Freitag, 29. März 2024

ESC 2024: Zweite Hälfte Big5 und Gastgeber und Fazit

Frankreich: Slimane - Mon amour

Manchmal brauchts nicht viel: Einen starken Song, eine starke Stimme, viel viel Leidenschaft, fertig ist der Beitrag. Das kann genau so auf die Bühne. Bis auf diesen sehr coolen Metallplättchenpullunder (-weste? - top? Ach, egal) erinnert uns das mit dem im Video gezeigten Staging sehr an den Finalauftritt von Barbara Pravi, was ja mindestens mal kein Nachteil ist. Einfach nur schön!

Chancen auf die Top Ten: Natürlich, ich wäre sehr enttäuscht, wenn das dort nicht landet.

Paris 2025? Da sagen wir mal vorsichtig nicht nein!

9/10 (Kinder 8 und 7)


Spanien: Nebulossa - Zorra

Ich habe auch hier wieder den VE-Auftritt gesehen. Manel lässt grüßen. Das Jahrzehnt, in dem dieser Song mal modern war, ist auch schon ein bisschen her, oder? Der Song geht wohl um weibliches Selbst-Empowerment und heißt, wenn ich richtig informiert bin, auf deutsch "Schlampe". Jede Frau darf auch mal die innere Schlampe rauslassen oder sowas, ich finde die Inszenierung trotzdem reichlich abstoßend. Ich sehe hier einen Carcrash vom Feinsten auf uns zurollen. Schon bitter, das sowas einem der viel besseren Songs aus den Halbfinals den Finalplatz wegn... Ups. Glashaus. Steine. Ich sag besser nix mehr.

Chancen auf die Top Ten: Keine. Keine keine keine. Spanien darf uns gern wieder das Triple vermasseln, es wäre verdient!

Madrid 2025? Gibts bestimmt auch wieder eine Preparty.

2/10 (Kinder 1 und 2)


Italien: Angelina Mango - La noia

Uff, das wird jetzt schwierig. Ich fürchte, wir stehen mit unserer Meinung ziemlich alleine da und machen uns gerade ziemlich unbeliebt. Nicht nur gefällt uns der Beitrag von allen italienischen Beiträgen seit 2016 am wenigsten, sondern wir halten ihn auch für den schwächsten der letzten acht Jahre. Angelina macht das natürlich schon gut, aber irgendwie ist das alles hektisch, hektisch, hektisch, und durch diesen Sommerhit-Rhythmus mutet es mehr spanisch als italienisch an. Sie hatten so viele gute Beiträge seit 2011 und hätten den Sieg mindestens sechs oder siebenmal verdient gehabt und nicht nur einmal - aber dieses Jahr muss es dann wirklich nicht sein.

Chancen auf die Top Ten: Was für eine Frage. Es ist Italien.

San Remo 2025? KI-Modelle und alle Anderen sagen ja. Ich sag nein.

6/10 (Kinder 5 und 5)



So, durch! Aber es war nicht so mühselig wie sonst manchmal, das hier ist nämlich durchaus ein guter Jahrgang. Vor allem das zweite Semi - mein lieber Herr Gesangsverein! Da hätte ich gerne Spanien und Deutschland raus und dann lieber noch zwei mehr Weiterkommer aus dem zweiten Semi, das wäre entschieden gerechter! Doch, alles in allem bin ich sehr angetan!

Ich wünsche allen Leserinnen, Lesern und Lesys schöne Ostern und viele bunte Ostereier! 

ESC 2024: Zweite Hälfte der zweiten Hälfte des zweiten Semis

13. Estland: 5miinust x Puuluup - (nendest) narkootikumidest ei tea me (küll) midagi

Okay, die Herrschaften hier hatten mich schon in dem Moment, wo ich zum ersten Mal Bandnamen und Titel gelesen habe. Und die Übersetzung "Über (diese) Drogen wissen wir (doch) nichts" lässt Böses ahnen. Die Nummer ist möglicherweise ein bisschen günstig produziert, und am Gesang darf sich bis Malmö auch gern noch was tun, aber meine Güte, macht das vielleicht einen Spaß! Die Workout-Musi für die nächsten 100 Jahre ist gesichert. Schon jetzt und hier eine Bitte an alle Malmö-Fahrer: Ich gehe davon aus, dass diese Tanzbewegungen der Renner auf allen eurovisionären Tanzflächen werden. Ich will bitte bitte bitte ein Video davon haben, wie die ESC-Meute auf dieses Ding abtanzt!

Chancen aufs Finale: ja!

Tallinn 2025? Natürlich nicht.

