Dienstag, 14. Mai 2013

Zypern - Despina Olympiou - An me thimase

Hierzu gibt es von meiner Seite wenig zu erzählen.
Ich habe dieses Lied genau einmal, am Tag der Veröffentlichung angesehen und dann über Wochen vergessen.
Erst mit Anhören des offiziellen Eurovision Song Contest-Samplers wurde mir An me thimase wieder ins Gedächtnis gerufen.

Hübsche Frau, angenehme Stimme, gefälliges Lied - aber das wird keinen interessieren.


Irland - Ryan Dolan - Only Love Survives

Da freue ich mich jedes Jahr auf Derek Mooney's Radio-Show um die irischen Teilnehmer-Songs als erster zu hören. Normalerweise findet sich wenigstens EIN brauchbares Lied darunter.
Ok, mit viel Augenzudrücken gab's auch eins. Das hieß jedoch nicht Only Love Survives.
Also müßte ich auf die Expertenrunde (meist zwei Wochen später) warten.

Doch die Lästerbrüder- und schwestern zierten sich (erstmals), nichts wurde es aus den hämischen Zuhörerbermerkungen und den zartgröblichen Lästereien über die eigenenen wie auch die ausländischen Beiträge.

Die Late Late Show hätte ich dafür besser nicht gesehen. Weder die Lieder, noch die Expertenrunde konnten mich überzeugen.
Mit Ryan Dolan wurde zudem das totale Antitalent zur Fahrt nach Malmö verdonnert. Armer Bub, der wird mit viel Pech den Boden der Semifinaltabelle küssen können. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass er am Abend der Abende plötzlich über sich hinauswächst.



Sonntag, 12. Mai 2013

Republik Moldau - Aliona Moon - O mie

Erster Eindruck: Ein Glück, dass Schwarzkopf den Song Contest sponsert. Das wäre Aliona sonst sehr teuer gekommen, so kann sie jedoch gemütlich auf die Probefläschchen in ihrer Garderobe zurückgreifen. Wo Moldau ohnehin kein Geld hat.

O mie (auf deutsch: Großmutter) klang in der englischen Vorentscheids-Version noch unbedeutend. Ich war deswegen auch weniger entzückt, als ich mich in meinem Stammforum über Alionas Lied ausließ. Glücklicherweise wurde mir von Nelis (angeblich Co-Autor im Blog, der hier zu faul ist zu Schreiben ;-) - Gruß in diese Richtung auch Herrn Rainer) das rumänischsprachige Video gezeigt. Ja, ich darf sagen: Das ändert viel. Man merkt sofort, dass sich Frau 'Mond' SO viel wohler fühlt, abgesehen davon, dass das O mie nun runder klingt.

Aliona dürfte wohl mitgelesen haben, wie sonst ist es zu erklären, dass sie sich für den Grand Prix doch richtig entschieden hat.
Sie ist eine passable Sängerin die die Melodie gut transportieren kann, man ist geneigt ihr einen Finaleinzug zu wünschen.


Freitag, 10. Mai 2013

Litauen und Weißrussland

Litauen - Andrius Pojavis - Something

Ich habe ein zwiespältiges Verhältnis zu Something. Einerseits finde ich das Lied fürchterlich langweilig und eintönig, andererseits gefällt mir der Beat, der den Song 'ummantelt'.

Bei der litauischen VE hätte ich keinen Groschen auf Andrius gesetzt, diese Zylinder- und Frack-Nummer hat wohl niemand im ersten Augenblick durchschaut. Erst bei durchlesen des Textes wurde mir alles klar.
Inzwischen habe ich mir Something schöngehört und würde Litauen den Finaleinzug gönnen (allerdings nicht zulasten Österreichs, so weit geht meine 'Freundschaft' auch nicht).

Ich verstehe auch die Nörgelei an Andrius nicht (Saufkopf? Wer kommt denn auf solche Ideen?), der scheint doch in den Interviews und Video-Ausschnitten ein patenter Kerl zu sein. Einer, mit dem man gern ein Bierli trinken geht (oh, aber da muss er aufpassen, dass ihn dabei keiner filmt ;-) ).



Weißrussland - Alyona Lanskaya - Solayoh

Wie bei Weißrussland nicht anders zu erwarten hat das Land den Titel Rhythm of love gegen ein neues, eingängigeres Tralala-Liedchen gewechselt. Was hat denn dem Landesfürsten diesmal wieder nicht gepaßt? Na wurscht, hauptsache es wurde keine Nachfrist beantragt. Ach nein, das macht ja die Ukraine...

