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Samstag, 7. Juni 2014

Frösche, Kinder, Emotionen: WILD Eurovision Nr. 26



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Fotos: blog.prinz.de, estoday.com, eurovision.tv., eurovision-austria.com, jurnalul.ro, Rialto Film

Freitag, 5. November 2010

ESC-Nachlese, zehnte Runde

19. Rumänien
Der Song ist und bleibt Quark, aber der Auftritt war noch weitaus stärker als im Semi. Die hatten ja unglaublich viel Spaß auf der Bühne und machten das perfekt. Na ja gut, fast - der Chor patzte an der Stelle, wo er alleine singen sollte, und Paulas hohe Note war ein klein bisschen daneben, aber schietegal! Da bleibt wirklich nur das Prädikat super. Platz 3 dennoch überraschend, aber mal ehrlich: Wen hätte man denn da oben sehen wollen?

20. Russland
Ha, endlich sah man mal, was auf diesem Zettel drauf war. Leider verstand man den Text, wo er mit seinem Gitarristen im Wechsel sang / sprach, immer noch nicht, schade, das war ja eigentlich das witzigste am Lied. Ansonsten immer wieder gerne gesehen: Der Moment, als die Windmaschine anging und den guten Peter unversehens entfernte Ähnlichkeit mit seinem Namensvetter P. Volkmann (ja, genau, der Leadsänger von Relax) haben ließ. Das verhinderte die Punkte aus Deutschland dann schon sehr zuverlässig.

21. Armenien
Ach menno, warum haben sie der Guten denn immer noch nix Gescheites angezogen? Geschickt dagegen der Fokus auf ihre Doppelpoller am Anfang, das dürfte für jede Menge Stimmen gesorgt haben. Die europäischen Hetero-Männer sind ja schließlich auch nicht blind, zumal sie im Finale auch deutlich besser sang als im Semi, nur nach der Rückung, da wollte sie einfach zuviel. Aus dem Kreis der Siegesfavoriten hatte sie sich aber da schon längst rauskatapultiert.

23. Portugal
Nach Lenas Auftritt hatte die genauso dröge wie im Semi wirkende Filipa natürlich keine Schnitte. Wenn ich zwei hübsche Mädels habe, von denen eine nicht wirklich singen kann, aber eine Hammerausstrahlung hat, während die andere zwar stimmtechnisch beschlagen ist, aber erstens keine schöne Stimme hat und zweitens ausstrahlungstechnisch eher mit einem Wassereimer vergleichbar ist, für wen ruft man dann wohl an? Genau.

24. Israel
So, nun kann ich verstehen, warum ihn die Jurys im Semi auf Platz 4 gewählt haben. Das war um Lichtjahre besser als der Auftritt, den er uns im Semi zugemutet hat. Zwar waren nach der Rückung nochmal ein paar deutlich schiefe Töne drin, und er fing dann beim zweiten Refrain auch wieder das Gegrinse an, aber alles in allem eine Steigerung um mindestens 350 % gegenüber dem Semi. Die reichte allerdings noch nicht. Irgendwie hat er es nämlich dennoch nicht geschafft, das Leid in dieser Schmerzensballade glaubhaft rüberzubringen. Schade um den wunderschönen Song.

25. Dänemark
Ich liebe Dänemark. Doch, wirklich. Aber es gibt eine Sache an Dänemark, die ich im allgemeinen überhaupt nicht mag, und das sind ihre Eurovisionsbeiträge, und dieser ist keine Ausnahme. Ok, die Chemie stimmte dieses Mal ansatzweise, aber Platz 4? PLATZ 4????? Hatte außer mir noch jemand ein Schockerlebnis, als die 12 rumänischen Punkte am Anfang nicht an Moldawien, sondern an Dänemark gingen? Das da soll besser gewesen sein als Belgien? Schleicht Euch!

