Donnerstag, 23. Mai 2019

ESC-2019-Nachlese - Jurys sind ...?

Jeder ESC hat seine Skandale, das war in diesem Jahr nicht anders. Sei es das Zeigen von Palästina-Schals seitens der Isländer, sei es Madonnas übersichtliche Gesangsleistung (zu beiden Punkten in späteren Postings mehr), die ja tagelang durch alle Medien ging, sei es der Rückzug der Ukraine. Dennoch, der größte Skandal bleibt die Jurywertung, und zwar sowohl in den Semis als auch im Finale.

Sowohl im ersten als auch im zweiten Semi gab es jeweils eine Jurorin, die offensichtlich zu dämlich war, ihr Ranking in der richtigen Reihenfolge abzugeben, und es stattdessen in umgekehrter Reihenfolge abgegeben hat. Im ersten Semi hatte das gravierende Folgen, so zog statt der eigentlich qualifizierten Polinnen Weißrussland ins Finale ein.

Im zweiten Semi kam es während des Juryfinales beim norwegischen Beitrag mehrfach zu Bildstörungen. Die norwegische Delegation bat darum, den Auftritt wiederholen zu dürfen, was aber nicht erlaubt wurde. Da Norwegen aber nicht nur im Finale, sondern auch im zweiten Semi das Televoting gewann, konnte ihnen das nichts anhaben, ein Geschmäckle bleibt dennoch.

Noch vor dem Finale plauderte der weißrussische Jury-Vorsitzende aus, wie er und seine Kollegen im ersten Semifinale abgestimmt hatten. Das ist aber nach den Statuten der EBU verboten, so dass die weißrussische Jury disqualifiziert und statt dessen für das Finale eine Ersatzwertung vorgenommen wurde. Das sah folgendermaßen aus: Die Wertungen der im gleichen Lostopf bei der Auslosung befindlichen Länder (Aserbaidschan, Armenien, Georgien und Russland, eigentlich wäre auch noch die Ukraine dabei gewesen, aber die hatte ja zurückgezogen) wurden addiert und gemittelt und daraus eine fiktive Wertung gezimmert. So weit, so gut.

Jetzt wird es jedoch pikant: Statt der ersten zehn dieser Wertung bekamen die letzten zehn am Finalabend die Punkte, und zwar in umgekehrter Reihenfolge! Das heißt, Platz 25 der Liste bekam die 12 Punkte, Platz 24 10 usw. Die weißrussische Wertung sorgte am Samstagabend schon für reichlich Befremdung, da die Spitze überhaupt nicht bedacht wurde und fast nur Länder auf der rechten Seite des Scoreboards Punkte erhielten. Insbesondere erhielt Mitfavorit Russland aus Weißrussland keinen einzigen Punkt. Spätestens da hätte die EBU stutzig werden müssen.

Wurde sie aber nicht. Jon Ola Sand verkündete am Samstag wie immer, dass man ein valid result habe.

Die Bubble aber lief heiß. Der portugiesiesche Eurovisionsfan Bruno, nicht faul und nicht dumm, machte sich daran, die tatsächliche Wertung mit dem zu vergleichen, was man aufgrund der Regularien eigentlich erwartet hatte. Und wurde am Sonntagabend auch fündig:

https://twitter.com/euro_bruno/status/1130171806512500738

Die Wiwis berichteten es als erstes, danach drehte es die Runde durch die gesamte Landschaft. Gestern Abend nun reagierte die EBU dann endlich und veröffentlichte ein korrigiertes Resultat, das im wesentlichen folgende Auswirkungen hatte:

- Nordmazedonien gewinnt die Jurywertung (so schade für Tamara, dass man sie um diesen großen Moment gebracht hat!) und wird Siebter, Aserbaidschan wird Achter

- Schweden wird Fünfter, Norwegen Sechster

- Israel wird Juryletzter mit null Punkten (Schwein gehabt, da haben sie wenigstens einen schönen Moment in der Halle gehabt)

- Malta und Zypern rutschen jeweils zwei Plätze nach oben, Slowenien und Frankreich je zwei nach unten

- Albanien und Serbien sowie San Marino und Estland sowie Weißrussland und Deutschland tauschen die Plätze. Die Erstgenannten rutschen jeweils um einen Platz nach oben. Deutschland ist somit Vorletzter.

Glücklicherweise ändert sich am Sieg von Duncan Laurence nichts, die Folgen wären echt heftig gewesen.

Sind sie aber auch so schon. Sowas darf beim besten Willen nicht passieren, und die Frage muss schon gestattet sein, was für Leute man da eigentlich in die Jurys lässt.

Aber auch das Juryvoting selbst stößt mir bitter auf. In vielen Fällen ließen sich die Punkte mal wieder exakt vorhersagen. Waren die Jurys nicht eigentlich wieder installiert worden, um dem Diasporavoting Einhalt zu gebieten und eine "objektive" Meinung zu liefern?

Natürlich kann man über Musik nicht vollkommen objektiv urteilen. Es macht ja auch einen großen Reiz des ESC aus, dass man hier Dinge vergleicht, die eigentlich nicht zu vergleichen sind. Dennoch habe ich den Eindruck, dass die Jurys ihren Aufgaben immer weniger gerecht werden. Als Jurymitglied bin ich dazu verpflichtet (oder sollte es zumindest sein), die Qualität und das Chartpotenzial eines Beitrags über meinen eigenen Geschmack zu stellen. Ja, auch das Chartpotenzial. Der ESC braucht Hits, um überleben zu können.

Das heißt, ich muss zum Beispiel das Potenzial in "Euphoria" sehen und entsprechend bewerten, auch wenn ich den Song selbst vielleicht gar nicht so mag. Ich muss sehen, dass "Era stupendo" (der Beitrag, der mir nach wie vor lieber ist als jeder andere) grottenschlecht auf die Bühne gebracht wurde und gesanglich auch ausbaufähig war, und dann darf ich das eben nicht auf Platz 1 meiner Liste setzen.

In der Vergangenheit ist das bedingt gelungen, so haben die Jurys beispielsweise "Madness of love" anno 2011 völlig verdient gewinnen lassen - ich weiß, die meisten ESC-Fans goutieren das nicht, aber musikalisch spielte das in einer ganz eigenen Liga, und sowas gehört honoriert. Sie haben das Chartpotenzial von "Heroes", "Calm after the storm", "Only Teardrops" und so weiter erkannt und bepunktet. Bei "If I were sorry" war es dann schon grenzwertig, und spätestens letztes Jahr ging es endgültig den Bach runter. Einen Beitrag wie "Non mi avete fatto niente" auf Rang 17 (in Worten: SIEBZEHN) zu setzen wird dem Auftrag der Jurys in keinster Weise gerecht.

Und wenn die Jurymitglieder nur nach eigenem Geschmack werten und obendrein zu doof sind, sich an die Regeln zu halten oder ihr Voting richtig abzugeben - wozu braucht man sie dann noch?

Es gibt also zwei Möglichkeiten:

Entweder werden die Jurys wieder abgeschafft. Ersatzlos gestrichen. Weg. Und damit wir dann nicht wieder die Verhältnisse der Jahre bis 2007 bekommen, wird das Televoting auf einen Anruf pro Anschluss begrenzt. Aus die Maus. Das wird wohl nicht passieren, da den Herrschaften bei der EBU das Geld aus dem Televoting lieb und teuer ist.

Zweite Möglichkeit: Man gibt den Juroren einen Katalog mit an die Hand, anhand dessen sie die Beiträge bewerten. Man könnte dort solche Punkte wie "Qualität der Komposition", "Qualität des Textes", "Anspruch", "Staging", "Stimmliche Leistung" und was weiß ich nicht noch alles abklopfen und auf einer Skala von 1-10 bewerten. Das zählt man dann zusammen und bekommt schlussendlich die Punkte. Und hier sollte auch jemand da sein, der den Juroren auf die Finger schaut und sich auch diese "Einzelnoten" vorlegen lässt!
Falls es das schon gibt: Warum hält sich dann keiner dran? Und warum macht man dann diese Skalierung nicht transparent? Gut, das wird zwei gewisse Kaukasusländer vor Probleme stellen, aber wisst Ihr was: Das ist, wie ich immer so schön sage, ein PAL. PAL? Problem anderer Leute.
Auf jeden Fall wäre so eine granulare Wertung mal einen Versuch wert. Beim Eiskunstlaufen haben sie es nach dem Wertungsskandal in Sotschi ja auch hinbekommen!

Egal, was kommt, so wie im Moment kann es nicht bleiben mit den Jurys. Oder wie seht Ihr das?

Dienstag, 21. Mai 2019

ESC-2019-Nachlese - Moderation, Bühne, Postkarten

Die Israelis haben ja schon anno 1999 bewiesen, dass sie einen ESC mit viel Liebe und Herzblut hosten können (1979 war noch vor meiner Zeit, deshalb kann ich dazu nix sagen), und dieses Jahr haben sie das wieder gemacht.