Alyona ist, wie vom Ostblock nicht anders zu erwarten, ein 'Eye-Candy', sprich: eine hübsche Gretl, die obendrein noch brauchbar singen kann.

Solayoh rennt zwar stilistisch seiner Zeit hinterher, geht jedoch erschreckend schnell ins Ohr und von dort stante pede ins Gebein (so nicht gichtgeplagt). Ich rechne mit einem sicheren Finaleinzug, dort aber eher mit einem der hinteren Ränge.

Mir gefällt's (my guilty pleasure, wie der Nepalese sagt), ich könnte mich auch mit einer besseren Platzierung anfreunden.

Nein, bitte nicht schlagen...


Mittwoch, 8. Mai 2013

Montenegro - Who See feat. Nina Žižić - Igranka

Ein Jahr nach Rambo Amadeus setzen die Montenegriner wieder auf das Rap-Pferd und pfeifen sich nix um den Geschmack der nach Schmonsens dürstenden Hard Core-ESC-Fans. Ätsch bätsch!

Das ist echte Hetenmusik, meine Freunde. Und der beste Part ist der der Sängerin, die läßt die Sau so richtig raus - herrlich!
Natürlich wird Igranka im Semifinale hängenbleiben, von den Juries ist nichts zu erwarten. Ob die Punkte der Ex-Jugos allein ausreichen werden ist mehr als fraglich. Vielleicht können die Trashfans, die schon Jedward zweimal ins Finale hievten, mit ihren Anrufen aushelfen.
Bitte, bitte!




Niederlande - Anouk - Birds

Da haben die Niederländer diesmal wirklich einen Star 'ausgegraben'. Anouk ist weit über die Landesgrenzen des Gouda- und Tulpenstaates bekannt und nicht umsonst die seit Jahren größte Hoffnungsträgerin. An der Zeit wäre es, schließlich haben die Oranjes seit 2005 kein Finale mehr von innen gesehen. Und ich spreche wohl für viele wenn ich sage, dass Amsterdam als Austragungsstätte 2014 durchaus seinen Reiz hätte ;-)

Birds fällt völlig aus dem Rahmen der ESC 2013-Durchschnittlichleit mit seiner ruhigen Melodie, dem sanften Tembre in Anouks Stimme, dem melancholischen Text und der (hoffentlich) reduzierten Bühnenshow [über den kleinen 'versoffenen' Auftritt breiten wir den Mantel des Schweigens... obwohl: lustig war's schon].

Wehe, dreimal wehe, wenn Anouk das Semi nicht 'überleben' sollte. Das kämer einer Kriegserklärung an Holland gleich. Ich würde über einen sofortigen Rückzug nachdenken. Das undankbare ESC-Pack hätte nichts anderes verdient! (aber noch ist es nicht so weit und relativ unwahrscheinlich)



Montag, 6. Mai 2013

Ukraine - Zlata Ognevich - Gravity

Wow! Hübsch! Die kann mir das Telefonbuch vorsingen!

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Ich weiß, ich sollte etwas objektiver sein.
Nun gut. Schon bei der ukrainischen Vorentscheidung fiel mir Zlata positiv auf. Die afrikanischen Rhythmen setzten sich klar vom des Feld ab. Eine verdiente Teilnahme beim ESC!

Fällt Euch etwas auf? Seit 2 Jahren gibt es keinen ukrainischen 'Skandal' mehr. Die haben dazugelernt.

Mir geht Gravity überraschend gut ins Ohr, auch nach mehrmaligem 'Genuß'. Der zweite Platz bei den Wettquoten überrascht mich trotzdem.
Andererseits ist der Jahrgang nicht der beste. Hätte man mich vor zwei Monaten gefragt wie ich den Jahrgang 2013 in seiner Gesamtheit bewerte, ich würde ausstoßen "Kaum besser als die 'Hölle' 1989!", aber dank der Möglichkeit sich alle Lieder schönzuhören relativiert sich diese Meinung.

Zlata wird, meiner bescheidenen Meinung nach, locker die Top 5 knacken, sie ist sogar eine Geheimfavoritin auf den Sieg. Hoffentlich übertreiben es die Ukrainer nicht wieder mit der Bühnenshow, man munkelt von einem Riesen (ich will's gar nicht wissen).

Super-Lied, eine wunderhübsche Sängerin, das Wissen um ukrainische Inszenierungen. Eine runde Angelegenheit!