7/10 (Kinder 7 und 5)


14 Israel: Eden Golan - Hurricane

Wie gut, dass Israel nach all den Querelen im Vorfeld dann doch teilnehmen darf. Sonst wäre uns ein wirklich schöner Beitrag vorenthalten geblieben. Hier haben wir nicht so einen Radaurabbatz wie bei den meisten Anderen, sondern eher etwas ruhigere Klänge, die aber dennoch voller Leidenschaft dargeboten werden. Eden hat eine tolle Stimme. Auch das Video ist sehr wertig und schön gemacht, ich bin gespannt, wie es dann auf der Bühne aussieht.

Chancen aufs Finale: Es wäre sehr schade, wenn Israel ausschiede.

Jerusalem 2025? Nein.

8/10 (Kinder 8 und 8)


15 Norwegen: Gåte - Ulveham

Als am Anfang der Streichpsalter ins Bild kam mit dieser düsteren Beleuchtung, war es schon um mich geschehen. Und dann: Nordischer Ethno-Sound in norwegischer Sprache meets Rock! Gåte, ich liege Euch zu Füßen. This ticks all my boxes.

Chancen aufs Finale: Wenn das nicht ins Finale kommt, erwürge ich meinen Läppi!

Oslo 2025? Ich glaube, das trauen sich Jurys und Televoter nicht, ich hoffe aber sehr, dass es die Top Ten knackt!

10/10 (Kinder 9 und 7,5)


16 Niederlande: Joost Klein - Europapa

Welkom in Europa, blijf hier tot ik doodga (Willkommen in Europa, ich bleib hier, bis ich sterbe). Eine witzige Hymne auf das vereinte Europa, die von der ersten bis fast zur letzten Sekunde Spaß macht - fast. Denn dann kommt das Outro, in dem das vereinte Europa in Flammen aufgeht, und auch der Text endet mit einer traurigen Note. Ein lustiger Song mit einem letztlich doch ernsten Thema, der ganz weit vorne landen wird.

Chancen aufs Finale: Wird dieses Semi möglicherweise gewinnen.

Amsterdam 2025? Vielleicht nicht nur Eurovision in concert, sondern auch Eurovision full stop?

8/10 (Kinder 9 und 7)



So, und wer kommt nun ins Finale?

Albanien
Griechenland
Schweiz
Österreich
Dänemark
Armenien
Belgien
Estland
Israel
Norwegen
Niederlande

Puh. Immer noch einer zuviel. Ich fürchte, dann wird es entweder für Albanien oder für Dänemark eng. Ich nehm Albanien. Aber was bitte ist das für ein saustarkes Semi?! Anyway, folgende Weiterkommer we have got:

Griechenland
Schweiz
Österreich
Dänemark
Armenien
Belgien
Estland
Israel
Norwegen
Niederlande

Und ob es so kommt oder nicht, sagt Euch am 9. Mai das Licht!

Donnerstag, 28. März 2024

ESC 2024: Erste Hälfte der zweiten Hälfte des zweiten Semis

9. Lettland: Dons - Hollow

Nach dem Ethno-Klopper kommt nun wieder ein etwas konventionellerer Song, der aber nichts desto trotz sehr gut und mit sehr viel Leidenschaft gesungen wird und uns sofort abholt. Ich fürchte nur, mit dem Finale wird es trotzdem schwer, auch wenn vielleicht der eine oder andere Punktelieferant in diesem Semi mit abstimmen darf. Es wäre den Letten so zu gönnen, nach acht Jahren endlich mal wieder ins Finale einzuziehen.

Chancen aufs Finale: Siehe oben. Ich würde es so gern drin sehen, aber es wird in diesem Semi extrem schwer.

Riga 2025? Nein.

8/10 (Kinder 8 und 7)


10. San Marino: Megara - 11:11

Erstmal einen Rüffel an die Startnummernvergeber: Wenn ein Song schon 11:11 heißt, welche Startnummer gebe ich ihm dann gefälligst? You had ONE Job! Wir haben hier alles konsequent in schwarz und knallepink, auch die Haare der Sängerin, Trennung am Mittelscheitel. Das hier will nicht gefallen. Das will anecken. Das schafft es auch in bedenklicher Weise. Der Refrain geht, die Strophen sind fürchterlich. Das Beste ist der Flamenco-Teil, aber der reißt es auch nicht raus. Und schlecht gesungen war es obendrein. Nee, San Marino. Einfach nee.

Chancen aufs Finale: none whatsoever.

Serravalle 2025? Vielleicht ist ja nächstes Jahr Ikke Hüftgold in deren VE dabei.

2/10 (Kinder 2 und 3)


11. Georgien: Nuza Busaladse - Fire Fighter

Genau wie Lettland war auch die Wundertüte aus dem Kaukasus vor acht Jahren das letzte Mal im Finale, und genau wie Lettland werden es auch die Georgier in diesem Jahr schwer haben. Es ist vor allem eins: anstrengend. Nuza macht das schon gut, und hier wird vermutlich in Malmö auf der Bühne jede Menge Pyro abgefackelt, um das passend in Szene zu setzen. Auch wird bestimmt ansprechend getanzt, aber ich weiß nicht ...