Vier Moderatoren waren möglicherweise einer oder zwei zu viel, aber alle vier führten mit viel Herzlichkeit und Sachkenntnis durch die Sendung. Gut, Assi war zuweilen ein wenig überdreht, Erez gab den ernsten Nachrichtenmann, dessen Gags nicht immer zündeten, und Lucy war zwar eine Augenweide, blieb aber blass. Die positive Überraschung bei der Moderation war für mich tatsächlich Bar Refaeli - schau her, Natalia Vodianova (aka se mohst bjutiful göhl in se wöhld, wie der Malakhov jetzt gesagt hätte), man kann Top-Model sein UND moderieren können! Das geht!

Ein besonderes Highlight waren die Postkarten. Ich hätte ja nicht gedacht, dass man die legendären 2014er noch toppen kann, aber es ging. Toll, wie man für jeden Act eine individuell passende Tanzmöglichkeit gefunden hat - und tanzen (bzw im Boot sitzen, aber dazu später mehr) konnten sie alle. Großartig!

Auch die Bühne fand ich richtig, richtig toll, genau wie die Begeisterung des Publikums.

Auch wenn nicht jeder Übergang saß und man die eine oder andere Panne dann doch mitbekommen hat: Das schmälerte das Vergnügen an der liebevollen Organisation in keiner Weise, und da haben wir über die Pausenacts noch gar nicht gesprochen.

Sehr gut gemacht, Israel!

ESC 2019 Nachlese - Vorabgeplänkel

Das war mal wieder eine Verlustigung erster Kajüte in diesem Jahr! Wo soll man da bloß anfangen mit der Nachlese?

Vielleicht mit dem Allerwichtigsten: Ich bin froh, dass nichts passiert ist. Dass alles friedlich über die Bühne ging, keine Leute auf der Bühne, die da nicht hingehörten, keine sonstigen Störungen. Nachdem ja nun kurz vor dem ESC die Gewalt in Israel wieder aufgeflammt ist, war das keine Selbstverständlichkeit. Daneben verblasst alles andere.

So konnten wir in den letzten zwei Wochen mal wieder fröhlichem Eskapismus frönen, auch wenn sich mein Mulm nicht so ganz verabschieden wollte. Jeder, der selbst mal in der Bubble war, weiß, was das heißt (also der Eskapismus, nicht der Mulm)!

Also dann: Rein in die Nachlese!

Sonntag, 19. Mai 2019

Tami sagt...

… herzlichen Glückwunsch, lieber Duncan! Hochverdient und mich sehr glücklich machend!

(im Laufe der nächsten Woche dann mehr zu allem - ich muss erstmal wieder runterkommen, ausruhen und so weiter. Ihr kennt das.)

Samstag, 18. Mai 2019

Sixtus sagt Prost!

Kurz vor dem Finale noch meine Einschätzung bezüglich des Ausganges der Wahl des Siegers des Eurovision Song Contest 2019.

So wird es kommen (oder anders)

1. Niederlande
2. Australien
3. Italien
3. Russland
4. Schweiz
5. Frankreich
6. Schweden
7. Aserbaidschan
8. Island
9. Nordmazedonien
10. Serbien

24. Deutschland
25. San Marino
26. Großbritannien

Ich wünsche allen ESC-Fans ganz viel Spaß!

Freitag, 17. Mai 2019

Finalstartreihenfolge!

1. Malta
2. Albania
3. Czech Republic
4. Germany
5. Russia
6. Denmark
7. San Marino
8. North Macedonia
9. Sweden
10. Slovenia
11. Cyprus
12. Netherlands
13. Greece
14. Israel
15. Norway
16. United Kingdom
17. Iceland
18. Estonia
19. Belarus
20. Azerbaijan
21. France
22. Italy
23. Serbia
24. Switzerland
25. Australia
26. Spain

(Ich glaube, damit dürfte klar sein, wer am Sa gewinnt, oder?)

Blitznachlese 2. Semi

Boah, Sixtus hat neun Treffer! Habt Ihr das gesehen? Ich hab immerhin acht, einen mehr als letztes Mal.

War auch dieses Mal wieder sehr hübsch, man hat nahtlos da weitergemacht, wo man am Dienstag aufgehört hat. Lassen wir das ganze kurz Püree rasieren, wie unser Flaverl (wo steckt der eigentlich?) jetzt sagen würde.

Srbuk wäre wohl besser nicht allein auf die Bühne gegangen, der Song schrie nach Tänzern. Und im Schnelldurchlauf eine leicht schiefhängende Stelle zu nehmen war auch nicht wirklich gelungen. Ist vermutlich 11. oder 12. geworden.

Irlands Ausscheiden war von vornherein klar - der Song ist einfach zu unspektatkulär, und die Umsetzung lenkte zumindest mich eher ab, als dass sie unterstützte.

Über das Ausscheiden von Moldawien freu ich mich diebisch! Das mit der Sand-, pardon, Schneemalerin hat also nichts genützt. Gut so.

Luca Hänni bot dann den Höhepunkt der ersten Hälfte. Egal, ob man den Song mag oder nicht, DIESER Performance konnte man sich kaum entziehen. Und Losglück hatte er auch, er ist nämlich einer von den dreien, die am Samstag in Hälfte 2 starten dürfen.

Natürlich hatten es die Letten danach schwer. Aber der an sich tolle Song ist nun mal leider für diese Bühne vollkommen ungeeignet.

Rumänien, ach Rumänien. Da haben Euch die Wiwis ja was Schönes eingebrockt. Die solltet Ihr nicht mehr einladen.

Leonoras Performance war genauso zuckersüß wie erwartet, aber etwas entspannter hätte sie schon wirken können. Vielleicht kommt das ja am Samstag. Startet in Hälfte 1.

Und klar, Schweden perfekt wie erwartet, aber irgendwie hat mir da was gefehlt. Startet ebenfalls in Hälfte 1.

Österreich war richtig, richtig toll, ich hätte es ihr sehr gegönnt. Schade, schade, schade. Bin gespannt, wie knapp es war.

Um den jungen Roko ist es ebenfalls schade, vielleicht kann er nächstes Jahr nochmal antreten. Dann aber bitte mit einem gescheiten Song und ohne Engelsflügel! Singen kann der Junge nämlich.

Michela war eine von den beiden, die ich nicht weitergesehen habe, aber heute hat sie wider Erwarten abgeliefert. Weiterkommen geht in Ordnung, und auch sie startet in Hälfte 1.

Jurijus' Auftritt war okay gesungen, wenn man denn Kopfstimmen mag. Außerdem hat er seine Muckis schön im T-Shirt präsentiert. Das war zu wenig, mein Herr.

Sergey - wow. WOW! Klasse. Kein Sieger, aber Spitzenmaterial. Startet in Hälfte 1.

Jonidas Qualifikation war die einzige, die mich wirklich überrascht hat. Keine Frage, sie kann singen, tat sie heute aber teilweise etwas unsauber. Glück gehabt, dass die anderen das auch taten. Der Song ist immer noch nix für mich. Hälfte 1.

Und jetzt joiken wir alle zusammen mal ne Runde! War das geil! DER Hallenburner in diesem Semi, und womit? Mit Recht! Nun kann am Samstag nix mehr passieren, Norwegen ist weiter, die Welt ist schön. Und dann auch noch Hälfte 2!

In einer Facebook-Gruppe, die ich zuweilen frequentiere, schrob jemand zu den Niederlanden: "Der Sieger vom Samstag, das war schon nach fünf Takten klar". Meinen die Bookies übrigens auch, und zwar immer deutlicher. Ich bin noch nicht ganz überzeugt, aber es ist auf jeden Fall sehr eindringlich. Mal gucken, ob es auch von Hälfte 1 aus gewinnen kann (Conchi, Monz, Salvador anyone?)

Tamaraaaaaa! YAY! Die Wände mit den gedoppelten Tamaras hätten gar nicht sein müssen. Ich freu mich riesig, sehr verdientes Weiterkommen. Wird am Samstag vermutlich Mazedoniens bestes Ergebnis einfahren, auch wenn sie in Hälfte 1 starten muss.

Und dann noch Chingiz-mit-den-Roboterarmen. Kam schon sehr gut, aber nach den Probenberichten hätte er mich gern noch mehr abholen dürfen. Lucky guy got second Half.

Am besten war heute tatsächlich: Die Schweiz!

Jetzt schlaft mal schön, liebe Kinder, morgen lesen wir uns wieder, sobald die Startnummern feststehen!


Donnerstag, 16. Mai 2019

Tamaras Serviette des Todes - Semi 2

Ist der Ruf erst ruiniert, tippt sich's völlig ungeniert!