Sonntag, 5. Mai 2013

Russland - Dina Garipova - What If

Horch, eine Weltverbesserungsballade. Käme die jetzt z.B. aus Malta hätte ich gesagt, 'OK, die können's halt nicht besser'. Aber nein, das große Russland, wo Rechte von Minderheiten mit Füßen getreten werden und Kritik am Regime nicht gedulded wird, erdreistet sich Europa den Spiegel vor's Gesicht zu halten? Frechheit siegt.

Wer einmal 'The Voice' gesehen hat, der weiß, dass in dieser Sendung nur auf höchste gesangliche Qualität geachtet wird (Ausnahme: Belgien ;-) ). Dina Garipova ist also kein Zufallstreffer, dieses Mädchen hat's gesanglich drauf. Den kitschigen Text von What if kann man ihr auch nicht vorwerfen, als Castingsternchen muss sie froh sein protegiert zu werden, eine schnell auf einen Charthit aufgebaute Karriere und eine hastig nachgeschobene Platte sind meist genau die berühnten '15 minutes of fame', danach wird man wieder fallengelassen, sollten die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Da ist so eine Song Contest-Teilnahme natürlich eine willkommene Chance weiter auf sich aufmerksam zu machen und sei es auch 'nur' in der Heimat.

Wo es einem wirklich säuerlich aufstößt ist bei der Betrachtung des Videos. Wieviel Kitsch kann ein gesunder Mensch vertragen? Stehende Ovationen, Rührung in den Augen, die Geigen im Hintergrund - ist es nicht 'schön'?
Hätte ich ein Stück Schwarzbrot in der Hand, ich müßte es nur unter den Monitor halten, das Schmalz flösse von selbst heraus.

Wie gefällt mir What if nun?
Prinzipiell ist es ein schönes Lied, wenn auch selbst für den ehrwürdigen ESC zu altmodisch. Dargeboten mit sicherer Stimme und stimmiger Inszenierung ist ein Top 5-Platz im Finale nicht unmöglich. Einen Sieg halte ich aber für ausgeschlossen und er täte dem Song Contest auch nicht gut.


Dänemark - Emmelie De Forest - Only Teardrops

Was Dänemark betrifft bin ich relativ schmerzfrei. Ich erfreue mich an Stop, mens legen er go' genau so wie an Disco Tango, Vi maler byen rød, Fra Mols til Skagen oder Talking to you.
Und doch falle ich bei diesem Land immer mehr vom Glauben ab. Soluna Samays Lied aus dem Vorjahr war bereits eine Zumutung. Und nun auch noch Only Teardrops.

Den Termin des Dansk Melodi Grand Prix male ich mir immer rot im Kalender an. Für 2014 überlege ich noch. Alles klang heuer nach Einheitsbrei, kein Lied stach heraus, schon gar nicht jedes von Emmelie. Aufgefallen ist mir bei ihr eigentlich nur ihre gesangliche Schwäche und das Revival der Trommeln.

Für das Konzert Amsterdam war sich die junge Dame wohl auch zu schade (gut, ich kenne die Beweggründe jetzt nicht), dort hätte man eventuell raushören können auf welchem musikalischen 'Stand' Emmelie gerade ist.

Ein Blick auf die Wettquoten verrät, dass Dänemark der große Favorit auf die kostspielige Rolle des Gastgebers 2014 ist. Ob sich da nicht viele Wetter verspekulieren?
Sollte beim 'Grand Prix' etwas Ausgefallenes als Sieger gesucht sein, dann gewinnt 'Legoland' bestimmt nicht. Soll es jedoch mainstreamige Kost sein die man gemütlich im täglichen Dudelfunk anhören kann wird's passen.

Ich brauche Only Teardrops jedenfalls nicht zur Glückseligkeit. Sie wird's live verhauen, da bin ich sicher.


Freitag, 3. Mai 2013

Frauen und der Eurovision Song Contest.

Geht das überhaupt?

Na klar!

Die beiden Grand Prix-Expertinnen Tamara Fabian (bekannt durch ihre stimmungsvollen Kommentare hier im Blog, sowie durch Radio Sixtus-Sendungen wie Man hört nur mit den Ohren gut und als Sendungsverantwortliche von Auntie Tami's Finest Folk Tunes) und Flipar Permante (erst kürzlich in der Sixtus-Sendung Something old, something new... und ganz viel ESC 2013 zu Gast) zerlegen fein säuberlich die internationalen Beiträge zum Eurovision Song Contest 2013 in Malmö. Da bleibt bestimmt kein Stein auf dem anderen.