Montag, 18. Oktober 2010

ESC-Nachlese, fünfte Runde

06. Schweden
Bei Schweden hatte ich mal wieder einen Glennis-Grace-Moment im Sinne von: Mittelmäßiger Beitrag wird auf einmal hochgejazzt bis zum Gehtnichtmehr, um dann übel, übel abzustürzen. Mal abgesehen davon, dass die Schweden eigentlich langsam wissen sollten, dass alles, was nicht irgendwie Abba ähnelt, immer irgendwie fiaskös endet, ist es sicherlich nicht zum Nachteil des Wettbewerbs, wenn auch Länder, die vermeintlich immer ins Finale kommen, mal rausfliegen, und klar ist, dass es keine Freifahrtkarten ins Finale gibt. An Anna lag es übrigens nicht, die war zwar hypernervös, hat aber trotzdem gut gesungen. Da war schon eher ihr Outfit / ihre Gitarre / ihr Liedle / ihr Chor schuld.

07. Aserbaidschan
Absaufura aka Frollein Sauertopf war ja auch reichlich nervös, das war in dem kleinen Ausschnitt vor dem Auftritt deutlich zu sehen. Und wir hatten ja bereits festgestellt, dass Aserbaidschan als Eurovisionsland erstmal Benehmen lernen muss, dass die Werbebanner auf so ziemlich allen relevanten Seiten im Vorfeld genervt haben ohne Ende und dass wir das alle doof finden wollten. Safura ist zwar nicht die optimale Sängerin für den Song (einer Siebzehnjährigen nimmt man die betrogene Ehefrau nun mal einfach nicht ab), auch kam ihr nicht gerade vorteilhaftes Leuchtkleid nicht zur Geltung, die Sache mit der Treppe hätte eher zu einem Sturz denn zu einem souveränen Hinunterschreiten führen können, und der Chor verweigerte sich auch an einigen Stellen. Es bleibt aber dennoch festzuhalten: Der Song ist sehr, sehr gut. Und zumindest ihre Sangesleistung wars auch.

08. Ukraine
Depressives Gegreine, die dritte. Der wohl unukrainischste Beitrag, den die Ukraine bis dato entsendet hat, ist zugleich auch der unerträglichste der drei, und Alyosha ist mir persönlich genauso unsympathisch wie Safura. Aber war der Song auch noch so schlecht, das englisch noch so gruselig (this fillings? Singt die über ihre Plomben in den Zähnen, oder was?) - die
Gute sang leider zu gut für einen Rausschmiss. Sorry, da hätte ich ungefähr jeden anderen aus diesem Semi lieber im Finale gehabt!

09. Niederlande
Das gilt ganz besonders für die Holländer, deren Gute-Laune-Schlager nach den neun Minuten Gejammer wie eine Erlösung wirkte, und ich könnte mir vorstellen, dass es die putzige Sieneke im ersten Semi möglicherweise sogar gepackt hätte. Immerhin ist sie bei den Televotern bis auf Platz 11 gekommen - dass die dösigen Jurys sowas nicht goutieren würden, war wiederum klar. Schade ist es trotzdem, nicht zuletzt deshalb, weil der Song erstens neben "Drip Drop" der bei weitem eingängigste des Jahrgangs ist, und zweitens hat er sich zum absoluten Liebling meiner dreijährigen Töchter gemausert ("Mama, mach mal Schali Schali"). Möglicherweise erklärt das das Scheitern: Die Zielgruppe war um die Uhrzeit schon im Bett.

10. Rumänien
Romania is back! Nach einer dreijährigen Schwächephase zeigten sie uns hier, dass sie nichts verlernt haben! Das Lied bleibt anstrengend, Klaviere zündet man nicht an (nie!) und fire auf desire ist auch nicht mehr der allerneueste Reim, um es milde zu sagen. Aber Ihr Lieben: SO geht ein Duett! Die beiden flirteten sich auf Teufel komm raus an über ihre Klaviere, schaut her, liebe Dänen! Und Paula, die glücklicherweise das übertriebene Make-Up aus der VE daheimgelassen hat, ist nicht nur ohne selbiges eine total hübsche Person, sondern hat auch die stimmliche Glanzleistung des Auftritts (und möglicherweise des ganzen Abends) gebracht. Dazu noch nette Pyros und leuchtende Tasten auf den Klavieren - da verzeiht man den Backings auch ihr Outfit. Auch wenn der Song immer noch nicht meins ist: Hochverdient im Finale.

11. Slowenien
Argh, es ist wirklich ein Kreuz mit diesem Land! Entweder haben sie aussichtsreiche Beiträge, die sie dann aber mit aller Gewalt im Klo versenken müssen, oder sie suchen sich was aus, was auf keinen Fall irgendeine Chance hat. Hier haben wir letzteres, und die insbesondere stimmlich wirklich exzellente Performance half leider auch nichts. Dabei find ich den Beitrag so klasse, aber wie schon vermutet: Europa ist voll mit Spaßbremsen. Pffft.

Samstag, 12. Juni 2010

Der ESC 2010 im Nachtritt. Teil 9

Polen: Psycho-Blick und Frauenwürgen – Polen hat uns mal wieder eindrucksvoll bewiesen, wie man einen Finalplatz sicher umgeht. Daß dann ausgerechnet auch noch die Stelle im Schnelldurchlauf gezeigt wurde, als Marcin eine der Malophagin im Schwitzkasten hatte, dürfte zuverlässig abgeschreckt haben.


Portugal: Überraschend war der Finaleinzug Portugals für mich schon, und dabei war der nicht mal allzu knapp, sondern mit Platz vier eindeutig, da brauchte es keine Jury, wie anderswo gemutmaßt wurde. Portugal ist schließlich das einzige Westland, das nennenswert von einer Diaspora profitieren kann, und mit Frankreich, Deutschland und Spanien, die allesamt im ersten Semi abstimmen konnten, waren auch richtig 8, 10 und 12 Punkte schon mal im Sack. Offenbar profitierte Filipa nicht nur von ihrem guten Gesang, sondern auch von der Tatsache, daß sie neben Lena die einzige U20-Kandidatin war, der man ihre Jugend auch noch ansah – schließlich sollen ab und zu auch heterosexuell veranlagte Männer zuschauen… Im Finale dann wieder die übliche 15-plus-Plazierung für die Portugiesen, unmittelbar nach Lena war auch der denkbar schlechteste Startplatz.

Rumänien: Vor allem Ovi sah man an, daß die Nächte in Oslo lang gewesen waren, aber das war weder seinen noch Paulas Sangeskünsten in irgendeiner Weise abträglich. Platz drei hätte zwar nicht sein müssen, aber wenigstens liegen sie damit vor dem Unsympathen-Pärchen aus Dänemark – und das bessere Video hatten sie auch.

Samstag, 1. Mai 2010

Rumänien 2010 – das Video

Rumänien ist nun hinlänglich der Entsendung billigster musikalischer Sach- und Lachwerke überführt. Daß die Rumänen dennoch (oder vielleicht genau deswegen) äußerst hochwertig anmutende visuelle Dreingaben dazu produzieren, dürfte den meisten (so auch mir) bis dato unbekannt gewesen sein. Zeit also, die Welt aufzuklären!
Paula und Ovi weisen uns die wunderbare Welt des virtuellen Ehestreites, wo man dem Partner gedankenlos ein paar Kugeln zwischen die Rippen ballern kann, ohne daß man deswegen gleich den Gang vor den Untersuchungsrichter fürchten muß. Besagter Streit entzündet sich daran, daß Ovi, ermattet von des Tages Werk, sich auf die wohnzimmerliche Sitzgelegenheit plumpsen läßt und durch die Erschütterung, die sein Gewicht zeitigt, Paula die Kaffeetasse, die sie gerade in Händen hält, um ihre Schwarzmarktkrönung zu genießen, entgleitet und unschöne Flecken auf ihrem weißen Röcklein hinterläßt. Zornentbrannt rennt man nicht zum Messerblock oder zur nächstgelegenen Reinigung, nein: Sie bekriegen sich als virtuelle Soldaten in einem leerstehenden Gebäude, wobei einer der Partner im Kugelhagel das Zeitliche segnet (wer, soll nicht verraten werden).
Offenbar war dies Aggressionsabbau genug, und somit gibt sich das Pärchen weniger kriegerischen, aber immer noch virtuellen Welten und Persönlichkeiten hin: Nunmehr geben sie ein Tanzpaar, das die Aufmerksamkeit anthropomorpher Roboter erregt, die schließlich lustig mittanzen. Ach, wenn doch jeglicher Ehestreit so glimpflich und glücklich ausginge! Zur eigenen Anschauung bitte den Startknopf des Videos drücken!


Mittwoch, 17. März 2010

Rumänien: Paula Seling & Ovi – Playing With Fire


Rumänien debütierte 1994 als einer von vielen Neulingen aus dem Osten. „Dincolo de nori“ (Hinter den Wolken) hieß der Erstling, Punkte und Plazierungen blieben jedoch hierfür wie auch für die nächsten Beiträge eher hinter dem Mond (der dann im Jahre 2000 besungen wurde). Aber auch von den Erfolgen seit 2002 dürfte wohl kaum einer der rumänischen Beiträge in irgendeiner Weise als „Klassiker“ bezeichnet werden, dafür waren alle zu austauschbar.
Auch der heurige Beitrag fällt mal wieder in diese Kategorie: Paula Seling und Ovi heißt das Duett aus stimmgewaltiger Fönfrisur und kurzrasiertem Zappelphilipp, die sich an einer Art siamesischem Flügel gegenseitig via Mikrofon angiften, derweil sie so tun, als könnten sie diesem Instrument einen Ton entlocken. Dazu mal wieder ein englischer Text aus dem Reimelexikon: „Playing With Fire“ (Mit dem Feuer spielen) reimt sich auf „desire“ – ja, so langsam wissen wir das doch!
Zwischendrin jodelt dann Madame Haarwusch noch ein wenig operettierend umeinander, was so gar nicht zum eigentlich eher tanzlastigen Lied passen will – aber wer kommt auch auf die Idee, zu einer Tanznummer eine Sitz-„Choreographie“ zu erfinden? Zum Schluß hält es die Herrschaften dann doch nicht mehr auf den Hockern, und sie erfreuen sich dann stehend und singend der Pyrotechnik, die da um sie her ihre Pracht entfalten darf. Ach ja, das Lied – war da noch was? Nein, nur austauschbare Stangenware mal wieder – Rumänien halt. Das Finale ist durchaus in greifbarer Nähe. Dort jedoch dürften die für die Rumänen in letzter Zeit üblichen Plazierungen ab 15 abwärts winken.


RUM - Paula Seling & Ovi - Playing With Fire

Da ist Rumänien aber knapp an der Katastrophe vorbeigeschrammt. Eine Disqualifikation des Siegertitels stand im Raum, weil das Lied angeblich 'fremd' mitkomponiert wurde, und das darf laut rumänischen Statuten nicht der Fall sein.
Flugs distanzierte sich der norwegische Co-Autor von seiner Rolle als solcher und gab an , die 50% der Einnahmen am Lied nur deshalb zu erhalten, weil er als Produzent fungiere. Hauptsache die Kohle stimmt.

In der Finalsendung konnte man diesmal viele radio-, aber nicht unbedingt ESC-taugliche Rocksongs hören. Dass Rock beim 'Grand Prix'-Publikum nicht sonderlich gut wegkommt bewiesen im letzten Jahr die Schweizer. Es war also, trotz der hohen Qualität der Lieder, eine weise Entscheidung, gitarrenlastige Bands daheim in Rumänien zu lassen.

Flotte Popnummern wie die von Alexa, die fehlerfrei agierte, hätten besser auf die Bühne Oslos gepaßt, aber sie wären ob der oberflächlichen Kompositionen nicht sonderlich aufgefallen.

Aufgefallen wären ganz bestimmt die vollkommen schrägen Auftritte von Lora & Sonny Flame, eine Art Folklore-Reggae-Darbietung mit toller Bühnenshow UND die Ganzkörperkondome samt Hintergrundvideo rund um Razvan Krivach (den ich  - naturgemäß - am liebsten in Oslo gesehen hätte).

Sehr discomäßig catchy kamen die Sieger des Abends, Ovi und Paula Seling, daher, mit guten Stimmen ausgestattet, hervorragend harmonierend und einer im wahrsten Sinne des Wortes 'heißen' Bühnenshow, die das Publikum mitriss.
Rumänien hat hiermit hervorragende Chancen auf einen Finaleinzug in Norwegen und könnte sogar zu höheren Weihen berufen sein.