Montag, 12. April 2021

Die Eurovisionsklasse 2021, Teil 7

9. Serbien: Hurricane – Loco Loco

Verglichen mit dem Vorjahresbeitrag kommt das hier nicht ganz so billig daher, aber immer noch trashiger als alles, was jemals vorher aus Serbien kam (ja, die beiden Barbara-Dex-Award-Preisträger ausdrücklich eingeschlossen!). Und man merkt, dass immer noch Corona ist. Kinder, Dauerwellenflüssigkeit selber auf Haare auftragen kann ganz ganz böse ausgehen, dat sarrich euch! Also lieber den Fachmann machen lassen! Auch sonst ist das Ganze ein visueller Overkill. Der Song nimmt sich nicht viel mit dem Vorjahresbeitrag, sprich, man kann ihn sich anhören, aber wenn man an die Qualität so ziemlich aller anderen serbischen Beiträge denkt, muss man leider ziemlich weinen.

Chancen aufs Finale: Wird möglicherweise Platz 11 im Semi. Alles lassen sich die Leute auch nicht bieten.

Belgrad 2022: Dort wird dann hoffentlich wieder Qualität ausgewählt. Ihr könnt es doch!

2/10


10. Georgien: Tornike Kipiani – You

Alle Jubeljahre wieder kriegt die Wundertüte vom Kaukasus ihre speziellen drei Minuten. Dann haut sie was raus, wo du denkst: »Boah, ist das toll. Aber was macht das beim Contest?« Dieses Jahr ist es nach 2014, 2016 und 2018 mal wieder so weit. Das hier dürfte der Song in diesem Jahr sein, der am allerwenigsten ins Wettbewerbsumfeld passt. Der Anfang klingt ein bisschen wie etwas, was von Henk Hofstede geschrieben worden sein könnte, und das ist ja mindestens mal ein Qualitätsmerkmal. Gegen Ende wird es dann etwas bombastischer, aber es bleibt spannend. Auch rhythmisch ist es ein wenig ungewohnt, es folgt nicht so ganz unseren Hörgewohnheiten. Nicht nur deshalb werden es die Zuschauer abstrafen. Und das ist eine Schande.

Chancen aufs Finale: Keine. Wird nach hinten durchgereicht werden.

Tbilisi 2022: Nein. Aber ich hoffe, dass sie nicht aufhören, weiterhin mutige Sachen zu schicken!

8/10


11. Albanien: Anxhela Peristeri – Karma

Fangen wir mal mit dem Positiven an: Sie singt in Landessprache. Und nach derzeitigem Stand wird das auch so bleiben. Ansonsten same procedure as almost every year, will sagen, schöne stimmgewaltige Frau singt sich durch sperrigen Song. Und dieser ist noch sperriger als »Ktheju tokes«. Sehr viel Balkan-Sound, sehr viel Aufwand nötig, um sich das schönzuhören. So weit bin ich noch nicht. Gebt mir bitte meinen Eugent Bushpepa wieder! Bitte bitte bitte!

Chancen aufs Finale: Grenzwertig, aber könnte klappen.

Tirana 2022: Nein.

3/10


12. Portugal: The Black Mamba – Love Is on My Side

»Love is on my side but maybe not tonight.« Ich krieg ja immer ein bisschen Fremdschamattacken, wenn ich solch selbstreferentielle Textzeilen anhören muss. Herrgott nochmal, Portugal, seid Ihr eigentlich noch bei Trost? Wenn Ihr zum ersten Mal in Eurer Geschichte einen Song komplett auf Englisch schickt, schickt Ihr SOWAS? Aus welchem Jahrhundert stammt das bitte? Warum klingt der Sänger wie ein Frosch mit verklebten Nasenlöchern? Wer hat dem das Singen beigebracht? Mit welcher Gesangstechnik? Wann verklagt der seinen Gesangslehrer? Warum grimassiert der so? Love is definitiv not on your side tonight. Beliff mi. Boah, das macht mich grad voll aggro!

Chancen aufs Finale: KEINE!

Lissabon 2022: Egal was, aber bitte wieder portugiesisch.

2/10

Keine Kommentare: