puderzucker zu sich nimmt als Herr Bilan seinerzeit.
Valletta 2012: Nöööööö - und das ist auch gut so!
3/10
12 - San Marino - Senit - Stand By
Da Ihr mich jetzt nicht sehen könnt, will ich Euch erzählen, was ich grad mache: Ich klopp meinen Kopf auf die Tischplatte. IST DAS DENN WAHR?!? Dieses Land hat die geilste Sprache der Welt und sie singen: ENGLISCH!!! Bleibt zuhause, Ihr §(/&"§$)(/§"$)(/!!! Da ich hier wieder das Video erwischt hab, kann ich über die Sängerin so gar nix sagen, die hat die ganze Zeit Mütze und Sonnenbrille auf. Die Stimme scheint gnaz ok zu sein, aber ich hab sie noch nicht live gehört. Das Lied ist nett, aber auf italienisch hätte ich das geil gefunden. So find ich es halt nur nett.
Chancen aufs Finale: Vergesst es. Könnt froh sein, wenn Ihr besser abschneidet als 2008. Verdient hättet Ihr es nicht.
Serravalle 2012: No no never.
6/10 (eigentlich wegen der Sprache 0/10, aber wir wollen ja fair bleiben)
13 - Kroatien - Daria Kinzer - Celebrate
Wie wahnsinnig muss man nach dem Semi 2004 eigentlich sein, ein Lied "Celebrate" zu nennen? Allerdings ist das, was ich hier sehe, auf Kroatisch. Der Refrain heißt wohl eher "Lahore", wieso geht das jetzt um Tibets Hauptstadt? Die tiefen Töne liegen ihr ja nicht so, die hohen schon eher. Das Lied ist leider mal wieder unerträglicher Billigschrott aus längst vergangener Zeit, und der ganze Vortrag lässt mich vollkommen kalt. Nä, Kroäischa, dat isset nich!
Chancen aufs Finale: Nachdem letztes Jahr das großartige "Lako je sve" rausgeflogen ist, MUSS das hier auch rausfliegen! Alles andere wäre skandalös!
Zagreb 2012: Nä.
3/10
14 - Island - Sjonni's Friends - Coming Home
Ja! Ja! Ja! Scheißegal, dass die alle hässlich aussehen, scheißegal, dass die viel zu viele Leute sind, um alle in Düsseldorf auf die Bühne zu dürfen, scheißegal, dass hier wohl auch erheblich die Mitleidsmasche zog: Ich mag diesen locker-flockigen Song! Das ist genau das Gegenteil von dem, was der Hardcorefan bei der Eurovision sehen will, und allein deshalb find ich das toll! So! Und jetzt haut mich!
Chancen aufs Finale: Natürlich keine, wie auch?
Reykjavik 2012: Leider nein.
9/10
Freitag, 5. November 2010
ESC-Nachlese, neunte Runde
Gesanglich fast genauso stark wie im Semi, und es muss schon mal die Frage gestattet sein, wieso die Leute bei den Balladen, wo sie nur dastehen und singen müssen, die Töne nicht treffen, während diese Dame bei einer solchen Choreographie immer noch so gut wie perfekt singt. Allerdings muss ebenfalls erlaubt sein zu fragen, welcher beknackte Choreograph sich DIESE Choreo für eine Ballade ausgedacht hat.
14. Türkei
Kam noch stärker als im Semi, und Platz 2 ist für dieses Lied (neben Satellite wohl das modernste dieses Jahr) und diesen Auftritt wohl mehr als gerechtfertigt. Was mich da total erstaunt hat, war die doch sehr gebremste Reaktion in der Halle. Die Leute sind praktisch gar nicht mitgegangen, und der Applaus am Schluss war auch eher lauwarm. Versteh ich nicht - am Bildschirm kam das supergut!
