1. Zypern: Silia Kapsis - Liar
Ach ja, die gute alte zyprische Formel. Eine attraktive, mehr oder weniger leicht bekleidete Frau singt mit ganz okayer, aber nicht überragender Stimme einen Dance-Song. Wir dürfen dazu vermutlich eine Hochleistungschoreographie erwarten. So weit, so gut, so schon ab und zu gehabt. Neu dieses Mal: Silia ist erst 17. Nennt mich spießig, aber als Mama von zwei Kindern im selben Alter finde ich ihr Outfit und das doch schon sehr angesexte Video reichlich befremdlich, sieht der Nachwuchs genau so. Gut, jeder kann machen, wie er will, aber dafür, dass sie noch minderjährig ist, ist es mir eine Nummer zu arg.
Chancen aufs Finale: begrenzt. Die Optik könnte es richten. Leider.
Nicosia 2025? Ochi.
4/10 (Kinder 3 und 4)
2. Serbien: Teya Dora - Ramonda
Wow, hat die eine schöne Stimme. Erstmal alles sehr ruhig, sehr atmosphärisch, dreht aber dann ab der Mitte etwas auf. Der Song ist ungemein abwechslungsreich, keine Sekunde ist wie die andere, jede Note sitzt, nichts davon ist langweilig. Ich liebe alles. Auch der Nachwuchs ist angetan, aber nicht ganz so überzeugt wie ich. Ich hoffe, dass dieser Beitrag viele, viele Liebhaber findet! Aber warum bekommt Serbien neuerdings immer so frühe Startnummern?
Chancen aufs Finale: Uff. Leider nicht so klar, wie ich das gern hätte.
Belgrad 2025? Nein.
8/10 (Kinder 7 und 6,5)
3. Litauen: Silvester Belt: Luktelk
Der Mann hat im litauischen Finale immerhin The Roop rausgeschmissen, das muss ja schon was sein, auch wenn ich deren diesjährigen Beitrag lange nicht so stark fand wie die Beiträge 2020/21. "Luktelk" (und nicht etwa "Lockdown", wie eins der Kinder zu hören vermeinte) geht schon ganz gut nach vorne, aber irgendwie waren wir doch enttäuscht. Irgendwas fehlt uns. Vielleicht gerade zum Ende hin dann doch etwas zu repetitiv? Ich weiß es nicht. Und fürs Protokoll: Diese komische Nasenklammer irritiert mich auch.
Chancen aufs Finale: Ja.
Vilnius 2025? Litauen wird ja gerne unterschätzt, aber: Nein.
6/10 (Kinder 5 und 5)
4. Irland: Bambie Thug - Doomsday Blue
Nachdem ja die irische Bilanz in den letzten zehn Jahren ziemlich desaströs aussah, probiert man dieses Jahr mal was ganz Anderes. Und WIE anders! Bambie ist schon eine Erscheinung, inszeniert sich in den Strophen als eine Art Hexe auf einer schwarzen Messe (?), wobei nicht nur die Optik im Video verstört, sondern auch der Song, während sich Bambie im Refrain auf einer rosaroten Wiese mit netten Schafen drauf befindet und die Musik auf einmal handzahm ist. Später kommt dann auch noch eine pelzige Gestalt dazu, die vielleicht sowas wie ein Troll sein soll. Egal, was es ist, ich will den auch auf der Bühne sehen! Überhaupt bin ich nirgendwo so gespannt auf die Bühnenperformance wie hier. Supermutig, superspannend, ein Hammervideo - und wir lieben es!
Chancen aufs Finale: Wehe, wenn das nicht ins Finale kommt!
Dublin 2025? Dazu ist es zu abgefahren.
8/10 (Kinder 8 und 8)