Montag, 1. April 2013

ESC 2013, Teil 4

Weiter geht es mit Semi 2:

01 Lettland - PeR - Here we go

Autsch, was ist denn das für ein Outfit? Von Kopf bis Fuß in Silberglitzer und dann AUFGEKNÖPFT? Ich glaube mich zu erinnern, dass ich in der Nachlese 2012 schon mal was zu diesem Thema gesagt habe. Und Brust zeigen hindert einen nicht daran, scheiße auszuehen. Ich guck mir gerne gut gebaute Kerle an, aber doch bittschön alles zu seiner Zeit. Hier schäm ich mich fremd. Außerdem glaub der Sänger auch nur, dass er hübsch ist, ist er aber nicht. Der Song ist übrigens ein absoluter Scheiß. Immer die gleiche Akkordfolge, dazwischen wird irgendwas gerappt, und Töne treffen ist wohl auch was für Weicheier. Tja, liebe Letten. Ihr habt zuletzt 2008 ein Finale von innen gesehen. Dabei konntet Ihr es doch früher!

Chancen aufs Finale: Auch 2013 heißt es: Wir müssen draußen bleiben!
Riga 2014: *augenverdreh*
2/10



02 San Marino - Valentina Monetta - Crisalide

Ich bin seit über 30 Jahren eingefleischter Fan dieser Veranstaltung. Da denkt man doch irgendwann, man hat alles gesehen, und es kann einen nix mehr überraschen. Der Song ist von Herrn Siegel. Und der Song ist Siegel all over. Und der Song ist gut. Der Song ist VERDAMMT GUT! Das hat eine Klasse und Dramatik, die ich dem guten Ralphie wirklich nicht mehr zugetraut hätte. Aber verdammt, er hats noch drauf. Und wie. Valentina ist eine gute Sängerin, die kriegt das auf jeden Fall gestemmt. Und dann singt sie das ganze auch noch in der tollsten Sprache der Welt. Bitte bitte bitte, Ihr Lieben, vergeigt die Inszenierung nicht! Ich hätte nie gedacht, dass ich das in diesem Leben nochmal zu einem Siegelsong sagen würde aber: Ich bin restlos hingerissen!

Chancen aufs Finale: Ja! Ja! Ja! Und nach den schwachen Letten aber dreimal JA!
Seravalle 2014: Das wäre der Oberknaller! Ich weiß nicht, ob es dafür reicht, aber die Top Ten im Finale sollte drin sein!
10/10



03 Mazedonien - Vlatko Lozanoski + Esma Redžepova - Pred da se razdeni

Wie ich den einschlägigen Seiten entnehmen kann, hatten die beiden erst einen anderen Song, den sie aber aus mir nicht bekannten Gründen austauschen mussten. Und der Mann, der da singt (ich dachte, das sei ein Duett?), ist ja arg wenig charismatisch, ganz im Gegensatz zu seiner jetzt doch auftauchenden Duettpartnerin. Der Song ist irgendwie nicht muh und nicht mäh und wirkt irgendwie komisch zusammengeschustert. Ach Mazedonier, nach der tollen Kaliopi letztes Jahr hätte ich mir auch für dieses Jahr was Tolles erhofft. Aber von "toll" seid Ihr ein gutes Stück weg mit diesem Versatzstück... Und ein wirkliches Duett ist das auch nicht!

Chancen aufs Finale: Puuuuh. Könnte knapp als 10. durchrutschen.
Skopje 2014: Nein. Niemals.
3/10



04 Aserbaidschan - Farid Mamedov - Hold me

Das Land of Fire hat es bisher jedes Jahr geschafft, dass ich mich von seinen Beiträgen zumindest nicht mit Grausen abwenden musste. Auch dieses Jahr. Das hier ist eine starke, dramatische Ballade, über den unterbehübschten Sänger mit seiner durchschnittlichen Stimme sehen wir jetzt mal gnädig hinweg. Die Bridge ist Mist, dafür ist die nachfolgende RÜckung umso besser. Solide gemacht, aber nicht überragend.

Chancen aufs Finale: Ja sicher. Es ist Aserbaidschen.
Baku 2014: Bloß nicht nochmal!!!
6/10



05 Finnland - Krista Siegfrids - Marry me

Das hier ist jetzt der erste Beitrag in diesem Semi, wo es mal ein wenig flotter wird. Krista fordert uns im weißen Kleid auf, sie zu heiraten. So bewusst trashig hab ich Finnland noch nie erlebt, und normalerweise steh ich nicht auf Trash. Aber das hier ist so over the top und macht so viel Spaß, dass es für mich ok ist. Ab und an darfs auch mal ein bisschen gaga sein, und wenn eine Nummer sich nicht ganz so ernst nimmt, tut es dem ganzen durchaus gut.

Chancen aufs Finale: Jooo!
Helsinki 2014: Natürlich nicht.
7/10 (bin über mich selber überrascht - Gaitana letzes Jahr hab ich gehasst....)



06 Malta - Gianluca Bezzina - Tomorrow

Intro mit der Ukulele?! Und das erste Attribut, dass mir einfällt, ist "niedlich". Und zwar sowohl für ihn als auch für seinen Song. Ich hab mich jetzt nicht auf die Geschichte konzentriert, die er erzählt, aber das Gesamtpaket ist einfach irgendwie süß. Ich kanns an nix festmachen, aber das ist so ein Beitrag, der sich direktemang in alle Herzen stehlen könnte. Er könnte aber auch gnadenlos absemmeln. Wünschen tät ich dem ganzen und mir natürlich ersteres. Das ist einfach grundsympathisch.

Chancen aufs Finale: Durchaus, ja. Ist halt die Frage, ob sich noch mehr Leute davon um den Finger wickeln lassen.
Valletta 2014: Nein, dafür ist es dann doch zu schlicht.
8/10

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Valentina Monettas Auftritt vom letzten Jahr hatte für mich ich unter der Kategorie "Auch gute Sänger müssen irgendwie die Miete bezahlen" abgehakt und sie zutiefst bedauert. Dagegen ist das diesjährige Lied wohl das verdiente Schmerzensgeld.
Hier zeigt Valentina übrigens, dass ihre musikalische Präferenz eher beim Swing und Jazz liegt: http://www.youtube.com/watch?v=1fxmHt9DTD8