15. Albanien
Ach je. Der albanische Beitrag wurde von mir ja im Vorfeld als Top5-Kandidat gesehen, aber wie schon im Semi kickte es auch im Finale nicht - dieses Mal konnte ich aber ganz klar sehen warum. Erstens ließ sich Juliana, deren Stimme ich IMMER NOCH NICHT mag, gnadenlos von ihrem Chor gegen die Wand singen. Das war aber nicht das Hauptproblem, sondern: Der ganze Auftritt war schlicht und einfach viel zu statisch. Wenn ich einen Song habe, wo jedem Nicht-Gebrechlichen die Beine durchgehen, muss ich dazu auch ein bisschen zappeln. Aber da passierte leider gar nix auf der Bühne. Übrigens: Find nur ich, dass Juliana Ähnlichkeit mit Madonna hat?
16. Island
Es ist natürlich müßig, sich das zu fragen, aber ich tu's trotzdem: Wie hätte Hera wohl abgeschnitten, wenn sie die 15 gezogen hätte und Juliana die 16? Besser vermutlich als so rum, obwohl der Auftritt im Finale nicht ganz so stark war wie im Semi. Aber nach ihrem Statement nach dem Finale, in dem sie Lena aus vollem Herzen gratulierte, kann man sie ja nun beim besten Willen nicht mehr doof finden, oder?
17. Ukraine
ARGH! ARGH! ARRRRGH! Musste man dieses fürchterliche Gejammere tatsächlich nochmal im Finale ertragen!?! Welcher Idiot hat das zu verantworten? Das kann nur an diesem ziemlich unverhüllenden Kleid gelegen haben, einen anderen Grund kann ich mir da beim besten Willen nicht vorstellen. Und in der Maske ist auch nicht alles glatt gelaufen, nicht wahr? Und inzwischen ist es amtlich, dass Alyosha eine doofe Kuh ist: Nach dem Finale beschwerte sie sich doch allen Ernstes über das Ergebnis, die soll verdammt nochmal froh sein, dass sie überhaupt mitmachen durfte.
18. Frankreich
Heijeijei, wie sind denn diese Street Kids da auf die Eurovisionsbühne geraten? Das war nachgerade fabelhaft, was die da gemacht haben, leider hatte das ganze einen großen Schwachpunkt, und das ist und bleibt der Song. Versteht mich nicht falsch, es ist weiß Gott kein schlechter Song und es gab in diesem Jahr weitaus schlimmeres. Aber irgendwie zündet er nicht so ganz, so dass die drei Minuten dann doch sehr lang werden. Dennoch unterbewertet, und im Gegensatz zum Auftritt von les Bleus in Südafrika müssen sich die Franzosen für diesen Auftritt hier gewiss nicht schämen.
Freitag, 15. Oktober 2010
ESC-2010-Nachlese, dritte Runde
Julianas Stimme ist nach wie vor nicht mein Fall, und auch optisch war das jetzt nicht... also das war verbesserungsfähig. Dennoch hatte ich Albanien von Anfang an als klaren Top5-Kandidaten gesehen. Der Auftritt im Semi hat mich allerdings enttäuscht, das kickte einfach nicht, keine Ahnung warum. Vielleicht hätte sie es auf albanisch singen müssen. Der Finaleinzug ging natürlich trotzdem absolut in Ordnung.
13. Griechenland
Ich mag das ja immer noch nicht, und ich bin auch froh, dass es nicht gewonnen hat - als Sieger hab ich es von Anfang an nicht gesehen. Außerdem hasse ich Tattoos. Aber es war gut gemacht, und Giorgios hat aus der Nummer alles rausgeholt. Griechische Patentformel eben.
14. Portugal
Das Lied ist immer noch dröge, und das Fräulein hat immer noch so gar keine Ausstrahlung. Nun gut, sie ist ja ganz hübsch, aber nicht hübscher als beispielsweise die Finninnen, die Slowakin oder die Malteserin (jawohl!). Also kann es doch nur das Kleid gewesen sein, oder? Und dann noch nicht mal knapp reingerutscht, sondern ziemlich oben auf Platz 4 - irgendwas ist da völlig an mir vorbeigelaufen.