Hier erscheint es mir aber auch einfacher. Gehn mers an:

Russland ist natürlich bombensicher weiter. Sergey will es, er kann es, er wird es gut machen.

Ebenso bombensicher weiter ist Aserbaidschan, obwohl es aus einem ganz bestimmten Land dafür ganz sicher nix geben wird.

Auch Duncan Laurence aus den Niederlanden kommt natürlich ins Finale, es ist der Auftritt, auf den ich am meisten gespannt bin. Die Quoten werden ja blau und immer blauer (was gut ist!).

Und dann natürlich noch der Hänni Luca aus der Schweiz! Ist in der gesamten ersten Hälfte sicher das Herausstechendste, und nach allem, was man hört, macht er das sehr gut.

Hab ich noch wen bei den sicheren Weiterkommern vergessen? Ach ja, klar: Die schwedische Knutschkugel! Und dieses Mal auch vollkommen zu Recht!

Sicher raus: Auf jeden Fall mal Litauen! Jurijus ist ja wirklich ein Süßer, aber man kann nicht mit den Löwen rennen, ohne Löwen dabeizuhaben. Wird von Sergej pulverisiert werden.

Ebenfalls raus: Irland. Schade eigentlich, das ist ein netter Song, aber nett reicht halt nicht.

Moldawien hat sich Mika Newtons Sandmalerin (pardon: Schneemalerin) eingekauft. Dem Feldwaldwiesenzuschauer wird es nicht auffallen, die Hardcorefans (including myself) finden es total daneben, und es wird die dröge Nummer nicht retten. Völlig zu Recht.

Auch das Bruderland wird sich das Finale von draußen anschauen müssen. Rumäniens makellose Bilanz ist ja seit letztem Jahr Geschichte, und sie tun dieses Jahr nix dafür, die Scharte wieder auszuwetzen.

Die Letten haben einen klasse Song am Start, für den sich keiner interessiert. Schande über Euch! Leider ebenfalls raus.

Wen haben wir denn da noch? Ah ja: Albanien. Werden die Chinesen wieder nicht zeigen, weil umfänglich tätowiert. Da verpassen die Chinesen einen Rausflieger. Denn das ist zu sperrig, um sofort zu zünden, da kann sie noch so toll singen.

Dänemark wird es schaffen, Saccarin kommt immer ganz gut. Wird aber im Finale keine Rolle spielen.

Wenn es irgendeine Form von Gerechtigkeit gibt, wird La Todevska nicht nur weiterkommen, sondern auch Nordmazedoniens bestes Ergebnis einfahren. Was man aus den Proben gehört hat, war samt und sonders bestechend.

So, jetzt muss ich noch drei Weiterkommer aus Armenien, Österreich, Malta, Kroatien und Norwegen suchen.

Aaaalso: Armenien müsste es eigentlich packen. Viel Diaspora (gut, Azedaze jetzt nicht, aber sonst...), Song gut, Staging wohl nicht zwingend, wird im Finale dann nach unten durchgereicht werden.

Kroatien - ich sagte ja bei der Besprechung schon, Guilty Pleasure. Aber eben nur meins. Der Junge singt unglaublich gut, aber es wird nicht reichen.

Norwegen kommt weiter. End of discussion.

Bleiben Österreich und Malta. Hier bin ich jetzt in beiden Fällen befangen, bekam ich doch neulich eine Nachricht von einer meiner langjährigsten Freundinnen (Malteserin, ihr Cousin ist mit Michelas Tante verheiratet!), ich möge doch bitte, bitte, bitte für Malta anrufen. Ähm, nein. Und ich glaub, auch nicht, dass es was bringt, denn bei den Maltesern muss in den Proben doch einiges schiefgegangen sein. Nein, Malta, es wird eng, aber Ihr seid raus!

Der letzte Platz bleibt, meine beiden Lieblingssteirer wird's hoffentlich freuen, für Österreich. Sie hat in den Proben um ihr Leben gesungen, und wenn sie heute Abend nur halb so viel Emotion rüberbringt, wie sie das in den letzten Tagen getan hat, wird Europa heute packungsweise Taschentücher vollflennen. Und zum Telefon greifen.


That makes folgende Weiterkommer (in order of appearance):

Armenien
Schweiz
Dänemark
Schweden
Österreich
Russland
Norwegen
Niederlande
Nordmazedonien
Aserbaidschan


Sixtus sagt 'geh weida'!



Semi 1 wurde erfolgreich absolviert. Ich habe 8 Treffer gelandet.
Bei Portugal hätte ich es kommen sehen müssen, aber Polen raus?! Why, oh why?
So sehr ich es San Marino gönne, aber das war furchtbar, da stimmte weder Auftritt noch Gesang.
Und Griechenland, really? Ich musste meinen Fernsehlautsprecher überreden sich nicht während des Vortrages zu entleiben.

Gut, es ist geschehen. Leider bedeutet das, es gibt heuer einige 'schlechtere' Songs im Finale, während in Semi 2 mehrere gute hängen bleiben (müssen).

Was uns zum Thema bringt. Semi 2 also, kurz: Das Gemetzel.
Eigentlich sind für mich acht Länder fix durch, da fährt die Eisenbahn drüber.

Russland: Sergey will es so sehr, es hat fast was von Dima Bilan. Die Wettquoten stimmen obendrein. Dank der Inszenierung merkt kaum jemand, dass das Lied eigentlich Schrott ist.
Gewinnen wird er den ESC nicht.

Niederlande: Was, zum Teufel, macht das auf Platz 1 der Quoten? Erkenne ich die wahre Kunst dahinter nicht? Mag sein, ich irre mich häufig (2009 z.B. bei fast allen Liedern 😄 ).
Aber lieber die Niederlande, als irgendein riesiger Ostblock-Staat.
Sieneke, Toppers, Anouk... so viele Würdigere - ach, wuascht.

Schweiz: Jo der Luka 'Honey', da schmelzen Frauen und Schwubben dahin 😍 Ob der Latino-Sound zur Schweiz passt oder nicht, völlig egal, daran haben sich schon andere Länder viel schlechter abgearbeitet.
Schwungvoll, stimmsicher, sympathisch. Vielleicht zieht die Schweiz wieder an D & A vorbei, und so ein ESC in Zürich oder Bern wäre doch eine feine Sache. Urlaub bei Freunden.

Dänemarks Beitrag ist zu süß um übersehen und -hört zu werden. No more words.

Schweden hat diesmal einen Hammer Old-School-Gospel-Ohrwurm aus dem Köcher gezauert, grandios dargeboten von John 'Grinsekater' Lundvik. Auch hier sehe ich Chancen auf den ESC-Sieg.

Die Norweger haben sichtlich gute Laune auf der Bühne und die ist nun einmal ansteckend. Das Bühnenbild ist auch prächtig gewählt. Norwegen wird TROTZ (und nicht wegen) des Joikens ins Finale kommen (und dort weit hinten landen, aber das ist eine andere Geschichte).

Gesanglich mache ich mir bei Aserbaidschans Chingiz keine Sorgen und die Komposition gefällt mir gut. Eigentlich können nur mehr streikende Roboterarme das Finale verhindern. Vielleicht bohren sie ihm ja in der Nase herum 😏

Malta: Sie kann's, die Frau Pace. Netterweise wird gleich der Refrain-Text im Hintergrund eingeblendet (besteht ja nur aus einem Wort), dazu die Hau-Drauf-Melodie im Kehrreim. Das bleibt im Gedächtnis der Wähler und -innen. Macht Spaß.

und jetzt zu den 'Schwimmern', als da wären

Armenien (wenn die Stimme hält)
Österreich (geht beim ersten Hören nicht ins Ohr)
Albanien (nicht sonderlich schön, aber laut)
Nordmazedonien (Stimme und Botschaft)

ok, es ist hart, aber weiter kommen außerdem

Armenien
Nordmazedonien


[Anm.d.Red: Ich mag übrigens auch IE,LV,RO und HR, aber what shalls, das wird nix]

Mittwoch, 15. Mai 2019

Sieben auf einen Streich oder Surprise, surprise!

Na, das war doch mal ein feines Semi gestern, oder? Auch wenn die Trefferquote für meine Verhältnisse eher bescheiden war, aber damit lebe ich (aber auch mein lieber Sigi hat die 10 nicht geschafft!). Außerdem kann ich mich ja auch damit rausreden, dass das Semi zwei knackige Überraschungen bot.

Kleine Blitznachlese gefällig?

Sehr anrührender Anfang mit der kleinen Netta. Die große Netta dann absolut adorabel. Feine Moderation (besonders der Herr mit der Brille), tolle Bühne, unGLAUBlich tolle Postkarten (ich hätte nicht gedacht, dass die 2014er noch zu toppen sind, aber es geht). KAN hat sehr viel Liebe und Hirnschmalz in die Show gesteckt, and it showed. Dana Internationals KissCam-Song war klasse, aber Ponyfrisur is nich für jeden (frag mal Kaliopi!). Super auch die Hommage an die letzten 63 Jahre ESC.