Seien Sie Gast bei der

Ladies' Eurovision Night 2013 


Kick Off ist morgen, Samstag den 4.5.2013 um 16 Uhr auf Radio Sixtus - Your Favourite Chaos-Station.
( http://www.laut.fm/sixtus oder Direktklick auf den Senderbutton in der rechten Spalte)


Die weiteren Sendetermine:

Montag 12(.30)-16 Uhr
Dienstag 19(.30)-23 Uhr
Mittwoch 16(.30)-20 Uhr
Donnerstag 7(.30)-11 Uhr
Freitag 20(.30)-0 Uhr
Samstag 16(.30)-20 Uhr
Sonntag 9(.30)-12 Uhr


Wir wünschen pläsierliches Lauschen!


Donnerstag, 2. Mai 2013

Estland, Slowenien und Kroatien

Estland - Birgit Õigemeel - Et uus saaks alguse

Jo mei, die Biggi! Wer erinnert sich nicht an '365 days'?
Sie ist inzwischen Dauergast im Eesti Laul, doch es sollte einfach nicht sein - bis heuer.
Im weißen Firmungskleid stand sie da und trällerte einen belanglosen, aber durchaus gefälligen Schlager ins Mikrofon, immer ihr hübschestes Lächeln für die Kamera aufgesetzt.

Ich gab Birgit eigentlich keine Chance auf's Superfinale und rechnete bereits mit dem höchstverdienten Sieg der Chaos-Truppe 'Winnie Puuh'. So kann man sich täuschen. Ich habe bis heute noch nicht durchschaut wie sie sich trotz des dritten Platzes in der ersten Runde der Finalsendung an Winnie Puuh vorbeischwindeln konnte.

Der Sieg gegen Grete Paia war natürlich nur mehr Formsache. Endlich hat Birgit ihr Ziel erreicht. Doch ist Et uus saaks alguse ein konkurrenzfähiges Lied beim Song Contst? Viele bezweifeln es. Nett, aber nicht mehr. Irgendwie teile ich diese Befürchtung.



Slowenien - Hannah Mancini - Straight into love

Straight into love schrammt ganz knapp an der "Nein, das geht gar nicht!"-Wertung vorbei.

Wir sollten natürlich froh sein über ein flotteres Lied für den ESC 2013, aber der Song geht einem nach einer Minute derart auf den Wecker, unglaublich.
Eigentlich mag ich ja 'furzende Sounds', aber hier wurde geradezu Schindluder damit getrieben. Außerdem kann man an den Live-Videos klar erkennen, dass Hannah ein wenig Schwierigkeiten hat die Töne sauber zu treffen und stattdessen lieber schreit.

Wenn sie ins Finale weiterkommen sollte, dann nur über eine phänomenale Bühnenshow.



Kroatien - Klapa s mora - Mižerja

Ganz anders verhält es sich mit Sloweniens südlichen Nachbarn. Kaum bauen die Kroaten Folklore in ihre Lieder ein funktioniert es auch wieder mit dem Ohrwurm.

Gänsehautfeelig von Anfang bis Ende, großartige Stimmen, egal ob mit Playback oder a capella, ich kann mir Mižerja auch dreimal hintereinander anhören und bin noch immer begeistert.

Natürlich wurde im offiziellen Videoclip nicht vergessen auf die Schönheit der Landschaft hinzuweisen, auf die sandigen Strände und das verträumte Fischerdorf mit dem landestypischen Kirchturm. Wo's paßt paßt's eben ;-)

Ich hoffe der Auftritt bleibt so reduziert, wie in Amsterdam aufgeführt. Ins richtige Licht gesetzt wirken die sechs Herren in ihren feschen Anzügen ganz von alleine.
Einzig bei der Gesangspause mitten im Lied stehen alle etwas verloren da, hier sollte man sich kamera- oder hintergrundtechnisch etwas einfallen lassen.

Normalerweise würde ich jetzt sagen: 'Final-Top 5 sicher', aber die ESC-Vergangenheit lehrt uns, dass Qualität nichts wert ist bei dieser Veranstaltung. Wie hätte es sonst zu SOLCHEN Siegern seit 2008 kommen können?
Meine ganze Zuversicht ruht diesmal auf den Juries.


Dienstag, 30. April 2013

Österreich - Natália Kelly - Shine

Ach verflixt, ich wollte neutral bleiben und habe es genau bis vor diesem Blog-Eintrag geschafft.