15. FYROM
Auch das Lied aus Mazedonien hab ich mir in den Wochen vor dem ESC schöngehört, so kam der optische Schock beim Semi völlig überraschend. Nein, damit ist nicht der zweifelsohne schon etwas in die Jahre gekommene Gjoko gemeint, mit sowas schockiert man mich nicht. Dafür aber umso mehr mit diesen Tanzhuschen (jawoll, ein braves Mädchen macht immer schön die Beinchen breit!!) direkt vom Bahnhofsstrich aus Skopje. Und dann steht tatsächlich FSK 0 auf der DVD, man sollte es echt nicht für möglich halten.
16. Weißrussland
Alles, was uns von den mazedonischen Pornoschlampen wegbringt, ist prinzipiell schon mal gut. Dachte der Zuschauer und wählte Belarus (Belarus!) ins Finale. Wie gehabt: Der erste Sänger etwas monoton, aber hübsch, die Damen liebreizend, der Knödelix, der die zweite Strophe sang, dafür mit vollem Einsatz. Geht schon ok, das Finale.
17. Island
Ja, ich weiß. Wir wollten das alle nicht mögen im Vorfeld, aber allein schon der Videoclip hätte uns stutzig werden lassen müssen. So viel Selbstironie beweist sonst kaum jemand. Und jetzt das: Hera, rothaarig und in rot gewandet (!) singt den Rest des Feldes mit links an die Wand, hat die Halle fest im Griff und schafft obendrein noch während der Pressekonferenz den Spagat, sehr selbstbewusst, aber nicht arrogant rüberzukommen. Na klar weiß man, wenn man gut war, und ich war hinterher eigentlich eher überrascht, dass sie das Semi nicht gewonnen hat. Mit der Performance ist übrigens auch bewiesen, dass korpulente Frauen sehr wohl Uptempo-Songs performen können! Kann man Hera bei all dem immer noch nicht mögen? Eigentlich nicht, oder?
Mittwoch, 9. Juni 2010
Der ESC 2010 im Nachtritt. Teil 5
Griechenland: Holla, da ging ja ordentlich die Post ab! Und Alki-Schorsch samt Mannen sang nahezu schieftonfrei – da gönnt man den Griechen doch gleich viel eher den Finaleinzug samt bester landessprachlicher Plazierung im selben. Ansonsten tat ich meine (positive) Meinung über diesen Beitrag schon zur Genüge hier und hier kund.
Irland: Und wieder eine Siegesgöttin ihrer Aura beraubt. Um es mal so flapsig wie orthographisch bedenklich auszudrücken: Nief sang schief. Da gibt es nichts zu deuteln, die Sangeskunst ist dem allabendlichen Vollaufenlassen zum Opfer gefallen. Daß sie im Semi nicht einmal mehr Lust hatte, den Schlußton zu singen, sondern lieber ihr „Ätsch-ich-hab-schon-mal-gewonnen“-Lächeln einsetzte, hätte sie eigentlich den Finaleinzug kosten sollen, aber im zweiten Semifinale wurden offenbar nur gesangliche Querschläger weitergewählt, solange sie bloß Balladen sangen. Im Finale dann mit Fug und Recht abgestraft und jotwehdeh gelandet. Hier wurde ruckzuck nicht die Titanic, sondern die Lusitania versenkt.