Et voici le résultat:

Zypern ist immer noch nicht meins, auch nicht gut gesungen und grausliges Outfit (da denk ich an GANZ andere Sachen, ohne Tamta jetzt zu nahe treten zu wollen). Weiterkommen natürlich dennoch klar. Startet in Hälfte 1 (eröffnet wieder?)

Montenegros Song mag ich nach wie vor, aber das war ansonsten gar nix. Hoffentlich trennen sich danach ihre Wege.

Der Effekt mit der finnischen Tänzerin war super, ansonsten war es genauso schlimm wie befürchtet. Wird sich vermutlich mit den Montenegrinern um den letzten Platz in diesem Semi kloppen.

Die Polinnen hatte ich ja auf dem Zettel, und ich vermute mal, dass sie schlechtestenfalls auf Rang 13 liegen. Gesang wesentlich harmonischer als gedacht.

Die beiden Slowenen waren hinreißend. Was Nuancen doch ausmachen können. Den EMA-Auftritt finde ich nach wie vor viel zu depressiv / uninspiriert, aber das gestern war echt schön, zumal "Sebi" inzwischen seinen Zauber bei mir auch entfaltet hat. Startet in Hälfte 1 (und wird mit Sicherheit nicht eröffnen).

Albert sollte das mit der Publikumsanimation lieber sein lassen. Ansonsten war Tschechien genau die erwartet runde Sache und hat von der ersten bis zur letzten Sekunde Spaß gemacht. Startet in Hälfte 1.

Und jetzt bitte eine Schweigeminute für Joci. Das war anrührend, ergreifend und sehr kompetent vorgetragen. Echt, echt schade.

Dafür kam dann für mich völlig überraschend Zena aus Weißrussland weiter. Fand ich im Vergleich zwar etwas abenteuerlich, aber gut - is halt so. Zena startet in Hälfte 2.

Nevena mit der einzigen Balkanballade am Start, und sie sang sich die Seele aus dem Leib - wie hätte das nicht klappen sollen? Serbien startet in Hälfte 2.

Belgien hat eigentlich einen tollen Song, aber beim Staging so ungefähr alles falsch gemacht und eine Menge Potenzial verschenkt. Auch gesanglich wars nix. Trotzdem schade.

Bei Oto hätte ich nach DIESER Performance Haus und Hof darauf verwetten können, dass er es schafft. Kommt auf den Heldenplatz.

Kate schwebte, sang und hat vermutlich das Semi gewonnen. Egal ob man mit ihr und dem Song was anfangen kann, vor dieser Leistung muss man einfach den Hut ziehen. Und dann startet sie auch noch in Hälfte 2!

Apropos nix anfangen können: "Hatrid mun sigra" entwickelt sich langsam aber sicher zu meinem All-Time-Hassbeitrag. Dennoch gibt es einen wichtigen Grund, sich über das Weiterkommen zu freuen. Oliver Rau, der die wunderbare Seite "aufrechtgehn.de" zu verantworten hat, hat angedroht, im Falle eines isländischen Ausscheidens mit dem ESC zu brechen. Und DAS, liebe Freunde, DAS ist dann wirklich undenkbar und geht gar nicht! Mal gucken, wo ich dann am Samstag in Hälfte 2 die Pipipause machen muss.

Die zweite dicke Überraschung für mich war das Weiterkommen des Esten. Bis auf einen versemmelten Ton war das sehr okay, aber eben auch sehr konservativ. Wurde wohl doch als Ruhepunkt inmitten des Wahnsinns wahrgenommen und startet am Samstag in der 2. Hälfte.

Die Portugiesen hätten so auftreten müssen wie in der VE. So war das nix Halbes und nix Ganzes. Dazu dann noch der sperrige Song - das war nix.

Nix war übrigens auch Griechenland, da war ich sehr enttäuscht. Stimmlich hätte ich da VIEL mehr erwartet. Kam natürlich trotzdem durch, muss sich aber genau wie Zypern am Samstag deutlich steigern. Auf der PK konnte man übrigens Katarines Sprechstimme hören. Die klingt ganz normal, das Geknödel ist tatsächlich ihre Sangestechnik, die wir uns am Samstag in Hälfte 1 nochmal anhören dürfen.

Puha! Während des Auftritts hätte ich drauf gewettet, dass Serhat rausfliegt, das war gesanglich nämlich unterirdisch. Aber er hats tatsächlich geschafft, was wir jetzt mal als kosmische Wiedergutmachung für San Marinos Schicksal 2008 und 2013 sehen. Vermutlich hat die Jury ihn gerettet. Die PK war übrigens mehr oder weniger eine Serhat-Show - über die Hälfte aller Fragen gingen an ihn, und er hat sie alle sehr charmant und intelligent beantwortet. Am Samstag werden wir in Hälfte 1 nochmal das Vergnügen haben.

Jetzt sind für das zweite Semi noch sieben Lose mit Hälfte 1 und drei mit Hälfte 2 im Topf. Das wird spannend....

Ruht Euch schön aus heute, morgen geht's weiter mit dem Spaß!

Dienstag, 14. Mai 2019

Sixtus sagt Hui!

Tja, Frau Fabian, da geht es mir nicht anders.
Erst glaubt man alles zu wissen und einschätzen zu können...
...dann kommt die Probenwoche 😂

Bei Zypern und Griechenland gebe ich Dir Recht.
Für mich (ich bin da wohl in der Minderheit, aber who cares) ist Tamtas Lied besser als Elenis - und wir wissen wo Zypern im Vorjahr landete.
Katerines Auftritt wird, darf man den Schreiberlingen der einschlägigen Blogs glauben, sehr atmosphärisch, ihre Stimmlage ist eingängig. Das bleibt hängen.

Slowenien hatte ich bereits nach der EMA ausgesiebt. Zu früh, wie ich beschämt feststellen musste.
Man sieht den beiden einfach gerne zu, egal ob in den Proben oder in den Interviews (die der "normale" Fernseh-Zuseher natürlich nicht kennt).

Ich mache mir etwas Sorgen bei Tschechien. Der Text des Liedes und die gsprochenen Passagen könnten Zuseher dazu bewegen NICHT anzurufen, was äußerst schade wäre, denn dieses Lied und besonders der Sänger haben Charme ohne Ende. Ich war sofort schockverliebt in den tschechischen Beitag. Das muss durch - und so wird es auch kommen.

Kate Miller-Heidke mag ich. Ehrlich. Australien sowieso. Aber beim ersten Anhören des Songs kamen mir Zweifel, und ganz ausgeräumt sind die immer noch nicht.
ABER: Diese großartige Inszenierung (ich habe eben die TV-Bilder gesehen) und ihre lupenreiner Gesang adeln das sperrige Machwerk. Könnte die Semi-Siegerin werden.

Serbien hat die einzige Balkanballade am Start und Nevena liefert 1a ab. Keine Fragen, Herr Rat!

Nach dem ersten Durchhören hat es Island glatt auf meinen letzten Platz geschafft.
Dass das nix wert ist beweist, dass ich Eleni im Vorjahr durchwegs als rote Laterne führte (ich mag ihr Lied nach wie vor nicht).
Der Gröhl-Teil ist ja in Ordnung, aber der Gesangsteil so seicht wie der Neusiedler See.
Trotzdem kommt das Werk bei den Fans und den Journalisten großartig weg, auch die Wettquoten stimmen auffallend. Ja, das kommt durch. Für mich eine große Überraschung. Und ich freu mich:
Abgedrehtes gehört nun einmal zum ESC.

Apropos abgedreht: Wisst Ihr, was mir von Anfang an gefiel, obwohl ich den Auftritt verstörend finde?
Richtig! Portugals Osiris und sein Tänzer ziehen mich in ihren Bann. Das Lied hat was, aber fragt mich nicht "was". Es ist der berühmte Autounfall, wo man nicht wegsehen kann. Das kommt sicher weiter. Crazy Weiterkommer - Teil 3. Was für ein Semi.

Jetzt wird es ein Gemetzel:

Belgien (gutes Lied, grausame Inszenierung)
Weißrussland (Spitzenauftritt, tolle vocal range)
San Marino (simply Trash, aber der gute Stoff)
Polen (Alternative trifft auf Folklore, ich halte eine Menge davon)

ich gehe mit
Weißrussland und
Polen

Das war's! Puh!
Und nun wünsche ich uns allen viel Spaß bei unserem Hobby und dem großartigsten Event der Welt.
Prost und may the force be with you!

Tamaras Serviette des Todes - Semi 1

Okay, okay, okay, wir haben hier keine Servietten, sondern Blogartikel, aber Ihr wisst, was gemeint ist.

