Weiter gehts mit der zweiten Hälfte des ersten Semis. Sorry, dass das hier dieses Jahr so schleppend geht, ich hab gerade viel um die Ohren und generell etwas Schwierigkeiten, den Hintern hochzukriegen. Aber wat mutt, dat mutt:
8. Norwegen: Kyle Alessandro - Lighter
Bevor wir hier einsteigen, verdrücke zumindest ich erstmal ein kleines Tränchen für die Bobbysocks und vor allem für WigWam. Die hätte ich echt gern in Basel gesehen. Statt der kampferprobten Junggebliebenen kriegen wir aus Norwegen den Junior des heurigen Feldes, ein sehr niedliches Kerlchen (dem würde ich sofort einen heißen Kakao kochen) in einem tollen Rüstungsoutfit, guter Stimme, viel Pyro und einem ganz okayen Song. Mit Sicherheit ist das eins der besseren Angebote in diesem Semi. Allerdings fehlt uns noch irgendwas, ohne dass wir den Finger darauflegen könnten, was das ist. Der Schluss ist allerdings super. Nächstes Jahr dann WigWam mit den Bobbysocks, ja?
Chancen aufs Finale: Chancen ja, aber längst nicht sicher durch.
Oslo 2026: Nope.
7/10 (Kinder 7 und 7)
9. Belgien: Red Sebastian - Strobe Lights
Oh guck an, der sieht aus wie der junge Sebastian Krumbiegel (vielleicht deshalb der Name?) mit ganz vielen Ohrringen. Wenn er den Mund aufmacht, merkt man aber, dass da stimmlich bis zu Krumbiegel doch noch einiges fehlt. In den Tiefen ist es etwas dünn, die Höhen hat er gut drauf, aber irgendwie sagt mir die Stimme leider so gar nicht zu. Und bitte entfernt alle Epileptiker aus dem Raum, bevor das hier losgeht! Der Song ist super gemachter Elektropop, bei dem wir leider mal wieder zu Geschmacksgeisterfahrern werden. Es erreicht uns so überhaupt nicht. Wir erkennen aber die Qualität an. An der Bühnenshow würde ich allerdings noch was machen, trotz der Kameraführung sind mir die ersten zwei Drittel, wo er allein auf diesem Podest steht, zu statisch. Mit den Tänzern wird es dann besser.
Chancen aufs Finale: Wenn sie es nicht völlig versemmeln (hallo Mustii!), dann ist das bombensicher durch.
Brüssel 2026: Sagen wir mal so: Bei der Siegerwette stehen sie ziemlich weit oben. Ich würde es nicht komplett ausschließen wollen.
5/10 (Kinder 4 und 5)
10. Aserbaidschan: Mamagama - Run With U
Ach du Heimatland. Ich kenn ja nur das offizielle Video, und in dem wird mit jeder Menge Mätzchen vom Song abgelenkt. Was machen die da? Spielen die die wichtigsten Szenen aus "Frankenstein" nach? Das erzeugt eine gewisse, wie sag ich das jetzt, Fallhöhe für die Inszenierung. Was wollen die machen? Irgendwelche toten Leute auf der Bühne mittels Elektroschocker zum Leben erwecken? Oder wenigstens irgendwas mit Robotern? Nun, immerhin wird man durch das Lied nicht vom Video abgelenkt, das hat zwar viel Bzzz bzzzz, ist aber ansonsten dahinplätschernder Radiopop, gesungen von einer für meine Ohren äußerst unangenehmen Stimme. Nee, dat is nix für uns! Und: Wenn man sich schon Mamagama nennt, dann muss da auch was kommen!
Chancen aufs Finale: Ich seh es Stand jetzt klar draußen, aber was weiß ich schon?
Baku 2026: Geh weg.
4/10 (Kinder 3 und 3)
11. San Marino: Gabry Ponte - Tutta L’Italia
Da staunen die Fachleute, und die Laien wundern sich. Eigentlich wähnte man ja San Marino für immer und ewig auf verlorenem Posten, was den ESC angeht, und dann bringen sie sowas. Möglicherweise der beste und aussichtsreichste Song, den San Marino je geschickt hat, die Quetschkommode ist supereingängig, und den Refrain kann sofort jeder mitsingen (die Meinung hab ich allerdings in unserer Runde exklusiv, die Kinder finden alles schrecklich - aber was wissen die schon?). 12 Punkte aus Italien können sie schon mal einplanen. Allerdings, und jetzt kommt die Kehrseite der Medaille: Sängerisch sowie in Sachen Tonabmischung und Inszenierung muss bis zum ESC noch was passieren. Wenn sie das in den Griff kriegen, könnte (und wird) es San Marinos bestes Ergebnis beim ESC werden - trotz der Tatsache, dass wir hier einen DJ-Beitrag haben, die es beim ESC meistens sehr schwer haben.
Chancen aufs Finale: Nach allen geltenden Eurovisionsgesetzen muss das zwingend ins Finale. Ich hoffe, sie stehen sich nicht wieder selbst im Weg.
Serravalle 2026: Das halte ich dann doch für zu hoch gegriffen.
8/10 (Kinder 3,5 und 4,5)