Island: Wer hätte gedacht, daß ich dem isländischen Beitrag noch etwas hätte abgewinnen können? Aber spätestens mit dem witzigen Video mußte ich wenigstens mein Urteil revidieren, Hera sei unsympathisch. Lustig war auch der kleine Tischvulkan, den die isländische Delegation sich im Wartesaal zum Punkteglück aufgestellt hatten. So etwas hätte Hera als Kopfschmuck gut gestanden, und bei jedem „Oh-ho“ ein kleiner Ausbruch – das wäre es gewesen. Nun denn, leider änderte das nichts an der Dürftigkeit des Liedes selbst, aber angesichts der Stimmgewalt und Bühnenpräsenz hätte Hera gut und gerne die Plazierung mit der größenwahnsinnigen Busbahnhofsazubine tauschen können.Dienstag, 4. Mai 2010
Island 2010 – das Video
Ihre, also Herens, Minne entbrennt nämlich just angesichts beim Betreten des Reykjavik’schen Hallenbades, wo ihr ein gelangweilter Glatzkopf eine Art Hundemarke zuteilt, ohne sie – also wiederum Frau Zeus – eines Blickes zu würdigen. Den Blicken, die das dicke Menschenweibchen dabei dem Beglatzten zuwirft, nach zu urteilen, ist für Madame Dingsbumsdotter nun aber das Maß voll, und sie geht offenbar mit einem nicht fehlgehen könnenden Plane schwanger (sechster Monat), nun doch endlich die Aufmerksamkeit des barhäuptigen Haarbaren zu erregen.
Im Umkleidebereich angekommen, packt sie dann zunächst ein rotes Zelt aus (nun gut, Badeanzüge für Beleibte und Schamhafte benötigen eben etwas mehr Stoff), in das sich zu gewanden sie gedenkt. Der ahnungslose Hundemarkenausteiler putzt derweil arglos die Gänge zwischen den Umkleiden. Hera schreitet nun (das Zelt hat sich statt als Badeanzug als eine ausgewachsene Abendrobe entpuppt) durch die Damendusche, wo sie ob ihres exzentrischen Auftretens aufgerissene Augen und Münder zurückläßt, und ihr tückisches Lächeln verheißt nichts Gutes.
Mit dem Gefolge neugieriger Weibsen aus der Dusche betritt nun die rachsüchtige Hera (wie überaus passend, der Name) die Schwimmhalle, wo einige Herren mit Leibesertüchtigungen beschäftigt sind (und es zum Gutteil auch bitter nötig haben). Auch der immer noch unaufmerksame Hundemarkenausteiler ist nun dort und betätigt sich nun als unaufmerksamer Bademeister. Nun knistert die Luft vor Spannung, denn Hera erklimmt nun das Dreimeterbrett und – ja, sie wagt es! Mit lautem Platsch landet sie im (da noch vollen) Becken, und endlich erwacht auch der Hundemarkenputzbademeister aus seiner Lethargie und versucht mit einem kühnen Sprung ins (schon bedenklich weniger gewordene) Wasser, etwaige Notleidende ihrer Situation zu entwinden. Doch glücklicherweise ist Hera weder verletzt noch ersoffen, sondern einfach nur liebestoll und ergreift nun die Gelegenheit und den Glatzkopf beim Schopfe – der Rest ist Schweigen (bzw. abgeschnitten)…
Wen nun die Neugier gepackt hat, möge bitte den Startknopf des Videos betätigen!
Freitag, 2. April 2010
1. Semifinale, Teil 3
Au backe. AU BACKE. Nä, dat is fies für meine Ohren. Natürlich gibts wieder wilde Choreographien (wenn auch dieses Mal ohne Hilfsmittel, dafür sehr viel Hu hu hu und Opa-Gebrülle. Das ganze dann auch noch auf Griechisch, und im Turbofolk, allerdings mit ner ganz üblen Basslinie unterlegt. Das hältste im Koppe nich aus. Ich jedenfalls nicht. Alle anderen wahrscheinlich schon.
Chancen aufs Finale: Wir reden hier von Griechenland, die Frage dürfte rein rhetorisch sein.
Athen 2011: Bitte bitte nicht!
1/10
14. Portugal - Há dias assim - Filipa Azevedo
Ein Fräulein mit typisch lusitanischer Spröde singt eine portugisische Ballade. Das ist wieder so ein Song, wie Portugal ihn schon viele Male dabei hatte, sprich, hört sich ganz nett an, ist aber zu unauffällig, um punkten zu können, und landet deshalb ganz weit hinten. Dazu kommt, dass die junge Dame Ausstrahlung und Bühnenpräsenz von einem Knäckebrot hat. Also gar keine. Ich hoffe, dass das Leiern nur am Video liegt.