Puh, dafür dass dieses Semi so grottig ist, ist es echt sackschwer zu prognostizieren. Die Proben haben ja so einiges nochmal durcheinandergeworfen, und wenn man sich das alles durchliest, ist man noch unschlauer als vorher.

Ich probier mich trotzdem mal.

Zypern wird es ziemlich sicher schaffen, genau wie Griechenland. Da gibt's nix zu diskutieren, auch wenn Katarine Duska heute im Jury-Finale stimmlich suboptimal war.

In den Wettquoten sahnt Kate Miller-Heidke aus Australien gerade ordentlich ab. Und ja, natürlich kommt sie ins Finale.

Sicher draußen sind für mich Montenegro, Finnland und leider auch Belgien. Vom Material her hätten letztere es locker schaffen können, aber bei Staging und Performance wurde wohl alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Dazu kommt, dass es der letzte "normale" Song ist, bevor dann in der zweiten Hälfte der Wahnsinn losgeht.

Ein bisschen weniger sicher, aber immer noch ziemlich sicher bezüglich Quali bin ich mir bei Tschechien (das sitzt einfach), Island (man kann nur für und nicht gegen einen Beitrag anrufen) und Ungarn (Joci Papai kann es einfach).

So. Und damit verlassen wir den sicheren Boden. Sechs Qualifikanten hab ich, bleiben noch acht für die restlichen vier Plätze. PUH:

Vier aus Polen, Slowenien, Weißrussland, Serbien, Georgien, Estland, Portugal und San Marino.

Estland ist ein Hauch von Normalität inmitten des Wahnsinns und könnte daher als Wohltat wahrgenommen werden. Aber für ein Weiterkommen hätte er heute perfekt singen müssen. Hat er nicht. Ich glaube eher, dass es übersehen wird.

San Marino dagegen ist ebenfalls Wahnsinn, aber anders. Serhat ist Serhat ist Serhat. Er hat es 2016 bei wesentlich ungünstigerer Ausgangsposition fast bis ins Finale geschafft, deshalb gibt es keinen Grund, warum es ihm dieses Mal nicht tatsächlich gelingen sollte. Ich bleib dabei: Er schaffts.

Serbien müsste es eigentlich auch schaffen. Nevena singt super, es ist die einzige Balkanballade im Semi, typisches Juryfutter. Und sie hat vorhin abgeliefert. Kommt durch, vor allem weil es in der ersten Hälfte klar das Beste ist.

Portugal ist m.E. raus. Den Probenbildern nach zu urteilen, haben sie die Kostüme gewechselt und die Scherenhände weggelassen. Alles jetzt nur noch auf halbe Kraft, und das ist ein unverzeihlicher Fehler. Es ist von Wahnsinn umgeben und selbst nicht der beste Teil des Wahnsinns. Da werden sich die Stimmen auf alle verteilen, und Conan wird eher wenige davon kriegen, zumal sein Song auch extrem sperrig ist.

Auch Weißrussland können wir wohl aussortieren, das geht bei allem, was danach kommt, unter.

Von den drei verbleibenden haben wohl die Polinnen die beste Ausgangsposition, auch wenn ich mit dieser Art Song überhaupt nix anfangen kann. Bleibt aber im Gedächtnis.

Und jetzt wird's richtig tricky. Auf Georgien hätte ich normalerweise keinen Pfifferling gegeben, aber er muss unglaublich gut abgeliefert und obendrein noch eine Inszenierung im Gepäck haben, gegen die die isländische BDSM-Show wie Kinderfasching wirkt.

Die Slowenen dagegen haben ein wunderschönes Bühnenbild, aber das ganze ist immer noch extrem ruhig. Es könnte übersehen werden, zumal es möglicherweise eine gewisse Zeit braucht, bis das ganze seinen Zauber entfaltet (war bei mir nicht anders). Daher fürchte ich, dass es sehr eng werden könnte.

That makes folgende Finalisten (in order of Startreihenfolge):

Zypern
Polen
Tschechien
Ungarn
Serbien
Georgien
Australien
Island
Griechenland
San Marino.

PUH. Geschafft. War ich mir schon jemals bei einem Semi so unsicher? Bestimmt nicht, oder? Na, egal, drei hab ich mindestens richtig. Und morgen Abend sehen wir dann, warum bestimmt alles ganz anders kommt...

Anyway, have a nice erstes Semifinale, everybody!

Mittwoch, 3. April 2019

Die Startreihenfolge der Semis...

... ist endlich da:

Semi 1:

1. Zypern
2. Montenegro
3. Finnland
4. Polen
5. Slowenien
6. Tschechien
7. Ungarn
8. Weißrussland
9. Serbien
10. Belgien
11. Georgien
12. Australien
13. Island
14. Estland
15. Portugal
16. Griechenland
17. San Marino

Lieber Serhat, ich hab so das dumpfe Gefühl, Du solltest Dir für Samstagabend mal lieber nix vornehmen!

Semi 2:

1. Armenien
2. Irland
3. Moldawien
4. Schweiz
5. Lettland
6. Rumänien
7. Dänemark
8. Schweden
9. Österreich
10. Kroatien
11. Malta
12. Litauen
13. Russland
14. Albanien
15. Norwegen
16. Niederlande
17. Nordmazedonien
18. Aserbaidschan

Spannend, spannend. Festigt aber die Eindrücke mehr, als dass es sie verschiebt. Der Todesslot (Startnummer 3) ist in beiden Semis mit sicheren Ausscheidern belegt, wohingegen die Sieger wohl beide auf Startplatz 13 hocken. Aber am Ende kommts dann doch ganz anders.

May da best ones go to the final!

Sonntag, 24. März 2019

Eurovision 2019, die letzte

Nun noch die Big 5 plus Israel:

Deutschland: S!sters - Sister

Schon erstaunlich: Wenn man den deutschen Beitrag in Zusammenhang mit den anderen Beiträgen sieht und merkt, was da teilweise für ein Schrott (Verzeihung!) geschickt wird, dann entwickelt der eigenen Beitrag auf einmal ganz neue Qualitäten. Allerdings gibt es eine Menge, was schiefgehen kann: Die Kameraarbeit muss SEHR gut geprobt werden, da werden die Trauben in Tel Aviv viel höher hängen als in Berlin. Carlotta muss ihre Aufregung im Griff haben, und über die Klamotten sollte man auch nochmal nachdenken. Wenn das alles stimmt, kann das aber ein sehr guter Auftritt werden. Gewinnen wird es natürlich nicht, aber wenn alles gut läuft, sollte in einem dermaßen schwachen Feld eine gute Mittelfeldplatzierung drin sein. Und das wäre nach den Ergebnissen der letzten Jahre doch schon mal wieder ganz schön.

Chancen auf die Top Ten? Eher so auf Platz 15.
Berlin 2020? Vorentscheid? Joo, könnte man wieder machen. Hauptevent wohl eher nicht.
6/10 (Kinder 6 und 6)


Frankreich: Bilal Hassani - Roi

Celebrate Diversity! Bilal, der sich seines Anders-Aussehens sehr bewusst ist, thematisiert genau das in seinem kämpferischen zweisprachigen Song. "Du willst, dass ich bin wie du ... ich bin nicht reich, aber ich scheine hell, ich kann nun mein Königreich sehen, wenn ich träume, bin ich ein König." Das ist eine sehr starke Botschaft und wird durch Sänger und Song alleine schon gut rübergebracht. Das Video braucht es dafür gar nicht. Alles in allem ein sehr stimmiges, wenn auch polarisierendes Gesamtpaket, gäbe es da nicht einen kleinen Wermutstropfen: In den Höhen ist Bilals Stimme zu dünn und droht des Öfteren zu kippen. Daran muss dringend gearbeitet werden. Hier braucht er wirklich Wumms, um uns so richtig aus den Socken zu hauen. Dann kommt das supergut! Was übrigens überhaupt nicht geht, sind die Anfeindungen gegen ihn. Aber das wird ihn noch stärken - und einem gewissen Tom Neuwirth hat das seinerzeit ja auch nicht geschadet.

Chancen auf die Top Ten? Borderline, könnte aber klappen.
Paris 2020? Ich fürchte, dazu ist es zu speziell.
7/10 (Kinder 6 und 7)


Großbritannien: Michael Rice - Bigger than us

Wenn man sich mal überlegt, was uns dieses Land schon für großartige Künstler geschenkt hat, spritzen einem die Tränen angesichts der Eurovisionsbeiträge wirklich waagerecht aus den Augen. Wollen sie unbedingt auch vom Eurovisionshof gescheucht werden, oder was? Die Briten haben in diesem Jahr Dudley Dursley am Start, der sich schnell noch ein paar zünftige Tattoos verpassen ließ, ein Wochenende lang einen Gesangsworkshop gemacht hat und jetzt glaubt, er könne auf der Eurovisionsbühne bestehen. Nein nein, mein Lieber. Ein bisschen mehr Bühnenpräsenz als die eines durchschnittlichen Wassereimers darf schon sein. "It's bigger than us." Wahrere Worte haben die Briten abgesehen von "Don't play this song again" nie gesungen.