Chancen aufs Finale: fleisch, fleisch au nisch.

Tbilisi 2025? Nope.

6/10 (Kinder 6 und 6)


12. Belgien: Mustii - Before the Party’s Over

Mustii hat hier was gemacht, was Dadi Freyr vor drei Jahren auch schon mal gemacht hat: Er hat den Background-Chor teilweise (oder sogar ganz? Ich weiß es nicht) von seinen Fans einsingen lassen. Und das Ergebnis kann sich wirklich hören lassen. Der Beitrag startet vergleichsweise langsam und braucht auch ewig, bis er fertig aufgebaut ist. Aber dann! Die letzte Minute ist absolut sensationell! Das Video fand ich persönlich jetzt nicht soooo spektakulär, meine Kinder fanden es aber sehr schön. Egal. Maßgebend is auffe Bühne, und da brauchen sich die Belgier dieses Jahr weiß Gott nicht verstecken. Ich rechne fest mit einer Top Ten Platzierung! 

Chancen aufs Finale: auf jeden Fall dabei.

Brüssel 2025? Vielleicht.

7/10 (Kinder 7,5 und 8)

ESC 2024: Zweite Hälfte der ersten Hälfte des zweiten Semis

5. Tschechien: Aiko - Pedestal

Liebe Aiko, sich selbst auf ein Podest zu stellen und die ganze Zeit "Love me more, love me more" zu blöken hilft einem leider auch nicht immer, vor allem, wenn man sich den VE-Auftritt anschaut. This has Carcrash written all over. Im übrigen war da auch die Abmischung grottig, das wirkte wie der Auftritt einer Schülerband. 2 Minuten 20 können so lang sein ...

Chancen aufs Finale: Eingekeilt zwischen Schweiz und Frankreich? Soll das ein Witz sein?

Prag 2025? Hau doch ab.

0/10 (Kinder 0 und 1)


6. Österreich: Kaleen - We Will Rave

Wenn mich einer vorher gefragt hätte, wie ich mir einen Beitrag vorstelle, der "we will rave" heißt: Genau so. Wenngleich wir uns beim Video mehr wie in einem Werbeclip gefühlt haben; ein Haufen Models stellt Mode vor, ohne dabei übermäßig Textil zu verbrauchen (wohl auch hier eher wieder Käärijäs Outfit geschuldet als dem von Theodor Andrei), daneben läuft Musik. Kaleens Stimme sagt mir nicht so zu, aber der Song geht gut nach vorne, macht schön Alarm, und insgesamt ist das Packerl absolut in Ordnung.

Chancen aufs Finale: ja, das kommt weiter.

Vienna 2025? Naaa.

7/10 (Kinder 7 und 6)


7. Dänemark: Saba - Sand

Ich musste mir vom Nachwuchs erstmal den Kopf waschen lassen, weil ich vorbereitend erwähnt habe, dass ich Dänemark normalerweise gar nicht mag. Und, was passiert dieses Jahr? Tätäää: Ich mag Dänemark. Sehr sogar. Vor allem mag ich Saba. Ihr Song ist ein wenig konventioneller als das meiste Andere, was wir bisher in diesem Semi hatten, aber das muss ja nichts Schlechtes heißen. Und können wir bitte mal über die tolle Lichtregie beim VE-Auftritt reden? Da können sich gewisse Nachbarländer gern mal eine Scheibe oder zwei von abschneiden!

Chancen aufs Finale: ich hoffe.

Kopenhagen 2025? Nej.

7/10 (Kinder 7,5 und 7)


8. Armenien: Ladaniva - Jako

Ein dreiminütiger armenischer Ethno-Banger, die volle Dröhnung, die wir so in der Form auch noch nie hatten. Und wisst Ihr, was ich daran liebe? Alles! Es ist vielleicht nichts für jedermanns Gehörgänge, aber auf jeden Fall mal für meine. Super abwechslungsreich, und es gibt immer wieder Stellen, wo ich innehalte und denke "fantastisch, fantastisch, fantastisch". I love it!

Chancen aufs Finale: ja, aber sischer dat!

Jerewan 2025? Nein.