Welch Tam-Tam wurde um die österreichische Vorentscheidung gemacht. Fünf Ausnahmekünstler, alle hoch dekoriert, große Gesangstalente. Dazu hinter den einzelnen Songs eine Crew an bekannten Komponisten, alles unter der Regie von keinem Geringeren als Thomas Rabitsch, Produzent zahlreicher Austro-Pop-Legenden und auch verantwortlich für Nadine Beilers Lied. Da konnte gar nichts schiefgehen.

Umso enttäuschter war ich bei der Vorstellung der fünf Titel. Nichts was in irgendeiner Form aus dem ESC-Brei herausstechen könnte, kein einziges Lied mit Chancen auf eine echte Chart-Rakete.
Na gut, Auftritt abwarten.

Während der großspurig als "Österreich rockt den Song Contest" angekündigten Sendung beschlich mich zumindest das Gefühl etwas Gutes gehört zu haben. Allerdings betraf das nicht Natália, sondern Yela (ich ging da mit der Fachjury konform, die jene auf Platz Eins setzte) und Falco Luneau mit seiner einfühlsamen Interpretation.

Natürlich konnte man 'dank' zahlreicher Umfragen erahnen wohin die Reise gehen würde. So war Natálias Sieg keine Überraschung.Die Stimmen in den internationalen Foren sind zwiespältig, einige loben das Lied über den grünen Klee, andere sehen Österreich als sicheren Rohrkrepierer. Dazu noch Startplatz 1 im ersten Semifinale... (Danke, Ihr SVT-Armleuchter!)

Wer mich auch fragte, ich konnte immer nur die gleiche Antwort geben: "Mir gefällt unser Lied nicht, ich kann damit nix anfangen, alles sehr mittelmäßig".

Und diese Meinung vertrat ich bis vor dem Auftritt bei 'Eurovision in Concert' in Amsterdam.
Von nun an ging's bergauf. Nicht, dass das Mädl dort besser klang als sonst, es war die Ausstrahlung auf der Bühne, in den Interviews, der Zuspruch der Menge. Gleiches gilt für die Performance in London wenige Tage später.

Ein gelungenes, nicht ganz ernst gemeintes Häppi-Peppi-Video rundet den Eindruck noch ab.
Und nun, grad eben, machte es, wie sang Klaus Lage so schön, ZOOOM!

Sicher, man kann mir vorwerfen so kurz vor Schluss kalte Füße zu bekommen und dass der Patriotismus endgültig mit mir durchgeht - geschenkt. Shine ist und bleibt ein Allerweltstitel, ich bin ja nicht blauäugig (braun ist ohnehin viel schöner ;-) ), aber ich sehe das Lied inzwischen klar im Finale. Was dort passiert ist
relativ unwichtig. Hauptsache zwei Auftritte. Nach wochenlanger 5 aus 10-Wertung erhöhe ich auf




Frankreich - Amandine Bourgeois - L'enfer Et Moi

Das schlägt ein wie eine Bombe. Meine Güte, hat diese Frau Power. Ich war auf der Stelle gefangen vom treibenden Beat, ihrer genialen Stimme und der spärlichen Instrumentierung wie man sie sonst nur bei stylischen amerikanischen Neowestern zu hören bekommt.

Was mich beim ersten Hören noch irritierte, nämlich die ständigen Wiederholungen, empfinde ich inzwischen als gelungenes Stilmittel.
Und wie sich das Lied zum Ende hin immer mehr steigert, Amandine sich immer mehr ins Zeug legt, ganz große Klasse. Am Ende will man einfach nur das Kraut rauchen das SIE sich vorher reingezogen hat.

Um die Livequalitäten müssen wir uns nicht sorgen, der Amsterdam-Auftritt spricht Bände, da saß alles. Jetzt liegt es nur mehr an den Jurys und Televotern. Zeigt endlich Mut für etwas Unkonventionelles:
VOTE FOR FRANCE!


Großbritannien - Bonnie Tyler - Believe In Me

Ist es Euch auch so gegangen wie mir? Erst ungläubiges Staunen und große Freude, gleich darauf die bange Frage: Packt's die Bonnie live? Und was für ein Lied wurde ihr auf den Leib gezimmert?
Nach Engelberts Debakel ist man schließlich sensibilisiert bei großen Namen aus der Showbranche.