Chancen auf die Top Ten? Oh sod off. Das wird vermutlich genauso zementhart Letzter wie weiland Josh Dubovie.
London 2020? Manche Fragen ignoriert man am besten.
3/10 (aber die nur, weil ich mir das Lied halbwegs anhören kann. Kinder 5 und 5)


Israel: Kobi Marimi - Home

Ein Breitwandschlonz vor dem Herrn. Was der Brite zu wenig hatte, ist hier eindeutig zuviel. Kobi singt davon, dass auch er wer ist, und bricht dabei vor Ergriffenheit schier zusammen. Das Ganze ist mindestens drei Nummern zu dick aufgetragen und lässt leise Zweifel daran aufkommen, ob es ernstzunehmen ist oder eher doch nicht. Es ist eine Mischung aus Haldor Laegrid und Didrik Solli-Tangen, wobei ich davon ausgehe, dass Kobi das im Gegensatz zu letzterem auch live stemmen wird. Mal sehen, ob das goutiert wird - kann ich mir eigentlich wenn überhaupt nur als ironisch gebrochenes Guilty Pleasure vorstellen.

Chancen auf die Top Ten? Auch wenn viele das anders sehen: Eher weniger.
Tel Aviv 2020? Nope. Würden sie aber ja eh nicht machen, oder?
6/10 (Kinder 5 und 4)


Italien: Mahmood - Soldi

Puh. Italien macht mal wieder das, was es am besten kann: Einfach einen Scheiß drauf geben, was den Rest von Europa interessieren könnte, und macht einfach sein Ding. In diesem Falle in Form von Mahmood, dessen Lied eine bittere Abrechnung mit seinem Vater ist, der ihn und seine Mutter hat sitzen lassen und jetzt wiederkommt und Geld haben will. Die Frage ist hier, wie diese doch sehr persönliche Botschaft auf der Bühne rübergebracht wird. Davon wird auch abhängen, wo es schlussendlich landet. Für Italien ist ja immer eine gute Platzierung drin, so auch dieses Mal. An die beiden Beiträge aus 2017 und 2018 (für mich jeweils der klare Jahrgangsssieger) kommt "Soldi" für mich aber nicht ran.

Chancen auf die Top Ten? Es ist Italien! Natürlich kommt das in die Top Ten.
San Remo 2020? Uff. Keine Ahnung. Glaub nicht. Bin aber nicht sicher.
7/10 (Kinder 5 und 6)


Spanien: Miki - La Venda

Ich fühle mich gerade ein wenig an 2011 erinnert. Der Song ist natürlich nix Hochwertiges und vereinigt so ziemlich alle Latinohits der letzten Jahre in sich. Aber: Der superniedliche Miki, der in diesem Jahr vermutlich sämtliche Schnuckelpunkte abräumen wird, hat gemeinsam mit seinen lustigen Begleiterinnen mächtig Spaß auf der Bühne und wird in Tel Aviv die Halle zum Kochen bringen. Das dürfte der größte Hallenburner des Jahres werden. Und in einem Jahr wie diesem ist man für so wenig schon so dankbar - und Spaß haben auf der Bühne ist ja nun nicht das Verkehrteste. Good Luck, Espana!

Chancen auf die Top Ten? Nein. Untere Top 20, würde ich sagen. Is aber egal, Hauptsache Schbahs!
Barcelona 2020? No, senor!
8/10 (Kinder 6 und 7)

PUH, DURCH!

Samstag, 23. März 2019

Eurovision 2019, die achte

Malta: Michela - Chameleon

Was singt die da? Karma Chameleon? Das ist aber schon etwas her, oder? Nein, im Ernst, auch Malta schafft es in diesem Jahr nicht, mich auch nur ansatzweise zu begeistern. Eine junge stimmgewaltige Dame quäkt sich durch einen Poltersong, in dem sie uns sagt, dass sie nicht wegläuft, wenn sie Probleme hat, sondern die Probleme angeht. Das ist ja grundsätzlich schon mal lobenswert. Trotzdem gibt mir diese Nummer nix. Ich hab auch keine Ahnung, ob sie das live kann. Ich verliere hier langsam die Lust, merkt Ihr das?

Chancen aufs Finale? Fifty-fifty.
Valletta 2020? Nein.
4/10 (Kinder 5 und 6)


Eurovisions-Lieblingsland, Du musst es jetzt richten!

Niederlande: Duncan Laurence - Arcade

Schon wieder nackte Menschen unter Wasser. Das scheint neben "Hauptsache außergewöhnlich" eins der großen Themen in diesem Jahr zu sein, werden sie aber auf der Bühne nicht machen können. Duncans Optik tut das aber keinen Abbruch, der Mann ist so wunderschön, da ist es egal, was er anhat oder nicht. Wie übrigens auch sein Lied, also, wunderschön: Er steht ja derzeit auf Platz 1 bei den Bookies, und das meiner Meinung nach völlig zu Recht. Allein schon durch den Gesang wird der Schmerz von "Loving you is a losing game" schon sehr gut transportiert. Wenn das ohne Verlust so auf die Bühne kommt, ist das ein sehr ernstzunehmender Siegeskandidat.

Chancen aufs Finale? Die Frage ist doch wohl eher, ob er das Semi gewinnt oder nicht.
Hilversum 2020? Durchaus im Bereich des Möglichen, ja. Und schön wär das!
9/10 (Kinder 7 und 8)


Nordmazedonien: Tamara Todevska - Proud

Tamara war ja vor zehn Jahren schon mal beim ESC, damals flog sie als Semi-Zehnte raus, weil die Jurys Charlotte Perrelli retten mussten. In diesem Jahr stellt sich die Frage nicht, denn dieses Mal wird Mazedonien, pardon, Nordmazedonien (daran muss ich mich erst noch gewöhnen) nach sechs Semi-Rauswürfen mal wieder ins Finale kommen, und  das nicht knapp! Das Lied ist eine sehr starke Kampfansage im Namen aller Mädchen und Frauen, aufzustehen und stolz zu sein. Wenn sie das live so rüberbringt wie im Video (wovon ich ausgehe) ist das ein Anwärter für Macadamias bestes Ergebnis bisher! Meine Stimme bekommt sie - trotz mehr als marginaler Ähnlichkeit des Refrains zu "One last breath" (Griechenland 2015)!

Chancen aufs Finale? Ja, aber sicher.
Skopje 2020? So weit würde ich nicht gehen wollen.
9/10 (Kinder 7 und 6)


Norwegen: KEiiNO - Spirit in the Sky

Okay - die Ähnlichkeit des Refrains zu "Monsters" wird wohl jedem auffallen, der keine Watte in den Ohren hat. Ist aber egal, denn das hier, das hat was. Ist das etwa samisch, was der Mann mit der Glatze da singt? DAS nenn ich mal abgefahren. Seht her und lernet, alle anderen Nationen! So macht man "abgefahren" und bleibt sich selbst treu. Selbst wenn Norwegen mit Samisch bisher nicht die besten Erfahrungen gemacht hat, wird sich das in diesem Jahr ändern. An der Bühnenshow darf und muss noch gearbeitet werden, allein schon deshalb, weil die ganzen Trommler nicht mit auf die Bühne dürfen. Aber die halbnackten Tänzer (irgendwie generell recht wenig Textil dieses Jahr, oder?) braucht es ohnehin nicht.

Chancen aufs Finale? Wenn die Bühnenshow stimmt, auf jeden Fall!
Oslo 2020? Das wäre zu cool, kann ich mir aber nicht vorstellen.
8/10 (Kinder 5 und 7)


Russland: Sergey Lazarev - Scream

Nachdem Russlands aktuell größter Popstar 2016 schon am Sieg vorbeigeschrappt ist, obwohl er es damals schon verdient gehabt hätte, ist er jetzt zurück. And he means business, Freunde. Umso mehr nachdem die Samoylova im letzten Jahr für Russland den Nimbus der Immer-Weiterkommer eingebüßt hat. In diesem Jahr ist Sergej ebenfalls auf Sieg eingestellt, und dank des schwachen Teilnehmerfeldes in diesem Jahr steht das Tor zum Sieg weit offen. Wir haben: Einen charismatischen Sänger mit einer sehr starken Stimme, eine superstarke Ballade, die den Rest des Feldes um Längen schlägt und ein zauberhaftes Video, das für die Inszenierung in Tel Aviv allergrößte Hoffnungen weckt. Ich weiß, es wird Proteste hiergegen hageln, aber wenn jemand bei einem Wettbewerb mitmacht, soll er ihn auch gewinnen dürfen! Und in diesem Falle wäre ich voll dabei!

Chancen aufs Finale? Eine Frage, die dieses Beitrages unwürdig ist. Prädikat Semisieger.
St. Petersburg 2020? Ja, ja, ja! Ich weiß, dass ich mir damit die gesamte Blase zum Feind mache, aber: Ja!
10/10 (Kinder 10 und 9) (Und damit bin ich endgültig überall untendurch, aber Ihr wisst ja: Ist der Ruf erst ruiniert …)


Jetzt hätte ich beinahe die Prognose für dieses Semi vergessen, so egal ist mir das alles inzwischen. Also, weiter kommen:

Russland
Norwegen
Niederlande
Nordmazedonien
Aserbaidschan
Armenien
Dänemark
Österreich
Schweden
Schweiz
Kroatien

Ups, das sind elf. Na gut. Kommt Kroatien doch nicht weiter. Malta sehe ich übrigens NICHT weiter, wie Ihr seht, Bookies hin oder her!

Eurovision 2019, die siebte

Albanien: Jonida Maliqi - Ktheju tokës

Nach dem grandiosen Vorjahresbeitrag sind wir in diesem Jahr wieder da, wo wir immer sind. Eine Frau wimmert beziehungsweise kreischt sich durch ein dissonantes Songgewaber, das sich einem erst beim zweiundelfzigsten Hören ansatzweise in die Gehörgänge schleicht. Immerhin tut sie das nach derzeitigem Stand auf Albanisch - ein bisschen was scheint man ja doch aus dem Vorjahr gelernt zu haben. Hoffentlich stellen sie das nicht wieder um. Es wird auch so schon schwer genug. Weiß eigentlich jemand, worum es in dem Lied geht? Im Video kommt ja viel mit Feuer und viel mit Wasser - wo sind Luft und Erde?

Chancen aufs Finale? Nein. Eher nicht.
Tirana 2020? Auch nicht.
4/10 (Kinder 3 und 3)


Aserbaidschan: Chingiz - Truth

Nach dem erstmaligen Ausscheiden letztes Jahr will es Azedaze in diesem Jahr wieder wissen. Im Video werden leicht- bis gar nicht bekleidete Menschen (inklusive des Sängers) gezeigt, die mit allerlei seltsamem Geschmeide und Geglitzer behängt sind und entweder durchs Wasser treiben oder in der Luft herumwabern / -wedeln / -wutschen. Das Lied ist leider bestenfalls Durchschnitt und reißt mich beim besten Willen nicht vom Hocker. Welche Wahrheit er mir da präsentieren will? Keine Ahnung. Ich hab nur auf das Geglitzer geschaut.

Chancen aufs Finale? Na ja. Aserbaidschan halt, ne?
Baku 2020? Mit dem Sieg werden sie nichts zu tun haben.
5/10 (Kinder 4 und 6)


Kroatien: Roko - The Dream

Ich träum von der Liebe, Du träumst von der Liebe, er, sie, es träumt von der Liebe, ganz Zagreb träumt von der Liebe und Paris auch ... Ein leicht gelackter Jungspund mit Engelsflügeln schmalzt sich durch ein hemmungslos kitschiges Machwerk aus der Feder von Jacques Houdek - nun gut, wer DEN bucht, der weiß auch, was er kriegt. Und er kriegt das volle Programm: Alle träumen von der Liebe, dann wechseln wir von Englisch auf Kroatisch, und am Schluss noch eine Rückung - piep piep piep, ich hab dich lieb! Der junge Schnösel wird es im übrigen hundertpro ins Finale schaffen! Ein Guilty Pleasure vom Feinsten!

Chancen aufs Finale? Siehe oben. Wird der Schockqualifikant dieses Semis.
Zagreb 2020? Nein.
6/10 (Kinder 3 und 4)


Litauen: Jurij Veklenko - Run With The Lions

Ein hübscher junger Spund mit schönen Augen, Liedje fängt auch ganz gut an. Aber dann geht er hoch ins Falsett. Autsch. Das ist aber nicht so ganz tonrein und mit Sicherheit nicht songdienlich. Wäre besser gewesen, wenn er bei der Bruststimme geblieben wäre. Das Lied ist, wie gesagt, ganz nett, was so viel heißt wie: Zieht die Wurst nicht vom Teller. Wird spannend sein, wie sie es dermaleinst umsetzen. Hat auf jeden Fall bisher das höchste Carcrash-Potenzial.

Chancen aufs Finale? Glaub ich ja eher nicht.
Vilnius 2020? Noi.
5/10 (Kinder 7 und 7)

Freitag, 22. März 2019

Eurovision 2019, die sechste

Österreich: PÆNDA - Limits

Nachdem am Ende des Liedes bei uns einige Sekunden Schweigen herrschten, fragte mich meine Tochter: "Und? Entäuscht?" Ehrlich gesagt: Ja. Es ist wieder eins von diesen Stücken, wo man den Aufwand so gern wertschätzen möchte - wieder mal total was Anderes als der ganze Rest, aber das hatten wir dieses Jahr schon öfter. Aber mich erreicht PÆNDA leider gar nicht. Ich weiß nicht, wie es wäre, wenn sie das Ganze eine Oktave tiefer singen würde. Aber so? (So, und jetzt bereite ich mich seelisch und moralisch drauf vor, von Sixtus und Sigi filetiert zu werden.)

Chancen aufs Finale? Chancen schon.
Graz 2020? Glaub ich eher nicht. Aber was weiß ich schon?
6/10 (Kinder 5 und 5 (können sich beide nicht entscheiden)


Rumänien: Ester Peony - On a Sunday

Schon wieder drei Minuten Lebenszeit für die Tonne. Die krieg ich nie mehr wieder! Das einstige Eurovisionsschwergewicht hat sich hiermit wohl endgültig aus dieser Riege verabschiedet. Eine blonde Frau mit komischer Armbemalung knödelt in einer mir unbekannten Sprache durch Gedudel im Dreiertakt. Wer bitte braucht diesen Song? Diesen Auftritt? Das einzige Gute, was man darüber sagen kann ist, dass es nach phonetischer Umsetzung geradezu schreit!

Chancen aufs Finale? Ach, geh doch weg!
Bukarest 2020? Geh noch wegger!
2/10 (Kinder 2 und 2)


Schweden: John Lundvik - Too Late For Love

Sverige, min Kärlek! Immer wenn man den FC Bayern der Eurovision braucht, ist er da! Und selten wurde er so nötig gebraucht wie in diesem Jahr. Nach den ganzen Seltsamkeiten schickt uns Schweden einen Knuddelbär, der unglaublich Freude an seinem Auftritt hat und den man allein deshalb schon ins Herz schließt. Sein Song erfindet zwar das Rad nicht neu, genauso wenig wie die Inszenierung (Birnchenmatte von Frans, Leuchtkegel von Sanna, Tanzschritte von Benjamin), ist aber solides Handwerk. Und katapultiert die Schweden, ob Ihr es glaubt oder nicht, vorerst bei uns an die Spitze.

Chancen aufs Finale? Hallo? Über wen reden wir hier?
Uppsala 2020? Wäre mal zumindest nicht vollkommen auszuschließen. Fänd ich gut!
8/10 (Kinder 8 und 8)


Schweiz: Luca Hänni - She Got Me

Die Schweiz schickt einen Superstar! Einen Gewinner von Deutschland sucht den Superstar, that is. Und der singt sich durch einen Four-Chord-Song, der sich sofort in die Gehörgänge fräst, und tanzt dabei ziemlich dreckig mit sexy angezogenen Damen. Meine Kinder sind hin und weg, ich bin noch verhalten, aber möglicherweise bin ich auch schon zu alt dafür. Anyway: Die Zeile "Dirty Dancing" ist mal mindestens kein Nachteil, und wenn sie das SO auf die Bühne bringen ... huiuiui. Hier wird alles von der Inszenierung und der stimmtlichen Leistung abhängen, aber der Beitrag bietet unglaublich viel Potenzial.

Chancen aufs Finale? Jepp. Wenn nicht sogar mehr.
Zürich 2020? Das wird, wie gesagt, entscheidend von der Inszenierung abhängen. Ich glaube, das hat mehr Potenzial als "Fuego"!
7/10 (Kinder 9 und 9 - da sieht man schon, wo dann dermaleinst die Punkte herkommen!)

Eurovision 2019, die fünfte

Weiter geht's mit dem zweiten Semi:

Armenien: Srbuk - Walking Out

Für ein paar glorreiche Sekunden am Anfang dachte ich, dass das hier besser wird als alles, was wir im ersten Semi gesehen haben. Aber sobald die Sängerin anfängt zu singen und der Beat einsetzt, sind wir wieder zurück bei Normal Null. Die Sängerin mit den lustigen Zöpfchen wird dann während der gesamten drei Minuten in komischen Typen im Anzug herumgeschubst, die leider (?) das Hemd unter ihren Anzügen vergessen haben. Nicht schön anzugucken. Soll das so auch in Tel Aviv auf die Bühne gebracht werden? Am Schluss bettet sich die Dame, nachdem sie endlich out gewalkt ist, noch auf Rosen. Bisschen übertrieben, oder? Das Rosenbett wird es vermutlich im Semi auch nicht geben. Ich toleriere es, aber ich brauch es nicht. Also das Lied. Nicht das Rosenbett.

Chancen aufs Finale? Armenien kommt normalerweise weiter, und es ist nicht gut genug, um rauszufliegen (siehe Vorjahr)
Eriwan 2020? Nein.
5/10 (Kinder 6 und 6)


Dänemark: Leonora - Love Is Forever

Da schau mal einer guck. Leonora trägt die Hosenträger von Simon Matthews auf. Das nenn ich mal gelungenes Recycling. Das ist mal ein hübsches fluffiges Liedchen aus Dänemark, und es passt auch gut zu Leonora. Stimmlich ist sie sicherlich nicht die Stärkste, macht das aber durch ihren Charme wieder wett. Die hübsche Inszenierung mit dem großen Stuhl und den beiden Tänzern, pardon, Sitzern tut ein übriges. Und natürlich die Viersprachigkeit! Zum ersten Mal seit 2012 wieder DEUTSCH beim Contest!

Chancen aufs Finale? Cosi-cosi. Wenn es rausfliegt, taucht es aber hinterher in sämtlichen "Das-hätte-ins-Finale-gemusst"-Listen auf.
Kopenhagen 2020? Nein.
7/10 (Kinder 6 und 7)


Irland: Sarah McTernan - 22

Um 21:07 haben wir mit diesem Beitrag angefangen. Um gefühlt 22:07 waren wir fertig mit Gucken, obwohl es doch erst 21:10 war. Drei Minuten können so unendlich lang sein. Die Sängerin ist hübsch und hat auch eine starke Stimme, aber das ist auch schon das Netteste, was man über dieses belanglose Gedudel sagen kann. Und was hat sie immer mit der 22? Ist sie selber 22? Ihr Ex-Lover (denn um den geht es)? Oder hat sie 22 Ex-Lover? 22 Leichen im Keller? 22²² gefühlte Minuten, die der Song dauert? 22 Punkte im Semi? Ach, mer waaß es net, mer vermuts nur...

Chancen aufs Finale? Wenn es nur irgendeine Form von Gerechtigkeit gibt, fliegt das achtkantig raus!
Dublin 2020? No, no, never!
4/10 (Kinder 3 und 3)


Lettland: Carousel - That Night

Die Letten schicken zur Abwechslung mal echte Musiker. Mit einem ziemlich minimalistischen jazzig angehauchten Song, der mich sofort abholt. Hier wird auf jeden überflüssigen Schnickschnack verzichtet, ich hoffe, das machen sie in Tel Aviv auch. Die Blase wird diese Art Musik natürlich nicht goutieren, tun meine Kinder auch nicht, aber: Ich mags! Und nur darauf kommts an! Bis jetzt für mich klar das beste.

Chancen aufs Finale? Sie werden es leider sehr, sehr schwer haben. Und das ist eine Schande!
Riga 2020? Leider nicht, nein.
8/10 mit Tendenz zur 9 (Kinder 7 und 6)


Moldawien: Anna Odobescu - Stay

Ein größerer Kontrast zu den Letten ist kaum denkbar. Anna hat sich mit dem Spachtel schminken lassen, einen sehr seltsam geschnittenen Glitzerfummel an und vokalakrobatisiert sich durch ein sperriges "Lied", das vermutlich beim Hörtest 20 Versuche brauchen würde, bis es in die Ohren geht. Nä, Moldova, dat is nix. Brauch ich nicht, will ich nicht, nächster.

Chancen aufs Finale? Siehe Irland.
Chisinau 2020? Siehe Irland.
3/10 (Kinder 5 und 4)

Dienstag, 19. März 2019

Eurovision 2019, die vierte

Griechenland - Katerine Duska: Better Love

Liebe Griechen, nehmt Euch an den Georgiern mal ein Beispiel. Da seid Ihr nun letztes Jahr mit dem grandiosen "Oneiro mou" im Semi rausgeflogen (wir verdrücken hier gerade ein Tränchen in der Erinnerung), und prompt kommt Ihr wieder mit Allerweltsgedudel um die Ecke. Dazu singt die gute Katerine, als ob sie eine heiße Kartoffel oder sonst was Sperriges in der Kehle stecken hätte. Soll das echt so? Ich nenn das Knödeln. I am very unterwältigt und hätte aus Griechenland gern mal wieder ein bisschen landestypischere Klänge! Oder habt Ihr das verlernt?

Chancen aufs Finale? Ach je. Mit Zypern in diesem Semi und der allgemein schwachen Gemengelage... vermutlich schon.
Athen 2020? Ochi.
3/10 (Kinder: 2 und 3)


Island - Hatari : Hatrið mun sigra

Ich hab gerade "Toy"-Vibes, gekreuzt mit "Minn hinsti dans". Das Ding dürfte der polarisierendste Beitrag in diesem Jahr sein, entweder man liebt es oder man hasst es. Wir finden ihn allesamt scheußlich, aber er wird in Tel Aviv dennoch abräumen. Die Grundsatzidee, seine Verzweiflung über den immer weiter um sich greifenden Hass in der Welt auf diese Art rauszuschreien, ist schon toll. Aber der Song ist trotzdem von allen (!) isländischen Beiträgen bisher derjenige, der mir am allerwenigsten gefällt.

Chancen aufs Finale? Ganz sicher durch ...
Reykjavik 2020? ... und wird wohl auch um den Sieg mitspielen.
1/10 (Kinder: 0 und 2)


Portugal - Conan Osíris : Telemóveis

Wahrscheinlich wäre dieser Beitrag bei mir viel höher gelandet, wenn ich ihn nur gehört und nicht gesehen hätte. Die optische Umsetzung ist mal mindestens verstörend: Ein Mann mit goldenen Becken im Gesicht in Erzengel Gabriels Engelsmantel ohne Flügel, dafür aber mit Struwwelpeter-Fingernägeln in Gold wimmert sich durch ein hübsch-verspieltes, asiatisch angehauchtes Klanggewaber, allerdings in einer völlig anderen Tonart als der Backgroundtrack. Das goutieren meine Ohren nicht. Dazu kommt ein Tänzer in gleicher, aber geöffneter Gewandung. Ab und an lässt sich der Tänzer mal auf den Boden plumpsen, offensichtlich gehört das so. Man wartet die ganze Zeit darauf, dass Edward mit den Scherenhänden kommt und denen mal endlich die Nägel schneidet. Grundsätzlich find ich ja abgedrehte Sachen spannend, aber so abgedreht dann doch nicht. Die Karaoke-Version von dem Stück will ich aber auf jeden Fall haben, ich glaube, die könnte mir gefallen!

Chancen aufs Finale? Ja, schon.
Lissabon 2020? Nö.
3/10 (Kinder: 1 und 4)


San Marino - Serhat : Say Na Na Na

Serhat ist unter allen Eurovisionistas Kult, und wie man hier sieht, völlig zu Recht. Er croont sich auch bei diesem Versuch durch einen Discoschlager, der sich sofort in den Gehörgang fräst und da drin bleibt. Natürlich nix Weltbewegendes, aber nach den beiden extrem abgedrehten Beiträgen vorher sehr erholsam. Und von wegen, Startreihenfolge matters not! Je später Serhat in diesem Semi dran ist, desto sicherer könnte er das Finale erreichen. Im wesentlich stärkeren ersten Semi 2016 war es ja schon knapp, dieses Mal könnte er es tatsächlich schaffen.

Chancen aufs Finale? Ja. Wird der Schockqualifikant dieses Semis.
Serravalle 2020? Na kommt. Nicht übertreiben.
7/10 (Kinder: 3 und 5)




Gütiger Himmel nee, ist das ein grottiges Semi, vielleicht das schlechteste, das ich jemals erlebt habe. Meine Punkte sprechen ja auch für sich. Bisher war noch nichts dabei, was mich auch nur ansatzweise angesprochen hat. Ein Blick auf die Wettquoten zeigt aber, dass die besseren Sachen wohl noch kommen.



Und jetzt soll ich mir auch noch Qualifikanten aus den Fingern saugen? Nun denn. Man hat ja mindestens drei Richtige:


Island
Portugal
Serbien
Tschechien
Ungarn
Zypern
Australien
Polen
San Marino
Griechenland

Es könnte (und wird vermutlich) aber ganz anders kommen.

Demnächst kommt in diesem Theater dann das zweite Semi.