Freitag, 30. Oktober 2015

Vorankündigung

(Ja, ich weiß, Vorankündigung sagt man nicht, weil Ankündigung schon vorausgenommen genug ist. Da es sich hier aber um die Ankündigung einer Ankündigung handelt, passt das mit der Vorankündigung doch wieder.)

Liebe Leser und Freunde des Sixtus-Blogs!

Ja, wir geben es zu: Wir sind faule Säcke. Bzw. faule Säcke und eine faule Säckin, so viel Zeit muss sein. Wir haben Euch in dieser Saison sträflich vernachlässigt. Es gab keine vollständige Vorbesprechung und bisher überhaupt noch keine Nachbesprechung, und ich habe voll schlechten Gewissens an der einen oder anderen Stelle die ungeduldige Frage lesen müssen, wann es denn endlich mal wieder was Neues von uns gibt. Aber was willste machen, wenn der Hausherr vor lauter Schreck über den Sieg des eigenen Landes lange Zeit wie paralysiert durch die Gegend läuft und das Flaverl sein Multitalent lieber in Wild und Wort auslebt - ich hab mir dann auch mal eine Auszeit gegönnt.

Hätte ich wohl besser nicht gemacht, in der Zwischenzeit sind alle Nachbesprechungen geschrieben worden, die man zum diesjährigen ESC schreiben kann. Aber da wir hier nicht nur multinational, sondern auch multimedial unterwegs und überdies der Meinung sind, dass ein Blog wie dieser hier auf eine ordentliche Eurovisionsnachlese einfach nicht verzichten KANN, wenn man einmal damit angefangen hat, werden wir Euch in den nächsten Tagen eine ebensolche liefern, weil sich das einfach so gehört und weil Ihr ja für Euer Geld auch was kriegen s... - Moment mal, Ihr bezahlt gar nichts für die Ehre, hier lesen zu dürfen? Das erklärt, warum ich seit Jahren keine Gehaltserhöhung kriege. Wo war ich?

Ach ja, Nachlese. Multimedial. Weil wir nicht die siebenundelfzigste Nachbesprechung schreiben wollten, machen wir eben die erste (???) gesprochene Nachlese dieses ESCs. Nachbesprechungen sind ja zeitlos, kann man immer wieder lesen (und anhören). Und unsere gesprochene Nachlese hat den Vorteil, dass man dabei sogar bügeln / Socken sortieren / Spülmaschine ausräumen / rumknutschen kann. Oder Schlimmeres. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige Schäden.

Jedenfalls wird es in der nächsten Zeit auf Radio Sixtus eine Nachlese für den ESC 2015 mit allem Zick und Zack geben! Stay tuned!

Und wenn Ihr uns ob der langen Pause jetzt mal ordentlich einen mitgeben wollt, dann schreibts uns in die Kommentare! Wir freuen uns über jede Schmähung! Außerdem wissen WIR dann auch, dass es EUCH noch gibt, liebe Leser.

Bleibt uns gewogen - wir hören uns!

Dienstag, 2. Juni 2015

Programmhinweis für Radio ŒDE

Nach dem ESC ist nach dem ESC. Radio ŒDE bringt in einer Sondersendung namens Wien, Wien, nur Schmu allein sämtliche Beiträge des diesjährigen Liederbewerbes, exklusiv gibt es auch nur bei uns die landessprachlichen Versionen der Beiträge aus Albanien, Griechenland, Island, Litauen, Mazedonien, Polen und Serbien sowie die türkische Version des Beitrages aus Aserbaidschan, außerdem den Sieger des FiK und ursprünglichen Beitrag Albaniens, Diell. Die Sendung wird schließlich auch noch peu à peu um diverse Vorentscheidstitel ergänzt.

Bojana Stamenov darf außerdem die deutsche Version ihres Beitrages, Die ganze Welt ist mein, in unserer Sendung Man singt deutsch jodeln. 

Selbstverständlich sind auch sämtliche Beiträge Teil unserer regulären Sendung Von Athen bis Wien.

Sendezeiten:

Wien, Wien, nur Schmu allein: Mo 9–10, Di 18–19, Mi 7–8, Fr 19–20, Sa/So 20–21

Man singt deutsch: Mo/Mi 23–24, Fr 0–1

Von Athen bis Wien: Mo 7–8/18–19, Fr 17–19

Donnerstag, 21. Mai 2015

Portugal - Leonor Andrade - Há Um Mar Que Nos Separa

Eines der wenigen Lieder in Landessprache, da bleibt sich Portugal treu.
Sehr finaltauglich klingt es nicht, ohne dabei schlecht zu sein. Es plätschert halt so vor sich hin, zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus.

Auch die Wettquoten verheißen nichts Gutes. Jetzt kommt es auf den optimalen Auftritt in Wien an. Portugal ist es sehr zu wünschen.

4/10


Tschechien - Marta Jandová &Václav Noid Bárta - Hope Never Dies

Marta, im deutschen Sprachraum keine Unbekannte, und ihr Sangespartner James Hetfield von Metallica. Zumindest klingt Václav in manchen Passagen so. Steht dem Lied gut.

Ja, das höre ich mir gerne an. Schön, dass Tschechien wieder den Weg zum Song Contest gefunden hat. Wer sonst schenkt uns so tolle Acts wie Kabát und Gipsy.cz?!

Ich erwarte mir für den Auftritt heute Abend mehr Pfeffer, nicht, dass sie frühzeitig die Heimreise antreten müssen. Das Lied ist stark genug und könnte im Finale durchaus um Platz 12 liegen.

Also los! Und wenn's nix wird, bitte nicht wieder in die Schmollecke zurückziehen.

7/10

Dienstag, 19. Mai 2015

Eurovision Song Contest 2015 Wien - Semi 2

Litauen - Monika Linkytė & Vaidas Baumila - This Time

...oder auch: Das Lied mit dem Kuss :-)

Die Botschaft des Liedes ist klar, die beiden einfach herzig, das Lied einfach genug gestrickt um sofort mitgesungen werden zu können. Eine Siegesformel! Da tut auch der Startplatz #1 keinen Abbruch. 

Und beiden bieten was für's Auge: Vaidas für die Schwubbengemeinde und die einsame bayerische Hausfrau , Monika für den gestandenen Hetenmann.
Sexisitisch? Ich...? I wo. Frühling halt *flöt*

7/10


Irland - Molly Sterling - Playing With Numbers

Für eine 17jährige hat Molly ein wuchtiges Organ (mir persönlich fast ein wenig zu wuchtig) und viel Talent. Das Lied ist selbstkomponiert, das gibt einen Fleißpunkt obenauf.