Noch bevor der erste Ton des ESC-Beitrags ans Ohr gedrungen ist sucht man bereits nach  Ausreden WARUM das Vereinigte Königreich wieder ganz hinten gelandet ist. Warum zittert man gerade mit England dermaßen mit? Weil nicht sein kann was nicht sein darf? Das Mutterland des Pop dümpelt in den Niederungen der Wertungstabelle herum, quite shocking indeed.

Und da war es dann, das erste Believe in me-Soundfile. DAS soll Bonnies Lied sein? Hmm... naja, durchaus gefällig, aber - man wagt es kaum zu denken - etwas langweilig? Wäre da nicht mehr drin gewesen? Andererseits, es ist Bonnie. doch, doch, die kann gut singen, sie wird die Halle rocken. Und doch...?! Nein, es IST Bonnie, unsere Bonnie, die hat genügend Fanbase.

Plötzlich taucht ein Live-Video von einem aktuellen Konzert auf. Hört man da etwa gesangliche Schwächen? Nein, das ist sicher nur die schlechte Aufnahmequalität. Oder doch das Alter?
Schnell ist der Gedanke beiseite gewischt. Es ist schließlich Bonnie und die bringt die Hütte zum Kochen.

Warum bleibt dann noch immer diese 'Sorge', dass etwas schiefgehen könnte? Das offizielle Musikvideo tut auch nicht gerade was es soll, simpel gestrickt, viel Posing um nichts.

Aber es ist BONNIE! Die Hoffnung stirbt zuletzt! I believe in you.




Radio ŒDE präsentiert: Unser Müll für Sångmö

Anläßlich des drohenden Eurovisionswettbewerbs in Malmö (bei Kopenhagen) läßt es sich Radio ŒDE angelegen sein, eine Sondersendung mit diesem Thema ins Programm aufzunehmen. Unser Müll für Sångmö beinhaltet sämtliche Teilnahmetitel von 2013 sowie die drei zurückgezogenen Titel aus Bulgarien, Mazedonien und Weißrußland. Außerdem werden sukzessive Vorentscheidungstitel hinzugenommen. Selbstverständlich sind alle 2013er Lieder von nun an auch in der regulären Sendung Von Athen bis…? zu hören. Hier noch die Sendezeiten:

Unser Müll für Sångmö – Beste und Reste
Montag 21–23 Uhr
Dienstag 8–10 Uhr
Mittwoch 20–23 Uhr
Freitag 13–15 Uhr
Sonntag: 13–15 Uhr

Von Athen bis…? Die ESC-Beiträge von 2006 bis 2013
Montag 7–9 Uhr, 17–18 Uhr
Freitag 19–21 Uhr

Wir wünschen frohe Unterhaltung. 

Montag, 29. April 2013

Italien - Marco Mengoni - L'essenziale

Hier hat es sich wirklich ausgezahlt das Lied 'sickern' zu lassen. Ich war mir anfangs nämlich völlig unsicher was ich von dem Titel zu halten habe. L'essenziale war mir viel zu einfach gestrickt, der Typ zu schmierig und überhaupt als Gewinnersong des Sanremo-Festivals unwürdig. Ich muss aber zu meiner Schande gestehen, dass ich mir diese überlangen Sendungen heuer erspart habe, das viele Gerede zieht einem den letzten Nerv, besonders wenn man kein Wort italienisch versteht.

Für diesen Blogeintrag schaute ich das offizielle Video, die Reprise des Siegertitels und den Auftritt in Amsterdam genau an - und war hingerissen.
Welch schöne Melodie, welch angenehme Stimme, welch unaufgeregter Auftritt. Das wird wieder ein Top 5-Platz beim Song Contest, auf soetwas stehen sowohl Jury als auch Zuseher.
Offensichtlich ist es bei Marcos Lied wie mit gutem Rotwein: man muss sich ein Glas einschenken, der hastig getrunkene erste Schluck ist wenig erbaulich, läßt man dem Tropfen aber Zeit sich aromatisch zu entfalten, dann ist der Genuss ein vielfältiger.


Sonntag, 28. April 2013

Spanien und Deutschland

Spanien - El Sueño de Morfeo - Contigo hasta el final

Ich kann Frau Fabian gut verstehen. Bei keltischer Musik schwimme ich auch weg. Mir gefielen die drei in der VE dargebotenen Lieder bereits an jenem Abend sehr gut (interessanterweise die beiden anderen noch eine Spur besser, aber das war marginal).