Chancen aufs Finale: Da es so wenige Teilnehmer sind, könnte sie es als Televoting- und Jury-Zehnte gerade noch so schaffen.
Lissabon 2011: Ei nääää!
5/10
15. Mazedonien - Jas ja imam silata - Gjoko Taneski
Oh, das ist aber ein nichthübscher Sänger. Die Mucke erinnert mich an irgendwas, was schon etwas älter ist, aber was? Wenn ich mir überlege, was Mazedonien teilweise schon für einen Müll am Start hatte, ist dies hier gar nicht mal so schlecht. Ok, bis der Rap kommt, dann wirds aber gleich ganz schlecht. Herrje, wo bleibt denn die Originalität? Muss es denn bei diesem Wettbewerb immer nur Versatzstücke geben? Mazedonien hat zwar eigentlich jetzt genug gebüßt für die Sünden der letzten Jahre, aber erstens sind die hohen Töne... äh... ungerade, und zweitens reißt einen das hier jetzt so in seiner Gesamtheit nu auch wieder nicht vom Hocker...
Chancen aufs Finale: Nun ja, so viel Balkan in einem Semi, was soll da schiefgehen...
Skopje 2011: No no never
4/10
Kinnersch, ich brauch mehr Äppelwein, entschuldigt mich bitte einen Moment.
16. Weißrussland - Butterflies - 3+2
Also, mal abgesehen davon, dass wirs hier wieder mit einem Sänger des Kalibers "Ich singe dir meinen Beipackzettel vor" zu tun haben (der zweite Sänger ist dann besser), ist das hier ein sehr, sehr schönes Liedle, der erste weißrussische Beitrag (neben Work your Magic), der mir tatsächlich gefällt. Ich bin für so einen Schmonzes einfach empfänglich, vor allem, wenn die Beiträge vorher eher nicht so prickelnd waren. Natürlich ist das retro, und natürlich gibts schon genügend Balladen, aber diese hier bietet das volle Programm. Wenn sie nicht patzen, könnte das überraschend gut abschneiden.
Chancen aufs Finale: Wir werden diesen Beitrag definitv zweimal hören.
Minsk 2011: Dafür wird es dann nicht reichen.
8/10 (!)
17. Island - Je ne sais quoi - Hera Björk
Das klingt auch wieder wie alles nur geklaut, und die sich durch ihr Lied brüllende Hera Björk ist jetzt auch nicht das, was man unbedingt eine Sympathieträgerin nennen kann... Ich hab letztes Jahr schon nicht verstanden, was alle an der gefunden haben. Allerdings hat sie natürlich eine super Startnummer und hebt sich von den vorher startenden Weißrussen maximal möglich ab. Da stören auch die schräg gekreischten hohen Töne nicht. Trotzdem will ich das nicht mögen mögen!
Chancen aufs Finale: Sie wird wohl weiterkommen.
Reykjavik 2011: Seufz - aber ich hoffs nicht.
3/10
Dienstag, 23. Februar 2010
Island: Hera Björk – Je ne sais quoi

Island stieß als Letztes der Nordländer zum Sange und Tanze rund um den Großen Weichkäse anno 1986 – zu einer Zeit also, da die anderen schon mindestens einmal gewonnen hatten (außer Finnland natürlich) und der Bewerb zusehends der Lächerlichkeit zum Opfer fiel.
Das hielt die kleine Vulkaninsel im Atlantik nicht davon ab, dennoch mitzutun und uns lahm und arschig mal von einer Glücksbank, mal von Sokrates oder gar einmal von feuchten Träumen, in denen eine schnarchige Ex-Eurovisionärin aus Spanien die Hauptrolle spielte, sangen. Die Liste isländischer Beiträge ist zwar um ein Vielfaches kürzer als die beispielsweise Finnlands, aber dafür auch viel langweiliger. Auf Anhieb könnte ich jedenfalls kein isländisches Lied nennen, das ich jetzt aber unbedingt und auf jeden Fall und überhaupt als „Klassiker“ bezeichnen würde.
Lobend erwähnt wurde von meinem österreichischen Vorredner der isländische Vorentscheid. Das sog. „Söngvakeppni Sjónvarpsins“ (wovon ein tölpeliger Grafiker das erste Wort auf den ersten Blick für den ungeübten Deutsch(sprachig)en aussehen ließ wie „Skandipipi“) ist zwar durchaus ein Beweis für die rege Musikalität der nicht einmal 320.000 Einwohner, ein Hort von Originalität indes ist er nicht.
Und zu dieser Feststellung paßt denn auch der heurige Beitrag der warmen Geysire: Hera Björk Þórhallsdóttir singt „Je ne sais quoi“ (Ich weiß nicht was) – jedoch nicht, wie der Titel trügerisch kündet, auf Französisch, sondern einmal mehr auf Englisch, weil größere Chancen, besser verstanden werden und bla, bla, bla. Und ebenso einfallslos wie die Sprachwahl ist auch das Lied selbst: Eine Eins-zu-eins-Kopie des vorletztjährigen Beitrages der Eurobanditen, sprich: „This is My Life“ zweiter Teil. Und es wird wohl auch der letzte sein, denn das dicke Ende ist die Sängerin selbst. Daß man mit Übergewicht nicht gerade Bauchtänze aufführen kann/soll/darf wie talent- und stimmlose Reimporttürkinnen, leuchtet ein, aber dieses öde Von-einer-Seite-zur-anderen-Getrampel gereicht diesem Billigstampf in keiner Weise zum Vorteil. Das größte Manko des Beitrages ist jedoch, daß die heroische Hera nicht einmal besonders sympathisch wirkt, sie ist einfach nur breit und kalt.
Was die Finalchancen angeht: Ein paar Gnadenpunkte aus Finnland dürften auf jeden Fall drin sein, darüber hinaus wirds aber eng. Ein Aus ist gar nicht mal so unwahrscheinlich. Wie dem auch sei, so viel kopierte Selbstbezogenheit verdient nur eines:
IS - Hera Björk - Je Ne Sais Quoi
Auch heuer gab es wieder Grund ein Feuerwerk abzubrennen... zumindest bei den ersten beiden Semifinali.
Ein Lied schöner als das andere.
Und es hätte auch beim 3. Semi schön werden können (ich schmachte noch immer wenn ich an Anna Hlín denke).
Jedenfalls erreichten sechs Lieder das Finale, fünf hervorragende und ein Auffahrunfall.
Iris Holms Auftritt war wie aus einem Guss, ein Ohrenschmaus, ein wahrer Kunstgenuss. Eben die klassische Ballade, die in allen ESC-Jahrzehnten funktioniert.
Matthias Matthiason brachte eine Art Country-Singer-Songwriter-Nummer dar. Ein starker Auftritt.
Jogvan Hansen belegte letztendlich den zweiten Platz, auch mit seinem Lied hätte Island eine gute Wahl getroffen.
Hvanndalsbræður wären ohnehin die allerbeste Entscheidung für einen Auftritt in Oslo gewesen.
Ein schöner Abend endete mit Sigurjón Brinks Wasserrutsche. Alles war perfekt.
Die isländischen Televoter hätten die Qual der Wahl unter fünf herausragenden Künstlern gehabt, und, egal wen sie wählen würden, der Sieger wäre würdig gewesen.
Aber NEIN, da stand es plötzlich, das Grauen in Person, der Albtraum jedes Schneiders, jedes Schönheitschirurgen, der Grund warum man Island eventuell doch die globale Erwärmung wünscht.
Man traute sich gar nicht hinzusehen - und schlimmer: auch die Ohren wurden (und werden leider noch immer) beleidigt.
Nicht genug, dass diese Kreatur das Finale erreichte, nein die Insel schien verhext zu sein und bescherte sich Traumata ohne Ende, verhärmte Kinder und Jugendliche, taube Alte.
Island - wie konntest Du nur???