Mich persönlich berührt der Song wenig, ich merke mir die Melodie einfach nicht, kein gutes Zeichen. Andererseits habe ich im Netz und in Foren wohlwollende Meinungen vernommen. Es wird auch bei ihr alles über den Auftritt in der Stadthalle laufen und auch ob die höher eingeschätzte Konkurrenz in Semi 2 patzt.

4/10


San Marino - Anita Simoncini & Michele Perniola - Chain Of Lights

Willkommen auf Onkel Ralphis Spielwiese. Und die Kinderchen sind auch schon da, gerade aus den Windeln gekrochen, schon auf der großen Showbühne.

Das ist ein bisserl gemein, ich mache es sofort wieder gut.
Mir gefiel 'Chain Of Light' von der ersten Minute an, es ist schön altmodisch, der Text so hübsch einfältig und von der Dur-Stelle an einfach Siegel - what you hear ist what you seem to know since... forever.

Anita und Michele werden die Überraschungsaufsteiger des 2. Semi und Ralph in höheren Sphären schweben. Das gönne ich den Dreien.

7/10


Montenegro - Knez - Adio

Wo sind die Zeiten hin als wir uns über die balkanesische Punkteschieberei lustigmachen konnten. Bosnien nicht dabei, Kroatien abwesend, Bulgarien fehlt auch.

Was hilft da die rührseligste Balkanballade ohne 'Freunde' und einem Sänger ohne die Ausstrahlung eines Joksimovic oder Mata Hari?
Wie meint Ihr? Das hat im Vorjahr auch funktioniert? Na dann irre ich mich gerne.

Mir fehlt etwas bei 'Adio', ich kann es nicht erklären. Es klingt alles wundervoll, aber kaum ist der letzte Ton verebbt schwindet bereits die Erinnerung an das Machwerk.
Wie muss es da erst dem Televoter ergehen der das Lied nur einmal hört und sieht?

4/10


Malta - Amber - Warrior

Die zweite Kämpferin, diesmal nicht so laut, aber definitiv genauso ambitioniert.
Amber hat es längst verdient auf der Song Contest Bühne zu stehen, leider zündet ihr 'Warrior' bei weitem nicht so wie der der Georgierin.

Das ist wieder ein Lied das kompositorisch zu wünschen übrig läßt und keinen hohen Erinnerungswert besitzt. Möglicherweise bleibt es also bei dem einzigen Auftritt im Semi, Conchi-Gedächtnisflügel alleine reichen eben nicht für's Finale, da gibt es mindestens acht bessere und wenigstens vier gleich gute Songs.

Obwohl... Conchi-Flügel *grübel*  - ich drücke die Daumen.

4/10


Norwegen  - Mørland & Debrah Scarlett - A Monster Like Me

Anfangs war ich von AMLM nicht sonderlich angetan und habe den Hype um die beiden nicht recht verstanden.
Dementsprechend selten lief das Lied in meiner Playlist.

Aber der Song ist ein 'Grower', besonders der gemeinsame Teil am Ende läßt mich nicht kalt. Natürlich stand auch für mich nie in Frage, ob Norwegen ins Finale einzieht.

Hat übrigens jemand von Euch die 'Pop Meets Opera'-Sendung am Sonntag aus der Wieder Oper gesehen (wurde ja auch gestreamt)?
Da klangen die beiden wirklich gut, mit reduziertem Arrangement. Viel Beifall.

6/10

Sonntag, 17. Mai 2015

Rumänien - Voltaj - De La Capat / All Over Again

Ein musikalisch sehr starker Song mit eingängiger Botschaft (sofern man das Video gesehen bzw. die Lyrics gelesen hat).

Rumänien muss sich keine Sorgen bezüglich einer Finalteilnahme machen, das Lied ist in seiner Schlichtheit, der schönen Melodie und dem einschmeichelnden Gesang, der so sicher vorgetragen wird, ein Selbstläufer.

Um den Sieg spielt das Balkanland zwar nicht mit, aber an die Top Ten Tür klopft es allemal. 

De La Capat ist in meiner Playlist zwar kein Dauerbrenner, aber ich freue mich jedesmal wenn der Zufallsgenerator meines Players darauf zugreift ;-)

8/10


Georgien - Nina Sublatti - Warrior

Von wegen 'Schreikuh' (was für ein übles Wort). Diese Frau hat eine kraftvolle Stimme, trägt ihr Lied jedesmal mit schlafwandlerischer Sicherheit vor, trägt ein bezauberndes Kleid und bringt die nötige Selbstsicherheit mit.

Wie stehen die Quoten für Georgien? Hoffentlich gut, es wäre eine Schande wenn dieser Beitrag im Nirvana versanden würde.

Ich hab sie live gesehen (ja, genau so wie die meisten von euch, via Videoportal), Nina hat es, vorausgesetzt die Nerven spielen mit, drauf.

8/10


Samstag, 16. Mai 2015

Russland - Polina Gagarina - A Million Voices

Ich bin zwiegespalten. Was stellt dieses Lied dar? Russischpolitische Provokation oder einfach eine zufällig gewählte gewaltige Friedenshymne?!
Egal, es geht jetzt rein um das Lied. Ballade, eingängig, mit allen nötigen Stilmitteln versetzt, langweilige Komposition (schon 1000x ähnlich gehört), super Stimme, wunderschöne Sängerin. Sicher durch, Top 10-Garantie. So weit, so uninteressant.

5/10

(werft mir jetzt bloß keine Russlandfeindlichkeit vor, ich habe die Zwillinge voriges Jahr gehypt)


Dänemark - Anti Social Media - The Way You Are

Endlich liefert Dänemark wieder das was man von diesem Land erwartet. GUTE LAUNE!
Jawohl, das gelingt vorzüglich.

Die Burschen haben Spaß an der Sache, man kann gerne der Meinung sein das Lied sei zu banal. Vielleicht ist es so.

Aber in diesem Semi ist es ein Aufwecker, gerade an der richtigen Stelle. Mag sein, dass Dänemark diesmal glücklos sein wird und das Finale von außen bestaunen darf, aber ich persönlich danke für 3 Minuten gute Laune und ein Grinsen im Gesicht. Außerdem erinnern mich dänische Auftritte immer daran den Alkoholnachschub nicht versanden zu lassen.

Dafür meine größte Anerkennung - Skol!