9/10 (Kinder 8 und 6)

ESC 2024: Erste Hälfte der ersten Hälfte des zweiten Semis

1. Malta: Sarah Bonnici - Loop

Uff, das geht ja genauso los wie das erste Semi. Oder mit anderen Worten: Nicht nur Käärijä hat in diesem Jahr eine Menge Beiträge inspiriert, sondern auch Noa Kirel. Aus Malta haben wir hier eine junge Dame (immerhin in diesem Falle bereits deutlich volljähriger als die im ersten Semi). Sie tanzt sich durch einen Song, der mich nullkommanull abholt. Sie ist dabei zumindest im Video recht kunstvoll ausgezogen in vielen verschiedenen Kostümen - sinwer hier bei der Fashion Week, oder watt? Für den Auftritt erwarte ich Hochleistungs-Choreo- und -Hairographie. Pas pour moi.

Chancen aufs Finale: in Anbetracht dessen, was in diesem Semi noch kommt, keine.

Valletta 2025? Ach, Mensch, Malta, schickt doch einfach mal gute Beiträge. Dann können wir über alles reden.

2/10 (Kinder 3 und 5)


2. Albanien: Besa - Titan

Die Botschaft der Titanin in Verkleidung erreicht mich auf jeden Fall schon mal. Vor allem ihre Stimme gefällt mir gut, und gebt mir bitte, bitte dieses Strassdings, wenn sie es nicht mehr braucht (ich würde es allerdings umarbeiten). Der Song ist auch schön mit einer guten Steigerung, vor allem den Anfang und das Ende mag ich da sehr, die Mitte nicht ganz so. Aber schön abwechslungsreich: das passt!

Chancen aufs Finale: Es spricht ja leider alles dagegen - die Startnummer, mein Eindruck, alles. Allerdings hat mir Albanien in den letzten Jahren jedesmal die Prognose versaut, deshalb wird das ins Finale kommen. Vielleicht.

Tirana 2025? Nein.

7/10 (Kinder 8 und 7)


3. Griechenland: Marina Satti - Zári

Schwierig. Schwierig, schwierig, schwierig. Der Anfang ist großartig, bis dann der Gesang einsetzt. Da verliert Marina mich. Der Nachwuchs war überdies ziemlich abgelenkt durch das Video, das sie als ziemlich unprofessionell empfunden haben. Eigentlich sind so Ethno-Dinger immer in höchsten Tönen zu loben, aber so leid es mir tut: Das muss ich mir erst schönhören, und ich hoffe, das klappt.

Chancen aufs Finale: ja.

Athen 2025? Nein.

4/10 (Kinder 3,5 wegen der Katze am Ende und 4)


4. Schweiz: Nemo - The Code

Nemo went to hell and back to find themself on track, und was für ein Parforceritt das ist! Hier wird nicht gekleckert, hier wird geklotzt. Hier ist nun wirklich alles drin, was man sich wünschen kann. Der Song ist keine einzige Sekunde langweilig, es ist eine wilde Mixtur, aber sie funktioniert bestens. Im bisher gesehenen Feld unser Favorit!

Chancen aufs Finale: ja sicher!

Zürich 2025? Das möchte ich nicht per se ausschließen!

9/10 (Kinder 9 und 8)

Mittwoch, 27. März 2024

ESC 2024: Erste Hälfte Big5 und Gastgeber

 (Anmerkung: Wir haben die Auftritte in der Reihenfolge gehört, wie sie dann später auch zum ersten Mal zu sehen sind, sprich, UK kam zwischen Irland und Ukraine. Unter diesem Eindruck entsteht dann auch dieses Posting.)


Vereinigtes Königreich: Olly Alexander - Dizzy

Och nee. Och neeeeee! Das sind wieder so drei Minuten, die man nie wieder zurückbekommt. Generischer Radiopop ohne nennenswerte Höhepunkte. Der einzige Pluspunkt bei diesem Beitrag ist Olly selbst. Egal, wie man zu ihm steht: Er wirkt auf mich wie eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten (war auf meiner persönlichen Landkarte bisher ein weißer Fleck, deshalb kann ich das nicht überprüfen). Über seine Stimme sind wir indes uneins, da pendeln wir noch zwischen gut und nervig. Aber die ist bei diesem Beitrag wirklich nicht das Problem.

Chancen auf die Top Ten: None whatsoever.

London 2025? Höchstens dann, wenn die Ukraine gewinnen sollte und dieser fürchterliche Krieg dort dann immer noch tobt. Sonst auf keinen Fall.

5/10 (Kinder 5 und 5 )


Deutschland: Isaak - Always on the Run

Über Hera Björk schrieb ich gerade, sie erwecke den Eindruck, nur mit halber Kraft zu singen. Man kann ja über Isaak in diesen Tagen so einiges sagen, aber DAS ganz bestimmt nicht. Stimme hat er, und er singt, als ob es um sein Leben ginge. Das ist dann auch neben einer eingängigen Hookline der große Pluspunkt am deutschen Beitrag. Mal sehen, wofür das reicht. In der Bubble ist man derzeit aus verschiedenen Gründen höchst pessimistisch. Ich persönlich wäre sooooo froh, wenn wir uns alle irren und Isaak im ESC-Finale abräumt.