Auch ich habe das Gefühl, dass Spanien heuer wieder baden gehen wird, dass Juries Wixxer sind und das televotende Publikum keine Ahnung hat. Und ich bin auch der Meinung vieler, dass die Stimme der Sängerin Raquel del Rosario Macías gewöhnungsbedürftig ist, das Lied gehört etwas 'dreckiger' intoniert. Andererseits kann man ihr zugute halten (ich hoffe es zumindest) Nichtraucherin zu sein, was ihr Schaden nicht sein soll.

Eingängiger Song, live sicher dargeboten, geniale Instrumentierung, rockig genug um nicht kitschig zu wirken plus ein Video für Wendy-Freundinnen (dumm nur, dass die weibliche Zuhörerschaft beim ESC bestenfalls ein Drittel ausmacht). Bravo Spanien!
 




Deutschland - Cascada - Glorious

Natalie Horler hat das in der Stimme was Fernando Alonsos Ex abgeht. Kraftvoll, rau, wenn nötig 'pressive'. Wenn Deutschland heuer scheitern sollte, dann sicher nicht an den stimmlichen Qualitäten der Sängerin.

Natürlich gab es in der deutschen Vorentscheidung mindenstens drei bessere Lieder, aber Cascada ist inzwischen ein Markenname, international erfolgreich, daran kommt man eben schwer vorbei. Der Auftritt war suboptimal, über das schreckliche Outfit müssen wir gar nicht diskutieren.
Aber ihr vorzuwerfen sie sei fett und habe Schenkel wie ein Haflinger - das geht entschieden zu weit. Da haben wohl gerade DIE am meisten das Maul aufgerissen die selbst mit ihren Pfunden zu kämpfen haben. Nehmt euch an der Nase!

Zur Musik: Cascada war mir zwar namentlich ein Begriff, aber die Art von Sound ging an mir völlig spurlos vorbei. Ich empfinde das Lied als 'billig', 1000x gehört (ich spiele damit nicht auf die Ähnlichkeit mit Euphoria an, das ist selber 'gestohlen'), daher nur bedingt hitverdächtig. Klopf-klopf-bumm-bumm-Lieder gibt's genug auf der Welt, da tut das eine mehr auch nicht sonderlich weh.
Da das vorjährige Siegerlied gut funktioniert hat gebe ich auch Cascada recht gute Chancen auf die Top 10 in Malmö. So schnell drischt sich ein Motiv nicht ab.

Eigentlich nur 4 Punkte, aber weil ich Natty sympathisch finde und sie die Halle brutalst rocken wird


Schweden - Robin Stjernberg - You

Finally... here's me! ;-)

Jedes Jahr das gleiche Spiel:
Ich sehe mir so gut wie jede Vorentscheidungssendung aus aller herren Länder an, fiebere mit, freue mich, ärgere mich, am liebsten natürlich gemeinsam mit anderen Fanatikern.

Die Sendung ist vorüber und was passiert?
Genau NIX! Aus den Augen, aus dem Sinn.
Und ich habe - interessanterweise - auch nicht das Bedürfnis mich weiter mit einer VE bzw. einem Lied aus selbiger zu beschäftigen.

Da können ganze Essyas in diversen Fan-Foren veröffentlicht werden, ich bin kaum verleitet deswegen bei YT und Konsorten die entsprechenden Videos anzuklicken.

Erst ab April spüre ich, dass mir etwas 'fehlt'. Was war es noch gleich? Ach ja, der Song Contest... wie? Nur mehr ein guter Monat bis zum 'Heiligen Abend'? OMG!

Na dann will ich nicht so sein und bewerte in der Folge sämtliche Bewerbslieder, und zwar VE-, Video-, Sampler- und, wo vorhanden, Live-technisch (Amsterdam, London).

Hoffentlich werde ich bis zur ersten Probenwoche fertig *Panik*

Wie soll ich beginnen?
Alphabetisch? Nein, da müßte ich mit einem musikalischen Highlight anfangen.

Chronologisch nach Vorentscheiden?
Schweiz? Belgien? Finnland? Ich weiß ja nicht einmal mehr WER die Nase vorn hatte.

Semi 1 gefolgt von Semi 2 und den Big 5 plus dem Gastgeber?
Auf keinen Fall!!! Mein Heimatland wird nicht als erstes bekrittelt.

Würfeln? Auch keine Option.

Gut, es ist Sonntag Vormittag, es spricht also nichts gegen das eine oder andere Glaserl Sekt. Prost! ----- Schon besser, das Denken fällt entschieden leichter.
Wer hat hier Alki geschrien? Skandal.
Wo war ich... ach ja, der 'Grand Prix'.