7/10


Albanien - Elhaida Dani - I'm Alive

Liederwechselalarm!
Aber keine Sorge, es tat nicht weh. Solange sich Elhaida mit dem neuen Lied wohlfühlt ist alles in Ordnung.
Ich persönlich stehe voll zu 'I'm Alive' und höre es in Dauerrotation. Den Finaleinzug setze ich voraus, was dann passiert steht in den Sternen.

Stimme, Aussehen, Lied, Video... alles paßt! Auch live ist Elhaida durchaus imstande zu überzeugen. Fehlt nur noch die richtige Umsetzung beim ESC.

Klingt wie eine Eloge, ist es jedoch nur bedingt. Ich stehe hinter dem Song, aber zu meinen Jahrgangsfavoriten gehört er nicht. Ich bitte dennoch um zahlreiche Anrufe. Meinen hat sie.

8/10

Donnerstag, 14. Mai 2015

Serbien - Bojana Stamenov - Beauty Never Lies

Eine imposante Erscheinung, ein tolles Stimmvolumen, dass sich im letzten Drittel des Liedes so richtig entfaltet - und doch kein Renner.

Bojana war in der serbischen Vorentscheidssendung klar die Beste, beim ESC wird es kaum für einen Finaleinzug reichen. Grund: die altbackene, völlig banale Komposition.
So ein Lied will doch keiner mehr (also ich ;-) ) hören.

Da wird es die Live Performance richten müssen. Zuzutrauen ist es den Serben wenn sie bereit sind alles auf Bojana hinzuschneidern. Der Hintergrund darf ruhig bunt sein, hat bei Čaroban auch nicht gestört...

4/10

Ungarn - Boggie - Wars For Nothing

Und da ist sie, die Friedenshymne, natürlich mit ansprechendem Text und einem berührenden Video, dargeboten von einer entzückenden Sängerin.

Ich höre mir das Lied nicht so oft wie andere an, aber das ist gut, denn umso mehr kann ich mich dann darauf freuen wenn es läuft.

Ob es beim Song Contest funktionieren wird hängt ganz alleine vom Televoter ab. Ist dieser bereit neben den favorisierten Gassenhauern auch Gänsehaut zuzulassen könnte es für Ungarn ein Spitzenergebnis werden.

Ich möchte Ungarn unbedingt im Finale sehen  - wozu sonst hat man FINALkarten :-)

7/10


Weißrussland - Uzari & Maimuna - Time

Ah, die Geige. Da ist sie endlich ^^

'Time' kommt schön catchy, spätestens ab dem Refrain ist man geneigt mit seinem Fuß im Takt mitzuwippen.
Das Video bietet sich natürlich für Gedankenspiele bzgl. des Bühnenbildes an (Sanduhr) [inzw. wissen wir, dass es anders kommt, ich habe heimlich in die Probenvideos gespechtelt]. 

Belarus hat es historisch schwer das Finale zu erreichen und benötigt mindestens solch ein Gimmick wie den Tanzschritt Teos um das Publikum zu überzeugen. Musikalisch ist der Beitrag gut gelungen, an der Komposition wird es vermutlich nicht scheitern.

Ein Lied das ich auch nach dieser Saison gerne auf der persönlichen Playlist begrüßen werde.

5/10

Mittwoch, 13. Mai 2015

Estland - Elina Born & Stig Rästa - Goodbye To Yesterday

So sehen also Jahrgangsfaves aus. Mich erinnert die Musik an einen Tarantino-Film, cool, calm & relaxed.

Ich würde mich sehr für alle Fans der beiden freuen (und natürlich auch für Estland itself), wenn Elina & Stig Jury und Publikum gleichermaßen begeistern und eine gute Platzierung einfahren könnten.
Allein - das Lied ist einfach zu schwach um richtig zu zünden. Es benötigt eine einprägsame Umsetzung auf der Bühne ohne reisserisch zu wirken. Gelingt das stehen den beiden alle Türen offen. Wackeln sie jedoch nur verloren auf der riesigen Bühne herum erleben wir hier den großen Absturz eines im Vorfeld hochgejubelten Werks.

Ich persönlich finde den Beitrag nett... und nett ist bekanntlich...

6/10


Mazedonien - Daniel Kajmakoski - Autumn Leaves

Heimspiel für Daniel, eigentlich eine g'mahte Wiesn. 
Stimme gut, Komposition eingängig, Umsetzung leider mau, Langeweile vorprogrammiert.

Man redet über dieses oder jenes Lied des ESC 2015, gut oder schlecht, hauptsache es ist im Gespräch. Mazedoniens Beitrag wird völlig ignoriert. Genauso sehen es die Wettquoten.

Audio kann man sich sogar in einer schwachen Stunde in 'Autumn Leaves' verlieren (noch mehr sogar in der Originalsprache), vergleicht man es mit der direkten Konkurrenz wird es düster bis dunkel.

Sorry FYROM, zurück auf die Schulbank und Hausaufgaben machen. Finale unmöglich.
Ich mag's, aber das reicht bei weitem nicht.

5/10

Dienstag, 12. Mai 2015

Kennt Ihr das - man will flott mit dem bloggen vorankommen, aber es kommt immer im ungünstigsten Augenblick etwas dazwischen?!


Finnland - Pertti Kurikan Nimipäivät - Aina Mun Pitää

Das ist schon etwas ganz Besonderes, Punk hatten wir noch nie beim ESC.
Kurz, knackig, laut, so wie es sein soll, und ich weiß wovon ich rede, die Ramones, Sex Pistols und der frühe NDW-Radau sind mir nicht fremd ;-) [letzterer läuft auch bei Radio Sixtus btw.]

Die eingefleischten Fans hassen das Lied, die Wettquoten lieben es, es bleibt wohl spannend bis zum Schluss.

6/10


Griechenland - Maria Elena Kyriakou - One Last Breath

Schöne Frau in einem schönen Kleid singt schönes Lied vor schönem Hintergrund. So gut, so langweilig.
Ich sag einmal so: der Finaleinzug ist Pflicht, die Ballade ist eingängig und Marias müßte schon ein grober Schnitzer passieren um das zu verhindern.

Im Finale werden die Karten neu gemischt, das Feld ist stärker und OLB schnell vergessen sein (ok, Zypern erinnert sich bestimmt...). Ich rechne mit Platz 18. Das kann dem Pleitegeierland nur Recht sein, denn das Budget für die Ausrichtung eines ESC ist so bröckelig wie die Akropolis.