Chancen auf die Top Ten: Mit einer Platzierungsnummer, die man auch auf einem normalen Adventskalender findet, wäre ich ja schon vollauf zufrieden.

Minden 2025? Straßenmusik Fußgängerzone Das beantworte ich jetzt einfach mal nicht.

6/10 (und die NUR für die Stimme. Kinder 6,25 und 6 )


1. Schweden: Marcus & Martinus - Unforgettable

Die Schweden haben nach 1984 und 1994 zum dritten Mal die Ehre, den Contest eröffnen zu dürfen. Wie wir wissen, lief es bei einem der beiden anderen Male gar nicht mal so richtig schlecht, aber ich glaube, dieses Mal wird nix zu holen sein. Der Song ist durchaus modern, aber für unseren Geschmack einfach nur steril und langweilig. Wir haben uns wohl auch zu sehr vom absolut epileptiker-ungeeigneten Bühnenbild ablenken lassen. Immerhin, die Zwillinge sind knuffig und vor allem: Zwillinge!

Chancen auf die Top Ten: Schwedens Chancen auf die Top Ten sind so schlecht wie lange nicht!

Stockholm 2025? Es muss nicht immer Schweden sein. Wird es auch nächstes Jahr nicht. Wer weiß, was denen sonst wieder einfällt.

5/10 (Kinder 5 und 5)

ESC 2024: Zweite Hälfte der zweiten Hälfte des ersten Semis

12. Aserbaidschan: Fahree feat. İlkin Dövlətov - Özünlə Apar

Nachdem uns Aserbaidschan jahrelang damit geärgert hat, ihre Eurovisionsbeiträge grundsätzlich im Gastgeberland des diesjährigen Contests einzukaufen, und obendrein immer gut damit gefahren ist, wenden sie sich derzeit davon ab und eigenen Erzeugnissen zu. Das hier ist ohne Frage der aserbaidschanischste Beitrag, den es je beim ESC gab. Dass wir das noch erleben dürfen! Leider zündet er noch nicht so richtig, aber es ist höggschd erfreulich, dass er da ist.

Chancen aufs Finale: Ja. Das wird speziell in der türkischen Diaspora europaweit viele, viele Liebhaber finden..

Baku 2025? Nein.

6/10 (Kinder 7,5 und 5 )


13. Australien: Electric Fields - One Milkali (One Blood)

Das Positive zuerst: Der Text ist gut. Das Wort "Milkali" stammt übrigens aus der Sprache Yankunytjatjara, von der ich in meinem Leben noch nie zuvor was gehört habe, und ich wette, Ihr kanntet sie auch noch nicht. Soll keiner sagen, ESC würde nicht bilden. Yankunytjatjara hat nur ca. 600 Muttersprachler und ist hierzulande so unbekannt, dass es in der deutschsprachigen Wikipedia noch nicht mal einen Artikel dazu gibt. In der englischsprachigen bin ich dafür fündig geworden. Warum ich Euch das alles erzähle? Weil der Rest vom Lied leider komplett langweilig ist.

Chancen aufs Finale: eher nicht

Somewhere in Europe 2025? Ja. Aber auf keinen Fall wegen eines australischen Sieges.

6/10 (Kinder 7 und 6)


14. Portugal: Iolanda - Grito

Eine ganz in weiß gekleidete hübsche Dame singt sich durch anstrengendes, zähes Liedgut, während sie von ebenfalls in weiß gekleideten Menschen umtanzt wird, die sich Spitzenmasken über den Kopf gezogen haben. Das ist ganz anders als alles Andere um es herum, aber zumindest in unseren Augen leider nicht auf die gute Art. Mir gehts damit ähnlich wie mit Telemovéis vor fünf Jahren: Ich würde es so gern würdigen, aber es gelingt beim besten Willen nicht. Und ich fürchte, der Beitrag wird es ganz, ganz schwer haben.

Chancen aufs Finale: Sehe ich beim besten Willen nicht.

Lissabon 2025? Ja, fahrt ruhig hin, auch wenn kein ESC ist.

5/10 (Kinder 4 und 5)


15. Luxemburg: Tali - Fighter

Was ging da letztes Jahr für ein Raunen durch die ESC-Welt, als es hieß, Luxemburg kommt endlich zurück! Natürlich sind die Erwartungen hoch bei einem Fünffach-Sieger (wenngleich alle fünf Siege von auswärtigen Leiharbeiter*innen geholt wurden), aber die Welt hat sich natürlich in den letzten 31 Jahren auch ein bisschen weitergedreht. Dennoch, das hier ist ein guter Ansatz, allerdings noch nicht so ganz ausgegoren. Aber, und das ist jetzt die nächste gute Nachricht: Am Karfreitag kommt der Revamp! Und ich glaube, dann werden die Karten neu gemischt. Die Startnummer ist gut, die Sängerin auch - macht was draus!