Schweden ist schuld an so vielem in dieser Saison: neue Regeln die keiner benötigt, eine furchtbare Vorjahressiegerin (also, nicht Loreen selbst, aber dieses scheußliche Lied), Christer 'Ich hänge dir einen Stein um den Hals und versenke dich im nächstgelegenen Brunnen' Björkman, Pferdefleisch-Köttbullar, Surströmming ff.
Also beginne ich mit dem Gastgeberland.

Robin Stjernberg - You

Eigentlich sollte man sich für Robin freuen, und genau das tat ich auch am Meldodifergevaltigen-Finalabend, er schien wirklich sehr überrascht über seinen Sieg.
Wenn es tatsächlich ein ungeplanter Sieg war - und das weiß man beim MF nie genau - dann 'Hut ab!', aber den Machern dieser Halbplaybackshow ist nicht über den Weg zu trauen.
Zumindest ist Robin der erste Sänger dem es gelang das Festival aus der 2.Chance-Show heraus zu gewinnen (nicht zuletzt dank der internationalen Jury).

Zum Song selbst:
Das Lied steigt viel zu schnell mit dem 'Text' ein und klingt dadurch nach rein gar nichts. Darauf folgt dann der Refrain, ein fürchterliches Gejodel das zwar im Ohr bleibt, aber eben unangenehm. Jetzt hat der Robin schon Halbplayback und jault immer noch wie ein angeschossener Hund. Na wenn das nicht ein Schuss in den Ofen wird.
Aber vielleicht ist es genau DAS, was Christer will. Er ist schließlich auch beim Heim-Grand Prix 1992 schlimmst 'abgesumpert'.

Ich kann mir beim besten Willen keinen Top 10-Platz für Schweden vorstellen und möchte das auch gar nicht.
Aus purer Herzensgüte

Mittwoch, 24. April 2013

Sehr interessant, Frau Fabian!

Ohne meine Favoriten zu früh zu verraten (ja, ich weiß, ich bin fürchterlich in Rückstand geraten, aber ich wollte nach den VEs und den Original-Videos auch die Konzerte in Amsterdam und London abwarten) kann ich folgendes mitteilen:

Beim allerersten Hören gingen ins Ohr und nicht mehr raus:

Solayoh (Weißrussland)
Marry me (Finnland)
Ég á líf (Island)
You and me (Schweiz)
Glorious (Deutschland)
Believe in me (Großbritannien)

Etwas länger benötigten:

Et uus saaks alguse (Estland)
Mižerja (Kroatien)
Birds (Niederlande)
Igranka (Montenegro)
Love kills (Belgien)
Tomorrow (Malta)
Alcohol is free (Griechenland)
Kedvesem (Ungarn)
Identitet (Albanien)
Waterfall (Georgien)
L'enfer et moi (Frankreich)

Noch immer nicht verinnerlicht habe ich zum Bleistift:

What if (Russland)
An me thimase (Zypern)
Ljubav je svuda (Serbien)
Pred da se razdeni (Mazedonien)
Hold me (Aserbaidschan)
Rak bishvilo (Israel)
Lonely Planet (Armenien)
Contigo hasta el final (Spanien)
You (Schweden)

Na, man wird sehen. Ein Glück, dass es Videoportale gibt ;-)

Hörtest 2013

Obwohl der Hausherr mir meine Gehaltserhöhung immer noch nicht überwiesen hat (Flaverl, hast Du Deine bekommen?), lass ich mal Gnade vor Recht ergehen.

Ich bin gerade in der Schönhörphase angekommen und kann wie jedes Jahr auch wieder eine Aussage über die Beiträge machen, die besonders gut bzw. gar nicht in meinen Ohren hängengeblieben sind. Bisher war der Sieger jedes Jahr unter den Ohrwürmern zu finden. Mal schauen, wie es dieses Jahr wird:

Nach 1x Hören im Ohr:

Bulgarien (!!!!!!!)

Nach 2x Hören im Ohr:

Zypern (vielleicht, weil es mich so sehr an "Mono Yia Mas" erinnert
Deutschland
Griechenland

Nach 3x Hören im Ohr:

Armenien
Österreich
Weißrussland
Dänemark
Finnland
Großbritannien
Kroatien
Island
Malta
Niederlande (!!!!!)
Norwegen
Rumänien
Schweden

Würd mich nicht wundern, wenn der Sieger aus diesem Kreis kommt. Wie sind da Eure Erfahrungen?