5/10

Sonntag, 10. Mai 2015

Let's do it!

Eurovision Song Contest Wien 2015 - Semi 1


Republik Moldau - Eduard Romanyuta - I Want Your Love

Ich habe gleich zu Beginn ein Alleinstellungsmerkmal: Ich MAG dieses Lied.

Audio bzw. das Video (das es mir besonders angetan hat, ich mag eben Krach Bumm in Filmen ;-) ).

'I Want Your Love' ist eines der von mir meistgehörten Lieder des Jahrgangs 2015 und ich werde nicht müde es immer wieder zu hören - natürlich in wohlgeordneten Dosen.
Es hat Schmiss, der banale Text ist leicht mitzusingen und dieses "want want want want" geht einem nicht mehr aus dem Ohr. Ein gutes Zeichen.

Natürlich wissen wir alle, dass Eduards Live-Qualitäten bescheiden sind, er trifft zwar die Töne, aber seine Stimme hat etwas Unangenehmes, gar nicht zu reden von den nachgezogenen Silben.

Ich fürchte, Moldau sehen wir nicht im Grande Finale am Samstag und es werden dem Stück nur wenige eine Träne nachweinen. Schade.

7/10 Punkte


Armenien - Genealogy - Face The Shadow

Menschen aus allen Kontinenten mit gleicher Abstammung finden sich aufrund des türkischen Völkermordes zusammen um mit einem Lied bei der größten Musikveranstaltung dieses Planeten auf die Mißstände der damaligen Zeit dezent hinzuweisen.
Ich dachte der ESC sei unpolitisch. Na gut, er war es ohnehin nie. Die im Song gemeinte gemeinte Nation sitzt ohnehin grad in der Trotzecke, da kann man ungestraft darauf losfeuern.

Rein musikalisch ist dieses Werk ein Mischmasch aus 70er Progressive Rock (den ich sehr liebe), gewürzt mit Pop und klassischen Einlagen, eine eher schwere Kost mit zahlreichen Wendungen und einem großartigen Instrumentalteil.

Etwas ähnliches bot im Vorjahr Georgien und wurde total abgestraft.
Armenien ist jedoch Armenien, die Wertigkeit eine viel höre (nur Gott weiß warum) und die Armenier dieses Welt gut verstreut um das Mutterland nicht in ESC-Semis versumpern zu lassen.

Armenien wird  - knapp - durchgewunken und verendet dann im hinteren Mittelfeld des Finales, aber damit ist das Ziel der Aktion bereits erreicht.

Schönes Lied, gut gesungen (davon darf man ausgehen), Botschaft vernommen aber nicht gehört.

8/10


Belgien - Loïc Nottet - Rhythm Inside

Mitfavorit, keine Frage. Außergewöhnliche Stimme, außergewöhnliche Beats. 
Die Botschaft des Liedes, etwas kryptisch: Lebe Dein Leben weise.
Dargebracht von einem 19jährigen Milchbubi mit großer Ausstrahlungskraft. Fast ein Widerspruch, aber es funktioniert.

Auf das Hintergrundbild und die Live-Performance darf man gespannt sein. 
Singen und tanzen kann er, wie er kürzlich bei The Voice Belgique bewies.
Aber da geht noch mehr! Top 5 wäre gerecht.

9/10


Niederlande - Trijntje Oosterhuis - Walk Along

Ich gestehe: Es ist eines der Lieder das ich bislang am wenigsten gehört habe und auch nicht wirklich vermisse. Es aiaiaiai-t mir einfach zu viel (das kann die Albanerin viel besser, mehr dazu später). 
Die Niederlande bleiben beim Erfolgsrezept und schicken eine etablierte Sängerin die durchaus das Talent mitbringt, leider ab nicht die rechte Komposition.
Es wird nach dem großen Erfolg im Vorjahr wohl die bittere Ernüchterung folgen, ich sehe das Semi-Scheitern bereits vor dem geistigen Auge und auch keine Möglichkeit das Oeuvre optisch zu pimpen. Ich liege gerne falsch - STRENGT EUCH AN, GOUDAS! (liebevoll gemeint)

3/10


Freitag, 8. Mai 2015

Sag das noch einmal laut!

Österreich hat den Song Contest gewonnen???

Man soll keine billigen Scherze auf meine Kosten reissen!!!

Ernstlich jetzt... ist es wahr?

OH MEIN GOTT!

;-))

Na dann will ich mir gleich einmal alle 2015 Lieder anhören und-sehen.
Stay tuned.

Dienstag, 10. Februar 2015

BREAKING NEWS: Australia goes to Austria!

Nein, das ist kein Aprilscherz, denn heute ist erst der 10. Februar: Wie vom NDR soeben bekannt gegeben wurde, wird der Teilnehmerkreis des 60. Eurovision Song Contests in Wien auf 40 erweitert. Nummer 40 im Reigen ist, Achtung anschnallen: AUSTRALIEN!

Die vollkommen eurovisionsverrückten Aussies haben schon lange davon geträumt, endlich mal Bestandteil des ESCs zu werden, aber bis auf letztes Jahr erschöpfte sich das ganze in besonderen Begrüßungen von australischen Besuchern in der Halle, Live-Schalten in australische Wohnzimmer und der allgemeinen Würdigung des besonderen australischen Fan-Tums. Im letzten Jahr durften die Australier bei einer der Shows als Pausenact auf, und seitdem wurde heftig darüber spekuliert, ob und wann die Australier endlich am ESC teilnehmen dürfen. Aber dass es nun wirklich klappt, ist schon sensationell - und nach Meinung der Schreiberin dieser Zeilen hammertoll!

Die Teilnahme Australiens soll ein einmaliges Experiment bleiben, es sei denn, sie gewinnen tatsächlich die Chose, dann dürfen sie in 2016 nochmal ran. In diesem Falle wandert der ESC aber nicht nach Australien, sondern die Australier richten in einer europäischen Stadt gemeinsam mit einem EBU-Mitgliedsland den ESC 2016 aus.

Damit die Australier niemandem einen Finalplatz wegnehmen, dürfen sie direkt im Finale antreten. Außerdem werden sie ganz normal mit Televoting und Jury (50:50) im Finale und, das ist jetzt wieder besonders, in beiden Semis abstimmen. Ansonsten gelten die bekannten Regeln.

Zur Zeit ist noch nicht bekannt, wer Down Under in Wien vertreten wird.

Egal wie man dazu steht (und es gibt natürlich auch jetzt schon wieder die unvermeidlichen Meckerfritzen und -liesen): Es ist ein unglaublich spannendes Experiment, und wir dürfen jetzt schon gespannt sein, wie sich der australische Beitrag im Finale schlägt! Ich freu mich jedenfalls riesig!

Samstag, 31. Januar 2015

2015 - was bisher geschah

Bevor mir jetzt gleich der Rückrundenstart der Bundesliga die Laune versauen kann (obwohl, gestern abend war schon schön, gell?), werde ich mal die Gelegenheit nutzen, den Blog hier aus dem Winterschlaf zu reißen. Auf den Hausherrn kann ich derzeit nicht zählen, der ist zwar aus seiner Schockstarre ob des österreichischen Sieges so langsam wieder aufgetaut, aber ansonsten zur Zeit eher mit irgendwelchen Dschungeln in Australien beschäftigt, obwohl das angeblich total langweilig ist.

Anyway, ein bisschen was ist in der Zwischenzeit ja durchaus passiert. Die ersten Songs stehen fest, aber wisst Ihr ja alle schon von den einschlägigen Seiten. Außerdem möchte ich gern meinem Prinzip treu bleiben, die Beiträge erst dann zu hören, wenn alles feststeht - mit der möglichen Ausnahme des deutschen Beitrags. Und nein, auch wenn es anderslautende Gerüchte gibt: Ich habe NICHT heimlich estnische VE-Videos geschaut.

Übrigens führen die Esten derzeit bei den Bookies, aber das nur nebenbei. Möglicherweise verstecken die da bei sich eine zweite Loreen oder einen zweiten Alex Rybak.

Was die deutsche VE angeht, wird das gleiche System benutzt wie letztes Jahr. Die sieben etablierten Acts stehen bereits fest, nämlich Alexa Feser, Andreas Kümmert, Fahrenhaidt, Faun, Laing, Mrs. Greenbird und Noize Generation. Wenn ich jetzt bekenne, dass ich davon im Vorfeld nur Faun kannte, spricht das dann gegen mich oder gegen die Acts?  

Dazu kommt der Wildcard-Act, der hoffentlich in diesem Jahr aus einem etwas vielfältigeren Zehnerfeld ausgewählt wird als im letzten Jahr. Und dieser Wildcard-Act verdient unbedingt besonderes Augenmerk, da es bisher in allen deutschen Vorentscheidungen mit einer Wildcard noch nie einem anderen Act gelungen ist, an ebendieser Wildcard vorbeizuziehen. We will see. Auffällig war, dass es in diesem Jahr erstens mehr als 1000 Bewerberclips weniger waren als im Vorjahr (1213 versus 2240) und auch, dass viele ehemalige Castingshow-Teilnehmer die Wildcard als Auffangbecken nutzen wollten. So war das aber eigentlich nicht gedacht, Leute!

Der NDR will die Teilnehmer für das Wildcard-Konzert Ende Januar bekannt geben. Da hat er eigentlich nicht mehr so viel Zeit.... Das Konzert ist am 19.2., die VE am 5.3.

Währenddessen ist man in Wien schon mitten in den Vorbereitungen, und nach allem was ich weiß, ist der Contest dort weitaus präsenter, als er das bei uns damals in Düsseldorf war. Es gibt bereits ein wöchentliches (!) Contest-Magazin, und auf dem Wiener Rathausplatz steht eine 8 Meter hohe Countdown-Säule.

Inzwischen sind auch schon die Länder auf die Semis verteilt, und wenn man mal das diesjährige Teilnehmerfeld anschaut, sieht man einige Veränderungen gegenüber dem Vorjahr:
·         die Ukraine ist aus naheliegenden Gründen in diesem Jahr leider nicht dabei
·         dafür freue ich mich über die Rückkehr der Serben
·         Zypern kommt nach einjähriger Pause ebenfalls wieder
·         und *Trommelwirbel* das erfolgloseste Land aller Zeiten ist ebenfalls wieder dabei! Mal sehen, ob die Tschechen inzwischen kapiert haben, worum es geht.

Verzichten müssen wir leider auch in diesem Jahr auf Bosnien-Herzegowina, obwohl es eine Zeitlang so aussah, als ob sie zurückkommen. Es ist aber dann doch wieder am Geld gescheitert. Könnten wir nicht mal sammeln? Das muss doch irgendwie zu machen sein!

Auch die Kroaten fehlen weiterhin in diesem Jahr, und die Türkei ist ebenfalls noch nicht aus dem Schmollwinkel wieder aufgetaucht. Nach der Qualifikation San Marinos hab ich ja drauf gehofft, in diesem Jahr wieder die schönsten Kunstwerke der andorranischen Schneider zu sehen, but alas... und auf Liechtenstein warten wir auch immer noch, gell, Rainer?

Einer der ganz großen der Eurovisionszunft wird im Mai nicht in der Wiener Stadthalle dabei sein, obwohl es wohl eigentlich angedacht war. Aber der grandiose Udo Jürgens hat uns traurigerweise am 21. Dezember 2014 im Alter von 80 Jahren verlassen.

Jetzt bin ich gespannt, was da noch so kommt (heute abend wählen die Schweizer ihren Kandidaten) und ob das mit dem Kartenverkauf noch besser wird, und freue mich ansonsten auf eine Saison, die hoffentlich genauso toll wird wie die letzte!

(0:0 zur Halbzeit. Geht doch. Wobei, normalerweise verliert der VfB ja seine Spiele immer in den letzten zehn Minuten...)

(Edit eine gute Stunde später: AAAAAAAAAAAARRRRRRRRRRRRRRRRGH!)

Sonntag, 8. Juni 2014

...und das letzte Wort hat die Kaiserin!

1. Österreich
Zuerst mal muss ich mich entschuldigen, mir ist da nämlich in der Nacht der Nächte ein Fauxpas passiert: Es muss natürlich nicht "long live the queen" heißen, sondern "long live the empress"! Noch nie hab ich es erlebt, dass ein Beitrag dermaßen durch einen Wettbewerb getragen wurde - nein, auch nicht bei Tom Dice oder bei den Olsen Brothers. Und ab dem Moment war mir auch klar, wer die Chose 2014 gewinnen wird. Diese Stimme! Diese Ausstrahlung! Diese Blicke! Und: Dieser Song mit DIESEM TEXT! Dazu kamen zwei absolut perfekte Auftritte ohne jeden Schnickschnack, wenn man von den stilisierten Feuerflügeln, ein bisschen Windmaschine, Trockeneis und den Feuersäulen am Schluss mal absieht. Aber mal ehrlich, das ist ja heutzutage quasi nix. Es gibt nicht viele ESCs, die einen so klaren und verdienten Sieger hervorgebracht haben, und wahrscheinlich auch keinen, bei dem die Siegerreprise dermaßen perfekt geklappt hat. All in all: Was für eine Sternstunde für diesen Wettbewerb! Und Conchi, nun geh raus und erobere die Welt!

Hier ist übrigens Eurovision 2014 in a nutshell, sorry, dass ich das auf englisch mache (und sorry an alle, die es schon kennen):

Every Eurovision Song Contest tells a story. A lot of stories. And this year is no exception.

In the two weeks before mother's day, people from all over Europe came to Copenhague (or, as Pilou, one of the three amazing hosts, would say: la mia città (my city)). They all wanted to take part in the ESC, they all were hunters of stars and maybe they would be the one who wins? Who knows?

They all did their best on stage, and every heartbeat was going fast. Everyone asked himself or herself: Will I be the one? Will I start a fire? Or will there be something better? They were, of course, not alone and all wanted to grab our attention. And what songs there were! Some, of course, sang cliché love songs, no way to avoid this. Some wild souls brought one night's anger to the stage. And of course everyone thought: "Quero ser tua (I want to be yours)". The running order was cleverly composed, after heavy or silent storms, there also was calm after the storm. The contestants all were really great, but on the eleventh position came a lady not only with a moustache but with a complete beard. Wow could she SING! What a SONG! What a PERFORMANCE! She did outshine everybody else, and for sure was going to do VERY well.

After everybody had performed, the voting came. Tick tock went the clock, and after the time was up, nothing could be undone any more. And if the voter asked themselves: "is it right" - well, now it was too late for a change of mind!

Round and round it went on the scoreboard, but then the bearded lady did rise like a phoenix to the top. Even those who said of themselves "My Słowianie (we are slavic)" gave her their votes. Many votes. And she was running to victory!

When the lady was coming home, people were waiting for her. They were celebrating and dancing in the rain. Some even had a cake to bake and brought some cheesecake.

What a night! Europe showed the world that we are all children of the universe, that we have no prejudices and that we all beat from the same heart. The lady might know that it's just three minutes to earth, but for now she does rise up to the sky and does her very best to win moj svijet (my world)

It is nothing short to a miracle!








Und wers noch kürzer will, klickt bitte hier!

Merci an alle fürs Lesen und Kommentieren, ich hoffe, es hat Euch Freude gemacht und entschwinde jetzt erstmal in den wohlverdienten Urlaub (und überlasse das Feld dem Hausherren *zwinker*), und wenn ich wiederkomme, ist WM!

Samstag, 7. Juni 2014

Noch ein paar Anmerkungen zwischendurch...

Ich hab da noch die eine oder andere Anmerkung zu diesem Jahr, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:

- der fabian'sche Hörtest ist alive and well. Es bleibt dabei: Noch nie hat ein Song, der bei meinem Eingängigkeitstest durchgefallen ist, den ESC gewonnen.

- der Anteil der 4-Chord-Songs lag mit 8 von 37 (Spanien, Portugal, Italien, Deutschland, Dänemark, Irland, Schweden und Slowenien) mittelhoch, darf aber gern wieder ein bisschen runtergehen. Es gibt noch andere Sequenzen, die man mal ausprobieren kann!

- die Rückung hat nun wirklich endgültig ausgedient. Auch wenn ein aufrechtes Häuflein Konservativer (hallo liebe Prinzen!) jedem Song Punkte abzieht, wenn er keine Rückung aufweist (zumindest kommts mir so vor!): Seit 2002 hat genau EIN Song mit Rückungen gewonnen, und der war so gut, dass er auch ohne Rückungen gewonnen hätte. Herauszufinden, welcher das war, bleibt der geschätzten Leserschaft zur Übung überlassen :-)

- Es gibt keine Länder, die nicht ins Finale kommen können! Und gewinnen kann auch JEDER, man muss halt nur alles richtig machen. Durchhaltevermögen ist alles!

- Serbien, Kroatien und insbesondere Bosnien-Herzegowina: You are sorely missed. Please come back!

- Andorra: Wie Du siehst, kommen auch Zwergstaaten zuweilen ins Finale. Bitte komm zurück. Wir vermissen Deine Schneider!

- find eigentlich nur ich, dass Frau de Forest etwas seltsame Beine hat?

- 2014 war sprachlich das eintönigste Jahr aller Zeiten. Lediglich Italien, Spanien, Portugal, Slowenien, Montenegro, Frankreich, Israel und Polen haben ganz oder teilweise in Landessprache oder zumindest nicht auf englisch gesungen, was bedeutet, dass mehr als 75% der Beiträge auf englisch waren. Die Phonetik-Else trauert. Keine phonetische Version eines 2014er Songs, tut mir Leid. Rein landessprachlich waren ohnehin nur vier (!!!), nämlich Italien, Frankreich, Portugal und Montenegro, die sich allesamt nicht für eine phonetische Übertragung eignen. Das darf bitte im nächsten Jahr wieder anders werden! Die sprachliche Vielfalt ist eins der Dinge, die der Eurovision ihren Reiz geben.

- Für alle Freunde phonetischer Versionen gibt es hier ein kleines Trostpflaster. Habt bitte Spaß damit! Und ja, ich weiß selber, dass ich keine Balladenstimme hab, aber was soll ich denn machen, wenn sich keine Sau dazu herablässt, mal wieder einen saftigen Heavy-Metal-Beitrag in Landessprache zu bringen? Man ist ja inzwischen schon froh, wenn man überhaupt mal was taugliches zum Verhackstücken findet!

- und irgendwann in diesem Leben hätte ich dann doch gerne nochmal so einen richtig knackigen Voting-Krimi mit Spannung bis zum Schluss! Think 2003 / 1998 / 1993 / 1991 / 1988....

Frösche, Kinder, Emotionen: WILD Eurovision Nr. 26



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Fotos: blog.prinz.de, estoday.com, eurovision.tv., eurovision-austria.com, jurnalul.ro, Rialto Film

Das Finale, Platz 3-2

3. Schweden
Es kommt ja nur selten vor, dass ich mal einen Song aus Schweden richtig gut finde, aber Undo hat mich von Anfang an gepackt. Das lag wohl weniger am Song als an Sanna, die das ganze wirklich super verkauft hat. Und dabei hat es keiner schwerer gehabt als sie in den Semis; im Jury-Semi wollte einer ihrer Scheinwerfer nicht so wie die anderen, so dass es keinen schönen Lichtkegel gab, im Semi selber dann stand eine Tür auf der linken Seite der Bühne offen, die sich trotz entsprechender Bemühungen aus irgendeinem Grund nicht schließen ließ, so dass im Sternenhimmel ein schwarzes rechteckiges Loch klaffte - wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, dass die Tür versucht wurde zu schließen, ging aber nicht. Sanna hat wirklich beeindruckend gesungen und eigentlich genau den Siegeshunger im Blick gehabt, den man braucht, um am Ende ganz oben zu stehen. Trotzdem fehlte noch das allerletzte Quentchen. Dass es nicht für Platz 1 gelangt hat, lag wohl auch weniger an ihr als vielmehr an ihren Mitbewerbern und natürlich an dem, sagen wir mal, sehr konservativen Song. Aber Bronze ist auch prima, und es muss ja auch nicht jedes Jahr nach Schweden gehen.

2. Niederlande
Ich gestehe, dass ich die gute Platzierung der Holländer bis heute nicht so ganz verstehe. Mir schlafen bei dem Song die Füße ein. Ich akzeptiere aber jetzt und hier schon mal, dass ich diese Meinung wohl ziemlich exklusiv hab, und ich kann auch mit dem Ergebnis bestens leben, schließlich sind se Nesserlänz nicht nur generell mein Lieblings-Eurovisionsland, sondern auch viel zu oft hoffnungslos unter Wert geschlagen worden. Dass obendrein noch ein netter Chartserfolg dabei rausspringt, freut mich ebenfalls. Aber der Knaller ist ja: Wenn man sich mal anschaut, was die gemacht haben! Wie die aufgetreten sind! Da stehen zwei zugegebenermaßen sehr hübsche Menschen in komischen Klamotten (Ilses Kleid!!!) mit Gitarren um und singen sich an. Kameras ignorieren wir komplett, wenn mal zufällig eine vorbeikommt, schauen wir wohl mal rein, aber ansonsten singen wir uns an, darauf kommts doch an. Ein komplett reduzierter Auftritt, dazu haben sie einen Song aus einer Gattung im Gepäck, die beim ESC bisher noch nie einen Stich machen konnte. Mit einem Wort: Auf alle Eurovisionsgesetze einmal gepflegt gepfiffen! Allerdings machten sie das so gut, dass Europa sie von allen Seiten mit Punkten zugeschmissen hat. Tja, und was macht man, wenn man das beste Ergebnis seines Landes seit 39 Jahren einfährt? Na? Man trennt sich. Traurig aber wahr: Waylon hat das Projekt verlassen und will sich künftig Soloprojekten widmen. Echt schade, darauf hätte man doch aufbauen können!

Freitag, 6. Juni 2014

Das Finale, Platz 5-4

5. Ungarn
Über das Ergebnis der ersten Semis war ich offengesagt dann doch ein wenig überrascht. Ich hätte nach DIESEM Auftritt Stein und Bein schwören können, dass András das gewinnt, denn der Auftritt war in jeder Hinsicht absolut PERFEKT. Dennoch, 19 Punkte hinter den Hänflingen, 4 hinter Sanna - was war da los? Im Finale war das ganze um Nuancen schwächer, hätte aber in einer gerechten Welt immer noch mindestens auf Platz 2 kommen müssen. Nun gut, dieses äußerst riskante und düstere Thema ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber mal ganz ehrlich, das Leben ist kein Ponyhof, und immer wahlweise "ich liebe dich, Säugling, ich bin nur auf der Welt, damit ich die Nacht mit dir verbringen kann" oder "mit uns is Schluss, hau endlich ab" oder "Säugling, jetzt biste weg, bitte komm doch wieder in mein Bettchen meine Arme, sonst heul ich" ist möglicherweise auch ein bisschen wenig. Es gab ja genügend kritische Stimmen, die der Meinung waren, dass "so etwas" nicht auf die Bühne gehört. Warum eigentlich nicht? Das Leben ist nicht nur Friede Freude Eierkuchen, und wir hatten auch in der Eurovision schon öfter Songs, die schwierige Themen behandelt haben, nur halt wesentlich weniger erfolgreich, ich erinnere da nur an den russischen und den finnischen Beitrag 2005. Das Thema wurde durch die Art und Weise, wie die Ungarn es auf die Bühne gebracht haben, auch nicht banalisiert, ganz im Gegenteil. Die Einheit aus Gesang, Song und insbesondere auch den beiden Tänzern war beklemmend einerseits und mitreißend andererseits. Hochverdienter Platz 5, und eine höhere Platzierung hätte ich hier noch besser gefunden.

Ach ja: Die obigen Textvorschläge dürft Ihr gerne verwenden. Die Schweizer suchen ja ab September Eurovisionssongs. Vergelt's Gott.

4. Armenien
Au weia, da war aber jemand nervös. Ich find den Song nach wie vor super, aber was Aram MP3 da im Semi und auch im Finale gezeigt hat, war eines Top-Favoriten absolut nicht würdig. Dazu kam seine, wie ich finde, zum Schreien unsympathische Ausstrahlung - und wer hat ihm die dunklen Augenringe geschminkt? Der Gesang hat mir auch nicht zugesagt, am Anfang wars etwas wacklig, und dann, als der Turbo gezündet wird, fehlt ihm leider die Stimmgewalt. Auch im Finale saßen im leiseren Teil die Töne längst nicht alle. Schade um Song und Inszenierung, das war nämlich beides toll. Mit einem anderen Sänger hätte das richtig super werden können. Mit Platz 4 ist das ganze außerordentlich schmeichelhaft bewertet im Vergleich zu so einigen anderen Leistungen, die an dem Abend erbracht wurden. Nun, einen tollen Song kriegt man halt nicht kaputt. Aber war mir ja eh klar, dass er nicht gewinnt, sonst hätte er bei mir beim Eingängigkeitstest anders abgeschnitten!

Mittwoch, 4. Juni 2014

Das Finale Platz 8-6

8. Norwegen
Dieser Beitrag teilt die Gemeinde streng in zwei Hälften: Die einen sind zu Tränen gerührt, die anderen lässt es vollkommen kalt. Ich persönlich gehöre zur ersten Gruppe, schon bei den ersten Tönen empfange ich einen feinen Florettstich mitten ins Herz. Und wenn dieser Bär von Mann dann anfängt, mit brüchiger Stimme sein Innenleben bloßzulegen, steht mir das Wasser in den Augen und das Herzblut fließt in Strömen. Ab der zweiten Strophe packt er dann den Turbo aus und hat auch noch ein Geigenballett mitgebracht, dass von dem einen oder anderen als over the top empfunden wurde - bittschön, andere haben Hamsterräder, Wippen, Rollkunstlauf, Trampolins oder Trapezgeturne! Man kann das natürlich auch anders performen, der Song ist in jedem Falle stark genug. Aber gerade durch den krassen Gegensatz zwischen Carls Erscheinung und der brüchigen und nicht unbedingt perfekten Stimme, mit der er den Anfang gesungen hat, hat dem ganzen eine emotionale Tiefe gegeben, die mich mehr berührt hat als alle anderen Songs 2014. Das war dann auch nach Montenegros eher suboptimaler Performance am Samstag mein Finalfavorit, und ich hätte es liebend gern siegen sehen.

7. Russland
So, liebe Tolmachevy-Schwestern, jetzt will ich mal eins von Euch wissen: Waren das wirklich EURE Haare, oder waren das Extensions? Wenn das Eure Haare waren, Respekt. Das hätte ich mich nicht getraut. Aber der Auftritt warf auch noch andere Fragen auf: Warum schwang die Wippe nicht sofort zurück, als die eine von Euch sie verlassen hatte, sondern senkte die andere Seite nur gaaaanz langsam ab? Wie habt Ihr das gemacht? Normale Wippen benehmen sich anders. Das sind so die Dinge, die mir beim Auftritt durch den Kopf gingen. Man wurde ja weder durch das Lied noch durch den Gesang sonderlich abgelenkt, wenn man mal von dieser "Jodelstelle" nach der Rückung absieht, die sowohl im Semi als auch im Finale böse danebengegangen ist. Es war halt nix Besonderes; verdienter Finaleinzug, unverdienter 7. Platz, das hätte bestenfalls irgendwo ins Mittelfeld gehört.
PS: Für alle, die in der Halle und vorm Bildschirm gebuht haben, bitte hier gucken, Text anhören und verinnerlichen. Nuff said.

6. Ukraine
Im Gegensatz zum 7. Platz für die Russinnen ist der 6. Platz für die Ukraine hochverdient. Mariya sah SUPER aus, sicherlich eine der schönsten Frauen im Wettbewerb, und das geschlitzte Kleid bewies einmal mehr, dass Erotik sehr viel mit gekonntem Verhüllen zu tun hat (lest Ihr mit, Polinnen?). Zudem sang Mariya sowohl im Semi als auch im Finale viel viel besser, als ich ihr das jemals zugetraut hätte. Der mystische Anfang, bevor der Beat einsetzt, war wirklich großartig umgesetzt, allein das dösige Hamsterrad störte. Das hat nun wirklich kein Mensch gebraucht und ich bin fest davon überzeugt, dass sie auch ohne das Hamsterrad (was wohl ein Rhönrad sein sollte, aber de facto ein Hamsterrad war) zwei tolle Auftritte hingelegt hätte. Ich mag das Lied immer noch nicht besonders, und der Chor war mir stellenweise auch zu laut, aber nichtsdestotrotz ein Ergebnis, das völlig in Ordnung geht.

Montag, 2. Juni 2014

Das Finale, Platz 11-9

11. Finnland
Hm. Hm hm hm. Zu dem Beitrag fällt mir irgendwie nix knackiges ein. In bester Coldplay-Tradition versuchte sich hier die Kreuzung aus den Lovebugs (Sound) und Anonymous (die Jugend!). Der Auftritt war soweit ok, nix besonderes, einzig bemerkenswert war die spektakuläre Lightshow im Refrain - und natürlich die Tatsache, dass wir hier von FINNLAND reden. Ich, ewiggestrig, wünsch mir trotzdem die Radaufraktion zurück und halte die Schulbuben für entschieden zu hoch platziert. Und, liebe Finnen, falls das mit der Radaufraktion nicht klappen sollte, hab ich eine Bitte an Euch. Nur eine. Tut der Frau Fabian den Gefallen und schickt den most handsome guy, der jemals auf einer Eurovisionsbühne gestanden hat. Und falls Ihr nicht mehr wissen solltet, wer das ist, schaut Euch nochmal Euren Heimcontest an! Es wär ja nicht der erste Moderator, der danach nochmal singt!

10. Spanien
Ruth! Kind, nä, sachma, so mit nassen Haaren auffe Bühne, tusse Dich da nich mit erkälten? Und geschummelt wars auch. Der Rest von Ruth war nämlich trocken, das gilt insbesondere für ihr Kleid und das Make-up. Da war alles da, wo es sein sollte. Also, wenn ich im Regen stehe, dann seh ich aber anders aus. Ruth bewies, dass sie über zwei bestens funktionierende Lungenflügel verfügt und dosierte sich dieses Mal sogar angemessen, es war nicht ganz so geschrien wie in der VE. Im krassen Gegensatz zum besungenen Element schickte sie dann auch noch Glutblicke in die Kamera. Das Konzept "Schönheit brüllt sich die Seele aus dem Leib" hat mal wieder bestens funktioniert, und stimmgewaltig ist sie ja, das muss man ihr lassen. Trotzdem, Platz 10 find ich schon recht schmeichelhaft. Der Regen wurde nämlich zwar überallhin projiziert, aber getanzt hat sie nicht!

9. Dänemark
Auch Basim hat sich unverständlicherweise für einen offenen Binder entschieden, kein Mensch weiß warum, kein Mensch will wissen warum. Ansonsten war das drei Minuten Hardcore-Spaß, wenn man es fertig bringt, das ganze genauso unernst zu nehmen, wie es offensichtlich gemeint war. So ungefähr alles an diesem Beitrag war wunderbar behämmert: Der Song (klar!), dessen Text, das Rumgehampel der Backings, die Aufforderung ans Publikum, mitzumachen (das erste Mal, dass das nicht bestraft wurde). Alles natürlich nicht besonders hochwertig, aber lustig - und der Basim ist, wie Frau Permanente jetzt sagen würde, ein Thüther. Recht hätte sie. Und der Thüthe hat das ausgesprochen gut gemacht und in die Kamera gestrahlt, was das Gesicht her gab. Was die deutsche Jury bewogen hat, diesen Beitrag kollektiv auf Platz 1 zu setzen, kann ich zwar immer noch nicht nachvollziehen, aber sei es drum.