Chancen aufs Finale: Mit einem guten Revamp: ja. Ohne wird es wohl wackeln.

Luxemburg 2025? Wir wollen nicht übertreiben, auch wenn ich natürlich die wunderbare Desiree Nosbusch gern mal wieder einen ESC moderieren sehen würde.

7/10 (Kinder 6 und 5,5)


So, das warnse, die Reckinnen (m/w/d) aus dem ersten Semi. Wer könnte da weiterkommen? Mal gucken:

Zypern
Serbien
Litauen
Irland
Ukraine
Polen
Kroatien
Slowenien
Finnland
Aserbaidschan
Luxemburg

Uff, das sind elf. Einen muss ich noch rausschmeißen. Hmmmmmmm... Zwischen Ukraine und Kroatien, das geht mit der Polin vermutlich eher nicht gut. Also die Polin noch raus. Also folgende Finalistierende in order of appearance:

Zypern
Serbien
Litauen
Irland
Ukraine
Kroatien
Slowenien
Finnland
Aserbaidschan
Luxemburg

Hinterher kommt eh wieder alles ganz anders. Aber fünf sind auf jeden Fall schon mal richtig. Auch schön, oder?

ESC 2024: Erste Hälfte der zweiten Hälfte des ersten Semis

Aus jetzt gleich gegebenem Anlass noch eine Anmerkung vorab: Ich werde hier nicht auf Politika, die sich in und um einzelne Vorentscheide abgespielt haben, eingehen. Betrachtet wird von uns nur das Ergebnis. Um es mit den Worten eines längst dahingeschiedenen ehemaligen Bundeskanzlers zu sagen: "Wichtig ist, was hinten rauskommt."


8. Island: Hera Björk - Scared of Heights

Mein Gott, Hera. Du bist so eine großartige Künstlerin, und dann trittst du wirklich allen Ernstes mit so einem altbackenen Liedchen an? Dat is nix. Sorry: Dat is GAR nix. Anscheinend fühlt sich Hera auch noch nicht mal wohl in ihrer Haut, ich habe den Eindruck, dass sie nur mit halber Kraft singt. Wenn die so täte, wie sie eigentlich könnte, würde sie den Rest des Feldes platt an die Wand singen. Aber es würde keinen Unterschied machen. Iceland is doomed. Und, um dann auch selbst mal die Frage zu stellen, die beim Hören einem der Kinder in den Sinn kam: "Warum schicken so viele solches Radiozeug?" Ja, Kind. DAS fragen wir uns alle.

Chancen aufs Finale: none whatsoever. Und deshalb war es auch geschickt, ihr die Startnummer hinter Kroatien zu geben.

Reykjavik 2025? Sind wir hier bei Last One Laughing, oder was?

5/10 (Kinder 3 und 4)


9. Slowenien: Raiven - Veronika

Leicht bis gar nicht bekleidete Menschen, die sich im Wasser rumtreiben, war schon öfter mal kein Nachteil, und ich hoffe, hier wird es ebenfalls keiner sein. Um auf Nummer Sicher zu gehen, hat Raiven sich mit Silberfarbe angemalt und noch Feuer und Sand dazugeholt. Der Song ist klasse; düster, mystisch, interessant. Raiven singt, was die Lungen hergeben. Wir verstehen kein Wort, finden es aber dennoch großartig. Slowenien wird ja grundsätzlich immer unterbewertet - das muss endlich mal ein Ende haben!

Chancen aufs Finale: aber klar!

Ljubljana 2025? Nein.

8/10 (Kinder 8 und 8)


10. Finnland: Windows95man - No Rules!

Ach du heiliges Kanonenrohr, was ist DAS denn? Aus einem Jeansei (wir reden hier wohlgemerkt vom VE-Auftritt, nicht vom Video!) klettert ein Typ in goldfarbenem Schlüpper (Dinge, die wir noch nie sehen wollten), einem Windows-95-T-Shirt (das er Stand jetzt in Malmö so nicht anziehen darf), Nerdbrille, Schnauzbart, blonde Wellenhaare als Extensions (zumindest hoffe ich, dass das Extensions sind). Ein weiterer Typ läuft da rum mit einem ebenfalls aus geschredderten Jeans zusammengeflickten Mantel. Überall sind geschredderte Jeans. Ökologisch zumindest gut, da werden die Altkleider sinnvoll weiterverwendet. Der Song? Sagen wir einfach, Ikke Hüftgold beißt gerade in seine Perücke. Oder ist das Ikke da auf der Bühne? Egal. Auf der Wotzefack-Skala von 1-10 ist dieser Beitrag hier mindestens eine 20. Wir sind komplett überfordert mit dem Punktegeben. So bescheuert, dass es schon wieder geil ist. Jedenfalls fast.

