Montag, 17. April 2017

Die Eurovisionsklasse 2017 - Teil 7

Spanien – Manel Navarro – Do it for your Lover

Bekanntlich gab es ja bei der spanischen VE einen Skandal, weil die Jury Manel gegen den erklärten Publikumswillen durchdrückte. Sooo schlimm ist der Song aber nun auch wieder nicht. Nur die Effekte gegen Ende des Refrains machen da ganze ein wenig kaputt. Und das Gejodel sollte er auch lassen. Ich sehe allerdings für Kiew schwarz, weil die Spanier in den letzten Jahren schon öfter mit ihren hochgejubelten Beiträgen auf die Nase geflogen sind. Wie wird das wohl einem Beitrag ergehen, der im eigenen Land schon so einen schweren Stand hat? Manel wäre aber nach dem ganzen Zirkus zuhause wenigstens zu wünschen, dass er nicht letzter wird.
Chancen auf die Top Ten: Keine.
Madrid 2018: Ohne Worte.
6/10


Frankreich – Alma – Requiem

Wenn ich mich richtig erinnere, ist ein Requiem doch eigentlich eine Messe für Verstorbene. Dafür kommt die gute Alma in ihrem Clip aber recht fröhlich daher. Auch wird getanzt, wenn auch nicht auf Gräbern. Nicht ganz so furios wie der wunderbare Vorjahresbeitrag, aber sehr modern und wird auch gut abschneiden.
Chancen auf die Top Ten: Aber ja!
Paris 2018: Das glaub ich nicht. Wenn Amir es nicht geschafft hat, schafft sie es auch nicht.
7/10


Großbritannien – Lucie Jones – Never give up on you

Lucie von Lippenstift bis Unterkante Saum in Weinrot mit passender Tönung auf dem Kopf. Singen kann sie, diesen Anfang mit der spärlichen Musikbegleitung muss man so auch erstmal hinkriegen. Sie singt so, wie ich das von jemandem erwarte, der unter die letzten sechs einer Castingshow gekommen ist. Is halt en Ballädsche, das mich nicht erreicht und von dem ich mich die ganze Zeit frage, wann es denn endlich losgeht. Wenn man da im letzten Teil noch ein bisschen Wumms reinbringt, würde mich das auch abholen. Lucie hat zwar in der VE um ihr Leben gesungen, aber was nützt einem das, wenn das Lied nicht mehr hergibt?
Chancen auf die Top Ten: Ach geh doch weg. Was das Mutterland des Pop uns seit einiger Zeit zumutet, geht auf keine Kuhhaut.
London 2018: Tower, Big Ben, London Eye. Kein Jurowischen.
6/10


Ukraine – O. Torvald – Time

Ich muss mich bei diesem Beitrag zwingen, die ganzen Begleitumstände außer acht zu lassen und mih nur auf den Act zu konzentrieren. Eine Menge Radau und maskenbildnerische Höchstleistungen (die LED-Uhren auf der Brust!). Würde dieser Beitrag aus Slowenien oder au Finnland kommen, würde ich es lieben. Es kommt aber aus der Ukraine. Trotzdem wird das Beuteschema der Frau F. natürlich trefflich bedient, und ich bin gespannt, was sie im Mai noch draufsetzen. Bei der Ukraine weiß man ja, dass man inszenatorische Höchstleistungen zu erwarten hat.
Chancen auf die Top Ten: Es ist die Ukraine! Natürlich!
Kiew 2018: Nein. Und auch hoffentlich in den nächsten hundert Jahren nicht mehr.
8/10 (weniger geht nicht)


Italien – Francesco Gabbani – Occidentali's Karma

Ladies and Gentlemen, I proudly present you the winner of the Eurovision Song Contest 2017.
11/10


Deutschland – Levina – Perfect Life

Levina war sicherlich die beste Performerin und Sängerin der deutschen Vorentscheidung, aber ich hätte mir gewünscht, dass man ihr einen besseren Song gibt. Der Remix ist zwar besser als das Heavytones-Arrangement, aber der vom NDR angekündigte ganz große Wurf ist das leider nicht. Ich denke aber, dass sie nicht Letzte wird. Alles weitere habe ich ja in meiner Besprechung der deutschen VE schon geschrieben. Bleibt nur noch, Levina viel Spaß und eine tolle Zeit in Kiew zu wünschen. Und vielleicht sorgt sie ja für eine Überraschung?
Chancen auf die Top Ten: Ach Leute. Wir sind ja schon froh, wenn es die Top 25 wird.
Berlin 2018: Meint Ihr, der Flughafen ist dann fertig?
6/10

Kommentare:

Carlotta Matuschanskayasky hat gesagt…

Und zu Francesco (du wolltest auch Kontroverse!):
Das ist für mich Italo-Pop, wie er mich seit 30 Jahren langweilt. Ganz nett, aber mehr auch nicht. So.
Carlotta

Rainer hat gesagt…

Italien ist weit vorne - das ist Italo-Pop mit neuem Anstrich und einer Botschaft, die leider mächtig gekürzt wurde. Ich würde mich ebenfalls über Cinecitta 2018 nicht wundern.
Der Spanier könnte Letzter werden, auch wenn ich ebenfalls finde, dass es gar nicht so schlecht ist und als Sommer-Sonne-Hit noch taugt. Auf Alma's Abgesang bin ich gespannt und Levina wird sicherlich wieder "alles bringen", wie immer und dann ... hmm... um Platz 20 - nicht Letzte. Die Britin singt wirklich gut aber für vorne reicht das nicht - der "final Countdown" aus der Ukraine: nun ja - Gastgeber-Punkte - obwohl nach dem ganzen "Theater" im Vorfeld, könnten einige Länder auch auf diese Punkte verzichten - wie war es doch damals mit den Host-Beiträgen in Wien oder Riga?

Sigi hat gesagt…

Gabbani hat uns alle um den Finger gewickelt. Selten ist der Bookies-Favorite und OGAE-Wahlgewinner auch mein Favorit des Jahrgangs. Zuletzt war das 2012 der Fall und Loreen hat einen Erdrutschsieg aufs LED gelegt. Ich finde auch seinen Moustache sehr sexy...#sexsells #fangirling

Carlotta Matuschanskayasky hat gesagt…

Frankfreich finde ich übrigens auch ganz nett, glaube aber, dass das live nicht richtig gut funktionieren und schon gar nicht zünden wird. Ich könnte mir vorstellen, dass das eine der größeren Enttäuschungen des Abends wird.
Die Ukraine bietet immerhin die einzige etwas lautere Nummer an. Besonders gut finde ich es trotzdem nicht.
Spanien ist ähhhhh... Sagen wir mal so: Wenn ich noch ein oder zwei Wochen fleißig Gitarrespielen übe, dann könnte ich mich vielleicht auch bewerben.
UK: Schnarch.
Deutschland: Auch schnarch.