Chancen aufs Finale: Da man nur für was und nicht gegen was anrufen kann, kommt das weiter.

Helsinki 2025? DAS HIER? ALS GEWINNER? BIST DU IRRE?

5/10 (Kinder 5 und 6, in allen drei Fällen: Prädikat unbewertbar)


11. Moldau: Natalia Barbu - In the Middle

Gott, neeeee! Die Barbu! Die mochte ich doch schon 2007 in Helsinki nicht. Daran hat sich nichts geändert, und sie tut auch dieses Jahr nichts, um uns für sich einzunehmen. Genaugenommen macht sie all das, was in Helsinki schon genervt hat: Beinkleider, bei denen nicht genügend Stoff für die Hüften übrig war. Hohes Gekrei... pardon, hoher Gesang, der die Hunde in der Nachbarschaft nervös macht. Und ihre Geige, die nicht wie anno dunnemals am Anfang zum Einsatz kommt, sondern erst nach über zwei Minuten. Dieser Geigeneinsatz von ihr und ihren Mitstreiterinnen ist dann auch das einzig halbwegs Interessante. Ansonsten ist das nix für meine Töchter ihre Mutter. Und für die Töchter übrigens auch nicht.

Chancen aufs Finale: Nein.

Chisinau 2025? Ach, geh doch weg.

3/10 (Kinder 3 und 3)

Dienstag, 26. März 2024

ESC 2024: Zweite Hälfte der ersten Hälfte des ersten Semis

5. Ukraine: Alyona Alyona & Jerry Heil - Teresa & Maria

Wow. Also DAS nenne ich mal ein tolles Lied! Diese folkloristische Anmutung holt uns sofort ab. Die beiden harmonieren zwar nicht perfekt auf der Bühne, aber insgesamt passt es dann doch einigermaßen. Vor allem Jerrys Stimme finde ich total toll. Allerdings, und ich weiß schon jetzt, dass diese Meinung auf wenig Gegenliebe stoßen wird: Den Rapteil hätte keine von uns gebraucht, und der passt für uns auch überhaupt nicht zum Rest. Da hätten wir lieber weiter dem Gesang zugehört. Dennoch: Stark, stark, stark!

Chancen aufs Finale: Ist der Papst katholisch?

Kyiv (hoffentlich!!) 2025? Könnte durchaus passieren.

8/10 (Kinder 7 und 7, für den Rap gibts von uns allen dreien Abzüge)


6. Polen: Luna - The Tower

Oh, so ein Glasschach hab ich hier auch! Die selbiges bedienende junge Dame ist schon eine Erscheinung; kleines bisschen blässlich geraten vielleicht? Das unterstreicht sie im Video auch durch ihre Kleiderwahl. Das Lied zieht sich am Ende, und die Message kommt dann doch reichlich generisch daher. Dennoch, der Refrain bringt mich zum Mitwippen. Für mich ist Polen dieses Jahr ein Guilty Pleasure.

Chancen aufs Finale: Das wird eng.

Warschau 2025? Nein.

7/10 (Kinder 5 und 5)


7. Kroatien: Baby Lasagna - Rim Tim Dagi Dim

Der aktuelle Top-Favorit der Bookies. Vom Text hab ich zugegebenermaßen nur die erste Zeile verstanden, den Rest so wirklich, muss nochmal reinschauen. Der Song ist ungeheuer mitreißend und geht voll auf die Zwölf, aber so einiges war vermutlich dann doch nicht nur musikalisch, sondern auch modisch vom Vorjahres-Televotingsieger inspiriert. Mein absolutes Lieblingsdetail beim Auftritt? Die Häkeldeckchen auf dem Schlagzeug!

Chancen aufs Finale: Falsche Frage. "Gewinnt er dieses Semi" wäre die richtige gewesen. Vermutlich gewinnt er es.

Zagreb 2025? Möglich.

8/10 (Kinder 6,5 und 7 )

ESC 2024: Erste Hälfte der ersten Hälfte des ersten Semis

1. Zypern: Silia Kapsis - Liar

Ach ja, die gute alte zyprische Formel. Eine attraktive, mehr oder weniger leicht bekleidete Frau singt mit ganz okayer, aber nicht überragender Stimme einen Dance-Song. Wir dürfen dazu vermutlich eine Hochleistungschoreographie erwarten. So weit, so gut, so schon ab und zu gehabt. Neu dieses Mal: Silia ist erst 17. Nennt mich spießig, aber als Mama von zwei Kindern im selben Alter finde ich ihr Outfit und das doch schon sehr angesexte Video reichlich befremdlich, sieht der Nachwuchs genau so. Gut, jeder kann machen, wie er will, aber dafür, dass sie noch minderjährig ist, ist es mir eine Nummer zu arg.

Chancen aufs Finale: begrenzt. Die Optik könnte es richten. Leider.

Nicosia 2025? Ochi.

4/10 (Kinder 3 und 4)


2. Serbien: Teya Dora - Ramonda

Wow, hat die eine schöne Stimme. Erstmal alles sehr ruhig, sehr atmosphärisch, dreht aber dann ab der Mitte etwas auf. Der Song ist ungemein abwechslungsreich, keine Sekunde ist wie die andere, jede Note sitzt, nichts davon ist langweilig. Ich liebe alles. Auch der Nachwuchs ist angetan, aber nicht ganz so überzeugt wie ich. Ich hoffe, dass dieser Beitrag viele, viele Liebhaber findet! Aber warum bekommt Serbien neuerdings immer so frühe Startnummern?

Chancen aufs Finale: Uff. Leider nicht so klar, wie ich das gern hätte.

Belgrad 2025? Nein.

8/10 (Kinder 7 und 6,5)


3. Litauen: Silvester Belt: Luktelk

Der Mann hat im litauischen Finale immerhin The Roop rausgeschmissen, das muss ja schon was sein, auch wenn ich deren diesjährigen Beitrag lange nicht so stark fand wie die Beiträge 2020/21. "Luktelk" (und nicht etwa "Lockdown", wie eins der Kinder zu hören vermeinte) geht schon ganz gut nach vorne, aber irgendwie waren wir doch enttäuscht. Irgendwas fehlt uns. Vielleicht gerade zum Ende hin dann doch etwas zu repetitiv? Ich weiß es nicht. Und fürs Protokoll: Diese komische Nasenklammer irritiert mich auch.

Chancen aufs Finale: Ja.

Vilnius 2025? Litauen wird ja gerne unterschätzt, aber: Nein.

6/10 (Kinder 5 und 5)


4. Irland: Bambie Thug - Doomsday Blue

Nachdem ja die irische Bilanz in den letzten zehn Jahren ziemlich desaströs aussah, probiert man dieses Jahr mal was ganz Anderes. Und WIE anders! Bambie ist schon eine Erscheinung, inszeniert sich in den Strophen als eine Art Hexe auf einer schwarzen Messe (?), wobei nicht nur die Optik im Video verstört, sondern auch der Song, während sich Bambie im Refrain auf einer rosaroten Wiese mit netten Schafen drauf befindet und die Musik auf einmal handzahm ist. Später kommt dann auch noch eine pelzige Gestalt dazu, die vielleicht sowas wie ein Troll sein soll. Egal, was es ist, ich will den auch auf der Bühne sehen! Überhaupt bin ich nirgendwo so gespannt auf die Bühnenperformance wie hier. Supermutig, superspannend, ein Hammervideo - und wir lieben es!

Chancen aufs Finale: Wehe, wenn das nicht ins Finale kommt!

Dublin 2025? Dazu ist es zu abgefahren.

8/10 (Kinder 8 und 8)

Sag niemals nie

Eigentlich wollte ich das hier ja nie wieder machen. 

 Aus verschiedenen Gründen bin ich mit dem ESC seit der Saison 2022 ziemlich über Kreuz. Die letzten beiden Jahrgänge haben mich irgendwie so gar nicht erreicht, ich hab sie auch im Nachhinein kaum gehört. Vieles hat sich, wenn man vom grandiosen 2021er Jahrgang mal absieht, seit der Coronapause deutlich zum Schlechteren verändert. Das betrifft die Diskussionskultur und das Aushalten abweichender Meinungen. Das betrifft den ach so unpolitischen ESC, der doch gleichzeitig hochpolitisch ist und es immer schon war. Das betrifft die EBU, die in der immer komplizierter werdenden politischen Gemengelage nicht immer glücklich agiert. Vor allem aber betrifft es den ESC in Deutschland, und da war die Fallhöhe bereits vor Corona schon niedrig. 

Nachdem meine Lieblings-Angebote um den ESC im deutschsprachigen Raum allerdings immer weniger werden (rühmliche Ausnahme: ESC kompakt, die man hier und anderorts und eigentlich überall, wo man nur die Gelegenheit dazu hat, in höchsten Tönen lobpreisen muss) und mir überdies nicht nur meine Kinder auf die Füße getreten sind, wir mögen doch bitte in diesem Jahr gefälligst wieder bloggen, bin ich in mich gegangen und habe mich schließlich dazu breitschlagen lassen. Wer wäre ich, nicht auf die Wünsche des Nachwuchses zu hören? Möge es dem einen oder der anderen Lesenden zum Pläsier gereichen.

 In diesem Sinne: Los gehts!